{"id":759,"date":"2019-07-02T16:21:15","date_gmt":"2019-07-02T14:21:15","guid":{"rendered":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/?page_id=759"},"modified":"2026-10-15T09:42:48","modified_gmt":"2026-10-15T07:42:48","slug":"philosophie-gottesbeweis","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/gott\/philosophie-gottesbeweis\/","title":{"rendered":"Philosophie &#8211; Gottesbeweis"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-color wp-block-paragraph\" style=\"color:#f40521\">Aufgabe 1: Eingangsfragen<\/p>\n\n\n\n<ol style=\"color:#f3061a\" class=\"wp-block-list has-text-color\">\n<li>Wo begegnet Gott Menschen \/ uns im Alltag?<\/li>\n\n\n\n<li>Wie begegnet Gott Menschen \/ uns im Alltag?<\/li>\n\n\n\n<li>Wie beschreiben wir Gott, welchen Namen geben wir ihm?<\/li>\n\n\n\n<li>Welche Sinne haben wir? Wof\u00fcr sind die jeweiligen Sinne zust\u00e4ndig? K\u00f6nnen Sinne mehr als Innerweltliches erfassen, als das, was f\u00fcr den Menschen lebenswichtig ist.<\/li>\n\n\n\n<li>Welche Gottesbilder gibt es im Alten und Neuen Testament? Es gibt unterschiedlichste Gottesbilder: Sch\u00f6pfer, Hirte, Vater\u2026 \u2013 kennst Du weitere?<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading has-text-align-center has-black-color has-text-color\"><strong>1. Gottesbeweise<\/strong> <strong>\/ der Begriff &#8222;Beweis&#8220;<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Mensch versucht, Gott zu denken, seine Realit\u00e4t mit dem Verstand zu erfassen und entwickelte Gottesbeweise: Menschen versuchten das, was sie sehen, erfahren, glauben zu verstehen. Sie wissen: Aus sich selbst heraus kann nichts entstehen \u2013 nun ist aber etwas. Wie kommt das? Und diese Macht, die dieses Etwas erm\u00f6glicht, verursacht, wird Gott genannt. Die Frage stellt sich:&nbsp;<em>Und wer hat Gott gemacht, woher kommt Gott?<\/em>&nbsp;Diese Frage wird so beantwortet: Jedes Wort hat eine Definition, eine ihm zugedachte Bedeutung. Die Bezeichnung \u201eGott\u201c hat die Bedeutung: Er war schon immer und hat alles erschaffen, er erh\u00e4lt und vollendet. Das k\u00f6nnen wir Menschen nicht denken \u2013 aber wir k\u00f6nnen im Grunde mit dem Verstand auch nicht erfassen, dass \u00fcberhaupt etwas ist. Wir k\u00f6nnen nicht erfassen: Was war vor dem so genannten Urknall, was ist au\u00dferhalb des Universums? Das kann nicht beantwortet werden, weil es vor dem Urknall keine Zeit gab, also kein &#8222;Vorher&#8220;. Was ist \u201eNichts\u201c? Wir k\u00f6nnen nicht erfassen, dass es Bewegung gibt, denn aus sich selbst heraus kann sich nichts bewegen, wir k\u00f6nnen nicht denken, dass Materie lebt, denkt, liebt, atmet\u2026 Wenn Gott als eine Macht definiert wird, die schon immer war, man diese Macht aber ablehnt und durch die Natur ersetzt, dann ist die Natur Gott, bzw. anders gesagt: die Welt ist Gott, weil sie schon immer war.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Wort &#8222;Beweis&#8220; bringt Probleme mit sich. Urspr\u00fcnglich wurden die Versuche, Gottes Existenz plausibel zu machen, als &#8222;Argumente&#8220; bezeichnet. Der Glaube versucht, seine Sicht rational zu durchdringen. Blinder Glaube soll \u00fcberwunden werden. Der Mensch ist nicht nur emotionales Wesen, sondern hat von Gott auch den Verstand bekommen, darum versucht er auch, sich mit dem Verstand Gott zu n\u00e4hern. Bei Anselm von Canterbury, der gleich genannt werden wird, geht das nur betend und meditierend: Fides quaerens intellectum: Der Glaube sucht Einsicht \/ Begr\u00fcndung. Also erst ist der Glaube da, dann folgt das Argumentieren. Oder Thomas von Aquin, der auch unten genannt werden wird, spricht von den &#8222;F\u00fcnf Wegen&#8220;, sich der Gotteserkenntnis zu n\u00e4hern. Im 17. und 18. Jahrhundert versuchten Philosophen (z.B. Leibniz) die Philosophie mathematischer zu gestalten und verwendeten Begriffe wie probatio \/ demonstratio. Kant hat 1781 diese Argumentation als &#8222;Beweise&#8220; kritisiert und den rein begrifflichen Gottesbeweis abgelehnt. Denn aus reinen Begriffen kann die Existenz Gottes nicht bewiesen werden. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zu bedenken ist auch: In Zeiten, in denen Gott und G\u00f6tter einfach als Realit\u00e4t wahrgenommen werden, sie keiner infrage stellt, so lange ben\u00f6tigt der Mensch auch nicht die Frage nach der Beweisbarkeit von deren Existenz. Dass Platon und Aristoteles schon vorgedacht haben, liegt nicht daran, dass sie Gott beweisen wollten, sondern dass sie sich staunend dar\u00fcber Gedanken gemacht haben, wie das alles so existieren kann: die Natur, das Denken. Auch im Mittelalter diente das Staunen der Selbstvergewisserung der Vernunft. So richtig bricht also die Frage danach, wie die Verwendung des Wortes &#8222;Beweis&#8220; zeigt, in der Moderne auf: Mit <strong>Ren\u00e9 Descartes<\/strong> (1596-1650) wurde der Zweifel Grundlage der Wissenschaft, es wurde versucht, die Welt ohne Gott zu sehen, als Maschine usw. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das bedeutet also: Das Wort &#8222;Beweis&#8220; bringt Probleme mit sich. Es ist sinnlos, sie als mathematisch-naturwissenschaftliche &#8222;Beweise&#8220; anzusehen. Zudem sollte immer bewusst sein, dass es unterschiedliche Formen von &#8222;Beweise&#8220; gibt: juristische &#8222;Beweise&#8220; unterscheiden sich von naturwissenschaftlichen &#8222;Beweisen&#8220;, es gibt logisch-sprachliche &#8222;Beweise&#8220;, historische-geschichtswissenschaftliche, hermeneutische &#8222;Beweise&#8220;. Nicht jeder statistische &#8222;Beweis&#8220; muss durch ein reales Individuum best\u00e4tigt werden usw. usw. usw. Das hei\u00dft, augenzwinkernd gesagt: Eine Engfassung des Wortes &#8222;Beweis&#8220; mit Blick auf Mathematik oder Naturwissenschaft, beweist nicht, dass der Engfassende Weitblick hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im folgenden Abschnitt seien kurz einige Versuche, Gott zu \u201ebeweisen \u201c, vorgestellt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color wp-block-paragraph\" style=\"color:#fb0f23\">Aufgabe 2: Merke Dir die Fachbegriffe!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1.1 Der Ontologische Gottesbeweis:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit diesem Gottesbeweis ist der Name des <strong>Anselm von Canterbury<\/strong> (1034-1109) verbunden. Urspr\u00fcnglich wurde es das &#8222;Argument des Anselm&#8220; genannt, also noch nicht &#8222;Gottesbeweis&#8220;. Er definiert Gott so: \u00dcber Gott hinaus kann nichts Gr\u00f6\u00dferes gedacht werden. Das kann jeder sehen, selbst wenn er nicht an Gott glaubt. Gedacht werden kann alles m\u00f6gliche Gr\u00f6\u00dftes \u2013 aber das existiert nur im Verstand. Gott ist das Gr\u00f6\u00dfte, weil er nicht nur eine Verstandesgr\u00f6\u00dfe ist, sondern das Gr\u00f6\u00dfte in der Wirklichkeit ist. Die Voraussetzung dieses Denkens liegt in der Philosophie <strong>Platons <\/strong>(428\/7-348\/7): die materielle Welt ist nur &#8222;Schatten&#8220; der realen, unsichtbaren Welt. Die Welt der Ideen ist realer als die materielle Welt. Und diese Welt der Ideen zeigt, dass das Gute, Sch\u00f6ne, Vollkommene realer ist als das, was der Mensch so sieht. Wenn also die Idee realer ist, dann ist auch die Idee des vollkommenen Gottes realer als das, was wir so wahrnehmen. Anselm hat aber mit Blick auf die Bedeutung des &#8222;Denkens&#8220; (&#8222;Gott ist das, wor\u00fcber nichts Gr\u00f6\u00dferes <em>gedacht<\/em> werden kann&#8220;) nicht die platonische Weltsicht insgesamt aufgegriffen, sondern gezeigt, dass Gott zu denken logisch ist, anders zu denken ist unlogisch. Weiter gef\u00fchrt \u2013 mit Blick auf die christlich-theologische Basis, die von <strong>Augustinus<\/strong> (354-430) her beeinflusst wurde: Gott ist das Seiende an sich \u2013 und das kann nur gedacht werden, wenn es das auch gibt, wenn dieses Seiende, der Urgrund allen Seins, das Prinzip allen Seins sich selbst denken l\u00e4sst. Der Mensch, der nur das erfassen kann, was f\u00fcr ihn unmittelbar lebensnotwendig ist, was seine Sinne ihn erkennen lassen, ist \u00fcberfordert, von sich aus das Seiende schlechthin zu erkennen. Dass wir also Gott denken k\u00f6nnen, liegt daran, dass Gott den Menschen erm\u00f6glicht, Gott zu denken. Wenn dem nicht so w\u00e4re, w\u00fcrden wir nur an das denken, was mit den Sinnen erfasst werden kann. (Der Ontologische Gottesbeweis wurde von <strong>Thomas von Aquin<\/strong> [1225-1274] abgelehnt, weil er nur auf Begriffe und dem Denken beruht, nicht auf Beobachtung der Sch\u00f6pfung. Der Theologe und Philosoph Thomas von Aquin wird immer wieder genannt werden, weil er in dieser Frage sehr einflussreich wurde. Zur Zeit des Thomas von Aquin war Aristoteles der Star \u2013 w\u00e4hrend in der Zeit des Anselm von Canterbury noch die Philosophie Platons im Vordergrund stand. Das macht sich auch in dieser Frage bemerkbar.)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1.2<\/strong> Der&nbsp;<strong>Kosmologische Gottesbeweis<\/strong>&nbsp;gliedert sich in:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1.2.1 Kausalit\u00e4tsbeweis:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Alles hat eine Ursache \u2013 irgendetwas \/ irgendjemand muss die Welt verursacht haben: die anfangslose Ursache, der &#8222;Unbewegte Beweger&#8220; ist also Gott. Dieser Ansatz ist mit dem griechischen Philosophen <strong>Aristoteles<\/strong> (384-322 v.Chr.) verbunden. Sein Lehrer <strong>Platon <\/strong>(428\/7-348\/7) hat schon von einer &#8222;Urseele&#8220; gesprochen, die alles andere bewegt. Aber Aristoteles versteht unter &#8222;Gott&#8220; etwas anderes als christliche Theologen. Gott ist f\u00fcr Aristoteles der gr\u00f6\u00dfte der Denker, Philosoph. Dieser Denker bewegt alles auf ein vollkommenes Ziel hin, denn als vollkommenes, in sich selbst gen\u00fcgsames Wesen denkt es nur sich selbst. Den Kausalit\u00e4tsbeweis hat mit einem christlichen Gottesbild der Theologe und Philosoph <strong>Thomas von Aquin<\/strong> (1225-1274) verbunden. Es geht also darum: Wie ist Welt entstanden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1.2.2 Kontingenzbeweis:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn etwas existiert, dann muss es etwas geben, das diese Existenz erm\u00f6glicht \u2013 und es muss au\u00dferhalb der erm\u00f6glichten Existenz stehen. Der Gottesbeweis wird vom islamischen Gelehrten <strong>Avicenna<\/strong> (um 1000 n.Chr.) aufgegriffen: Es gibt zwei Arten des Seins: m\u00f6gliches Sein und notwendiges Sein. Ein in sich selbst und aus sich selbst heraus existierendes notwendiges Sein \u2013 dieses ist Gott. Alles andere Sein ist nur aus diesem Sein heraus denkbar. W\u00e4hrend Aristoteles im Kausalit\u00e4tsbeweis von Naturbeobachtung ausgeht, und denkt: Es muss alles eine Ursache haben, au\u00dfer eben den selbst unverursachten Verursacher, geht Avicenna vom Denken des Seins aus hin in die Wirklichkeit. Er kann also auch dem &#8222;Ontologischen Gottesbeweis&#8220; zugeordnet werden. Es geht hier darum: Warum ist etwas entstanden. (Der &#8222;Beweis&#8220; wurde auch von <strong>Thomas von Aquin<\/strong> [1225-1274] aufgenommen.)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1.2.3 Kinetischer Beweis:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es geht um die Beobachtung, dass sich etwas bewegt. Wie kommt das, dass sich etwas bewegt? Materie, Raum, Zeit k\u00f6nnen sich nicht selbst begr\u00fcnden und ver\u00e4ndern \u2013 es muss etwas vorhanden sein, das diese Ver\u00e4nderungen verursacht. (s. auch 1.2.2; der wurde auch von <strong>Thomas von Aquin<\/strong> [1225-1274] aufgenommen.)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1.2.4 Teleologischer Gottesbeweis (Fine-Tuning \/ Designer):<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jeder Plan hat einen Planer \u2013 das Universum muss geplant sein. Warum herrscht nicht \u2013 was wissenschaftlich klar w\u00e4re: Chaos, sondern warum herrscht Ordnung? Warum kann so etwas Komplexes entstehen wie das Auge, die Zelle? Gegenw\u00e4rtig wird dieser Beweis von vielen Menschen bevorzugt, die Folgendes sehen: die\u00a0Naturkonstanten\u00a0sind so fein aufeinander abgestimmt, dass Leben auf der Erde erst erm\u00f6glicht wird \u2013 nicht nur Leben auf der Erde wird erm\u00f6glicht, sondern auch Leben, das \u00fcber all das nachdenken und forschen kann. Eine minimalste Abweichung h\u00e4tte nie zum Leben gef\u00fchrt (z.B. Abstand der Erde von der Sonne, Bedeutung des gr\u00f6\u00dften Planeten Jupiter f\u00fcr das Leben auf der Erde, Achsenneigung der Erde, der Mond als Begleiter der Erde usw.). Es kann kein Zufall sein, es muss also einen Designer geben, der das alles geplant hat. (Die Ordnung trotz der Komplexit\u00e4t der Welt wurde schon vorchristlich auf g\u00f6ttliche Ursache zur\u00fcckgef\u00fchrt, die Sicht weist zum Beispiel <strong>Cicero<\/strong> [106-43 v. Chr.] einem Stoiker zu, sie geht auf <strong>Platon<\/strong> zur\u00fcck. Der Beweis wurde auch von <strong>Thomas von Aquin<\/strong> [1225-1274] aufgenommen.)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1.3 Moralischer Gottesbeweis:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieser Gottesbeweis wird mit dem Philosophen <strong>Immanuel Kant<\/strong> (1724-1804) verbunden: Der Mensch besitzt ein Bewusstsein von gut \/ b\u00f6se, gerecht \/ ungerecht. Und er besitzt das Bewusstsein, dass gutes und gerechtes Handeln letztlich Sinn machen. Wir verhalten uns nur sittlich, weil Gott uns das Gewissen gegeben hat \u2013 Gott ist die Triebfeder des Gewissens und der Sittlichkeit. Weiter gef\u00fchrt: Dass der egoistische Mensch selbstlos lieben kann, dass er (auch gegen die These vom \u201cSurvivel of the Fittest\u201c) nach Gerechtigkeit strebt \u2013 und dass er, wenn er Liebe und Gerechtigkeit nicht \u00fcbt, ein schlechtes Gewissen hat (Ausnahmen best\u00e4tigen die Regel bzw. lassen sich kulturell hin und wieder erkl\u00e4ren) \u2013 das weist auf Gott als liebenden und gerechten Sch\u00f6pfer des Menschen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1.4 Ethnologischer Gottesbeweis:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In allen Kulturen gibt es eine Gottesahnung. Wie kommt das? Diese muss von Gott in den Menschen hineingelegt worden sein. (Schon vorchristlich, so von<strong> Cicero<\/strong> Stoikern und Epikur zugeschrieben, selbst ist er aber skeptisch.) (Aus christlicher Perspektive: Gott hat durch seinen Geist die Welt geschaffen. Der Geist Gottes ist die Spur Gottes in der Welt, er erh\u00e4lt sie und l\u00e4sst den Menschen Gott erkennen. Durch die Begrenztheit des Menschen, durch seine S\u00fcnde, kann der Mensch Gott allerdings nie ganz erkennen, von daher gibt es unterschiedlichste Religionen.)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1.5 Eud\u00e4mologischer Gottesbeweis:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gibt immerw\u00e4hrende Sehnsucht nach Gl\u00fcck \u2013 es wird irdisch nie gestillt, es muss eine Erf\u00fcllung der Sehnsucht nach Gl\u00fcck geben = Gott. Entsprechend die Sehnsucht nach vollkommener Liebe, Gemeinschaft. Durch diese Sehnsucht lockt Gott den Menschen, sich Gemeinschaft f\u00f6rdernd, liebend zu verhalten. Dieser Ansatz ist inspiriert vom Kirchenvater <strong>Augustinus<\/strong> (354-430).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1.6 Sinnfindung als Gottesbeweis<\/strong>:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Normalerweise gibt sich der Mensch nicht damit zufrieden, einfach nur sein allt\u00e4gliches Leben zu leben: essen, schlafen, sich vermehren, sich wohlf\u00fchlen. Er sucht nach mehr, nach dem Sinn des Lebens. Ist die Frage nach dem Lebenssinn im Menschen von Gott angelegt worden, damit er nicht m\u00fcde wird, nach Gott zu fragen? Sehnsucht nach Gott? Hier k\u00f6nnen wir wieder <strong>Augustinus<\/strong> erkennen. Der Psychiater <strong>Frankl<\/strong> (1905-1997) hat diesen Aspekt psychologisch weiter gef\u00fchrt und verbindet diese Suche nach Sinn auch mit Transzendenz. Das hei\u00dft: Die Suche kann religi\u00f6se Konsequenzen haben. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1.7 Mathematischer Gottesbeweis<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieser Gottesbeweis ist mit dem Namen des Mathematikers und Logikers <strong>Kurt G\u00f6del<\/strong> (1906-1978) verkn\u00fcpft. Sein Axiom: Mit Gott werden alle positiven Eigenschaften (Allmacht, Allwissenheit, Vollkommenheit) verbunden. Eine positive Eigenschaft kann nicht negativ sein. Auch die notwendige Existenz ist eine solche positive Eigenschaft. Die Existenz eines g\u00f6ttlichen Wesens ist m\u00f6glich. Wenn ein Wesen mit notwendiger Existenz m\u00f6glich ist, dann folgt daraus, dass es notwendig existiert. Kurz: Wenn Grundannahmen akzeptiert werden, kann mit Hilfe dieser Logik auch die Existenz Gottes erkl\u00e4rt werden. Damit hat dieser Gottesbeweis Parallelen zum Ontologischen Beweis: Es werden Voraussetzungen gemacht und von diesen Voraussetzungen aus wird &#8222;bewiesen&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1.8 Mathematischer Gottesbeweis hinsichtlich der Anwendbarkeit der Mathematik<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mathematiker staunten dar\u00fcber, dass das Universum mathematisch strukturiert ist. Alles ist berechenbar, es ist nach mathematischen Gesetzen strukturiert, sodass der Mensch es berechnend erfassen kann. So hat <strong>Galileo Galilei<\/strong> (1564-1642) gesehen, dass der Sch\u00f6pfer Mathematiker sei, \u00e4hnlich <strong>Kepler<\/strong> (1571-1630). Von Naturgesetzen schloss auch <strong>Newton<\/strong> (1643-1727) auf rechnende Intelligenz. Und es wurde weitergedacht: Gott hat den Menschen mit Geist \/ Verstand ausgestattet, damit erm\u00f6glicht er den Menschen, alles mit Geist \/ Verstand zu erfassen. W\u00e4hrend der Nobelpreistr\u00e4ger <strong>Eugene Wigner<\/strong> (1902-1995) \u00fcber die mathematische Struktur der Welt und der Erkenntnisf\u00e4higkeit des Verstandes nur staunte, haben andere (<strong>Mark Steiner<\/strong> [1942-2020] und <strong>William Lane Craig<\/strong> [*1949]) diese Beobachtung mit Gott verbunden.   <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1.9 Argument from Consciousness<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieser Ansatz hat auch verschiedene Vorl\u00e4ufer, wird soweit ich sehe neuestens vom Philosophen <strong>David Chalmers<\/strong> (*1966) aufgegriffen und vertieft. Naturwissenschaft kann beschreiben, wie das Gehirn funktioniert. Sie kann nicht beschreiben, wie das alles, also Materielles, zu einem subjektivem Erleben wird. Das Geistige l\u00e4sst sich nicht auf chemische usw. Prozesse reduzieren. Das hei\u00dft: Geist \/ Bewusstsein ist eine besondere Gr\u00f6\u00dfe, was darauf schlie\u00dfen l\u00e4sst, dass es eine Gr\u00f6\u00dfe als Ursprung des Universums geben muss, das selbst geistiger Natur ist und somit Bewusstsein hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color wp-block-paragraph\" style=\"color:#ec0915\">Aufgabe 3<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color wp-block-paragraph\" style=\"color:#ec0915\">Bevor Du den n\u00e4chsten Abschnitt liest: Wie findest Du diese Gottesbeweise. Findest Du Gegenargumente?\u00a0Gegenargumente spielen in B\u00fcchern gegen den christlichen Glauben eine gro\u00dfe Rolle.\u00a0Schreibe Deine \u00dcberlegungen auf.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\"><strong>2. Glaube und Gottesbeweise<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gegen alle Gottesbeweise gibt es Argumente. Gottesbeweise sind nur Glaubenden ein Beweis. Genauso: Gegenbeweise gegen Gott sind nur Atheisten ein Beweis, weil f\u00fcr Glaubende Gott real ist. Christlichem Glauben geht es von Anfang an nicht darum, Gott zu beweisen. Das Wort \u201eGlaube\u201c bedeutet \u201eVertrauen\u201c \u2013 und ist ein Ausdruck der Beziehung (Gott als \u201eVater\u201c \u2013 ist im Gebet ansprechbar). Gottesbeweise sind relativ, sie ber\u00fccksichtigen, wenn sie von Glaubenden formuliert werden, auch immer die \u201eUnfassbarkeit\u201c Gottes. Von daher geht die Kritik an ihnen (\u201eSie sind ja keine Beweise!\u201c) immer ins Leere. Vielleicht ist die Bezeichnung \u201eGottes<em>beweis<\/em>\u201c auch Schuld an dem Missverst\u00e4ndnis. Sie k\u00f6nnen allerdings in ihrer jeweiligen Zeit, f\u00fcr das jeweilige Individuum so plausibel sein, dass der jeweilige \u201eBeweis\u201c wirklich als Gottesbeweis gilt. Andere Menschen sehen Erfahrungen, die sie im Leben gemacht haben, als Gottesbeweis an. Entsprechend ist es im Islam. Man bedarf keines philosophischen Beweises, dass es Allah gibt, da der Koran ja der Beweis schlechthin ist. Aus dem Koran heraus werden die Beweise f\u00fcr Allah \/ Gott erhoben. Somit sind auch einige der oben genannten Gottesbeweise kompatibel mit dem Koran. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Wort\u00a0<strong>\u201eGlaube\u201c<\/strong>\u00a0ist urspr\u00fcnglich ein Wort, das die christliche Religiosit\u00e4t definiert \u2013 eben als Vertrauen, trauen, \u00fcberzeugt sein, sicher erwarten. Andere Religionen definieren ihre Gottesbeziehung anders. Der Islam zum Beispiel als Unterwerfung unter Allah bzw. mit Iman wird &#8222;Gewissheit&#8220; ausgesprochen, Hindus als \u201esich \u2013 auch magisch \u2013 in das rechte Verh\u00e4ltnis zu den G\u00f6ttern, zu den Kosmischen Ordnungen zu setzen\u201c. Die alten Griechen sprechen vom \u201eEhren\u201c der Gottheiten, die alten \u00c4gypter von kultischem \u201eWissen\u201c. Das eigentlich f\u00fcr Christen reservierte Wort \u201eGlaube\u201c wurde auf alle Religionen \u00fcbertragen. So kann man dann vom Glauben der Muslime genauso sprechen wie vom Glauben der alten Griechen. Damit wird die christliche Definition versch\u00fcttet und Glaube wird zu einem Allerweltswort f\u00fcr &#8222;Religion&#8220;. Heute wird auch gesagt: \u201eGlauben\u201c ist nicht wissen, Glaube sei Vermutung. Damit wird Wahres und Falsches ausgesprochen.\u00a0<strong>Glauben ist Vertrauen \u2013 weil Gott f\u00fcr Glaubende aber eine Wirklichkeit ist, ist er aus dieser Vertrauensperspektive gesehen auch Wissen.<\/strong> Es geht nicht um mathematisches Wissen, es geht um ein &#8222;Beziehungswissen&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gott ist nicht mit dem Verstand und den Sinnen erfassbar. Nun versucht der eine oder andere in der Wissenschaft,\u00a0<strong>Glauben als Gehirnaktivit\u00e4t\u00a0<\/strong>sichtbar zu machen: Glaube ist, so die Interpretation, dem Gehirn entsprungen. Wenn der christliche Glaube bekennt, dass Gott f\u00fcr den Verstand nicht erfassbar ist, dann hei\u00dft das nicht, dass Gott sich dem Menschen au\u00dferhalb des menschlichen Gehirns zu erkennen gibt. Denn das ist unm\u00f6glich. Das Gehirn ist bekanntlich zumindest in unserem westlichen Denken das Zentrum, in dem Sinneseindr\u00fccke empfangen werden, Zentrum s\u00e4mtlicher Erfahrungen, des Erfassens, somit auch des Glaubens. Wenn man die Technik eines PC\/Internet kennt, kommt man nie auf die Idee zu denken, der PC erfindet selbst die Inhalte, die er aus dem Internet empf\u00e4ngt. Das christliche Bekenntnis bedeutet nur, dass der Mensch nicht von sich aus Gott mit dem Verstand erfassen kann, nicht von sich aus glauben kann, sondern von Gott zum Glauben gerufen werden muss: Worte und Taten von Jesus rufen in seinem Verstand Vertrauen zu Gott hervor. Glauben ist somit nicht nur Gef\u00fchl. Christlicher Glaube betont von Anfang an beides: liebendes, vertrauendes Gef\u00fchl zu Gott \u2013 und gleichzeitig das Nachdenken \u00fcber alles, was mit Gott zu tun hat. Manchmal kann freilich das Gef\u00fchl \u00fcberwiegen, manchmal der Verstand.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color wp-block-paragraph\" style=\"color:#f8051a\">Aufgabe 4<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color wp-block-paragraph\" style=\"color:#f8051a\">Fasse zusammen: Was bedeutet aus christlicher Perspektive das Wort &#8222;Glaube&#8220;?<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\"><strong>3. Bedeutung von Gottesbeweisen<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00dcber Gottesbeweise nachdenken, ist nicht sinnlos, denn sie f\u00fchren das Denken immer weiter. Wie kann der Mensch etwas, das eigentlich nicht beweisbar ist, dennoch beweisen? Das f\u00fchrt zu verstandesm\u00e4\u00dfigem Hochleistungssport, vergleichbar mit Fragen der Physik, der Mathematik und Kosmologie. Das f\u00fchrt auch zu der Frage nach unserer Sprache: Was kann Sprache eigentlich leisten? Sprache kann viel leisten, aber setzt auch den Rahmen des Verstehens. Der Philosoph Wittgenstein schrieb: &#8222;Die Grenze meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt.&#8220; Dieser wird in der Philosophie, in der Lyrik immer weiter ausgedehnt. Das hei\u00dft aber gleichzeitig: Sprache begrenzt das Denken, das Ausdr\u00fccken dessen, was der Mensch f\u00fchlt. Es f\u00fchrt dazu, sich selbst zu hinterfragen: Welches Vorverst\u00e4ndnis habe ich \u2013 kann ich als Mensch aus meinem Vorverst\u00e4ndnis herauskommen? (<a href=\"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/mensch\/glaube-und-naturwissenschaft-1\/\">https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/mensch\/glaube-und-naturwissenschaft-1\/<\/a>)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gott kann nicht bewiesen werden. Man kann sich aber fragen:\u00a0<strong>Was ist f\u00fcr mich plausibel?<\/strong>\u00a0Kann es Weltentstehung aus dem Nichts geben? Kann es Zufall (kein wissenschaftlicher Begriff!) sein, dass die Welt und damit auch die Erde so sind wie sie sind? Kann Leben aus Materie entstanden sein \u2013 aus Zufall? Ist es wissenschaftlich denkbar, dass \u00e4u\u00dferst viele Komponenten auf einmal zusammengef\u00fcgt wurden, um im Mikrokosmos wie im Makrokosmos das entstehen zu lassen, was sichtbar vor Augen ist? (Z.B. die Zelle, Gravitation) Warum ist Natur \u2013 berechenbar, wird von einer mit Zahlen berechenbaren Ordnung bestimmt?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color wp-block-paragraph\" style=\"color:#f60814\">Aufgabe 5: <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color wp-block-paragraph\" style=\"color:#f60814\">Wenn Du den Abschnitt 1 aus der Perspektive der Plausibilit\u00e4t liest: Ist einer der &#8222;Beweise&#8220; f\u00fcr Dich plausibel?<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\"><strong>4. Staunen<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der griechische Philosoph Aristoteles sah wie sein Lehrer Platon Staunen als Beginn des Philosophierens, das bedeutete damals: als Beginn der Wissenschaft. Staunen angesichts der Sch\u00f6pfung, des Menschen, der Geschichte usw. \u00f6ffnet den Menschen \u2013 \u00f6ffnet ihn auch f\u00fcr Glauben, bzw. erst einmal f\u00fcr das Ahnen, dass es so etwas wie eine Macht, etwas G\u00f6ttliches gibt, etwas, das \u00fcber dem Menschen steht, etwas Transzendentes. Nach dem Staunen folgt f\u00fcr den Menschen das Interpretieren: Wie ordne ich das, wor\u00fcber ich gestaunt habe, ein?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color wp-block-paragraph\" style=\"color:#ec081b\">Aufgabe 6<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color wp-block-paragraph\" style=\"color:#ec081b\">Kennst Du das &#8222;staunen&#8220;? Wor\u00fcber staunst Du?<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\"><strong>5. Perspektiven, die Lebensereignisse einzuordnen<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Ihr nennt es Schicksal \/ Wir nennen ihn Gott. \/ Ihr nennt es Gl\u00fcck gehabt, \/ wir nennen es vom Geist gef\u00fchrt. \/ Ihr nennt es Veranlagung \/ wir sagen: Geistes Gaben. \/ Ihr nennt es der M\u00fche Frucht, \/ wir bekennen: Gottes Geschenk\u2026<\/em>\u00a0(WF)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es kommt darauf an, wie ein Mensch sein Leben, das, was er sieht und erf\u00e4hrt, interpretiert: eine Aneinanderreihung von Zuf\u00e4llen \u2013 eigenes K\u00f6nnen \u2013 Gl\u00fcck \u2013 Vorherbestimmt von \u2026? \u2013 oder: planvolles Wirken Gottes.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So versteht der Kapit\u00e4n John Newton (1725-1807) (der vom atheistischen Sklavenh\u00e4ndler zu einem wurde, der als Christ Sklaverei massiv bek\u00e4mpfte) als einen Gottesbeweis, dass Gott ihn in einem Sturm auf See besch\u00fctzte und er das als Gottesbeweis sehen lernte. Von John Newton stammt das ber\u00fchmte, wohl weltweit meist gesungene Lied: <em>Amazing Grace<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color wp-block-paragraph\" style=\"color:#e4060d\">Aufgabe 7: <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color wp-block-paragraph\" style=\"color:#e4060d\">Suche im Internet nach dem Lied. Fasse den Inhalt der Strophen zusammen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\"><strong>6. Woher wissen Menschen von Gott? Stimme Gottes \u2013 Gott h\u00f6ren<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>6.1 Selbstvorstellung \u2013 Offenbarung Gottes<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gott offenbarte sich dem Abraham (1. Buch Mose [Genesis] 12), indem er ihn aus seiner alten Religion herausrief. Gott beauftragte Moses (2. Mose [Exodus] 3,14), sein Volk zu befreien, zeigte sich in Machttaten, die er durch Moses ausf\u00fchrte und durch die Gebote; Gott begleitete sein Volk, indem er Propheten sein Wort in den Mund legte: Elia (1 K\u00f6nige 19); Propheten (z.B. Jeremia). Letztendlich wurde Gott in Jesus Christus Mensch. Heidenchristen verstehen durch Jesus Christus: Wer seinen Worten und seinen Taten vertraut, der deutet die alttestamentlichen \u00dcberlieferungen als Gotteserfahrungen. F\u00fcr Judenchristen ist das anders: Sie glauben ihrer Tradition (Moses, Propheten, weisen Menschen) und erkennen darum in Jesus Christus den, der von Gott kam. Menschen bekennen \/ bezeugen, dass sie Gott \u201egeh\u00f6rt\u201c haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>6.2 Gottes Stimme heute h\u00f6ren, Gottes Wirken heute sehen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Grunde f\u00fchrt uns dieser Abschnitt wieder zu dem oben genannten Punkt: Es kommt darauf an, wie Erfahrungen, Erlebnisse, Ereignisse interpretiert werden. Die Sonne \u2013 wenn sie zu hell scheint \u2013 k\u00f6nnen wir nur sp\u00fcren oder sie in der Pf\u00fctze betrachten. Sie ansehen w\u00e4re sch\u00e4dlich. Auch Gott ist vielfach nur indirekt zu sehen und zu sp\u00fcren: so in seinen Boten, im Glauben, im Denken \u2026 (s. <a href=\"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/gott\/spuren-gottes\/\">https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/gott\/spuren-gottes\/<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\"><strong>7. Menschen handeln f\u00fcr andere Menschen durch Gottes Geist (den Heiligen Geist)<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Christen sagen, dass Gott nicht allein der Sch\u00f6pfer ist, sondern dass er auch seine Sch\u00f6pfung erh\u00e4lt. Damit dann die Menschen sich nicht ganz ausl\u00f6schen, schenkt er ihnen von sich selbst: seinen Heiligen Geist. Und dieser Heilige Geist wird an all den Orten sichtbar, an denen Menschen einander helfen, das Leben gut und richtig zu gestalten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color wp-block-paragraph\" style=\"color:#f30823\">Aufgabe 8 <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color wp-block-paragraph\" style=\"color:#f30823\">Lies und fasse die Aussagen zusammen: Wichtige Texte in der Bibel: (a) 2. Mose \/ Exodus 20,4-5; (b) 3,1-15; (c) 5. Mose \/ Deuteronomium 10,17-20; (d) Verborgenheit Gottes: Psalm 22 und (e) Markus 15,34; (f) Jesus \u2013 Sohn Gottes: Mk 1,9-11; (g) Joh 12,45, (h) Philipperbrief 2,6-11<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\"><strong>8. Zielf\u00fchrender Gottesbeweis<\/strong>&nbsp;<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left wp-block-paragraph\"><strong> 8.1 Glaubens-Anmerkungen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist f\u00fcr den christlichen Glauben angemessen, \u00fcber Gott nachzudenken \u2013 und vielleicht auch den einen oder anderen Gottesbeweis f\u00fcr plausibel zu halten. Aber ein Gottesbeweis kann nie zu Gott f\u00fchren. Wenn er aus dem Glauben heraus kommt, ist er der Versuch, Gott auch rational zu erfassen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was kann zu Gott f\u00fchren? Das&nbsp;<strong>Gebet<\/strong>:&nbsp;<em>Gott, wenn es dich gibt, dann zeige dich mir. Erm\u00f6gliche es mir, dich zu erkennen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aus dem christlichen Glauben heraus gesehen, ist es Gott selbst, der mir das Erkennen seiner selbst erm\u00f6glichen muss. Es ist nicht der Mensch, der das von sich aus kann \u2013 und so kann auch vom christlichen Glauben aus gesehen, nicht verlangt werden, dass ein anderer glaubt. Er w\u00e4re damit eben etwas, das der Mensch tut, somit in der Sackgasse endet. Welt- und Menschenbilder sind durch die Jahrhunderte verschieden \u2013 oder auch weltweit unterschiedlich kulturell gepr\u00e4gt. Die Verabsolutierung eines Weltbildes wird zur Ideologie. Wenn andere dazu gezwungen werden, eine Weltanschauung zu \u00fcbernehmen, herrscht keine Freiheit mehr vor, sondern Totalitarismus. Der Mensch selbst kann sich und seine Welt nicht absolut sehen, er wandelt sich st\u00e4ndig (j\u00fcdisch-christlich gesprochen: Der Mensch ist als Ebenbild Gottes ein Geheimnis wie Gott ein Geheimnis ist). Mit Blick auf den Glauben gesagt: Gott schenkt den Glauben, darum ist Glaube, der von anderen erzwungen wird, kein Glaube. Auch die Zwingenden verwechseln ihre Ideologie \/ Weltanschauung mit Glauben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201e<em>Erm\u00f6gliche es mir, dich zu erkennen.<\/em>\u201e<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Bitte ist der Dreh und Angelpunkt. Denn es kann lange dauern, bis Gott mich so weit bereitet hat, dass ich ihn erkennen kann. Es kann vielleicht ein Leben lang dauern \u2013 wie lang es auch immer ist. Es kann sofort sein, dass ich bereit bin, ihn erkennen zu k\u00f6nnen. Von daher muss das Gebet die Grundmelodie meines Lebens werden, damit ich bereit bin, Gott erkennen zu k\u00f6nnen. Und wenn Gott sieht, dass ich bereit bin, dann gibt er sich mir auch zu erkennen. Wenn ich ihn glaubend erkennen kann, dann habe ich den wirklich angemessenen Gottesbeweis. Damit sind wir wieder am Beginn des Abschnitts, bei Anselm von Canterbury.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>8.2 Aus dem Glauben heraus angemessenes Denken \u00fcber Gott<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nicht sagen:<br>Es gibt keinen Gott.<br>Denn viele Menschen wissen, dass es ihn gibt.<br>Und diese Menschen sind nicht primitive Dummk\u00f6pfe.<br>Viele sind gro\u00dfe Denker, Philosophinnen, Naturwissenschaftler,<br>Politiker, K\u00fcnstlerinnen, viele sind ganz normale Menschen,<br>sie kennen Gott, nehmen seine Hilfe in Anspruch,<br>freuen sich \u00fcber ihn und folgen ihm in und mit ihrem Leben nach.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sondern sagen:<br>Gott, wenn es dich gibt,<br>dann zeige dich mir bitte in meinem Leben.<br>Du hast dich so vielen Menschen zu erkennen gegeben \u2013<br>bitte auch mir.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn wir sagen:<br>Es gibt keinen Gott \u2013 und diese genannten Worte nicht sprechen,<br>dann verschlie\u00dfen wir uns selbst einer Wirklichkeit,<br>statt f\u00fcr alles, was es so gibt, offen zu sein.<br>Ein schlauer Mensch ist wie ein guter Forscher:<br>Beide wollen alles wissen und sagen nicht \u2013<br>bevor sie alles untersucht und erforscht haben \u2013 :<br>Das interessiert mich nicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Menschen sagen:<br>Es gibt so viele schlimme Dinge auf der Erde \u2013<br>also kann es keinen Gott geben.<br>Sie sagen: Ich habe f\u00fcr etwas gebetet und Gott hat nicht auf mich geh\u00f6rt \u2013<br>also kann es keinen Gott geben.<br>Manchmal werden sie dar\u00fcber traurig und \u00e4rgerlich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Andere Menschen sagen:<br>Es gibt so viele schlimme Dinge auf der Erde \u2013<br>darum wende ich mich Gott zu, er gibt mir Trost und Kraft, Schlimmes so gut es geht zu \u00e4ndern.<br>Sie sagen: Gott hat mein Gebet nicht erh\u00f6rt \u2013<br>muss ich also neu \u00fcber das nachdenken, was das eigentlich ist: Gebet?<br>Und sie werden froh, weil sie ahnen, wissen, Gott liebt sie dennoch.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color wp-block-paragraph\" style=\"color:#f60511\">Aufgabe 9<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color wp-block-paragraph\" style=\"color:#f60511\">Der letzte Abschnitt stellt dar, wie Menschen angemessen an Gott herantreten. Findest Du das plausibel, angemessen \u2013 oder sollten andere Wege beschritten werden. Oder denkst Du ganz anders dar\u00fcber?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color wp-block-paragraph\" style=\"color:#e4060d\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aufgabe 1: Eingangsfragen 1. Gottesbeweise \/ der Begriff &#8222;Beweis&#8220; Der Mensch versucht, Gott zu denken, seine Realit\u00e4t mit dem Verstand zu erfassen und entwickelte Gottesbeweise: Menschen versuchten das, was sie sehen, erfahren, glauben zu verstehen. Sie wissen: Aus sich selbst heraus kann nichts entstehen \u2013 nun ist aber etwas. Wie [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":47,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-759","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/759","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=759"}],"version-history":[{"count":18,"href":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/759\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4807,"href":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/759\/revisions\/4807"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/47"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=759"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}