{"id":739,"date":"2019-07-02T16:09:24","date_gmt":"2019-07-02T14:09:24","guid":{"rendered":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/?page_id=739"},"modified":"2022-07-28T16:01:15","modified_gmt":"2022-07-28T14:01:15","slug":"bedeutung-jesu-gegenwart","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/jesus-christus\/bedeutung-jesu-gegenwart\/","title":{"rendered":"Bedeutung Jesu: Gegenwart"},"content":{"rendered":"\n<p>(s. auch: <a href=\"https:\/\/mini.evangelische-religion.de\/bedeutung-jesu-fuer-die-gegenwart\/\">https:\/\/mini.evangelische-religion.de\/bedeutung-jesu-fuer-die-gegenwart\/<\/a> )<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-medium-font-size\">HAT DIE BOTSCHAFT JESU VON NAZARETH NOCH BEDEUTUNG F\u00dcR DIE GEGENWART?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color\" style=\"color:#a30003\"><strong>Aufgabe: Bevor Du den folgenden Text liest, versuche selbst diese Frage zu beantworten.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">***<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-accent-color has-text-color has-medium-font-size\"><strong>Jesus geht es darum, dass Menschen gut behandelt werden. <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Diese allgemeine Formulierung beinhaltet, dass der Mensch als Ebenbild Gottes und dessen W\u00fcrde geachtet wird. Und so geht es ihm um<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Gerechtigkeit im Verh\u00e4ltnis von Reich-Arm, Mann-Frau, Erwachsene-Kinder<\/li><li>N\u00e4chstenliebe, die Feindesliebe einschlie\u00dft<\/li><li>Gewaltlosigkeit<\/li><li>Schalom \u2013 das hei\u00dft: umfassenden Frieden, Frieden des Menschen mit sich selbst, mit Gott, mit dem N\u00e4chsten<\/li><li>Vergebung<\/li><li>Individualisierung mit Blick auf Gemeinschaft<\/li><li>Grenz\u00fcberschreitungen<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Kurz: Es geht ihm um Gemeinschaft, um soziales Miteinander. Und diese Sehnsucht Jesu nach Gemeinschaft ist begr\u00fcndet in der Tradition seines Volkes, das eine Zeit ersehnt, in der angesichts der sozialen Zerrissenheit und Unterwerfungen Gott selbst die Herrschaft \u00fcbernehmen wird und eben all das das Zusammenleben der Menschen bestimmt.<\/p>\n\n\n\n<p>Jesus versucht in dieser seiner von Gewalt und Unmenschlichkeit beherrschten Zeit einen neuen Weg zu gehen \u2013 und der Weg schlie\u00dft die Selbstaufopferung mit ein. Das bedeutet, dass dieses Anliegen Jesu im Grunde nur realisierbar ist, wenn Gott im Hintergrund steht und die Durchsetzung dieser neuen Welt nicht dem einzelnen verg\u00e4nglichen Menschen auferlegt wird. Wenn einer durch die Gewaltt\u00e4ter get\u00f6tet wird \u2013 so geht die \u201eSache Gottes\u201c doch weiter, weil Gott selbst sich darum k\u00fcmmert und der auferstandene Jesus Christus immer wieder neu Nachfolgerinnen und Nachfolger beruft. Das bedeutet: Das Anliegen Jesu ist nicht auf seine Zeit beschr\u00e4nkt. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">***<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-accent-color has-text-color has-medium-font-size\"><strong>Jesus Christus ist der Motor, der immer wieder Menschen zum Guten antreibt<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Jesus Christus hat (vor 2000 Jahren!) wichtige Weichenstellungen f\u00fcr unsere Kultur gestellt \u2013 denen wir immer wieder gerecht werden m\u00fcssen. Sie zeigen auch, dass man in der Kirchengeschichte Jesus oft genug nicht ernst genommen hat \u2013 und dass Jesus mit Blick auf Menschlichkeit weiter war, als es heute viele (auch andere Religionen und Kulturen) sind. Dazu geh\u00f6ren folgende S\u00e4tze, die ich um der Verst\u00e4ndlichkeit hin und wieder leicht abwandle. Mit diesen S\u00e4tzen gebe ich nur ein paar Ans\u00e4tze wieder, die mir spontan eingefallen sind:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li><em>Gebt Gott, was Gott geh\u00f6rt, gebt dem Kaiser, was dem Kaiser geh\u00f6rt<\/em> (Mk 12,17): Das ist die Grundlage zur Trennung von Kirche und Staat. Was dann zu einem spannungsreichen Verh\u00e4ltnis zwischen Kirche und Staat f\u00fchrte: Wie weit sind die Beziehungen getrennt, wieweit \u00fcberschneiden sie sich? Denn auch &#8211; so die Ironie dieses Satzes &#8211; der &#8222;Kaiser&#8220; geh\u00f6rt Gott. Er ist nicht autark.<\/li><li>Jesus sagte: <em>In der Vergangenheit wurde gesagt\u2026 \u2013 ich aber sage euch<\/em> (Mt 5), und: <em>Das Gesetz ist f\u00fcr den Menschen da, nicht der Mensch f\u00fcr das Gesetz \u2013 der Menschensohn <\/em>(= der Mensch? Jesus) <em>ist Herr \u00fcber das Gesetz<\/em> (Mk 2,27): Der Mensch wird betont, damit auch die Bedingung, dass das Gesetz dem Menschen dienen muss. Jesus ist nicht f\u00fcr Gesetzesbruch \u2013 aber f\u00fcr verantwortliches Handeln aus der Gottesbeziehung heraus. Das kann manchmal das menschliche Gesetz sprengen.<\/li><li><em>Ihr seid das Salz der Erde\u2026 Ihr seid das Licht der Welt<\/em>\u2026. Oder: <em>Die Letzten werden die Ersten sein, die Ersten werden die Letzten sein <\/em>(Mt 19,30). Das sagt Jesus zu den Kranken, Gebrochenen, Friedfertigen\u2026 \u2013 nicht zu den Herrschern, den Lokalmatadoren. Er degradiert sie. Gott macht die kleinen gro\u00df. Das hei\u00dft: Christen waren vielfach aufm\u00fcpfig und haben sich nicht unterbuttern lassen (Christenverfolgungen &#8211; auch durch Kirchen &#8211; seit dem 1. Jahrhundert).<\/li><li><em>Was ihr einem meiner geringsten Br\u00fcder\/Schwestern getan habt, habt ihr mir getan<\/em> (Mt 25,40) und: <em>Wer ein Waisenkind aufnimmt, nimmt mich auf<\/em> bzw. <em>Gott<\/em> (Mk 9,37): Gott solidarisiert sich mit Notleidenden. Er sensibilisiert f\u00fcr den Mitmenschen. Das f\u00fchrte letztendlich zu Krankenh\u00e4usern, insgesamt zur Diakonie\/Caritas.<\/li><li>N\u00e4chstenliebe und Gottesliebe geh\u00f6ren zusammen \u2013 das geht soweit, dass \u2013 und das ist f\u00fcr die Antike Gottesl\u00e4sterung \u2013 es wichtiger ist, sich zu vers\u00f6hnen als ein korrektes Opfer darzubringen (Mt 21,23f.), dazu geh\u00f6rt auch, dass ein Schwur, der in der Antike so wichtig war wie heute unsere Unterschrift bei Vertr\u00e4gen, sinnlos sei, weil man Gott nicht beherrschen k\u00f6nne. Dagegen <em>sei Euer Ja ein Ja, euer Nein ein Nein<\/em> \u2013 das hei\u00dft wir b\u00fcrgen heute mit unserem Namen (Unterschrift).<\/li><li>Der Fremde, der Samaritaner als Beispiel f\u00fcr gelungene N\u00e4chstenliebe (Lukas 10,25ff) \u2013 das hei\u00dft: Grenzen werden \u00fcberwunden.<\/li><li>Nicht vergelten \/ Feindesliebe (Matth\u00e4us 5,38-48): Gewaltspirale kappen, aber auch: der Erniedrigte signalisiert, dass er sich nicht erniedrigen l\u00e4sst &gt; intelligente Feindesliebe (Rotes Kreuz, Gandhi, M.L. King\u2026). (&nbsp;<a href=\"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/jesus-christus\/menschenbild-bergpredigt-neuzeit\/\">https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/jesus-christus\/menschenbild-bergpredigt-neuzeit\/<\/a>&nbsp;)<\/li><li>Gleichnis vom Unkraut unter dem Weizen (Matth\u00e4us 13,24ff.): Der Mensch hat nicht das Recht zu entscheiden, wer zu Gott geh\u00f6rt oder nicht, wer b\u00f6se ist und vernichtet werden muss oder nicht. Gott ist es, der \u00fcber den Menschen richtet. Das hei\u00dft: Der Mensch darf sich nicht als Richter \u00fcber seinen Mitmenschen aufspielen. (Es gibt im Matth\u00e4usevangelium auch den Versuch, Regeln aufzustellen f\u00fcr den Umgang miteinander \u2013 was zum Ausschluss aus der Gemeinde f\u00fchren kann, aber nicht zu k\u00f6rperlichen Beeintr\u00e4chtigungen eines Menschen.) Wie Gott selbst mit Gottesfeinden umgeht (er l\u00e4sst \u00fcber sie die Sonne scheinen wie \u00fcber alle anderen auch), so soll der Mensch mit Feinden umgehen (s. 7.).<\/li><li><em>Wer ohne S\u00fcnde ist, werfe den ersten Stein<\/em> (Johannes 8,7): Die Todesstrafe ist damit obsolet?<\/li><li>Jesus traut dem Menschen zu, dass er sich und die Gesellschaft zum Guten hin ver\u00e4ndern kann. Und er fordert ihn auf, sich auch entsprechend einzusetzen und nicht zu resignieren. Was er am Ende der Zeiten von Gott erwartet, dass dieser ein Reich der G\u00fcte, Vergebung, Liebe, Freiheit, Gerechtigkeit, des Friedens (Schalom) errichtet, das soll der Mensch jetzt schon aktiv vorwegnehmen.<\/li><li>Jesus hat dem Menschen als Individuum gro\u00dfen Raum gegeben \u2013 nicht nur in den oben genannten S\u00e4tzen. \u00dcberhaupt muss das Individuum verantwortlich entscheiden, es kann sich nicht auf den Glauben der Gruppe, auf Handlungsweisen der Gruppe berufen. Das Individuum muss alles dazu tun, damit es ein gelingendes Leben f\u00fchrt. Es geht aber nicht um Individualismus als Ideologie, sondern: Das Individuum ist Teil der Gemeinschaft und die Gemeinschaft muss f\u00fcr das Individuum sorgen.<\/li><li>Warum opfern wir nicht mehr wie Menschen aus allen V\u00f6lkern, selbst Buddhisten des &#8222;gro\u00dfen Wagens&#8220; (Mahayana Buddhismus)? Gott muss nicht gn\u00e4dig gestimmt werden \u2013 er ist es. Gott brachte sich selbst in Jesus Christus als letztes und vollg\u00fcltiges Opfer dar.<\/li><li>Hinzu kommen mit Jesus aus der j\u00fcdischen Tradition die Zielgerichtetheit der Geschichte. Sie ist kein st\u00e4ndiges Einerlei, sie geht auf eine gute Zukunft hin, die der Mensch von Gott empf\u00e4ngt, f\u00fcr die er aber auch schon etwas tun kann. Die gute Zukunft f\u00fchrt Gott herbei. Menschen selbst sind dazu nicht in der Lage. Dennoch: Im Sinne Gottes positiv wirken.<\/li><li>Die goldene Regel in ihrer positiven Form: <em>Was du willst, dass dir die Menschen tun, das tue ihnen\u2026<\/em><\/li><li>Zu dem Thema s. auch: <a href=\"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/mensch\/menschenrechte-und-jesus\/\">https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/mensch\/menschenrechte-und-jesus\/<\/a><\/li><\/ol>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-accent-color has-text-color has-medium-font-size\"><strong>Jesus Christus hat nicht allein Bedeutung f\u00fcr die Menschheitsgeschichte, sondern auch f\u00fcr die Individualgeschichte:<\/strong> <\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Er gibt dem Leben Sinn, <\/li><li>st\u00e4rkt in Kraft- und Mutlosigkeit,<\/li><li>hilft in N\u00f6ten (Leben und Sterben),<\/li><li>&#8230;<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color\" style=\"color:#a30003\"><strong>Aufgabe:<\/strong> Menschen haben in ihrem pers\u00f6nlichen Leben je nach Individuum eine Menge \u00fcber Jesus Christus in ihrem Leben zu sagen. Ein intensiverer Blick ins Gesangbuch verdeutlicht, was mit diesen Worten gemeint ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(s. auch: https:\/\/mini.evangelische-religion.de\/bedeutung-jesu-fuer-die-gegenwart\/ ) HAT DIE BOTSCHAFT JESU VON NAZARETH NOCH BEDEUTUNG F\u00dcR DIE GEGENWART? Aufgabe: Bevor Du den folgenden Text liest, versuche selbst diese Frage zu beantworten. *** Jesus geht es darum, dass Menschen gut behandelt werden. 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