{"id":816,"date":"2019-07-02T16:52:17","date_gmt":"2019-07-02T14:52:17","guid":{"rendered":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/?page_id=816"},"modified":"2019-08-06T09:47:39","modified_gmt":"2019-08-06T07:47:39","slug":"gericht-gottes","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/gott\/gericht-gottes\/","title":{"rendered":"Gericht Gottes"},"content":{"rendered":"\n<p style=\"text-align:center\" class=\"has-medium-font-size\">Gericht Gottes<\/p>\n\n\n\n<p style=\"text-align:center\" class=\"has-text-color has-accent-color\"><strong>1. Gott schenkt Freiheit \u2013 somit Verantwortung.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Das Leben des Menschen ist ausgerichtet darauf, Gottes Willen zu tun.<\/li><li>Er kann sich dem verweigern.<\/li><li>Verweigerung bedeutet auch, asozial zu handeln.<\/li><li>Das bedeutet S\u00fcnde: Gegen Gottes Willen handeln \u2013 dem N\u00e4chsten damit zu schaden.<\/li><li>Gott versucht den Menschen zu korrigieren: Gebote \u2013 Jesus Christus\/Bergpredigt\u2026<\/li><li>Wer asozial handelt, wird seiner Verantwortung nicht gerecht und von Gott zur Verantwortung gezogen.<\/li><li>Wer dem Willen Gottes gerecht wurde, wird zu Gott hineingehen, wer ihm nicht gerecht wurde, wird ausgeschlossen werden, weil er sich sozial selbst ausgeschlossen hat.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p style=\"text-align:center\" class=\"has-text-color has-accent-color\"><strong>2. Kein Mensch kann dem Willen Gottes gerecht werden.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Darum starb Jesus Christus \u2013 Gott gab sich in seinem Sohn stellvertretend f\u00fcr uns hin.<\/li><li>Er ertrug das kommende Gericht f\u00fcr uns.<\/li><li>Wer dieses f\u00fcr sich annimmt, wirkt Gottes Willen, wird der Verantwortung gerecht, soweit er sich Gottes Wirken in ihm (dem Heiligen Geist) \u00f6ffnet.<\/li><li>Da aber niemand wirklich bis in alle Konsequenzen hinein Gottes Willen tun kann, ist derjenige, der den stellvertretenden Tod Jesu Christi f\u00fcr sich in Anspruch nimmt, gerecht.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p style=\"text-align:center\" class=\"has-text-color has-accent-color\"><strong>3. Vergebung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Gibt es f\u00fcr diejenigen, die nicht sozial waren und auch nicht die Vergebung Jesu f\u00fcr sich in Anspruch nehmen, noch einmal die M\u00f6glichkeit, das Leben zu korrigieren?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Wir wissen nicht, was in der Sterbephase \u2013 im letzten Moment eines Menschenlebens alles passiert.<\/li><li>Wir k\u00f6nnen davon ausgehen, dass Gott auch nach dem Sterben keinen Menschen zu einem Leben bei Gott zwingen wird.<\/li><li>Wir k\u00f6nnen davon ausgehen, dass Gottes Liebe gr\u00f6\u00dfer ist als unsere Liebe \u2013 k\u00f6nnen allerdings nicht sagen, was das letztlich bedeutet, da uns die Zeit nach dem Tod entzogen ist.<\/li><li>Paulus deutet an, dass Menschen dann Jesus Christus sehen und durch dieses Sehen bekennen \u2013 aber w\u00e4re das dann nicht Zwang?<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p style=\"text-align:center\" class=\"has-text-color has-accent-color\"><strong>4. Gerechtigkeit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Manche gehen davon aus, dass wir ohne den Gedanken des Gerichts auskommen. Dann g\u00e4be es keine Gerechtigkeit.<\/li><li>Was w\u00fcrde es bedeuten, wenn der Mensch nicht davon ausgehen muss, dass es Gerechtigkeit gibt?<\/li><li>Was w\u00fcrde das f\u00fcr sein Verhalten bedeuten?<\/li><li>Was w\u00fcrde das f\u00fcr das Verhalten derer bedeuten, die Macht haben? \u2013 Was bedeutet das jetzt schon f\u00fcr Menschen, die diese Macht egoistisch, hedonistisch, utilitaristisch missbrauchen?<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Ausgleichende Gerechtigkeit kennt jede gro\u00dfe Religion: Hinduismus\/Buddhismus, Islam.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Sicht wird weitgehend von Atheisten abgelehnt, die aber auch die Rede von S\u00fcnde ablehnen. S\u00fcnde ist im Grunde Selbsterhaltung bzw. asoziale Aggression, Teil der Evolution.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese muss innerweltlich mit dem Verstand geregelt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Unterschied vor allem zu dem paulinisch gepr\u00e4gten Christentum <strong>(*)<\/strong>: Aus christlicher Sicht verharmlost das die Bosheit des Menschen. Religionen gehen \u2013 wie auch das Christentum \u2013 innerweltlich dagegen vor durch Regeln, l\u00e4sst sich aber letztlich rein innermenschlich nicht in den Griff bekommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Gemeinsam ist Atheismus und Christentum: Es gibt eine dem Menschen innewohnende Sehnsucht nach Gerechtigkeit und Frieden.<\/p>\n\n\n\n<p>Anfrage der Christen: Widerspricht das nicht der Evolution? Was soziales Handeln der jeweiligen Gruppe angeht, nicht, denn das dient der Verbreitung der Gene. Aber \u00fcber die Gruppe hinaus? Christliches Argument f\u00fcr die innewohnende Sehnsucht: Gott hat diese Sehnsucht im Menschen angelegt (vgl. <strong>Entelechie<\/strong>).<\/p>\n\n\n\n<p style=\"text-align:center\" class=\"has-text-color has-accent-color\"><strong>5. Gerechtigkeit und Friede<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Sobald der Mensch versucht, Frieden mit allen Mitteln herzustellen \u2013 handelt er wieder friedlos.<\/li><li>Derjenige, der versucht, Frieden aggressiv herzustellen, ist meistens der M\u00e4chtige \u2013 bzw. die m\u00e4chtige Gruppe versucht ihre Vorstellung von Frieden durchzusetzen.<\/li><li>\u201eIhre Vorstellung von Frieden\u201c bedeutet: Es gibt weltweit gesehen unterschiedliche Vorstellungen von dem, was Frieden ist und wie er hergestellt werden kann. Sie \u00fcberschneiden sich, sind jedoch nicht deckungsgleich. Diese Unterschiede bergen immer auch Konflikte in sich.<\/li><li>Der Mensch bereitet sich aufgrund seiner Friedlosigkeit im Grunde selbst das \u201eGericht\u201c \u2013 letztlich die H\u00f6lle.<\/li><li>Der Frieden muss aus dem Menschen selbst heraus kommen, das geht nur durch innere Ver\u00e4nderung des Menschen. Sobald diese erzwungen wird, wird Friedlosigkeit erzeugt. Der Weg Gottes ist: Der Mensch wird von innen heraus durch Gott selbst ver\u00e4ndert, wenn er sich durch die Gottesbeziehung ver\u00e4ndern lassen will.<\/li><li>Die atheistische Sicht, dass es keine durch Gott durchgesetzte Gerechtigkeit gibt (Gericht Gottes), sondern nur eine Gerechtigkeit, die irgendwann in der Zukunft realisiert werden k\u00f6nnte, nimmt Menschen, die ohnm\u00e4chtig sind, die Hoffnung, f\u00fchrt zur Resignation. Aber auch zu dem Gef\u00fchl der Wertlosigkeit: Der Glaube an den gerechten Gott gibt auch dem Menschen W\u00fcrde, der w\u00fcrdelos behandelt wird.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p style=\"text-align:center\">***<\/p>\n\n\n\n<p><strong>(*)<\/strong> Unterschied vor allem zum paulinisch gepr\u00e4gten Christentum darum, weil alle anderen Religionen davon ausgehen, dass der Mensch letztlich in der Lage ist, sich so zu verhalten, wie Allah\/Karma es wollen\/vorschreiben. Das Christentum hat eine versch\u00e4rfte Sicht von dem, was S\u00fcnde ist. Der Mensch kann aus eigenem Willen heraus nie Gott gerecht werden, somit auch nicht dem N\u00e4chsten und sich selbst.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gericht Gottes 1. Gott schenkt Freiheit \u2013 somit Verantwortung. Das Leben des Menschen ist ausgerichtet darauf, Gottes Willen zu tun. Er kann sich dem verweigern. Verweigerung bedeutet auch, asozial zu handeln. 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