GEMEINSAMES LEBEN MIT FREMDEN

In unserer Welt Mitteleuropas gibt es kaum noch Bereiche, in denen Menschen abgeschlossen von anderen Kulturen leben. Manche träumen von solchen alten Zeiten – aber solche Zeiten hat es kaum gegeben und solche Zeiten waren auch nicht einfach. Das wissen wir aus der Geschichte und können es heute noch an Kulturen sehen, die ziemlich autark leben und sich vor anderen Einflüssen abschließen. Dort herrscht überwiegend soziale Unfreiheit und autoritäre Enge.

Wenn wir „Fremdsein“ weiter fassen – also alle Menschen, die uns fremd werden können, vor denen wir uns zuerst ein wenig scheuen, hinzuziehen – dann gab es eine solche Welt nie.

Freilich stellt uns die Begegnung mit anderen Kulturen – und Menschen, die uns fremd erscheinen – auch vor Herausforderungen. Man muss neue Wege finden, damit die Menschen gut miteinander leben können.

Aufgabe 1:

a) Überlegt: Wie können Menschen im Alltag mit allen Menschen in Frieden leben?

b) Baut mit Euren Überlegungen ein Haus. Jeder Gedanke ist ein Baustein.

Vielleicht helfen Euch auch folgende Bausteine ein wenig weiter:

  1. Miteinander reden (verbale Kommunikation)
  2. Auf Aspekte nonverbaler Kommunikation achten (kulturelle Codes) (Körpersprache, Gestik usw.)
  3. fragen lernen
  4. wenn man weiß, wo Empfindlichkeiten sind, im Alltag nicht draufrumhacken
  5. den Fremden aus seiner Tradition heraus zu verstehen suchen
  6. gleichzeitig aber fragen: kann ich das akzeptieren?
  7. Beachten: es gibt nicht „den“ Fremden, genauso wenig wie es ein „wir“ gibt
  8. sich und seine eigene Kultur reflektieren
  9. manchmal lernt man seine Kultur erst in der Begegnung mit anderen Kulturen besser kennen
  10. zulassen, dass wir Fehler machen – Unsicherheiten zulassen
  11. einander vergeben
  12. den konkreten Fremden – wenn er zu einer bestimmten Gruppe gehört – nicht für schlimme Taten der Gruppe verantwortlich machen
  13. immer wieder nach dem Motto: Steter Tropfen höhlt den Stein – fröhlich auf den anderen zugehen
  14. Missverständnisse erkennen und sie ausräumen versuchen
  15. dem anderen Raum lassen, seine Besonderheit zu leben
  16. meinen Raum aber gleichzeitig nicht einengen lassen – das ist die größte Kunst!
  17. Einander auch das mitteilen, was an der Kultur / Religion / Verhaltensweise stört – freundlich aber bestimmt
  18. Sich bewusst sein: Wo bin ich zurzeit: Im Urlaub – da muss man sich anpassen, oder zu Hause, da hat der Fremde eine Anpassungspflicht – unter Berücksichtigung des nächsten Punktes:
  19. Menschenrechte gelten bzw. das Grundgesetz (man muss beide kennen!)
  20. Gewalttätigkeiten dürfen weder körperlich noch verbal Raum bekommen
  21. weitere…