1. Einführung:
Man unterscheidet Religionen (z.B. der Größe nach geordnet: Christentum, Islam, Hinduismus, Buddhismus, Judentum).
Innerhalb der Religionen gibt es Unterteilungen, die werden Konfessionen genannt.
Ein paar Beispiele aus dem christlichen Bereich:
- Römisch Katholische Kirche,
- Reformierte Kirche,
- Lutheraner,
- Orthodoxe Kirche.
Ein paar Beispiele aus dem islamischen Bereich:
- Sunniten,
- Schiiten,
- und in ihrer Zugehörigkeit umstritten: Ahmadiyya.
Ein paar Beispiele aus dem buddhistischen Bereich:
- Mahayana / Vajrayana
- Hinayana / Theravada – die sich in weitere Gruppen aufteilen, z.B.:
- Tibetanischer Buddhismus,
- Zenbuddhismus,
- westlicher Buddhismus.
Von diesen gibt es wieder Abspaltungen, die als Sekten bezeichnet wurden, z.B. Baptisten, Methodisten, und werden, z.B. Zeugen Jehovas, Neuapostolische Kirche usw. Damit stehen wir vor einem Problem: Sind z.B. Baptisten, Methodisten Sekten – also Gruppen, denen man sehr distanziert begegnen muss? Nein.
Es kommt immer auf die Sichtweise an, welche Gruppe von welcher Gruppe als Sekte (also negativ konnotiert) bezeichnet wird. Von daher wird heute lieber von Sondergruppen gesprochen, um den negativen Klang herauszunehmen. Meistens wurden kleine Abspaltungen von der großen Gruppe so bezeichnet, um Menschen davon abzuhalten, sich der kleineren Gruppe zuzuwenden – also aus taktischen Gründen.
Aber: Ist im Grunde das Christentum nicht eine jüdische Sekte? Ist der Buddhismus nicht eine Sekte des Hinduismus? Früher wurde der Islam als Christliche Sekte angesehen. Was unterscheidet Religionen von Sekten? Die Menge der Gläubigen? Das kann kein Maßstab sein. So gibt es christliche Gruppen, die ganz klein sind, aber sehr viel Gutes im Sinne christlichen Glaubens geleistet haben (zum Beispiel die Quäker).
Manche bezeichnen heutzutage alle als Fundamentalisten oder Sekten, die nicht in ihr Weltbild passen. Es ist zu einem Allerweltswort der Ablehnung geworden, eine Art Kampfbegriff gegen unliebsame religiöse Einstellungen. Manchmal zu recht. Aber das muss immer im Einzelfall überprüft werden. Das heißt also: Der Maßstab ist nicht, ob eine Gruppe den richtigen Glauben vertritt, sondern ob sie in ihrem Handeln und den Strukturen destruktiv, gar gefährlich ist.
Fazit: Mit dem Wort Sekte muss sehr behutsam umgegangen werden. Es gibt religiöse Gruppen, die gefährlich sind. Sie sind zu kennzeichnen, damit Menschen vor ihnen gewarnt werden. Das ist klar. Aber es ist sehr vorsichtig mit der Bezeichnung umzugehen, damit niemandem Unrecht getan wird.
Religionsfreiheit ist ein Menschenrecht.
Dazu siehe den Artikel 18 der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“:
Jeder hat das Recht auf Gedanken‑, Gewissens- und Religionsfreiheit; dieses Recht schließt die Freiheit ein, seine Religion oder seine Weltanschauung zu wechseln, sowie die Freiheit, seine Religion oder seine Weltanschauung allein oder in Gemeinschaft mit anderen, öffentlich oder privat durch Lehre, Ausübung, Gottesdienst und Kulthandlungen zu bekennen.
Aufgabe 1:
(a) Formuliere mit eigenen Worten, warum der Begriff „Sekte“ mit Vorsicht zu verwenden ist.
(b) Was sagst Du zu dem Menschenrecht „Religionsfreiheit“ – begründe!
Zu dem Thema Sekten / Sondergruppen findest Du hier hilfreiche Seiten. Sie bieten eine Fülle an Materialien zur Recherche: https://www.ezw-berlin.de/html/1964.php
Aufgabe 2:
(a) Schau Dir einmal intensiv den Index an: https://www.ezw-berlin.de/html/3.php
(b) Zu welcher Gruppe möchtest Du mehr wissen?
(c) Lies den Beitrag und mache Dir Notizen.
Und auch hier gibt es Infos: http://www.relinfo.ch/index/start.html Auf dieser Seite wird der Fokus auf neuheidnische Gruppen, Psychogruppen usw. gesetzt:
Neuheidnische Gruppen sind solche, die phantasievoll vielfach alte germanische Kulte, zum Beispiel: Keltenkulte, wieder zum Leben erwecken wollen. Sie stehen alle in schamanistischer / animistischer Tradition – das heißt, sie greifen phantasievoll afrikanische-, indianische-, Inuit-Traditionen auf, weil aus germanisch / keltischer Zeit sehr wenig sichere Informationen überliefert wurden.
Psychogruppen greifen auf psychologische Erkenntnisse – manchmal auch verbunden mit Drogen – zurück, um Menschen zu binden, um sie von der Führungsperson / Führungsgruppe abhängig zu machen.
Aufgabe 3:
Schaut bitte auch hier nach, daran ist sichtbar, wie schwer es ist, aus gefährlichen Gruppen (gilt für religiöse, politische und andere Gruppen dieser Art) herauszukommen. Warum ist das so schwer?: http://www.relinfo.ch/lexikon/themen/sektenbegriff-und-sektendefinition/wege-aus-der-sekte/
Aufgabe 4:
(a) Schreibe Begriffe auf, die Du noch nicht kennst.
(b) Kläre die Begriffe.
2. Merkmale für Sekten/Sondergruppen
Es gibt ein paar Merkmale, die Sondergruppen bzw. Sekten gemeinsam haben können (angelehnt an: siehe unten Literatur)
- Sie denken, sie seien besser als andere, seien die Elite,
- sie kontrollieren Mitglieder,
- Neuankömmlinge werden mit „Liebe“ umgarnt – sie werden bestätigt und gelobt und fühlen sich wunderbar verstanden,
- das führt dann zur gewünschten Abkapselung von anderen Individuen und Gruppen, da die Neuankömmlinge sich ganz auf die Gruppe konzentrieren und leicht lenkbar sind,
- Fanatismus gehört vielfach dazu,
- gesetzliches Festhalten an Vorgaben,
- Streben nach Macht über andere Gruppen.
- Der: wir allein retten die Welt Gedanke ist dominant und zwingt fanatisch zu werden.
- Wenn die Gruppe eine religiöse Gruppe ist, wird die Gottheit mit dem Frommen im Grunde identisch: die Gottheit tut, was die Frommen glauben, weil die Frommen glauben, was die Gottheit tut. Gottheit und Fromme bilden sozusagen eine Einheit. Das gilt vor allem auch dann, wenn besondere Personen (Propheten, Gurus, Yogis…) an der Spitze stehen.
- Die dämonischen Mächte spielen vielfach eine Rolle, Schwarz-Weiß-Denken, Paradies- oder sonstige Versprechen.
- Geld spielt vielfach eine Rolle: Je mehr Geld, desto mehr Macht in der Gesellschaft, über Einzelne.
- Menschen werden mit Ängsten aufgeschreckt. Menschen mit Ängsten kann man besser fangen und kontrollieren.
- Menschenmenge beeinflusst einzelne Personen: Sie fühlen sich in der Masse Gleichgesinnter gut. So wird dann der Mensch stärker in die Gruppe eingebunden.
Aufgaben 5:
Streiche in den genannten Punkten das wichtigste Wort an.
Zusammengefasst:
- Entzug von Grundrechten und Autonomie. Das heißt konkret: sie werden von anderen sozialen Kontakten getrennt, ihr Privatleben wird kontrolliert.
- Es wird physischer / psychischer Druck ausgeübt. Das heißt konkret: Es wird mit Angst und Strafen gedroht und psychisch abhängig gemacht.
- Es wird finanziell ausgebeutet. Das heißt konkret: Die Menschen werden gezwungen zu spenden, sie werden von der Führung finanziell abhängig gemacht, die nicht selten ein Luxusleben führt; sie werden zu handwerklichen Tätigkeiten gezwungen zum Wohl der Führung.
- Informationsfreiheit wird eingeschränkt. Das heißt konkret: kritische Medien werden verboten (dazu gehört auch, dass auf kritische Medien Druck ausgeübt wird.)
Aufgabe 6:
Nun: Vorsicht! Ist jeder einzelne Punkt, der oben genannt wurde, gefährlich, negativ? Notiere Deine Sicht und begründe!
3. Fundamentalismus
Fundamentalismus war ursprünglich ein positives Wort. Es wurde von amerikanischen Christen verwendet, um ihr Festhalten an der Bibel, an traditionellen Glaubensaussagen auszusprechen, um sich von christlichen Strömungen abzuwenden, die aus ihrer Sicht die biblischen, die traditionellen Grundlagen verlassen. Dazu gehört also, dass die Bibel unfehlbar und wörtlich aufzunehmen sei, so die Schöpfungsgeschichte, die Wunder, der Glaube an die Jungfrauengeburt, daran, dass Jesus Christus für die Menschen als Sühnopfer gestorben ist, glaube an die leibliche Auferstehung der Toten und die Wiederkunft Christi.
Im Laufe der Zeit wurde das Wort „Fundamentalismus“ durch moderne Mehrheitschristen zu einem negativen Wort – gemacht, vor allem befördert durch den Fanatismus islamischer Gruppen, so die Islamische Revolution im Iran. Entsprechend wurde mit dem Begriff: Fanatismus und Gewaltbereitschaft verbunden.
Somit gibt es zwei Haupttendenzen, in denen der Begriff verwendet wird, also
A) im Kontext „Engstirnigkeit“ und
B) im Kontext von „fanatischer Gewaltbereitschaft“.
Zu A) Heute wird im erstgenannten Sinn vielfach “persönliche Frömmigkeit” mit Fundamentalismus verwechselt.
- Frömmigkeit, die nicht im Formelhaften stecken bleibt = Fundamentalismus.
- Frömmigkeit, die nicht die Vorgaben der medial dominanten Zeitgenossen aufgreift = Fundamentalismus.
- Frömmigkeit, die nicht irgendwelche wissenschaftlichen Theorien akzeptieren = Fundamentalismus.
Die Kämpfer gegen Fundamentalismus sind zum Teil schon selbst recht fundamentalistisch – und zwar dann, wenn sie anderen Frömmigkeitsweisen keinen Interpretationsraum lassen, sondern sie mit dem Begriff “Fundamentalismus” stigmatisieren und damit den Stempel: “Pfui” und “gefährlich” und “lasst euch auf die nicht ein” aufdrücken.
Der Begriff, der zunächst einmal darlegen sollte, was die Grundlage des christlichen Glaubens ist, das Fundament, wurde von christlichen Gegnern erfolgreich umgeprägt: Wer auf diesen Fundamenten beharrt, ist nicht positiv einzuordnen, sondern negativ. Warum? Er ist Hinterwäldler, er geht nicht mit der Zeit, ist unzeitgemäß, ist unmodern, kapiert nicht, dass die Erde keine Scheibe mehr ist, dass das Christentum nur eine Religion unter anderen ist, usw. usw. usw. Eminent christliches Gedankengut und Verhalten wird als fundamentalistisch bezeichnet. Das heißt: Alle frühen Christen würden Fundamentalisten im negativen Sinn sein, derer sich der moderne Mensch schämen müsste. Ebenso die Christen, die um ihres Glaubens Willen heute ihr Leben lassen – alles Fundamentalisten, nicht fähig, sich den modernen Zeiten anzupassen.
Fundamentalismus ist ein Begriff geworden, der die scharfe Auseinandersetzung innerhalb der Christen zeigt. Er lässt auch sichtbar werden, dass die Fundamentalisten nicht mehr nur auf biblische Grundlagen beharren, sondern dass die modernen christlichen Fundamentalisten alles tun, um ihren Brüdern und Schwestern zu verdeutlichen, dass sie nichts taugen, wenn sie sich auf die Bibel berufen.
Und so schlagen sich Christen dann gegenseitig:
Die einen sagen: Kind des Fundamentalismus,
die anderen sagen: Kind der Hölle.
Wer sich als Christ mit dem Thema beschäftigt, sollte es nicht dazu verwenden, andere Christen zu diffamieren und zu denunzieren, sondern jeglichen Fundamentalismus in unserer Gesellschaft in den Blick zu bekommen. Und Fundamentalismus negativ bedeutet für mich heute:
- Menschen reden nicht mehr miteinander,
- sie respektieren nicht, dass andere andere Meinungen haben können,
- sie erniedrigen die Meinung anderer
- sie bedrohen die anderen,
- es gibt Bestrebungen, sie zum Schweigen zu bringen. Und das nicht mit Argumenten, sondern indem man ihnen Raum nimmt: Auftreten in der Öffentlichkeit verhindert (Diskussionen, Bücher), Totschlagbegriffe verwendet, um sie lächerlich zu machen, sie öffentlich demütigt, ohne, dass sie sich wehren können, einzelne Aussagen verallgemeinern, sie verantwortlich dafür machen, dass Christen verfolgt werden, dass der christliche Glaube “verwässert” wird…
Ein Fundamentalist der üblen Art ist ein Mensch nur dann, wenn er sich den Positionen anderer Menschen verschließt. Das trifft auch zu auf andere Gruppen, auf religiöse wie politische Gruppen, also auf Muslime, Hindus (Indien), Buddhisten (Myanmar), wie auf Grüne, auf Klimaerwärmungsgruppen, auf Kommunisten wie auf Kapitalisten, auf Humanisten und Atheisten, und auf welche -isten sonst noch. Engstirnigkeit (also Dogmatismus) ist nicht allein auf Religionen zu übertragen, sondern es gibt auch den politisch-säkularen Fundamentalismus / Fanatismus / Dogmatismus.
Was als fundamentalistisch betrachtet wird, ist zum Teil Grundlage des christlichen Glaubens – aber eben:
- Es kommt darauf an, einen Interpretationsspielraum zu lassen und ihn zu erkämpfen,
- es kommt darauf an, Argumente der jeweiligen unterschiedlichen Gruppen zu hören und anzuhören, sie zu bedenken,
- vielleicht – nach Abwägen der Argumente – umzudenken.
- Und zwar das alles mit Blick darauf, dass alle Diskutierenden, mit welcher Position auch immer, Kinder Gottes sind – und bleiben, auch wenn man sich nicht einigen kann.
Christen haben miteinander zu leben – nicht gegeneinander. Sie müssen einen Interpretationsfreiraum lassen – und für ihre Meinung werben. Die gute und richtige wird sich auf lange Sicht gesehen durchsetzen – das gewährt der Heilige Geist, der Geist Gottes. Christen müssen auch in dieser Hinsicht die Bitte des Vater-Unsers ernst nehmen:
Vergib uns unsere Schuld – wie auch wir vergeben denen, die an uns schuldig geworden sind.
Zu B)
Dadurch, dass der Begriff auch mit Fanatismus und Gewaltbereitschaft verwendet wird, eignet er sich besonders gut dafür, andere zu diffamieren und zu denunzieren. Wenn also die Definition, die für den islamistischen, den von Extremisten des politischen Islam geprägt wurde, mitschwingt, schwingt auch diese Definition im Kontext der Erwähnung von Christen mit. Kurz: Im Subtext (also in der Unterbedeutung des Wortes) schwingen Gewaltbereitschaft, Demokratiefeindlichkeit, Terror mit. Um das dann zu untermauern, werden Menschen aus den USA herangezogen, die gewalttätig gegen Abtreibungen vorgehen. Letztlich wird der Begriff für harmlose, friedliche und bibeltreue Christen verwendet, damit die Gewalt-Definition sie in ein schlechtes Licht rückt.
Der Begriff wird somit zur Waffe, um normal gelebten Glauben, der oft moralische traditionelle Positionen vertritt, als illegitim zu diskreditieren. Somit ist der Begriff, wie „Sekte“ zu vermeiden und nur im überprüften Einzelfall zu verwenden.
Aufgabe 7:
(a) Was verbirgt sich hinter dem Wort „Fundamentalismus“?
(b) Es werden Möglichkeiten des normalen Umgangs beschrieben. Hast Du weitere Hinweise?
4. Christen
Nun mag man natürlich sagen: Ah, seht da: Die Christen! Natürlich können auch Christen ideologisch, sektiererhaft sein.
- Umgang mit „Abtrünnigen“: Sie lieben Menschen, die Christen geworden sind – aber sie hassen nicht Menschen, die sich vom Glauben abwenden, sie drangsalieren sie nicht.
- Umgang mit Gott: Sie lassen auch Gott Freiraum, denn sie haben ihn nicht in ihren Händen, sondern wenden sich ihm zu und legen sich in seine Hände.
- Gott hat sich ihnen auch nicht mit der Bibel in die Hände gegeben, so dass sie sagen könnten: Seht, das Wort Gottes in unserer Hand! Er spricht mit ihnen durch sein Wort. Gott hat sich den Menschen in Jesus Christus in die Hand gegeben – und sie hatten nichts Besseres zu tun, als ihn hinzurichten.
- Umgang mit Regeln: Christen haben Regeln und Gesetze – sie wissen aber auch um die Verantwortung, die es gebietet, manchmal Regeln und Gesetze zu übertreten, wenn es um die Liebe geht.
- Umgang mit dem Bösen: So ganz können sie angesichts der Erfahrungen auch nicht das Böse ignorieren – aber das Böse ist besiegt, hat für Glaubende keine wirkliche Relevanz mehr.
- Vergebung und Gottesgeist haben das Sagen. Von daher sollte das Schwarz-Weiß denken, das dualistische Element für Christen, Satan / Dschinn / Geister contra Gott, keinerlei Bedeutung mehr haben. Sicher hätte das Böse gerne, dass sie ihm dieses Gewicht beimessen. Freilich müssen sie sich hier auch vor Ideologisierung schützen, das heißt davor, die Realitäten nicht mehr wahrzunehmen: Das Böse in der Welt hat natürlich Macht, die Gedanken zu fesseln, Angst einzuflößen, den Menschen von Grund auf zu erschrecken. Das darf nicht geleugnet werden. Aber sie haben die Möglichkeit, sich immer wieder von Gottes schützenden Armen bergen zu lassen.
- Jenseitshoffnung: Christen haben auch den Glauben, dass Gott sie in Jesus Christus nach dem Sterben empfängt – aber er ist so frei, auch Menschen zu empfangen, von denen sie es ganz und gar nicht erwartet hätten.
- Elite-Denken: Und Elite-Denken scheint nicht fern, wenn sie sich als geliebte Kinder Gottes ansehen. Aber sie sehen nicht nur sich als solche an, sondern auch diejenigen, die noch nicht wahrhaben wollen bzw. können, dass sie von Gott geliebte Kinder sind.
- Christen sind sehr vielfältig, von daher sind sie keine einheitlich harte sektiererische Speerspitze.
5. Gestalte ein Spiel
Gestaltet nun ein Spiel:
- Nimm ein DIN A4 Blatt.
- Male darauf eine große Spirale. Diese soll darstellen, dass Menschen immer stärker von einer Gruppe abhängig werden können. Das Zentrum der Spirale bedeutet also: von einer Gruppe abhängig sein.
- Male in diese Spirale mindestens 13 Ereignisfelder (mit den Merkmalen religiöser Sondergruppen: siehe oben unter 2.).
- Zwischen die Ereignisfelder male bitte drei bis fünf Zugfelder.
- Für die Ereignisfelder musst Du Deine Phantasie entwickeln. Es ist natürlich möglich, z.B. mit dem Ereignisfeld „Mit Liebe umgarnen“ drei Felder vorrücken zu verbinden, oder mit dem Feld Fanatismus: fünf Felder vor….; oder es ist auch möglich, sich gegenseitig „rauszuwerfen“. Aber z.B. zum Fanatismus kann auch eine Aktion ausgedacht werden: Wer auf das Ereignisfeld kommt, steht auf, haut auf den Tisch und sagt der Gruppe: Ich habe recht! Nur ich und meine Gruppe! Akzeptiert das! Oder ähnlich. Für die Ereignisfelder lass Deiner Phantasie weiten Raum. Denk aber bitte daran: Nicht zu laut und auf den Klassenraum beschränkt.
- Wenn Du Dein Spiel fertig hast, spiel es mit weiteren Schülerinnen und Schülern. Lasst Euch überraschen, was diese mit den Ereignisfeldern verbunden haben.
- Als Spielfigur nehmt irgendwas, was Ihr zur Hand habt.
- Ihr habt keinen Würfel. Malt stattdessen auf ein Blatt sechs Felder, schreibt die Ziffern 1 bis 6 hinein. Wer den nächsten Spielzug spielt, muss die Augen schließen und auf das Blatt, das von Mitspielerinnen und Mitspielern gedreht wurde, tippen. (Ihr könnt natürlich auch einen Papierwürfel basteln.)
- Bedenkt: Wer weit vorne ist, also dem Zentrum der Spirale am nächsten, ist am weitesten von der Gruppe „gefangen genommen“ worden.
Literatur:
Literatur: Michael Landgraf: Religion, „Sekte“, oder…? Einführung – Materialien – Kreativideen. Calwer-EPV-RPE, Speyer-Stuttgart 2006 (2. aktualisierte Auflage)
DVD: Rainer Fromm: Mission Scientology. Im Reich der Titane. (Matthias-Film)