{"id":802,"date":"2019-07-02T16:44:59","date_gmt":"2019-07-02T14:44:59","guid":{"rendered":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/?page_id=802"},"modified":"2022-05-31T17:47:30","modified_gmt":"2022-05-31T15:47:30","slug":"theodizee-sophie-scholl-weisse-rose","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/gott\/theodizee-sophie-scholl-weisse-rose\/","title":{"rendered":"Theodizee: Sophie Scholl \/ Wei\u00dfe Rose"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-center has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Theodizee: Sophie Scholl \/ Wei\u00dfe Rose<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-small-font-size wp-block-paragraph\">(Die folgende Darlegung beruht auf der Lekt\u00fcre von Sekund\u00e4rliteratur, die unten genannt wird. Vertiefungen zur Theodizee-Frage siehe die anderen Seiten auf evangelische-religion.de. Die Buchstaben weisen auf Autoren hin, die am Ende des Beitrags genannt werden.)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-white-color has-text-color has-background wp-block-paragraph\" style=\"background-color:#0002a3\"><strong>Einleitende Aspekte zur Theodizee<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gibt in Religionen und Kulturen einen Antwort-Pool zum Thema der <strong>Theodizee <\/strong>\u2013 wobei deutlich sein muss, dass die Theodizee-Frage sehr h\u00e4ufig mit der <strong>Anthropodizee<\/strong>-Frage verbunden ist. Besonders viele Antwort-M\u00f6glichkeiten gibt der christliche Glaube \u2013 auch aufgrund der Leidensgeschichte Jesu. Das mag ein Nachteil sein, weil er nicht die eine Antwort an die Hand gibt \u2013 kann aber auch als Vorteil gesehen werden, wie in den folgenden Abschnitten dargestellt werden wird:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aus diesem <strong>christlichen Antwort-Pool<\/strong> kann man sich rational die jeweiligen Antworten aussuchen \u2013 wohl wissend, dass die jeweiligen Antworten nicht die L\u00f6sung aller Probleme ist. Das vor allem auch darum nicht, weil nicht das \u201eWarum\u201c Gott Leiden zul\u00e4sst\/bewirkt usw. beantwortet wird, sondern nur \u2013 aber das ist schon viel \u2013 M\u00f6glichkeiten geboten werden, mit dem Leiden umzugehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von <strong>rationalen Verstehensversuche<\/strong>n zu unterscheiden ist die <strong>authentische Theodizee<\/strong>, also die Zeit, in der man mit dem Leiden welcher Art auch immer selbst verwoben ist. Dann gen\u00fcgen oft rationale Antworten nicht, man muss sich Antworten, die in der jeweiligen Not-Situation plausibel erscheinen, erk\u00e4mpfen. Vielleicht auf der Basis der rationalen Antworten. Schmerz ist subjektiv, l\u00e4sst sich nicht verobjektivieren. Und der Mensch, der Schmerz erlebt, ist ein Individuum, das diesen subjektiven Schmerz verarbeiten muss. Und viele Menschen versuchen das in ihrer jeweiligen individuellen Beziehung zu Gott.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und die jeweiligen Antworten, die man sich f\u00fcr sein eigenes Leben und Leiden gibt, k\u00f6nnen andere als zynisch, als kurios, als unzureichend wie auch immer interpretieren. Man selbst bleibt ja auch nicht bei einer Antwort stehen, sondern erk\u00e4mpft sich aus der Beziehung zu Gott heraus weitere Antworten, verwirft alte Antworten. Man w\u00e4chst in der Auseinandersetzung mit Gott. Die Beziehung zu Gott ist lebendig, nicht statisch und starr. Sie ist Teil des Lebens.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Man kann freilich auch sagen: Lasst Gott aus dem Spiel, dann wird alles einfacher. Diese Aussage kann sowohl aus frommer Perspektive als auch aus religionskritischer Perspektive gemacht werden. Auch sie mag vielleicht den einen oder anderen in bestimmten Situationen zeitweise befriedigen. Aber der Mensch wird auch diesen Umgang mit dem Leiden als unzureichend und wenig hilfreich ansehen. Welche Antwort auch immer erk\u00e4mpft wurde, sie ist nur als Durchgangsstadium zu weiteren Versuchen, das Leiden einzuordnen, anzusehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-white-color has-text-color has-background wp-block-paragraph\" style=\"background-color:#6f00a3\"><strong>Biographische Anmerkungen zu Mitgliedern der Wei\u00dfen Rose<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie unterschiedlich Menschen mit dem Leiden umgehen k\u00f6nnen, ist an der Familie von Sophie Scholl bzw. an Sophie Scholl selbst zu sehen. Inge (*1917), Hans (*1918) und Sophie (*1921) Scholl sind vom National-Sozialismus begeistert. Er eint das Volk, er f\u00f6rdert die positiv verstandene (Bildungs-) Elite, er sorgt daf\u00fcr, dass alle teilen m\u00fcssen, alle sind gleich viel Wert (die zum Volk geh\u00f6ren) \u2013 und so versuchen sie, den National-Sozialismus zu leben und auch als Leiterinnen\/Leiter der Jugendgruppen (Hitler Jugend [HJ]) zu f\u00f6rdern und zu verbreiten. Wobei sie von der b\u00fcndischen Jugend (dj. 1.11 [Deutsche Jungenschaft]) ausgehend nicht nationalsozialistisch orientiert waren, dann aber durch den Eingang der b\u00fcndischen Jugend in die HJ immer st\u00e4rker nationalsozialistisch indoktriniert wurden. Ohne zu ahnen, dass er nicht dem entspricht, was sie sich von ihm ertr\u00e4umen. Das wird ganz deutlich: Der National-Sozialismus hat erm\u00f6glicht, dass es M\u00e4dchengruppen gab, die auch Sport trieben usw. Diese emanzipatorische Seite hat gro\u00dfen Eindruck auf Sophie Scholl gemacht \u2013 darum habe ich eingangs Sozialismus von national getrennt, um das emanzipatorische Element hervorzuheben  \u2013  aber dass er anderes im Sinn hatte mit den Frauen, das wurde der Jugendlichen zum fr\u00fchen Zeitpunkt noch nicht bewusst. Zudem: Kirche und Nationalsozialismus geh\u00f6rten einfach zusammen, weil sie es als Kinder und Jugendliche durch die nationalsozialistischen Pfarrer auch so erlebt haben. Bis ihnen dann langsam die Augen ge\u00f6ffnet wurden \u2013 nicht zuletzt durch Otl Aicher (1922-1991), der als (freier) Katholik das \u00dcbergriffige des Nationalsozialismus kennen gelernt hatte und von Anfang an massiv Widerstand leistete \u2013 schon als Jugendlicher. Er wurde durch Werner Scholl (1922-1944) in die Scholl Familie eingef\u00fchrt und half den Geschwistern Scholl die Augen zu \u00f6ffnen, indem sie eine neue Basis bekamen: Reflexion \u00fcber den christlichen Glauben. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-white-color has-text-color has-background wp-block-paragraph\" style=\"background-color:#7540a9\"><strong>Der Einfluss freier katholischer Intellektueller auf die Geschwister Scholl<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zudem kamen sie mit anderen katholischen Personen zusammen, die sie in ihrer Aversion gegen den Nationalsozialismus st\u00e4rkten (<strong>Carl Muth<\/strong> [1867-1944], <strong>Kurt Huber<\/strong> [1893-1943], <strong>Alfred von Martin<\/strong> [1882-1979], <strong>Theodor Haecker<\/strong> [1879-1945: \u201eIch habe nicht die Macht zu verhindern, dass heute das Gesindel die Welt regiert, aber gegen eines kann ich mich Gott sei Dank doch wehren, so schwach ich auch bin, dass mir n\u00e4mlich Gesindel die Welt erkl\u00e4rt.\u201c]\u2026). Parallel zum Nachdenken und Wachsen im christlichen Glauben ver\u00e4nderte sich die Haltung zum Nationalsozialismus. Zu&nbsp; beachten ist, dass Otl Aicher in seiner Biographie nicht christliche Theologen, sondern Nietzsche betont. Aicher vertritt eher eine rationale Form des Glaubens, w\u00e4hrend die emotionale Form des christlichen Glaubens in der Verbindung mit Sophie Scholl eine gr\u00f6\u00dfere Rolle spielt (O.A. 75ff.). Aicher beschreibt sp\u00e4ter, dass unter anderem Augustinus das Denken auch von Sophie gesch\u00e4rft hat, es zur Autonomie gef\u00fchrt hat, \u201edie es uns erlaubte, gegen eine ganze welt zu stehen, wenn wir uns im einklang mit uns selbst f\u00fchlten\u201c \u2013 was dann auch dazu f\u00fchrte, <strong>Augustinus<\/strong> und seine Sicht vom Staat \u2013 mit Blick auf den Nationalsozialismus \u2013 zu kritisieren (O. A. 173 f.).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Menschen im Umfeld der Wei\u00dfen Rose wie die Mitglieder selbst haben sich kein v\u00f6lkisches Schuldgef\u00fchl einreden lassen. Ebenso haben sie ihren Widerstand nicht in Frage gestellt in dem Sinne: War es wirklich Gottes Wille, denn er hat uns nicht besch\u00fctzt\u2026 Sie waren sich trotz ihres Leidens sicher, das getan zu haben, was Gott gem\u00e4\u00df war.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Thema Leiden wird durch die Geschwister Scholl zun\u00e4chst nicht rational intensiver wahrgenommen. Der Krieg kommt n\u00e4her. Man besch\u00e4ftigt sich theoretisch \u2013 und ohne zu wissen auf das Kommende vorbereitend \u2013 mit dem Thema Gott und damit auch mit dem Thema Leiden (Bibel,\u00a0<em>Augustinus<\/em>\u00a0[354-430] ist daf\u00fcr besonders relevant,\u00a0<em>Dostojewski<\/em>\u00a0[1821-1881], aber auch die katholische Reformbewegung:\u00a0<em>Paul Claudel<\/em>\u00a0[1868-1955],\u00a0<em>George Bernanos<\/em>\u00a0[1888-1948],\u00a0<em>Jacques Maritain<\/em>\u00a0[1882-1973]\u2026, sowie <em>S\u00f6ren Kierkegaard<\/em>\u00a0[1813-1855],\u00a0<em>Blaise Pascal<\/em>\u00a0[1623-1662], aber auch\u00a0<em>John Henry Newman<\/em>\u00a0[1801-1890] und moderne Christen:\u00a0<em>Romano Guardini\u00a0<\/em>[1885-1968]<em>, Werner Bergengruen<\/em>\u00a0[1892-1964; der auch Bl\u00e4tter der Wei\u00dfen Rose\u00a0 und Predigten des Bischofs von Galen in Briefk\u00e4sten verteilte],\u00a0<em>Manfred Hausmann\u00a0<\/em>[1898-1986],\u00a0<em>Hans Carossa\u00a0<\/em>[1878-1956],\u00a0<em>Reinhold Schneider<\/em>\u00a0[1903-1958] usw. Wen sie wohl nicht intensiver wahrnehmen konnten, sind die protestantischen Kritiker nationalsozialistischer Ideologie: <em>Dietrich Bonhoeffer, Karl Barth, Paul Schneider, Martin Niem\u00f6ller, Julius von Jan<\/em>\u2026 Versuche, den Widerstand national zu erweitern durch Kontaktaufnahme, gab es (z.B. Falk Harnack).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-white-color has-text-color has-background wp-block-paragraph\" style=\"background-color:#864a92\"><strong>Leiden und die Mitglieder der Wei\u00dfen Rose<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color wp-block-paragraph\" style=\"color:#a30003\"><strong>Aufgabe:<\/strong> Gib den jeweiligen Abschnitten eine \u00dcberschrift mit Blick auf die Theodizee-Frage!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Mutter,&nbsp;<strong>Magdalena\/Lina Scholl<\/strong>&nbsp;(geb. M\u00fcller) (1881-1958) sieht all ihre Kinder in den jeweiligen Auf und Abs \u2013 aber sie h\u00e4lt daran fest, dass dieses alles zu einem Plan Gottes geh\u00f6rt. Man kann den Plan Gottes nicht durchschauen, wenn man im Leiden steckt \u2013 aber es muss einen Plan geben, den man irgendwann erkennen kann und dann wird man dankbar auch auf das Leiden zur\u00fcckblicken. Das Leiden, das R\u00e4tseln, die Fragen kann man durchstehen, weil Gott Kraft dazu gibt. Man kann sich Gottes Geist erbitten, den Geist der Freude, trotz des Schmerzes (12.6.1943). F\u00fcr sie bringt das Halten an Gott auch Freiheit. Man muss nicht im Leiden, das man nicht \u00e4ndern kann, versinken. Gott macht frei, \u00fcber dem Leiden zu stehen. Sie schreibt 1937 Hans Scholl: \u201e<em>la\u00df Dich fallen in Gottes Arme, die der gr\u00f6\u00dften Not gewachsen sind u. stark genug, Dich nicht ins Dunkel fallen zu lassen<\/em>.\u201c (Zoske 85)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">2.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Vater,&nbsp;<strong>Robert Scholl<\/strong>&nbsp;(1891-1973) geht anders mit dem Leiden um. Er kann die christliche Perspektive nicht \u00fcbernehmen und sieht alles aus einer \u201eliberalen\u201c Perspektive: Am Ende des Lebens kommt es darauf an, was man mit dem Leben gemacht hat, schreibt er. Was die Weltgeschichte betrifft: Eine Kraft treibt den menschlichen Geist immer weiter nach vorne zum humanen Miteinander \u2013 und das Leiden das die nationalsozialistische Gegenwart verursacht, ist R\u00fcckschritt, die das Vorw\u00e4rtsgehen letztlich aber nicht verhindern kann (Brief vom 13.6.1943 und 12.6.1943, die Tochter Inge sieht das anders: 12.6.1943: Immer ein Ringen zwischen Licht und Finsternis \u2013 aber das Licht wird immer die eigentliche Macht haben). In diesem Zusammenhang geh\u00f6rt auch die Erkenntnis: \u201e<em>In der Erkenntnis der letzten Dinge, d.h. der Wahrheit darf man \u00fcberhaupt sich nie fertig f\u00fchlen. Denn das w\u00e4re \u00dcberheblichkeit. An die Grenze der Erkenntnis kann nur ein vollkommener Geist gelangen und das ist kein sterblicher Mensch<\/em>.\u201c (24.8.1943) Allerdings kennt auch er das Gebet, das ihn mit den hingerichteten Kindern verbinden kann. Robert Scholl war 1942 f\u00fcr einige Monate inhaftiert, weil er Hitler als Gei\u00dfel Gottes bezeichnet hatte und war 1943 mit seiner Frau Magdalena und der Tochter Inge in \u201eSippenhaft\u201c, aus der Briefe ver\u00f6ffentlicht wurden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">3.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Inge Scholl<\/strong>&nbsp;lebte immer zu Hause, sie geht ihrer geplanten Arbeit im Finanz-B\u00fcro des Vaters nach. Sie war dominant \u2013 aber sie hatte Angst vor dem Leben als Leben (so die Einsch\u00e4tzung von O.A. 108). Sie hatte kluge, aus der Tradition \u00fcbernommene aber ins eigene Leben \u00fcberf\u00fchrte Antworten zur Gottesfrage. \u201edas leben dachte in ihr, nicht die vernunft\u201c (O.A. 106) Ihre Antworten gab sie an die Geschwister, die in den jeweiligen Leidensprozessen stehen, weiter. F\u00fcr diese sind die Antworten vielleicht nicht hilfreich (aber doch weiterf\u00fchrend?), weil sie sich diese Antworten ihrer Schwester Inge in ihrem pers\u00f6nlichen Leiden nicht erk\u00e4mpft haben. Wobei der Glaube in der geschwisterlichen Korrespondenz (Hans, Inge, Sophie eine gro\u00dfe Bedeutung hat, somit das Gef\u00fchl des Getragen-Werdens durch den Glauben anderer sich einstellen konnte [B. 283]). Inge schreibt Sophie zum Beispiel, als sie viel Druck aushalten muss: \u201e<em>Gott wird Dir den starken, gesunden und frohen Gegendruck geben gegen das, was auf Dich dr\u00fcckt\u2026. Denke viel an ihn und an Dich selbst, oder besser gesagt: \u00fcber Dich selbst zu ihm hin<\/em>.\u201c (B. 331) Inge verinnerlichte die Antworten aus der Tradition in einer religi\u00f6s-mystischen Weise (Brief vom ? \u2013 Seite 70): \u201e<em>Mein Gebet m\u00f6ge ein Mantel um ihn und ein Licht in ihm sein<\/em>\u201c \u2013 \u201e<em>Ich wei\u00df, dass Gott diese Gebete erh\u00f6rt<\/em>\u201c (ohne Datum Seite 32 \u2013 die Intention Fritz Hartnagels aufgreifend, der schrieb: \u201e<em>dass unsere Gebete Eure Herzen in jene Freiheit emportragen m\u00f6chten, die uns nicht mehr genommen werden kann<\/em>\u201c (ohne Datum Seite 29). Wie kam es bei ihr dazu, dass der Glaube pers\u00f6nlich wurde? \u201e<em>Aber mit der Zeit, dem Sprung in Gottes Arm, mit dem Ja zu dem, gegen das ich so ratlos war, habe ich es begriffen.<\/em>\u201c (B. 337)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">4.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Hans Scholl,<\/strong>&nbsp;Medizinstudent\/Sanit\u00e4ter, geht wieder ganz anders mit Leiden um. Er hatte immer wieder einmal christliche Texte formuliert, so in einem Gedicht 1938, in dem es um das Abendmahl ging: Gott \u2013 \u201e<em>Du schenktest in Gnade die F\u00fclle, \/&nbsp; lebendigen Christus aus dir.<\/em>\u201c (Zoske 246). Er hatte wohl 1941 eine Audition (\u201e<em>eines Tages ist dann von irgendwoher die L\u00f6sung gefallen. Ich h\u00f6rte den Namen des Herrn und vernahm ihn<\/em>.\u201c [22.12.1941]) \u2013 was er erlebt hat, ist nicht mehr deutlich \u2013 und danach hat er das Beten wieder gelernt \u2013 das hei\u00dft, es ist f\u00fcr ihn die \u201e<em>Quelle der Kraft<\/em>\u201c (25.1.1942). Am 7.12.1941 schreibt er: \u201e<em>Ich will weit gehen, so weit als m\u00f6glich, auf den Bahnen der Vernunft; jedoch ich erlebe, wie ich ein Gesch\u00f6pf aus Natur und Gnade bin, einer Gnade allerdings, die die Natur voraussetzt.<\/em>\u201c (Das hei\u00dft: Gott handelt in seiner Gnade mit dem jeweiligen Individuum, das aus seinen je eigenen biologischen und psychologischen Besonderheiten besteht.) Er sieht vor allem auch aus den Erfahrungen des Russlandfeldzuges heraus: Gottlose bringen das Leiden \u00fcber die Welt und er hofft, dass sie beseitigt werden, damit eine religi\u00f6se Erneuerung stattfinden kann (31.7.1942). Leiden ist die Voraussetzung f\u00fcr die Wiedergeburt (Taufmetapher) (24.8.1942), schon Mai 1941: \u201e<em>Aus Tr\u00fcmmern steigt der junge Geist empor zum Licht<\/em>\u201c \u2013 oder der Tod ist die Voraussetzung daf\u00fcr, dass Leben wertvoll ist (2.9.1942). Oder mit Weihnachten 1941 gesprochen: \u201e<em>Je dunkler die Schatten \u00fcber eine Epoche hereinfallen, desto gr\u00f6\u00dfer wird die Sehnsucht einzelner Menschen nach dem Lichte\u2026: Christus\u2026 Unser ganzer Hintergrund und unser Wegweiser und Ziel ist Er.<\/em>\u201c (21.12.1941) Und dann kommt das Engagement gegen das, was leiden l\u00e4sst \u2013 die nationalsozialistische Ideologie: Es sind die Flugbl\u00e4tter zu nennen. So hei\u00dft es im 4. Flugblatt (Juli 1942)&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.bpb.de\/geschichte\/nationalsozialismus\/weisse-rose\/61022\/flugblatt-iv\">http:\/\/www.bpb.de\/geschichte\/nationalsozialismus\/weisse-rose\/61022\/flugblatt-iv<\/a>&nbsp;):&nbsp;<em>Wohl ist der Mensch frei, aber er ist wehrlos wider das B\u00f6se ohne den wahren Gott, er ist wie ein Schiff ohne Ruder, dem Sturme preisgegeben, wie ein S\u00e4ugling ohne Mutter, wie eine Wolke, die sich aufl\u00f6st. Gibt es, so frage ich Dich, der Du ein Christ bist, gibt es in diesem Ringen um die Erhaltung Deiner h\u00f6chsten G\u00fcter ein Z\u00f6gern, ein Spiel mit Intrigen, ein Hinausschieben der Entscheidung in der Hoffnung, dass ein anderer die Waffen erhebt, um Dich zu verteidigen? Hat Dir nicht Gott selbst die Kraft und den Mut gegeben zu k\u00e4mpfen? Wir&nbsp;m\u00fcssen&nbsp;das B\u00f6se dort angreifen, wo es am m\u00e4chtigsten ist, und es ist am m\u00e4chtigsten in der Macht Hitlers.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und als Zitat von Novalis:&nbsp;<em>Nur die Religion kann Europa wieder aufwecken und das V\u00f6lkerrecht sichern und die Christenheit mit neuer Herrlichkeit sichtbar auf Erden in ihr friedenstiftendes Amt installieren.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hans Scholl war sehr intensiv im christlichen Glauben eingetaucht (B. 383): <em>Das Leben ist ein gro\u00dfes Abenteuer zum Lichte hin<\/em> (ein Wort von Claudel franz. zitierend [16.2.1943]). Vor seiner Hinrichtung am 22.2.1943 w\u00e4hlte sich Hans Scholl den Psalm 90: \u201eHerr, du bist meine Zuflucht f\u00fcr und f\u00fcr\u2026\u201c und er spricht zusammen mit Pfarrer Alt den Text des Paulus aus dem 1. Korintherbrief 13 mit den ber\u00fchmten Schlussworten: Es bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe\u2026<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach dem Tod von Hans Scholl fand sein Bruder eine Notiz auf dem Schreibtisch seines Bruders: \u201e<em>`O Kreuz, du bleibst noch lange das Licht der Erde.\u00b4<\/em> Der Glaube an das Kreuz Christi und sein Licht waren f\u00fcr Hans Scholl von richtungsweisender Bedeutung. Er handelte Christus vor Augen und nur Gott verantwortlich.\u201c (Zoske 221; derselbe auch zur Bedeutung von christlichen Aussagen von Berdjajew \u2013 124 \u2013 und Thomas Mann \u2013 132 \u2013 f\u00fcr Scholl)\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">5.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Sophie Scholl&nbsp;<\/strong>versuchte seit ca. 1938 ihrem Freund\/Verlobten Fritz Hartnagel (1917-2001), der im (Vor-)Kriegseinsatz steht, von sicherem Ort aus ihn mit Glaubensthemen herauszufordern (B. 249; 250f.). Er versteht es erst nicht \u2013 arbeitet sich aber dann doch zu einer L\u00f6sung aus christlicher Perspektive durch, die f\u00fcr ihn wichtig ist und wird fester im Glauben. Und als er mit seiner Truppe in Stalingrad war, schrieb er: \u201e<em>Und wenn wir unsere Hoffnung nicht an dieses Leben h\u00e4ngen, was kann uns da schon genommen werden? Ich will beten in diesen Tagen und nochmals beten, und auch Du und alle Lieben sind darin innigst eingeschlossen\u2026<\/em>\u201c (17.1.1943; B. 413). (Siehe auch unten.)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dann, als Sophie Scholl selbst leiden musste, weil sie nach der Schule in den Reichsarbeitsdienst \u201eeingezogen\u201c wurde und durch die Umst\u00e4nde Unfreiheit sp\u00fcrte, kommt sie mit den alten Antworten ihres Lebens \u2013 damit zusammenh\u00e4ngend auch zum Thema Gott und Leiden \u2013 nicht mehr klar. Sie ringt und k\u00e4mpft, sie zweifelt (B. 318) \u2013 und erk\u00e4mpft sich vorl\u00e4ufige Antworten. Sie k\u00e4mpft gegen die Sicht: Gott ist fern, er ist ungerecht \u2013 er darf nicht zulassen, dass der Mensch sich an der Natur \u2013 eines lebt vom anderen \u2013 ein Beispiel nimmt (O.A. 83). Sie erk\u00e4mpft sich die Erkenntnis, dass sie fr\u00fcher den Geist betonte, den Verstand, w\u00e4hrend ihre Seele verhungerte (10.12.1941). Sie suchte ihre Seele in ihrer Traurigkeit an Gott anzulehnen (O.A. 76). Ihrer Seele gab sie, so gut sie konnte Nahrung, indem sie in die Kirchen ging und Orgel spielte (und malte) \u2013 und Augustinus las. Diesen Durchbruch hatte sie Karfreitag\/Ostern 1941. Das Wort des Augustinus begleitete sie durch alle kommenden K\u00e4mpfe: \u201e<em>Unruhig ist unser Herz, bis es ruht in Dir<\/em>\u201c (B. 404).&nbsp; Ihre Gebete sprechen eine gro\u00dfe Leidensbereitschaft aus: \u201e<em>Tue mit mir nach deinem guten Willen.<\/em>\u201c (15.7.1942; vgl. Ende Juni 1942) Ihr Problem ist allerdings nicht nur die Theodizee, sondern die Anthropodizee: Menschen f\u00fcgen allem Leiden (Natur und Menschen) zu \u2013 und aufgrund dieses Leidens und Mitleidens sp\u00fcrt sie Gott nicht mehr (10.10.1942). Gott ist f\u00fcr sie Realit\u00e4t \u2013 die sie sp\u00fcrt \u2013 aber das, was sie von ihm glaubt, von ihm zu wissen meint, passt nicht mit der Realit\u00e4t zusammen. Sie kann das als richtig Erkannte nicht in ihrem Leben umsetzen (6.8.1942). Hier \u00dcbereinstimmung zu finden, darum ringt sie: \u201e<em>Warum sollte ich an einer Wahrheit zweifeln, blo\u00df weil sie mir noch verborgen ist?<\/em>\u201c (9.10.1942 \u2013 zu dem Ringen: B. 357) Glaube und Denken standen f\u00fcr sie am Ende des Ringens nicht im Widerspruch (B. 403). Es geht um eine Verinnerlichung Gottes (O.A. 76). Sie schrieb am 18.11.1942 \u2013 in einer Zeit, in der die Flugbl\u00e4tter konzipiert und verteilt wurden und alles, was damit an Bedrohung, Aufregung zusammenhing \u2013 : \u201e<em>Ich will mich an das Seil klammern, das mir Gott in Jesus Christus zugeworfen hat<\/em>\u201c \u2013 selbst dann, wenn sie mit ihren erstarrten H\u00e4nden nichts mehr f\u00fchlt (B. 385). Gleichzeitig ist aber Gott ganz normaler Teil des Alltags (M.G. 181, 190). Und ein Wort des Paulus aus dem R\u00f6merbrief Kapitel 8 wurde in ihrer Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus wichtig: \u201e<em>Ja wir glauben auch an den Sieg der St\u00e4rkeren, aber der St\u00e4rkeren im Geiste<\/em>\u201c \u2013 im Kontext, in dem Paulus vom Wirken des Geistes Gottes geschrieben hat (28.10.1942). Das letzte gesprochene Wort, das wir von Sophie Scholl kennen ist: Ihre Mutter sagte ihr beim Abschied am 22.2.1943: \u201e<em>aber gelt, Jesus<\/em>\u201c bzw. \u201e<em>Gelt Sophie, Jesus!<\/em> \u2013 und Sophie antwortete: \u201e<em>ja \u2013 aber Du auch<\/em>\u201c. Das hei\u00dft: auf Jesus schauen, angesichts des Todes \u2013 aber die Mutter soll auch in ihrer Trauer auf ihn schauen. Die Mutter Lina beurteilt den letzten Kontakt unter anderem so: \u201e<em>Das G\u00f6ttliche war ihnen [Hans und Sophie] Tr\u00f6stung und Willkommen.<\/em>\u201c (M.G. 240)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">6.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Werner Scholl<\/strong>&nbsp;der j\u00fcngere Bruder, hatte sich geweigert, in die Hitler Jugend einzutreten, wurde darum auch nicht zum Abitur zugelassen. Er war es, der schon 1939 (also mit 17 Jahren) in einer Nacht der Justitia in Ulm eine Hakenkreuzbinde \u00fcber die Augen gebunden hat. Er war eingezogen worden und kam nur sehr schwer mit dem, was er erlebte, zurecht. Sein Halteseil war der Glaube an den \u201e<em>gro\u00dfen Tr\u00f6ster<\/em>\u201c, der alles Ungemach \u201e<em>durch ein \u00fcberirdisches Licht tausendmal aufgehoben hat<\/em>.\u201c (B. 374) Er sieht sich in der Tradition der Pilgerschaft der Heiligen drei K\u00f6nige, \u201edie ihren Stern erblickt haben\u201c (B. 393). Werner Scholl wird seit Juni 1944 in Russland vermisst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">7.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Alexander Schmorell&nbsp;<\/strong>(s. Moll) hat zusammen mit Hans Scholl Flugbl\u00e4tter hergestellt und wurde hingerichtet \u2013 nur ein paar Monate sp\u00e4ter. Er schreibt:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201e<em>bedenkt doch, dass `Tod\u00b4 nicht das Ende jeden Lebens bedeutet, sondern eigentlich im Gegenteil \u2013 Geburt, \u00dcbergang zu neuem Leben, einem herrlichen und ewig dauernden Leben! Der Tod hat also nichts Schreckliches. Hart und schwer ist die Trennung. Aber sie wird weniger hart und schwer bei dem Gedanken, dass wir uns ja nicht f\u00fcr ewig trennen, sondern&nbsp;nur f\u00fcr eine Zeitlang, wie f\u00fcr eine Reise, um uns dann&nbsp;f\u00fcr immer und ewig&nbsp;zu treffen, in einem Leben, das unendlich sch\u00f6ner ist als das jetzige und dass es dann f\u00fcr das Zusammensein&nbsp;kein Ende gibt.<\/em>\u201c (30.5.1943) Am 5.6. schrieb er: \u201e<em>Vergesst die Hoffnung auf ein Wiedersehen hier auf Erden oder dr\u00fcben in der Ewigkeit nicht. Gott lenkt alle Dinge so, wie er es will, und wie es zu unserem Besten ist, wir m\u00fcssen uns immer nur voller Vertrauen in seine Arme geben \u2013 er wird uns dann niemals verlassen, immer helfen und tr\u00f6sten.<\/em>\u201c (Als Anmerkung: Es gab \u00dcberlegungen zur Flucht, die Schmorell aber verweigerte, weil er andere gef\u00e4hrdet h\u00e4tte.) (526)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In einem Brief am 2.7. \u2013 wenige Tage vor der Hinrichtung \u2013 schrieb er: \u201e<em>Dieses ganze harte `Ungl\u00fcck\u00b4 war notwendig, um mich auf den wahren Weg zu bringen \u2013 deshalb war es eigentlich gar kein Ungl\u00fcck. Vor allem bin ich froh und danke Gott daf\u00fcr, dass es mir gegeben war, diesen Fingerzeig Gottes zu verstehen und dadurch auf den rechten Weg zu gelangen. Denn was wusste ich bisher vom Glauben, vom wahren tiefen Glauben, von der Wahrheit, der letzten und einzigen, von Gott? Sehr wenig!\u2026 Ich hoffe, dass auch Ihr eine \u00e4hnliche Entwicklung durchgemacht habt und dass Ihr mit mir zusammen nach den tiefen Schmerzen der Trennung auf dem Standpunkt angelangt seid, wo Ihr f\u00fcr alles Gott dankt.<\/em>\u201c (528)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In seinem letzten Brief, kurz vor der Hinrichtung schrieb er unter anderem: \u201e<em>Eins vor allem lege ich Euch ans Herz: Vergesst Gott nicht!!!<\/em>\u201c (530)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es wird deutlich, dass jeder von den Genannten einen eigenen Weg gegangen ist. Schmorell war orthodoxer Christ, der soweit ich es sehen kann, sich nicht viel mit dem Thema Glauben besch\u00e4ftigt hatte, aber doch im orthodoxen Gottesdienst seine Heimat gefunden hatte, bzw. sich dahin sehnte (die westliche Form des Christentums war ihm \u201enicht warm, nicht liebevoll genug\u201c; 279). Und in der Zeit seiner Inhaftierung hat er einen neuen Zugang zu Gott gefunden, einen Zugang, der an das Buch Hiob erinnert. Auch Hiob erkennt, er hatte von Gott vom H\u00f6rensagen geh\u00f6rt \u2013 aber noch nicht selbst wahrgenommen. Doch dann erkannt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">8.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Christoph Probst<\/strong>&nbsp;wurde 1919 geboren und am 22.2.1943 zusammen mit Hans und Sophie Scholl hingerichtet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In dem Buch von Moll sto\u00dfen wir auf Seite 210 auf eine Sicht von Probst zum Thema Leiden. Probst war nicht unbedingt christlich eingestellt. Dann wandte er sich wohl ab 1942 immer st\u00e4rker dem christlichen Glauben zu. Er hatte zu Weihnachten 1942 eine Art Vision w\u00e4hrend der Weihnachtsmesse, wie seine Frau mitteilte. Ob sein Schwiegervater Dohrn zu seiner Hinwendung zu Jesus Christus beigetragen hat, ist nicht bekannt. Harald Dohrn wurde auch von den Nazis hingerichtet \u2013 am 29.4.1945: \u201e<em>Denn das Leid bereitet einen neu f\u00fcr die Freude, es l\u00e4utert einen, vertieft Dich und macht Dich stark dem Leben gegen\u00fcber<\/em>.\u201c Und: \u201e<em>Versuche auch das Leid lebendig zu tragen, nimm es ohne Angst gelassen hin, sage Dir immer wieder, dass es nicht umsonst gelitten wird, dass es genauso von Gott gesandt ist wie die Freude, dass es Dich nicht nur auf dieses sp\u00e4tere Erdenleben bereitet sondern auch auf das Leben nach dem Tod!<\/em>\u201c (210)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kurz vor seiner Hinrichtung sagte er zu seiner Mutter: \u201e<em>Ich danke Dir, da\u00df Du mir das Leben gegeben hast, wenn ich es recht \u00fcberblicke so war es ein einziger Weg zu Gott. Da ich aber nicht weit gehen konnte, springe ich das letzte St\u00fcck hinweg.<\/em>\u201c (248f.)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von gro\u00dfer Tiefe ist der Brief, den er am 18.12.1942 seinem (Halb-)Bruder Dieter Sasse geschrieben hat. Ich kann ihn hier nicht insgesamt wiedergeben. Daraus ein paar Zeilen: Weihnachten \u201e<em>soll auch so ein Freudenfest sein, an dem man voll Dankbarkeit der G\u00fcte des Sch\u00f6pfers dankt, dass er uns Christus gesandt hat, durch den wir wissen, dass unser Leiden unser Leben einen Sinn hat, der uns ein Leben vorgelitten hat aus reinster G\u00fcte, der das Leid verst\u00e4ndlich gemacht hat und geheiligt hat, der uns auf das Leben nach dem Tod gewiesen hat, der die Liebe predigte, die wahre Verbr\u00fcderung der Menschen, der uns das Brot des Lebens gebracht hat und an dem es keinen Zweifel gibt.<\/em>\u201c (848)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kurz vor der Hinrichtung soll er zu Hans und Sophie gesagt haben: \u201e<em>In wenigen Augenblicken sehen wir uns in der Ewigkeit wieder<\/em>.\u201c (Bald\/Knab 63)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Christoph Probst hat sich auf diese Weise mit dem Leiden besch\u00e4ftigt und Kraft im Glauben gefunden. Wir haben schon Familienmitglieder der Scholls kennen gelernt, die je auf ihre individuelle Weise Halt im Glauben gefunden haben \u2013 bzw. Gott hat ihnen erm\u00f6glicht, jeweils f\u00fcr ihr individuelles Leiden an ihm Halt zu finden. Die Konstante ist Gott \u2013 in seiner jeweils individuellen Zuwendung zu den Menschen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">9.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Kurt Huber&nbsp;<\/strong>war Philosoph, Psychologe, Musikwissenschaftler \u2013 Professor an der Uni M\u00fcnchen. Als Katholik wurde er argw\u00f6hnisch be\u00e4ugt und als der NSDAP feindlich eingeordnet. Hans Scholl und Alexander Schmorell nahmen Kontakt zu ihm auf und das 5. vor allem aber das 6. Flugblatt der Wei\u00dfen Rose geht mit auf ihn zur\u00fcck bzw. wurde ma\u00dfgeblich von ihm formuliert. Kurt Huber wie auch Alexander Schmorell wurden am 13.7.1943 enthauptet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Neben den folgenden privaten Formulierungen seines Glaubens hat er sich zum Beispiel auch intensiv sachlich mit Leibniz und das Christentum in Europa befasst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Gef\u00e4ngnispfarrer schrieb Clara Huber nach der Hinrichtung ihres Mannes: \u201e<em>Es war sein besonderer Stolz, da\u00df er vor dem h\u00f6chsten Gericht, dem Volksgericht, erkl\u00e4ren durfte, da\u00df die von ihm sorgsam beobachtete Entwicklung mit seinem Christentum nicht mehr vereinbart werden konnte. Fortan nahm ihn die Gestalt Christi immer mehr gefangen\u2026 Oftmals suchte und fand er Trost und Sicherheit in den heiligen Mysterien unseres Glaubens. Wie auf dem Gebiete der Natur so war ihm auch in der \u00dcbernatur alles klar und durchsichtig. Christus war ihm Weg, Wahrheit und Leben geworden<\/em>.\u201c \u201e<em>Er hatte den festen Glauben im Herzen, da\u00df sein Tod nur Durchgang zum Leben sei.<\/em>\u201c (64)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In einem Auszug aus einem Gedicht von ihm hei\u00dft es (55f.): &#8222;<em>Was w\u00e4r der Mensch, wenn ihn \/ Nicht hart das B\u00f6se streifte, \/ Wenn er, von Leid durchw\u00fchlt \/ Nicht doch zum Guten reifte? \/ Er w\u00e4r nicht Mensch, er w\u00e4r \/ Ein Spielball der Natur, \/ Am B\u00f6sen lernend f\u00fchlt \/ Er m\u00e4hlich Gottes Spur.<\/em>&#8220; <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ihm war gewiss, dass er nach seinem Sterben weiterleben und den Lieben verbunden bleiben w\u00fcrde. So schrieb er auch am 13. Juli 1943: &#8222;<em>Herr, o Herr, ich bin bereit, \/ reis an Deiner Freundeshand \/ Fr\u00f6hlich in die Ewigkeit! \/ Segne unser deutsches Land, \/ Segne Frau und Kinder mein, \/ Tr\u00f6ste sie in aller Pein, \/ Schenk den Liebsten Du hinieden \/ Deiner Liebe Gottesfrieden!<\/em>&#8222;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">10.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Hans Leipelt<\/strong>&nbsp;(*21.7.1921) hat in M\u00fcnchen studiert als er an das 6. Flugblatt der Wei\u00dfen Rose gelangt war. Er hat es dann mit Marie-Luise Jahn nach der Hinrichtung von Hans und Sophie Scholl und Christoph Probst mit der \u00dcberschrift versehen: \u201e<em>\u2026 und ihr Geist lebt trotzdem weiter!<\/em>\u201c Sie brachten es nach Hamburg, vervielf\u00e4ltigten und verteilten es dort. Er sammelte zudem mit anderen Geld f\u00fcr die Witwe von Kurt Huber, wurde denunziert, am 8.10.1943 verhaftet, verurteilt und am 29. Januar 1945 hingerichtet. Seine Mutter, Katharina Leipelt, war J\u00fcdin und wandte sich laut Alt dem Christentum zu und war \u201etiefgl\u00e4ubig\u201c. Sie wurde verhaftet und nahm sich \u2013 zumindest lautet das offiziell so \u2013 das Leben (9.12.1943), nachdem sie erfahren hatte, dass sie nach Auschwitz deportiert werden sollte. Was Hans Leipelt mitgeteilt worden war.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend seines Gef\u00e4ngnisaufenthaltes hat er sich intensiv dem christlichen Glauben zugewendet. Wie er selbst sah, gab ihm der Gef\u00e4ngnisaufenthalt die M\u00f6glichkeit, mit Gott allein zu sein. Das habe er gebraucht. Zu seinem letzten Abendmahl w\u00e4hlte er aus Lukas 21 den Text aus, in dem Jesus spricht: &#8222;Wenn aber dieses anf\u00e4ngt zu geschehen, so sehet auf und erhebet eure H\u00e4upter, darum da\u00df sich eure Erl\u00f6sung naht.&nbsp;&#8230; wisset, da\u00df das Reich Gottes nahe ist.&nbsp;Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte vergehen nicht.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als Lieblingslied betete er: \u201e<em>Die auf der Erde wallen,\/die Sterblichen sind Staub\u2026&#8220;.<\/em> Ich habe das Lied im Internet nicht gefunden. In dem Gesangbuch der Landeskirche Hessen von 1924 wird es noch genannt. Ich werde es hier nicht als Ganzes hineinsetzen \u2013 aber nur ein paar Aspekte daraus zum Thema Theodizee nennen: Menschen sterben. Gottes Kinder gehen getrost den Weg in den Tod: \u201e<em>Herr \u00fcber Tod und Leben, \/ o dann verla\u00df mich nicht<\/em>.\u201c Die letzten drei Strophen: &#8222;Hilf, Todes\u00fcberwinder \/ hilf mir in dieser Angst, \/ der du zum Heil der S\u00fcnder \/ selbst mit dem Tode rangst; \/ und wenn des Kampfes Ende \/ gewaltiger mich fa\u00dft, \/ nimm mich in deine H\u00e4nde, \/ den du erl\u00f6set hast. \/ Des Himmels Wonn und Freuden \/ ermi\u00dft kein sterblich Herz; \/ o Trost f\u00fcr kurzes Leiden, \/ f\u00fcr kurzen Todesschmerz! \/ Dem Todes\u00fcberwinder, \/ sei ewig Preis und Dank; \/ Preist ihm, der f\u00fcr uns S\u00fcnder \/ den Kelch des Todes trank! \/ Heil denen, die auf Erden \/ sich schon dem Himmel weihn, \/ die aufgel\u00f6st zu werden, \/ mit heilger Furcht sich freun! \/ Bereit, es Gott zu geben, \/ wenn er, ihr Herr, gebeut, \/ gehn sie getrost durchs Leben \/ hin zur Unsterblichkeit.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In dem Buch von Alt finden wir auch den Abschiedsbrief, den Hans Leipelt seiner Schwester Maria (die 9.11.1943 verhaftet worden war, aber am 14. April 1945 in Bayreuth von der US Armee befreit wurde) geschrieben hat. Daraus folgender Auszug: &#8222;<em>Und doch, Liebes, bleibst Du nicht allein zur\u00fcck. Abgesehen&nbsp; davon, da\u00df ich gute Menschen wei\u00df, die nach dem Kriege ihr&nbsp; M\u00f6glichstes tun werden, Dich zu finden und Deine Existenz zu&nbsp; sichern, bleibst Du in der Hand Gottes zur\u00fcck, in der ich Dich&nbsp; getrost lasse \u2013 h\u00e4lt er uns doch alle in seiner Hand, sch\u00fctzt und&nbsp; erh\u00e4lt uns, und wo er uns diesen Schutz, diese Erhaltung zu&nbsp; versagen scheint, mu\u00df uns doch auch das, und gerade das, zum&nbsp; Besten dienen. Dieses Zutrauen zu ihm d\u00fcrfen, ja m\u00fcssen wir&nbsp; haben, auch wenn wir seine Wege einmal nicht verstehen und&nbsp; vielleicht sogar hart finden. Ich bitte Dich, und werde in diesen&nbsp; letzten Stunden f\u00fcr Dich darum beten, da\u00df Du Dir dieses Vertrauen zu Gott Dein ganzes Leben lang erhalten m\u00f6chtest. Sei&nbsp; meinetwegen nicht traurig, wenn Du kannst, und jedenfalls unbesorgt. Ich f\u00fchle im wahrsten Sinne des Wortes g\u00f6ttliche Ruhe&nbsp; in mir und sterbe ohne Angst in der Hoffnung auf Gottes Vergebung, die mir freilich bitter notwendig ist, bedenke ich, in wie&nbsp; schwerer Weise ich mich an ihm&nbsp; vers\u00fcndigt habe.&#8220;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">10.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Willi Graf&nbsp;<\/strong>(* 2. Januar 1918) ist katholisch gepr\u00e4gt worden. Seine Erziehung sieht er kritisch: \u201e<em>Urteilskraft und lebendige \u00dcberzeugung aber haben wir nicht mitbekommen, um eventuell in der Lage zu sein, diese Weltanschauung zu verteidigen\u2026 In Wirklichkeit ist Christentum ein viel schwereres und ungewisseres Leben, das voller Anstrengung ist und immer wieder neue \u00dcberwindung kostet, um es zu vollziehen.<\/em>\u201c (6.6.1942). Er macht sich selbst viele Gedanken: \u201e<em>Gerade das Christ-Werden ist vielleicht das allerschwerste, denn wir sind es nie und k\u00f6nnen es h\u00f6chstens beim Tode ein wenig sein<\/em>.\u201c (15.6.1941) Er ist im Saarland aufgewachsen und war trotz des Drucks nicht in der Hitlerjugend, aber der katholischen Jugendarbeit treu. Er begann sein Medizinstudium, wurde wegen \u201eb\u00fcndischer Umtriebe\u201c inhaftiert, wurde von der Wehrmacht eingezogen, kam als Mediziner an die Uni M\u00fcnchen und somit in Kontakt mit der Wei\u00dfen Rose. Er wirkte als Teil des inneren Zirkels politisch mit, hatte auch Teil an den religi\u00f6sen Gespr\u00e4chen, profitierte auch von der Literatur, die sie lasen \u2013 war aber schon vorher von der katholischen Jugend gepr\u00e4gt, zum Beispiel von Guardini. Er wurde kurz nach Hans und Sophie Scholl zusammen mit seiner Schwester, an die viele der folgenden Briefe gerichtet waren, festgenommen. Er wurde im April zum Tode verurteilt, wurde aber nicht sofort hingerichtet, weil die Gestapo Informationen \u00fcber \u201eMitt\u00e4ter\u201c erfahren wollte. Seine Schwester Anneliese hat nach dem Krieg Briefe und Aufzeichnungen herausgegeben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als er 1943 in Haft war, schrieb er: \u201e<em>Mit dem Tod beginnt erst unser wahres Leben, diese Gedanken sind mir immer schon vertraut gewesen und waren und sind mir bewu\u00dft. Euch aber bleibt alles Leid und der Schmerz, aber der Glaube und das Gottvertrauen mu\u00df Euch St\u00e4rke und Kraft bringen\u2026<\/em>\u201c (8.5.1943) Dass in Gottes Hand das Schicksal liegt gibt Mut \u201ealles andere daneben wird ja so unwichtig und bedeutungslos\u201c (1.8.1943), \u00e4hnlich schrieb er am 9.10., f\u00fcgte aber noch hinzu: \u201e<em>Das Bewu\u00dftsein dass wir in Seiner Hand sind, w\u00e4chst eigentlich erst recht im Leid und manchmal ahnen wir Seine N\u00e4he ganz besonders<\/em>\u201c. Aber er muss sich dazu immer wieder durchringen: \u201e<em>Das zu ertragen ist nicht leicht, aber mit seiner (sc. Gottes) Hilfe wollen wir es immer wieder versuchen<\/em>\u201c (26.9.1943). Schon Ende 1941 formulierte er in einem Brief aus Russland, dass man in aller Sinnlosigkeit bestehen m\u00fcsse, dass man den Sinn suchen m\u00fcsse \u2013 aber dass man ihn erst im Tod finden wird (30.12.1941). Diese Ahnung von Sinn wird in seinen letzten Briefen immer deutlicher. Am 10.9.1943 kommt seine Sicht sehr ausf\u00fchrlich zum Tragen, indem er sein Leiden, sein Kreuz mit dem Kreuz Jesu verbindet und \u201efast froh\u201c ist, nachzufolgen. \u201e<em>Wir wollen versuchen, dieses Kreuz nicht nur einfach zu ertragen, sondern zu lieben und immer vollkommener zu leben im Vertrauen auf Gottes Ratschlu\u00df.<\/em>\u201c Der Tod ist nicht das Ende, \u201esondern ein Durchgang, das Tor zum wahren Leben.\u201c In seinem letzten Brief weist er auf die Arie von H\u00e4ndel, Messias hin: \u201e<em>Ich wei\u00df, da\u00df mein Erl\u00f6ser lebet.<\/em>\u201c und \u00fcbergibt Psalm 90 als eine Art Verm\u00e4chtnis \u2013 denn in allen Briefen bezieht er die Adressaten mit ein: Wir. So auch in diesem letzten Brief: \u201e<em>Wir werden uns wiedersehen am Thron des Ewigen.<\/em>\u201c Am 12.10.1943 wurde er hingerichtet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color wp-block-paragraph\" style=\"color:#a35400\"><strong>Literatur:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>B = Barbara&nbsp;<strong>Beuys<\/strong>: Sophie Scholl. Biografie, Insel Verlag Berlin, 2. Auflage 2017 (1. Auflage 2010) (insel taschenbuch 4049)<\/li><li>M.G. =&nbsp; Maren&nbsp;<strong>Gottschalk<\/strong>: Schluss. Jetzt werde ich etwas tun. Die Lebensgeschichte der Sophie Scholl, Beltz Verlag, Weinheim\/Basel 2012\/2016<\/li><li>O.A. = otl&nbsp;<strong>aicher<\/strong>: innenseiten des krieges, Fischer Verlag Frankfurt\/M. 3. Auflage 2011 (1. Auflage 1998)<\/li><li>Daten vor 18.2.1943: Inge Jens (Hg): Hans Scholl, Sophie Scholl. Briefe und Aufzeichnungen, Fischer Taschenbuch Verlag, 9. Durchgesehene Auflage 2005 (1. Auflage 1984)<\/li><li>Daten nach 12.4.1943 = Inge&nbsp;<strong>Aicher-Scholl<\/strong>&nbsp;(Hg.): Sippenhaft. Nachrichten und Botschaften der Familie in der Gestapo-Haft nach der Hinrichtung von Hans und Sophie Scholl, S. Fischer Verlag Frankfurt\/M. 1993<\/li><li>Inge Scholl: Die Wei\u00dfe Rose, S. Fischer Verlag Frankfurt, erweiterte Neuausgabe 1994<\/li><li>Zu Christoph Probst und Alexander Schmorell: Christiane&nbsp;<strong>Moll<\/strong>&nbsp;(Hg): Alexander Schmorell, Christoph Probst. Gesammelte Briefe, Lukas Verlag Berlin 2011<\/li><li>Christine&nbsp;<strong>Hikel<\/strong>: Sophies Schwester. Inge Scholl und die Wei\u00dfe Rose, Oldenbourg Verlag, M\u00fcnchen 2013 Qellen und Darstellungen zur Zeitgeschichte 94)<\/li><li><strong>Anneliese Knoop-Graf<\/strong>&nbsp;und Inge Jens (Hgs.): Willi Graf. Briefe und Aufzeichnungen, S. Fischer Verlag, Frankfurt\/M. 1988<\/li><li>Hans-Joachim&nbsp;<strong>Seidel<\/strong>: Hans Scholl und die B\u00fcndische Jugend, Verlag Klemm und Oelschl\u00e4ger, Ulm 2017<\/li><li>Robert M.&nbsp;<strong>Zoske<\/strong>: Flamme sein! Hans Scholl und die Wei\u00dfe Rose. Eine Biografie, Verlag C.H. Beck M\u00fcnchen 2018<\/li><li>Detlef&nbsp;<strong>Bald<\/strong>\/Jakob&nbsp;<strong>Knab&nbsp;<\/strong>(Hgs.): Die St\u00e4rkeren im Geiste. Zum christlichen Widerstand der Wei\u00dfen Rose, klartext-verlag Essen 2012<\/li><li>Karl&nbsp;<strong>Alt<\/strong>: \u00dcberschreiten von Grenzen, Hg. v. Werner Reuter, Verlag \u00d6kologie und P\u00e4dagogik M\u00fcnchen, \u00fcberarbeitete Neuauflage 1994 (1. Auflage: Todeskandidaten, 1946)<\/li><li>Zu Werner&nbsp;<strong>Scholl&nbsp;<\/strong>auch:&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/einestages\/hinrichtung-von-hans-und-sophie-scholl-erzogen-zum-widerstand-a-951049.html\">http:\/\/www.spiegel.de\/einestages\/hinrichtung-von-hans-und-sophie-scholl-erzogen-zum-widerstand-a-951049.html<\/a><\/li><li>Marie-Luise&nbsp;<strong>Schultze-Jahn<\/strong>: \u201e\u2026 und ihr Geist lebt trotzdem weiter!\u201c Widerstand im Zeichen der Wei\u00dfen Rose, Metropol Verlag 2003 (Bibliothek der Erinnerung, Hg.v. Wolfgang Benz 10)<\/li><li>Clara&nbsp;<strong>Huber<\/strong>: Kurt Huber zum Ged\u00e4chtnis. \u201e\u2026der Tod\u2026 war nicht vergebens\u201c, Nymphenburger Verlagshandlung M\u00fcnchen 1986<\/li><li>Zum christlichen Widerstand:&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.evangelischer-widerstand.de\/html\/view.php?type=biografien%20und%20http:\/\/thema.erzbistum-koeln.de\/deutsches-martyrologium\/verzeichnis_aller_martyrer\/das_verzeichnis\/martyrer_aus_der_NS-Zeit\/\">https:\/\/de.evangelischer-widerstand.de\/html\/view.php?type=biografien und http:\/\/thema.erzbistum-koeln.de\/deutsches-martyrologium\/verzeichnis_aller_martyrer\/das_verzeichnis\/martyrer_aus_der_NS-Zeit\/<\/a><\/li><li>Friedemann Drews:  <a href=\"https:\/\/www.endstation-rechts.de\/news\/die-gedanken-sind-frei-sophie-scholl-und-der-kirchenvater-augustinus.html\">https:\/\/www.endstation-rechts.de\/news\/die-gedanken-sind-frei-sophie-scholl-und-der-kirchenvater-augustinus.html<\/a> <\/li><li>Ulrich <strong>Chaussy<\/strong> und Gerd R. <strong>Uebersch\u00e4r<\/strong>: &#8222;Es lebe die Freiheit&#8220;. Die Geschichte der Wei\u00dfen Rose und ihrer Mitglieder in Dokumenten und Berichten; Fischer Taschenbuch 3. Auflage &#8211; \u00fcberarbeitete Neuausgabe 2013<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p class=\"has-accent-color has-text-color wp-block-paragraph\"><strong>Anmerkungen:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Robert Mohr<\/strong>, der Vernehmungsbeamte von Sophie Scholl (arbeitete ab 1948 in der Kurverwaltung von Bad D\u00fcrkheim) (1951): \u201eich kann nur wiederholen, dass dieses M\u00e4del, wie auch ihr Bruder, eine Haltung bewahrt hat, die sich nur durch Charakterst\u00e4rke, ausgepr\u00e4gte Geschwisterliebe und eine seltene Tiefgl\u00e4ubigkeit erkl\u00e4ren l\u00e4sst. Wie mir aus der Vernehmung erinnerlich, befassten sich Sophie und auch Hans Scholl neben ihrem Studium eingehend mit Religions-Philosophie, ja, ich hatte den Eindruck, dass sie in religi\u00f6ser Hinsicht eigene Wege gingen. Wie dem auch sei, jedenfalls waren sie tiefgl\u00e4ubig.\u201c (Wei\u00dfe Rose 179; zu Mohr s. <strong>Chaussy\/Uebersch\u00e4r<\/strong>. Ebenso \u00fcber den Vernehmungsbeamten von Hans Scholl: Anton Mahler.)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Prof.&nbsp;<strong>Rene Spitz<\/strong>&nbsp;zur Hochschule f\u00fcr Gestaltung (HfG \u2013 Geschichte):<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">die motive ihres widerstands wuchsen aus ihrem bed\u00fcrfnis, die werte pers\u00f6nlichkeit, freiheit, menschenw\u00fcrde, individuum und selbstbestimmung zu verteidigen. Die \u201echristlich-religi\u00f6se und sittliche emp\u00f6rung \u00fcber die gewaltverbrechen gegen\u00fcber den juden und polen im osten sowie \u00fcber die deutsche okkupationspolitik in den besetzten l\u00e4ndern\u201c z\u00e4hlt ebenso hierzu wie ihre ablehnung der totalit\u00e4ren herrschaft im innern, die jede politische, geistige, k\u00fcnstlerische und religi\u00f6se freiheit ausgel\u00f6scht und die autonomie der wissenschaften und des rechts unterdr\u00fcckt hatte. Sie k\u00e4mpften gegen einen pervertierten, totalen unrechtsstaat und den forcierten kollektivzwang im nationalsozialismus, aber auch gegen die identifikation von nation und regime, gegen die politische loyalit\u00e4t der massen, gegen den weitverbreiteten opportunismus und bequemes mitl\u00e4ufertum in der bev\u00f6lkerung. \u201eBegeisterung, anpassung und partielle resistenz waren im allt\u00e4glichen leben unter der ns-diktatur zu einem vielschichtigen komplex verschmolzen, so da\u00df 1945 kaum jemand guten gewissens einen moralischen rigorismus verfechten konnte\u201c \u2013 inge scholl und otl aicher geh\u00f6rten zu den wenigen, die es konnten und die dies auch als ihre pflicht betrachteten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">als \u201egeistige mentoren\u201c (christian petry) der m\u00fcnchner studenten gelten die katholischen publizisten carl muth, herausgeber der katholischen literarisch-philosophischen zeitschrift hochland, die im juni 1941 verboten wurde, und theodor haecker, philosoph und kierkegaard-interpret, autor des werkes was ist der mensch, das auf das denken der geschwister scholl nachweisbar gro\u00dfen einflu\u00df hatte.116 Von ihnen erhielten die mitglieder der wei\u00dfen rose die anregungen, die werte eines lebendigen christentums, genau: eines fortschrittlichen katholizismus, mit den vertrauten idealistisch-philosophischen idealen zu verbinden. Sie f\u00fchlten sich der moralischen, christlich-abendl\u00e4ndischen verantwortung verpflichtet, die freiheit des einzelnen gegen den totalit\u00e4ren staat zu verteidigen. Ihr ziel war die verteidigung der europ\u00e4ischen idee, \u201ealso alles, was geistesgeschichtlich und religionsphilosophisch in den ersten vier flugbl\u00e4ttern evoziert und unter abendl\u00e4ndischer kultur verstanden wurde\u201c. 114-117&nbsp;<a href=\"http:\/\/renespitz.de\/index.php?id=29\">http:\/\/renespitz.de\/index.php?id=29<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-white-color has-text-color has-background wp-block-paragraph\" style=\"background-color:#588ba0\"><strong>\u00dcberlegungen:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Buch von&nbsp;<strong>Christine Hikel: Sophies Schwester. Inge Scholl und die Wei\u00dfe Rose<\/strong>, M\u00fcnchen 2013 m\u00fcsste eigentlich einen anderen Titel tragen. Es handelt sich n\u00e4mlich nur am Rande um eine Inge Scholl Biographie. Das Hauptinteresse liegt darin, die Rezeption der Wei\u00dfen Rose in der Deutschen Gesellschaft auch anhand von Inge Scholl nachzuvollziehen. Und das ist sehr spannend:  Wie wurde die Wei\u00dfe Rose rezipiert, wer hat was warum aufgegriffen, interpretiert, eingeordnet? Ein paar interessante Schlaglichter aus dem ausgezeichneten Buch.<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Ist die Wei\u00dfe Rose Teil politischen Widerstandes gewesen? Hatte sie etwas gegen die Nazis \u2013 oder doch grunds\u00e4tzlicher: Wollte sie nicht nur die Nazis bek\u00e4mpfen, sondern die ganze Gesellschaft auf ein anderes Fundament (christlich, kulturell) stellen, ein Fundament, das die Nazis zerst\u00f6rt hatten? Ihr Tun wurde entsprechend mit Hilfe von M\u00e4rtyrergeschichten gedeutet. Der christliche Glaube bot dem zerst\u00f6rten Land, desillusioniert von der Menschen verachtenden Ideologie, neuen Sinn, Verluste konnten bew\u00e4ltigt werden. Von daher wurde diese tragende und weiterf\u00fchrende Sicht der Wei\u00dfen Rose betont.<\/li><li>Zukunftsweisend \u2013 Demokratie aufbauend: Die Mitglieder der Wei\u00dfen Rose traten ein f\u00fcr Menschlichkeit, f\u00fcr die Demokratie, f\u00fcr eine Demokratie, bestimmt von Moral.<\/li><li>Weil die Mitglieder der Wei\u00dfen Rose an Kunst, Literatur, Musik, an der christlichen Tradition gro\u00dfes Interesse hatten, halfen sie dem geschlagenen und ern\u00fcchterten Volk an die gro\u00dfe Tradition vor der Zeit des Nationalsozialismus anzukn\u00fcpfen.<\/li><li>Sie halfen, die eigene Biographie Deutscher zu verarbeiten: Ich wusste, warum ich keinen Widerstand leistete \u2013 es war zu gef\u00e4hrlich, sieht man an den Mitgliedern der Wei\u00dfen Rose, wie gef\u00e4hrlich Widerstand war. Gleichzeitig: Sie dienten als gutes Gewissen daf\u00fcr: Sie sind das gute Deutschland \u2013 Deutsche waren nicht nur schlecht.<\/li><li>Das Thema Freiheit konnte gegen den Kommunismus, der Ostdeutschland mit eiserner Faust regierte, entgegengestellt werden: Die Wei\u00dfe Rose ruft auf, f\u00fcr die Freiheit zu k\u00e4mpfen. Die Freiheit, die in der Bindung an Gott ihre Grundlage hat, muss gestaltet werden.<\/li><li>Sie traten ein f\u00fcr die Freiheit der Lehre an den Universit\u00e4ten.<\/li><li>Die Geschichtswissenschaft nahm sich des Themas an \u2013 sie wei\u00df mehr als die emotional gebundenen Familienangeh\u00f6rigen, die sich bislang darum gek\u00fcmmert hatten, das Handeln der Hingerichteten publik zu machen, damit es nicht vergebens war. Kritische Wissenschaft statt Zeugen, statt emotionales Miterleben und damit Wissenschaft statt voreingenommene Interpretation.<\/li><li>Traditionell wurden die Mitglieder der Wei\u00dfen Rose als Menschen gesehen, die zu Opfern wurden, weil sie f\u00fcr etwas eintraten \u2013 und in diesem Zeitraum \u00e4nderte sich das: Sie wurden einfach als Opfer des Nationalsozialismus angesehen. Und das bedeutet: Sie waren nicht die einzigen Opfer des Nationalsozialismus, entsprechend konnten sich viele Deutsche als solche Opfer sehen. Sie haben zwar nicht f\u00fcr etwas gek\u00e4mpft, waren aber eben \u2013 warum auch immer \u2013 Opfer. Oder: Sie haben Widerstand geleistet \u2013 wie viele Deutsche von sich sagten, dass auch sie auf ihre Weise Widerstand geleistet haben, und sei er noch so unscheinbar gewesen. Das hei\u00dft: Die Mitglieder der Wei\u00dfen Rose waren im Grunde wie ich.<\/li><li>Dann: Die Erinnerung an die Wei\u00dfe Rose konnte keinen Gegenwartsbezug mehr herstellen \u2013 also kann man sie vergessen. Sie waren idealistisch \u2013 nicht politisch. Und so verzichtete man in den sp\u00e4ten 60ger Jahren auf solche Helden: antiquiert, vom 19. Jahrhundert abh\u00e4ngig, religi\u00f6s. Jetzt z\u00e4hlten Kommunisten, Che Guevara und co. \u2013 radikal muss der Widerstand sein, die gesamte kapitalistische Gesellschaft muss umgekrempelt werden.<\/li><li>Und dann: Muss der Widerstand radikal sein? Muss die gesamte Gesellschaft umgekrempelt werden? Nein, es geht nun um zivilen Ungehorsam. Die Wei\u00dfe Rose zeigte zwar keinen zivilen Ungehorsam, zeigte aber, dass sich B\u00fcrger nicht alles gefallen lassen d\u00fcrfen. Damit wird die Zeit der Demonstrationen gegen die Atombewaffnung \/ Nachr\u00fcstung in den Blick genommen.<\/li><li>Dann ben\u00f6tigte man die Wei\u00dfe Rose nicht mehr, man war stolz auf das, was man geleistet hat: Die Erfolgsgeschichte nach 1945 ist wesentlich. Nicht was vor 1945 war \u2013 auch nicht der Widerstand.<\/li><li>Es wurden viele Originaldokumente herausgegeben: Briefe, Tageb\u00fccher usw. \u2013 endlich konnte man die Mitglieder der Wei\u00dfe Rose in ihrer jeweiligen Pers\u00f6nlichkeit studieren. Sie waren keine Heiligen mehr, man holte sie von dem Podest. Sie waren nun Individuen wie du und ich.<\/li><li>Entsprechend wurde dann im Zuge der Frauenemanzipation, in den 80ern Sophie Scholl aus der Gruppe der Wei\u00dfen Rose herausgehoben: Sie wurde zur Identifikationsfigur f\u00fcr andere junge Frauen.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und das geht bis heute weiter. Man denke nur an die Schwulenbewegung, die Hans Scholl f\u00fcr sich entdeckt hat und ihn entsprechend sexuell einordnen m\u00f6chte (bis hin zu Zoske, der diesen Aspekt immer wieder aufgreift und andeutet). Wenn ich die Scholls und andere der Wei\u00dfen Rose als Beispiel daf\u00fcr angebe, wie Menschen mit der Theodizee-Frage umgehen \u2013 wo bin ich einzuordnen? Passt das noch in diese Zeit \u2013 ist es eher ein Relikt der Nachkriegsdeutung? Ist das Ausdruck unserer Zeit? Es wird unabh\u00e4ngig von meiner Darlegung allerdings immer wieder darauf hingewiesen, dass die christliche Tradition der Scholls in letzter Zeit \u00fcbersehen wurde (Beuys, Drews). Ich denke, dass erst in ein paar Jahrzehnten deutlich werden d\u00fcrfte, ob meine Darstellung in die Zeit passte oder eben nicht, ob sie den Scholls gerecht wurde oder nicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">(Stand Fr\u00fchjahr 2018.)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nachtrag 6.12.2020: <a href=\"https:\/\/www.pro-medienmagazin.de\/gesellschaft\/gesellschaft\/2020\/12\/04\/christlicher-glaube-war-entscheidend-fuer-ihren-widerstand\/?fbclid=IwAR0yYeweODszofKd5YsyM7w-dx2yk5liWFaRZd4FJrA2HffizI7FLPzPuo4\">https:\/\/www.pro-medienmagazin.de\/gesellschaft\/gesellschaft\/2020\/12\/04\/christlicher-glaube-war-entscheidend-fuer-ihren-widerstand\/<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Theodizee: Sophie Scholl \/ Wei\u00dfe Rose (Die folgende Darlegung beruht auf der Lekt\u00fcre von Sekund\u00e4rliteratur, die unten genannt wird. Vertiefungen zur Theodizee-Frage siehe die anderen Seiten auf evangelische-religion.de. 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Einleitende Aspekte zur Theodizee Es gibt in Religionen und [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":47,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-802","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/802","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=802"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/802\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2651,"href":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/802\/revisions\/2651"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/47"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=802"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}