RELIGION IM ALLTAG

Hast Du an diese Beispiele gedacht? Hast Du andere gefunden?

  1. Religion begegnet uns in unserer Tradition, weil sie unsere Kultur geprägt hat, in vielfältiger, manchmal kaum mehr wahrgenommener Form: Gebäude, Straßennamen, Namen von Christen, Tischgebet, Kunst, Literatur, Zeitungen, Bücher, Glockenläuten, Museen, Kleidung, Werbung, Fernseh- und Radiosendungen, Internet, sehr häufig in PC-Spielen, Beerdigungen, Schaukästen, Seelsorge in Krankenhäusern, Gefängnissen, Bundeswehr, Konzerte (Bach, Mozart), Wissenschaft (Lazarus-Effekt, Jesus-Echse, Gottes-Teilchen)…
  2. Religion wird reflektiert: traditionelle wie moderne Religionen.
  3. Religion begegnet uns in Form von Menschen, die uns mit ihrer Religion konfrontieren.
  4. Religiöse Weltdeutung begegnet uns nicht allein in der traditionellen Form: Glaube an Gott, sondern auch in der Form: Glaube an Macht und Mächte in allen möglichen Erscheinungsformen (Esoterik: Sterne, Steine, kosmische Energien usw.), in der Neugründung vermeintlicher alter Kulte (Germanen-, Kelten-, Hexenkulte), in Religionen die in unserer Kultur bisher nicht so sehr in Erscheinung getreten sind – usw.
  5. Der Nihilismus (es gibt keinen Gott – noch sonst eine Macht, der Mensch ist dem Nichts unterworfen) ruft selbst die Sehnsucht im Menschen nach Gemeinschaft, nach Lebenssinn hervor. Und das wird von den politischen Religionen aufgefangen. Die Führer sind nicht unbedingt religiös, sie lehnen zumindest traditionelle Religion ab. Greifen aber religiöse Formen auf, um Menschen (totalitär) zu binden, zu unterwerfen.
  6. Gegnerschaft gegen Religion in atheistischen Weltanschauungen. In unserer Gesellschaft ringen unterschiedlichste Weltanschauungen und Religionen miteinander. Denn mit diesen sind auch unterschiedliche ethische Lebens- und Gesellschaftsentwürfe verbunden – wie auch soziale Verbindlichkeiten bzw. Unverbindlichkeiten. Indem Atheisten gegen Religion angehen, bringen auch sie Religion in den Alltag.

Zahlen und persönliche Beobachtungen:

Die Pfarrerin, der Pfarrer

Pfarrerin und Pfarrer gehören zur Religion im Alltag. Sie werden vielfach nur dann wahrgenommen, wenn Menschen sie benötigen. Was machen sie?

  1. Gottesdienste (Abendmahls-, Krabbel-, Kinder-, Familien-…, -gottesdienste)
  2. Kasualgottesdienste (Taufe und Hochzeit mit vorangegangenen Gesprächen)
  3. Beerdigungen (ebenfalls mit vorangegangenen Gesprächen)
  4. Schulunterricht
  5. Konfirmandenunterricht + Konfi-Eltern
  6. Geburtstagsbesuche
  7. Krankenhausbesuche
  8. Seelsorge (wenn Menschen das Bedürfnis haben, mit jemandem zu reden, wenn sie Hilfe benötigen – welcher Art auch immer)
  9. Gruppenbetreuung (je nach Gemeinde: Frauen-, Männer-, Senioren-, Jugend-, Singgruppen)
  10. Öffentlichkeitsarbeit: Gemeindebrief und andere mediale Öffentlichkeit; Anwesenheit bei Veranstaltungen der Kommunalgemeinde
  11. Verwaltung

Dann gibt es noch Sonderbereiche, in denen Pfarrerinnen und Pfarrer arbeiten:

  1. Alten-, Krankenhaus-, Hospiz-, Jugend-, Notfall-, Telefon-, Behinderten-, Gefängnis-, Schulseelsorge…
  2. Darüber hinaus in der Kirchenverwaltung:
  3. Finanzen, Bau, Recht

Wie daran sichtbar wird: Pfarrerinnen und Pfarrer haben es sehr viel mit Menschen zu tun, werden von vielen Menschen auch wahrgenommen. Hauptsächlich allerdings von Menschen, die in der jeweiligen Kirchengemeinde aktiv sind oder aber auch von anderen Christen und Nichtchristen, die in bestimmten Bereichen des menschlichen Lebens mit ihnen in Kontakt kommen (Hochzeiten, Beerdigungen, Medien…).

Neben Pfarrerinnen und Pfarrer gibt es weitere, die in der Öffentlichkeit bekannt werden. Die Sekretärinnen, die Küsterinnen und Küster, die Musikerinnen und Musiker. Auch Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorsteher können im Alltag begegnen. Bei vielen ist freilich nicht so bekannt, dass sie in der Kirchengemeinde Verantwortung tragen.