{"id":852,"date":"2019-07-02T17:12:06","date_gmt":"2019-07-02T15:12:06","guid":{"rendered":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/?page_id=852"},"modified":"2019-08-07T13:06:00","modified_gmt":"2019-08-07T11:06:00","slug":"die-huette","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/film-musik\/die-huette\/","title":{"rendered":"Die H\u00fctte"},"content":{"rendered":"\n<p style=\"text-align:center\" class=\"has-medium-font-size\">DIE H\u00dcTTE. EIN WOCHENENDE MIT GOTT.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"text-align:center\"><strong>Autor: William P. Young. Regisseur: Stuart Hazeldine, Concorde 2017<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ein Vater ist mit seinen drei Kindern auf einem Campingplatz. Die Kleine wird zu Bett gebracht und sie beten noch zu Papa.&nbsp;<em>Papa<\/em>&nbsp;ist die Anrede an Gott, die die Mutter der Kinder bevorzugt. Sie rekapitulieren den Tag. An diesem hatte der Vater den Ursprung eines Wasserfalls erkl\u00e4rt: Um ihr Volk zu retten, hat die H\u00e4uptlingstochter sich selbst das Leben genommen, wie es eine alte Prophezeiung vorausgesagt habe. Das Volk sei gerettet worden und der Wasserfall bestehe aus den Tr\u00e4nen des H\u00e4uptlings. Am Abend meint die kleine Tochter: Wieso musste die H\u00e4uptlingstochter sterben? Und sie stellt die Frage, ob der gro\u00dfe Geist ein anderer Name f\u00fcr Papa sei. Wenn ja, dann sei Papa gemein, weil er die Prinzessin vom Felsen springen und Jesus am Kreuz sterben lie\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen sind seine zwei \u00e4ltesten Kinder in einem Boot auf dem Wasser. W\u00e4hrend der Sohn paddelt, spa\u00dft die Tochter auf dem Boot herum, es f\u00e4llt um, der Sohn kann sich nicht selbst befreien. Der Vater springt ins Wasser und holt ihn unter dem Boot hervor. W\u00e4hrend er seinen Sohn rettet, wird seine j\u00fcngste Tochter entf\u00fchrt und ermordet. Die Polizei bringt ihn in eine H\u00fctte, dort finden sich noch ein paar Spuren des M\u00e4dchens.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Tod der J\u00fcngsten bringt die gesamte Familie durcheinander: Der Vater denkt, er habe seine Tochter nicht besch\u00fctzt, und die \u00e4ltere Tochter denkt, sie sei wegen ihrer Alberei an allem Schuld gewesen. Die heile Welt der Familie bricht zusammen.<\/p>\n\n\n\n<p>Eines Tages ist die Frau mit den zwei Kindern unterwegs, der Vater r\u00e4umt Schnee beiseite. Er findet dann den Briefkasten ge\u00f6ffnet vor und darin lag ein Zettel, der w\u00e4hrend einer Ablenkung in den Briefkasten gelegt worden war \u2013 ohne dass Spuren hinterlassen worden waren. Er wird aufgefordert, zur H\u00fctte zu kommen, in der die Tochter ermordet worden war. Diese Karte ist unterschrieben mit:&nbsp;<em>Papa<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Vater f\u00e4hrt los, um zu der H\u00fctte zu kommen. Auf dem Weg hatte er (fast) einen Unfall mit einem Lastwagen \u2013 erreichte dann die H\u00fctte. Er wartet auf den M\u00f6rder, weil er denkt, die Karte sei vom M\u00f6rder. W\u00e4hrend der Wartezeit will er sich selbst umbringen, es kommt im letzten Augenblick ein Reh vorbei. Er bringt sich nicht um, legt sich hin. Dann sieht man, wie er aufsteht, den\u00a0<em>Papa<\/em>-Zettel zerrei\u00dft und zum Auto zur\u00fcckkehren will. Er h\u00f6rt Schritte. Ein junger Mann kommt und bittet ihn mitzugehen. Aus der tristen Schneewelt gelangen sie in eine sehr sch\u00f6ne Welt des Urwaldes, Sonne, Vogelgezwitscher \u2013 aber gleichzeitig ist es der Ort, an dem sie gecampt hatten. In der H\u00fctte am Campingplatz leben der junge Mann, dem er gefolgt war, eine \u00e4ltere und eine j\u00fcngere Frau. Die \u00e4ltere Frau ist\u00a0<em>Papa<\/em>, die j\u00fcngere Frau ist \u201eWind\u201c, der Geist Jesu, und der junge Mann ist Jesus. Der \u00e4lteren Frau ist er als kleiner Junge schon einmal begegnet, nachdem sein Vater ihn verpr\u00fcgelt hatte, hatte sie ihn eingeladen, Geb\u00e4ck zu essen und hatte ihm geraten, zu beten.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun gibt es zahlreiche Gespr\u00e4che, in denen der Vater des toten M\u00e4dchens&nbsp;<em>Papa<\/em>&nbsp;\u2013 also Gott \u2013 viele Vorw\u00fcrfe macht. \u201eWind\u201c sammelt die Tr\u00e4nen und bearbeitet den Garten der Seele des Mannes. Alles, was geschieht, findet in der Seele des Mannes statt und ist real, wie \u201eWind\u201c sagt. Der Sohn, Jesus, zeigt ihm, dass er mit seiner Hilfe die finsteren Wasser der Seele \u00fcberwinden und Unglaubliches tun kann, und er f\u00fchrt ihn \u2013 als Wahrheit \u2013 den Weg zur Weisheit und damit zur Kl\u00e4rung: Der Vater ist wie jeder Mensch: Er richtet alle, glaubt in gut und b\u00f6se unterscheiden zu k\u00f6nnen. Dann muss er zwischen seinen Kinder richten \u2013 er weigert sich, will sich lieber selbst hingeben \u2013 wie Gott. Dann ist er einen Schritt weiter gekommen im Heilungsprozess: Er erkennt, dass er nicht richten darf, weil&nbsp;<em>Papa&nbsp;<\/em>alle Menschen gleicherma\u00dfen liebt. Nachdem er das erkannt hatte, wird ihm gew\u00e4hrt, seine ermordete Tochter zu sehen \u2013 sie lebt im \u201eParadiesgarten\u201c. Er will hinausgehen aus der H\u00f6hle und stellt sich unter einen Wasserfall \u2013 die \u201eTaufe\u201c. In einem zweiten Schritt muss er vergeben lernen. Erst vergibt er seinem Vater, der ihm bekennt, dass er blind gewesen sei, als er seine Familie verpr\u00fcgelte. Dann: Er wird in die H\u00f6hle gef\u00fchrt, in der seine Tochter \u201eabgelegt\u201c wurde. Sie wird in ein wei\u00dfes Tuch geh\u00fcllt in einen Sarg gelegt, den Jesus schon w\u00e4hrend der ganzen Zeit hergestellt hat, und dann in dem Garten bestattet \u2013 an dem Platz, der zuvor freigelegt wurde. Sie wurde nach Hause gebracht. Die von \u201eWind\u201c gesammelten Tr\u00e4nen werden auf das Grab gesch\u00fcttet \u2013 sie wachsen zu sch\u00f6nen Pflanzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Warum muss der Vater das alles lernen? Warum muss er alles im Traum noch einmal erleben? Weil er in der Vergangenheit stecken geblieben ist. Ohne Kl\u00e4rung dieser schweren Fragen, ohne Kl\u00e4rung des Verh\u00e4ltnisses zu Gott, kann er das Leben nicht wieder erfassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Viele Themen werden angesprochen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Gottes Allmacht: Trotz seiner Allmacht hat Gott\/<em>Papa<\/em>\u00a0die Menschen allein gelassen \u2013 so der Vorwurf \u2013: Aber er hat es nicht getan. Er war bei der Tochter in der schlimmen Situation, wie sie bei ihm im Schmerz war. Aber der Vater kann die Anwesenheit\u00a0<em>Papas<\/em>\u00a0nicht sehen, weil er nur den eigenen Schmerz sieht. Der Schmerz verhindert, dass der Mensch sich geliebt wei\u00df, und er l\u00e4sst ihn nicht frei. Darum erkennt er auch nicht den Schmerz anderer, wie der Vater nicht den Schmerz seiner \u00e4lteren Tochter erkennt.<\/li><li>Kreuzigung: Gott hat Jesus nicht allein gelassen am Kreuz, wie der Vater ihm vorwirft.\u00a0<em>Papa\u00a0<\/em>zeigt ihm die Wundmale, weil er mit dem Sohn eine Einheit ist.<\/li><li>Gebet: Warum mit Gott reden? Weil Gott mit den Augen des Menschen sehen m\u00f6chte.<\/li><li>Gottes Zorn: Gott ist nicht zornig und straft. Die S\u00fcnde, in der Menschen leben, ist die Strafe, ist Selbstbestrafung. Gott tut alles zum Besten \u2013 er ist gut. Menschen hingegen richten, meinen, \u00fcber gut und b\u00f6se Bescheid zu wissen, bek\u00e4mpfen einander. Aber es gibt auch eine dunkle Macht, die Menschen davon abh\u00e4lt zu sehen, dass Gott gut ist.<\/li><li>Theodizee: Gott veranlasst B\u00f6ses nicht, verhindert es aber nicht, so der Vorwurf. Aber: Der Schmerz verhindert es, Gott als guten Gott zu sehen, zu sehen, wie er ist. Es gibt kein Leben ohne Schmerz \u2013 aber der Mensch bleibt im Schmerz nur dann nicht stecken, wenn er mit Jesus lebt und erkennt, dass Gott gut ist. Ohne Jesus gibt es keine Zukunft. Er verl\u00e4sst den Menschen nicht \u2013 der Mensch muss ihm vertrauen. Der Sohn, Jesus, will, dass ihn die Menschen als Freunde ansehen, er will sie zu\u00a0<em>Papa<\/em>\u00a0f\u00fchren, damit sie sp\u00fcren, wie es ist, geliebt zu werden. Es geht nicht um Religion und Gesetze, es geht um die Liebe.<\/li><li>Nachdem der Vater das alles gelernt hat, wird er vor die Entscheidung gestellt, ob er bei Gott bleiben m\u00f6chte oder wieder in seinen menschlichen Alltag zur\u00fcckkehren will. Er will wieder zur\u00fcck, denn mit jeder liebenden Tat unter Menschen wandelt sich das Universum, erkl\u00e4rt ihm Gott. Er kehrt wieder zur\u00fcck, nachdem er Gott lieb gewonnen hat und der dreieinige Gott ihm zugesichert hat, dass er bei ihm sein werde. Der Vater kommt zur\u00fcck zur H\u00fctte, f\u00e4hrt los, hat den eingangs erw\u00e4hnten (Fast-) Unfall real, wacht im Krankenhaus wieder auf. Das hei\u00dft: Alles, was den Zuschauern gezeigt wurde, fand w\u00e4hrend seines Komas in seiner Seele statt. Die Familie wird nach seinem Aufwachen wieder geheilt, weil er von seinen Erlebnissen erz\u00e4hlt, die real waren.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Und gibt es&nbsp;<em>Papa<\/em>? Ist er nur ein Teil der Seele? Es gibt&nbsp;<em>Papa<\/em>, denn der Zettel lag ja in dem Briefkasten. Und: Die Ver\u00e4nderungen im Leben sind Beweis.<\/p>\n\n\n\n<p>*<\/p>\n\n\n\n<p>In diesem Film wird so manches zur Theodizee-Frage angesprochen. Wie ist diese mit dem Glauben an den liebenden Gott zu verkn\u00fcpfen. Was kaum vorkommt, das ist der Aspekt der Gerechtigkeit Gottes. Die Liebe Gottes wird ganz gro\u00df dargestellt und zum Teil auch gro\u00dfartig. Aber Liebe ohne Gerechtigkeit ist genauso wenig zu vereinseitigen wie Gerechtigkeit Gottes ohne Liebe.<\/p>\n\n\n\n<p>Haupts\u00e4chlich geht es in dem Film um die Bew\u00e4ltigung von Zorn und Trauer. Die Verantwortung, die der einzelne Mensch, der b\u00f6se\/asozial handelt, hat, steht nicht im Blick. Ein Film kann nicht alles aufarbeiten, aber das macht den Film zumindest auf dieser Ebene in der Auseinandersetzung mit schlimmem Handeln oberfl\u00e4chlich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>DIE H\u00dcTTE. EIN WOCHENENDE MIT GOTT. Autor: William P. Young. Regisseur: Stuart Hazeldine, Concorde 2017 Ein Vater ist mit seinen drei Kindern auf einem Campingplatz. 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