IN EINER KIRCHE
Kirche ist einmal das Wort für die Gemeinschaft der Glaubenden – aber auch das Wort, mit dem das Gebäude bezeichnet wird, in dem sich die Gemeinschaft trifft. Das Wort „Kirche“ kommt von kyriakä – das heißt: dem König / Herrn (Jesus Christus) zugehörig.
Die frühe christliche Gemeinde traf sich in den Häusern der Mitglieder oder aber auch draußen vor der Stadt. Die Versammlungsgemeinschaft wird Ekklesia genannt – griechisch: „die Herausgerufenen„. Im romanischen Sprachraum wird das Wort für das Kirchengebäude verwendet.
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Kirchengebäude sehen sehr unterschiedlich aus – eingeprägt hat sich unser traditionelles Kirchenbild.
Ein Aspekt vorweg: Kirchen stecken voller Symbole. Sehe ich vier Kerzen, 12 Säulen, ewiges Licht usw. habe ich keine Ahnung, was sie bedeuten. Andersherum: Wenn ich die Symbole nicht kenne, merke ich auch nicht, dass das, was ich sehe, von besonderer Bedeutung sind. Ich sehe nur Kerzen und Säulen. Durch die Symbole und das Wissen um die Bedeutung, wird die Kirche erst „lebendig“, sie ist gefüllt mit Tradition und Gegenwart. Sie verwandelt sich von einem toten Raum belebt mit gelebtem Glauben. Kirchen sind besondere „Räume“. In ihnen wird über Generationen hinweg geweint, gefeiert, Christus verkündet, gelacht, nachgedacht. Sie haben eine bestimmte Atmosphäre, hervorgerufen durch die besonderen Fenster, den flammenden Kerzen – also dem Licht – aber auch durch alles, was in ihnen schon gelebt wurde. Selbst die Steine, auf denen Menschen gehen, seit Jahrhunderten gegangen sind, wurden durch sie geprägt. In katholischen Kirchen hängt auch der feine Weihrauchduft in dem Gemäuer. Die Akustik ist anders, der Klang, der Hall berührt, ohne dass es uns bewusst ist. Erst durch dieses Zusammenspiel von Symbolen, Geschichte und Raum wird die Kirche als Gebäude lebendig. Und dann vor allem durch die Menschen, die in ihr sind.
A. Die Kirche von Außen:
Die traditionelle Kirche besteht aus einem Turm und einem Kirchenschiff – mit Seitenschiffen.
1. Kirchturm
Der Turm besteht aus einem Turmhelm – das Dach. Auf der Spitze des Daches finden wir meistens ein Kreuz oder einen Hahn. Der Hahn wird vermutlich mit dem Sonnenaufgang verbunden: Jesus Christus ist das Licht der Welt – der Tag bricht an! Der Hahn ist der Verkünder des Lichts. Er kann aber auch daran erinnern, dass man nicht wie Petrus Jesus Christus verleugnen soll. In Norddeutschland befindet sich auf manchen Kirchen der Schwan – ein so genannter Lutherschwan. Der Vorreformator Hus soll auf dem Scheiterhaufen gesagt haben: Heute bratet ihr die Gans („Hus“ bedeutet auf tschechisch: „Gans“) – aus der Asche entsteht ein Schwan. Und dieser Schwan ist für Protestanten Luther. Auf der Kirche zeigt es die lutherische Kirche im Unterschied zur reformierten Kirche. Im Turm befindet sich die Turmuhr angebracht und in ihm finden wir meistens den Eingang, das Portal. Im Turm sind die Glocken untergebracht – damit man sie möglichst weit hört. Die Glocken haben wichtige Funktionen:
Gebets- und Tageszeit: Sie läuten zu Tagesbeginn, in der Mittagszeit und am Abend. Diese Zeiten sind religiös bedeutsam, da sie auch traditionelle Gebetszeiten angeben. Der Tag ist in 12 Stunden aufgeteilt: von 6:00 Uhr bis 18:00 Uhr.
- Das Morgengebet (Laudes) um 6:00 Uhr,
- das Mittagsgebet (Sext) um 12:00 Uhr,
- das Abendgebet (Vesper) um 18:00 Uhr.
Das Läuten zu den Tageszeiten wird auch „Angelusläuten“ genannt. „Angelus“ heißt Engel. Es erinnert daran, dass der Engel Gottes die Geburt von Jesus Christus angekündigt hat. Die Menschen unterbrachen bei diesem Läuten die Arbeit und beteten das Angelusgebet, das so schließt: „Allmächtiger Gott, gieße deine Gnade in unsere Herzen ein. Durch die Botschaft des Engels haben wir die Menschwerdung Christi, deines Sohnes, erkannt. Führe uns durch sein Leiden und Kreuz zur Herrlichkeit der Auferstehung. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.“
Auch für die Nacht gibt es Gebetsstunden, die aber heute von den Glocken nicht mehr angekündigt werden.
Uhrersatz: Gleichzeitig dienten Glocken auch den Menschen, die in der Vergangenheit ja keine Uhren besaßen, dazu, dass sie immer wussten, wann es Zeit ist, die Arbeit zu beginnen, die Mittagspause zu machen und die Arbeit zu beenden.
Beerdigung: Darüber hinaus melden die Glocken den Menschen eines Dorfes, dass ein Mensch aus der Gemeinde gestorben ist und an diesem Tag beerdigt wird.
Gottesdienst: An Sonntagen läutet die Glocke eine Stunde vor dem Gottesdienst und signalisiert: Leute, beginnt Euch fertig zu machen für den Gottesdienst. Sie läutet eine halbe Stunde vor dem Gottesdienst: Leute, macht Euch auf den Weg! Und sie läutet 10 Minuten vorher: Jetzt ist es gleich soweit! Während der Gottesdienste läutet die Glocke, wenn die Gemeinde das Vaterunser betet. Denn nicht alle können zum Gottesdienst kommen, wenn sie krank sind, doch sie können dann vom Krankenbett aus mit der Gemeinde das Vaterunser beten.
Warnung + Unterstützung der Freude: Über diese religiösen Gründe hinaus läuten die Glocken dann, wenn eine Gemeinde gewarnt werden musste, sei es, dass der Feind anrückt, dass Feuer ausgebrochen ist, Überflutung droht. Wenn die Glocken außerplanmäßig und „Sturm“ läuteten, wusste jeder, jetzt muss ich helfen, anpacken, weil Not herrscht. Glocken sind die Vorläufer der heutigen Sirenen. Andererseits läuteten die Glocken auch bei außergewöhnlich fröhlichen Ereignissen, so zum Beispiel bei Friedensschlüssen.
2. Das Kirchenschiff
Von außen gesehen, sehen wir vielfach nur ein Kirchenschiff. Doch wenn wir in die Kirche hineingehen, sehen wir an beiden Seiten der Kirche Säulen, die den Raum unterteilen. Die beiden Seiten, die durch die Säulen quasi abgeteilt werden, nennt man Seitenschiffe. Und beim Altar kann man vielfach noch ein Querschiff erkennen. Wenn 12 Säulen gezählt werden können, dann deuten sie auf die zwölf Apostel hin. (Allerdings ist sie eher seltener zu finden, weil die Statik relevanter ist als die Symbolik.)
3. Sakristei
An dieser Stelle sei auch auf einen kleinen Raum hingewiesen, der sich neben dem Hauptschiff befindet: die Sakristei. Die Sakristei ist nicht nur Aufbewahrungsort für alle möglichen Geräte, die während der Gottesdienste verwendet werden, sondern auch ein Raum, in dem sich der Pfarrer vor dem Gottesdienst umziehen und sammeln kann.
4. Kirchenfenster
Kirchenfenster – von außen sind die alten Kirchenfenster eher unscheinbar, grau. Am Tag. Aber in der Kirche zeigt sich ihre große Kunst. Sie sprühen Farben und Botschaften. Sie sind bepackt mit biblischen Texten und Zeitgeschichte. Spannend ist, dass sie je nach Witterung die Atmosphäre im Kirchenraum verändern. Strahlt sie Sonne, brechen sich die Farben auf dem Fußboden, an den Wänden, in den Gegenständen. Sie hinterlassen immer eine andere Stimmung. Vor allem aber: getragen von Feierlichkeit. Die tagsüber von außen gesehenen grauen Fenster sind, wenn in dunkler Nacht Licht im Inneren scheint, nach außen einladend bunt. Kirchen haben manchmal einfachere Fenster ohne Bilder, aber auch die einfachen Glasfenster sind häufig ganz besonders gestaltet. Das erkennen wir, wenn wir sie genauer betrachten. Nicht alle Kirchengemeinden sind reich bzw. reich gewesen. Manche Fenster sind eben auch Ausdruck des großen Glaubens, auch wenn die Gemeinde nicht reich war bzw. ist. Wie auch immer die Fenster gestaltet sind, sie sind Folge des Wunsches, das „Haus Gottes“ schöner zu machen.
B. Die Kirche von Innen
Wenn wir in eine Kirche hineingehen, dann sehen wir schon, dass der Altarraum besonders wichtig ist. Altar wird der Tisch genannt, der meistens gegenüber des Eingangs/Portals zu sehen ist. Vielfach ist er nach Osten hin ausgerichtet, den Ort des Sonnenaufgangs, was als Hinweis auf die Auferstehung, zu deuten ist: Jesus, das Licht der Welt ist auferstanden – und er wird auch aus dem Licht, dem Osten erwartet. („Orientierung“ kommt aus dem Lateinischen: „oriens“: Morgenröte / Osten). Bzw. eine andere Interpretation: Richtung Jerusalem / Israel, dem Gebiet, in dem Jesus wirkte und an dem er, so sagt es manche Tradition, wiederkommen wird.
Auf dem Altar steht ein Kreuz bzw. über dem Altar ist ein Kreuz angebracht, an dem der gekreuzigte Jesus Christus zu sehen ist. Das Kreuz mit dem gekreuzigten Jesus wird Kruzifix genannt. Das Kreuz ohne Körper ist das „Siegeskreuz“ (der Tod wurde besiegt). Der Altar ist in vielen Religionen ein Opferstein. Auf diesem wurden den Göttern Tiere geopfert. Der christliche Glaube benötigt keine Opfer mehr, weil Jesus Christus als das Opfer angesehen wurde, das sich selbst für den Menschen hingegeben hat. Der Altar hat also noch die alte Bedeutung mit Blick auf das Opfer, aber das Opfer wurde im christlichen Glauben umgekehrt: Gott opfert sich dem Menschen. Das wird gleich auch in den Abendmahlsworten deutlich.
Auf dem Altar stehen meistens vier Kerzen (Symbol für die 4 Evangelisten: Matthäus, Markus, Lukas, Johannes – also die, die in der Bibel über den Menschen Jesus berichtet haben, der Gottes Sohn ist). Je zwei der Kerzen stehen links bzw. rechts neben dem Kreuz. Manchmal finden wir auch nur zwei oder sechs Kerzen. Vor dem Kreuz liegt eine geöffnete Bibel. Und vom Altar hängt ein geschmücktes Tuch herunter: das Parament. Das Parament wird jeweils zu bestimmten Zeiten des Kirchenjahres gewechselt – und hat festgelegte Farben.
- Weiß: an Freudentagen
- Rot: Blut Jesu und der Märtyrer – Karfreitag; Feuer Heiliger Geist) – Pfingsten.
- Grün: eher allgemein – die Sonntage werden nach dem Sonntag Trinitatis / Dreieinigkeit benannt und an diesen wird das grüne Parament angebracht – Hoffnung, Wachstum.
- Violett: Buße – Fastenzeit, Adventszeit.
- Schwarz (manchmal): Karfreitag.
Wenn Abendmahl / Eucharistie ist, wird auf dem Altar noch das Abendmahlsgeschirr gestellt: Oblaten-Teller mit den Oblaten (das sind kleine weiße Teigblättchen – manchmal mit Aufdruck) und dem Abendmahlskelch sowie der Kanne. Heute haben wir in evangelischen Kirchen manchmal auch Mini-Kelche, damit jeder aus hygienischen Gründen einen eigenen hat. Hin und wieder gibt es heute weitere Abweichungen: Statt Oblaten wird Brot gereicht, manchmal stehen auch zwei Kelche, einer für Traubensaft, einer für Wein auf dem Altar. Das Abendmahl wird in vielen evangelischen Kirchen einmal im Monat gereicht. In der katholischen Kirche kann täglich die Eucharistie dargebracht werden. Die Gemeinde bekommt das Brot / Hostie (zu besonderen Anlässen: getunkt in den Wein). Die Eucharistie („Dankopfer“ / „Danksagung“) hat in der Katholischen Kirche als Schwerpunkt die Gemeinschaft mit Jesus Christus, die evangelische Kirche legt den Schwerpunkt im „Abendmahl“ auf die Gemeinschaft mit Jesus Christus und die Gemeinschaft der Gemeinde. Es greift Worte Jesu auf, denn er hat das Abendmahl eingesetzt (in der katholischen Kirche lauten sie etwas anders):
Der Herr Jesus, in der Nacht, da er verraten ward, nahm er das Brot, dankte, brach es und sprach: Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird, das tut zu meinem Gedächtnis. Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut. Das tut, so oft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis… (1Korintherbrief 11,23-25)
Nach diesen Einsetzungsworten wird das Brot gereicht – danach der Wein mit den Worten: „Das ist mein Leib“ / „das ist der Kelch meines Blutes“ – oder ähnlich. Weil es ein Gemeinschaftsmahl ist, reichen sich in evangelischen Kirchen diejenigen, die daran teilnehmen, manchmal die Hände, so dass sie einen Kreis bilden. Ein Zuspruch mit Bibelwort und dem Hinweis: Geht hin in Frieden entlässt die Teilnehmer des Abendmahls.
Wie auch immer die einzelnen Glaubenden das Abendmahl für sich interpretieren: Es bedeutet eine ganz enge Verbindung mit Jesus Christus. Man kann in gewisser Weise sagen: Die Teilnahme am Abendmahl ist die Antwort auf die Taufe. Gott hat in der Taufe zugesichert, dass Glaubende seine Kinder sind. Im Abendmahl antworten seine Kinder: Ja, ich bin Dein Kind. Ich will zu Dir gehören.
Der Altar ist der Hauptausgangspunkt der Liturgie. Liturgie bedeutet, dass der gesamte Gottesdienst immer nach dem gleichen Muster abläuft. Es ist vorgeschrieben, wann Lieder gesungen werden, wann Gebete gesprochen werden – dieser einheitliche Ablauf (der allerdings nicht immer gegeben ist) dient dazu: Wenn Menschen andere Gemeinden besuchen, sollen sie sich gleich wie zu Hause fühlen, weil sie den Ablauf und liturgische Formeln schon kennen, darüber hinaus signalisieren sie die Einheit der Kirche. Das ist aber in der katholischen Kirche eher gegeben als in der evangelischen.
Häufig finden wir in evangelischen Kirchen über dem Altar oder rechts / links vom Altar die Kanzel. Der Pfarrer bzw. die Pfarrerin stehen auf der Kanzel und halten die Predigt. Die Predigt besteht daraus, dass ein Bibeltext vorgelesen und dann erklärt wird. Und zwar so erklärt wird – wenn es denn alles gut klappt -, dass die Menschen getröstet, mit neuen Gedanken, verändert aus dem Gottesdienst hinausgehen. Von der Kanzel hängt auch ein Parament, das mit dem Parament auf dem Altar stimmig ist.
Häufig finden wir der Kanzel gegenüber die Orgel. Die Orgel ist ein ganz besonderes Instrument – die Königin der Instrumente wird sie genannt – weil sie in der Lage ist, andere Instrumente zu imitieren. Die Orgel spielt zu Beginn des Gottesdienstes (Präludium-Vorspiel) und am Schluss des Gottesdienstes (Postludium-Nachspiel) – und natürlich zur Begleitung des Gemeindegesangs. Sie triebt den Gesang der Gemeinde von hinten Richtung Altar an. Damit die Gemeinde auch kräftig mitsingen kann, finden wir in den Bankreihen Gesangbücher. Aber wer einmal in ein Gesangbuch hineingeschaut hat, entdeckt, dass ein Gesangbuch noch viele weitere Funktionen hat: wir finden im Gesangbuch den liturgischen Ablauf des Gottesdienstes, die Lieder, Gebete für alle möglichen Gelegenheiten des Alltags, Bekenntnisse der Tradition, Angaben zu den Autoren, Psalmen… – es lohnt sich darin zu stöbern. Und an den Seitenwänden der Kirchen befinden sich die Liedtafeln, damit auch jeder weiß, welches Lied gesungen wird.
Neben dem Altar sehen wir das Taufbecken. Jeder getaufte Mensch in der Gemeinde hat schon einmal mit dem Taufbecken zu tun gehabt. Es ist Erinnerungs-Zeichen dafür, dass Glaubende seit der Taufe zu Jesus Christus gehören. Während der Taufgottesdienste wird das Taufbecken mit Wasser gefüllt und in einem ganz bestimmten Ritus wird bei der Taufe das Wasser dreimal auf die Getauften gegossen (ursprünglich wurden die Christen in Seen, Flüssen oder in ganzen Bassins getauft – was heute noch in manchen Freikirchen praktiziert wird. Das Taufbecken ist nur noch ein Relikt dieser alten Zeiten):
Ich taufe dich im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen. Über den Täufling wird noch mit der Hand das Zeichen des Kreuzes gezeichnet.
Die Taufe ist eine Reaktion auf den so genannten Taufbefehl, den wir im Matthäusevangelium 28,18-20 finden: Jesus spricht: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum geht hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch bis an das Ende der Welt.
Damit wissen Glaubende, dass Gott sie angenommen hat, dass er ihnen die Sünden vergeben und sie neu gemacht hat. Sie gehören zu ihm, sie sind seine Kinder. Von daher reden sich bis heute in manchen Gemeinden Christen einander als Bruder und Schwester an, sehen sich auf jeden Fall als Familie Gottes.
Vielfach finden wir auf der anderen Seite des Altars ein Stehpult (Ambo), von dem aus gepredigt wird, Texte oder Abkündigungen / Gemeindeinformationen gelesen werden. Abkündigungen / Gemeindeinformationen künden das an, was der Gemeinde an Besonderheiten mitzuteilen ist: Veranstaltungen für die kommende Woche zum Beispiel.
Manchmal findet man in Kirchen auch ganz besonders große und geschmückte Kerzen, die so genannte Osterkerze. Diese Kerze wird im Ostergottesdienst feierlich angezündet und brennt in jedem Gottesdienst als Zeichen für die Auferstehung.
Die Bekleidung des Pfarrers nennt man Talar und den weißen „Kragen“: Beffchen oder auch Halskrausen.
In einer katholischen Kirche gibt es weitere Gegenstände:
Am Eingang finden wir das Weihwasserbecken. Glaubende tauchen Finger hinein und bekreuzigen sich mit den benetzten Fingern – als Zeichen der Zugehörigkeit zu Jesus Christus. Das Weihwasser selbst soll an die eigene Taufe erinnern, an ihr Christsein.
Die Oblaten / das Brot – geweihte Hostien – für die Eucharistie, befinden sich in einem Kästchen, das Tabernakel (Zelt / Wohnung) heißt. Eine besondere Kerze scheint, das „ewige Licht“ und erinnert daran, dass Jesus Christus im Tabernakel gegenwärtig ist. An den Wänden finden wir 14 Bilder – den Kreuzweg / Leidensweg Jesu. Die Stationen des Kreuzweges erinnern an das Leiden Jesu zu unserer Befreiung von Schuld, Befreiung hin zu Gott. So manche Figur oder Bild von einem oder mehreren Heiligen und der Maria prägt den Kirchenraum. Ein kleines abgetrenntes Räumchen ist der Beichtstuhl (heute können sie auch durch Zimmer ersetzt werden). In ihm können Menschen dem Priester vertraulich das sagen, was sie an ihrem Leben nicht mögen, was sie falsch gemacht haben. Der Priester darf darüber mit niemandem anderes sprechen, auch nicht dem Staat etwas verraten. Das wird „Beichtgeheimnis“ genannt. Wenn der Priester es bricht, wird er exkommuniziert, das heißt: seines Amtes enthoben, aus der Kirche ausgeschlossen. Der Priester versucht im Namen Gottes zu helfen und zu vergeben. Bei den Protestanten findet das gewünschte Beichtgespräch überwiegend im Pfarramt statt. Priester haben einen besonderen Sitz, den Priestersitz, der ein wenig erhöht steht. Ein Glöckchen (Wandlungsglöckchen / Ministrantenglöckchen) neben der Sakristei -Tür wird betätigt, wenn der Priester in seinem Messgewand die Kirche betritt und der Gottesdienst beginnt.
Aufgaben 1:
- Gehe nun in eine Kirche und male das, was du siehst.
- Und schreibe auf Dein Bild die Bezeichnungen, die Du in diesem Abschnitt findest.
- Schreibe auch auf, was in dieser Beschreibung fehlt oder anders ist. Denn nicht alle Kirchen sind gleich.
- Recherchiere im Internet – vielleicht findest Du ja heraus, was das unbekannte Objekt ist.
- Leichter ist es freilich, den Pfarrer oder ein Gemeindeglied zu fragen.
- Recherchiere: Wie sieht es in einer Kirche der Orthodoxen Christen aus?
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GELEBTE KIRCHE
Das vielfältige Leben und die Lebendigkeit der christlichen Gemeinde kann man ein wenig im Internet erkennen – natürlich erst recht live, wenn man die Augen aufhält.
Kirchengemeinden sind ein lebendiger Organismus. Manchmal erkrankt, manchmal vor Leben nur so pulsierend. Die christlichen Ortsgemeinden haben häufig „Gemeindebriefe“. In ihnen kann man sich über das jeweilige Gemeindeleben informieren. Eine Kontaktaufnahme mit dem Pfarramt / dem Pfarrbüro kann weiterhelfen.
Je intensiver sich jemand in das Gemeindeleben einbringt, desto mehr werden die Augen für die Vielfalt an Aktivitäten geöffnet: Weiterbildungen, tatkräftige Mithilfe verschiedenster Art, vom Kuchenbacken bis hin zum Aufbau von Bierbänken und Zelten. Vielfach taucht man dann auch ein in Vernetzungen mit anderen Gemeinden.
Natürlich ist das, was in der Ortsgemeinde erlebt werden kann, nur die Spitze des Eisbergs. Das Christentum ist weltweit vernetzt, bunt, musikalisch, engagiert, leise, kontemplativ, weltpolitisch aktiv. Wer tiefer eintauchen will, findet hier eine ganz persönliche Sammlung von Fundstücken im Netz – von Musik und Kunst, über Hilfswerke, Klöster, Medien bis hin zu wissenschaftlichen Portalen. Das sind Links, von denen aus weitere Recherchen möglich sind.
Aufgaben 2:
Stelle Dir eine persönliche Liste zusammen:
a) Wie gehe ich ganz praktisch vor, um Kontakte mit der lokalen Gemeinde zu knüpfen?
b) Welche Internetllinks finde ich nach eigener Recherche für hilfreich?
Youtube-Clips analysieren: christliche Lieder und die dazugehörigen Bilder, versuche die Spiritualität zu erfassen. Ein Beispiel: //youtube.com/watch?v=8xc9sWYKvs4
Youtube-Clips: Jesusfilme (Beispiel: //youtube.com/watch?v=3uKy8N-Lz4Y [Teil1])
Brot für die Welt http://www.brot-fuer-die-welt.de/ ; Gottes Liebe weltweit https://coworkers.de/ ; Misereor http://www.misereor.de/ ; Christoffel Blindenmission, http://www.cbm.de/ , world vision http://www.worldvision.de/
Klöster (z.B. Kloster Arenberg: http://www.kloster-arenberg.de/ und: http://www.maria-laach.de/index.php und: http://www.franziskaner.de/ ; Bruderschaften: z.B. Evangelische Michaelsbruderschaft: http://www.michaelsbruderschaft.de/ Taize: http://www.taize.fr/de
Diakonie https://www.diakonie.de/
Internetseiten der Kirchen/Institutionen usw.: ekd http://www.ekd.de/ ; vatikan http://www.vatican.va/phome_ge.htm ; ; Evangelische Allianz http://www.ead.de/
Nachrichten: Pro-Medienmagazin http://www.pro-medienmagazin.de/ und idea http://www.idea.de/startseite.html ; Katholische Seiten: http://www.kath.net/ und http://www.katholisch.de/startseite
Christliche Musik (selbst in Suchmaschine eingeben): moderne: Ariel Ramirez: misa criolla; Arvo Pärt (verschiedene); ältere: Johann Sebastian Bach (s. Crashkurs)
Gemälde: moderne christliche Kunst: Jacques Gassmann; Ernst Barlach; ältere: Rembrandt (s. Crashkurs)
Christenverfolgung: Open Doors http://www.opendoors-de.org/ ; IGFM http://www.igfm.de/ ; Kirche in Not http://www.kirche-in-not.de/
Angebote theologischer Fakultäten, z.B. Göttingen http://www.uni-goettingen.de/de/sh/19855.html + Heidelberg http://www.theologie.uni-heidelberg.de/ + Tübingen http://www.ev-theologie.uni-tuebingen.de/
YOUCAT (= katholischer Jugendkatechismus): https://youcat.org/de/
Evangelische Jugend http://www.evangelische-jugend.de/
SMD (Studentenmission Deutschland) http://www.smd.org/ ; Campus für Christus http://www.campus-d.de/ ; ESG – Evangelische Studentengemeinden (s. den jeweiligen Ort)
Ökumenischer Rat http://www.oikoumene.org/de.html
Christliche Verlage http://www.christliche-verlage.de/
BibelTV: https://www.bibeltv.de/home/ und ERF (Evangeliumsrundfunk – Der Sinnsender) https://www.erf.de/startseite/1?ref=top&reset=1
Rundgänge in Kirchen: zB. Kölner Dom http://www.koelner-dom.de/ Frauenkirche Dresden http://www.frauenkirche-dresden.de/ und der Hamburger Michel (Sankt Michaelis): http://www.st-michaelis.de/
Alle Links wurden im August 2026 überprüft.