AUSGEWÄHLTE BILDERBÜCHER ZUM THEMA: STERBEN – TOD – AUFERSTEHUNG – TRAUER

Dolf Verroen/Wolf Erlbruch: Ein Himmel für den kleinen Bären, München, Wien 2003

Der Opa des kleinen Bären ist gestorben und in den Himmel gekommen. Nun will der kleine Bär auch sterben und in den Himmel kommen. Alle Tiere wollen ihn jedoch nicht fressen. Da wird er durch den Regen durchnässt und friert. Er kommt nach Hause und erlebt den „Himmel“ in der Geborgenheit seiner Eltern.

Friedrich Karl Barth/Dorota Wünsch: Himbeermarmelade, Wuppertal 2003

Onkel Georg ist gestorben. Der Pfarrer, der Opa des Mädchens, dessen Onkel Georg war, erklärt ihr: „Aus Onkel Georg wird im Laufe der Jahre ein guter Humus. Das ist fruchtbare, feuchte Erde und daraus kann wieder neues Leben wachsen. Wir werden ihm einen Rosenbusch auf sein Grab pflanzen und Efeu. Das würde ihm gefallen. Du wirst sehen, wie schön die Rosen blühen und wie der Efeu sein letztes Bett immergrün bedeckt.“ (Das erklärte der Pfarrer-Opa.) „Eine Efeu-Bettdecke für Onkel Georg, die immer grün blieb, der Gedanke gefiel Ricarda. Geht es Onkel Georg jetzt wirklich gut? Ja, denn er ist aufgehoben in deiner Erinnerung. Du wirst immer wissen, wie lieb er dich hatte. Diese Liebe wirst du nie vergessen, dein ganzes Leben lang nicht.“ Dieser letzte Satz ist eine Notlösung im Buch, denn von der Liebe des Onkels zu dem Mädchen war überhaupt nie die Rede. Er mochte nur ihre Himbeermarmelade, weil sie ihn an seine Jugend erinnerte.

Jutta Bauer: Opas Engel, Hamburg 2001

Der Opa erzählt von seinem Hospizbett aus seinem Enkel, was er so alles erlebt hat. Auf den Bildern sieht man, wie ihn sein Schutzengel immer bewahrt hat – freilich wusste der Opa nichts vom Engel, sondern sprach von „Glück im Leben“. Und als der Enkel seinen Opa verlässt, ist es dieser Engel, der ihn nun begleitet: Der Engel, der die Vorfahren bewahrte, ist auch bei ihm.

Ulf Stark; Anna Höglund: Kannst du pfeifen, Johanna, Hamburg 2001

Ein Junge möchte auch einen Opa haben. Er geht mit seinem Freund in ein Altersheim und sucht sich einen alten Mann als Opa aus. Sie erleben interessante Stunden miteinander. So will der Opa dem Jungen das Pfeifen beibringen. Er übt und übt – und es klappt nicht. Als es endlich klappt, ist der Opa gestorben. Der Junge pfeift dann am Sarg ein Lied. Auf jeden Fall hat es mit Opa Spaß gemacht.

Robert Piumini; Quint Buchholz: Matti und der Grossvater, Wien 1994

Der Großvater liegt im Sterben. Die Familie ist um ihn herum versammelt. Matti, der Enkel, geht mit dem Großvater spazieren und erlebt viele Dinge. Der Großvater wird immer kleiner, bis er in dem Jungen ist. Der Junge kehrt mit dem Großvater in sich heim – und der Großvater stirbt – aber der richtige Großvater, der Kleingewordene, ist in Matti. Ein Mensch, den wir lieben, bleibt immer in und bei uns. Und: Wir sind ein Teil der Vorfahren.

Hermien Stellmacher; Jan Lieffering: Nie mehr Oma-Lina-Tag Stuttgart 2005

Oma Lina backt mit Jasper immer Pfannkuchen. Als sie im Sterben liegt, fragt er die Eltern, was Sterben ist. Der Vater sagt: Man erlebt viele Abschiede im Leben. Sterben ist ein großer Abschied. Als sie Tod ist, heißt es: Ihr Körper ist noch hier – aber Oma Lina selbst lebt bei Gott weiter. Und wie lebt sie weiter? Indem sie in dem, was sie für andere Menschen gemacht hat, da ist. Für Jasper ist das der Pfannkuchen nach Omas Rezept. Es ist vom Frühling die Rede, vom Kerzen anzünden, vom Vaterunser. Dann backt er ganz viele Pfannkuchen, spricht mit der verstorbenen Oma und es ist ihm, als würde er sie in seiner Nähe lachen hören.

Amelie Fried; Jacky Gleich: Hat Opa einen Anzug an? München 1997

Brunos Großvater ist gestorben. Wo ist er nun? Die Antworten, die er bekommt: auf dem Friedhof und im Himmel. Der Körper ist auf dem Friedhof, die Seele bei Gott. Die Seele ist das, was Bruno am Opa liebt. Aber auf der Erde lebt Opa in der Erinnerung weiter und der Mensch solle jeden Tag so leben, als würde es sein letzter Tag sein. Kurz ist von Seelenwanderung die Rede. Intensiver davon, dass Bruno mit dem Opa redet, und er fühlt, dass der Opa zu ihm hinlacht. Und so darf Bruno jetzt auch lachen, weil es dem Opa da, wo er jetzt ist, gut geht. – Vielleicht ist Opa in seinem neugeborenen Enkelkind zurückgekehrt, sagt die Mutter. Aber Bruno findet, dass dem nicht so ist. Der Opa war ganz anders.

Marit Kaldhol; Wenche Øyen: Abschied von Rune, Hamburg 1987

Rune, der Spielfreund von Sara, ist ertrunken. Sie fragt: Sehe ich ihn nie wieder? Die Mutter sagt: Schließe die Augen, wenn wir an ihn denken, sehen wir ihn in uns und können mit ihm sprechen. Die Trauerfeier mit der Orgelmusik ist sehr schön und Sara fühlt es hellblau um sich herum. Rune hatte Sara kurz vor seinem Tod noch einen Kuss gegeben – sie hatte einen kleinen nassen Fleck auf der Wange. Jetzt tropft eine Träne – und sie spürt wieder einen kleinen nassen Flecken auf der Wange. Im Frühjahr kehren sie zum Friedhof zurück: Runes Körper wird Erde, aus dem die Anemonen wachsen. Sara fängt an zu weinen, weil sie mit ihm spielen will. Am Schluss schmiegt sie sich an ihre Mutter. Die Bilder sind sehr verschwommen gemalt, als würde alles aus den Augen des gestorbenen Rune gesehen werden; das hieße, er würde in einer anderen Welt leben und auf die gegenwärtige Welt sehen. Aber das wird im Buch nicht dargestellt.

Susan Varley: Leb wohl, lieber Dachs, Wien 1984

Das Sterben des alten Dachses wird beschrieben: „Bin durch den langen Tunnel gegangen. Lebt wohl, Dachs.“ – er fühlt sich frei. Aber alle trauern und sind unglücklich. Als die Tiere zusammenkamen, erinnerten sie sich an das, was der Dachs ihnen beigebracht hatte. Das war das Abschiedsgeschenk des Dachses, ihr Schatz. Und damit halfen sie einander. Der Maulwurf sagte dem Dachs „Danke“ – und es war ihm, als würde er das hören.

Uwe Saegner: Sarahs Mama. Wenn die Mutter stirbt – ein Kinderbuch, Ludwigsburg Neuauflage 2013

Die Mutter von Sarah ist gestorben. Sie vermisst ihre Mutter sehr. Eine Frau möchte, dass Sarah ihr etwas von ihrer Mutter erzählt. Und Sarah führt die Frau an viele Plätze, an denen sie Mama-Erinnerungen hat. Dann fragt sie: Wo ist Mama? Die Frau antwortet: Ich weiß es nicht – doch Sarah will nicht hören, was sie weiß, sondern was sie glaubt. Sie gehen wieder in den Garten: Mama ist überall – und ist überall zu entdecken – selbst in den Wolken. Das heißt: Sie ist im Himmel – und ist der Marienkäfer, der sich auf Sarahs Hand setzt.

Inger Hermann und Carme Solé Vendrell: Du wirst immer bei mir sein, Mannheim 6. Auflage 2010

Der Vater von Peter stirbt bei einem Autounfall. Als Peter die Nachricht vom Tod seines Vaters hört, sieht er seinen Vater dennoch für einen kurzen Augenblick. In einer angstvollen Situation sagt er seinem Vater, dass er Angst habe – die Angst wird ihm genommen. Er wird zornig auf den Vater, doch dann spürt er den Vater, als säße er neben ihm. Der Opa erklärt, warum das so ist: Die Seele, die Liebe zu Peter sind Wirklichkeit.

Uwe Saegner: Papa, wo bist du? Ein Kinderbuch zu Tod und Trauer für Kinder, Ludwigsburg 2011

Die Mutter sagt ihrem Sohn, der Papa sei fortgegangen. Der Junge sucht ihn vergeblich. Es beginnt zu regnen – und als der Regen aufhört, sind auch die Tränen weg. Die Mutter sagt ihrem Sohn, dass der Papa tot – aber dennoch bei ihm sei. Er könne Papa spüren und reden hören.

Regine Schindler: Pele und das neue Leben. Eine Geschichte von Tod und Leben, Lahr 9. Auflage 1997 (Nachdruck 2002)

Pele und Tomo spielen gemeinsam, pflegen einen Garten – doch eines Tages ist Tomo tot. Die Mutter sagt, er sei im Himmel – doch der ist weit – die Mutter erklärt: Himmel ist das neue Leben mit Gott. Und Tomo denkt an die Samen, die er mit Tomo gesät hatte. Man denkt zu viel an den Tod, zu wenig an das neue Leben, das Leben mit Gott. Traurigkeit und Freude prägen das weitere Leben – auch mit Blick auf die gemeinsam gesäten Blumen.

Isabel Abedi und Miriam Cordes: Abschied von Opa Elefant. Eine Bilderbuchgeschichte über den Tod, Hamburg 2012 (Erstausgabe 2006)

„Es war…“ – Elefantenkinder spielten, da kam der Elefantengroßvater, den sie sehr liebten, weil er ihnen Spiele und anderes beibrachte und Geschichten erzählen konnte. Er kam also und sagte, er wolle sich verabschieden, weil er auf dem Elefantenfriedhof sterben wolle. Die Kinder sprechen darüber, was mit dem Großvater geschehe: Er komme in den Himmel – manche kommen in die Hölle, man verwandelt sich in ein Gänseblümchen oder Schmetterling oder wird wieder Elefantenbaby oder man zerfällt zu Staub oder die Seele lebt ewig weiter. Dann soll der Großvater sagen, was er denkt. Er sagt, das sei ein Geheimnis und das Besondere ist, dass jeder den Tod für sich erleben muss. Er werde ihnen zwar keine Spiele mehr beibringen aber in besonderer Weise bei ihnen sein: in Träumen, in Gedanken, in Erinnerungen. Er drückt sie alle noch einmal und geht zum Elefantenfriedhof.

Anette Bley: Und was kommt nach tausend? Ravensburg 2005

Otto – der Opa? – und Lisa machen viel miteinander. Vor allem zählen sie: zwei für Notkekse, drei für drei Feste im Jahr usw. Die Zahlen sind einfach in uns Menschen drin und hören niemals auf. Otto hatte Lisa eine Menge erklärt, ihr eine Schleuder gebastelt, mit ihr Freudentänze aufgeführt. Otto ist Gärtner und Lisa ist immer bei ihm. Bevor Otto starb, fragte Lisa ihn, ob sie seinen Körper in die Bäume hängen sollen wie die Indianer. Er sagte: Nein, in die Erde legen, denn er sei Gärtner und es werden Blumen und Bäume aus ihm wachsen. Während der Beerdigung verhält sich Lisa so, wie es Otto gefallen hätte – aber das passt den ernsten Trauergästen gar nicht. Und sie fühlt sich allein, weil keiner sie versteht und Otto sie allein gelassen hat. Sie setzt sich mit Olga (die Mutter?) hin und fragt, warum Otto sie allein gelassen habe. Olga sagte: Mach die Augen zu und stelle dir eine Torte vor. Olga macht das und stellt sich eine Torte vor. Sie ist da, obwohl man sie nicht sehen kann. Genauso Otto. Er ist einfach in Lisa drin – wie die Zahlen und hört niemals auf.

Heike Saalfrank und Eva Goede: Abschied von der kleinen Raupe, Würzburg 1998

Ein Freundespaar, eine Schnecke und eine Raupe, erleben viele Abenteuer miteinander. Eines Tages verabschiedet sich die Raupe und sagt, irgendwie endet nun ihr Raupenleben. Am nächsten Tag findet die Schnecke ihren Freund nicht mehr und ist traurig.Sie geht zur weisen alten Schnecke und die erklärt ihr, dass die Raupe gestorben ist, das heißt für sie hat ein anderes Leben angefangen, sie ist an einem anderen, schönen, guten Ort. Die kleine Schnecke ist weiterhin traurig, doch der alte Schneck sagt: In deinen Gedanken, in der Erinnerung ist die Raupe bei dir. Aber die Schnecke hatte den Eindruck, dass der Raupenfreund nah ist – und man sieht auf dem Bild einen Schmetterling über dem Schneck. Dann wird erklärt, was mit der Raupe geschehen ist: Als Schmetterling zu leben ist viel schöner, als es sich die Raupe hatte vorstellen können.

Stian Hole: Annas Himmel, München 2014

Es ist eines der wenigen Bücher, die das Sterben einer Mutter – erlebt von einem ca. 10jährigen Mädchen – thematisiert. Das Buch besticht durch die Bilder – die Phantasiereise des Mädchens Anna mit dem Vater, dessen Mutter gerne mit Blumen und Tieren zu  tun hatte. Während die Glocken läuten, um zur Beerdigung zu gehen, geht Anna auf Gedanken-Reise und erinnert sich an das, was ihre Mutter gesagt hat (Sonnenblumen sind kleine Schwestern der Sonne). Eingeflochten werden auch Mini-Reflexionen: Heute regnen Nägel vom Himmel – „morgen sind es vielleicht Erdbeeren mit Honig“. Eingeflochten werden ein paar rätselhafte Aussagen über Gott (Vergesslich wie Oma,  „warum kann er nicht eine Erfindung machen, mit der aus etwas Schlechtem etwas Gutes wird?“ Alles habe zwei Seiten…). Und sie überlegt, was die Mama wohl macht, zum Beispiel in Gottes Garten gärtnern, Menschen besuchen, Bücher lesen in Gottes Bibliothek. Antworten gibt das Buch nicht. Die Mutter ist in Gottes Welt – Gott ist rätselhaft, aber real. Das Buch strahlt mit den Bildern, die viel entdecken lassen, Frieden und Leben aus.

Zusammenfassung der wesentlichen Aussagen:

  1. Körper: Der Körper des verstorbenen Menschen vergeht. – Er geht über in Blumen. – Er geht in seine Nachkommen ein. Er ist überall da, wo man ihn sieht, allerdings in einer anderen Körperlichkeit.
  2. Erinnerung: Der verstorbene Mensch lebt in der Erinnerung weiter, das, was er an guten Dingen gemacht hat, hilft seiner Familie und Freunden auch weiter, in dem, was der Verstorbene Gutes getan hat, geht er in die anderen Menschen ein.
  3. Wahrnehmung: Der verstorbene Mensch wird gefühlsmäßig wahrgenommen (Lachen, Stimme, sein Bild wird im Inneren gesehen, Ermutigung wird erfahren), er wird mit den Orten verbunden, an denen man ihn erlebt hat.
  4. Geborgenheit: Geborgenheit empfangen Trauernde bei lieben Menschen.
  5. Weiterleben: Der verstorbene Mensch lebt an einem anderen Ort weiter.
  6. Er / seine Seele / das, was wir an ihm liebten, lebt bei Gott, im Himmel.
  7. Es geht ihm dort gut, darum brauchen wir auch nicht zu trauern.
  8. Seine Liebe lebt weiter, er ist in unserer Vorstellung da. Er ist da, aber anders als wir denken.

Fazit:

Christliche Deutungen werden immer weiter zurückgedrängt mit Blick auf die psychologische Deutung. Es geht überwiegend nicht um die Frage: Wo ist der Verstorbene? Es geht um die Frage: Wo empfinde ich den Verstorbenen, was bleibt mir vom Verstorbenen? Ob diese Erklärung letztendlich befriedigend ist, wird sich herausstellen. Daran wird erkennbar, dass die Ich-Zentrierung des Menschen im Mittelpunkt steht. Es geht nicht mehr allein um den anderen Menschen, es geht darum, was er mir bedeutete und weiterhin bedeutet.

Die Botschaft, die mit Blick auf das eigene Sterben intendiert wird, ist nicht: Ich werde bei Gott weiterleben, sondern bleibe nur noch in Erinnerung der anderen. Und was ist, wenn die Menschen, die mich kannten, auch tot sind? Wenn die Erinnerung verblasst? Diese Frage ist insofern relevant, weil es bislang der Menschheit nicht allein um die Frage ging: Wie bewältige ich meine Trauer, sondern auch um die Frage: Was ist mit mir nach dem Sterben? Soweit ich sehe, hängen Trauer um den geliebten Menschen und das Erschrecken angesichts der eigenen Vergänglichkeit eng zusammen. Können wir wirklich das eine ohne das andere bewältigen wollen? Vielleicht in Kinderbüchern.

Mit anderen Worten: Aus christlicher Sicht ist das zu wenig Hilfestellung, die viele dieser Bücher bieten. Dass der Mensch nur in der Erinnerung lebt – kann vielleicht kurzfristig Trost geben. Denn: Was ist, wenn ich selbst sterbe? Dann ist der geliebte Mensch mit gestorben – und ich lebe auch nicht als Ich weiter, sondern ebenfalls nur, wenn es gut geht, in der Erinnerung eines anderen Menschen, bis er stirbt…

Christlicher Auferstehungsglaube hat mehr zu bieten: Der geliebte Mensch ist bei Gott – und wird es ewig sein – wie ich bei Gott sein werde. Ob es dazu auch einmal ein schönes und gutes Kinderbuch geben wird? An dieser Stelle seien allerdings hervorgehoben: Nie mehr Oma Lina Tag und: Pele und das neue Leben und: Annas Himmel.

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Weitere Bilderbücher

Anja Kiefer und Katja Pagel: Opas Reise zu den Sternen. Ein Kinderbuch zu Tod und Trauer. Gütersloher Verlagshaus 3. Auflage 2017 (2014)

Auffällig ist zunächst, dass dieses Bilderbuch ein Inhaltsverzeichnis hat: Einleitung, Jakobs Opa, Opa ist gestorben, Die Beerdigung,  Nachwort.

Die Einleitung spricht direkt den Leser an: „und wenn du gerade auch traurig bist, dann hilft dir die Geschichte vielleicht, weil du dann siehst, dass du nicht alleine bist mit deiner Traurigkeit.“ Es ist eine Mischung zwischen Sachlichkeit und Geschichte. Die Geschichte: Jakob, die Hauptperson, scheint, von den Bildern her gesehen, ca. 8 Jahre alt zu sein. Opa hat immer mit ihm gespielt und war „gemütlich, ganz weich und warm.“. Als der Junge dann eines Tages aufwachte und munter die Treppe hinunter springt, hört er seine Mutter weinen, sie streichelt über sein Haar – Jakob ist froh, dass sie nicht über ihn böse ist. Aber was ist passiert? Der Opa ist gestorben.

Intensiv werden mögliche Gefühle aus der Perspektive des Kindes aufgenommen: Er spürt einen Klumpen im Bauch, wird wütend, weint. Wesentlich in der Trauerbewältigung ist dann der Vater. Er ist seinem Sohn nah und erklärt manches: „tot ist nur ein Wort. Es bedeutet das Ende unserer Zeit auf der Erde.“

Weil der Vater nichts mit dem religiösen Himmel anfangen kann, erzählt er eine Geschichte: Das menschliche Leben existierte schon vor dem Leben und geht nach dem irdischen Dasein weiter. Leben ist eine Reise. So war Jakob wie alle Menschen, bevor sie Menschen wurden, ein Stern, den die Liebe der Eltern auf die Erde gerufen hat. Opa ist nun wieder ein Stern geworden. Es wird über Traurigkeit nachgedacht. Wesentlich ist aber: Der Opa ist ein Stern, in den sich seine Seele verwandelt hat. Und der Körper? „Opas Körper  wird zur Erde. … Und irgendwann bleiben nur noch Knochen zurück.“ Und der Baum holt sich aus dem Körper Kraft für Stamm, Blätter, Blüten.

Zuletzt sagt die Mutter auch etwas Wichtiges: Opa ist in dem Teil des Körpers wo die Traurigkeit am meisten weh tut – eine Verletzung. Opa wohnt im Herzen durch die Erinnerung. Zuletzt lachen alle, weil die Mutter Luft auf die Brust des Sohnes pustet, auf die Stelle, wo es am meisten wehtut.

Helle Bilder werden immer dunkler, wieder heller – das letzte ist dunkel, aber ein heller Stern leuchtet.

Bemerkungen: Denkt ein Achtjähriger heute noch, dass er einmal ein Stern war, der durch Liebe der Eltern auf die Erde geholt wurde? Soll ein Kind das denken? Wenn Gott verloren ist, werden Menschen nach ihrem Leben ganz in heidnischer Tradition zu Sternen. Es gab übrigens eine Beerdigung in der Kirche, in der der Pfarrer „sehr viel und schnell redete.“ Mehr erfahren wir nicht – von christlicher Hoffnung keine Spur. Verdrängt von Stern und Baum, der von Toten lebt.

Celina del Amo schrieb den Text und Heinz Grunde zeichnete: Die Regenbogenbrücke. Ein kleiner Hase in Trauer. BoD 2016.

Wenn man das Buch von hinten aufschlägt, erfährt man über die Autorin, dass sie Tierärztin und Hunde-Psychologin ist und für ihre Bücher wirbt und der Zeichner Hunde mag. Aber dennoch spielt ein kleiner Hase die Hauptrolle, dessen Freund Pinto gestorben ist. Das traf ihn „wie ein Schlag.“ Dann kommen ein paar Aussagen, in denen bestimmte Worte fett gedruckt werden: „Das darf nicht wahr sein.“ Viele Fragen kommen dem Hasen. Und er kann nicht aufhören zu weinen. Freunde stehen ihm bei und bringen Möhrenkuchen. Er muss vor der Beerdigung viel erledigen, fühlt sich dennoch schlecht. Auch nach der Beerdigung: „er kannte gar keine Normalität ohne Pinto“ – auch wenn bei anderen das Leben wieder normal scheint. Die Hasen Oma erzählt ihm eine Goldgeschichte: Wenn ein Herz von einem anderen berührt wird, lagert sich Gold an. Erinnerung an die anderen ist das Gold im Herzen, je wichtiger einer war, desto mehr Gold, desto schwerer wird es einem. Was ist mit dem Verstorbenen? Er ist nicht alleine, es ist ein Zustand „von vollständiger innerer Ruhe, Zufriedenheit und Glück“, erklärt die Hasen-Oma. In dieser Welt herrscht eine andere Daseinsform – und Pinto hat eine neue Form angenommen. Aus dieser heraus kann er kommunizieren. Wie? Das weiß man erst dann, wenn er es gemacht hat. Eines Tages findet der Hase besondere Gräser. Ob Pinto ihn dahin geführt hat oder nicht, dass er überhaupt die Stelle gefunden hatte, war ein Wunder. Dann fangen die Gräser an zu reden. Es folgen viele Reflexionen. Der Hase sucht sich dann ein Symbol, das ihn immer an Pinto erinnern sollte. Ein Ohrring ist das Ergebnis – wie auch die Großmutter eine Brosche zur Erinnerung an den Großvater trägt. Durch diesen ist Pinto da, auch wenn er nicht direkt an ihn denkt. Dann will der Hase seinen Freunden helfen, richtig mit Trauer umzugehen. Dankbar schläft er am Ende ein.

Bemerkungen: Es wird nicht nur gefragt: Wie gehe ich mit der Trauer um? Es wird auch die Frage gestellt: Wie geht es dem Verstorbenen, wie kommt er an den besonderen Ort, welche Daseinsform hat er jetzt… – vieles wird angesprochen, aus christlicher Sicht bleibt aber alles im Ungefähren stecken.

Sparsam bebildert ist das Bilderbuch – Hasen in unterschiedlichster emotionaler Darstellung.

Antonie Schneider schrieb den Text und Betina Gotzen-Beek zeichnete: Ein Himmel für Oma. Ein Bilderbuch über das Sterben und den Tod, Coppenrath 2017 (2010).

Oma zieht in das Haus zweier Geschwister ein – Junge und Mädchen – sie bringt einen Vogel mit, Chaja genannt. Beschrieben wird der Verfall der Oma, aber Chaja stirbt vorher – und wird begraben, ist nun im Himmel, lebt im Herzen weiter. Dann stirbt die Oma. Auch sie ist im Himmel. Chaja heißt leben – und lebt weiter im Herzen, wenn wir uns erinnern – wie an den Vogel. Die Erstellung eines  Erinnerungsbilderbuches wird angesprochen. Zuletzt finden wir noch ein paar Tipps zum Thema Trauer-Verarbeitung von Anna Pein, Fachberaterin für Psychotraumatologie und Familien-Trauerbegleiterin.

Alle Bilder sind recht hell gezeichnet und zeigen, wie Kinder und immer älter werdende Oma miteinander umgehen.

Bemerkung: Vogel und Oma sind im Himmel wie im Herzen. Was auch immer das heißt, das wird nicht vertieft.

Ulf Nilsson und Eva Eriksson: Die besten Beerdigungen der Welt. Beltz&Gelbert, Weinheim 2012

Kinder gründen ein Beerdigungsinstitut für Tiere und suchen toten Tiere und bestatten sie. Es ist ein amüsantes Buch, das manche ernste Aspekte munter anklingen lässt. Sie spiegeln die Erwachsenenwelt auf ihre Weise. Eines der Kinder dichtet: „Leg dich ruhig / zur Ruhe nieder, / Du weißt, schon bald / sehn´n wir uns wieder.“ Aber im Wesentlichen enthält es keine Botschaften. Am Ende heißt es: „Die Blumen blühen am Grab. Alles wird still… Am nächsten Tag machten wir dann was ganz anderes.“

Wolf Erlbruch: Ente, Tod und Tulpe, Kunstmann-Verlag, München 10. Auflage 2018

Der Tod begleitet die Ente. Für den Fall, dass ihr etwas passiert, ist er immer da. Die Ente gewöhnt sich an den Tod, sie reden miteinander. Wenn die Ente gestorben ist – ist nichts mehr, sie nimmt nichts mehr wahr. Sie stirbt. Der Tod ist fast betrübt – aber: So ist das Leben.

Annett Stütze, Britta Vorbach, Mascha Greune: Opa, welche Farbe hat der Tod? Patmos-Verlag 2017

Der alte Hase fühlt, dass er sterben muss. Er sagt es seinem Enkel und sie reden darüber. Am Ende stirbt er: „Ich sterbe, weil alles, was lebt, am Ende stirbt. So einfach ist das Leben.“ – Aber so einfach ist das dann doch nicht, weil der kleine Hase weint. Aber: So lange der kleine Hase an den Opa denkt, ist dieser bei ihm.

Brigitte Endres textete und Marc-Alexander Schulze zeichnete: Wo gehst du hin, Opa? Ein Bilderbuch über das letzte Geheimnis, Aracari-Verlag 2018 (2010)

Ein Mädel hüpft neben der Mutter her, sie gehen ins Krankenhaus, den schwer kranken Opa zu besuchen. Im Krankenhaus fragt sie den Opa, wohin er gehe. Er sagt ihr „Es ist ein Geheimnis und ein Abenteuer.“ Sie will mehr darüber wissen. Und dann sagt er viele vielleicht… – vielleicht hüpft er durch einen Tunnel ins Licht, vielleicht erlebt er eine Party, auf der er alle lieben Verstorbenen wieder sehen wird, oder lebt paradiesisch mit vielen Erdbeeren, oder wird zu einem Stern, vielleicht wird er ein Schutzengel, der auf die Enkelin aufpasst, ein Baum, in dessen Schutz sie sitzt, oder vielleicht geht er ins Nichts – alle „Vielleicht“ werden vom Mädchen denkend kommentiert. Was auch immer kommen wird, sie will nicht, dass der Opa stirbt. Darum verspricht er ihr, dass er ihr nahe sein wird, wenn sie an ihn denkt. Opa ist gestorben. Mutter und Tochter gehen zum Grab – die Grabsteine haben alle kein Kreuz. Sie legen Gänseblümchen auf das Grab, machen die Augen zu und sehen den Opa, wie er versprochen hat, dass sie ihn sehen werden.

Die Bilder sind durchweg hell, mit vielen Details, manche witzig, manches sonderbar, so das Kinderzimmer des Mädels.

Bemerkungen: Ratlos fragt man sich: Was hat ein Kind von den vielen Vielleicht? Weil diese alle auch nicht im Blick der Autorin liegen, ist es nahe liegend, den Opa bei geschlossen Augen wieder zu sehen. Alles andere ist im Grunde egal.

Christian und Fabian Jeremies: Wie mag’s denn wohl im Himmel sein? Kerle-Herder Verlag 2017.

Frank Herrmann schreibt ein Vorwort zum Thema Trauer und den Humor des Buches.

Lulu das Lamm und Emil das Ferkel denken an die verstorbene Oma Rosi. Ist sie im Himmel? Sind im Himmel Wolkenschafe und Oma  bindet Schleifen ins Haar? Wie kam sie hinauf? Engel haben sie hochgezogen – ein Bild von einem Nilpferd mit Flügelchen, das Oma an einer Angel auf die Wolken zieht. Dort trifft sie Freunde und spielt mit ihnen Karten. Oma isst vom Käsemond. Es beginnt zu regnen. Das bedeutet für Lamm und Ferkel: Oma gießt Blumen und sie beginnen Omas Regenlied zu singen. Donnern könnte Omas Pupsen sein oder Trompetenspiel, Omas Schlagzeug. Den Regenbogen malt Oma, es tropft auf die Wiese, sie wird bunt. Weil sie Hunger haben, denken Sie, Oma backt im Himmel Kuchen und sie planen, den Omakuchen nachzubacken und Freunde einzuladen. Manche Phantasien werden hinterfragt. Das Buch schließt mit der Frage: „und was denkst du, wie es im Himmel ist?“

Bilder sind bunt, munter, vielfältig, es gibt viel zu entdecken.

Bemerkung: Was soll das Buch? Trauer mit irgendwas verdrängen?

Ulf Nilsson und Anna-Clara Tidholm: Adieu, herr Muffin, Moritz-Verlag, Frankfurt am Main 8. Auflage 2016

Herr Muffin ist ein Meerschwinchen – eigentlich ein Mensch, der am Ende seines Lebens steht. Ihm geht es nicht gut, er erinnert sich an die schönen Seiten und Zeiten des Lebens. In gewisser Weise eine Parodie auf den Menschen, der im Grunde ein Meerschweinchen ist. Aber dann spielt doch immer wieder ein Mädchen mit – das dem Herrn Muffin einen Brief schreibt. Im ersten heißt es: Sterben geht schnell, man hat seine Ruh, „ich weiß nicht, ob es einen Himmel gibt.“ Dann in einem zweiten Brief kommt eine Korrektur: „… Oder man kommt in den Himmel und alles wird gut.“ Das Meerschweinchen stirbt – und dann verbreiten Zeitungen diese Nachricht, das Fernsehen ist bei der Beerdigung dabei… Es wird gespielt: „Mit Fried und Freud ich fahr dahin“ – und „Hoch soll er leben“. Fehlt nur noch die schwedische Fahne auf seinem Karton-Sarg. Zuletzt gibt es wieder einen Brief: „Jetzt weißt du mehr als wir, Herr Muffin…. Oder man kommt irgendwohin, zu einem ewigen Leben, und da ist man glücklich.“ Auf jeden Fall Ruhe und Freude – man muss keine Angst haben vor dem Tod. Zum Schluss kommt noch ein sonderbares Lied, das damit endet: „Denn so sieht das Leben aus: Jeder kommt am End nach Haus.“

Bemerkung: Schön, dass das Buch auf das Lied Luthers (Evangelisches Gesangbuch 519) hinweist: „Mit Fried und Freud ich fahr dahin in Gotts Wille; getrost ist mir mein Herz und Sinn, sanft und stille, wie Gott mir verheißen hat: Der Tod ist mein Schlaf worden. Das macht Christus, wahr Gottes Sohn, der treue Heiland…“. Aber auf die Idee, im Gesangbuch nachzusehen, wird kaum jemand kommen. Und „Hoch soll er leben“ ist ein Geburtstagslied. Passend zu dem Ansatz: Der Tod auf der Erde ist der Geburtstag im Himmel. Aber ich denke – in dem Buch ist alles Parodie.

Viele Bilder beschäftigen sich mit dem Herrn Muffin, dem es nicht gut geht. Aber tot sieht er ganz friedlich und possierlich aus.

Ayse Bosse (Text) und Andreas Klammt (Bilder): Weil du mir so fehlst. Dein Buch fürs Abschied nehmen, vermissen und erinnern. Carlsen Verlag Hamburg 2016.

Mit Link – man kann einen Song von der Autorin downloaden (Im Buch wird es am Ende zitiert)

Es handelt sich um ein Buch, das man selbst gestalten kann, begleitet von einem Bären. Das Trauerbegleit-Buch richtet zuerst ein Wort an die Kinder, dann an die Erwachsenen mit Blick auf Umgang mit Trauer und mit Blick auf den Umgang mit dem Buch. Nach diesen Einleitungsabschnitten wird die Trauer des Bären beschrieben, indem Gefühle Trauernder wiedergegeben werden. Dieser Abschnitt schließt: „Die Welt ist jetzt anders. Trotzdem wird der Bär wieder schöne Tage haben. Bestimmt.“

Es folgen Aufforderungen zur Eigenarbeit und Anmerkungen werden eingestreut. Zum Beispiel ein Abschnitt über Fragen. Dort heißt es: „Nicht auf alle Fragen gibt es eine Antwort. Das ist nicht so schlimm. Und nicht jede Antwort gefällt mir. Das ist auch in Ordnung. Hauptsache, ich kann darüber reden und bin nicht allein mit meinen Gedanken.“ Der eigentliche Trauerbegleiter des Bären ist ein Rotkehlchen, das immer mal Weisheiten einpiepst. Zum Beispiel: „Falsche Fragen gibt es nicht!“

In dem Buch finden wir ein Rezept für Trauerklöße und weitere, zum Beispiel ein Rezept für Trösteduft.

Es folgt wieder ein Bärentext, der damit schließt, dass er sich in seinen Pulli kuschelt und einschläft.

Kinderzitate zum Thema Tod, Recht auf Trauer, Ansprechstellen, Dank beenden das Buch.

Bemerkungen: Die Zeichnungen sind ansprechend, laden ein mitzumachen. Was es gar nicht bietet: Ernsthafte Hinweise zum Glauben. Auch keine Hinweise auf Hilfestellungen vor Ort, zum Beispiel Pfarrerinnen und Pfarrer. Alles nur online.

Brita Teckentrup: Der Baum der Erinnerung, arsEdition, München 2013

Ein Fuchs stirbt – er schläft ganz friedlich ein. Die Tiere erinnern sich an gemeinsame Erlebnisse mit dem Fuchs. Dann wächst ein Baum, dessen Blätter die Farbe haben, die das Fell des Fuchses hat. Er wird größer als alle anderen Bäume und Tiere wohnen in ihm. (Vgl. Jesu Gleichnis vom wachsenden Senfkorn – Anklang ist sicher nur zufällig.) Schluss-Satz: „So lebte der Fuchs in ihren Herzen weiter, für immer.“ Die Bilder sind sehr hell gemalt.

Christine Hubka und Nina Hammerle: Wo die Toten zu Hause sind. Mit einem pädagogischen Anhang „Wie mit Kindern über den Tod reden?“ Tyrolia-Verlag, Innsbruck-Wien, 6. Auflage 2015

Zunächst wird vorgestellt, dass Tiere und Menschen irgendwo zu Hause sind, dann aber das Haus verlassen müssen. So müssen auch Menschen, die gestorben sind, das Haus verlassen und sind bei Gott. Jesu Wort: In meines Vaters Haus sind viele Wohnungen steht dann im Mittelpunkt des Buches. Wer in das Haus Gottes kommt, wird mit offenen Armen begrüßt. In jedem Wohnraum gibt es wunderbare Überraschungen. In der Mitte des Hauses befindet sich ein großer Saal – und da wird gefeiert, was das Zeug hält. Die Bilder sind fröhlich und hell.

Im Anhang finden wir unter der Überschrift: „Mit Kindern über den Tod reden“ Hinweise, wie man das gut bewerkstelligen kann. Es sind sehr praktische Tipps, die auf die Realität eingehen und nicht abgehoben irgendetwas Kluges sagen.

Bemerkungen: Es gehört mit zu den besten Bilderbüchern zum Thema aus christlicher Perspektive. Im Bilderbuch geht es nicht darum, wie man seine Trauer verarbeitet, es geht darum, die Welt der Toten darzustellen, die nicht finster ist, sondern von Gott bestimmt wird. Dadurch ist es auch auf die eigene Zukunft ausgerichtet.

Fazit zu diesen Büchern:

Tiere und Freunde sind gestorben, Omas und Opas. Religiöse Hilfestellungen spielen vielfach keine Rolle. In diesen Büchern wird auch manchmal angesprochen, was mit dem Toten passiert – das wird aber weitgehend nicht weiter aus christlicher Sicht relevant weiter geführt. Wesentlich ist auch hier der Umgang mit Trauer.

Soweit ich das sehe, geht es immer mehr Büchern darum, den Menschen einzureden: Tod gehört zum Leben – was soll´s? Es geht also nicht einmal mehr um die Trauer, sondern einfach nur: Die Toten spüren nichts. Ganz epikureisch. Es wird spannend sein zu beobachten, wie man in einer solchen Welt, sollte sie sich durchsetzen, mit Toten umgeht.

Weil auch hier keine wesentliche Rolle spielt, was mit dem Toten geschieht, setzt sich vermutlich die religiöse Sicht fest: Er ist im Himmel. Denn im Grunde gibt es dafür im westlichen Kulturkreis keinen adäquaten Ersatz. Dass der Opa ein Stern wird, ist für Trauernde wohl kaum wirklich relevant, es sei denn wie ein Symbol, vergleichbar mit dem Piercing des Hasen. Denn es wird kaum einer wirklich meinen, dass ein Verstorbener zum Stern wird. Letztlich bleibt die volksreligiöse Sicht vermutlich hängen, die ein Mädchen nennt (Bosse/Klammt: Kinderzitate): „Nachdem man gestorben ist, kommt man in den Himmel. Da ist es so blau und mit Wolken und so Engel irgendwie. Ich glaube schon, dass man dann auch ein Engel wird.“ Ausgenommen von diesem Fazit ist das letztgenannte Buch.

Bislang bot Religion Trost – diese wird durch Psychologie ersetzt. Aber diese kann nur das Thema auf einen Aspekt reduzieren: Erinnerung an den toten Menschen bzw. ihn in dem wiederfinden, was man mit dem Verstorbenen erlebt hat. Wenn man sogar noch das reduziert, kommt man dazu zu sagen: Tot ist tot. Aus christlicher Sicht wird neben dem psychisch wichtigen Aspekt hervorgehoben: Gott schenkt dem verstorbenen Menschen ein neues Leben.

  • Der Mensch –
  • ein lebendes Wunder geschaffen durch Gott.
  • Der verstorbene Mensch –
  • ein Wunder Gottes zum ewigen Leben.
  • Durch Jesus Christus.