Exegese und Hermeneutik

A) Einführung

Wir haben es als eine Kultur, die sehr stark auf das Lesen konzentriert ist, mit Texten aller Art zu tun. Texte der Gegenwart, Texte naher Vergangenheit, Texte aus ganz alten Zeiten.

Wenn wir uns mit Texten beschäftigen, dann muss man versuchen, die Texte zu verstehen. Manchmal scheint es sehr einfach zu sein – manchmal sind die Texte äußerst kompliziert. Kompliziert ist es vor allem dann, wenn wir es mit Texten aus anderen Kulturkreisen und vergangenen Zeiten zu tun haben. Das darum, weil wir in einer Tradition von Textauslegungen stehen. Wenn die Tradition jedoch abgebrochen ist oder nie vorhanden war, dann wird es schwer, den Text zu verstehen. Wenn wir zum Beispiel einen Text aus den Heiligen Schriften der Buddhisten lesen, fällt es erst einmal nicht leicht. (1) Das betrifft inzwischen auch Texte der Bibel: Viele Menschen unseres Kulturkreises haben Schwierigkeiten mit einzelnen Texten, weil sie nicht mehr mit ihnen groß geworden sind.

Das Wort „Text“ und „Textilie“ haben einen gemeinsamen Ursprung. Das lateinische Wort „texere“ bedeutet: weben, flechten, zusammenfügen. „Text“ bedeutet unter anderem Zusammenhang, Gewebe. Wörter werden zusammengewebt. Gedanken werden mit Wörtern zusammengewebt. Und so hat sich dieser gemeinsame Urgrund beibehalten in den Redewendungen: „den Faden verlieren“, „einen roten Faden haben“, etwas „spinnen“. Wie es unterschiedlich gewebte Stoffe gibt, so auch unterschiedlich gewebte Texte. Manches ist grob und offensichtlich. Manches ist so fein, dass auf den ersten Blick kein Faden erkennbar ist. Manche Texte sind schlicht, manche künstlerisch komplex. Texte werden auch „Textgewebe“ genannt. Sie haben wie Teppiche eine Oberfläche, eine Oberflächenstruktur – und wenn man ihn umdreht, sieht er ganz anders aus. Es handelt sich um Subtexte. Oder die verborgene Struktur der Texte ist zu erkennen. Kurze Texte sind manchmal aggressiv, lange, fließende Sätze sind eher melodiös, verschachtelte Texte mit der viel Infomaterial – die finden wir eher in der Philosophie, dann gibt es Texte, die sehr viele Lücken aufweisen, das ist die einfache Alltagssprache – sie ermöglicht sehr viele Assoziationen.

Auch alte Texte bestehen aus Wortgewebe. Manche Muster sind im Laufe der Zeit immer schwerer zu erschließen. Wer sie erschließen möchte, benötigt nicht selten Geduld, vor allem auch dann, wenn die Substruktur erkannt werden will.

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Wir beschäftigen uns in Reli vielfach mit alten Texten. Menschen haben nicht immer Texte aufgeschrieben. Bevor die Schrift erfunden wurde, haben Menschen die Texte weitererzählt. Unsere Texte stammen zum Teil aus Zeiten, in denen Menschen noch nichts aufgeschrieben, sondern nur erzählt haben. Nun müssen wir herausfinden: Wann sind die erzählten und verschriftlichten Texte entstanden, was wollten sie den Menschen vor vielen tausend Jahren sagen – und was wollen sie uns heute sagen?

Warum ist das wichtig? Es gibt doch so viele moderne Texte, genügen sie nicht? Das Besondere an uns Menschen ist: Wir kennen „Zeit“. Wir leben aus der Vergangenheit in der Gegenwart – und wir leben in der Gegenwart mit Blick auf die Zukunft. Die Vergangenheit prägt uns. Menschen der Vergangenheit haben Erfahrungen gemacht, die uns heute weiter helfen können. Wie geht man um mit Angst, wie geht man um mit Gefahren? Was kann man machen, wenn man traurig ist? Wie kann man glücklich werden? Die Texte heute zu diesen Themen basieren auf den Erfahrungen der Vorfahren.

Die biblischen Texte haben unsere Kultur, unsere Gesellschaft massiv geprägt. Vieles können wir ohne die alten Texte gar nicht verstehen.

Zum Beispiel finden wir im Grundgesetz die Aussage: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Was bedeutet aber „Würde“? Wie kommen wir dazu zu sagen, dass alle Menschen gleiche Würde haben? Das hängt mit dem Alten Testament zusammen. Dort heißt es, dass jeder Mensch Ebenbild Gottes ist. Alle Menschen sind also gleich viel wert. Jesus Christus hat uns dann, wie schon Propheten vor ihm, gezeigt, was das heißt. Christen haben später gesagt: Gott wurde in Jesus Christus Mensch – also sind alle Menschen gleich viel wert. Und so hat sich im Laufe unserer christlichen Tradition immer stärker diese Sicht von der gleichen Würde aller herausgebildet.

Etwas anderes ist noch zu berücksichtigen: Der Gott, von dem die Menschen in diesen alten Texten berichten, ist derselbe Gott, an den Menschen heute glauben. Die Erfahrungen, die Menschen mit Gott vor langer Zeit gemacht haben, helfen uns heute im Glauben voran zu kommen.

B) Exegese

B 1. Grundlage der historisch-kritischen Exegese

Das Wort Exegese kommt aus dem Griechischen und bedeutet: „herausführen“ – im Sinne von herausarbeiten… Das bedeutet mit Blick auf Texte: Herausarbeiten, was die Texte eigentlich meinten, was wollte der Autor, die Autorin mit dem Text in der Zeit der Abfassung sagen. Der Hintergrund dieser Frage: Wir lesen häufig etwas in die Texte hinein, etwas, das den Autorinnen und Autoren gar nicht in den Sinn gekommen ist – das wird Eisegese genannt. Aber wir wollen ja wissen, was diese selbst sagten. Darum muss Folgendes beachtet werden. Historisch bedeutet: den Text aus seiner Zeit heraus verstehen; kritisch bedeutet: das mit Hilfe von Methoden, deren Ergebnisse zur Diskussion gestellt werden.

B 2. Historisch-kritische-Exegese –
Auslegung der Schriften aus der historischen und kritischen Perspektive

B 2.1 Versuche, Texte zu verstehen

Historisch-kritische Exegese ist ein Kind der Verbindung des Protestantismus mit der Aufklärung. Es geht darum, die Bibel besser zu verstehen, sie aus ihrer Zeit heraus zu verstehen – damit wurden Gegenpositionen eingenommen gegen willkürliche Bibelauslegungen. Andere Religionen tun sich damit noch sehr schwer (wobei es auch in der Evangelischen Kirche immer wieder massive Kritik daran gibt), weil der spirituelle Ertrag gering ist. Die historisch-kritische Exegese hat ein wissenschaftliches Weltbild und versucht, alles wissenschaftlich zu eruieren, während das Weltbild der Religionen eher ein spirituelles ist: Nicht geht es darum, was kann ich aus irgendwelcher Perspektive heraus als korrekt interpretieren, sondern: Wie kann ich meine Beziehung zu Gott / Göttern verbessern. Historisch-kritische Exegese hat jedoch auch Bedeutung für die Frage nach dem Verhältnis des Glaubenden zu Gott, kann es streckenweise sogar vertiefen. Und das auf reflektierter Basis.

Es gibt also unterschiedliche Formen der Exegese, wissenschaftliche und nichtwissenschaftliche Versuche, die Texte zu verstehen und zu interpretieren. Die nichtwissenschaftlichen Versuche scheinen wissenschaftlich orientierten Menschen willkürliche Auslegungen zu sein, sind manchmal auch äußerst sonderbar und lassen die Absicht erkennen: Nicht der Text redet, sondern der, der in den Text etwas hineininterpretiert. (Dazu mehr unter „Hermeneutik“.)

B 2.2. Kurze Hinweise zur Historisch-kritischen Exegese in anderen Religionen:

  • Muslimische Schriften: Der Koran wird als Allahs Wort angesehen, dem Mohammed durch den Engel Gabriel diktiert wurde, von Mohammed empfangen wurde. Von daher darf der Koran vom Islam her gesehen, nicht historisch-kritisch ausgelegt werden (was sich freilich auf Dauer zumindest in Europa und den USA nicht vermeiden lässt – und wenn es durch christliche bzw. säkulare Exegeten geschieht). Es gibt auch in islamischen Bereichen die Rede von „historisch-kritisch“ – aber sie ist nicht im streng wissenschaftlichen Sinn „historisch-kritisch“, sondern hat ein besonderes Vorzeichen: die Bestätigung des Glaubens. Ansätze historisch-kritischer Exegese gibt es manchmal im Zusammenhang der Hadithe: die Trennung zwischen starken und schwachen, also solchen, die man akzeptiert und – unter Berücksichtigung der Überliefererkette – auf Mohammed zurückführt, und solche bei denen man dieses Kriterium nicht anwenden kann. Muslimische Gelehrte, die ansatzweise versuchen, den Koran historisch-kritisch zu verstehen erfahren großen Widerstand.
  • Buddhistisch / Hinduistische heilige Schriften sind für Europäer aus verschiedenen Gründen sehr kompliziert, werden darum nur in kleinen Teilbereichen historisch-kritischer Exegese unterzogen. In bestimmten hinduistischen Strömungen kommt es auch nicht auf die aufgeschriebenen Wörter selbst an, sondern auf das traditionelle Rezitieren in einer rhythmischen Form. Der Klang verbindet mit dem Kosmos – nicht das Gesagte allein.

B 2.3. Wie verstehen Christen aus der Perspektive der historisch-kritischen Exegese die Aussage „Wort Gottes“:

Christen verstehen unter „die Bibel ist das Wort Gottes“ zweierlei.

Zunächst gibt es die so genannte Inspirationslehre. Diese sagt aus, dass Gott den Autoren biblischer Texte jedes Wort durch den Heiligen geist „eingehaucht“ / inspiriert hat.

Das andere, das historisch-kritische Verständnis: Gott spricht durch Menschen, aber die Menschen bleiben immer sie selbst, mit ihren Ängsten, Vorlieben, Gedanken. Worte, die sie überliefert haben, können einem anderen Menschen zu Gottes Wort werden – und je mehr ein Mensch sich mit diesen Texten beschäftigt, desto mehr sieht er die Besonderheit, die Herausforderung, das Göttliche dieser Texte an: Sie lenken Menschen auf ganz neue Bahnen…

Grundsätzlich hat die Bibel jedoch – auch was die Inspirationslehre betrifft – eine andere Stellung als der Koran. Während für Muslime der Koran das Wort Allahs ist, das von einem Buch, das im Himmel ist, Wort für Wort kopiert wurde, ist für Christen der Mensch Jesus Christus das „Wort“ Gottes (Johannesevangelium Kapitel 1). Das bedeutet: Das Wort ist für Christen nicht in einer schriftlichen Überlieferung fixiert, sondern durch den Geist Gottes im Verstehen von Jesus Christus lebendig. Anders gesagt: Das Wort Gottes ist im Christentum nicht starr an Buchstaben gebunden, sondern ereignet sich im Verstehen von Jesus Christus durch den Heiligen Geist. Das Verstehen ist freilich auch von der schriftlichen Überlieferung nicht gänzlich losgelöst, weil durch sie Jesus als Wort Gottes bekannt wird. Von hier aus gesehen fällt es Christen leichter die Bibel historisch-kritisch zu lesen als Muslimen.

B 2.4 Bibel und Historisch-kritische Exegese

1. Bibel:

a) Die Bibel (Altes Testament) ist eine Sammlung von Schriften, die in einem langen Zeitraum hindurch entstanden sind: einer Phase mündlicher Erzählungen folgte eine Phase der Verschriftlichung (zunächst vor allem am Hof Salomos [um 1000-900 vor Christus]). Im Laufe der weiteren jüdischen Geschichte wurden diese Texte überarbeitet, neue Texte wurden geschrieben. Texte unterschiedlichster Gattung wurden zusammengefügt: Historische Texte, Biographische (Propheten), Kurzgeschichten (Jona), Weisheitstexte, Lieder (Psalmen)… Kanonisch festgelegt wurden sie im 1. Jh. nach Christus – wobei es schon frühere Ansätze gab (z.B. die griechische Übersetzung, die so genannte Septuaginta wurde wohl ab dem 3. Jahrhundert vor Christus zusammengefasst). Kanonisch festgelegt heißt: Eine Auswahl von Schriften wurde bis spätestens Ende des 1. Jahrhunderts n.Chr. zu einem „Kanon“ zusammengeführt. Sie bilden den „Maßstab“ (Kanon) des Glaubens, sie sind für den Glauben von hoher Verbindlichkeit.

b) Der hebräische Kanon (den Luther für seine Übersetzung aufgenommen hat) ist kürzer als der griechische Kanon (Septuaginta / LXX, die von der katholischen Kirche aufgenommen wurde. Der Name bedeutet: 70, weil laut Tradition 72 Menschen sie aus dem Hebräischen ins Griechische übersetzt haben.). Die Schriften, die die griechische Übersetzung über den hebräischen Kanon hinaus hat, werden Apokryphen bzw. Deuterokanonische Schriften genannt. Daneben kennen wir eine Fülle weiterer Schriften vor allem aus der vorchristlichen Zeit, die nicht in den Kanon aufgenommen worden sind, die werden überwiegend Pseudepigraphen genannt, weil sie im Namen einer alttestamentlichen Person geschrieben worden sind.

c) In Höhlen von Qumran am Toten Meer wurden zahlreiche Tonkrüge mit Schriften entdeckt, die vermutlich zum Teil im Zusammenhang des Römisch-Jüdischen Krieges dorthin ausgelagert worden waren. Unter den Texten befinden sich auch zahlreiche Schriften, die in dem alttestamentlichen Kanon Eingang gefunden haben. Trotz einzelner Abweichungen ist erstaunlich, dass die Texte über Jahrhunderte hinweg ohne gravierende Veränderungen tradiert worden sind. Warum? Weil sie als heilige Texte angesehen wurden. Texte, die fehlerhaft abgeschrieben worden waren, wurden aus dem Verkehr gezogen.

d) Die Bibel (Neues Testament) ist eine Sammlung von Schriften, die im Wesentlichen innerhalb von ca. hundert Jahren zusammengestellt wurde. Jesus wurde ca. 30 n.Chr. hingerichtet. Die ersten Schriften entstanden bis ca. 20 Jahre nach seinem Tod (Paulusbriefe / Logienquelle). Die Logienquelle ist eine – aus den vorliegenden Evangelien erschlossene – Sammlung von Worten Jesu, die man aus den Evangelien des Matthäus und Lukas extrahieren kann. Das erste Evangelium (Markus) wurde ca. 40 Jahre nach dem Tod Jesu fertiggestellt, also vor 70. n.Chr. Es lässt damit auch höchst wahrscheinlich Augen- und Ohrenzeugen zu Wort kommen. Die Paulusbriefe – von denen der 1. Thessalonicherbrief der älteste Brief ist, geschrieben 50/51 in Korinth – wurden wohl zuerst von seinen Anhängern in den Gemeinden gesammelt, die Evangelien von Gemeinden, die mehr über Jesus Christus wissen wollten.

e) Neben den Schriften, die im Neuen Testament aufgenommen wurden, kennen wir eine Fülle weiterer Schriften aus den ersten Jahrhunderten des Christentums. Weitere Evangelien, Apostelgeschichten (sie werden im Wesentlichen „Neutestamentliche Apokryphen“ genannt), Texte von Apologeten (Menschen, die den christlichen Glauben gegen Angriffe aus der heidnischen Welt aus philosophischer Perspektive verteidigten), Abhandlungen zu vielen Themen usw. Kanonisch wurden überwiegend Schriften, die eine große zeitliche Nähe zum Jesusereignis hatten (Apostolizität), die in Gemeinden häufig gelesen wurden und mit der Grundbotschaft des christlichen Glaubens übereinstimmten.

B 3 Historisch-kritische Exegese

(Bitte daran erinnern: Historisch = den Text aus seiner Zeit heraus verstehen; kritisch = das mit Hilfe von Methoden, deren Ergebnisse zur Diskussion gestellt werden; Exegese = den ursprünglichen Sinn aus dem Text herausführen.)

Methoden historisch-kritischer Exegese wurden im Laufe der letzten 200 Jahre entwickelt. Folgende Methoden und Gesichtspunkte müssen bei der Textarbeit berücksichtigt werden:

a) Einleitungsfragen: Um Texte verstehen zu können, müssen wir die 7 W-s berücksichtigen:

  1. Wer ist der Autor / die Autorin? (Die Lebenszeit, Erziehung, Beruf, Bildung usw.)
  2. Wo schrieb er den Text?
  3. Wann schrieb er ihn? (Frage der Zeit, aber auch der Situation, z.B. Verfolgung, Friedenszeit…)
  4. Wem schrieb er?
  5. Was schrieb er? (Thema / Themen)
  6. Wie schrieb er? (Welche Textart, -form, -gattung verwendet er; in welcher Sprache?)
  7. Wozu / Warum schrieb er? (Zweck der Schrift)

b) In der Textkritik wird mit Hilfe sämtlicher noch vorhandener Textzeugen (Papyri, Pergamente …) der ursprüngliche Text wieder hergestellt. Es gibt von keinen antiken Werken so viele Fragmente und alte Handschriften wie von der Bibel. Es sind tausende. Diese werden gesammelt und miteinander verglichen, damit ein Text hergestellt werden kann, der nach unserer heutigen Sicht dem ursprünglichen Text entspricht. (Das ist ein komplizierter Prozess, der mit sämtlichem Scharfsinn, Spürsinn und auch Computern und anderen technischen Hilfsmitteln durchgeführt wurde und wird.)

c) In der Literarkritik / Linguistik wird eine Texteinheit aus dem Kontext herausgelöst und detailliert untersucht – das auch mit Hilfe linguistischer Methoden: 

  1. Syntaktische Analyse: Welche Wortarten beherrschen den Text (z.B. Substantive, Adjektive, Verben), wie werden die Verben verwendet (Präsens…; Imperative…; Konjunktive…), herrschen Wiederholungen, gibt es Satzbrüche… 
  2. Semantische Analyse: Was bedeuten die verwendeten Worte allgemein – was in diesem Text? 
  3. Pragmatische Analyse: Welche Wirkung sollen die Worte hervorrufen (rhetorische Fragen, Reime, dunkle/helle Vokale…) Texte im Präsens und mit vielen Verben sind lebendiger, texte mit vielen Substantiven sind eher Rechtstexte, Texte mit hellen Vokalen machen munterer, Texte mit dunklen Vokalen verängstigen eher, sind eben „dunkler“.

Anhand der Literarkritik erkennt man an den Evangelien, dass Matthäus und Lukas auf dem Markusevangelium und der Logienquelle Q basieren. Darüber hinaus haben beide noch Sondergut, das heißt Texte, die nur das jeweilige Evangelium besitzt.

d) In der Formgeschichte wird untersucht, welcher Gattung ein Text angehört. Denn Gattungen haben für das Verstehen eines Textes große Bedeutung (Beispiel: Rezepte, Zeitungsnachrichten): Gleichnisse sind anders aufgebaut als Wunder – darum dürfen Wunder nicht wie Gleichnisse interpretiert werden. Texte einer Gattung haben in etwa gleichen Aufbau. Am Beispiel Wunder: Wundertäter kommt, der Kranke kommt, Begegnung gelingt, Machtwort des Wundertäters; Demonstration der Heilung, Staunen der Zuschauer. Wird die Gattung in einem Text durch Zusätze verändert, dann liegt der Interpretationsschwerpunkt auf diese Abänderung. (Beispiel: das Wunder in Markus 2: Sündenvergebung)

e) Die Frage nach dem Historischen Jesus. In dieser Fragestellung wird untersucht, welche Worte wirklich von Jesus gesagt wurden – und welche ihm nachträglich zugeschrieben worden sind. Einzelne Fragestellungen: 

  1. Kriterium der Sprache (aramäisch-griechisch?: das Vaterunser lässt sich aus dem Aramäischen erklären); 
  2. Kriterium der Kohärenz (passt es sonst zu Worten und Taten Jesu? – Beispiel: Die Austreibung der Händler aus dem Tempel lässt sich mit keiner weiteren seiner Taten und Worte verbinden); 
  3. Kriterium der Differenz (es gibt Worte, die wir nur von Jesus überliefert haben – er unterscheidet sich darin von allen anderen; Aussagen, die neu sind, prägen sich ein, z.B. das Feindesliebegebot oder das Wort: Was du willst, dass dir andere tun, das tue ihnen); 
  4. Kriterium des Wachstums (manche Aussagen Jesu wurden später erweitert; mögliches Beispiel das Gleichnis vom Senfkorn, das mit alttestamentlichen Zitaten erweitert worden ist); 
  5. Kriterium der geschichtlichen Wirkung (Beispiele: Abendmahl, Heilungen Jesu führten Christen dazu, Krankenhäuser zu entwickeln…); 
  6. Lerntheoretische Aspekte – sie sind nur dann historisch-kritisch relevant, wenn begründet wird, dass Jesus auf diese Weise seine Lehre verbreitete (z.B.: 5 Bitten – fünf Finger an der Hand – bzw. 7 Bitten – heilige Zahl – des Vaterunsers).

f) Traditionsgeschichte untersucht: Wie wurden die Aussagen in der Zeit des Autors verstanden (z.B. Taufe wurde damals anders verstanden als heute).

g) Wird eine religionsgeschichtliche Parallele entdeckt, fragt der Methodenschritt Religionsgeschichte danach, wie kommt es zu dieser Parallelität (Abhängigkeit nachweisbar/denkbar, allgemein menschliche Aussage… z.B. das Bildwort vom Haus, das auf dem Sand gebaut wurde aus Matthäus 7, das gibt es auch in buddhistischer Überlieferung).

h) Sozial-, Kulturgeschichte: untersucht die sozialen Interaktionen: Sklave-Herr; Mann-Frau-Kind; Herrscher-Beherrschte; Gesunde-Kranke, Bildung, Berufe; sie fragt nach Ehre und Schande, Ausgrenzung und Integration; …

i) Psychologie untersucht die psychischen Hintergründe der Textüberlieferung, der Autoren, derer, die den Text rezipieren.

j) In diesem Schritt „Zeitgeschichte“ wird alles Mögliche zusammengefasst: Numismatik (Münzen); Pflanzen, Tiere, Wetter, Landschaften, Spielzeug, Handwerk, Kunst… (Wenn in einem text berichtet wird, dass Jesus sich die Menschen ins Gras setzen lässt, dann ist das Frühjahr im Blick, weil der Sommer in Galiläa weniger grün ist.)

k) Redaktionskritik untersucht die Vorgehensweise des Autors bzw. Redaktors. In den Evangelien wurden gesammelte Texte zusammengestellt. Wie wurden sie zusammengestellt, warum wurden sie so zusammengefügt wie sie nun vorliegen, welches Interesse verfolgte der Autor damit? Zum Beispiel Markus 6: Markus hat hier schon einen Hinweis auf das traurige Ende eingefügt: Immer mehr Menschen kommen zu Jesus – und ab einem bestimmten Zeitpunkt (nachdem er mit den religiösen Autoritäten in Konflikt kam – Markus 9) verlassen ihn die Menschen wieder, am Ende ist er allein und stirbt am Kreuz. An den anderen Evangelien kann man deutlich sehen, wie Worte ausgetauscht werden (z.B.: Matthäus spricht kaum vom Reich Gottes, sondern vom Himmelreich, weil er als Jude nicht das heilige Wort „Gott“ aussprechen wollte?).

l) Kommunikations- und Mediengeschichte: Wie wurden Informationen übermittelt? Wie genau waren mündliche Überlieferungen? Warum wurden sie verschriftlicht? Bedeutet Verschriftlichung, dass sie nicht mehr diskutiert wurden? (Z.B.: Die Paulusbriefe wurden geschrieben – und in den Gemeinden diskutiert, mit ihnen wurde gearbeitet. Das ist daran sichtbar, dass der 2. Korintherbrief aus verschiedenen Briefen zusammengestellt wurde. Dass mit den Evangelien gearbeitet wurde, ist daran erkennbar, dass das Markusevangelium durch Matthäus und Lukas ergänzt und verändert wurde.)

m) Hermeneutik (s. unten C) – abgeleitet von „Hermes“, dem Götterboten – was muss bei der Vermittlung eines Textes berücksichtigt werden: der Text, Erwartungen der Adressaten, die Gebundenheit an die eigene Tradition…

B 4. Bibel: Dreifacher / vierfacher Schriftsinn

Jüdische Theologen haben herausgefunden, dass biblische Texte (AT) nicht allein wörtlich verstanden werden dürfen, sondern auch im übertragenen Sinn verstehen werden müssen (vor allem Philo von Alexandrien: 15 v.-45 n. Chr.). Der Grund dafür liegt einmal darin, dass manche historische Angaben als nicht besonders erbaulich empfunden haben. Der andere Grund liegt darin, den jüdischen Glauben mit der zeitgenössischen Philosophie zu harmonisieren. Aus diesen Gründen wurde versucht, sie allegorisch (im übertragenen Sinn) zu interpretieren. Manche Aussagen sind anstößig – und auch diese versuchte man hierdurch zu umgehen. Diese Interpretationsmethode war auch im heidnischen Bereich bekannt. So versuchten Homer-Exegeten die anstößigen Stellen über die Götter in den Epen von Homer neu zu verstehen.

Diese Ansätze haben christliche Theologen aufgenommen – und dann vor allem im 3. Jahrhundert systematisiert. So wurde ein dreifacher Schriftsinn erarbeitet (Origenes). Wie der Mensch aus drei „Teilen“ besteht (Körper, Seele, Geist), so auch die Interpretation biblischer Schriften:

Körper:

der wörtliche, geschichtliche Sinn – der einfache Mensch versteht den Text so, wie er zu lesen ist, grammatisch, historisch, wörtlich.

Seele / Psyche:

der psychische / moralische Sinn – der intellektuell fortgeschrittene Mensch versteht den Text im übertragenen Sinn.

Geist:

der geistlich vollkommene Mensch versteht ihn allegorisch, spirituell.

Dieser dreifache Schriftsinn wurde durch Cassian (+ um 430) zu einem vierfachen Schriftsinn weiter geführt:

  • Literalsinn – wörtlich, historisch (Was ist geschehen?)
  • Typologisch – den Glauben fördernde Auslegung (theologische Relevanz)
  • Tropologisch – die Liebe fördernde Auslegung (ethische Relevanz)
  • Anagogisch – die Hoffnung fördernde Auslegung (eschatologische Relevanz: ewiges Leben…)

Vor allem im 20. Jahrhundert wurde in der Wissenschaft der Schwerpunkt auf den „Literalsinn“ gelegt – im Sinne von: Was ist historisch wirklich begründet. Im alltäglichen Glauben spielen eher die drei anderen Auslegungsarten eine Rolle. Die Frage ist: fördert der einzelne Bibeltext Glaube – Liebe – Hoffnung?

Heute verstehen immer mehr Exegeten (Wissenschaftler, die sich mit dem biblischen Text beschäftigen) historische Wissenschaft und Glaube vermittelnd, den Text mit Hilfe der Linguistik, der Erzählforschung:

Beispiel:

Historisch wurde zu dem Wunder, in dem es heißt, dass Jesus über das Wasser ging, gesagt: Jesus hat als Mensch nicht über das Wasser laufen können. Weitergehend wird heute gefragt: Warum wird das berichtet? Die Menschen damals waren auch nicht dumm – es ging darum, narrativ zu vermitteln, dass Jesus Christus auch über die Chaosmächte (Wasser-Sturm) herrschte. Was sind die jeweiligen geschichtlichen Chaosmächte? Als die Geschichte überliefert wurde, war es der römisch-jüdische Krieg, individualpsychologisch: Alles was Angst macht. Weiterhin kommt man zu der Frage: Was war Jesus für ein Mensch, dass sich solche Texte um ihn herum ranken konnten? Gibt es einen historischen Kern, der ausgeschmückt wurde? Gibt es einen (sozio-)psychologisch zu verstehenden Kern?

C) Hermeneutik

1. Grundlage des Verstehens

Es geht in diesem Abschnitt um Hermeneutik. Das Wort „Hermeneutik“ wird von einem der alten Götter abgeleitet: „Hermes“. Hermes galt als Götterbote. Er hat die Infos der Götter zu den Menschen gebracht und das, was Menschen den Göttern zu sagen hatten, zu den Göttern.

Wenn man den Text also exegetisch verstanden hat, zumindest soweit es uns jeweils gelingt, stellt sich die Frage der Hermeneutik: 

Was ist verstehen? / Wie kann man verstehen? 

Was bedeutet der Text für die Gegenwart? 

Was bedeutet Verstehen des Textes für die Existenz des Menschen, sein Leben in seiner Welt.

Es ist deutlich, dass es ein sehr komplexes Thema ist. Es sei an dieser Stelle grundlegend angedacht – aber eher traditionell, weniger philosophisch. Wobei ein paar philosophische Abstecher eingefügt werden.

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Diese Frage, wie ein Text verstanden und umgesetzt werden kann, ist schon sehr alt. Die alten Bibelausleger in der Antike versuchten das rational zu durchdringen. Das wurde aber schon immer praktisch gehandhabt. Wenn nach der Befreiung des Volkes Israel das Passahfest in der Erinnerung des Volkes verankert wurde, dann ist das ja auch eine Folge von verstehender Textinterpretation.

Nach Vorüberlegungen von dem Theologen Friedrich Schleiermacher (1768-1834), der Verstehen als Kunst verstand, hat das wissenschaftlich für die Moderne zum ersten Mal Wilhelm Dilthey (1833-1911) intensiv zu erfassen versucht und geisteswissenschaftlich ausgebaut. Hier geht es im Folgenden jedoch um biblische Texte.

Das bedeutet kurz gesagt:

  1. Ich muss selbst erkennen, welche Hindernisse liegen mir im Weg, biblische Texte zu verstehen?
  2. Welche Voraussetzungen bringe ich mit, diese zu verstehen oder nicht zu verstehen?
  3. Wie kann ich sie aus meiner Lebenswelt heraus – und für meine Lebenswelt verstehen?
  4. Dabei geht es nicht allein um intellektuelles Verstehen, sondern auch um „emotionales“ Verstehen.

2. Beispiele

Wir nähern uns dem Thema auch praktisch – an Beispielen an:

a) Go Down Moses

Nehmen wir zuerst den Auszug des Volkes Israel aus Ägypten. Kennt Ihr die Geschichte noch? Hier könnt Ihr sie nachlesen: 2. Buch Mose 12,37 bis zum Ende des Buches Exodus. Kurz gefasst: Gott beruft Mose, damit er sein Volk, das Volk Israel, aus der Knechtschaft in Ägypten befreit. Wie auch immer ein solches Geschehen historisch ausgesehen hat, es ist in der Neuzeit ganz wichtig geworden.

Dazu erinnert Euch an das Lied, das Ihr vermutlich schon einmal gehört habt: Go Down Moses. Hört es Euch in einer auf Youtube interpretierten Version an. Informationen und den Text findet ihr hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Go_down_Moses

  1. Lest das, was auf Wikipedia dazu geschrieben wurde.
  2. Gebt den Text inhaltlich wieder.
  3. Und überlegt und notiert Eure Überlegung: In welcher Situation der Neuzeit hatte die alte biblische Geschichte eine besondere Bedeutung?

Dieses und andere ähnliche Lieder sollen, so wird gesagt, mit zur Befreiung der Sklaven in den USA beigetragen haben. Das Lied ist für Menschen, die in welcher Gefangenschaft auch immer leben, wichtig geworden.

b) Swing Low

Gehen wir zum nächsten Beispiel über: Swing low. Informationen zu dem Text findet ihr hier: https://en.wikipedia.org/wiki/Swing_Low,_Sweet_Chariot )

Das Lied geht auch auf diese Zeit der Sklaverei zurück und greift einen Text des Alten Testaments auf: Der Prophet Elias wird, so die Legende, während seines Sterbens in einem feurigen Wagen in den Himmel gefahren.

  1. Lest das, was auf Wikipedia dazu geschrieben wurde.
  2. Gebt den Inhalt des Liedes wieder.
  3. Überlegt, bevor Ihr das Folgende lest: Was ist an dem Lied besonders?

Das Lied drückt Hoffnung im großen Leiden aus. Diese Hoffnung finden wir auch in einem Schreiben des bedeutsamen Menschen John Newton. Er hat sehr viel gegen den Sklavenhandel gekämpft. Bei ihm und seiner Frau lebte ein Mädchen, das sehr krank war. Und das Mädchen sagte kurz vor dem Sterben: „Warum zögert Gott, mir seinen Wagen zu schicken?“ Kurz darauf starb sie und Newton schreibt: „Gott hat großes für uns getan… Er sandte einen Wagen der Liebe für unsere liebe Eliza. Wir konnten fast sehen, wie sie ihn bestieg.“

c) Psalm 23

Und nun kommt Eure intensive Eigenarbeit. Der König David war nicht nur ein König, sondern auch ein Dichter und Sänger. Der Psalm (also das „Gedicht“ / Lied) 23 wird auf den König David zurückgeführt.

Lest ihn: https://www.bibleserver.com/LUT/Psalm23

  1. Was bedeutet dieser Text inhaltlich? Worum geht es?
  2. Was sagt er über Gott?
  3. Was sagt er über den Menschen aus, der ihn gedichtet hat?
  4. Welche Bedeutung hat Gott für diesen Menschen?
  5. Könnt Ihr Euch vorstellen, warum der Psalm 23 für Menschen durch über 2000 Jahre hindurch eine sehr große Bedeutung erlangen konnte?
  6. Notiert Euch die wesentlichen Worte. Was sagen sie dem menschlichen Gefühl?
  7. Wie heißt Gott / Jesus Christus für Christen: der Hirte.

Also auch das gehört zur Hermeneutik: Die Texte für die jeweilige Zeit zu aktualisieren – auch aus christlicher Perspektive.

3. Fazit

Wenn wir alte Texte haben, dann geht es zunächst darum, sie aus ihrer Zeit heraus zu verstehen (Exegese).

Dann geht es darum zu fragen: Was bedeutet der Text für heute, für die jeweilige Gegenwart (Hermeneutik).

Hermeneutik – der alte Text bekommt Bedeutung für die jeweilige Gegenwart. Er bleibt kein alter Text. An diesen beiden Beispielen wird deutlich, dass mit den alten Texten Hoffnung mitgegeben wird, dass sie Mut schenken. Von daher haben sie nicht nur Mut geschenkt – sie haben auch zur Tat angeregt.

Mit Blick auf die erarbeiteten Beispiele (Gospel / Spiritual): „Der Lauf der Geschichte zeigt, dass die Glaubens-Freiheit, die Menschen Mut gab, sie als Menschen achtete, sie in der brutalen, unmenschlichen Lage durchhalten ließ, den Weg in die irdische Freiheit führte. Menschen, die diese Texte lesen und auf sich übertragen, nehmen nicht mehr einfach alles hin. Sie sind nicht mehr bestimmt von dem phlegmatischen, resignierten Dasein: Man kann ja doch nichts gegen die Gewalt der Sklavenhalter machen! Im Gegenteil! Es gibt Hoffnung. Die Welt beginnt sich durch Gott zu weiten – auf Gott hin, aber auch auf die irdische Freiheit hin, von der die Bibel berichtet. Nicht umsonst wurden einzelne Spirituals wohl von der Underground Railroad als Codewort benutzt, um in die Freiheit zu flüchten.“ (2)

Das gilt im Grunde für alle Texte. Biblische Texte haben allerdings noch eine Besonderheit: Der Gott, von dem im Alten und Neuen Testament gesprochen wird, der ist derselbe Gott bis in die Gegenwart. Von daher haben die alten Texte eine ganz besondere Bedeutung für Glaubende. Sie sind im Grunde immer wieder neu.

Einen dritten Schritt im Rahmen der Hermeneutik werden wir jetzt nicht vertiefen. Dieser lautet: Wie vermitteln wir einen alten Text in der Gegenwart. Diese Frage wird an der Schule dann spannend, wenn man im Unterricht alte Gedichte liest oder in der Oberstufe Goethes Faust usw. Das kann dann auch an jedem Sonntag in den Gottesdiensten hören. In diesen wird in der Predigt, wenn es gut läuft, der biblische Text für die Gegenwart ausgelegt. Ziel: Menschen Hoffnung zu geben, Irrenden Wegweisung, Hilfestellungen zum Handeln in der Liebe usw.

In der Einleitung wurde vom Text als Wortgewebe gesprochen. Ebenso von Substruktur. Biblische Texte haben eine so immense Wirkung, nicht allein wegen dem, was aufgrund des ersten Lesens erkennbar ist, sondern wegen der Substruktur, also dem, was Menschen in ihrer Tiefe erkennen, für sich entnehmen. Aus christlichem Glauben gesprochen: das, was der Geist Gottes erschließen lässt.

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(1) Wer das nachvollziehen möchte, hier gibt es einen willkürlich ausgewählten Text: http://www.palikanon.com/abhidham/dhat/dhat02.html#_Toc529544593)

(2) https://gedichte.wolfgangfenske.de/spiritual-gospel/ (Link überprüft: Juli 2026)