{"id":776,"date":"2019-07-02T16:30:16","date_gmt":"2019-07-02T14:30:16","guid":{"rendered":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/?page_id=776"},"modified":"2022-07-28T15:34:17","modified_gmt":"2022-07-28T13:34:17","slug":"atheismus-religionskritik","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/gott\/atheismus-religionskritik\/","title":{"rendered":"Atheismus\/Religionskritik"},"content":{"rendered":"\n<p>(s. auch <a href=\"https:\/\/mini.evangelische-religion.de\/religionskritik-atheismus\/\">https:\/\/mini.evangelische-religion.de\/religionskritik-atheismus\/<\/a> )<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-medium-font-size\">ATHEISMUS UND RELIGIONSKRITIK: GOTT IN ABLEHNUNG ZUR SPRACHE GEBRACHT<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-white-color has-text-color has-background\" style=\"background-color:#5b00a3\"><strong>Atheismus 1: Aufkl\u00e4rung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Aufkl\u00e4rung \u2013 die Zeit um 1700, die versuchte, den Verstand in den Mittelpunkt des Denkens zu stellen \u2013 hat auch Wurzeln in biblischen Traditionen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Befreiung aus Sklaverei (Exodus)<\/li><li>Kritik an der Herrschaft von Menschen\/K\u00f6nigen (Samuel- und K\u00f6nigsb\u00fccher)<\/li><li>&nbsp;Auseinandersetzung mit Gott angesichts von Leiderfahrungen (Hiob, Jeremia)<\/li><li>Zusammenf\u00fchrung von Natur-Wissen\/Weisheit (alttestamentliche Weisheit)<\/li><li>Bedeutung des Individuums durch Selbstentscheidung (seit Jesus)<\/li><li>Kritik an den traditionellen Religionen (G\u00f6tterpolemik \u2013 also: Verstand wird zur Beurteilung anderer Religionen benutzt \u2013 im Alten und Neuen Testament; Betonung des Menschen Jesus im Neuen Testament)<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Neu ist in der Aufkl\u00e4rung der Neuzeit:<\/p>\n\n\n\n<p>Der Verstand sieht sich bewusst als Ma\u00dfstab f\u00fcr wahre Religion an. Anf\u00e4nge daf\u00fcr liegen bei den <em>Deisten<\/em> (Gott hat eine vern\u00fcnftige Welt und Religion geschaffen: Wahre Religion ist ethisch einwandfreie Religion, Tugendreligion, die konkreten Religionen sind ein Abfall von dieser Tugendreligion).<\/p>\n\n\n\n<p><em>Kant <\/em>(1784) sagte: \u201eHabe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!\u201c Aber: W\u00e4hrend Kant den Verstand in Glaubenssachen f\u00fcr nicht kompetent hielt, haben franz\u00f6sische Aufgekl\u00e4rte den Verstand \u00fcber die Religion gesetzt. W\u00e4hrend <em>Voltaire<\/em> (+1778) Religion als sinnvoll ansah, hat <em>LaMettrie<\/em> (+1751) sie als pathologisch bezeichnet. Das hei\u00dft: Man war sich als Aufgekl\u00e4rte trotz Einsatzes des Verstandes nicht einig, wie man mit der Religion umgehen soll.<\/p>\n\n\n\n<p>(Beachte: <strong>Vernunft<\/strong> = oberstes Erkenntnisverm\u00f6gen, Erfahrungen, Beobachtungen, werden zu einem Ganzen zusammengef\u00fchrt; <strong>Verstand <\/strong>= Teilaspekt der Vernunft.)<\/p>\n\n\n\n<p>Die Franz\u00f6sische Aufkl\u00e4rung im 18. Jahrhundert begann mit einem Blutbad. Es wird gesch\u00e4tzt dass diesem zwischen 200.000 bis weit \u00fcber 2 Millionen Menschen zum Opfer gefallen sind. Die als Ausdruck der franz\u00f6sischen Revolution geltende Formulierung: &#8222;Freiheit, Gleichheit, Br\u00fcderlichkeit&#8220; ist aus christlichem Geist geboren &#8211; stammt vom Erzbischof <em>Fran\u00e7ois F\u00e9nelon<\/em> (1651-1715). Er wandte sich gegen Atheisten &#8211; und sein Buch T\u00e9l\u00e9maque wird mit als eine Grundlage der Aufkl\u00e4rung angesehen. Kurz: Aufkl\u00e4rung heute wird atheistisch bzw. s\u00e4kular interpretiert. Die Wurzeln sind aber vielf\u00e4ltiger. (S. auch <a href=\"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/mensch\/menschenrechte-1\/\">https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/mensch\/menschenrechte-1\/<\/a> ) <\/p>\n\n\n\n<p>Menschen  versuchen, den Verstand \u00fcber die Religion zu stellen. manche glauben eben aus logischen Gr\u00fcnden nicht an Gott, die <strong>Atheisten<\/strong>. Manche sind massiv gegen Gott eingestellt &#8211; die <strong>Anti-Theisten<\/strong>. Es gibt somit nicht \u201eden\u201c Atheismus. Den Atheisten sind nur die Menschen zuzurechnen, die sich ausdr\u00fccklich als Atheisten bezeichnen \u2013 wobei Atheisten einander nicht unbedingt als Atheisten anerkennen: z.B. <em>Comte<\/em> (+1857) wird von Atheisten nicht unbedingt als Atheist anerkannt, weil er eine eigene atheistische Religion (Religion der Menschlichkeit) gr\u00fcnden wollte. Menschen, die nicht kirchlich gebunden sind (<strong>Konfessionslose<\/strong>), sind nicht automatisch Atheisten. Neben Atheisten gibt es <strong>Agnostiker<\/strong>, die sich auf die Existenz eines Gottes\/von G\u00f6ttern nicht festlegen wollen. Das Wort \u201eAtheismus\u201c beinhaltet das Wort \u201eGott\u201c \u2013 Gegen-Gott-Sein. Weil es jedoch in atheistischer Weltanschauung keinen Gott gibt, lehnen einige Atheisten das Wort ab und bezeichnen sich als die \u201e<strong>Brights<\/strong>\u201c, die Klaren, Hellen. Manche nennen sich auch <strong>&#8222;evolution\u00e4re Humanisten&#8220;<\/strong>, geben sich damit einen wissenschaftlichen Klang. <strong>Religionskritiker<\/strong> sind nicht als solche Atheisten. Es gibt Atheisten, die Religion kritisieren, es gibt auch religi\u00f6se Menschen, die Religion kritisieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-white-color has-text-color has-background\" style=\"background-color:#5b00a3\"><strong>Atheismus 2: G\u00f6tterkritik im Altertum<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Kritik an G\u00f6ttern gab es schon <strong>vorchristlich in Griechenland <\/strong>im 5.-3. Jh. v. Chr., ein paar Beispiele:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Der Mensch ist das Ma\u00df aller Dinge (<em>Protagoras von Abdera<\/em>).<\/li><li>G\u00f6tter strafen Menschen nicht \u2013 also gibt es sie nicht (<em>Diagoras von Melos<\/em>) (im 4. Jahrhundert haben keltische Krieger Tempel gepl\u00fcndert \u2013 unbeschadet).<\/li><li>G\u00f6tter sind nur Vorstellungen der Menschen (<em>Prodikos von Keos<\/em>).<\/li><li>G\u00f6tter sind Erfindungen von Regierenden, um die Menschen beherrschen zu k\u00f6nnen bzw. um Gesetze durchsetzen zu k\u00f6nnen (<em>Kritias<\/em>).<\/li><li>Der h\u00f6chste Gott braucht keine Menschen, k\u00fcmmert sich auch nicht um ihn (<em>Antiphon<\/em>).<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Kritik an G\u00f6ttern gibt es <strong>in alttestamentlichen Schriften<\/strong> (Gen. 1: Gott schuf die Gestirne \u2013 sie sind keine G\u00f6tter; Gott schuf den Menschen, damit er herrsche und nicht Sklave der G\u00f6tter ist; Weisheit 13: G\u00f6tterstatuen sind nur Holz); von Atheisten im genannten Sinn ist schon im Alten Testament die Rede: Sie sagen: <em>Es gibt keinen Gott<\/em> (z.B. Psalm 10,4). Christen wurden als Gottlose und Abergl\u00e4ubische bezeichnet, weil sie nicht an G\u00f6tter glaubten, ihnen nicht opferten, denn Jesus sei nur Mensch gewesen, er sei ein zu Gott erhobener Magier.<\/p>\n\n\n\n<p>Kritik an G\u00f6ttern\/an Gott ist nichts Neues, nichts Modernes, sondern moderne Gottes- bzw. Religionskritiker stehen auf den Schultern alter Denker. Im asiatischen Raum war <em>Buddha<\/em> (um 600 v.Chr. [?]) auch ein G\u00f6tterkritiker. Fr\u00fche Kritiker, die sich gegen die christliche Gottesverk\u00fcndigung wenden, waren <em>Celsos<\/em> (um 180 n.Chr.: Gegen die Christen) und <em>Porphyrius<\/em> (um 270?: F\u00fcnfzehn B\u00fccher gegen Christen), sowie Kaiser <em>Julian<\/em> (+ 363; Gegen die Galil\u00e4er).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-white-color has-text-color has-background\" style=\"background-color:#5b00a3\"><strong>Atheismus 3: Kritiker des 19.-20. Jh. n. Chr.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Von diesen Kritiken zehren auch die modernen Atheisten, die vor allem im 18. bis 20. Jahrhundert Schriften ver\u00f6ffentlichten:&nbsp;<em>Ludwig Feuerbach<\/em>&nbsp;(Gott = Konstrukt des Menschen),&nbsp;<em>Karl Marx&nbsp;<\/em>(Religion = Opium des Volkes),&nbsp;<em>Friedrich Nietzsche&nbsp;<\/em>(Gott ist tot),&nbsp;<em>Eduard von Hartmann<\/em>&nbsp;(der Mensch Jesus ist l\u00e4cherlich),&nbsp;<em>Ernst Haeckel&nbsp;<\/em>(Monistenbund: Alles in der Welt ist in einem Grundprinzip begr\u00fcndet: Gott = Naturgesetz),&nbsp;<em>Sigmund Freud<\/em>&nbsp;(auch der erwachsene Mensch braucht eine Vaterfigur = Gott) usw. Atheistisch ist auch das System des&nbsp;<em>Sozialdarwinismus<\/em>&nbsp;(Evolution des Menschen \u2013 H\u00f6herz\u00fcchtung des Menschen \u2013 Ausmerzung unwerten Lebens).<\/p>\n\n\n\n<p>Seit Deismus und Aufkl\u00e4rung werden nicht mehr Theologen als die angesehen, die wissen, wer Gott ist, sondern Philosophen und Naturwissenschaftler meinen, die Frage kl\u00e4ren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Unterteilen kann man die Atheisten in solche, die Religion aus \u201ewissenschaftlicher\u201c Perspektive kritisieren (<em>Comte<\/em>: Religion ist vorwissenschaftlich, der Versuch, Unerkl\u00e4rliches zu erkl\u00e4ren), aus anthropologisch-psychologischer Sicht (<em>Feuerbach<\/em>&nbsp;und&nbsp;<em>Freud<\/em>), moralischer Sicht (<em>Nietzsche<\/em>), soziologisch-politischer Sicht (<em>Marx<\/em>).<\/p>\n\n\n\n<p>Moderne Atheisten:&nbsp;<em>Richard Dawkins<\/em>&nbsp;(Religionen sind f\u00fcr alles \u00dcbel in der Welt verantwortlich \u2013 er betreibt eine aktive atheistische Mission \u2013 bezeichnet sich allerdings als Agnostiker),&nbsp;<em>Christopher Hitchens<\/em>&nbsp;(Religionen m\u00fcsse man der L\u00e4cherlichkeit preisgeben),&nbsp;<em>Michel Onfray<\/em>&nbsp;(Lust ist das H\u00f6chste Gut \u2013 wir brauchen keine Religionen),&nbsp;<em>Sam Harris<\/em>&nbsp;liebt den spirituellen (buddhistisch gepr\u00e4gten) Atheismus,&nbsp;<em>Daniel Dennett,<\/em>&nbsp;der Evolutionist und Naturalist, kann, wie&nbsp;<em>Victor Stenger<\/em>, den Menschen rein wissenschaftlich erkl\u00e4ren \u2013 und&nbsp;<em>Herbert Schn\u00e4delbach<\/em>&nbsp;sieht sich als frommen Atheisten, als einen, der um religi\u00f6se und transzendente Fragen nicht herumkommt, aber Gott nicht ben\u00f6tigt.&nbsp;<em>Bernd Ehlert<\/em>&nbsp;(Religion war f\u00fcr die Evolution des Menschen notwendig, muss aber durch Verstand und Vernunft zum Wohl der Menschen \u00fcberwunden werden). Der Inder&nbsp;<em>Jaya Gopal<\/em>&nbsp;\u2013 Gr\u00fcnder der Atheist Society of India \u2013 wendet sich im Wesentlichen gegen den Islam.<\/p>\n\n\n\n<p>Das ist ein Merkmal so mancher zeitgen\u00f6ssischen Atheisten, die Schriften publizieren: Polemisch alle Religionen zu jeder Zeit und an allen Orten undifferenziert als Einheit zu sehen \u2013 und atheistische Systeme, die f\u00fcr Mord und Totschlag verantwortlich sind (franz\u00f6sische Revolution, Nationalsozialismus, Kommunismus) den Religionen zuzuf\u00fchren. Auseinandersetzung mit Atheismus aus christlicher Sicht:&nbsp;<em>Manfred L\u00fctz; Alister McGrath<\/em>&nbsp;(er spricht vom atheistischen Fundamentalismus);&nbsp;<em>Alexander Kissler<\/em>&nbsp;(er sieht: Atheisten berufen sich auf ihre Definition von Vernunft \u2013 um andere Denk-Positionen mit einem Totschlagargument zu verhindern);&nbsp;<em>Lutz Simon<\/em>&nbsp;(begr\u00fcndet, dass Wissenschaft und Gott sich nicht widersprechen).<\/p>\n\n\n\n<p>Neuer als die klassischen eher aggressiven Atheisten, sind die \u201eFrommen Atheisten\u201c. Hier kann man nennen:&nbsp;<em>Andr\u00e9 Comte-Sponville<\/em>&nbsp;(Spiritualit\u00e4t ohne Gott),&nbsp;<em>Bruno Latour<\/em>&nbsp;(zu dem Gott beten, den es nicht gibt),&nbsp;<em>Alain de Botton<\/em>&nbsp;(Religion f\u00fcr Atheisten).<\/p>\n\n\n\n<p>Atheismus gibt sich dominant, ist jedoch wie andere Str\u00f6mungen in einer Gesellschaft nur eine Stimme unter anderen. Atheisten sehen sich selbst als die wahren Wissenschaftler \u2013 wobei es auch viele Wissenschaftler gibt, die sich einer Religion (so dem Christentum) zuordnen. Das bedeutet: Es gibt nicht nur ein Welt-, Menschen- und Gottesbild. Menschen sind als Menschen immer befangen, ob nun religi\u00f6s welcher Couleur oder anti-religi\u00f6s welcher Couleur auch immer.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-white-color has-text-color has-background\" style=\"background-color:#5b00a3\"><strong>Atheismus 4: Gottesbeweise<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Dawkins legt viel Wert darauf, den Gottesglauben auch dadurch zu widerlegen, dass er die philosophischen Gottesbeweise widerlegt. Eine Anmerkung zu den Gottesbeweisen (Detaillierter s.:&nbsp;<a href=\"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/gott\/philosophie-gottesbeweis\/\">https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/gott\/philosophie-gottesbeweis\/<\/a>&nbsp;):<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Ontologischer Gottesbeweis: Gott ist das Seiende an sich \u2013 und das kann nur gedacht werden, wenn es das auch gibt.<\/li><li>Kosmologischer Gottesbeweis unterteilt sich unter:<\/li><li>Kausalit\u00e4tsbeweis: Alles hat eine Ursache \u2013 die anfangslose Ursache ist Gott.<\/li><li>Kontingenzbeweis: Wenn etwas existiert, dann muss es etwas geben, das diese Existenz erm\u00f6glicht \u2013 und es muss au\u00dferhalb der erm\u00f6glichten Existenz stehen.<\/li><li>Kinetischer Beweis: Materie, Raum, Zeit k\u00f6nnen sich nicht selbst ver\u00e4ndern \u2013 es muss etwas vorhanden sein, das diese Ver\u00e4nderungen verursacht. Gegenw\u00e4rtig wird dieser Beweis von den Menschen bevorzugt, die sehen: die Naturkonstanten sind so fein aufeinander abgestimmt, dass Leben erst erm\u00f6glicht wird. Eine minimalste Abweichung h\u00e4tte nie zum Leben gef\u00fchrt (z.B. Abstand der Erde von der Sonne \u2013 Bedeutung des gr\u00f6\u00dften Planeten Jupiter f\u00fcr das Leben auf der Erde usw.).<\/li><li>Teleologischer Gottesbeweis: Jeder Plan hat einen Planer \u2013 das Universum muss geplant sein.<\/li><li>Moralischer Gottesbeweis: Wir verhalten uns nur sittlich, weil Gott uns das Gewissen gegeben hat \u2013 Gott ist die Triebfeder des Gewissens und der Sittlichkeit.<\/li><li>Ethnologischer Gottesbeweis: In allen Kulturen gibt es eine Gottesahnung.<\/li><li>Eud\u00e4mologischer Gottesbeweis: Es gibt immerw\u00e4hrende Sehnsucht nach Gl\u00fcck \u2013 es wird irdisch nie gestillt, es muss eine Erf\u00fcllung der Sehnsucht nach Gl\u00fcck geben = Gott.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Fazit: Gegen alle solche und \u00e4hnliche Gottesbeweise gibt es Argumente, denn sie sind philosophische Versuche, den Glauben zu begr\u00fcnden. Gottesbeweise sind jedoch nur Glaubenden ein Beweis. Genauso: Gegenbeweise gegen Gott sind nur Atheisten ein Beweis, weil f\u00fcr Glaubende Gott real ist \u2013 und die Gottesbeweise eben nur Versuche sind, Gott mit dem verstand zu erfassen. Gottesbeweise ber\u00fccksichtigen auch immer die \u201eUnfassbarkeit\u201c Gottes. Von daher geht die Kritik an ihnen (\u201eSie sind ja keine Beweise!\u201c) immer ins Leere. Vielleicht ist die Bezeichnung \u201eGottes<em>beweis<\/em>\u201c auch Schuld an dem Missverst\u00e4ndnis.<\/p>\n\n\n\n<p>Den Religionen kommt es nicht auf Beweisbarkeit Gottes an, sondern auf das richtige Verh\u00e4ltnis zu den Gottheiten, denn die Gotteserfahrungen sind dominant. Christlicher Glaube: Glaube hei\u00dft \u201eVertrauen\u201c \u2013 \u201eVertrauen\u201c ist ein Beziehungswort. Christen vertrauen Gott aufgrund der Worte und Taten, die Jesus Christus gesprochen bzw. gewirkt hat und wirkt.<\/p>\n\n\n\n<p>Nichtsdestotrotz reflektiert der christliche Glaube in der Theologie auch Gott, sie muss es tun, da sie \u00fcber den Glauben an Gott kommunizieren muss. Jesus argumentiert, Paulus argumentiert\u2026 \u2013 durch die gesamte Kirchengeschichte hindurch wird argumentiert. In manchen Zeiten und Menschengruppen sind bestimmte Argumente einleuchtend, in anderen Zeiten und unter anderen Menschen wieder andere.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-white-color has-text-color has-background\" style=\"background-color:#5b00a3\"><strong>Atheismus 5: Evolution\u00e4rer Humanismus<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Als Humanismus wird die Anschauung angesehen, die die W\u00fcrde eines jeden Menschen betont, die Toleranz, Gleichheit, Gewissensfreiheit einfordert. Ein ber\u00fchmter Vertreter ist zum Beispiel&nbsp;<em>Johann Gottfried Herder<\/em>. Herder selbst war Pfarrer. Und der Pfarrer Friedrich Niethammer pr\u00e4gte den Begriff. In Deutschland wurde dieser Begriff von Atheisten aufgenommen. sehr aktiv ist die Giordano-Bruno-Stiftung als Organisation, die sich dem evolution\u00e4ren Humanismus verpflichtet wei\u00df: Die Zehn Angebote des evolution\u00e4ren Humanismus (&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.leitkultur-humanismus.de\/manangebote.htm\">http:\/\/www.leitkultur-humanismus.de\/manangebote.htm<\/a>&nbsp;) Weitere Gruppen: Humanistischer Verband, Humanistische Union, Internationaler Bund f\u00fcr Konfessionslose und Atheisten\u2026 Zu weiteren \u201eAlternativen der 10 Gebote:&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Alternative_Zehn_Gebote\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Alternative_Zehn_Gebote<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Humanisten unserer Zeit nehmen die Bezeichnung \u201eHumanismus\u201c f\u00fcr ihre atheistische bzw. agnostische Weltanschauung in Beschlag. Um sie als Weltanschauung zu konzipieren, werden angenehme Menschen der Vergangenheit dem Humanismus integriert (z.B. Cicero + 47 v. Chr.). Humanismus wird den Religionen entgegengesetzt \u2013 wobei freilich nicht ausgeschlossen wird, dass Humanismus auch in Religionen vorkommt. Evolution\u00e4rer Humanismus darf freilich nicht mit der Evolution der Natur verbunden werden. Denn der Natur ist der Mensch egal. Es geht darum, dass sich der Atheismus entwickelt. Der Begriff wurde, wie der Begriff &#8222;Humanismus&#8220; genommen, weil er modern und gut klingt.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Giordano Bruno<\/em> war eine sehr schillernde Person, die alle m\u00f6glichen Menschen vor den Kopf gesto\u00dfen hatte. Er spekulierte \u00fcber Gott und die Welt und wurde, nachdem die Inquisition ihn dem weltlichen Gericht ausgeliefert hatte, vom Herrscher der Stadt Rom 1600 auf dem Scheiterhaufen verbrannt.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt jedoch auch den christlichen Humanismus (z.B. Jacques Maritain), der den Menschen als offenes Wesen betrachtet, als Person, die nicht allein biologisch bestimmt wird, sondern als Mensch auch in der Lage ist, Gott wahrzunehmen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-white-color has-text-color has-background\" style=\"background-color:#5b00a3\"><strong>Atheismus 6: Nationalsozialismus und Kommunismus als atheistische Systeme<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Unbestritten ist, dass Kommunismus atheistisch dominiert wird. Die Vertreter halten mit ihrer atheistischen Weltanschauung nicht zur\u00fcck, sie dr\u00fcckt sich auch in der Verfolgung von Glaubenden aus (um nur&nbsp;<em>Lenin, Stalin, Mao, Pol Pot, Castro<\/em>, die nordkoreanischen <em>Kim<\/em>s zu nennen). Umstrittener ist es, den Nationalsozialismus den atheistischen Systemen zuzuordnen, weil die Vertreter nicht unbedingt atheistisch orientiert waren (<em>Kerr<\/em>&nbsp;= Protestant;&nbsp;<em>Himmler<\/em>&nbsp;= okkult \u2013 mit Interesse am Buddhismus;&nbsp;<em>Goebbels\/Bormann<\/em>&nbsp;= atheistisch;&nbsp;<em>Rosenberg<\/em>&nbsp;= germanische Religion).&nbsp;<em>Hitler<\/em>, von Haus aus Katholik, berief sich immer auf die \u201eVorsehung\u201c \u2013 ein Begriff, den jeder nach seinen eigenen W\u00fcnschen interpretieren konnte \u2013, er konnte auch sehr \u201efromme\u201c Wendungen in seine Reden einf\u00fcgen. \u201e<em>Der F\u00fchrer ist tief religi\u00f6s, aber ganz antichristlich. Er sieht im Christentum ein Verfallssymptom\u2026. Es ist eine Abzweigung j\u00fcdischer Rasse.<\/em>\u201c (so Goebbels) Anhand der Tageb\u00fccher von Rosenberg und Goebbels wird deutlich, dass Hitler in den Kirchen Konkurrenten sah, die er zun\u00e4chst gleichschalten wollte (\u201eDeutsche Christen\u201c) \u2013 und weil das nicht ganz gelang, hatte er vor, sie nach dem Krieg ganz auszuschalten. Nichtsdestotrotz gab es viele (auch hochrangige) Kirchenvertreter, die den Nationalsozialismus nicht als atheistisches System erkannten \u2013 obgleich es immer auch solche Menschen gab, die Hitler und seine nationalsozialistischen Genossen durchschauten. Dass Hitler eher ein taktisches Verh\u00e4ltnis zu den Kirchen hatte, das sieht man daran, dass er Goebbels verbot, aus der Kirche auszutreten, um Christen nicht gegen sich aufzubringen. (Er ben\u00f6tigte sie, um seinen Krieg f\u00fchren zu k\u00f6nnen.) Ideologische Atheisten werden von manchen Atheisten den \u201eReligi\u00f6sen\u201c zugewiesen. Damit kann man leichter sagen, dass nur Religionen f\u00fcr Unmenschlichkeiten verantwortlich sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-white-color has-text-color has-background\" style=\"background-color:#5b00a3\"><strong>&nbsp;Atheismus 7: Glaube der Atheisten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Atheisten glauben, wenn sie nicht glauben, nun nicht an die Nichtexistenz Gottes. Das ist kein Glaube. Glaube im christlichen Sinn bedeutet:&nbsp;<em>vertrauen<\/em>&nbsp;\u2013 und man kann nicht der Nichtexistenz vertrauen.<\/p>\n\n\n\n<p>Freilich haben Atheisten \u2013 je nach Str\u00f6mung \u2013 auch ihren &#8222;Glauben&#8220;, setzen ihr Vertrauen auf etwas. So steht zu Beginn des Atheismus in der Neuzeit die Errichtung des <em>Tempels der G\u00f6ttin Vernunft<\/em>.&nbsp;<em>Nietzsche<\/em>&nbsp;glaubt an den elit\u00e4ren Herrenmenschen, zu dem sich der Mensch selbst erschaffen kann,&nbsp;<em>Feuerbach<\/em>&nbsp;ist nicht ganz so fasziniert vom Herrenmenschen, aber er sieht auch die Macht des Menschen, der so gro\u00df ist, Gott erschaffen zu k\u00f6nnen \u2013 und nun selbst gr\u00f6\u00dfer werden soll, indem er sich als Mensch wirklich erkennt und darum auch sich selbst als diesen Seienden erschafft.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch heute glauben so manche an den Menschen, sie vertrauen ihm, dass er den Glauben an Gottes Sch\u00f6pfung ersetzen kann durch den Menschen und seine wissenschaftliche Sch\u00f6pferkraft. Die heile Welt wird erschaffen \u2013 durch den Verstand, den arischen Stamm, der Arbeiterklasse, der Wissenschaft: Gro\u00df ist der Mensch \u2013 er nimmt seine Zukunft selbst in die Hand, er duldet keine G\u00f6tter neben sich, er erkennt sich selbst als Gott, erkennt seine wahrhafte Gr\u00f6\u00dfe. Er selbst stellt die Gebote auf, er definiert das, was Menschenw\u00fcrde ist und wem diese zugesprochen wird. Die erste Sch\u00f6pfungswoche dominierte Gott. Danach aber tritt ab der zweiten Woche der Mensch als Sch\u00f6pfermacht auf (Sloterdijk).<\/p>\n\n\n\n<p>Und dieser gro\u00dfe, von sich selbst \u00fcberzeugte Sch\u00f6pfermensch hat nicht Satan, Teufel oder wie die b\u00f6sen M\u00e4chte der Religionen noch hei\u00dfen, als Gegenspieler, sondern die Religionen selbst sind die B\u00f6sen. Die Religionen versuchen den guten Menschen von seinem reinen Weg des Glaubens an den Menschen abzuhalten. Sie reden ihm ein, wie mickrig und s\u00fcndig der Mensch ist, sie reden ihm ein, dass er den anderen bek\u00e4mpfen soll \u2013 darum sein Streben: Schafft sie ab die Religionen, schafft die reine, religionslose Welt! Aber dennoch weisen Untersuchungen darauf hin, dass das, was Religionen unter Aberglauben verstehen, in atheistischen Kreisen vielfach vorhanden ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color\" style=\"color:#a30003\">Aufgabe: Im Internet gibt es massive Angriffe gegen Religionen. Eher nett sind die begeisterten Aussagen, dass Studien erwiesen h\u00e4tten, was Atheisten sowieso glauben, Atheisten seien intelligenter als Gl\u00e4ubige.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-white-color has-text-color has-background\" style=\"background-color:#5b00a3\"><strong>Atheismus 8: Christen und Atheisten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Christen k\u00f6nnen dem Atheismus nur schwer etwas entgegensetzen, weil die Grundaussage ihres Glaubens lautet: Gott kann nicht bewiesen werden, weil der Mensch als Gesch\u00f6pf nur Geschaffenes beweisen und von sich aus erkennen kann \u2013 und Gott ist kein Teil der Sch\u00f6pfung. Der Mensch kann h\u00f6chstens versuchen, der Handschrift Gottes in der Sch\u00f6pfung nachzusp\u00fcren (Sch\u00f6nheit der Natur, die Ordnung, die Systeme, das Auge, die Zellen usw. \u2013 sie k\u00f6nnen nach heutigem Verst\u00e4ndnis nicht aus sich selbst entstanden sein usw.). Aber grunds\u00e4tzlich sagt der Glaube: Gott muss sich dem Menschen selbst offenbaren\/zeigen. Damit macht er sich kritischem Denken jedoch angreifbar. Der Vorwurf liegt nah, dass diese Art zu denken nur eine Ausflucht ist). Was Christen tun k\u00f6nnen, das ist:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>darauf hinweisen, dass wir Menschen an unsere begrenzte Sprache und immanente Vorstellungskraft gebunden sind,<\/li><li>dass es unterschiedliche Arten von \u201eBeweise\u201c gibt (nicht nur mathematische Beweise, sondern auch juristisch bzw. historisch anerkannte Beweise, naturwissenschaftliche \u201etheoretische\u201c Beweise usw.),<\/li><li>der Mensch sich \u00fcberfordert, wenn er nun meint, sich als Gott ansehen zu m\u00fcssen, alles in die Hand nehmen und beherrschen zu m\u00fcssen,<\/li><li>im Sinne Jesu andere Lebensentw\u00fcrfe bieten:<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Nach weit verbreiteter christlicher Auffassung muss zwischen der Selbstoffenbarung Gottes und der daraus folgenden Religion unterschieden werden. Der Mensch macht aus dieser Selbstoffenbarung Gottes eine Religion, so sagt es zum Beispiel Karl Barth (\u201eDialektische Theologie)\u201c. Auch der Christ interpretiert die Selbstoffenbarung Gottes im Rahmen der allgemeinen religi\u00f6sen Muster.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Er betet \u2013 wie alle beten.<\/li><li>Er hat Gef\u00fchle zu Gott \u2013 wie alle Gef\u00fchle zu Gott haben. Usw.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Wenn es richtig l\u00e4uft, dann passt aber der Christ seine allgemeine Fr\u00f6mmigkeit den Vorgaben der Offenbarung Gottes an.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>So ist der Mensch allgemein bereit, auch seinen Glauben mit Waffengewalt zu verteidigen (wie Petrus, der mit dem Schwert die Gegner Jesu bek\u00e4mpft) \u2013 die Korrektur durch Gottes Wille: Feindesliebe.<\/li><li>So m\u00f6chte der Mensch allgemein Gott durch stundenlange Gebete zu \u00fcberreden versuchen \u2013 die Korrektur durch Jesus: Macht nicht viele Worte, euer Vater im Himmel wei\u00df was ihr braucht.<\/li><li>So m\u00f6chte der Mensch allgemein seinen Gott ganz gro\u00df und m\u00e4chtig zeigen, m\u00f6chte nicht wegen Gott leiden oder dass Gott leidet \u2013 die Korrektur: Jesus befiehlt dem Petrus, ihm nachzufolgen statt dem Leiden zu entfliehen; oder auch die Kindheitsgeschichten Jesu (Lukas 1f.; Matth\u00e4us 1f.) zeigen nicht wie allgemein \u00fcblich (Alexander, Augustus, Buddha, Mohammed) einen gro\u00dfartigen, wunderhaften Jungen, sondern Gottes Handeln wird besungen.<\/li><li>So m\u00f6chte der Mensch seine N\u00e4he zu seinem Gott durch intensiven Kult zeigen \u2013 Gottesliebe \u00e4u\u00dfert sich im christlichen Glauben nicht allein in der Pflege der Gottesbeziehung, sondern auch in der N\u00e4chstenliebe.<\/li><li>So m\u00f6chte der Mensch seinen Gott, seine G\u00f6tter verlassen, wenn sie nicht zu seinem Nutzen handeln \u2013 Jesus sagt: Es geht um Gott, nicht um den eigenen Nutzen.<\/li><li>So m\u00f6chte der Mensch von sich aus Gott nahe kommen durch allerlei religi\u00f6se und ethische Regeln und Praktiken \u2013 Jesus sieht: Der Mensch muss das nicht tun, da Gott ihm als Vater schon nah ist: Er muss nur umkehren und zum Vater laufen.<\/li><li>Jesus Christus will verk\u00fcndigt werden \u2013 aber die Menschen k\u00f6nnen diese nicht ertragen, sie leben im Widerspruch zur Botschaft. Von daher wird sich immer Widerstand gegen die Botschaft regen: Gott bricht von au\u00dfen in die Menschenwelt, in der der Mensch, so er Macht hat und sich als Macher ansehen m\u00f6chte, gerne allein sein will.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color\" style=\"color:#a30003\"><strong>Aufgaben: Kannst Du die Aussagen nachvollziehen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Was sich Christen w\u00fcnschen:<\/li><li>Menschen respektieren Menschen \u2013 wie man Gott respektiert.<\/li><li>Menschen respektieren Gott \u2013 wie man Menschen respektiert.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Weitere \u00dcberlegungen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Kann man Gott nicht erst dann ablehnen, wenn man wei\u00df, wer Gott ist? Lehnt man dann aber nicht Gott selbst ab, sondern nur das Bild, das man sich von Gott gemacht hat? Kann man sich \u00fcberhaupt von Gott ein ad\u00e4quates Bild machen? Lehnen wir nicht immer nur unsere Gottesbilder ab, wenn wir Gott ablehnen?<\/li><li>Im Gegensatz dazu: Wenn wir Gott nicht ablehnen \u2013 lehnen wir nur den Gott nicht ab, von dem wir uns ein Bild gemacht haben, dem wir zustimmen k\u00f6nnen, das uns passt?<\/li><li>Der christliche Glaube sagt: Einem Gott, wie er sich in seinem Volk und in Jesus Christus gezeigt hat, dem kann man als Mensch, der bei Sinnen ist, niemals zustimmen. Ein solches Gottesbild ist irrational. So bleibt der Gott, der in Jesus Christus gehandelt hat, immer eine Provokation, eine Herausforderung, eine \u00dcberraschung, weil er sich nicht in ein Schubl\u00e4dchen stecken l\u00e4sst, das man f\u00fcr ihn gezimmert hat. Das verbirgt sich auch hinter dem Verbot im Alten Testament, sich ein Bild von Gott zu machen. Gott ist ein Geheimnis. Aber muss man dann nicht sagen: Man wei\u00df nicht, wer Gott ist? Welche Antwort hat das Christentum darauf?<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color\" style=\"color:#a35d00\">Literatur:&nbsp;Gottlos? Von Zweiflern und Religionskritikern, Herder Korrespondenz. Spezial, April 2014<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(s. auch https:\/\/mini.evangelische-religion.de\/religionskritik-atheismus\/ ) ATHEISMUS UND RELIGIONSKRITIK: GOTT IN ABLEHNUNG ZUR SPRACHE GEBRACHT Atheismus 1: Aufkl\u00e4rung Die Aufkl\u00e4rung \u2013 die Zeit um 1700, die versuchte, den Verstand in den Mittelpunkt des Denkens zu stellen \u2013 hat auch Wurzeln in biblischen Traditionen: Befreiung aus Sklaverei (Exodus) Kritik an der Herrschaft von [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":47,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-776","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/776","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=776"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/776\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2656,"href":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/776\/revisions\/2656"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/47"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=776"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}