GEWALT

  1. Ich weiß, was Gewalt ist:….
  2. Ich weiß, was eine Gewalttat ist…
  3. Ich habe Gewalttat erlebt…
  4. Ich war schon einmal gewalttätig…
  5. Gewalt ist immer schlimm…
  6. Gewalt ist nicht immer schlimm…
  7. Ich weiß, was strukturelle Gewalt ist…
  8. Ich weiß, was Gewaltenteilung ist…
  9. Ich spiele Spiele am PC, die Gewalttätigkeiten beinhalten…
  10. Ich kann Gewalt häufig beobachten…

Informationen:

Es gibt häusliche Gewalt, Gewalt in der Schule – in allen Bereichen des menschlichen Zusammenlebens gibt es Gewalt -, es gibt Gewalt gegen Gegenstände, es gibt Mobbing, es gibt Gewalt unter Drogeneinfluss, es gibt Gewaltängste, Streitereien…

Wir Menschen stehen immer erschrocken vor Gewalttaten – seien es große, schlimme Gewalttaten, seien es kleine, kränkende Gewalttaten.

Woher die Gewalt in uns Menschen kommt, das versucht die Wissenschaft zu ergründen. Manche sagen, es liegt in den Genen, manche sagen, es liegt nicht in den Genen, sondern es wird durch die gesellschaftlichen Umstände hervorgerufen, manche sagen: Beides trägt zur Gewalttätigkeit bei.

Informationen:

Lebewesen benötigen zum Leben Nahrung. Nahrungsaufnahme bedeutet, dass ein Lebewesen auf Kosten von Anderem lebt. Nun gibt es freilich Unterschiede: Pflanzen, so es keine fleischfressenden Pflanzen und Feigen sind, leben von dem, was sie in der Erde finden: Mineralien usw. Andere Wesen leben wieder von den Pflanzen oder von Tieren. Sich andere „einzuverleiben“ ist eine Form von Gewalt, wenn eine Jagd, eine Tötung der Nahrung vorausgegangen ist. Menschen wie viele Tiere auch leben nicht nur von Pflanzen, sondern auch von anderen Tieren. Das ist unsere Natur. Um überleben zu können, werden wir aggressiv – so wenn wir Hunger haben. Aber nicht allein Hunger macht aggressiv. Dazu gehört auch der Kampf um Territorien, dem Lebensraum, in dem Tiere wie Menschen Nahrung finden, die sie zum Überleben brauchen. Menschen wie Tiere können aggressiv werden, wenn es um die Fortpflanzung geht. Die Weitergabe der eigenen Gene ist so wichtig, dass manche Forscher meinten, der Mensch sei wie andere Tiere auch Sklave seiner Gene, die sich fortpflanzen wollen. Wie manche männliche Tiere (Bären, Löwen) die Jungen eines anderen Vaters töten, so sei das im Grunde auch bei uns Menschen. Nicht allein Nahrungsaufnahme und Fortpflanzung machen aggressiv, sondern auch der Selbsterhaltungswille. Wer angegriffen wird, verteidigt sich. Der gesamte Körper richtet sich darauf ein: es schaukelt sich langsam hoch – und dann ist man zum Kampf bereit.

Gewalt bedeutet also im Grunde: Selbsterhaltung.

Und auch, wenn Jungs raufen, dann diente das in raueren Zeiten dazu, Kampftechniken zur Verteidigung zu erlernen, den Körper abzuhärten, ihn zu stärken. Das Ziel: Die Familie bzw. die Gemeinschaft (Dorf, Stadt) zu verteidigen – freilich auch, um andere anzugreifen, wenn man aus Hunger oder aus sonstigen Gründen überleben wollte. Diese Sätze weisen wieder darauf hin, dass es auch nicht nur Aggressionen gibt, sondern auch das gemeinsam mit einer Gruppe zu leben, also Gewalttätigkeiten innerhalb einer Gruppe einzuschränken – aber auch das: um in einer feindlichen Umgebung besser überleben zu können. Somit hat das Raufen der Jungs auch noch andere Gründe: Es geht darum, wie bei den Tieren, Grenzen auszutesten, zu testen, wer das Sagen hat, mit Frustrationen umzugehen. Das dient dann dem späteren Erwachsenenleben in der Gruppe, wenn die soziale Rangordnung schon festgelegt ist.

Informationen:

In den genannten biblischen Texten wird deutlich gemacht, dass der Mensch von Gott friedlich erschaffen wurde. Gott hat ihm aber von Anfang an Freiheit gegeben: Und mit Freiheit ist das Tragen von Verantwortung verbunden. Doch der Mensch hat die Freiheit dazu missbraucht, sich von Gott abzuwenden – und die Gewalttaten begannen. Und von den Gewalttaten der Menschen, so intendieren es auch andere biblischen Texte, wird die gesamte Schöpfung angesteckt.

Wenn wir die Welt um uns herum beobachten, dann sehen wir, dass Gewalttaten auch aus ganz anderen Gründen als den genannten stattfinden können. Aus Neid, Gier, Machtwillen…

Die Bibel ist voller gewalttätiger Geschichten, sie ist voller Kämpfe: Kain ermordet Abel, Josefs Brüder verkaufen Josef an Sklavenhändler, David kämpft gegen Goliath, Stämme kämpfen gegeneinander und einzelne Menschen ermorden andere. Menschen unterdrücken einander. Jesus wird verraten und hingerichtet. Die Bibel beschönigt den Menschen nicht. Er wird dargestellt wie er ist – doch werden Gewalttaten als Sünde bezeichnet.

In der Bibel finden wir also nicht allein Gewalttaten, sondern Menschen beginnen, im Auftrag Gottes Regeln zu verkünden, um die Gewalttaten einzuschränken.

Gott will also nicht, dass Menschen gewalttätig gegeneinander sind – und gibt Regeln vor, die ein friedfertiges Zusammenleben ermöglichen sollen.

a) https://evangelische-religion.de/ReligionNeu/mensch/frieden-krieg-1/

b) https://evangelische-religion.de/ReligionNeu/mensch/frieden-krieg-2/

c) weitere Details: https://evangelische-religion.de/ReligionNeu/kirche/kreuzzuege/

d) https://evangelische-religion.de/ReligionNeu/kirche/christentum-und-gewalt/