{"id":782,"date":"2019-07-02T16:33:03","date_gmt":"2019-07-02T14:33:03","guid":{"rendered":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/?page_id=782"},"modified":"2019-08-05T08:06:54","modified_gmt":"2019-08-05T06:06:54","slug":"praktischer-atheismus","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/gott\/praktischer-atheismus\/","title":{"rendered":"Praktischer Atheismus"},"content":{"rendered":"\n<p style=\"text-align:center\" class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">PRAKTISCHER\/PRAGMATISCHER ATHEISMUS \u2013 ALLTAGS-ATHEISMUS \u2013 GEWOHNHEITS-ATHEISMUS  \u2013  GOTT-VERGESSENHEIT \u2013 INDIFFERENTISMUS<\/p>\n\n\n\n<p style=\"color:#64510a;text-align:center\" class=\"has-text-color wp-block-paragraph\"><strong>Leben ohne Gott<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Menschen leben ihren Alltag. Menschen, die nicht aus einer engen Beziehung mit Gott heraus ihren Alltag bew\u00e4ltigen, k\u00f6nnen Gott ganz schnell aus dem Auge verlieren. Die Alltagsaufgaben, Alltagsprobleme lassen keine Zeit, an Gott zu denken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Haltung muss nichts mit Atheismus zu tun haben \u2013 nichts damit zu tun haben, dass man gegen Gott ist. Gott ist einfach nicht relevant. Man ben\u00f6tigt kein h\u00f6heres Wesen. Transzendenzerfahrungen sind irrelevant, man k\u00fcmmert sich um Belange des Berufes, der Familie, des Hobbys \u2013 f\u00fcr Gott ist keine Zeit. Probleme bew\u00e4ltigt man ohne Gott, Gl\u00fccksgef\u00fchle hat man ohne Gott ebenso. Schicksal wie Geschichte \u2013 alles l\u00e4uft ohne Gott ab, ohne einen solchen \u201etranszendenten Willen\u201c. Man nimmt Natur nicht mehr wahr, sondern in der Stadt: Alles ist von Menschen gemacht &#8211; und Medien suggerieren den Menschen als Macher: Der Mensch kann im Grunde alles. Menschen ben\u00f6tigen Gott nicht mehr, er wird einfach \u00fcberfl\u00fcssig. Von daher muss man selbst alles in die Hand nehmen, privat, politisch, wissenschaftlich, wirtschaftlich. Ob es Gott gibt oder nicht, das ist irrelevant. Hier geht dann der <em>Praktische Atheismus<\/em> in den <em>Pragmatischen Atheismus<\/em> \u00fcber. Man ist pragmatisch veranlagt. <strong>Man muss leben, als ob es keinen Gott gibt, sagt der pragmatische Atheist; man lebt einfach so, als ob es ihn nicht gibt, sagt der praktische Atheist. <\/strong>Manche sind einfach aus Gewohnheit \u201eAtheisten\u201c \u2013 sie machen sich einfach keine Gedanken \u00fcber Gott, weil sie in einem atheistischen Umfeld aufgewachsen sind und noch nicht in die Lage gekommen sind, die religi\u00f6se Dimension des Lebens zu reflektieren. Diese indifferenten Sichtweisen werden auch von Atheisten aufgegriffen und in ihr atheistisches Weltbild eingebunden bzw. von Atheisten verwendet, um <em>religi\u00f6s indifferente Menschen<\/em> f\u00fcr die atheistische Weltanschauung zu gewinnen. Ziel: Religion popularisierend aus dem \u00f6ffentlichen Leben zur\u00fcckzudr\u00e4ngen.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"color:#64510a;text-align:center\" class=\"has-text-color wp-block-paragraph\"><strong>Gott fehlt &#8211; Gott-Ersatz<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Manchmal bemerken Menschen dann, dass etwas in ihrem Leben fehlt, dass etwas falsch l\u00e4uft. Sie beginnen etwas zu suchen, beginnen sich selbst zu suchen \u2013 aber so deutlich ist nicht, was sie eigentlich suchen. Das Wort des Kirchenvaters Augustinus:\u00a0<em>Unruhig ist mein Herz, bis es Ruhe findet in\u00a0Dir<\/em> (Gott) \u2013 ist f\u00fcr sie nicht naheliegend, weil Kirche mit Institution verbunden wird, christlicher Glaube mit Tradition und Althergebrachtem, Gott ist zu fern und Jesus war ein guter Mensch in der fernen Vergangenheit. Zudem ist man gegenw\u00e4rtig ein \u201eMacher\u201c. Man muss etwas tun, um zu sein. Nicht sich beschenken lassen von einem Gott, den man nicht kennt:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>An dieser Stelle finden manche dann in esoterischen \u201eAntworten\u201c ihre Zuflucht \u2013 religi\u00f6se Gef\u00fchle, verbunden mit innerweltlichen Angeboten aus unterschiedlichsten Religionen, von Heilsteinen bis hin zu Reiki, von Horoskopen bis hin zu Feen, von religi\u00f6sem Yoga bis hin zu Feng Shui\u2026<\/li><li>Andere suchen die Mitte in sich selbst: Meditationen unterschiedlichster Art, Yoga, psychologische und philosophische Zufluchten, die als Religionsersatz dienen k\u00f6nnen.<\/li><li>Andere suchen Ruhe in der Kunst (auch in der Alltagskunst: Schlager\/popul\u00e4re Musik), in Filmen, in religi\u00f6s empfundener Natur, indem sie sich der Nation, dem Volk, der Heimat einbinden, Sport tr\u00e4gt dazu bei wie das Verschmelzen mit den Kl\u00e4ngen der Musik \u2013 es gibt sehr viele M\u00f6glichkeiten, die dem Menschen geboten werden, an Gott vorbei nach einem Grund des Lebens zu suchen, sich in das gro\u00dfe Ganze hineinzufinden.<\/li><li>Manche suchen Zuflucht in Drogen, seien es Drogen, die von au\u00dfen zugef\u00fchrt werden oder k\u00f6rpereigene Drogen, die durch bestimmte Handlungen aktiviert werden.<\/li><li>Manche empfinden es als st\u00f6rend, dass sie keinen Zugang zu Gott finden, sind traurig dar\u00fcber. Der Schriftsteller <em>Martin Walser<\/em> schreibt \u00fcber seinen Gottesverlust in dem B\u00fcchlein \u201e\u00dcber Rechtfertigung, eine Versuchung\u201c: Der Atheist \u201chat keine Ahnung. Beweisen k\u00f6nnte ich das nicht. Aber dass es nicht gen\u00fcgt zu sagen, Gott gebe es nicht, ahne ich. <em>Wer sagt, es gebe Gott nicht, und nicht dazusagen kann, dass Gott fehlt und wie er fehlt, der hat keine Ahnung.<\/em>\u201d<\/li><li>Manche empfinden dieses Gef\u00fchl eher nicht, weil sie es mit Aktionismus, Medien verschiedenster Art (intensiver TV-Konsum, Eintauchen in PC-Spiele, Anerkennung durch vielf\u00e4ltige Social-Media-Kontakte\u2026), Konsumismus \u00fcbert\u00f6nen.<\/li><li>Manche versuchen Wissenschaft als Religionsersatz aufzubauen \u2013 aber dann ist es eher weniger ein emotionaler, vielmehr ein rationaler Versuch.<\/li><li>Der Mensch ist auf der Suche nach etwas, das \u00fcber ihn hinausgeht. Aber diese Sehnsucht wird vielfach im Alltag durch alles M\u00f6gliche \u00fcbermalt. Zudem wird diese Sehnsucht nicht nur von (pseudo-)religi\u00f6sen Gruppen, sondern auch von Firmen aufgenommen, die eine m\u00f6glichst schnelle Erf\u00fcllung der Sehnsucht versprechen. Zum Teil auch unter Aufnahme religi\u00f6ser Vorstellungen, die verfremdet werden (nicht nur Werbung, sondern Firmen-Philosophie). Man ist somit aufgrund der innewohnenden Sehnsucht nach Gott besch\u00e4ftigt, Gott zu suchen, wei\u00df aber nicht, dass man Gott sucht. Menschen bleiben auf dem Weg zu Gott an allem m\u00f6glichen Interessantem h\u00e4ngen, das die Welt und die menschliche Phantasie zu bieten hat.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Viel Aspekte werden aus dem christlichen Glauben herausgebrochen, von ihm isoliert, weil man meint, dass es auch ohne Gott hilfreich sei. Es wird s\u00e4kularisiert. Der christliche Journalist Chesterton schrieb:&nbsp;<em>Wer aufh\u00f6rt, an Gott zu glauben, glaubt an alles<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"color:#64510a;text-align:center\" class=\"has-text-color wp-block-paragraph\"><strong>Kultur-Christen ohne Gott<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vielfach ist der Alltagsatheist der Kirche gegen\u00fcber aufgeschlossen, gegen\u00fcber ihren Werten und kulturellen Angeboten. Wenn er Kinder hat, nimmt er das Christentum st\u00e4rker als kulturell-religi\u00f6ses Angebot wahr, eben auch die Angebote f\u00fcr die Kinder. Zudem nimmt er Teil an besonderen Gottesdiensten (Weihnachten, Ostern, Kasualgottesdienste). Aber Gott selbst ist nicht das Thema. Diese Richtung der Alltagsatheisten kann man dem Kulturchristentum zuordnen. Kritisch ist er gegen\u00fcber bestimmten Anspr\u00fcchen und Formen des christlichen Glaubens. Lehnt diese ab, allerdings ohne das Christentum insgesamt abzulehnen. Zudem kann er sich ein gewisses religi\u00f6ses Patchwork-Polster aneignen. Das Christentum ist Pool f\u00fcr eine pragmatische Lebensgestaltung. nach neueren Untersuchungen (pew-research) identifizieren sich ca. 71% der Deutschen mit dem Christentum, allerdings sind nur ca. 25% praktizierend (2018).<\/p>\n\n\n\n<p style=\"color:#64510a;text-align:center\" class=\"has-text-color wp-block-paragraph\"><strong>Was, wenn es Gott gibt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Esther Maria Magnis formuliert in einem Interview: \u201e<em>F\u00fcr mich ist die Frage auch nicht relevant, ob ich Gott brauche, sondern allein: Gibt es Gott oder gibt es ihn nicht? Entweder Gott ist oder er ist nicht. Wenn er ist, dann muss ich mich dazu verhalten, dann muss ich beginnen, ihn zu suchen. Dann ist diese Frage das Wichtigste im Leben<\/em>.\u201c (Kath. Seelsorgeeinheit Empfingen-Die\u00dfener Tal, Regenbogen, April 2018, Gott \u2013 ja oder nein, Seite 6; pdf: kath-empfingen.de\/html\/media\/dl.html?v=611050)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>PRAKTISCHER\/PRAGMATISCHER ATHEISMUS \u2013 ALLTAGS-ATHEISMUS \u2013 GEWOHNHEITS-ATHEISMUS \u2013 GOTT-VERGESSENHEIT \u2013 INDIFFERENTISMUS Leben ohne Gott Menschen leben ihren Alltag. Menschen, die nicht aus einer engen Beziehung mit Gott heraus ihren Alltag bew\u00e4ltigen, k\u00f6nnen Gott ganz schnell aus dem Auge verlieren. Die Alltagsaufgaben, Alltagsprobleme lassen keine Zeit, an Gott zu denken. Diese Haltung [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":47,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-782","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/782","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=782"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/782\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1407,"href":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/782\/revisions\/1407"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/47"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=782"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}