SINN –  SEKTEN – SUCHT: EINLEITUNGSFRAGEN

Grundsätzliches vorneweg

Viele Fragen, die wir im Leben haben, sind „mind blowing“ – „Kopf zerbrechend“. Manchmal kommen wir mit den schweren Fragen nicht klar. Je nach Gefühlslage. Manchmal geht es uns wunderbar gut – und keine Frage kann mir das Leben trüben. Manchmal fühle ich mich schlecht – und jede Frage kann zu einer werden, die mein Leben klein und schwer macht.

Wenn ich das Gefühl habe, dass mein Leben irgendwie nicht funktioniert, alles irgendwie zerbricht, dann kann ich bei anderen Menschen Hilfe suchen. Vor Ort sind Pfarrerinnen / Pfarrer und Pastorinnen / Pastoren sowie Priester ansprechbar. Wenn ich lieber anonym meine Fragen stelle, mich mit irgendjemandem anonym unterhalten möchte, dann bieten sich folgende Telefonnummern an:

(a) Telefonseelsorge: 0800 1110111 / 0800 1110222 https://www.telefonseelsorge.de/ Dort finden sich auch Chat-Möglichkeiten, e-Mail ist möglich und Vor-Ort-Beratungsstellen.

(b) Nummer gegen Kummer: 116 111 Es gibt da auch Hilfe für Eltern: 0800 1110550, sowie Chat und Möglichkeit zu mailen: https://www.nummergegenkummer.de/

Sinn – Sekten – Sucht

Auf der vorangegangenen Seite wurden Hinweise geboten, die anregen sollen, darüber nachzudenken, dass unterschiedliche Menschen dem Leben auch unterschiedlichen Sinn abgewinnen können – darüber hinaus zeigt sie, dass es auch unterschiedliche Sinn-Angebote gibt.

Die Themen Sekten/Sondergruppen und Sucht können zur Frage nach dem Sinn des Lebens dazugehören. Vorbereitend auf diese Seiten – siehe die Links unter Aufgabe 12 – kannst Du die folgenden Fragen beantworten.

Manche der folgenden Fragen haben es massiv in sich. Wenn Du nicht mit ihnen klar kommst, übergehe sie einfach. Vielleicht kommst Du wieder zu ihnen zurück, wenn Du Dich ein wenig mit dem Thema beschäftigt hast.

Aufgabe 1 (Stillarbeit): Ist es gut, darüber nachzudenken, was der Sinn meines / eines Lebens sein könnte?

Wenn ja:

  1. Warum ist es gut, darüber nachzudenken?
  2. Was für einen Sinn sehe ich in meinem Leben
  3. Was für einen Sinn möchte ich meinem Leben geben?
  4. Wenn nein:
  5. Warum ist es nicht gut, darüber nachzudenken?
  6. Welchen Sinn könnten andere Menschen in ihrem Leben sehen?
  7. Was könnten sie als Sinn des Lebens ansehen?

Aufgabe 2: Ein Freund/eine Freundin mailt Dir bzw. schreibt Dir auf WhatsApp: Es ist alles so sinnlos. Ich bin halt auf der Welt. Mehr nicht. Welche Möglichkeiten siehst Du, darauf zu reagieren?

Aufgabe 3 (gemeinsam sammeln + erzählen):

  • Was weißt Du über Sekten?
  • Was weißt Du über Sucht?

Aufgabe 4 (Stillarbeit + Plenum): Was können beide Themen mit dem Thema „Sinn des Lebens zu tun haben“?

Aufgabe 5: Gehen die Themen über die Frage nach dem Sinn hinaus? Inwiefern kann man mit Sekten und Drogen in Berührung kommen?

Aufgabe 6: Lies die Möglichkeiten, die die Aufzählung auf der vorangegangenen Seite angibt.

  • Du hast Erfahrungen mit Menschen, Du beobachtest Menschen.
  • Von daher kannst Du die Tabelle sicher:
  • ergänzen
  • korrigieren
  • eine ganz neue erstellen

Aufgabe 7: Begründe Deine Änderungen der Aufzählungen.

Aufgabe 8: Was hältst Du von den Aussagen:

  1. Es kommt nicht darauf an, was ich vom Leben erwarte, sondern darauf, was das Leben von mir erwartet.
  2. Es kommt nicht darauf an, welchen Sinn ich dem Leben gebe, sondern welchen Sinn das Leben mir aufträgt.
  3. Es kommt unbedingt darauf an, was ich vom Leben erwarte.
  4. Es kommt unbedingt darauf an, welchen Sinn ich dem Leben gebe.
  5. Andere Menschen tragen viel zu einem sinnvollen Leben von mir bei.
  6. Ich bin von anderen Menschen unabhängig, wenn es um die Frage nach dem Lebenssinn geht.

Aufgabe 9: Was sagst Du dazu?

Nicht der Mensch stellt die Frage: Was ist der Sinn des Lebens, sondern: Das Leben stellt dem Menschen die Frage: Welchen Sinn siehst Du? Und es fordert auf: Erkenne den Sinn! (Ersetze das Wort „Leben“ durch: Gott, durch Menschen, die Dir nahe stehen.)

Aufgabe 10: Was sagst Du dazu?

Ich als Mensch bin Ich. Aber habe ich das Ich in meiner Hand? Verstehe ich mich wirklich? Habe ich eine mir unbewusste Seite, die ich nicht ergründen kann oder nicht mag?

Aufgabe 11: Kannst Du die Aussage nachvollziehen?

Der Theologe Dietrich Bonhoeffer schrieb im Gefängnis, dass andere Menschen ihn anders beurteilen, als er sich selbst zu sehen vermag. Er endet mit dem Satz: „Wer bin ich? Einsames Fragen treibt mit mir Spott. / Wer ich auch bin, Du kennst mich, Dein bin ich, o Gott!“ Den gesamten Text findest Du hier: https://www.religionspaedagogikzh.ch/upload/20120229133415.pdf

Aufgabe 12: Lies

(a): https://evangelische-religion.de/ReligionNeu/mensch/sucht/

(b) https://evangelische-religion.de/ReligionNeu/religion-en/sekten-sondergruppen/

Auch die Frage nach dem Sinn des Lebens benötigt aus christlicher Sicht den Gottesbezug. Menschen finden in allem möglichen Erfüllung für ihr Leben: Familie, Nachkommenschaft, Gemeinschaft, Beruf, Karriere, im finanziell abgesicherten Leben, im Hobby, darin, dass ich von anderen in den Medien oder dem „Sozialen Netzwerk“ wahrgenommen werde oder einfach im unreflektierten aber glücklichen Dasein. Manchen nehmen Drogen das Denken über den Sinn des Lebens aus der Hand, manche fühlen sich sinnvoll geborgen in der sie bestimmenden Gemeinschaft (also religiöse und weltanschauliche Sekten). Aus diesen Gründen ist die Notwendigkeit des Gottesbezuges nicht immer ersichtlich. Doch angesichts des Todes, aber auch schon angesichts schwerer Erkrankungen und anderen Notlagen kommen Fragen auf, die nach den Sinn des Lebens auf einer anderen Ebene fragen lässt: Ich werde sterben – was machen dann Familie, Beruf, Hobbys für einen Sinn? Alles, was sinnvoll schien, zerrinnt. Auch wenn Goethes Werke den Menschen Johann Wolfgang überlebt haben – er selbst ist nicht mehr. Und von hier aus gesehen fragen Menschen auf einer anderen Ebene, der religiösen Ebene nach dem Sinn. Und diese Ebene wird die irdischen Versuche, den Lebenssinn zu finden, überdauern. Aus christlicher Perspektive wird der Sinn darin gefunden, dass das fragmentarische Leben auf die Vollendung zugeht. Das verzerrte Gott-Ebenbild Mensch wird zum vollendeten Ebenbild Gottes.