GRUNDSÄTZE UND GRUNDLAGE DER DIAKONIE / CARITAS
Grundsätze der Diakonie
Das Wort „Diakonie“ ist aus dem Griechisch übernommen worden und bedeutet: dienen, helfen. Die Grundsätze:
- Hilfe, Unterstützung, Betreuung, Begleitung Bedürftiger.
- Weitergabe des Evangeliums von Jesus Christus.
- Der Glaube an Jesus Christus leitet das Handeln, ist Grundlage des Tuns.
Aufgabe 1:
Schaue Dir im Internet das Logo an: ein Kronen-Kreuz / die Krone ist Teil eines Herzens – Krone ist Zeichen für Auferstehung. Dann zeichne es.
Grundsätze der Caritas – theologische Grundsätze:
Das Wort „Caritas“ ist aus dem Latein übernommen worden und bedeutet: Liebe, Barmherzigkeit, Wohltätigkeit. Die Grundsätze:
- Der menschenfreundliche Gott – Quelle der Caritas.
- Christus und seine Botschaft – Auftrag und Ermutigung der Caritas.
- Der Heilige Geist – Lebenskraft der Caritas.
- Die diakonische Kirche – Lebens- und Wirkraum der Caritas.
Aufgabe 2:
Schaue Dir im Internet das Logo an: ein Flammenkreuz. Dann zeichne es.
Aufgabe 3:
a) Caritas und Diakonie sind die größten privaten Arbeitgeber in Deutschland. Recherchiere, wie viele Menschen in den beiden sozialen Diensten arbeiten.
b) Achte auf Autos mit dem Logo in Deinem Dorf, in Deiner Stadt.
Grundlage der Diakonie: Jesus Christus
Anfang und Ausgangspunkt diakonischen Wirkens ist das Handeln Jesu, seine Liebe und Zuwendung zu den Menschen, die Hilfe benötigten. Darüber hinaus sind seine Worte wegweisend. Dazu gehören ganz wesentlich:
- Matthäusevangelium Kapitel 25,31-46: Was ihr einem meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.
- Lukasevangelium Kapitel 10,25-37: Das Gleichnis vom Barmherzigen Samariter – Christen helfen, ohne darauf zu achten, welchen Glaubens ein Mensch ist.
- Im Matthäusevangelium 11 / Lukasevangelium 7 zitiert Jesus einen Text aus dem Buch des Propheten Jesaja (29,18; 35,5f.) und sagt: Blinde sehen, Lahme gehen, Aussätzige werden rein, Taube hören, Tote stehen auf, Armen wird die frohe Botschaft verkündet. Das war das, worauf es Jesus ankam – darauf kommt es Glaubende an. Wie zu sehen ist, stehen Taten von Diakonie / Caritas im Zentrum.
- Jesus scheute sich nicht, kranke Menschen zu berühren und sie zu heilen: Matthäusevangelium 8: Die Heilung eines Leprakranken (es gibt bis heute viele christliche Leprahilfen) oder Markusevangelium 10,46-52: Heilung eines Blinden (heute zum Beispiel: Christoffel Blindenmission).
- Jesus heilte eine Frau mit Blutungen: Markusevangelium 5,21-42 – eines der ersten Krankenhäuser im 4. Jahrhundert war ein Krankenhaus für Frauen.
- Jesus wandte sich auch von Kindern nicht ab: Markusevangelium 10,13-16.
- Zudem: Die Liebe gilt allen Menschen, über Grenzen hinweg.
- Dass Sünder umkehren konnten, führte dazu, dass man sagte: Liebe nicht die Sünde, liebe den Sünder. Man lernte zu trennen zwischen dem Menschen und seinem Tun, denn der böse Mensch hat die Möglichkeit, sich wieder Gott zuzuwenden.
Aufgabe 4:
Lies die in der Bibel die oben genannten Texte ganz genau. Ist das für Dich alles selbstverständlich? Würdest Du auch so handeln? Ist ein solches Handeln „komisch“?
Aus den Hinweisen aus Matthäus 25 wurden die sieben leiblichen und die sieben geistlichen Werke der Barmherzigkeit entwickelt (in eigener Formulierung):
Die sieben leiblichen Werke der Barmherzigkeit:
- Hungernden Nahrung geben
- Durstigen zu trinken geben
- Unbekleideten Kleidung geben
- Fremden Schutz geben
- Gefangene begleiten
- Kranke besuchen
- Tote bestatten.
Die sieben geistlichen Werke der Barmherzigkeit:
- Sündern zeigen, was sie falsch gemacht haben
- Unwissende über Gott und Welt belehren
- Zweifelnden den Weg weisen
- Traurige, Deprimierte und Trauernde trösten
- Anstrengende, Lästige mit Geduld ertragen
- Beleidigenden vergeben
- Für Tote und Lebende bei Gott eintreten.
Aufgabe 5:
Male zu den leiblichen / geistlichen Werken einen symbolischen Gegenstand bzw. Strichmännchen mit Blick auf das jeweilige Thema. Möglich sind auch Bildmarken bzw. Piktogramme / Icons. (Immer alles so gut machen wie Du kannst!)
Fazit:
Diakonie und Caritas haben erkannt: Der Mensch lebt nicht allein davon, dass er körperlich gesund ist und zu essen hat – genauso notwendig ist es, dass die Seele gesund ist. Um der Seele zu helfen, gesund zu werden, bedarf sie spiritueller Nahrung – also aus christlicher Sicht: den Glauben an Jesus Christus.
Mit Apostelgeschichte 6,1-10 erkennen Christen: Der Mensch ist eine Einheit, er benötigt körperliche Hilfe und das Wort Gottes. Oder mit Matthäus 4,1-11 gesagt: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern auch vom Wort Gottes.
Aufgabe 6:
a) Suche Dir auf Youtube das Lied: ubi caritas et amor ibi deus est: Wo Dienst und Liebe, dort ist Gott.
b) Versuche es mitzusingen.
Aufgabe 7:
Auf Youtube gibt es viele Filme, die Diakonie und Caritas vorstellen. Das auch an praktischen Beispielen für Hilfe.
a) Schaut Euch den einen oder anderen an,
b) macht Euch Notizen,
c) Vergleicht sie miteinander.
Aufgabe 8:
Oben wurden Diakonie / Caritas getrennt vorgestellt. Kannst Du Dir vorstellen, warum sie in vielen Arbeitsbereichen zusammenarbeiten?
*
Literatur:
Friedrich-August von Metzsch: Menschen helfen Menschen. Der Barmherzige Samariter als Leitbild und in der Kunst. Hänssler-Verlag, Neuhausen-Stuttgart 1998
DVD: Taten statt Sprüche. Pioniere der Diakonie, Matthias Film (Gustav Werner, Friedrich v. Bodelschwingh, Johann Hinrich Wichern, Eugen Gerstenmaier, Eva Thiele-Winckler, Theodor Fliedner)