{"id":907,"date":"2019-07-03T06:31:04","date_gmt":"2019-07-03T04:31:04","guid":{"rendered":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/?page_id=907"},"modified":"2019-07-12T15:20:11","modified_gmt":"2019-07-12T13:20:11","slug":"hinduismus","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/religion-en\/hinduismus\/","title":{"rendered":"Hinduismus"},"content":{"rendered":"\n<p style=\"color:#a3003b;text-align:center\" class=\"has-text-color\"><strong>Hinduismus (manches ist veraltet! Bitte weitere Informationen ber\u00fccksichtigen!)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>1: Beginn und Grundlage<\/p>\n\n\n\n<p>Der Hinduismus hat keinen Gr\u00fcnder und hat sich im Laufe von Jahrhunderten entwickelt \u2013 somit gibt es nicht <em>den <\/em>Hinduismus. Er besteht aus unterschiedlich gepr\u00e4gten Religionen und Philosophien.<\/p>\n\n\n\n<p>A) 2500\u20131800 v. Chr.: Industal-Zivilisation: religi\u00f6ser Fund: Ein dreik\u00f6pfiger nackter Asket sitzt im Schneidersitz mit erigiertem Penis unter einem Baum, umgeben von verschiedenen Tieren. Diese Figur wird als Gott Schiva interpretiert. Ebenso wurden viele Terrakotta Frauenfiguren gefunden, m\u00e4nnliche \/ weibliche Geschlechtsorgane (Schivalinga). Dar\u00fcber hinaus stammen aus dieser Zeit die Verbindung von G\u00f6ttern mit Reittieren, die Bilderverehrungen und die Anbetung von Pflanzen, Fl\u00fcssen usw.<\/p>\n\n\n\n<p>B) Um 1800 v.Chr. beginnt die \u201evedische Zeit\u201c. Indo-arische Nomaden nahmen das Tal in Besitz und im Laufe der Zeit mischte sich ihre Religion mit der Industal-Religion. Ihre abstraktere Religion wurde nach langer m\u00fcndlicher Tradierung in den Veden niedergeschrieben. Die m\u00fcndliche \u00dcberlieferung lief \u2013 selbst die Betonung war festgelegt \u2013 vom Lehrer (dem Brahmanen\/Priester) auf den Sch\u00fcler. Der Vedismus wird auch wegen der hervorgehobenen Stellung des Brahmanen \u201eBrahmanismus\u201c genannt. Veden = \u201eWissen\u201c [Hymnen, Mantras auf verschiedene G\u00f6tter und ihre Heldentaten] bestehen aus: Rigveda, Yajurveda, Samaveda, Athrvaveda. Zur vedischen Literatur geh\u00f6ren auch: Brahmanas (Feuerrituale), Aranyakas (Meditationen im Kontext von Opferungen) und Upanischads (philosophische Darlegungen). Die Hauptg\u00f6tter: Indra (Zerst\u00f6rer der St\u00e4dte, Regengott, sich berauschender Gott); Varuna (streng moralischer Gott, er entscheidet, ob jemand in die H\u00f6lle oder zu den V\u00e4tern kommt \u2013 wird gegenw\u00e4rtig noch angebetet); Rudra (Gott der Heilkr\u00e4uter, Krankheit, Tiere); Surya (Sonnengott, besch\u00fctzt, reinigt, Einweihung [nur den drei obersten Kasten erlaubt] = zweite Geburt; gegenw\u00e4rtig einer der wichtigsten G\u00f6tter); Vischnu (hat sich in der ganzen Welt ausgebreitet, Vertreiber der D\u00e4monen), Prajapatibrahma (Sch\u00f6pfergott, aus dem die Kasten gekommen seien: Mund \u2192 Priesterkaste; Arme \u2192 Kriegerkaste; Schenkel \u2192 Bauern und Kaufleute; F\u00fc\u00dfen \u2192 Arbeiter; die Einheimischen galten als Kastenlose); Agni (G\u00f6tterbote, Feuergott). Wesentlich sind Feuerrituale, deren Vollzug ist genau vorgeschrieben. Durchf\u00fchrung der Rituale und die Interpretation der Veden (was freilich als unm\u00f6gliches Unterfangen gilt) war Aufgabe der Brahmanen, die als irdische G\u00f6tter angesehen wurden, weil sie mit ihrer Macht zu opfern, die wahren Worte zu kennen usw. die G\u00f6tter bestimmen konnten \u2013 wie im antiken Zauberwesen. Kastengem\u00e4\u00dfes Verhalten, dazu geh\u00f6rt der Schutz der jeweiligen Kaste, ist die Pflicht des Hindu. Vom Gesamtergebnis der Taten im vergangenen Leben (Karma) ist es abh\u00e4ngig, in welcher Kaste (bzw. als welches Wesen \u00fcberhaupt) man wiedergeboren geboren wird. Die rituelle G\u00f6tterverehrung, wie z.B. rituelle Waschungen der Statuen, wird mit Mantras aus den Veden begleitet.<\/p>\n\n\n\n<p>C) Die Upanischaden (Vedanta = Ende der Veden) stellten um ca. 1000 v.Chr. die Rituale in Frage. Es wird unterschieden zwischen den G\u00f6ttern und dem absoluten Geist (Brahman) \u2013 eine Art unbewegter Beweger, womit diese Richtung des Hinduismus als Monotheismus verstanden werden kann. Das Lebensziel besteht darin: Brahman zu erschauen, um damit die Wiedergeburt zu verhindern. Unterschieden wird auch zwischen K\u00f6rper und Seele (atman) des Menschen (sp\u00e4ter von der Sankhya-Yogaphilosophie betont). Atman verl\u00e4sst nach dem Tod den K\u00f6rper und geht in Pflanzen, Geb\u00e4rm\u00fctter usw. ein. Verbunden wird dann atman (Seele) mit Brahman (absoluter Geist) \u2013 darum versucht die Seele schon im Leben des Hindu mit Brahman eins zu werden \u2013 das durch den rituell-meditativ gesprochenen Laut \u014cm (AUM: A-Entstehung; U-Erhaltung; M-Zerst\u00f6rung), der als die Essenz von allem, somit mit Brahman verbunden ist, gilt. Die religi\u00f6sen rituellen Handlungen werden in den Upanischaden durch meditative rituelle Handlungen ersetzt. Freilich all das noch im Rahmen der Veden.<\/p>\n\n\n\n<p>D) Gegen die Veden entwickelten sich: Buddhismus, Jainismus (vollkommene Askese l\u00f6st den Menschen vom verg\u00e4nglichen K\u00f6rper) und die Gruppen der Carvakas (es ist alles nur Materie, insofern gibt es keine Seele; Wahrnehmung z\u00e4hlt, nicht die Deutung) und Ajivakas (der Mensch kann das Karma nicht beeinflussen). Zum Tantrismus s. F)<\/p>\n\n\n\n<p>E) Der Hinduismus entwickelte sich in Auseinandersetzung mit den Abspaltungen (s. D) zu einem nachvedischen Hinduismus weiter, so wurde selbst Buddha zu einer Inkarnation Vishnus. Einige G\u00f6tter traten zur\u00fcck, andere, so vor allem weibliche, traten hervor, sie bekamen PartnerInnen und Kinder. Bedeutend unter den 300 Millionen G\u00f6ttern ist die Hindu-Trinit\u00e4t: (a) Brahma (Entstehen) mit Frau Sarasvati, G\u00f6ttin der Kunst, die wegen ihrer Kraft von der Trinit\u00e4t selbst verehrt wird, (b) Indra-Vishnu (Erhalten), mit seiner Frau Laksmi, G\u00f6ttin des Wohlstands; zehn(?) Inkarnationen, wenn die Moral am verfallen ist, so in Rama (7. Inkarnation), Krischna (8. Inkarnation), Buddha (9. Inkarnation). Die 10. Inkarnation ist Kalki am Ende der Welt; (c) Rudra-Schiva (Vergehen), mit seiner Frau Parvati, G\u00f6ttin gegen D\u00e4monen, zwei S\u00f6hne, der eine: Ganesa, der Elefantengesichtige, der Hindernisse beseitigt und Familienfreuden schenkt. Weiterhin erfreut sich Surya, der Sonnengott gro\u00dfer Beliebtheit. Zu ihm geh\u00f6ren ausgekl\u00fcgelte t\u00e4gliche Meditationspraktiken. (Dargestellt in Vanamali Gunturu 82ff.)<\/p>\n\n\n\n<p>Hinduismus 2: Tantrismus<\/p>\n\n\n\n<p>(F) Neben dem buddhistischen gibt es nach anf\u00e4nglichen Auseinandersetzungen den hinduistischen Tantrismus. Der Tantrismus wurde als unsittlich abgelehnt, er \u00e4nderte die Hindu-Gottheiten, indem er den G\u00f6ttinnen besondere Rollen zuweist und achtete die vedischen Vorschriften nicht sehr stark, so in der Aufl\u00f6sung des Kastendenkens: Auch Frauen und Unber\u00fchrbare (darunter auch Ausl\u00e4nder) d\u00fcrfen Gurus sein. Im Tantrismus gibt es f\u00fcnf Richtungen, je nachdem, welche Gottheit dominiert. Tantra = Literaturgattung, die alchimistische, magische, esoterisches Wissen\/Lehren und Rituale gesammelt hat. Mantras werden betont, die aus Lauten bestehen \u2013 und die Laute sind die Grundlage von G\u00f6ttern und Welt. Indem diese Laute aussprechend meditiert werden, das hei\u00dft die K\u00f6rperglieder ihnen ge\u00f6ffnet werden bzw. sich der Meditierende selbst auf die G\u00f6tterstatue hin \u00fcbertr\u00e4gt, gelangt er zu G\u00f6ttern und Welt (s. C: \u014cm). Yantras\/Cakras sind Zeichnungen, die die g\u00f6ttliche Kraft darstellen; sie werden, je nach Gottheit, auf unterschiedlichen Materialien gezeichnet, um in sich selbst die g\u00f6ttlichen Kr\u00e4fte zu wecken. Wesentlich ist der jeweilige Guru (s.o.: Brahmane), er ist wichtiger als ein Gott, der in seiner Gnade seinem Sch\u00fcler geeignete Mantras aussucht und ihn in das Geheimwissen einweiht. W\u00e4hrend der Hinduismus eher abstinent ist, betont der Tantrismus jedoch auch den Genuss (Alkohol, Fleisch, Fisch, mystische Gestik, Geschlechtsverkehr). Alkohol verbindet mit dem Brahma usw. und der Geschlechtsverkehr (der seit alters in der Hinduistischen Religion eine Rolle spielte, s. A) erweckt die Kundalini-Kraft und f\u00fchrt zum h\u00f6chsten Ziel der spirituellen \u00dcbung: Vereinigung der Kundalini-Kraft mit dem tausendbl\u00e4ttrigen Cakra im Kopf. (Anmerkung: Die Kundalini-Kraft spielt gegenw\u00e4rtig in vielen esoterischen Werken eine gro\u00dfe Rolle, wenn auch eine von dieser Tradition mehr oder weniger abgel\u00f6ste.) Das bedeutet: Es handelt sich um orgiastische\/ekstatische Versuche, sich den Gottheiten zu n\u00e4hern \/ Vereinigung zu erlangen, auch mit schwarzmagischen Praktiken in den Kali\/Schiva-Gruppen (Menschenopfer, trinken von Alkohol aus Menschensch\u00e4deln usw.).<\/p>\n\n\n\n<p>Hinduismus 3: Werke<\/p>\n\n\n\n<p>Gro\u00dfe Rolle spielen auch zwei Epen. Neben \u201eRamayana\u201c (Epos \u00fcber den Gott Rama = Inkarnation Vischnus) vor allem die Krischna-Episode aus dem Epos \u201eMahabharata\u201c. Diese Krischna-Episode wird Bhagavadgita (Der Gesang des Erhabenen) genannt und ist (seit dem 19. Jh.?) eines der einflussreichsten B\u00fccher des neueren Hinduismus. Krischna, soll als eine Inkarnation Vischnus 3102 Jahre v.Chr. gelebt haben. Das Werk stammt ca. aus der Zeit 300\/200 Jahre v.Chr. bis 200 n.Chr.; 800 n.Chr. lag es sp\u00e4testens in seiner heutigen Form vor. Krischna \u00fcberzeugt einen Heerf\u00fchrer, der Skrupel hat, gegen Menschen zu k\u00e4mpfen, die ihm nahe stehen, davon, dass er seiner Bestimmung zu folgen habe, weil er nur die K\u00f6rper seiner Gegner t\u00f6te, nicht aber deren Seele. Und so beginnt er den Kampf. W\u00e4hrend dieser \u00dcberzeugungsversuche wird \u00fcber Gott und die Welt gesprochen. Die Welt geht demnach immer wieder aus der Gottheit hervor, die als Geist die Seele des Menschen ist und als Kraftsubstanz die Natur bildet. Solange der Mensch sich mit seiner K\u00f6rperh\u00fclle identifiziert, ist er dem Karma (der regelm\u00e4\u00dfigen Wiedergeburt) unterworfen \u2013 damit er das nicht mehr ist, muss er sich von der Welt l\u00f6sen, indem er sich der Gottheit, dem Seinsgrund, ausliefert. Diese Auslieferung wird Bhakti, Gottesliebe, genannt, die m\u00f6glicherweise in der Verschmelzung mit Krischna endet (nach anderen Auffassungen bleibt die Individualit\u00e4t der Seelen bestehen). Erst wer diese Reden Krischnas annimmt, erreicht sein Ziel \u2013 alle anderen bleiben immer dem Kreislauf des Karma unterworfen. Brahmanische Lebensordnung wird in der Bhagavadgita anerkannt, aber gebrochen. So geht es ihr nicht mehr so sehr um Rituale, sondern darum, dass der Einzelne zur Erkenntnis des Seinsgrundes kommt, und das durch Yoga. Ans\u00e4tze des Yoga sind in der Bhagavadgita vorhanden, das hei\u00dft, das Gelehrte muss durch Meditations\u00fcbungen angeeignet werden. Es geht um die Anbindung von Kr\u00e4ften und Energien an die Person, die vorher nicht erkannt worden waren (anders als bei Buddha; ihm geht es um Abl\u00f6sung von diesen illusorischen Kr\u00e4ften und Energien). So tritt auch im 18. Gesang, der den vollkommenen Menschen darstellt, die gro\u00dfe Sehnsucht des Menschen zu Tage, mit der Gottheit eins zu werden, wie wir sie ansatzweise bei den Stoikern finden (Befreiung von Leidenschaften; Anpassung an die alles durchwaltende Gottheit) \u2013 freilich muss beachtet werden: In der Gita wird das immer im Kontext des oben genannten Themas: Bruderkampf gelehrt \u2013 als einer, der der Kriegerkaste angeh\u00f6rt, geh\u00f6rt auch der Kampf zur Aufgabe des Herrschers, somit ist das Weltbild, die Kastenordnung der Veden, gebrochen aufrecht erhalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Hinduismus 4: Weitere Formen und Entwicklungen<\/p>\n\n\n\n<p>Im Hinduismus ist diese Gottesliebe vielfach \u2013 als Bhakti-Bewegung \u2013 aufgegriffen worden: So in Legenden, in denen Menschen sich in Krischna\/Rama (eine weitere Inkarnation Vischnus) verliebt haben; so ist Krischna allein ein Mann und alle, auch M\u00e4nner, sind seine Frauen; oder: die Gottheiten werden als Eltern verehrt, ihnen werden Liebesdienste erwiesen, z.B. durch Waschungen, Ankleidungen, T\u00e4nze, Speisungen usw.<\/p>\n\n\n\n<p>Die weitere Entwicklung ver\u00e4nderte weiterhin die G\u00f6ttervorstellungen. So vereint Dattatreya die Hindu-Trinit\u00e4t. Er inkarniert sich immer wieder, so im letzten Jahrhundert in einigen Gurus, so in Shirdi Sai Baba (+1917). Ayyapa, Kind der weiblichen Inkarnation Vischnus und Schivas, ist der Gott der konstruktiven Destruktion, mit ihm verbunden wird ein strenger m\u00e4nnlicher Kult.<\/p>\n\n\n\n<p>Tiere: Die Reittiere der Gottheiten k\u00f6nnen selbst g\u00f6ttlichen Status besitzen, die Kobra (verehrt von Frauen wegen Ehepartner) oder die Kuh haben g\u00f6ttlichen Status, ohne Reittiere zu sein. Die Kuh ist der Sitz aller G\u00f6tter, jeder Teil ihres K\u00f6rpers beherbergt eine Gottheit (Schiva im Gesicht, Vischnu in der Halsgegend, Brahma im Buckel). Pflanzen: Der Pipal-Baum hat die Gestalt Vischnus, Wurzeln sind Brahma, Stamm ist Vischnu, Krone ist Schiva, weiterhin zu nennen sind der Banyan-Baum und die Tulasi-Pflanze, die Lieblingspflanze der Vischnu-Verehrer, die auch im Ayurveda eine Rolle spielt. Fl\u00fcsse: Ganges: ein Bad reinigt von S\u00fcnden, er befreit die Ahnen aus dem Zyklus der Wiedergeburt. Ebenso spielen Berge eine Rolle.<\/p>\n\n\n\n<p>Die verschiedensten Traditionen spielen bei den Hindus eine Rolle. Bis heute haben reiche Menschen einen Brahmanen angestellt, der ihnen die Feuerriten leitet und die Veden auslegt, daneben gibt es die verschiedenen Richtungen der Bhakti-Bewegung, tantrische Bewegungen verschiedenster Art existieren neben den Guru-G\u00f6ttern \u2013 in der Tradition der Brahmanen \u2013 , die jeweils ihre Erleuchtungen bzw. ihre Yoga-Wege als Weg zur Erleuchtung anpreisen. Neben diesen gibt es Fromme, die die jeweiligen Gottheiten in den Bildnissen ehren, dann wieder solche, die eine Gottheit als Weltdurchwaltung ansehen. Man glaubt an Wiedergeburten der strengeren Art, das hei\u00dft, es gibt kein Entrinnen, man ist dem Karma ausgeliefert, andere kennen Abk\u00fcrzungswege, das hei\u00dft Befreiungen von diesem: das durch Meditationen oder durch B\u00e4der im Ganges oder durch F\u00fcrsprache bestimmter Gottheiten. Damit verbunden ist die Bedeutung des Kastenwesens. Auch dieses wird streng gehandhabt in manchen Gruppen und Regionen, andere kennen Gottheiten, die das Kastenwesen aufheben. Weil es diese gro\u00dfe Vielfalt gibt, spielen die jeweiligen aufgrund ihrer Weisheit aus der Vielfalt selektierenden Gurus f\u00fcr manche eine so gro\u00dfe Rolle, da diese, wenn man sich ihnen ausliefert, den Weg der Erl\u00f6sung vom Karma schlechthin zeigen. Ethisch ist vor allem das zu tun, was die Kastenordnung als g\u00f6ttliche Ordnung vorschreibt. Dann gibt es Durchbrechungen der Kastenordnungen, wie es die Bhagavdgita andeutet, es geht um Ablegen emotionalen Verhaltens und die Versenkung in Gottheiten. Vanamali Gunturu nennt als Lebensziele des Hindus: Gewaltlosigkeit, Erwerb von Wohlstand, Befriedigung der Triebe, weiter: Sauberkeit, nicht stehlen usw. \u2013 und all das mit Blick auf die Befreiung vom Kreislauf der Wiedergeburten. Das Leben wird in vier Lebensstufen aufgeteilt: Sch\u00fclerschaft, Familiengr\u00fcndung, Aufl\u00f6sung der Bindungen, Entsagen von der Welt. Nur Einzelne d\u00fcrfen diese Lebensstufen \u00fcbergehen, und z.B. der Welt entsagen ohne vorher eine Familie gegr\u00fcndet zu haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Hinduismus 5: Theologische Grundthemen kurz dargestellt:<\/p>\n\n\n\n<p>Urspr\u00fcnglich und sp\u00e4ter: Manakraft = Ursache von allen, die Gottheiten. Opfer dienen dazu, Gottheiten dazu zu bringen, dass sie diese ihre Mana-Macht f\u00fcr mich anwenden. Wer das kann, bekommt Macht \u00fcber die G\u00f6tter; das hei\u00dft durch die richtig dargebrachten Opfer und Gebete bekommen die Brahmanen Macht \u00fcber die G\u00f6tter. G\u00f6tter werden also erst durch die Brahmanen m\u00e4chtig \u2013 und Brahmanen werden m\u00e4chtig, weil sie G\u00f6tter durch Opfer m\u00e4chtig machen k\u00f6nnen. Die Wiedergeburt war urspr\u00fcnglich wohl positiv gedeutet, weil sie ein Anwachsen der Macht des Menschen mit sich brachte. Man blickte in die Zukunft als Weiterentwicklung auf das Ziel hin.<\/p>\n\n\n\n<p>Upanischaden und sp\u00e4ter: Brahman ist die Allkraft\/das Seiende \u2013 die Welt ist das Gegenteil: Illusion, Leiden, Nichts. Wiedergeburt wurde negativ interpretiert, weil sie an das Nichts, an die Illusion, an die Welt kettete. Man blickte auf die Gegenwart und versuchte zu erkl\u00e4ren, warum es manchen gut und manchen schlecht gehe. (Der Glaube an die Wiedergeburt diente aber auch politisch zur Ruhigstellung der eroberten Industalbewohner.)<\/p>\n\n\n\n<p>Brahman = Atman (Seele des Menschen, allerdings vom Nicht-Sein unber\u00fchrt). Es werden Wege der Verbindung von Atman + Brahman (Yoga, Askese &#8230; = in sich schauen, losgel\u00f6st von allem Nicht-Seienden\/weltlichen) gesucht. Verhei\u00dfung: Alle Welt erlangt der, der das Selbst erkennt (wie der Brahmane alle Welt durch seine Manakraft besitzt) (Chandogya Upanishad 8.7.1). Wiedergeburt als das Negative kann, wie die gegenw\u00e4rtige Illusionswelt, schon jetzt auf verschiedenen Wegen \u00fcberwunden werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hinduismus (manches ist veraltet! Bitte weitere Informationen ber\u00fccksichtigen!) 1: Beginn und Grundlage Der Hinduismus hat keinen Gr\u00fcnder und hat sich im Laufe von Jahrhunderten entwickelt \u2013 somit gibt es nicht den Hinduismus. Er besteht aus unterschiedlich gepr\u00e4gten Religionen und Philosophien. A) 2500\u20131800 v. 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