Gewalt: Mobbing und Prävention

Mit einer Gruppe wurden folgende Aussagen gesammelt.

Was ist Mobbing?

Einer oder eine Gruppe machen einen über einen längeren Zeitraum hinweg runter, sodass er an sich zweifelt.

Warum machen sie das?

Ohne Gründe oder mit Gründen: er ist irgendwie anders, aus Spaß, um sich stärker und besser zu fühlen, weil man selbst nicht gemobbt werden will, aus Langeweile.

Wie kann man Mobbing verhindern?

  1. Sich möglichst schnell entschuldigen, wenn man jemandem zu Nahe getreten ist,
  2. wenn es geht, keinen Streit anfangen,
  3. nicht anfangen, andere zu ärgern – bzw. nicht weitermachen – auch dann, wenn der andere sich “schön” ärgert,
  4. sich selbst beherrschen,
  5. nicht mit anderen zusammen einen anderen ärgern,
  6. wahrnehmen, dass Mitmenschen andere ärgern und bevor es zum Mobbing wird, mit anderen was dagegen tun,
  7. nicht über andere lachen,
  8. keine Gerüchte erzählen,
  9. körperliche Distanz wahren,
  10. keinen angreifen gegen dessen Willen.

Als Täter: Sein Handeln reflektieren:

  1. Was mache ich eigentlich?
  2. Ist das richtig?
  3. Welche Konsequenzen hat mein Handeln?
  • (a) Strafe,
  • (b) selbst zum Außenseiter werden,
  • (c) Schuldgefühle bekommen,
  • (d) sich überlegen: will ich ein feiger Mensch sein, der mit anderen zusammen über einen herfällt, der einen erniedrigt, der sich nicht wehren kann?

Als Opfer:

  1. Sich nicht provozieren lassen, denn das reizt die Täter um so mehr,
  2. Hilfe suchen (Freunde, Lehrer, Eltern, Vertrauensschüler, Gewerkschaftler, Seelsorger, …),
  3. nicht aufgeben, denn andere können es nicht immer richtig einschätzen,
  4. deutlich aussprechen, denn Andeutungen anderen gegenüber können übersehen werden,
  5. manchmal gibt es auch Situationen, in denen man sich nur einredet, gemobbt zu werden,
  6. wie beim Sport oder sonst auch sagen: Das schaff ich schon!
  7. Lernen, damit umzugehen, wie man auch sonst mit Niederlagen umgehen muss,
  8. sich nicht erpressen lassen – und je nach Schwere (Internet): Täter anzeigen,
  9. Sich verdeutlichen: Die Täter sind nicht so stark wie sie sich aufplustern, sie sind arme Würstchen, die antreibenden Täter wurden selbst häufig erniedrigt, sie können nichts und müssen sich darum auf diese Weise aufspielen,
  10. Nummer für Kummer anrufen: 116111
  11. bei Gott Zuflucht suchen: Gott liebt mich, auch wenn alle gegen mich sind

Als mutiger Beobachter:

  1. dazwischen gehen,
  2. Hilfe holen,
  3. dem Opfer helfen, sich mit ihm treffen, ihm beistehen
  4. Möglichkeiten suchen, mit dem Mobbingopfer aus der Situation herauszukommen.

Manchmal übersieht man die Signale von Mobbingopfern, weil man selbst einmal eines war, weil man Angst hat, eines zu werden, weil man einfach seine Ruhe haben will, weil man nicht weiß, wie man damit umgehen soll.

Dass man ein mutiger Mensch ist, zeigt sich nicht in Träumen, in PC-Spielen, in der Phantasie, sondern in seinem Verhalten im Alltag (Zivilcourage, Bürgermut).

Wie kann man als Arbeitgeber bzw. Schule usw. Mobbing verhindern?

  1. Indem man Langeweile nicht zulässt,
  2. indem man präventiv immer wieder verdeutlicht, dass es Mobbing gibt und was es ist,
  3. indem man eine Pressuregroup gegen Mobbing im Betrieb, an der Schule usw. bildet, die als Anlaufstation dient, aber auch entsprechende Signale deuten kann,
  4. indem man nötige Gruppenbildungen, auch aus Gründen gesunder Konkurrenz im Unternehmen nicht ausarten lässt und immer wieder Gruppen zusammenführende Prozesse einübt.

Richtiges Verhalten

– und das macht die Sache so schwer –

ist immer von der Situation abhängig.

Das ist eine Herausforderung, der man aber begegnen muss.

Das ist eine Herausforderung, der man begegnen kann.

Der man begegnen will.