{"id":832,"date":"2019-07-02T17:04:09","date_gmt":"2019-07-02T15:04:09","guid":{"rendered":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/?page_id=832"},"modified":"2019-08-07T11:51:35","modified_gmt":"2019-08-07T09:51:35","slug":"der-junge-messias","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/film-musik\/der-junge-messias\/","title":{"rendered":"Der junge Messias"},"content":{"rendered":"\n<p style=\"text-align:center\" class=\"has-medium-font-size\">SEIN WEG BEGINNT JETZT.&nbsp;DER JUNGE MESSIAS<\/p>\n\n\n\n<p style=\"text-align:center\"><strong>Regie: Cyrus Nowrasteh 2015, Autorin: Anne Rice, Concorde<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Film beginnt mit der Anwesenheit der Familie des Josef in \u00c4gypten. Schon schnell bekommt der kleine Jesus mit dem B\u00f6sen zu tun. Ins Bild kommt eine schwarz angezogene Gestalt mit hellblonden langen Haaren, einen Apfel essend. Die Freundin zeigt Jesus, wie man ein Kamel malt, dann greift ein Junge Jesus an. Das M\u00e4dchen (Salome) greift ein, der Junge rennt hinter ihr her, die geheimnisvolle Gestalt wirft den Apfel, der Junge rutscht darauf aus und stirbt. Er lenkt den Blick der Umstehenden auf Jesus: Der war es. Der Mob will dem Jesus-Knaben was antun, er wird von Maria nach Hause geholt. W\u00e4hrend des Tumultes vor dem Haus schleicht sich Jesus davon und erweckt den Jungen zum Leben. Darum geht es dann in dem Film: Jesus hat besondere F\u00e4higkeiten, aber er darf sie nicht leben. Und er versteht nicht, warum er das alles kann, warum er nicht darf. Er will es herausfinden.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem Tumult verl\u00e4sst die Familie aufgrund eines Traumes, den Josef von Gott bekommen hatte, \u00c4gypten zusammen mit dem Vater des M\u00e4dchens, den Bruder des Josef, und Jesu Stiefbruder, Jakob. Auf dem Schiff bekommt Jesus von einem Mann ein geschnitztes Kamel geschenkt. Diesem Mann hatte er gesagt, dass er in Bethlehem geboren sei.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf dem Weg am Land Richtung Nazareth bekommt die Familie mit, dass eine Frau von einem Mann, der sie vergewaltigen will, bedr\u00e4ngt wird, sie t\u00f6tet den Mann. Josef und sein Bruder bestatten ihn. Sie berichtet von ihrem Schicksal und dem Aufruhr in Sepphoris: Die Welt steht in Flammen. Jesus m\u00f6chte, dass die junge Frau besch\u00fctzt mit ihnen geht, als eine Schwester.<\/p>\n\n\n\n<p>Unterwegs ger\u00e4t er in den \u00dcberfall von Widerstandsk\u00e4mpfern gegen die R\u00f6mer, in dem zahlreiche Menschen get\u00f6tet werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie kommen auf einem Weg an vielen Gekreuzigten vorbei.<\/p>\n\n\n\n<p>Alles geschieht immer in Verbindung auch mit dem geheimnisvoll schwarz angezogenen Mann, der aber nur von Jesus gesehen werden kann (der geheimnisvolle Mann wird allerdings nur selten visualisiert). Als Jesus den Bruder des Josef heilt, fl\u00fcstert dieser geheimnisvolle Mann einem anderen zu: Das war das Werk Satans. Womit Jesus in Gefahr geraten ist. Im Anschluss daran wird dem Jesus-Kind gesagt, dass sie aufpassen m\u00fcssen: Menschen seien gef\u00e4hrlich.<\/p>\n\n\n\n<p>Herodes Archelaus (Sohn und Nachfolger des Herodes des Gro\u00dfen, im Jahr 6 n.Chr. wegen Grausamkeiten abgesetzt) erf\u00e4hrt, dass es einen Jungen gibt, der Wunder tut. Er sp\u00fcrt, dass Jesus der T\u00f6tung in Bethlehem entgangen ist und l\u00e4sst ihn von den Soldaten suchen \u2013 so bekommt Jesus einen milit\u00e4rischen Gegenspieler. Dieser, der auch in Bethlehem dabei war, bereitet sich innerlich darauf vor, auch diesen kleinen Jesus-Jungen zu suchen und zu t\u00f6ten.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit Herodes werden Schlangen verbunden, die er \u00fcberall und immer irgendwo h\u00f6rt \u2013 er ist selber eine boshafte, Menschen verachtende Gestalt, die sich schlangenhaft bewegt.<\/p>\n\n\n\n<p>Als die Familie in Nazareth angekommen war, kamen auch Soldaten an, die von einer alten Frau mit Wein und Nahrungsmitteln versorgt werden und wieder ihrer Wege ziehen.<\/p>\n\n\n\n<p>In Nazareth wird Jesus krank, bekommt hohes Fieber. In diesem Kontext wird die Versuchungsgeschichte eingebaut, in der er sich mit dem geheimnisvollen Begleiter unterh\u00e4lt \u2013 w\u00e4hrend Maria f\u00fcr ihn betet. Er will wissen, wer Jesus ist, Jesus weist ihn zur\u00fcck, aber der B\u00f6se suggeriert ihm: Dass die Mutter eine Hure sei, der Vater ein L\u00fcgner, seine Sache sei aussichtslos, seine kleinen Wundertaten k\u00f6nnen nicht die Menschen retten. Er selbst wolle, dass Chaos herrsche, er, der F\u00fcrst des Chaos. Er zeigt Jesus die brennende Stadt Jerusalem. Und sagt ihm, er beobachte Jesus ganz genau. Jesus wird gesund.<\/p>\n\n\n\n<p>Daraufhin will Jesus nach Jerusalem zum Passahfest, er will wissen, was mit ihm los ist. Maria m\u00f6chte aber noch nicht diesen Weg gehen, weil sie wei\u00df, dass erbitterte Feinde auf Jesus warten. Sie ist noch nicht bereit, nicht stark genug, sie fragt sich, warum Gott sie erw\u00e4hlt habe. Josef antwortet ihr: Die Soldaten sollten eher sie f\u00fcrchten als sie die Soldaten. Sie reagiert: Dass Josef Jesus angenommen hat, ist ein Wunder, das nur Gott versteht. Josef dankt Gott, dass er ihn erw\u00e4hlt hat. Josef \u00fcberzeugt Maria und sie machen sich auf dem Weg. Die Soldaten suchen Jesus. Der Mann, der Jesus das Kamel geschenkt hatte, wird gekreuzigt, weil er dem Herodes Jesus verraten hatte. Statt des Lohnes bekommt er den Tod.<\/p>\n\n\n\n<p>Und so l\u00e4uft es auf einen Zusammensto\u00df zwischen dem Soldaten und dem Jesus-Jungen hinaus. Jesus l\u00f6st sich von der nach Jerusalem reisenden Familie, er sucht am Tempel einen weisen blinden Mann auf, von dem er wissen will, was in Bethlehem geschehen war. Als Dank umarmt ihn Jesus. Der Blinde wird sehend. Der Soldat wird auf Jesus aufmerksam, beide stehen einander gegen\u00fcber, der Soldat und Jesus, umringt von Menschen. Der Soldat fragt: Wer bist du? Jesus sagt ihm, du hast mich schon einmal gerettet, und: Du warst auch in Bethlehem. Da erinnerte sich der Soldat an die T\u00f6tungen in Bethlehem. Der Junge Jesus schaut ihn unverwandt an. Der Soldat geht auf ihn mit gez\u00fccktem Schwert zu und sagt: Geht! Mutter und Vater, die inzwischen auch angekommen waren, nehmen ihn. Sie gehen. Der Soldat geht zu Herodes und sagt diesem, dass er den Jungen get\u00f6tet habe. Herodes \u00e4rgert sich dar\u00fcber, weil er den Messias sehen wollte. Er steigert sich in Gewaltphantasien und fragt: Ob da ein Donnergrollen und weinender Himmel gewesen sei \u2013 und h\u00f6rt wieder die Schlange.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Familie reist wieder zur\u00fcck und Maria berichtet ihm alles. Sie war 14, als Jesus zur Welt gekommen ist. Und es folgt die Neuerz\u00e4hlung der Weihnachtsgeschichte. Reines Licht, strahlende Luft, die Gestalt in dem Licht sprach, dass Maria einen Jungen geb\u00e4ren werde, der heilige Geist w\u00fcrde \u00fcber sie kommen. Nicht der Engel ist Jesu Vater, Gott. Jesus antwortete darauf: Wir alle sind Kinder Gottes \u2013 aber du wurdest von Gott gezeugt, antwortete Maria. Sie sagt ihm, er solle die Macht in seinem Inneren bewahren, bis Gott ihn die Aufgabe verdeutlicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Zuletzt h\u00f6rt man nur noch die Stimme des Jesus-Jungen: Er ist nicht auf der Erde, um dies und das Wunderbare zu tun, sondern um zu leben, alles aufzunehmen, auch wenn es wehtut. Gott wird ihm einmal alles er\u00f6ffnen.<\/p>\n\n\n\n<p>*<\/p>\n\n\n\n<p>Der Film zeigt Jesus als ganz normales neugieriges Kind, das aber Besonderheiten hat. An dieser Stelle werden neutestamentliche Aussagen vom erwachsenen Jesus \u2013 wie in den Apokryphen \u2013 auf das Kind Jesus \u00fcbertragen. In dieser Welt der Gewalt und Zerst\u00f6rung bereitet Gott einen Menschen vor, der hilft, der sich dem F\u00fcrst des Chaos entgegenstellt.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Film hat so manche Schwachstelle: Er arbeitet mit Klischees, ist abh\u00e4ngig von der traditionellen Ikonographie. Er hat historisch kaum Anhaltspunkte.<\/p>\n\n\n\n<p>Inhaltlich:<\/p>\n\n\n\n<p>Dem Satan wird gesagt, er kenne die Zukunft nicht. Es wird nicht so deutlich, dass mit dieser Zukunft der Tod Jesu gemeint ist, also eine ganz andere Art und Weise, das B\u00f6se zu bek\u00e4mpfen, als man es gemeinhin erwartet. Man bezieht dieses auf das damit in der \u201eHalluzination\u201c gezeigte Bild von der Eroberung Jerusalems \u2013 in dieser Hinsicht kannte der Satan also doch die Zukunft. Das versteht man aber nur, wenn man ein wenig in der Geschichte bewandert ist. An welche Zukunft denken die Zuschauer, die diese Hintergr\u00fcnde nicht kennen? Und: Hatte der Satan nicht Recht, mit dem, was er sagt? Hat Jesus die Menschen ver\u00e4ndert? Darauf gibt der Film keine Antwort. H\u00f6chstens mit dem Titel: \u201eSein Weg beginnt jetzt\u201c \u2013 also mit dem Zuschauer.<\/p>\n\n\n\n<p>Geradezu \u00e4rgerlich ist, dass davon gesprochen wird, dass Gott Jesus gezeugt habe, nachdem gesagt wurde, dass der heilige Geist \u00fcber Maria kommen werde. Damit wird vermutlich ein biologischer Akt assoziiert, der absurd ist. Das h\u00e4ngt damit zusammen, dass der Film versucht, etwas historisch aufzuarbeiten, was eigentlich theologisch aufgearbeitet werden m\u00fcsste. Ans\u00e4tze theologischer Reflexion sind vorhanden, sind aber sehr begrenzt.<\/p>\n\n\n\n<p>*<\/p>\n\n\n\n<p>Trotz aller Kritik, gibt der Film doch wieder \u2013 und das ist spannend: Wie sehen Menschen heute Jesus. Nicht die Intellektuellen Mitteleurop\u00e4er bzw. die, die sich f\u00fcr solche halten. Au\u00dfer diesen gibt es noch Christen weltweit, die einen solchen Film mit ganz anderen Augen ansehen. Und dieser Jesus, der hier gezeigt wird, kn\u00fcpft daran an: Jesus ist der Liebende, der aufgrund seiner N\u00e4he zu Gott Erkennende, gleichzeitig aber derjenige, der durch andere verstehen lernen muss. Er ist derjenige, der den Menschen zugewandt ist, der sich gegen das wendet, was Menschen schadet. Er ist menschlich, trotz seiner Wunder, nicht erhaben und distanziert. Die Anlehnung an den traditionellen und biblischen Jesus ist gr\u00f6\u00dfer als die Anlehnung an die historische Forschung. Diese spielt letztlich keine Rolle.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>SEIN WEG BEGINNT JETZT.&nbsp;DER JUNGE MESSIAS Regie: Cyrus Nowrasteh 2015, Autorin: Anne Rice, Concorde Der Film beginnt mit der Anwesenheit der Familie des Josef in \u00c4gypten. Schon schnell bekommt der kleine Jesus mit dem B\u00f6sen zu tun. 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