Islam / Mohammed – manches ist veraltet! Bitte weitere Informationen berücksichtigen!

Mohammed ist um 570 n.Chr. in Mekka geboren worden.

Mekka, eine Stadt an der Weihrauchstraße, war berühmt wegen der Ka´aba, einem würfelförmigen Gebäude mit einem schwarzen Stein. Mehr als 360 Götterbilder standen um ihn herum.

Mohammeds Vater hieß Abdullah (= Sklave Allahs). Er versorgte die Mekka-Pilger mit Wasser. Er starb vor Mohammeds Geburt, seine Mutter starb, als er 6 Jahre alt war. Er wurde vom Großvater aufgenommen, der kurz darauf starb. Dann nahm ihn ein Onkel auf. (Zur Kindheit Mohammeds gibt es viele Legenden.) Mohammed wurde Händler und reiste viel herum. Mit 25 Jahren heiratete er seine Arbeitgeberin, die Kaufmannswitwe Chadidscha. Sie starb 14 Jahre nach der Hochzeit (619). Anders als den anderen Muslimen hat Allah ihm nach dem Tod seiner Frau Chadidscha nicht vier Frauen erlaubt, sondern zwölf, darunter ein Mädchen, Aischa (Sure 33,50-52).

Auf seinen Reisen war er mit Juden und Christen zusammengekommen. Er war religiös sehr interessiert und begann in Mekka das Gericht Allahs zu predigen. Die Menschen aus Mekka nahmen ihn nicht ernst. Er zog sich mit ca. 40 Jahren in eine Höhle zurück – in ihr, so wird wohl in nur einer Legende berichtet, sei ihm der Engel Gabriel erschienen, der ihn beauftragt habe, wohl zum Teil die heutige Sure 96 aufzuschreiben. Der Konflikt mit den Leuten aus Mekka wurde schärfer.

Er zog sich 622 nach Yathrib (das später Medina genannt wurde: Stadt des Propheten) zurück, gerufen von den Bewohnern, möglicherweise, um einen Streit zu schlichten. (622 = Beginn der islamischen Zeitrechnung.)

Mohammed meinte, er habe den wahren Kern des jüdischen und christlichen Glaubens durch Allah offenbart bekommen. Davon wollte er Juden und Christen überzeugen. Doch viele glaubten ihm nicht. Das erboste ihn und Juden wurden zum Teil ausgewiesen, getötet, versklavt – nach muslimischer Interpretation darum, weil sie Mohammed bekämpft haben, und er sich nur wehrte. Er deutete die alte Ka´aba als Bauwerk Abrahams und seines Sohnes Ismael, gebetet wurde wohl ab 623/4 Richtung Mekka (vorher mit Juden und Christen Richtung Jerusalem).

Sein Kampf gegen die Mekkaner wurde intensiviert. Karavanen wurden überfallen, um seine Kämpfer zu finanzieren und die Stadt zu schwächen. Nach einigen Kriegen eroberte er 630 Mekka. Götterbilder wurden zerstört und zahlreiche arabische Stämme ergaben sich dem Sieger. Zwei Jahre später (632) starb Mohammed – 22 Jahre nach seiner ersten Offenbarung – an einem Fieber.

Die Jahre nach Mohammeds Tod

Nach Mohammeds Tod wurde einer seiner Schwiegerväter – Abu Bakr – der erste Kalif. Er ließ die auf Holz, Leder und Stein aufgeschriebenen Offenbarungen Mohammeds sammeln, ergänzte sie und hat sie ausgewählt. Betont wird: Mit Hilfe von Weggefährten Mohammeds, die viele Texte des Koran auswendig kannten. Arabische Stämme fielen ab, wurden aber 633 besiegt. Eroberungszüge bis nach Palästina wurden begonnen.

Umar war der zweite Kalif (634-644). Er eroberte Damaskus, Jerusalem, Ägypten. Spannungen traten zwischen den muslimischen Gruppen auf, weil auch andere an der Beute Anteil bekommen wollten.

Uthman der dritte Kalif (644-656) zeichnete sich dadurch aus, dass er den Koran wegen Streitigkeiten vervollständigen und überarbeiten ließ. Weitere Exemplare wurden vernichtet, damit die Muslime geeint würden und sich nicht wegen unterschiedlicher Aussagen streiten sollten. Uthman wurde ermordet.

Es folgte ein 5jähriger Bürgerkrieg. Ali, Schwiegersohn des Propheten, schaltete die Gruppe der Witwe Mohammeds, Aischa, 656 aus. Er selbst wurde 661 ermordet – es begann die „Konfession“ der Schiiten (Iran/Irak).

Es folgten die Herrschaften von Clans: z.B. Umayyaden mit Zentrum in Damaskus (661-750); Abbasiden mit Zentrum in Bagdad (749-908), Fatamiden mit Zentrum in Kairo (909-1171) usw. Es gab in all diesen Zeiten weitere Kämpfe untereinander. Trotz der innerislamischen Konflikte gingen die Eroberungen weiter: 751 wurden Chinesen besiegt, zahlreiche Raub- und Sklavenzüge wurden in Europa durchgeführt (bis nach Genf). Ab 710 begannen Angriffe auf Spanien, das letztendlich erobert wurde. 732 wurde ein weiteres Vordringen nach Europa durch Karl Martell gestoppt und 1492 wurden sie letztlich fast ganz aus Spanien vertrieben. Freilich: Wo Allah einmal herrschte, so der Glaube vieler Muslime, dort muss er auch wieder zur Herrschaft kommen, weil ihm das Land gehört. Die Kriege und Vermischungen der Völker führten zu einer für damalige Zeit einmalige kulturelle Weiterentwicklung: Das Wissen, die Entdeckungen der Völker wurden für andere Völker und Kulturen fruchtbar gemacht.

Zahlreiche Gruppen spalteten sich ab. Sunniten (von „Sunna“) sind die Mehrzahl (90%) der Muslime. An Zahlen kommen danach die Schiiten: nach der Ermordung Alis (661) haben Schiiten (= „Partei Alis“; 10%) unter anderem einen seiner Söhne, Husain, als Imam anerkannt. Er unternahm 680 einen Umsturzversuch, wurde dabei getötet. Weil die Anhänger aufgrund ihrer mangelnden Solidarität Schuld empfinden, geißeln sie sich bis heute; Schiiten wurden häufig von Sunniten bedrängt, es gab zahlreiche Märtyrer; sie kennen daher den „Selbstschutz“, d.h. Verschweigen des eigenen Glaubens; sie erwarten zum Teil – es gibt gegenwärtig im Wesentlichen drei Gruppen von Schiiten – einen kommenden Mahdî, der am Ende der Zeiten Gerechtigkeit durchsetzen wird. Den Schiiten werden die Ismailiten (ca. 30 Millionen) zugeordnet, deren Frömmigkeit aus einer Mischung von Islam, Zoroastrismus, Neuplatonismus, Kabbala usw. besteht. Dazu gehören die Assassinen (Kämpfer gegen z.B. staatliche Mächte), Drusen (sie verehren ihren verschwundenen Gründer als Inkarnation Gottes), Alawiten (ca. 1 Million; sie verehren die Dreiheit: Ali, Mohammed und Salman, darüber hinaus Fatima und haben unterschiedlichste religiöse Traditionen vereint). Neben Sunniten und Schiiten sind als dritte Gruppe die Charidschiten (0,1%) zu nennen, die sich von Ali getrennt haben, nachdem er 657 einen Kompromiss angenommen hatte. Nur tadellose Menschen seien als Anführer zu akzeptieren. Schon bald sind sie bis auf ein paar noch vorhandene kleine Gruppen verdrängt worden. Und es gibt weitere Abspaltungen und Gruppierungen, so z.B. die Sufis (islamische Mystiker, die auch christlich geprägt sein können). Vom Islam nicht anerkannte Gruppen, die sich aber selbst dazu rechnen: Jesiden, Ahmadiyya (1889 von Mirza Ghulam Ahmad gegründet; 1974 vom Islam ausgeschlossen – tritt im Westen als missionarischer Islam auf: Jesus starb nicht am Kreuz, sondern war bewusstlos – er starb später in Kaschmir), Aleviten, evtl. Sikhs, Bahais.

Osmanen: Westlich von Anatolien begann ein türkischer Nomadenstamm ab 1300 die Herrschaft auszudehnen und hat in kurzer Zeit bis nach Serbien und Bulgarien durch militärische Aktionen Fuß gefasst. 1453 fiel das christliche Konstantinopel, die Hauptstadt des Oströmischen Reiches, (heute Istanbul) in deren Hände. Sie belagerten 1529/32 und 1683 Wien. Die Eroberung wurde abgewendet und die Osmanen/Türken wurden aus großen Teilen Europas hinausgedrängt.

Der Koran, die Sunna, die Scharia

Der Koran wurde zwischen 610-632 offenbart, so Mohammed: von Allah selbst (Sure 4,82), darum sei er ohne Widersprüche.

Historisch gesehen: Mohammed hat ihn nicht geordnet, sondern seine Offenbarungen auf zahlreichen Schreibmaterialien hinterlassen. Diese wurden erst nach ihm zusammengeführt, letztlich durch Uthman (644-656) – nach muslimischer Tradition hatte er aber seinen Anhängern schon den gesamten Koran in der gegenwärtigen Fassung auswendig lernen lassen. Da aber nach der Verschriftlichung Vokalzeichen unterschiedlich gesetzt werden konnten und damit die Interpretation nicht immer eindeutig war, wurde die endgültige Fassung bis ca. 934 hergestellt.

Der Koran besteht aus 114 Suren, die (mit Ausnahme der 1. Sure) der Länge nach geordnet wurden. Muslime sehen damit keine mechanische Ordnung gegeben, sondern eine theologische. Der Koran, so der Glaube, gehe auf die Mutter des Buches zurück (Sure 43,3), die im Himmel aufbewahrt werde.

Die Texte sind in vier Phasen entstanden: in drei mekkanischen und einer medinischen (in Zweifelsfällen der Interpretation zählt die medinische Aussage). Da der Koran in den Zeiten der Kämpfe entstanden ist, erinnert er häufig an Reden von Feldherren vor dem Kampf, eingeschlossen sind Geldsammlungen, um ihn finanzieren zu können. Weil Mohammed in Auseinandersetzungen lebte, zeigt der Koran auch, wer er ist bzw. wie Allah ihn sieht. (Mohammed habe sich nicht alles selbst ausgedacht, er sei nicht verrückt – Sure 68,1ff.51 – usw.)

Er beinhaltet Auslegungen und Neufassungen alttestamentlicher Schriften. Mohammed ging davon aus, dass Juden und Christen ihre Schriften gefälscht hätten und Allah ihn auserwählt habe, um die wahre „Heilige Schrift“ zu offenbaren.

Der Koran beinhaltet rechtliche Stellungnahmen. Freilich decken diese nicht alle Themen des Alltags ab. Darum sind für Muslime die Überlieferungen (Ahadith/Hadithe) aus dem Leben Mohammeds ebenso wichtig. Sie bilden die Sunna, die Prophetentradition, die, anders als der Koran, nach Wertigkeiten (starke/schwache Hadithe) geordnet werden können: Manche zählen als Gesetz, andere nicht. Insgesamt sind die anerkannten Texte für das alltägliche Leben des Muslims genauso wichtig wie der Koran, denn sie geben Verhaltensweisen vor.

Aus Koran und anerkannten Überlieferungen wurde die Scharia zusammengestellt. Die Scharia ist kein starres „Schriftstück“, sondern kann unter den Gelehrten diskutiert werden und auch durch unterschiedliche islamische Strömungen verschieden gewichtet und ausgelegt werden. Bei den Sunniten gibt es vier Schulen: die freieren Hanafiten (8. Jh.); Gewohnheitsrecht betonen die Malikiten (8. Jh.); Systematisierung bieten die Schafi´iten (8./9. Jh.); kompromisslos sind die Hanbaliten (8./9. Jh.). Trotz Unterschiede haben sie folgende Maßstäbe: Koran + Hadithe + zwei juristische Verfahren: Analogieschluss und Übereinstimmung (der Gelehrten = Gemeinde). Die Schiiten sehen, dass auch ein einzelner Gelehrter den Willen Allahs ermitteln kann. Daneben gab es auch immer Gewohnheits- und Herrscherrecht.

Theologie/Frömmigkeit des Islam

„Islam“ bedeutet: Ergebung, Hingabe. Muslim bedeutet: der, der sich Allahs Willen unterwirft, hingibt. Slm kann auch Frieden bedeuten, so hat Mohammed Briefe unterschrieben: Aslem Taslam : Ergebt euch, ihr bekommt Frieden.

Wesentlich ist der Glaube an den Koran als Offenbarung Allahs, so wie er ist, es dürfen keine Abstriche gemacht werden – auch nicht durch Übersetzungen. So ist das Arabisch eine Art heilige Sprache.

Die fünf/sechs Pflichten:

Glaubensbekenntnisn (Schahada) (Ich bezeuge, dass es keine Gottheit außer Allah gibt und dass Muhammad Allahs Diener und Gesandter ist): dreimal vor Zeugen gesprochen bedeutet es den Übertritt zum Islam, der nicht mehr rückgängig zu machen ist (Sure 3,85).

Pflicht-Gebet (Salat): es ist genau vorgeschrieben, wann/wie zu beten ist.

Pflicht-Fasten (Saum) an Ramadan erinnert an den Beginn der Offenbarungen, weil Mohammed vor Offenbarungen in einer Höhle gefastet hat.

Pflicht-Almosen (Zakat) – die auch notleidenden Armen zugute kommt.

Pflicht-Reise (Haddsch) – einmal im Leben muss ein Muslim nach Mekka pilgern zur Vergebung der Sünden.

Manche Gruppen sehen als sechste Pflicht den Heiligen Krieg an (Dschihad), der geistig und militärisch interpretiert wird.

Diese Pflichten sind genau durchzuführen, da sonst die Gerichtswaage gegen den, der gewogen wird, ausschlagen kann.