{"id":718,"date":"2019-07-02T15:57:29","date_gmt":"2019-07-02T13:57:29","guid":{"rendered":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/?page_id=718"},"modified":"2026-09-22T07:55:19","modified_gmt":"2026-09-22T05:55:19","slug":"menschenbild-bergpredigt-neuzeit","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/jesus-christus\/menschenbild-bergpredigt-neuzeit\/","title":{"rendered":"Menschenbild Bergpredigt &#8211; Neuzeit"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-center has-medium-font-size wp-block-paragraph\">MENSCHENBILDER DER NEUZEIT&nbsp; UND DAS MENSCHENBILD DER BERGPREDIGT<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der Neuzeit werden unterschiedlichste Menschenbilder vertreten, die plakativ und kontrastiv dargestellt werden. Dazu mit Blick auf die Bergpredigt ein paar \u00dcberlegungen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-link-color wp-elements-1 wp-block-paragraph\" style=\"color:#d21919\">Aufgabe 1: <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-link-color wp-elements-2 wp-block-paragraph\" style=\"color:#d21919\">Welchem Philosophen w\u00fcrdest Du die jeweilige Position zutrauen? (Aufl\u00f6sung s. unten):<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading has-text-align-center has-black-color has-text-color\">1. Philosophen aus dem 18.\/19. Jahrhundert<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">a) <strong>XXX&nbsp;<\/strong>meint, der Mensch sei nur Teil der Natur, nichts Besonderes \u2013 und sein Wunsch nach ewigem Leben bzw. unsterblicher Seele sei ebenso nur Teil der Natur.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color wp-block-paragraph\">\u2713 <strong>Bergpredigt<\/strong>: Der Mensch ist mehr als Teil der Natur, weil er von Gott gro\u00df gemacht wird (Seligpreisungen: Mt 5,1ff.) \u2013 hier wird j\u00fcdische Tradition deutlich: der Mensch ist Ebenbild Gottes.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">b) <strong>XXX<\/strong>&nbsp;meint, dass der Mensch dem Menschen Gott sei \u2013 und das h\u00f6chste Gesetz sei die Liebe zum Menschen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color wp-block-paragraph\">\u2713 Diesen Aspekt hat er von Jesus \u2013 dem Doppelgebot der Liebe: Liebe Gott \u2013 und gleichwertig: Liebe deinen N\u00e4chsten wie dich selbst. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color wp-block-paragraph\">Feuerbach l\u00e4sst den ersten Teil weg, weil er meint, dass &#8222;Gott&#8220; eine Projektion des Menschen sei, versucht somit die christliche Ethik zu s\u00e4kularisieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">c) <strong>XXX<\/strong>&nbsp;sieht: Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf \u2013 darum gibt es Gesetze, um den Menschen in seiner B\u00f6sartigkeit einzuschr\u00e4nken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color wp-block-paragraph\">\u2713 <strong>Bergpredigt<\/strong>: Der Mensch kann sich ver\u00e4ndern. Er kann Verantwortung tragen, indem er die Gebote Gottes h\u00e4lt. Er kann lieben \u2013 Jesus Christus traut es ihm zu (Goldene Regel, Antithese: Feindesliebe usw.).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">d) <strong>XXX<\/strong>&nbsp;sieht den Menschen aufgrund des Privateigentums als ein von sich selbst entfremdetes Wesen. Darum m\u00fcsse Privateigentum abgeschafft werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color wp-block-paragraph\">\u2713 <strong>Bergpredigt:<\/strong> Im Reich Gottes wird es kein Privateigentum geben. Der Mensch soll jetzt schon teilen. Er kann es aufgrund seines Gottvertrauens. (Mt\u00a0 6,24ff.)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">e) <strong>XXX<\/strong>&nbsp;tr\u00e4umt davon, dass der Mensch sein \u00e4ffisches Wesen verlassen und sich zum \u00dcbermenschen machen solle \u2013 nur Sklavenmoral k\u00fcmmert sich um Schwache.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color wp-block-paragraph\">\u2713 <strong>Bergpredigt: <\/strong>Der Mensch ist gro\u00df, wenn er sich Gottes Willen gem\u00e4\u00df dem Menschen zuwendet. (Mt 6,16ff.)<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading has-text-align-center has-black-color has-text-color\">2. Philosophen aus dem 20. Jahrhundert<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">f) <strong>XXX<\/strong>&nbsp;sieht, dass der Mensch biologisch ein M\u00e4ngelwesen ist und<strong>&nbsp;(g) XXX<\/strong>&nbsp;betont den Zusammenhang von K\u00f6rper und Psyche (Warum weint der Mensch aus Reue und lacht nicht? Warum lacht der Mensch \u00fcber einen Witz und weint nicht?)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color wp-block-paragraph\">\u2713 <strong>Bergpredigt: <\/strong>Jesus geht es nicht um den Menschen als biologisches Wesen, als K\u00f6rper, ihm ist es wichtig, dass der Mensch einsieht, dass er sich gegen den anderen Menschen und gegen Gott zu vergeht. Es geht um ethische M\u00e4ngel \u2013 und daraus folgen eben auch verstandesm\u00e4\u00dfige M\u00e4ngel. Wer nachdenkt, Welt beobachtet, der erkennt, dass er sich falsch verh\u00e4lt. Darum argumentiert Jesus auch in weisheitlicher Tradition. (Bergpredigt z.B. 5,20ff.)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>h) XXX<\/strong>&nbsp;ist der Einsame unter den Philosophen \u2013 zumindest sieht er den Menschen als Zufallsprodukt, den Menschen in seiner Einsamkeit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color wp-block-paragraph\">\u2713 <strong>Bergpredigt<\/strong>: Es geht um die Gemeinschaft der Menschen. Gott will Gemeinschaft. Die Einsamkeit ist selbst verschuldete Einsamkeit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">i) <strong>XXX<\/strong>&nbsp;fasst im Grunde die Philosophen zusammen, indem er sagt: Der Mensch kann sich selbst nicht begreifen. Der Mensch ist nicht starr, er stagniert nicht. Er ist immer in Bewegung. Er will \u00fcber sich hinaus kommen, hinausgehen. Das hei\u00dft, der Transzendenzbezug wird betont.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color wp-block-paragraph\">\u2713 <strong>Bergpredigt:<\/strong> Der Mensch soll \u00fcber sich hinausgehen. Er soll nicht in seinen unsozialen Verhaltensweisen verharren. Er soll Gottes Willen tun \u2013 damit er ein soziales Wesen wird.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading has-text-align-center has-black-color has-text-color\">3. <strong>Das Menschenbild, das die Bergpredigt erkennen l\u00e4sst<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Mensch verh\u00e4lt sich unsozial. Gemeinschaft kann nicht wachsen. Gottes Wille ist Gemeinschaft \u2013 und die Bergpredigt gibt Regeln f\u00fcr das gemeinschaftliche Zusammenleben, sie gibt Regeln, damit Gemeinschaft gelingen kann. Dazu ist jedoch die Beziehung zu Gott wichtig:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Gott gibt dem Menschen W\u00fcrde, dem die Gesellschaft W\u00fcrde abspricht.<\/li>\n\n\n\n<li>Der Mensch ist kein isoliertes Einzelwesen \/ Individuum, er ist Person, er ist Beziehungswesen: einmal vertikal: Beziehung zu Gott, dann horizontal: Beziehung zu Menschen.<\/li>\n\n\n\n<li>Der Mensch wird nicht als von Natur aus guter Mensch beschrieben, sondern wei\u00df um den Menschen in seiner Wirklichkeit: Menschen k\u00f6nnen zornig werden, Leben nehmen, Ehe brechen, erniedrigen, sich in den Mittelpunkt stellen, heucheln, sich mit Sorgen das Leben zerst\u00f6ren, anderen zum Wolf werden, ohne Glauben Gott benutzen. Darum ist Neuanfang n\u00f6tig und m\u00f6glich. <\/li>\n\n\n\n<li>Gott ist sozusagen der Motor f\u00fcr das gelingende Zusammenleben \u2013 er belehrt den Menschen durch Jesus Christus, damit er wei\u00df, wie es gelingen kann.<\/li>\n\n\n\n<li>Gott bedingt das Zusammenleben, indem er die Bedingungen daf\u00fcr schafft: Indem der Mensch auf Gott bezogen ist, muss er sich nicht von anderen abh\u00e4ngig bzw. von der Situation abh\u00e4ngig machen (Gott vergibt \u2013 ich kann vergeben; Gott gibt \u2013 ich kann geben; Gott befreit \u2013 ich kann befreiend handeln\u2026): Wer wei\u00df, dass er seine W\u00fcrde von Gott bekommen hat und bekommt, muss nicht mehr heucheln, nicht um Anerkennung betteln, sich nicht r\u00e4chen. Die Gottesbeziehung schenkt Souver\u00e4nit\u00e4t.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading has-text-align-center has-white-background-color has-background\">4. <strong>Intelligente Feindesliebe<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als &#8222;Ethik der W\u00fcrdelosigkeit&#8220; (Max Weber) wird die Bergpredigt auch bezeichnet, weil sie von Schwachen Wehrlosigkeit fordert, sie damit den Gewaltt\u00e4tern ausliefert. Gegen\u00fcber diesem schon alten Vorwurf (Machiavelli) hebt der Physiker <strong>Carl Friedrich von Weizs\u00e4cker<\/strong>&nbsp;(Der Garten des Menschlichen, 1977) die Bergpredigt hervor, weil sie vom Verstand nachvollziehbar ist. Auch der Kategorische Imperativ von <strong>Kant<\/strong> (\u201eHandle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.\u201c) ist mit dem Verstand nachvollziehbar, darum ist er g\u00fcltig. Wie die Bergpredigt auch.<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Der gute Wille ist Bedingung&nbsp; f\u00fcr ein gutes Zusammenleben. Der verinnerlichte Imperativ ist notwendig (Gewissen), denn er verdeutlicht immer wieder die Spannung zur Realit\u00e4t. Man erkennt seine Schuld (= die genannte Spannung) und reift auf diese Weise zu einer sozialen Pers\u00f6nlichkeit heran.<\/li>\n\n\n\n<li>Die fordernde Moral \u2013 die nicht verinnerlicht wurde \u2013 ist t\u00f6dlich. Die Bergpredigt hingegen ist eine lebendig machende Forderung, weil dem Imperativ der Indikativ vorangeht. Den Forderungen wird vorangestellt: Selig bist du, wenn du Frieden machst, dann wirst du Gottes Kind hei\u00dfen. Das hei\u00dft die Formulierung im Futur (<em>dann wirst du Gottes Kind hei\u00dfen<\/em>) gibt die Gegenwart wieder, wenn man entsprechend handelt (<em>Selig bist du, wenn du Frieden machst<\/em>) \u2013 das hei\u00dft: diejenigen, die selig gepriesen werden, haben es ja in der Vergangenheit schon so gemacht, also sind sie schon Gottes Kind.<\/li>\n\n\n\n<li>Es gibt auch Stimmen aus der Politik, die eine Relevanz der Bergpredigt f\u00fcr die konkrete Politik nicht erkennen k\u00f6nnen. Dazu geh\u00f6ren die Politiker <strong>Bismarck<\/strong> und <strong>Helmut Schmidt<\/strong>. Hingegen sehen <strong>Mahatma Gandhi <\/strong>und <strong>Martin Luther King<\/strong> die Bergpredigt als Welt ver\u00e4ndernde Wegweisung f\u00fcr das Miteinander der Menschen an.<\/li>\n\n\n\n<li>Weizs\u00e4cker pr\u00e4gte den Begriff der&nbsp;<em>\u201e<strong>intelligenten\u201c Feindesliebe<\/strong><\/em>. Das bedeutet, dass der Mensch sich nicht einfach ermorden l\u00e4sst, sich dem Feind unterwirft, sondern Wege sucht, den Feind als Feind zu \u00fcberwinden. Gandhi und King haben die Feindesliebe auf diese Weise interpretiert \u2013 aber auch Jesus hat sie so verstanden. Denn die rechte Wange hinhalten bzw. eine weitere Meile gehen, sind Provokationen, die das Gegen\u00fcber durch \u00dcberraschungen zum Nachdenken anregen soll. (Das ist gegenw\u00e4rtig auch im Gespr\u00e4ch: Man muss Angreifern \u00fcberraschend begegnen \u2013 also nicht so, wie sie es erwarten. Die \u00dcberraschung macht sie stutzig \u2013 und dieser Augenblick kann dazu beitragen, dass ich als Angegriffener eine neue Taktik ausdenken kann, falls der Angreifer durch dieses \u00dcberraschungsmoment nicht gehemmt wird, seine Aggressionen auszuf\u00fchren.)<\/li>\n\n\n\n<li>Dass Politik den Auftrag hat, die B\u00fcrger zu sch\u00fctzen, wurde schon mit Blick auf Krieg und Frieden auf diesen Seiten dargestellt (z.B. die Sicht des Augustinus). Die Bergpredigt mahnt zu einer politischen Vernunft, die darauf aus ist, den Frieden zu suchen. Es geht auch im Privaten nicht darum, sich einfach Gewaltt\u00e4tern auszuliefern, denn wer Gewaltt\u00e4tern einfach Macht \u00fcber sich l\u00e4sst, der gef\u00e4hrdet auch andere, liefert sie den Gewaltt\u00e4tern aus. Anderen vorzuschlagen, sich einfach wehrlos auszuliefern, hilft nicht, das Reich Gottes im Leben widerzuspiegeln. Aber die Bereitschaft, sich im Dienst f\u00fcr Gott, auch mit dem Leben friedvoll einzusetzen, widerspricht dem nicht. \u00dcbermacht nicht zu scheuen \u2013 und auch Niederlagen nicht zu f\u00fcrchten, und die Durchsetzung des Gottesreiches nicht davon abh\u00e4ngig zu machen, dass ich \u00fcberlebe, lehrt Jesus. Es geht um liebende Furchtlosigkeit. Der Aufruf zu Feindesliebe und Gewaltlosigkeit ist keine Selbstaufgabe aus Schw\u00e4che, sondern st\u00e4rkste Form moralischen Widerstandes. Jesus hat sich in Auseinandersetzungen nie unterbuttern lassen, sondern hat das Unrecht provozierend entlarvt. Seine Hinrichtung am Kreuz, so h\u00f6ren wir immer wieder, war mit Blick auf Gottes Plan f\u00fcr den Menschen relevant. Er selbst entzog sich vorher, als es brenzlig wurde. <\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In diesem Zusammenhang sei angemerkt: Ich halte nichts davon, Kindern und Jugendlichen aus &#8222;christlicher Sicht&#8220; Passivit\u00e4t angesichts von Gewaltt\u00e4tern zu vermitteln. Sie m\u00fcssen angesichts skrupelloser Gewaltt\u00e4ter gest\u00e4rkt werden, damit sie nicht zu Mobbingopfern, zum wehrlosen Spielball solcher Kriminellen werden. Selbstbewusstsein und st\u00e4rke vermitteln ist wichtig, damit sie Grenzen setzen k\u00f6nnen. Und gerade das macht auch Jesus: Er trat mit innerer St\u00e4rke, W\u00fcrde und Provokation auf \u2013 nicht sch\u00fcchtern, zur\u00fcckhaltend, wegduckend, brav. Zu lehren, man solle sich als Opfer gefallen, ist Fr\u00f6mmigkeitsklischee, ist nicht jesuanisch. Nat\u00fcrlich d\u00fcrfen wir Menschen nicht auf der anderen Seite arrogante Selbst\u00fcberheber werden. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Heute spricht man auch von&nbsp;<em><strong>Verantwortungspazifismus<\/strong><\/em>. Das bedeutet, dass man als Pazifist nicht einfach seine Mitmenschen den Gewaltt\u00e4tern ausliefern darf, sondern verantwortlich Wege sucht, Menschen den Gewaltt\u00e4tern zu entziehen. Und das eben nicht auf milit\u00e4rische Art und Weise, sondern auf eine neue, die von der jeweiligen Situation abh\u00e4ngig ist.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading has-text-align-center has-black-color has-white-background-color has-text-color has-background\">5. <strong>Kann man die Bergpredigt erf\u00fcllen?<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kann man das tun, was die Bergpredigt fordert \u2013 vollkommen zu sein wie der himmlische Vater, also: Gott?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color wp-block-paragraph\" style=\"color:#d21919\">Aufgabe 2:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color wp-block-paragraph\" style=\"color:#d21919\">Versuche zuerst selbst\u00e4ndig die Frage zu beantworten, bevor Du den folgenden Abschnitt liest.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jesus war nicht naiv. Er traut dem Menschen \u00e4u\u00dferst viel zu. Aber dann h\u00f6ren wir im Vater-Unser: Vergib uns unsere Schuld&#8230; \u2013 oder wir lesen vom eigenen Balken in unserem Auge. Die Bergpredigt ist ein Ma\u00dfstab. Sie ist nicht nur ein Ma\u00dfstab des Verhaltens, sie bietet ein Gegengewicht zu dem \u00fcblichen lieblosen, egoistischen Verhalten, das Menschen an den Tag legen. Man denke an die Brutalit\u00e4t des Alltags der Menschen in der damaligen Zeit \u2013 nur damals? Wenn wir bei uns nichts erkennen \u2013 schauen wir \u00fcber unsere Grenzen zum Beispiel in dem au\u00dfer Rand und Band geratenen Ost-Kongo, nach dem kommunistischen Nordkorea, nach Staaten, die islamistisch orientieren L\u00e4nder wie dem Iran, oder L\u00e4nder, in denen Diktatoren mit ihren Mitl\u00e4ufern alles zu bestimmen suchen. Dann ahnen wir ein wenig von dem Umfeld, in dem Jesus lebte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jesus fordert von den Seinen Leben gegen den Tod, Liebe gegen die Erbarmungslosigkeit, Barmherzigkeit gegen die Brutalit\u00e4t, verantwortliches Handeln gegen Mitl\u00e4ufertum \/ Anpassung. Er wei\u00df: Er schickt die seinen wie Schafe unter die W\u00f6lfe. Aber das ist sein Gegenentwurf gegen seine Zeit. Ein Entwurf, die Menschen zur Gemeinschaften zu f\u00fchren, sie zu vernetzen, eine Gegenwelt zu errichten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damals hatten seine Adressaten keine politische Macht. Sie waren den politischen M\u00e4chten ausgeliefert. Die Bergpredigt heute hilft christlichen Politikern und Christen \u00fcberhaupt in ihrem Alltag, Verantwortung zu tragen. Sie ist eine Herausforderung. Eine Herausforderung, der in Freiheit begegnet wird. Das bedeutet: Verantwortung tragen. Die Bergpredigt ist kein Gesetz, das das gesamte Leben bestimmt. Dazu greift sie zu wenig Themen auf. Aber sie fordert heraus, nach Gottes Willen den Alltag zu meistern. Die Grundtendenz ist klar: die Gesinnung muss sich im Sinne Gottes neu ausrichten &#8211; in neuartigen Taten zeigen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">*<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\">Aufl\u00f6sung: a) d\u00b4Holbach; b) Feuerbach; c) Hobbes; d) Marx; e) Nietzsche; f) Gehlen; g) Plessner; h) Monod; i) Jaspers<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-link-color wp-elements-3 wp-block-paragraph\" style=\"color:#d21919\">Aufgaben 2: <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-link-color wp-elements-4 wp-block-paragraph\" style=\"color:#d21919\">a) Unter dem 3. Abschnitt wurde das Menschenbild der Bergpredigt in f\u00fcnf Punkten zusammengefasst. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-link-color wp-elements-5 wp-block-paragraph\" style=\"color:#d21919\">\u03b1) Ordne diesen Aussagen Texte der Bergpredigt zu. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-link-color wp-elements-6 wp-block-paragraph\" style=\"color:#d21919\">\u03b2) Sind diese Punkte aus Deiner Sicht zu erg\u00e4nzen? Dann erg\u00e4nze sie. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-link-color wp-elements-7 wp-block-paragraph\" style=\"color:#d21919\">b) Nimm Stellung zu der Aussage: &#8222;Ich halte nichts davon, Kindern und Jugendlichen aus &#8222;christlicher Sicht&#8220; Passivit\u00e4t angesichts von Gewaltt\u00e4tern zu vermitteln. Sie m\u00fcssen angesichts skrupelloser Gewaltt\u00e4ter gest\u00e4rkt werden, damit sie nicht zu Mobbingopfern, zum wehrlosen Spielball solcher Kriminellen werden. Selbstbewusstsein und st\u00e4rke vermitteln ist wichtig, damit sie Grenzen setzen k\u00f6nnen. Und gerade das macht auch Jesus: Er trat mit innerer St\u00e4rke, W\u00fcrde und Provokation auf \u2013 nicht sch\u00fcchtern, zur\u00fcckhaltend, wegduckend, brav. Zu lehren, man solle sich als Opfer gefallen, ist Fr\u00f6mmigkeitsklischee, ist nicht jesuanisch. Nat\u00fcrlich d\u00fcrfen wir Menschen nicht auf der anderen Seite arrogante Selbst\u00fcberheber werden.&#8220; <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-link-color wp-elements-8 wp-block-paragraph\" style=\"color:#d21919\">c) Nimm Stellung zu der Aussage: &#8222;Heute spricht man auch von\u00a0<em><strong>Verantwortungspazifismus<\/strong><\/em>. Das bedeutet, dass man als Pazifist nicht einfach seine Mitmenschen den Gewaltt\u00e4tern ausliefern darf, sondern verantwortlich Wege sucht, Menschen den Gewaltt\u00e4tern zu entziehen. 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