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Truman-Show

 

Regie: Peter Weir, 1998, Paramount

 

Christliche Bezüge:

  • Unklare Geburt.
  • Wie wird das Ende sein? Apokalyptische Information.
  • Santa Maria – Schiff des Columbus – Entdeckerschiff – Gleichzeitig der Name Maria: Mutter Jesu (Maria trägt Jesus [im Leib] und schützt ihn – vgl. Apokalypse des Johannes) – Schiff in die Freiheit. Aber auch: Das rettende Boot, das die Angst überwinden hilft, die Chaosmächte (Wunder der Sturmstillung). Christlich: Sich ins Ungewisse aufmachen und zu Gott gehen (Gleichnis vom Verlorenen Sohn) – aber das Böse will daran hindern (durch Ängste, schlimme Erlebnisse). Sich nicht kleinkriegen lassen = Glauben. Das Schiff hat Nummer 139 = Genesis 13,9: Steht dir nicht das Land offen?... Bzw. wohl eher: Psalm 139 (negativ, wenn Christof gemeint ist, der falsche Gott, der Truman fest hält; positiv, wenn Gott es ist, der Truman aus der Hand des falschen Gottes heraus holt)
  • Sturm – Truman wie tot – wie Jesus am Kreuz - am Schiff – Sturm lässt nach – Auferstehungssonne.
  • Er geht über Wasser wie Jesus – bzw.: die Jünger fahren im Boot über den durch Chaosmächten aufgewühlten See. Jesus geht auf dem Wasser und Petrus bittet, aussteigen zu dürfen. Auch er geht auf dem Wasser. Sinkt dann aber ein, als er kein vertrauen mehr hat und Jesus ergreift seine Hand und rettet ihn. Wasser als Chaosmacht, das den Vater genommen hat, das tief innen sitzende Ängste auslöst.
  • Himmelfahrt des Truman – in die Welt der Freiheit hinein.
  • Die Welt der Freiheit die Welt des wahren Gottes.
  • Tru(e)-Man = wahrer Mensch; Burbank = Disney Imperium in Burbank; Marlon: kleiner Falke?; die Ehefrau: Meryl („bloß“ Schauspielerin); Lauren/Sylvia: Siegerin (Lorbeerbekränzte)/Königin des Waldes, Luftgeister

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  1. Christof – Christus-Träger /was auf Tru(e)Man als Christus-Figur hinweist, denn der Regisseur trägt den Truman-Christus. "Christoph" ist auch der Name von Christoph Columbus. Im Film  maßt sich der Demiurg, die böse Macht/der böse Mensch diesen Namen an. Der Mensch, der meint, an Gottes Stelle zu stehen und eine heile Welt zu schaffen. In dieser heilen Welt ist alles hell und weiß, alles geregelt. Aber sie basiert durchweg auf Lüge (Truman wird von allen belogen – massivst belogen – sie bekämpfen ihn letztlich, als er seine Freiheit sucht – auch mit dem Hinweis, dass das nur Wunschwelten/Illusionen sind). Der falsche Schöpfer der heilen Welt (der vom Freund Trumans angesichts des Sonnenaufgangs als Big Guy – omnipotente Macht/Gott bezeichnet wird, der Big Guy, dessen Sprachrohr der Freund ist) maßt sich Gott-Sein an – und betrügt sich im Grunde auch selbst - : ich kenne dich besser als du dich selbst! Aber seine Grenze besteht eben – anders als bei Gott - darin, dass er nicht das Denken, die Seele von Truman kennt ("du hast keine Kamera in meinem Kopf") – dazu gehört auch, dass er nicht wahrnehmen kann, dass Trumans Wunsch nach Freiheit sehr groß ist: Freiheit trotz Unsicherheit. (Könnte Truman wieder zurückkommen? – Auch, indem er sich mit Christof in irgendeiner Weise arrangiert?)
  2. Dass Truman bemerkt, dass er in der Welt des bösen ist, der Welt dessen, der sich anmaßt, Gott zu sein, wird ihm gewahr durch Sylvia/Lauren. Sie ist im Grunde der Geist Gottes (hebräisch feminin), der in diese falsche Welt eindringt, und ihm bewusst macht, dass er seine Umwelt wahrnehmen muss und so erkennt, dass es eine falsche Welt ist (so sagt sie ihm: Komm und suche mich! / der Duft der Jacke – der Duft der Transzendenz [vgl. Paulus im 2. Korintherbrief]). Truman versucht Sylvia irgendwie aus seiner Erinnerung zu fassen. Und sie tritt gegen den menschlichen Schöpfergott Christof massiv für Truman ein und betet kurz vor Schluss auch den wahren Gott an, damit Truman die Freiheit wählt. Neben Sylvia ist die ominöse Lampe, die herunterfällt ein Zeichen Gottes, das letztendlich zur Erleuchtung führt: Sylvia legte den Grundstein dafür, dass er erkannte: Es gibt eine Welt außerhalb der Gewohnheitswelt – die Lampe war noch einmal ein Reminder, der ihn zunächst verunsicherte, wie auch andere „Pannen“ (Radio-Signale – auch Welt von außen).
  3. Alles, was Truman macht, ist sinnlos. Er kann im Alltag tun, was er will, es wird vom Regisseur vorgegeben und aufgefangen: Alles ist Schein, sein Beruf, seine sozialen Kontakte… Er ist unfrei – und er trägt keinerlei Verantwortung. Dann wagt Truman es, aus dieser Welt der Scheinsicherheit auszubrechen und geht in die Welt, die für den falschen Schöpfergott einfach krank, pervers ist, sie ist nicht heil, sondern eben kaputt. Aber der Mensch in seiner Freiheit wählt diese Welt – die Welt des wahren Gottes, in der er frei leben kann. Nicht das von Menschen gemachte Paradies ist sein Ziel – sein Ziel ist das wahre Leben, das Gott schenkt. Im Film: Nicht das Leben in Seahaven ist das Paradies – Sehnsuchtsort der Freiheit ist Fidschi, der Ort Sylvias, der Ort außerhalb der heilen Welt, auch der Ort, an dem man scheitern kann (wie die Zuschauer zeigen).
  4. Ein Blick auf die Zuschauer: Sie leben auch in Unfreiheit. Sie sind Teil des Rädchens, alle machen das, was sie machen wollen – gefangen von der Medienwelt, eben der Truman Show. Sie bejubeln, dass Truman die Freiheit wählt, weil er der Held ist, der Erlöser, der die Freiheit wählt – an ihrer statt. Jesus ist der Erlöser, der Menschen in die Freiheit führt – aber die Zuschauer im Film bleiben in ihrer Gefangenschaft – außer eben Sylvia. Die Zuschauer konnten vorher an der heilen Welt teilhaben durch das Product-Placement: Man kauft sich etwas vom Traum der heilen Welt. Das ist das, was Werbung - auch unter Aufnahme religiöser Riten und Metaphern vorgaukelt: Du kaufst dir die heile Welt.

 

(Bezüge zum Höhlengleichnis bzw. zur Gnosis liegen vor – aber es handelt sich im Wesentlichen um alte christliche Traditionen. Es fließen insgesamt viele Aspekte von Religion und Philosophie, Psychologie und Soziologie ein. Eine weitere Interpretation, die den Film als einen darlegen möchte, der gegen Religion gerichtet ist – ist nicht nachvollziehbar: Christof als Christus, der eine heile Welt vorgaukelt gegen Jesus, den Menschen, der die Freiheit sucht… - das lässt sich im Film angesichts all der Christus-Bezüge mit Blick auf Truman nicht begründen.)