{"id":946,"date":"2019-07-03T15:09:35","date_gmt":"2019-07-03T13:09:35","guid":{"rendered":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/?page_id=946"},"modified":"2019-07-12T15:21:22","modified_gmt":"2019-07-12T13:21:22","slug":"buddhismus","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/religion-en\/buddhismus\/","title":{"rendered":"Buddhismus"},"content":{"rendered":"\n<p style=\"color:#a30003;text-align:center\" class=\"has-text-color\">Buddhismus (manches ist veraltet! Bitte weitere Informationen ber\u00fccksichtigen!)<\/p>\n\n\n\n<p>Die Grundlage des Buddhismus ist die Tradition des Hinduismus und so bleibt der Glaube an die Wiedergeburt auch dessen Grundlage, ebenso das Karma-Denken. Vom Hinduismus hatte sich der asketische Jainismus getrennt: jede Handlung, auch die unbewusste Handlung, zeigt, dass der Mensch am K\u00f6rper gekettet ist, das hei\u00dft: Er ist der Wiedergeburt unterworfen. Darum muss sich der Mensch von seinem K\u00f6rper l\u00f6sen, um von der Wiedergeburt erl\u00f6st zu werden. Um vom K\u00f6rper gel\u00f6st zu werden, bedarf es nicht der Brahmanen bzw. des G\u00f6tterpantheons, sondern der Askese.<\/p>\n\n\n\n<p>Buddha &#8211; Biographie + Lehre<\/p>\n\n\n\n<p>Buddha (der Erwachte)<\/p>\n\n\n\n<p>Buddhas eigentlicher Name ist Siddharta (= Der das Ziel erreicht hat) Gautama (= Name eines Brahmanen), er ist auch als Shakyamuni (= aus dem Geschlecht der Shakya) bekannt. Er wurde als Sohn eines F\u00fcrsten und seiner Frau Maya um ca. 500 v.Chr. (?) geboren (buddhistische Literatur geht von 600 v. Chr. aus). Er war verheiratet und verlie\u00df mit 29 Jahren seine Familie, nachdem er mit dem Leiden der Menschen au\u00dferhalb des Palastes konfrontiert worden war. Nach dem Luxusleben als F\u00fcrstensohn lebte er zun\u00e4chst als Sch\u00fcler verschiedener Brahmanen, dann als Asket in der Tradition des Jainismus, und erlebte mit 35 Jahren die Erleuchtung\/Erwachung. Er sah, dass auch mit der Askese das Leiden nicht \u00fcberwunden wird. Er begann zu essen und zu baden. In Nachtwachen unter einem Feigenbaum (Bo-Baum), die von Versuchungen durch den D\u00e4mon Mara begleitet werden, \u201eerwachte\u201c er:<\/p>\n\n\n\n<p>Befreiung vom Leiden und damit von dem Kreislauf der Wiedergeburten erlangt der Mensch nicht durch Askese, sondern durch Versenkung und durch eine Wahrnehmung, die von allem Negativen befreit ist. Er verk\u00fcndete die vier edlen Wahrheiten:<\/p>\n\n\n\n<p>(1)&nbsp;&nbsp; Das Leben ist Leiden;<\/p>\n\n\n\n<p>(2)&nbsp;&nbsp; das Leiden hat eine Ursache: Ich-Illusion (alles Existierende ist substanzlos, T\u00e4uschung, auch die<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Seele)(anatman); [erst die Verbindung von Ich\/Selbst mit der T\u00e4uschung verursacht Leiden, so<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; auch die Sehnsucht nach Wiedergeburt wie auch die Leugnung der Widergeburt, darum:]<\/p>\n\n\n\n<p>(3)&nbsp;&nbsp; Leiden muss zum Erl\u00f6schen gebracht werden. Dazu f\u00fchrt<\/p>\n\n\n\n<p>(4)&nbsp;&nbsp; der achtfache Pfad: rechte Erkenntnis (Erkennen des karmisch Unheilsamem und Heilsamem, dessen, woran das Ich anhaftet), rechte Gesinnung (keinen Anreiz mehr zu Gier, Hass, Gewalt empfinden), rechtes Reden (gegen L\u00fcgen, Geschw\u00e4tz usw.), rechtes Handeln (nicht t\u00f6ten, kein Sex, nicht stehlen), rechtes Leben (gegen schlechte Berufe, Rausch), rechtes Streben (gegen \u00fcble Gedanken), rechte Achtsamkeit (Werden und Vergehen des K\u00f6rpers im Augenblick zu erfahren, achtsames Atmen, Bewusstseinszustand erkennen usw.), rechtes Sichversenken (das ganze Bewusstsein auf ein Objekt konzentrieren) \u2013 Ziel ist es, sich vom Weltlichen zu trennen, um durch Meditations\u00fcbungen zur Aufhebung des Leids zu gelangen, das Nirvana, die Erl\u00f6schung, das Nichtsein, die (gef\u00fcllte) Leere.<\/p>\n\n\n\n<p>Gautama versuchte seine ehemaligen Gef\u00e4hrten zu \u00fcberzeugen, vor allem Menschen seiner eigenen Kriegerkaste (aber auch Brahmanen) wandten sich ihm zu. Dennoch hob er das Kastenwesen auf: Alle Menschen, die zu diesem Weg bereit waren, k\u00f6nnen die Erwachung erlangen. Es kam zu einem \u201eOrden\u201c von Bettelm\u00f6nchen, die als Verk\u00fcnder durch das Land zogen und von Laiengl\u00e4ubigen unterst\u00fctzt wurden; aber auch einen Frauenorden gr\u00fcndete er, womit auch Frauen der Weg der Erwachung gewiesen werden konnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Lohn f\u00fcr die Laiengl\u00e4ubigen, die die M\u00f6nche unterst\u00fctzen: Aussicht auf eine bessere, dem Erwachen n\u00e4hgerger\u00fcckte Wiedergeburt; daneben galten ihnen f\u00fcnf Weisungen: kein Lebewesen t\u00f6ten, nur das annehmen, was freiwillig gegeben wurde, Sinnenlust soll zu keinem ungerechten Verhalten beitragen, nicht l\u00fcgen und keine Rauschgetr\u00e4nke zu sich nehmen. M\u00f6nche sollten nach der Mittagszeit keine Nahrung mehr zu sich nehmen und auf s\u00e4mtliche Sinnenzerstreuung verzichten. Sp\u00e4ter kam hinzu: Ausschluss aus M\u00f6nchsorden bei Mord, Diebstahl, Geschlechtsverkehr, wissentlich falsche Behauptung, Erwachung erlangt zu haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Begleitet wurde Gautama in sp\u00e4terer Zeit von seinem Sohn und seinem Vetter Ananda. Mit 80 Jahren ist der sehr angesehene Weise nach 45-j\u00e4hrigem Wirken an einer Lebensmittelvergiftung (angeblich an einer Fleischnahrung, \u201eEberweich\u201c \u2013 was f\u00fcr den Asketen ungew\u00f6hnlich w\u00e4re; vielleicht wurde auch ein Pilz so bezeichnet) gestorben. Nach seiner Verbrennung stritt man sich um seine Asche.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Kanon<\/p>\n\n\n\n<p>Ananda soll sich 84.000 Ausspr\u00fcche Buddhas gemerkt und sie weitergegeben haben mit der Einleitung: So wurde von mir geh\u00f6rt. Worte Buddhas wurden dann im 3. Jh.v.Chr. aufgeschrieben, gingen allerdings verloren. Im 1. Jh.v.Chr. \u2013 also lange nach Buddhas Tod \u2013 wurde der bis heute relevante Pali-Kanon (Kanon in der Gelehrten-Sprache) verfasst, er hei\u00dft T(r)ipitaka (Dreikorb). Das erste Buch (Vinaya-Pitaka) des Kanons enth\u00e4lt 250 M\u00f6nchs- und andere Regeln. Das zweite Buch (Sutta-Pitaka) enth\u00e4lt Reden Buddhas, das dritte Buch (Abhidamma-Pitaka) enth\u00e4lt Kommentare zu den Reden und behandelt Fragen \u00fcber Gott und die Welt. Einige Jahrhunderte sp\u00e4ter wurde der Schriftenkanon des Mahayana-Buddhismus (s.u.) fixiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Entwicklung des Buddhismus nach Buddhas Tod<\/p>\n\n\n\n<p>Zun\u00e4chst wandten sich nur wenige der \u201ePhilosophie\u201c Buddhas zu. Es entstanden Schulen, die Buddhas Sch\u00fcler um sich sammelten: Maudgalyayana sah in der Lehre des Meisters die M\u00f6glichkeit, okkulte F\u00e4higkeiten zu erlangen, Shariputra suchte h\u00f6chste Weisheit und Vereinfachung der Lehre f\u00fcr Laien. Maha Kashyapa war strenger Asket und Mensch der Ordnung, der in Verbindung mit einem K\u00f6nig das erste Konzil einberufen hat, auf dem verbindliche Richtlinien auf der Basis von Worten Gautamas erstellt werden sollten. Um 380v.Chr. kam es evtl. zu einem weiteren Konzil. Vorausgesetzt, das Konzil hat stattgefunden, setzten sich diejenigen durch, die Buddhas Worte als verbindlich angesehen haben. 250v.Chr. kam es zu einem weiteren Konzil, das M\u00f6nchssatzungen festzulegen versuchte. Auf diesem Konzil setzten sich die Traditionalisten nicht mehr durch. Ihre Lehre wurde als Kleines Fahrzeug (Hinayana) verspottet, da Buddhas urspr\u00fcngliche Lehre nur wenig Menschen angesprochen hat, weil sie unmissionarisch ihre eigene Erweckung suchten. Sie selbst sprachen lieber von der Schule der Alten (Theravada) (heute z.B. noch in Sri Lanka). Die Lehre der Neuen wurde als \u201eGro\u00dfes Fahrzeug\u201c (Mahayana) bezeichnet, weil sie vielen Menschen die Lehre Buddhas vereinfacht dargestellt hat. Das war ganz im Sinne des Herrschers Ashoka (273-232), der versuchte buddhistische Lehren zu vereinfachen und auf beeindruckende Weise neu zu interpretieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gelten:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Respekt vor Autorit\u00e4ten,<\/li><li>Gewaltlosigkeit,<\/li><li>Einschr\u00e4nkung des Strebens nach Wohlstand,<\/li><li>Einhaltung sittlicher Pflichten,<\/li><li>Einschr\u00e4nkung von Opfern,<\/li><li>Religi\u00f6se Toleranz.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Wer sich daran h\u00e4lt, bekommt in der n\u00e4chsten Existenz h\u00f6chstes Gl\u00fcck. Ashoka hatte Widerwillen gegen seine Tat als Krieger, in der er vielen Menschen Ungl\u00fcck gebracht hat, sie get\u00f6tet, versklavt hat. Nun versucht er dieser Schuld ein hohes moralisches Verhalten entgegenzusetzen &#8211; und auch von allen einzufordern. Ashokas Edikte wurden darum \u00fcberall im Land auf S\u00e4ulen festgehalten (http:\/\/www.palikanon.com\/diverses\/asoka\/asoka1.htm). Er teilte die Asche Buddhas und lie\u00df \u00fcber ihr H\u00fcgel errichten. Diese H\u00fcgel wurden zu Kultzentren in der Verehrung Buddhas. Pilgerfahrten zu Buddha-St\u00e4tten wurden eingerichtet, ebenso M\u00f6nchskl\u00f6ster. Das bedeutete eine immer st\u00e4rkere Abh\u00e4ngigkeit der Kl\u00f6ster von den weltlichen M\u00e4chten, von deren Gnade sie finanziell abh\u00e4ngig geworden sind. Ihr Wohlverhalten den Herrschern gegen\u00fcber f\u00fchrte auch zu einem isolierten Leben, in dem sie im Kloster Erweckung suchten bzw. sich bis in die Gegenwart politisch einspannen lie\u00dfen: so war der Orden in Thailand antikommunistisch und in Laos prokommunistisch.<\/p>\n\n\n\n<p>Das gro\u00dfe Fahrzeug entwickelte sich soweit, dass in der Begegnung mit dem Christentum vom \u201eHerrn Buddha\u201c gesprochen werden kann, der im Himmel auf einem Thron sitzt und angebetet wird. Oder Buddha wird dem brahmanischen G\u00f6tterhimmel eingegliedert; oder: Ein Absolutes vereint in sich Buddhas; ein transzendenter Buddha (Sambhogakaya) nimmt einen sichtbaren Leib an, wie bei Gautama; Menschen k\u00f6nnen nicht von sich aus Erl\u00f6sung erlangen, sondern durch die Erl\u00f6sungskraft dieses Buddhas gen\u00fcgen liebende Hingabe: sein Bild wird gewaschen, bekleidet, mit Nahrung versorgt, wer dar\u00fcber hinaus ein reines Leben f\u00fchrt, wird im Nirwana mit Erleuchtung belohnt usw. Das wurde vielf\u00e4ltig erweitert, so auch mit der Idee des Boddhisattvas, einer Figur, die Erwachung erlangen k\u00f6nnte, aber darauf verzichtet, um andere den Weg zur Erwachung zu f\u00fchren. Urspr\u00fcnglich war ein Boddhisattva nur ein \u201eAnw\u00e4rter auf die Erwachung\u201c: also Buddha war vor seiner Erwachung Boddhisattva. Im 16. Jh. f\u00fchrten gar Burmesen Krieg gegen Thailand im Namen Buddhas. Das hei\u00dft: Die Philosophie Buddhas entwickelte sich zu vielf\u00e4ltigen Religionen. Allerdings begann schon fr\u00fch eine Gegenbewegung (Mahasanghikas), die Gautama nur als eine Inkarnation eines All-Wesens unter vielen ansah. Andere sehen die letzte Inkarnation im kommenden Buddha Maitreya an. W\u00e4hrend Buddha \u00fcber Gott bzw. die G\u00f6tter nicht sprechen wollte, haben im Laufe der Zeit G\u00f6tter den Buddhismus erobert. Laien waren nicht in der Lage, die Erwachung aufgrund ihrer Verflechtung mit dem Alltagsleben zu erlangen. G\u00f6tter verhalfen nun auch ihnen Zugang zur Erwachung. Hinduismus und Buddhismus ist zum Teil kaum mehr zu unterscheiden.<\/p>\n\n\n\n<p>Gautama sah Rituale als sinnlos an. Dennoch entwickelten sich welche. So sollte das Dreifache Juwel dreimal am Tag gesprochen werden: \u201eIch nehme meine Zuflucht zu Buddha. Ich nehme meine Zuflucht zum Dharma. Ich nehme meine Zuflucht zum Sangha.\u201c (Anmerkung: Sure 113 und 114 des Korans, die sogenannten Schutzsuren, beginnen ebenso: Ich nehme meine Zuflucht zum Herrn des Morgengrauens\/der Menschen.) Buddha wird hier nicht als Gott angebetet, sondern als Weiser. Dharma (Lehre) ist die Grundlage buddhistischen Lebens. Und Sangha ist die Gruppe der M\u00f6nche, die sich der Welt entzieht.<\/p>\n\n\n\n<p>Verschieden wird \u201eNirvana\u201c gedeutet. Nirvana ist, so die einen: Nichts. Andere meinen, Nirwana sei etwas, das etwas \u00dcberlebendes im Menschen (vgl. Seele) erlebt. Andere wieder sahen eine \u00fcberlebende Seele an, die ins Nirwana als eine Art Paradies gelangt (Ashoka m\u00f6chte, dass sich die Menschen gut verhalten, um in die himmlische Welt zu gelangen). Kurz: Nirvana ist Dauer-Freude, gef\u00fcllte Leere.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Buddhismus wurde in Indien zur\u00fcckgedr\u00e4ngt, einmal durch den Hinduismus, dann durch den Islam. Er fand aber Zugang in anderen L\u00e4ndern. Heute ist im Westen vor allem der Buddhismus bekannt, der sich in Tibet verbreitet hat. Das h\u00e4ngt mit der Politik zusammen. Der Westen hofierte den tibetischen Herrscher Dalai Lama, um einen Verb\u00fcndeten gegen China zu finden. Diese Hofierung f\u00fchrte zu Einladungen im Westen und dadurch zur Verbreitung seiner Religion.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Buddhismus setzte sich vor allem im 8.-9. Jh.n.Chr. in Tibet durch. Hier traf er auf eine alte Schamanistische Religion, das B\u00f6n. In dieser spielten Astrologie, Zauberriten, Amulette, D\u00e4monen und Geister, Blutopfer, Totenrituale, Orakeldeutungen eine gro\u00dfe Rolle. Diese Religion wurde mit dem Buddhismus verbunden. Zwar setzte sich kurzzeitig unter einem Herrscher noch mal die B\u00f6n-Religion durch (der Herrscher, der diese durchzusetzen versuchte, soll von einem Buddhistischen M\u00f6nchen 842 ermordet worden sein), konnte aber nur in der Verbindung mit dem Buddhismus \u2013 und zwar mit der Richtung des \u201eDiamantenen Fahrzeugs\u201c weiterexistieren. Dieses \u201eFahrzeug\u201c ist im 4.\/5. Jh. von Pakistanischen Buddhisten entwickelt worden: Mit Yoga-Praktiken des diamantenen Fahrzeugs und unter der F\u00fchrung eines Gurus, n\u00e4hert man sich dem Ziel an, wie auch immer man es bezeichnen m\u00f6chte: All-Geist, Leere, h\u00f6chstes Bewusstsein&#8230; Diese Lehre wurde im 8. Jh. von einem Tantriker nach Tibet gebracht, der die D\u00e4monen bek\u00e4mpfte &#8211; diese D\u00e4monen sind als Besiegte ein wesentliches Element des Tibetanischen Buddhismus. Der genannte buddhistische Tantrismus ist durch Buddhas Sch\u00fcler Maudgalyayana gef\u00f6rdert worden: der Meditierende beherrscht durch magische Praktiken die Natur (er d\u00e4mmt Seuchen ein, hat Macht \u00fcber den Tod, vermag seine Gestalt zu \u00e4ndern und kennt Zukunft wie Gedanken anderer). Das hei\u00dft, es ist die brahmanische Tradition vorhanden, jedoch von G\u00f6ttern gel\u00f6st worden. Energien der Welt, auch sexuelle, werden in sich aufgesp\u00fcrt und der Vereinigung mit dem All-Gott bzw. im Buddhismus mit der \u201eLeere\u201c zugef\u00fchrt \u2013 das auch mit Hilfe von Zauberspr\u00fcchen und sexuellen Praktiken. Diese Lehren und weiteres magisch-mystisches Wissen, wie zur \u201eLeere\u201c zu gelangen ist, wurde von einem Lehrer seinem Sch\u00fcler \u00fcbergeben. So kann auch der Sch\u00fcler ein Diamantwesen werden, ein Wesen, das den h\u00f6chsten Buddha und die Beherrschung des Kosmos in sich verbindet. Der Mensch steigt durch Yoga in die himmlischen Welten auf (durch Konzentration auf die kosmischen Zentren im K\u00f6rper), das G\u00f6ttliche steigt durch Kult herab und das Diamantwesen erlangt Harmonie. Dieser h\u00f6chste Buddha, der als eine Figur dargestellt wird, die M\u00e4nnliches und Weibliches vereint, ist auch der k\u00e4mpferische, weltbeherrschende Buddha, der sich gegen den Islam wendet.<\/p>\n\n\n\n<p>Im 9. Jh. zerbrach das Gro\u00dftibetische Reich und damit versank auch der Buddhismus wieder. Auch in China wurde im 9. Jh. der Buddhismus zur\u00fcckgedr\u00e4ngt: Bei der Schlie\u00dfung der Kl\u00f6ster wurden 150.000 Sklaven befreit. Im 11. Jh. wurde er in Tibet, anders als in China, wieder domininant. Zahlreiche M\u00f6nche der tantrischen Richtung des Buddhismus verbreiteten tantrische Praktiken, Meditationstechniken und Weltbilder. Es entwickelte sich ein eigenst\u00e4ndiger Buddhismus mit einem Schriftenkanon, dem Kanjur (Hinanyana-, Mahayana-, Tantralehren, Yogapaxis) der zahlreiche Werke beinhaltet, daneben der Tanjur (Gebete, Kommentare, Wissenschaften), der nicht verbindlich ist. Diese Richtung hat eine zentrale F\u00fchrung und Klosterhierarchie entwickelt. Eine unabh\u00e4ngige Tradition beruft sich noch auf den missionierenden Tantriker des 8. Jh., der als zweiter Buddha angesehen wird. In H\u00f6hlen soll dessen Wissen verborgen sein und zur jeweiligen Zeit als Schl\u00fcssel zur Erkenntnis offenbart werden. Eines dieser im 15. Jh. \u201egefundenen\u201c Schriften ist das Tibetanische Totenbuch. Dieses soll, den Sterbenden vorgelesen, das rechte Verhalten zu einem bestimmten Zeitpunkt lehren. Der Verstorbene soll wissen wie er sich nach seinem Sterben verhalten muss, um der Wiedergeburt zu entgehen: Er muss sich mit dem glei\u00dfenden Licht als Wahrheit identifizieren. Damit spielt nicht mehr das Karma eine Rolle, oder die Erwachung, sondern die Verk\u00fcrzung des Nirwana-Weges durch Kenntnis des rechtzeitigen Zeitpunkts. Daneben gibt es noch zahlreiche weitere Spielarten des tibetanischen Buddhismus mit verschiedenen Yoga-Riten (Mandalas, Mantras, Kultmusik usw.). Grundlegend ist die Ansicht, dass in jedem Wesen ein Buddha-Keim vorhanden ist. Durch Praktiken entfaltet sich dieser zur Vereinigung mit dem Absoluten. Das aber nicht individualistisch durch Privatmeditationen, sondern unter der F\u00fchrung eines spirituellen Meisters &#8211; auf diesen muss sich der Sch\u00fcler konzentrieren; auch wenn dieser k\u00f6rperlich abwesend ist, ist er anwesend. Es geht nicht um Selbstverwirklichung, sondern um Ausl\u00f6schung auch dadurch, dass sich der Sch\u00fcler ganz auf seinen Meister hin verl\u00e4sst.<\/p>\n\n\n\n<p>Politisch wichtig wurde der Gelug-Orden, weil er zahlreiche Anh\u00e4nger hatte. Im 16. Jahrhundert bekam der Abt vom herrschenden Mongolen Herrscher den Titel Dalai Lama (Weltmeerlehrer = tiefe Weisheit; Lama = Guru = der Erhabene; als \u201eLama\u201c wird jeder M\u00f6nch in Tibet angeredet). Dieser Abt sah sich als einen an, der in einer Wiedergeburtsreihe stand und \u201e\u00fcbergab\u201c den Titel posthum zweien seiner Vorfahren, womit er sich in eine Reihe der Wiedergeburten einordnen konnte. Das f\u00fchrte dann dazu, weitere Dalai Lamas als wiedergeborene zu suchen und zu finden. Es entstand eine Theokratie, deren weltliche Macht der Dalai Lama einnahm, deren theologische Macht nahm der Panchen Lama ein. Stirbt einer der beiden, wird er als Wiedergeborener in einem Jungen gesucht. Der 9.-12. Dalai Lama wurde auch aufgrund innerreligi\u00f6ser Auseinandersetzungen ermordet. Zur Zeit lebt der 14. Dalai Lama, der 1959 aus Tibet, das unter chinesischer Besatzung steht, geflohen ist \u2013 und sich als den letzten wiedergeborenen Dalai Lama ansieht. Der Dalai Lama wird auch als \u201ekundun\u201c bezeichnet, das hei\u00dft, er wird als konkrete irdische Gegenwart eines Boddhisattvas angesehen. Was mit dem Panchen Lama geschehen ist, wei\u00df nur die chinesische Regierung.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Buddhismus traf im 6. Jh. in Japan auf den Shintoismus, das hei\u00dft auf Kulte, die die Natur verehrten (Berge, Fl\u00fcsse usw.) und die Ahnen. Es entstanden in Verbindung mit China einige Buddha-Schulen. Im 8.\/9. Jh. wurden buddhistische Elemente wirkungsvoll mit der shintoistischen Tradition verbunden. Die Tendai-Schule vertrat auch machtpolitisches Interesse, schuf Soldatenm\u00f6nche und f\u00fchrte gegen den Staat Auseinandersetzungen. Die Auseinandersetzungen rissen bis ins 20. Jh. nicht ab, so gab es buddhistische Sekten, die politische Morde auf dem Gewissen haben, massiv drohend um Anh\u00e4nger \u201ewarben\u201c und in der Gegenwart etwas ruhiger sind und im Westen Einfluss bekommen (Soka Gakkai International = Nichiren Shoshu; SGI). Im Laufe des 12.\u201314. Jh. bekam der Kult um Buddha Amithaba (Amida) Zulauf: Menschen sind von der Gnade des Amida abh\u00e4ngig, sie ben\u00f6tigen nur ein reines Herz, unbedingten Glauben und unerm\u00fcdliche Anrufung des Buddha Amida. Eine Richtung davon betont seit dem 13. Jh., man solle Magie usw. Magie sein lassen und seinem Beruf nachgehen und Buddha mit seinem Handeln dienen. (Steht der Amida-Buddhismus in christlicher Tradition? Denn schon im 7.-11. Jh. war das Christentum in Asien weit verbreitet.)<\/p>\n\n\n\n<p>Im 6. Jh. wurde der Chan-Buddhismus in China verbreitet. Chan = japanisch Zen = Meditation. Jedes Lebewesen ist ein unerweckter Buddha, das diesen Sachverhalt durch Erwachung erkennen kann. Das geht ohne Schriften, es z\u00e4hlt nur der Augenblick, die Hinwendung zum eigenen unerweckten Buddha. Ziel ist es, Buddha in sich selbst zu schauen (Erwachung\/Satori). Dazu muss man bereit sein, den Tod im eigenen Leben zu \u00fcberwinden (Stationen, auf denen der Geist erkranken, das Unbewusste in eine lange Nacht eintreten kann), das hei\u00dft es geht nicht ohne eine sehr harte Schulung, Zucht. Doch nur wenige erlangen die Erwachung. Im 12. Jh. kam der Chan-Buddhismus nach Japan (Rinzai-Schule) und wurde von Kriegern angenommen, da diese Konzentrations\u00fcbungen Bogenschie\u00dfen und Fechten perfektionierten. Zen wird als Kern aller spirituellen Lehren angesehen, somit als das Wesentliche, als das Zentrum aller Religionen.<\/p>\n\n\n\n<p>***<\/p>\n\n\n\n<p>Der europ\u00e4ische Buddhismus zeigt sich auch in unterschiedlichen Str\u00f6mungen, die sich gegenseitig nicht unbedingt akzeptieren. So gibt es zum Beispiel eine Gruppe, die meint, sie m\u00fcsste den asiatischen Buddhisten erst einmal richtigen Buddhismus beibringen. Aber das sei hier nicht weiter vertieft, sondern soll eigenen Recherchen vorbehalten bleiben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Buddhismus (manches ist veraltet! Bitte weitere Informationen ber\u00fccksichtigen!) Die Grundlage des Buddhismus ist die Tradition des Hinduismus und so bleibt der Glaube an die Wiedergeburt auch dessen Grundlage, ebenso das Karma-Denken. 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