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Kirche und Medien

 

Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der euch nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt (1. Petrusbrief)

 

 

 

A) Geschichte der Kirchen und Medien (auch Architektur als Kommunikationsform und Musik usw.)

 

Christen haben schon seit Beginn die medialen Möglichkeiten benutzt, die ihnen zur Verfügung standen - und auch neue ausgedacht, um ihre gute Botschaft weiter zu sagen:

 

1. Jahrhundert: Jesus+Paulus+frühe Christen: Rede und soziale Tat gehören zusammen. Neue Gattungen: Evangelien, Briefe, Apostelgeschichte. In Briefen eingefügt wurden: Bekenntnisse, Lieder…

 

(Kommunikationsstrategie Jesu: a) er erwählte 12 bzw. 70 Jünger, die er aussandte, um seine Botschaft weiterzutragen; Wunder führten dazu, dass alle Zeugen als Multiplikatoren dienten. Kommunikationsstrategie des Paulus: Er gründete überwiegend in Großstädten Gemeinden, die dann die Botschaft ins Umland weiterbrachten. Zur Festigung der Gemeinden schrieb er Briefe, die er mit seinen Schülern in die jeweiligen Städte sandte. Diese wurden - wie andere Schriften von Christen auch - dann aber auch eifrig abgeschrieben und als Schrift weiter gegeben.)

 

2. Jahrhundert: Christen haben den Codex (die Buchform) der Rolle vorgezogen und auch innovativ weiterentwickelt, während Nichtchristen überwiegend noch die Rolle verwendeten. Zusammenstellung der Bibel zum Kanon (die Botschaft wurde zusammengefasst - konzentriert und ist damit wirkungsvoller zu vermitteln). Älteste christliche Skriptorien Alexandria (sie dienten der Vervielfältigung von Bibeln). Gattungen: Apologien (Verteidigungsschriften an Kaiser…) Kommentare, Märtyrertexte.

 

3./4. Jahrhundert: Älteste bislang bekannte christliche Kunst auf Grabmälern: Kalistuskatakombe (Abendmahl) und Domitillakatakombe (Jesus als Hirte), Christliche Elfenbeinkunst. Beginn christlicher Geschichtsschreibung. Singen christlicher Lieder in Familien. Weiterführung christlicher Liturgien (Basilius+Ambrosius).

 

4./5. Jahrhundert: Didaktische Bedeutung der Malerei. Baptisterien (Taufhäuser) - Vermehrter Bau von Kirchen (Basilika). (= Kommunikation mit Hilfe von Architektur). Viele Skriptorien. Wulfila übersetzte die Bibel ins Gotisch. 5. Jh. Berühmte Mosaiken von Ravenna (Galla Placidia). Augustinus hat als erster über Takt, Pausen und Synkopen in der Musik geschrieben.

 

6. Jahrhundert: Entwicklung der Gregorianik. Bibel Illustrationen beginnen. Hagia Sophia: Kuppelbasilika.

 

9./10. Jahrhundert: Bilder = Bibel der Armen. Bibel Übersetzungen. 9. Jh. Otfried von Weißenburg führt Endreim statt Stabreim ein. Karl der Große gründete Malerschule. 10. Jh. Roswitha v. Gandersheim schreibt Dramen. Entwicklung des mehrstimmigen Gesangs (Organum).

 

10./12. Jahrhundert: Baustile: Romanik, Gotik. Notenschrift erfunden (vorher: Buchstaben). Ab dem 11. Jahrhundert entwickelten sich schrittweise Universitäten (Parma, Bologna, Paris, Oxford usw.), das heißt zunächst einmal, dass Menschen intensivst argumentieren lernten. Argumentieren bedeutet: unterschiedliche Meinungen wahrzunehmen - es entstanden viele große Werke.

 

13./15. Jahrhundert: Die "Devotio moderna" erreichte manche Menschen. Das heißt: Es kommt auf Innerlichkeit, Andacht an, auf die persönliche Beziehung zu Jesus Christus. In diesem Zusammenhang waren Bilder wichtig, Bilder vom Leiden Christi, in die man sich hinein versenkte. Wichtig wurde das Werk des Thomas von Kempen: Imitatio Christi.  In diesem Zusammenhang können auch die Passionsspiele genannt werden: Das Leiden Jesu wurde "gespielt" - damit hat man sich in das Leiden eines anderen hineinversetzen gelernt. (Negativ ist allerdings, dass manchmal Passionsspiele dazu führen konnten, dass man Juden verfolgte.) Gutenberg erfindet die beweglichen Lettern. Erste Orgeln im Gottesdienst. Im 15. Jh. zahlreiche Gründungen von Kapellen.

 

16. Jahrhundert: Die Erfindung Gutenbergs fördert die Verbreitung protestantischer Flyer und Schriften. Bibelübersetzung: Deutsch. Luther verkündete auch mit Musik und Liedern. Christlich-humanistische Bildung (Melanchton).

 

17./18. Jahrhundert: Kommunikation über Hausgemeinden, Predigt- und Bibeldiskussionsrunden (Konventikel)(Spener). Liederdichter: Paul Gerhardt; Komponisten: Corelli, Vivaldi, Albinoni, Mozart, Bach… Maler: Rembrandt. Gründung der Cansteinschen Bibelanstalt: Druck preiswerter und vieler Bibeln für Arme. Erfindung des „stehenden Satzes“ (Buchdruck).

 

19. Jahrhundert: Gründung von Verlagen die der (christlichen) Bildung dienen sollten. Schreibmaschinen – erleben unter anderem in den USA ihren Durchbruch, weil christliche Frauengruppen Frauen an ihr ausbilden. Komponisten: Mendelssohn-Bartholdy. Maler: Caspar David Friedrich.

 

20. Jahrhundert: Kirche in Rundfunkräten (Radio, TV). Zahlreiche kirchliche Printmedien. Kirchliche Filmpreise und Filmvertrieb. Musik: Spirituals und sehr viele Kirchenkonzerte.

 

21. Jahrhundert: Starke Internetpräsenz der Kirchen und einzelner christlicher Gruppen bzw. Christen.

 

 

 

B) Kommunikationsmodelle

 

Der Mensch wächst in einem kommunikativen Umfeld auf. Er nimmt Welt nicht wahr, wie sie ist, sondern aufgrund der Deutung, die sein kulturelles Umfeld ihm durch Sprache, Bilder usw. mitgibt. Die Welt wird auf dem Weg ins Bewusstsein und durch das Bewusstsein durch das kommunikative Umfeld transformiert und beeinflusst als solches das Selbstverständnis des Menschen. Diese Erkenntnis ist nicht neu, so haben schon die Philosophen Platon oder in der Neuzeit der Philosoph Kant gesehen, dass wir nichts über die Dinge an sich wissen, sondern nur Vorstellungen haben. Das für den Menschen Unbefriedigende ist, dass er nicht hinter diese seine konstruierte Welt kommen kann. Er kann sie zwar durch andere Kulturen hinterfragen, kann sie immer weiter philosophisch, dichtend ausdehnen, aber er bleibt in dem ihm gesetzten Rahmen gefangen. Gleichzeitig: Die Gefangenschaft durch Sprache ermöglicht dem Menschen ungeahnte Möglichkeiten der Freiheit. Ohne die Kommunikation, in die er hineinwächst, wäre sein Leben äußerst begrenzt.

In den folgenden Modellen geht es im Wesentlichen um verbale Kommunikation: reden, lesen, hören.

Die Vielfalt visueller Kommunikation (Bilder [Gemälde, Fotos], Architektur, Fernsehen, Film, Gestik, Mimik) kommt kaum vor.

(Die folgenden Begriffe kommen meines Wissens in der Forschung nicht vor:) Ebenso ist von der haptischen (fühlenden) Kommunikation kaum die Rede, die allerdings in der Produktion mancher Gegenstände eine Relevanz hat: Wie liegt es in der Hand... - zudem ist diese Kommunikation zwischen Menschen eher distanzlos (Hand geben...). Auch die nidoreische (latein) bzw. myrodische (griechisch) Kommunikation kommt nicht vor: das Riechen. Die würde bei Tieren eine größere Rolle spielen als beim Menschen - wird allerdings eingesetzt in Form von Parfüm, das anderen etwas signalisieren soll (bzw. Versuche im Handel, die durch Einsatz von Duftstoffen zum Kauf motivieren sollen). Auch Schmecken kann eine Form der Kommunikation sein: Liebe geht durch den Magen...

 

Was ist Kommunikation?

  1. Kommunikation dient den Menschen in erster Linie zur Verständigung. Individuum A verständigt sich mit Individuum B.
  2. Mittel der Kommunikation: Worte – Schrift – Bild – Taten – Gesten – Mimik - in den Modellen geht es jedoch um die kommunikative Funktion der Texte.
  3. Kommunikation hat Teil am gesellschaftlichen Vollzug und die Kommunikation zwischen Individuen hat Auswirkungen auf die Gesellschaft.
  4. Die Kommunikation der Gesellschaft hat Auswirkungen auf die Individuen.
  5. Kommunikation kann Individuen und Gesellschaft schädigende Auswirkungen haben oder aber Individuen und Gesellschaft aufbauende Auswirkungen.

 

Aufgabe: An welchen Auswirkungen ist dem Individuum und der Gesellschaft gelegen? (Vorsicht!: Die Antwort ist nicht so einfach, wie sie auf den ersten Blick scheint!)

 

Im Folgenden werden ein paar grundlegende Modelle genannt, die in vielen Variationen und mit unterschiedlichen Schwerpunkten weiter modifiziert vorliegen, hier aber nicht weiter dargelegt werden können.

 

Wie geschieht Kommunikation

Schannon+Weaver: Ein Sender kodiert ein Signal, sendet es (Kanal), es wird dekodiert und vom Adressaten empfangen. Freilich kann das Signal auch gestört werden.

Bühler: (a) Ausdruck (der Sender vermittelt etwas von sich und verwandelt einen Teil davon in Sprache - ein anderer Teil bleibt unbewusst); (b) Appell (der Sender vermittelt ein Zeichen an den Empfänger, das diesen zu etwas auffordern will); (c) Darstellung (der Sender übermittelt Informationen).

 

 

Adressatenorientierung der Kommunikation

Schulz von Thun: Der Sender sendet dem Empfänger eine Nachricht. Freilich ist die Kommunikation abhängig von: (a) Worüber will der Sender informieren, (b) in welchem Verhältnis steht er zum Adressaten, (c) was zeigt er von sich selbst.

 

Grice betont (a) Quantität (nur das Nötigste sagen – aber nicht zu knapp); (b) Qualität (Wahres mitteilen); (c) Relevanz (nur Themenrelevantes sagen); (d) Klarheit (nicht verwirrend sprechen)

 

Kommunikation und Meinungsbildung in der Gesellschaft

White+Levin: (a) Meinungsführer und Institutionen geben Informationen an Medien weiter, (b) Medien wählen aus und veröffentlichen sie Auswahl, (c) dadurch „machen sie Meinung“.

 

McCombs+Shaw: (a) Die Meinungsmache der Medien hat (b) Auswirkungen auf die Meinungsführer und Institutionen.

 

Kommunikation mit Blick auf den Leser und die Leserin

Klapper: Aber nur das wird von den Rezipienten wahrgenommen, was in deren Weltbild passt.

 

Noelle-Neumann: Die eigene Meinung wird unterdrückt, weil man sich nicht gegen die mediale Mehrheit stellen möchte.

 

Aufgabe

Wo setzt nun die Medienethik der Kirchen an? Wo sollte sie ansetzen?

 

 

C) Pressekodex s. http://www.presserat.de/pressekodex/pressekodex/

 

Ziffer 1: Die Achtung vor der Wahrheit, die Wahrung der Menschenwürde und die wahrhaftige Unterrichtung der Öffentlichkeit sind oberste Gebote der Presse.

Jede in der Presse tätige Person wahrt auf dieser Grundlage das Ansehen und die Glaubwürdigkeit der Medien.

Das wird in Ziffern 2-16 entfaltet (unter anderem: 2. Sorgfalt; 8. Schutz der Persönlichkeit; 9. Schutz der Ehre; 10. Religion, Weltanschauung, Sitte; 12. Diskriminierungen; 13. Unschuldsvermutung)

 

Aufgaben:

  1. Wo liegen die Stärken und die Schwachstellen des Pressekodex?
  2. Werden Begriffe (zum Beispiel: Freiheit, Würde, Ansehen der Medien) definiert?

 

  1. Wie sähe ein Medienkodex aus christlicher Perspektive aus?
  2. Welche Maßstäbe liegen diesem zugrunde?

 

 

D) Medien

 

Sender - Empfänger:

  • Der Sender sieht ein Objekt (z.B. eine Kapelle in den Bergen) -
  • er malt/fotografiert sie oder beschreibt sie mit einem Text (*), stellt also eine Ähnlichkeit her (Ikon) -
  • das Bild / der Text sind Repräsentanten (sie repräsentieren das Objekt, präsentieren es nicht, das heißt: sie sind nicht die abgebildete/textlich dargebotene Kapelle in den Bergen) -
  • als Repräsentanten haben sie eine Wirkung (Interpretant) (**)
  • auf den Empfänger, der sie wiederum individuell interpretiert.

 

  • (*) Allerdings hat selbstverständlich ein Text als Text keine Ähnlichkeit mit dem Objekt (ein Text, der eine Kapelle in den Bergen beschreibt, sieht nicht aus wie eine Kapelle in den Bergen) - aber er vermittelt mit Hilfe von Worten/Zeichen, die die Kultur zur Verfügung stellt, einen Eindruck von der Kapelle in den Bergen.
  • (**) Diese Wirkung, die den Empfänger beeinflussen soll, wird mit Hilfe der Perspektive, der Farbgebung usw. bzw. beim Text mit Hilfe der Rhetorik, der Verwendung bestimmter Worte, erreicht. Sachtexte versuchen allerdings eine Vorstellung im Empfänger zu erzeugen, ohne rhetorische Kniffe bzw. Sachbilder ohne Fotoshop.

 

Aufgabe:

Dabei stellen sich jedoch zwei Fragen: Geht das? (Ist eine Kapelle in den Bergen im Morgendunst, angesichts der untergehenden Sonne oder im Mittagsleuchten realer oder unter Regenschwaden realer?) und: Kann eine emotionale Darstellung nicht angemessener den Sachverhalt wiedergeben als eine möglichst sachliche Abbildung?

 

Das alles ist bekannt und notwendig zu wissen, um nicht Manipulationen ausgeliefert zu sein. Es gilt, Medien kritisch wahrzunehmen, sie zu reflektieren, sich sensibilisieren lassen für die Möglichkeiten, die Menschen medial einsetzen - damit man sie letztlich wirklich ungefährdet genießen kann. Zudem hat man nicht nur Teil an der medialen Welt durch Konsum, sondern auch durch Gestaltung (vielleicht beruflich, aber auch durch Benutzung sozialer Medien für Weitergabe von Informationen, Selbstdarstellungen...).

 

 

Es gibt eine Fülle an Medien, die die christliche Religion verwendet: Texte, Bilder - aber auch Rituale, Symbole, Architektur, Musik, Filme - und Personen (s. Punkt A). Als Medium Gottes dient zum Beispiel in erster Linie Jesus Christus. Allerdings ist er, anders als Christen, nicht nur Medium, sondern Gott selbst handelt in ihm.

 

 

 

E) Theologische Grundlagen christlicher Medienethik

Weil Medien manipulativ sein können, muss eine Medienethik entwickelt werden. Aus christlicher Perspektive sind für eine solche folgende Aspekte zu berücksichtigen:

 

Grundlage: Anthropologie - Humanverträglichkeit - Würde des Menschen

1. Genesis 1:

  • Der Mensch ist frei – er handelt in Freiheit. In Freiheit Handeln bedeutet auch: Verantwortung übernehmen.
  • Der Mensch ist Ebenbild Gottes – das heißt nicht, dass der Mensch in seiner Allmacht anmaßend alles tun und lassen kann, was er will – sondern er trägt Verantwortung
  • Das Individuum – die Person hat Würde – und es ist Teil der Gemeinschaft. Es gilt dem Individuum dazu zu verhelfen als Teil der Gemeinschaft zu leben.
  • Alle Menschen sind Ebenbild Gottes – von daher haben auch alle ein Recht auf mediale Wahrnehmung (nicht nur der reiche Norden) (Internationale Verträglichkeit).
  • In diesem Zusammenhang ist auch zu erwähnen, dass Medienethik Umwelt und Tiere berücksichtigen muss.

2. Trinität: Kommunikation ist nicht nur Informationsübermittlung, sondern fördert Gemeinschaft – ist Teil/Vollzug der Gemeinschaft

3. Reich Gottes – Die Botschaft von der Gottesherrschaft beinhaltet: Was erwarte ich an Positivem und das gilt es jetzt schon durchzusetzen.

4. Geist Gottes:

  • Der Geist Gottes ist die Kraft, die Gottes Willen durchsetzt. Gott erhält den Menschen: Gebote, Gesetze, Normen, Werte – in allen Völkern. der Geist hat das Gesetz in die Herzen geschrieben. Kirchen weisen auf das hin, was Gott in den Menschen angelegt hat = salopp gesagt: Alle Menschen guten Willens haben im Grunde eine Meinung.
  • Der Geist Gottes ermöglicht Erfahrungen, erweitert das Wissen bis hin ins Transzendente.

5. Das Leben ist Ausdruck der Gottesbeziehung

6. Kirche sieht sich in der Nachfolge Jesu Christi – das heißt auch als Sprachrohr Gottes. Ihr Selbstverständnis hat darum mehr Gewicht: Wer euch hört, der hört mich, wer mich hört, hört den, der mich gesandt hat…

Missionarisch geht es der Kirche um Verständigung. Durch Aufbauen einer Gegnerschaft kann keine Verkündigung erfolgen.

7. Das achte Gebot: Du sollst nicht falsch Zeugnis reden gegen deinen Nächsten. Luther: Wir sollen Gott fürchten und lieben, dass wir unsern Nächsten nicht aus Falschheit belügen, verraten, verleumden oder hinter seinem Rücken reden, sondern sollen ihn entschuldigen, Gutes von ihm reden und alles zum Besten kehren.

 

 

F) Ethische Grundlagen: https://evangelische-religion.de/christliche-ethik.html

 

 

G) Medienkodex aus christlicher Perspektive

(Zusammenstellung unter anderem mit Hilfe von „Chancen und Risiken der Mediengesellschaft“ – s. unten)

 

1. Diese theologischen Grundlagen sind auch Maßstab für Kritik der Kirche an den Medien bzw. für ihre eigene Verwendung von Medien

Sozialverträglichkeit der Medien:

  • Kirchen sind gegen: Fremdbestimmung, Betonung von Einzelinteressen, Entwürdigungen des Menschen, Profitorientierung.
  • Kirchen sind für: Selbständigkeit, Verständigung, Freiheit, Beachten der psychischen Auswirkungen, Anreiz zur Eigenverantwortung.
  • Kirchen können in einer pluralistischen Gesellschaft nicht mehr bestimmen – aber sie diskutieren mit.
  • Kirchen müssen die Verantwortung des Rezipienten (Fernsehzuschauer, Zeitungsleser…) einfordern. Auch der Mediennutzer trägt Verantwortung – nicht zuletzt als Christ, der in Verantwortung vor Gott lebt. Der Mediennutzer ist ein Handelnder (Einschaltquoten) bzw. Kritiklosigkeit führt dazu, dass andere die Mehrheit bilden.
  • Medienkompetenz ist eng mit der Medienethik verbunden.

 

 2. Kirche ist auch Thema in den Medien – werden ethische Grundlagen beachtet?

  • Wie wird Kirche wahrgenommen?
  • Welche kirchliche Themen beherrschen das mediale Interesse?

 

 3. Glaube wird in den Medien unabhängig von Kirche als Institution thematisiert – werden die theologischen Grundlagen beachtet?

  • Wie wird christlicher Glaube wahrgenommen?
  • Wer formuliert Glaubensfragen – und warum?
  • Wie werden christliche Themen unabhängig von den Kirchen ausgesprochen?
  • Werden christlicher Glaube mit religiösen Themen vermischt…?
  • Wie werden Glaubensaspekte anderer Religionen wahrgenommen?

 

 

H) Kirchliche Dokumente zu den Medien

 

„Chancen und Risiken der Mediengesellschaft“ die gemeinsame Erklärung wurde 1997 vom Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Deutschen Bischofskonferenz veröffentlicht.

Der Text: http://www.dbk.de/fileadmin/redaktion/veroeffentlichungen/gem-texte/GT_10.pdf

 

I) Medienpräsenz der Kirchen

 

Kirche und Film: http://www.kirche-und-film.de/

Rundfunk: http://rundfunk.evangelisch.de/

Kirche und Medien: http://www.katholisch.de/de/katholisch/kirche/medien/00_verteilerseite_kirche___medien.php  (dort eine ganze Menge zum Thema Medien und Katholische Kirche)

Zum Thema "christliche Journalistenschulen":

http://www.pro-medienmagazin.de/journalismus/detailansicht/aktuell/das-kreuz-an-der-wand-christliche-journalistenschulen/

 

 

J) Kritik an der Medienpräsenz der Kirchen (Ulrich Schauen)

 

http://www.kirchenhasser.de/  besonders der Artikel: http://www.diesseits.de/perspektiven/saekulare-gesellschaft/1369692000/kirche-medien-kritiker-gilt-voreingenommen

 

K) Siehe auch https://evangelische-religion.de/gelebte-kirche.html

 

 

 

Sehr gute Literatur:

Udo G. Schmoll: Medienethik in theologischer Perspektive, in: Unterrichts-Konzepte Religion, Oberstufe aus dem Stark-Verlag (Anregungen wurden im oben genannten Beitrag mit verarbeitet)

 

Die Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur schreibt regelmäßig Preise aus:

http://www.gmk-net.de/