{"id":850,"date":"2019-07-02T17:11:24","date_gmt":"2019-07-02T15:11:24","guid":{"rendered":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/?page_id=850"},"modified":"2019-08-07T12:49:17","modified_gmt":"2019-08-07T10:49:17","slug":"amazing-grace","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/film-musik\/amazing-grace\/","title":{"rendered":"Amazing Grace"},"content":{"rendered":"\n<p style=\"text-align:center\" class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">AMAZING GRACE<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"text-align:center\"><strong>Regie: Michael Apted, Drehbuch: Steven Knight, 2006; CLA<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In diesem Film geht es um den Parlamentarier William Wilberforce, der sich massiv daf\u00fcr einsetzte, dass der Sklavenhandel abgeschafft wurde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In einem Text-Vorspann hei\u00dft es: Die Sklaverei war \u00fcberall anerkannt. Kaum einer wagte es, die Stimme dagegen zu erheben. Wilberforce war einer \u2013 und mit ihm waren es andere Aktivisten. Gott hat ihm zwei Ziele gesetzt: Abschaffung der Sklaverei und die Erneuerung der Gesellschaft. Dieser zweite Aspekt spielt im Film nur im Abspann eine Rolle.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Film ist von vielen R\u00fcckblenden gepr\u00e4gt und Zeitspr\u00fcnge machen es nicht einfach, immer ganz den Durchblick zu behalten. Deutlich wird: Wilberforce ist ein in der Politik aufstrebender junger Mann, reich, tierlieb, zun\u00e4chst nicht verheiratet und im christlichen Glauben verwurzelt. Er hat Menschen zur Seite, die ihn immer wieder ermutigen, in seinem Kampf gegen den Sklavenhandel nicht aufzugeben \u2013 unter anderem seinen Freund den etwa gleichaltrigen k\u00fcnftigen Premierminister William Pitt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Er hat lange keinen Erfolg in seinem Kampf, das Parlament gegen Sklavenhandel umzustimmen, leidet unter seiner schwachen Gesundheit und dem damit verbundenen Opium.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zuletzt findet er mit seinen Mitstreitern einen Trick, die Mehrheit im Parlament zu bekommen. Bis es dazu kommt, wird heftig politisch gestritten, werden Aktionen gestartet, um den Menschen deutlich zu machen, dass Sklaverei unmenschlich ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">*<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der christliche Glaube von Wilberforce wird immer wieder ins Spiel gebracht: Mit dem Lied Amazing Grace, mit einem Gebet am Morgen in freier Natur. Es ist Gott, so wird erkl\u00e4rt, weswegen er seltsam ist, er liebt die Natur. Gott gefunden? Wird er vom Butler gefragt. Er antwortet: Er fand mich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach dem Gespr\u00e4ch mit dem Butler f\u00fchrt er ein Gespr\u00e4ch mit seinem Freund, William Pitt: Dieser m\u00f6chte, dass Wilberforce zwischen Politik oder Religion\/Gott w\u00e4hlt. Entweder den Herrn preisen oder die Welt ver\u00e4ndern. Wenn er Politik w\u00e4hlt, k\u00f6nne er ein politisches Regierungsamt bekommen. Der Freund l\u00e4dt dann Aktivisten zu Wilberforce ein. W\u00e4hrend des Abends versuchen sie Wilberforce dazu zu dr\u00e4ngen, intensiver gegen die Sklaverei vorzugehen. In diesem Gespr\u00e4ch geht es dann nicht darum, Gott zu preisen oder gegen die Sklaverei anzugehen, sondern beides zu tun. Das sagt ihm Hannah More, die ber\u00fchmte Aktivistin, die in dem Film allerdings nur in einer Nebenrolle vorkommt. Anwesend ist ebenso unter anderen Olaudah Equiano, der auf vielf\u00e4ltiger Weise gegen die Sklaverei k\u00e4mpfte, aber auch in diesem Film nur am Rande steht. Dabei ist auch Thomas Clarkson, der im Film eine gr\u00f6\u00dfere Rolle spielt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wilberforce wird von der Gruppe gedr\u00e4ngt zu handeln und geht danach zu John Newton, der Sklavenh\u00e4ndler war, dann bereute und sein Leben \u00e4nderte, Pfarrer wurde. Aus seiner Feder stammt das Lied&nbsp;<em>Amazing Grace<\/em>, das den Titel des Filmes bildet. Wilberforce sucht John Newton auf, um Rat einzuholen, der sagt ihm dann: Fr\u00fcher hast du Gott um Rat gefragt \u2013 Wilberforce antwortet: Nun bin ich erwachsen und t\u00f6richt. Wilberforce suche aber wieder Gott, sein Glaube komme langsam zur\u00fcck. Worauf hin John Newton antwortet, dass Gottes Wirken eher wie ein Nieselregen agiert, nicht wie eine Sturmflut. Wilberforce ben\u00f6tigt Hilfe von Newton, will Informationen \u00fcber den Sklavenhandel. Aber der weigert sich, sie ihm zu geben, weil er nicht stark genug daf\u00fcr ist. Er fordert aber Wilberforce auf, unbedingt gegen die gottlosen Teufel, Plantagenbesitzer, B\u00fcrgermeister, zu handeln \u2013 um Gottes Willen. Aber dann beginnt er doch damit seine Erinnerungen aufzuschreiben und \u00fcbergibt sie sp\u00e4ter Wilberforce.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach dem Gespr\u00e4ch steigt Wilberforce, zumindest zeigt der Film das, aktiv in den Kampf gegen die Sklaverei ein. Die Grausamkeiten werden immer intensiver in den Blick genommen. Gleichzeitig wird deutlich gemacht, wie wenig er ausrichten kann. Selbst seine Verwandten und Bekannten, wie der Freund, der inzwischen Premierminister geworden ist, wenden sich gegen ihn, weil in Frankreich die Revolution ausgebrochen ist und England Angst hat, dass sie auf England \u00fcbergreift, bzw. dann auch Napoleon das Land gef\u00e4hrdet. Das hei\u00dft, der Kampf gegen die Sklaverei wird jetzt als Gefahr gegen England angesehen, die England schw\u00e4chen und die Franzosen reich machen k\u00f6nnte. Ohne Sklaverei kein Wohlstand. Wer sich gegen die Sklaverei wendet, ist ein Verr\u00e4ter. Er schreit an, gegen eine br\u00fcllende Mehrheit auf der anderen Seite.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Gespr\u00e4ch mit seiner zuk\u00fcnftigen Frau, die auch sehr engagiert ist, spricht er sich allen Frust von der Seele. Er bekommt neuen Mut. Letztlich ist, als die Auseinandersetzungen mit Frankreich beendet worden waren, mit Hilfe des Premierministers aufgrund eines Tricks die Mehrheit der Abgeordneten f\u00fcr die Abschaffung des Sklavenhandels: 1807.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als der Premierminister im Sterben liegt und alles auch mit Blick auf die Sklaverei geordnet hat, sagt dieser zu Wilberforce: Ich habe Angst, ich w\u00fcnschte, ich h\u00e4tte deinen Glauben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die letzte Abstimmung erfolgt: Der Sklavenhandel wird abgeschafft. Im Abspann h\u00f6ren wir: Wilberforce engagierte sich weiterhin f\u00fcr Bildung, Gesundheitswesen und Gef\u00e4ngnisse \u2013 f\u00fcr eine bessere Welt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">*<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Film zeigt die Einbettung des sozialen Engagements im Glauben von Wilberforce: Gott preisen und sich f\u00fcr die Menschen einsetzen, das geh\u00f6rt beides zusammen. An der Person John Newtons wird sichtbar, dass Glaube und Sklavenhandel einander ausschlie\u00dfen, da alle Menschen vor Gott gleich sind. Entsprechend werden die Unterst\u00fctzer des Sklavenhandels als gottlos bezeichnet, obgleich sie vermutlich in der damaligen Zeit alle irgendwie \u201eChristen\u201c waren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>AMAZING GRACE Regie: Michael Apted, Drehbuch: Steven Knight, 2006; CLA In diesem Film geht es um den Parlamentarier William Wilberforce, der sich massiv daf\u00fcr einsetzte, dass der Sklavenhandel abgeschafft wurde. In einem Text-Vorspann hei\u00dft es: Die Sklaverei war \u00fcberall anerkannt. Kaum einer wagte es, die Stimme dagegen zu erheben. 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