{"id":757,"date":"2019-07-02T16:20:20","date_gmt":"2019-07-02T14:20:20","guid":{"rendered":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/?page_id=757"},"modified":"2022-10-26T18:16:46","modified_gmt":"2022-10-26T16:16:46","slug":"trinitaet-dreieinigkeit","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/gott\/trinitaet-dreieinigkeit\/","title":{"rendered":"Trinit\u00e4t &#8211; Dreieinigkeit"},"content":{"rendered":"\n<p>(s. erg\u00e4nzt  <a href=\"https:\/\/mini.evangelische-religion.de\/trinitaet-dreieinigkeit-dreifaltigkeit\/\">https:\/\/mini.evangelische-religion.de\/trinitaet-dreieinigkeit-dreifaltigkeit\/<\/a> )<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-medium-font-size\">TRINIT\u00c4T \u2013 DREIEINIGKEIT \u2013 DREIFALTIGKEIT<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-background\" style=\"background-color:#fedc61\"><strong>Jesus von Nazareth<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Menschen lernten Jesus von Nazareth kennen. In seinen Worten h\u00f6rten sie Gott sprechen, in seinen Taten sahen sie Gott wirken. Und Jesus sprach und handelte auch \u2013 wie man erkannte \u2013 mit Vollmacht: Er wusste wie Gott ist (Gleichnis vom Verlorenen Sohn \u2013 Lukas 15), er wusste, was Gott mit Worten des Alten Testaments sagen wollte (Antithesen: Es wurde gesagt \u2013 ich aber sage euch: Matth\u00e4us 5), er wusste, dass Gott in den Menschen zu finden ist, die Not leiden (Mt 25,34ff.; Mk 9,33ff.). Nachdem er hingerichtet worden war, haben sie ein paar Tage resigniert \u2013 doch dann hatten sie ein Erlebnis, das alle Welterfahrung auf den Kopf gestellt hat: Sie haben Jesus von Nazareth als den erfahren, der von den Toten auferstanden war. Da es unm\u00f6glich ist, dass ein Mensch von den Toten aufersteht, muss Gott hinter diesem Wunder stehen. Doch warum?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-text-color\" style=\"color:#f9d03a\"><strong>Erfahrung der Auferstehung Jesu und Versuche, das Ereignis zu verstehen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Sie versuchten dieses wundervolle Handeln Gottes an Jesus von Nazareth mit Hilfe von Hoheitstiteln zu vermitteln. Jesus musste Gott ganz nahe gestanden haben: Er war Gottes Sohn. Wie ein K\u00f6nig Gottes Sohn genannt werden konnte \u2013 so war auch Jesus <strong>Gottes Sohn<\/strong>. Doch bisher hat man noch nicht geh\u00f6rt, dass K\u00f6nige von den Toten auferstanden sind. Er muss also ein besonderer Sohn Gottes sein. Und es wird in neutestamentlichen Schriften deutlich, dass fr\u00fche Christen das auch unterschiedlich verstanden haben. Markus zeigt, dass Jesus bei seiner Taufe Gott geh\u00f6rt hat: Du bist mein lieber Sohn (Mk 1,11).<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Matth\u00e4us sieht den Adressatenkreis der Stimme erweitert: Dies ist mein lieber Sohn (Mt 3,17).<\/li><li>Lukas sieht die Verhei\u00dfung der Sohnschaft Jesu seit der Geburt gegeben. Der Engel spricht zu Maria: Dein Sohn&nbsp;<em>\u201ewird gro\u00df sein und Sohn des H\u00f6chsten genannt werden; und Gott der Herr wird ihm den Thron seines Vaters David geben\u201c<\/em>&nbsp;(Lk 1,32).<\/li><li>Paulus spricht mit einem Traditionsst\u00fcck davon, dass Jesus als Mensch Sohn Davids war und durch die Auferstehung zum Sohn Gottes eingesetzt wurde (R\u00f6mer 1,4) und<\/li><li>Johannes bekennt:&nbsp;<em>\u201eNiemand hat Gott je gesehen; der Erstgeborene, der Gott ist und in des Vaters Scho\u00df ist, der hat ihn uns verk\u00fcndigt.\u201c<\/em>&nbsp;(Joh 1,18).<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Das bedeutet, dass die fr\u00fche Gemeinde kein einheitliches Bild liefert, dass sie versuchte zu verstehen, warum Jesus von den Toten auferstanden ist, und versuchte zu verstehen, was das alles eigentlich bedeutet. Es wird schon deutlich, dass Jesus weitere Hoheitstitel bekommen konnte: Wenn Jesus auferstanden ist, dann muss er ja eine Funktion haben \u2013 und sein Wirken wurde ja mit der Gabe des Heiligen Geistes t\u00e4glich erfahren. Er hat Menschen Mut gegeben, er hat sie beauftragt, er hat sie durch alle m\u00f6glichen N\u00f6te hindurch gef\u00fchrt. Diese Erfahrung \u2013 verbunden mit der meines Erachtens tats\u00e4chlichen Nachkommenschaft Jesu von David \u2013 f\u00fchrte dazu, dass man verstand: Gott herrscht durch Jesus Christus, er sitzt als <strong>Sohn Davids<\/strong> auf dem Welten-Thron. Nicht nur das, sondern er ist nicht erst geworden \u2013 sondern er war schon Gottes vor seiner Geburt. Er war bei Gott (<em>\u201eAm Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort\u201c<\/em>&nbsp;\u2013 Joh 1,1); er war vor aller Zeit, <strong>pr\u00e4existent<\/strong>, er war <strong>Sch\u00f6pfungsmittler<\/strong> (Kolosser 1,16). Und weil Gott in Jesus seine Liebe gezeigt hat, kann auch die Sch\u00f6pfung nicht nur Chaos sein, sondern ist aus der Liebe Gottes heraus entstanden. Und weil das Gesetz, die S\u00fcnde, der Tod herrschen, hat Gott in seiner Liebe Jesus Christus gesandt \u2013 bzw. ist Gott in Jesus Christus auf die Erde gekommen \u2013 um den Menschen seine Liebe zu zeigen (Philipperbrief 2). Und er wird wiederkommen \u2013 das hei\u00dft, Gott wird in Jesus Christus sein Reich, seine gute Herrschaft errichten. Jesus nannte sich <strong>Menschensohn<\/strong> \u2013 meinte er damit, er sei Mensch? Spielte er damit auf den im Buch des Propheten Daniel von Gott gesandten Menschensohn, der Gottes Recht auf der Erde durchsetzen soll (Dan 7,13), an? Ist er der <strong>kommende Menschensohn<\/strong>? Wir wissen es nicht. Auf jeden Fall hat diese Aussage auch Auswirkungen auf das Jesus-Bild der Gemeinde: Er wird wiederkommen, um Gottes Herrschaft am Ende der Tage durchzusetzen (1Thess 4,16).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-background\" style=\"background-color:#f9d03a\"><strong>Trinitarische Ans\u00e4tze im Neuen Testament<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die ersten Christen waren Juden \u2013 und von daher ist es erstaunlich, wie nahe sie Jesus Christus und Gott zueinander bringen konnten: Der Grund daf\u00fcr liegt in der Auferstehungserfahrung in Verbindung mit dem Selbstbewusstsein Jesu. Anders ist das nicht zu denken. Doch sie haben nicht gesagt, dass Jesus Gott ist \u2013 auch wenn sie in Aussagen Gott \u2013 Jesus Christus \u2013 Heiliger Geist sehr dicht aneinander r\u00fccken konnten: so in 1Kor 8,6. Bekannt ist vor allem der Taufbefehl im Matth\u00e4usevangelium:&nbsp;<em>\u201eMacht zu J\u00fcngern alle V\u00f6lker: Tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.\u201c<\/em>&nbsp;(25,19) Wir finden im Johannesevangelium den Ausruf des Thomas, als er den auferstandenen Jesus sieht: <em>Mein Herr und mein Gott!<\/em> (Joh 20,28) \u2013 Exegeten verstehen die Aussage noch nicht als \u00dcbertragung der Gottesbezeichnung auf Jesus, sondern als ein Bekenntnis, das gegen die r\u00f6mischen Caesaren gesprochen wurde: Nicht diese sind Gott, sondern der Auferstandene. Aber wie dem auch sei, es ist zumindest sehr, sehr doppeldeutig. Ebenso doppeldeutig spricht Paulus: <em>Christus ist aus dem Volk Israel gekommen, der da Gott ist \u00fcber alles, sei gelobt <\/em>(R\u00f6m 8,5). Die fr\u00fche Kirche hat das Verh\u00e4ltnis von Gott \u2013 Vater, Sohn, Geist nicht eindeutig logisch gekl\u00e4rt. Wichtig war ihr nicht das Sein Gottes, wichtig war das Handeln Gottes in Jesus Christus.&nbsp;<a href=\"https:\/\/evangelische-religion.de\/gott-geschichte.html\">https:\/\/evangelische-religion.de\/gott-geschichte.html<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-background\" style=\"background-color:#f9d03a\"><strong>2.-5. Jahrhundert: Versuche, einseitige Gottesvorstellungen zu vermeiden<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die nachkommenden Generationen hatten nun das Problem, diese Vorgaben aus ihrer griechischen Tradition heraus zu verstehen. Man wollte Eindeutigkeit erreichen. Und so gab es den Versuch, vom Markusevangelium ausgehend, Jesus als Menschen zu sehen, der von Gott adoptiert wurde (<strong>Adoptianismus<\/strong>), es gab den Versuch, Jesus als reinen Gott zu sehen, der Mensch geworden ist (<strong>Doketismus<\/strong> \u2013 damit verbunden: Nach griechischer Vorstellung kann Gott nicht leiden \u2013 von daher musste entweder ein anderer am Kreuz gestorben sein oder aber das G\u00f6ttliche verlie\u00df den Leib des Menschen Jesus vor dem Leiden \u2013 darum konnte Jesus auch sagen: mein Gott, warum hast du mich verlassen?). Der&nbsp;<strong>Modalismus<\/strong>&nbsp;erkl\u00e4rte das so, dass es nur einen Gott gebe, der sich in drei unterschiedlichen Formen zeige (also Gott starb am Kreuz). Der <strong>Arianismus<\/strong> sah, dass Gott dagewesen sei und erst ein wenig sp\u00e4ter der Sohn als Gesch\u00f6pf hinzugekommen \u2013 also nicht mit Gott-Vater wesensgleich \u2013 sei. <em>Man merkte, dass diese extremen Formulierungen dem Geheimnis um Jesus Christus, das Mysterium, nicht gerecht werden und begann intensiver dar\u00fcber nachzudenken, man versuchte, das Geheimnis in Worte zu fassen.<\/em> F\u00fcr die griechische Philosophie musste alles mit der Vernunft durchdrungen werden. Und da die Gottheit\/Gott &#8211; so die Christen &#8211; alles vern\u00fcnftig, der Ordnung gem\u00e4\u00df, erschaffen hat, muss auch Gott selbst vern\u00fcnftig erfasst werden k\u00f6nnen. Um etwas vern\u00fcnftig erfassen zu k\u00f6nnen, ist gehobene, vern\u00fcnftige Sprache notwendig. Von daher rang man dann um Worte, die das Sein Gottes angemessen wiedergeben. Und die oben genannten Versuche empfand man als nicht angemessen, als unvern\u00fcnftig.<\/p>\n\n\n\n<p>Im vierten Jahrhundert haben gro\u00dfe Denker Formulierungen entwickelt, die alles umfassen \u2013 und damit aber das Geheimnis, das Mysterium, festschreiben:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Nicaeno-Constantinopolitanum<\/strong>&nbsp;(381): \u2026&nbsp;<em>Jesus Christus ist Licht aus Licht, wirklicher Gott aus wirklichem Gott, gezeugt, nicht geschaffen, wesensgleich mit dem Vater<\/em>\u2026<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Chalcedonense<\/strong> (451):&nbsp;<em>\u2026 Jesus Christus. Derselbe ist vollkommen in der Gottheit und derselbe vollkommen in der Menschheit, derselbe wirklich Gott und wirklich Mensch\u2026<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-black-color has-text-color has-background\" style=\"background-color:#f9d03a\"><strong>Trinitarische Ans\u00e4tze im Alten Testament und Zahlenmystik<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Im Zuge des Nachdenkens \u00fcber die Trinit\u00e4t fanden Christen auch im Alten Testament Hinweise auf die Trinit\u00e4t. Zun\u00e4chst ist die auff\u00e4llige Formulierung aus 1. Mose 1,26 zu nennen. Hier hei\u00dft es, dass Gott sagt:&nbsp;<em>Lasst uns Menschen machen<\/em>. Oder Psalm 149,2 fordert:&nbsp;<em>Israel freue sich seiner Sch\u00f6pfer<\/em>. Das Glaubensbekenntnis Israels bekennt:&nbsp;<em>H\u00f6re Israel, Jahwe ist unser Elohim (= unsere G\u00f6tter)<\/em>&nbsp;(5. Buch Mose 5,4). Im 1. Buch Mose 18,1-3 erscheint Gott dem Abraham als drei M\u00e4nner. In Jesaja 48,12-16 spricht Jahwe von sich und dann:<em> er hat mich gesandt und den Geist <\/em>&#8211; das mich interpretierte die Kirche als &#8222;Jesus&#8220;. In Jesaja 6 h\u00f6rt der Prophet vor Gottes Thron den Ruf:&nbsp;<em>Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth<\/em>. Das wurde so interpretiert: 1. Heilig = Vater, 2. Heilig = Sohn, 3. Heilig = Geist. Aber, die Zahlen, so <strong>Basilius der Gro\u00dfe<\/strong> (330-379; \u201e\u00dcber den heiligen Geist\u201c 18), sagen nicht 1+2+3 \u2013 sondern 1 = Einzigkeit, 2 und 3 = liebende Kommunikation in der 1 (Einzigkeit). Wir befinden uns hier auf dem Gebiet der Bedeutung von Zahlen, der <strong>Zahlenmystik<\/strong>, die wir ansatzweise auch heute noch kennen: \u201e7\u201c als Gl\u00fcckszahl, in vielen V\u00f6lkern eine bevorzugte Zahl; christlich: 1 = Gottes Einzigkeit \/ 2 = Gottes Einzigkeit in der Selbstent\u00e4u\u00dferung Jesu \/ 3 = Kommunikation Gottes im Heiligen Geist &gt; Geist des Menschen \/ 4 = Zahl des K\u00f6rpers \u2013 das hei\u00dft: 7 = 3 (Geist) + 4 (K\u00f6rper), bedeutet somit die Einheit des Menschen; die \u201e6\u201c ist die Zahl der Vollkommenheit der Sch\u00f6pfung (in sechs Tagen erschaffen); oder die \u201e8\u201c bedeutet: Auferstehung, ewiges Leben, Neubeginn, Unendlichkeit. Die Zahlensymbolik ist nicht einheitlich in Kulturen, Zeiten, Traditionen. Grunds\u00e4tzlich bedeutet das: <em>Die Zahlen in der Trinit\u00e4t weisen \u00fcber sich als Zahlen hinaus.<\/em> Der eine Gott ist Beziehung in sich selbst \u2013 und diese geht \u00fcber sich hinaus \u2013 sichtbar in der Sch\u00f6pfung und somit im Menschen. Auch der j\u00fcdische und der islamische Monotheismus beinhalten, dass Gott\/Allah sich dem Menschen zuwendet (Israel: Erw\u00e4hlung des Volkes, Bundesschluss; Islam: Mohammed und Koran). Sie kl\u00e4ren aber nicht, wie das in der strengen Einzigkeit Gottes\/Allahs \u00fcberhaupt denkbar ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-background\" style=\"background-color:#f9d03a\"><strong>Logisches Denken und das Weltbild von Dichtern<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Manche Menschen versuchen, alles zu systematisieren. Auch Gott muss in unsere Schubl\u00e4dchen passen. Hier wird deutlich, dass Gott so gro\u00df ist, dass er vom logischen Denken nicht erfasst werden kann. Alle Einseitigkeiten werden Gott nicht gerecht. Als der Kirchenvater <strong>Augustinus<\/strong> am Meer entlang ging und \u00fcber das gro\u00dfe Problem der Trinit\u00e4t nachgedacht hat, soll ein Kind ihm gesagt haben:&nbsp;<em>Du versuchst mit einer Muschel das Meer leer zu sch\u00f6pfen?<\/em>&nbsp;Das hei\u00dft, es gibt auch Menschen, die die Grenzen des logischen Denkens erkennen. Dichter suchen zum Beispiel die Welt ganz anders zu durchdringen als Wissenschaftler. Die asiatischen Religionen haben eher eine <em>ganzheitliche<\/em> Sicht von der Welt als die westlichen Denker, die eher <em>dualistisch<\/em> die Welt zu durchdringen versuchen. Wer sich mit der Trinit\u00e4t besch\u00e4ftigt, beginnt auch dar\u00fcber nachzudenken: Welches Weltbild haben wir? Wie gelangen wir zu dem Weltbild? Welches Weltbild haben andere \u2013 wie kommen sie dazu? Ist das logische Denken die einzige M\u00f6glichkeit, Welt zu durchdringen, zu interpretieren, zu verstehen, zu erfahren\u2026? Es wird deutlich: Menschen durchdringen Welt, verorten sich jeweils unterschiedlich in der Welt. Aber Gott ist nicht Welt. Menschen k\u00f6nnen nur versuchen, Sch\u00f6pfung zu erfassen. Gott ist jedoch als Sch\u00f6pfer auf diese Weise nicht erfassbar \u2013 man kann nur seinen Spuren nachdenkend, f\u00fchlend folgen. Und so wird dann die Aussage, dass Gott der dreieinige Gott ist, zu einem <strong>Hymnus,<\/strong> zu einem Gotteslob, das die Harmonie der Liebe in Gott besingt \u2013 in die wir Menschen in Jesus Christus mit hinein genommen werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-background\" style=\"background-color:#f9d03a\"><strong>Monotheismus \u2013 glauben Christen an einen Gott?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Glauben Christen nun an einen Gott oder an drei G\u00f6tter? Sind Christen Monotheisten oder Polytheisten? Damit ist wieder das Schubladen-Denken im Blick. Doch was ist Monotheismus? Das Wort \u201e<strong>Monotheismus<\/strong>\u201c muss definiert werden. F\u00fcr manche weist es streng genommen auf einen in sich ruhenden, starren Gott \u2013 wie der griechische Philosoph <strong>Aristoteles<\/strong> sagt: der unbewegte Beweger. F\u00fcr andere wendet sich der in sich gekehrte, herrschende Gott\/Allah nach Au\u00dfen (Islam). F\u00fcr Christen bedeutet Monotheismus ein in sich lebendiger, liebender, kommunizierender Gott. Gott offenbart sich dem Menschen als der kommunizierende, liebende, lebendige Gott: Vater, Sohn, Geist sind in sich lebendig, kommunizieren, lieben. Gott nimmt den Menschen in seine Liebe, seine Kommunikation, sein Leben hinein. Er hat den Menschen als sein Ebenbild geschaffen, das hei\u00dft in diesem Zusammenhang: Er darf auf die Anrede Gottes antworten. Gott sagt zu ihm: Du \u2013 der Mensch antwortet: Du. Gott ist nah \u2013 aber er ist nicht ich, der Mensch. Gott ist fern, der andere \u2013 aber gleichzeitig durch seinen Geist vollkommen nah im Menschen. Gott kann man nicht erfassen \u2013 ist aber in Jesus Christus fassbar.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-background\" style=\"background-color:#f9d03a\"><strong>Innere\/immanente und \u00e4u\u00dfere\/\u00f6konomische Trinit\u00e4t<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>An dieser Stelle sei auch darauf hingewiesen, dass einmal die innere\/immanente Trinit\u00e4t angedacht wird und die \u00e4u\u00dfere\/\u00f6konomische Trinit\u00e4t. Die \u00e4u\u00dfere Trinit\u00e4t bezeichnet Gott als den, der den Menschen in Gott Vater, Gott Sohn, Gott Geist erkennbar wird. Die innere Trinit\u00e4t bezeichnet die liebende Einheit in Gott selbst, die Einheit von Gott Vater, Gott Sohn und Gott Geist. Das bedeutet zum Beispiel f\u00fcr die Frage nach der Kreuzigung Jesu: Gott Vater und Gott Geist wurden nicht gekreuzigt \u2013 aber Gott Sohn. Die Kreuzigung, den Schmerz, die Einsamkeit erleiden aber alle drei gleicherma\u00dfen \u2013 das hei\u00dft: Gott erleidet die Kreuzigung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-background\" style=\"background-color:#f9d03a\"><strong>Nachtheistisches Denken<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Gegenw\u00e4rtig versucht man nicht so sehr das Wesen Gottes zu durchdringen wie in der Trinit\u00e4tslehre, sondern man versucht, von Jesus Christus auszugehen. Wer Jesus Christus sieht, sieht Gott \u2013 und Gott in seiner F\u00fclle in den Griff zu bekommen, ist verfehlt. Man gelangt dann nur zu einem philosophischen Gott, aber nicht zu Gott wie er sich in Jesus Christus und seinem Geist zu erkennen gibt. Wie gibt Gott sich in Jesus Christus zu erkennen? Er geht auf Menschen in Liebe zu, er ver\u00e4ndert die Welt, indem er liebt. Das Leiden, das Jesus Christus am Kreuz erlitten hat, verdeutlicht, dass Gott im Leiden des Menschen anwesend ist, im Leiden kann der Mensch Gott begegnen. Durch den Heiligen Geist vermittelt Gott, dass er derjenige ist, der Menschen nach ihrem Sterben empfangen will und gibt zu erkennen, dass er in der Gemeinschaft mit anderen Menschen erfahren werden will. Im Dasein f\u00fcr andere wird Gott erfahren. (Vgl. Mt 25,31ff.) Freilich: Nachtheistisches Reden von Gott steht (vielfach) auf der Basis der Trinit\u00e4tslehre, versucht nur nicht mehr vom Wesen Gottes her zu denken (<strong>von oben nach unten<\/strong>), sondern von Jesus her (<strong>von unten nach oben<\/strong>) \u2013 der von Gott geliebte und zur Liebe, Gemeinschaft bef\u00e4higte Mensch ist st\u00e4rker im Blick.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein weiterer Ansatz Nachtheistischen Denkens versucht Gott weniger von Jesus Christus aus zu denken, sondern als <strong>Urgrund allen Seins<\/strong> zu deuten. Als ein solcher scheint er st\u00e4rker mit naturwissenschaftlichen Erkenntnissen kompatibel zu sein. Verkn\u00fcpft mit Jesus Christus bedeutet das: <em>Gott, der Urgrund allen Seins, konzentriert sich in Jesus Christus <\/em>und zeigt in diesem, wie er sich sein \u201eGesch\u00f6pf\u201c den Menschen, vorstellt: als ein Gemeinschaft suchendes Wesen; als liebender Urgrund der Welt lockt er den Menschen zur Liebe. Als kreativer Urgrund der Welt lockt er den Menschen zur freien und eigenst\u00e4ndigen Kreativit\u00e4t. Das aber gilt nicht allein f\u00fcr den Menschen: die gesamte Sch\u00f6pfung sehnt sich nach dieser Gemeinschaft, weil Gott eben Urgrund der Welt ist: Atome bilden eine Gemeinschaft, Molek\u00fcle bilden eine, dann die Zellen, die Zellenzusammenschl\u00fcsse zu gr\u00f6\u00dferen Einheiten, das gesamte System von Pflanzen und Tiere, die Galaxien sind miteinander verbunden und vernetzt. Das betrifft sowohl die <em>kosmische Evolution<\/em> als auch die <em>Evolution der Lebewesen<\/em>. Die gesamte Evolution ist ein solcher kreativer Prozess. Und alle Sch\u00f6pfung strebt in Zukunft darauf zu, immer st\u00e4rker <em>Gemeinschaft<\/em> zu bilden, Eins zu werden, was allerdings durch die S\u00fcnde \/ gefallene Welt auch immer wieder konterkariert wird. <em>Die treibende Kraft hinter der kreativen Gemeinschaftsbildung ist Gott als \u201eUrgrund des Seins\u201c, der allerdings nicht selbst Teil der Sch\u00f6pfung ist, sondern sich von der Sch\u00f6pfung unterscheidet.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-background\" style=\"background-color:#f9d03a\"><strong>Gott ist nicht fassbar &#8211; in Jesus Christus l\u00e4sst er sich finden<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Als Moses Gott nach seinem Namen fragt, sagt Gott: Mein Name ist&nbsp;<em>\u201eIch bin, der ich bin\u201c<\/em>&nbsp; bzw. wie das Wort auch \u00fcbersetzt werden kann&nbsp;<em>\u201eIch werde sein, als der ich mich erweisen werde\u201c<\/em>&nbsp;bzw.&nbsp;<em>\u201eich werde dasein, als der ich dasein werde\u201c<\/em>. Damit er\u00f6ffnet Gott Geschichte. Er ist der, der sich in der Geschichte offenbaren, zeigen wird, handeln wird. F\u00fcr Christen ist er in dem Menschen Jesus Christus (in einer ganz bestimmten Zeit, an einem ganz bestimmten Ort \u2013 geschichtlich) ganz \u00fcberraschend und neu sichtbar geworden, unerwartet f\u00fcr die Menschheit. Dennoch: Auch Christen \u201ehaben\u201c nicht Gott, sondern finden in Jesus Christus ihren Ruhe- und Ausgangspunkt. Und der Geist Gottes weist immer in die Geschichte, in die Zukunft. Und: Auch wenn Christen Gottes Handeln (AT) in Jesus Christus (NT) und im Heiligen Geist (NT und Geschichte) in der Menschheitsgeschichte neu erfahren, so ist er doch immer derselbe Gott, der als Einheit handelnde Gott.<\/p>\n\n\n\n<p>*<\/p>\n\n\n\n<p>In dem Video wird der Trinitarische Streit erkl\u00e4rt &#8211; aber nicht die Voraussetzungen:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Der Trinitarische Streit kompakt erkl\u00e4rt\" width=\"750\" height=\"422\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/mTCWuxvzMN8?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(s. erg\u00e4nzt https:\/\/mini.evangelische-religion.de\/trinitaet-dreieinigkeit-dreifaltigkeit\/ ) TRINIT\u00c4T \u2013 DREIEINIGKEIT \u2013 DREIFALTIGKEIT Jesus von Nazareth Menschen lernten Jesus von Nazareth kennen. 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