{"id":665,"date":"2019-07-02T11:39:13","date_gmt":"2019-07-02T09:39:13","guid":{"rendered":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/?page_id=665"},"modified":"2020-05-14T22:13:36","modified_gmt":"2020-05-14T20:13:36","slug":"namen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/crashkurs-christentum\/namen\/","title":{"rendered":"Namen"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-center has-medium-font-size\">CRASH-KURS: CHRISTLICHER GLAUBE \u2013 CHRISTENTUM: NAMEN<\/p>\n\n\n\n<p style=\"color:#a30003\" class=\"has-text-color\"><strong>Aufgabe:<\/strong> Es folgt eine sehr subjektive Auswahl bekannter Christinnen und Christen. Bitte selbst eine eigene Liste erstellen!<\/p>\n\n\n\n<p>(a)<strong>\u00a0Jesus von Nazaret\u00a0(<\/strong>+ um 30n.Chr.): Liebe Gott und den N\u00e4chsten von ganzen Herzen. Diese Lehre und sein Vorbild f\u00fchrten weltweit zur Erneuerung des Gottesbildes und der Ethik. Jesus hat auch die Bedeutung des Individuums vor der Gruppe besonders hervorgehoben \u2013 was bis heute Aufsehen und Widerstand hervorruft. Folgen seines Wirkens: Ver\u00e4nderung von Theologie und Philosophie, Medizin (Krankenh\u00e4user), Religion (Befreiung von der Macht des Geisterglaubens), soziales Miteinander (reich-arm; nichtbehindert-behindert; \u2026), neue Einstellung des Menschen zum Leben und zum Sterben \u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Jesus wurde hingerichtet. Er starb am Kreuz. Dann haben seine Nachfolger Erfahrungen gemacht, die Menschen nur schwer in Worte fassen k\u00f6nnen: Jesus ist nicht im Grab geblieben, sondern auferstanden. Immer dann, wenn Menschen Erfahrungen machen, die nicht allt\u00e4glich sind, dann ringen sie um Worte. Denn wie m\u00f6chte man anderen etwas deutlich machen, das sie bisher noch nicht erfahren haben? Beispiel: Wie m\u00f6chte ich anderen Menschen einen Sonnenaufgang nahe bringen, der so sch\u00f6n war, dass er mich bis in meine tiefsten menschlichen Fasern ergriffen hat? Ich kann nur sagen: Ein wundersch\u00f6ner Sonnenaufgang. Und der andere sagt: Ah, ja, sehr sch\u00f6n. Vor dem Dilemma, etwas Unsagbares auszusprechen, standen und stehen die Nachfolger Jesu bis heute und ringen bis heute mit Worten. So auch mit Worten, die sich auszuschlie\u00dfen scheinen: Gott wurde in Jesus Christus Mensch (eine paradoxe Metapher). Gott kann ja gar nicht Mensch werden \u2013 Gott ist Gott, er ist der ganz andere, der Nicht-Mensch, Nicht-Sch\u00f6pfung. Und wenn Christen nun sagen: Gott wurde in Jesus Christus Mensch, dann hei\u00dft das, dass er, der Transzendente, der Unnahbare, der Ferne bleibt \u2013 der aber in Jesus Christus gleichzeitig ganz nah ist, zu dem Menschen kommen k\u00f6nnen, den Menschen fassen k\u00f6nnen, weil er sich fassen l\u00e4sst. Und diese Erfahrungen, dass Gott in Jesus Christus Mensch wurde, f\u00fchrten zur Christologie. Das bedeutet: Menschen, die Jesus Christus erfahren haben, beginnen dar\u00fcber nachzudenken: Wer war dieser Jesus von Nazareth eigentlich wirklich? Er war ganz Mensch, sicher \u2013 aber er war auch Gottes Sohn\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Jesus hatte J\u00fcnger berufen. Nach seinem Tod h\u00f6ren wir besonders von Petrus, der die Botschaft (in Israel und im Westen) weiter ausgebreitet hat, Thomas m\u00f6glicherweise im Osten.<\/p>\n\n\n\n<p>(b)&nbsp;<strong>Paulus von Tarsus<\/strong>&nbsp;(+ um 65 n.Chr.) lebte, nachdem er Christen verfolgt hatte, in den Spuren Jesu. Er betonte vor allem: Freiheit von Gesetzlichkeit \u2013 hin zur Ethik in Verantwortung vor Gott, Freiheit von der Macht, s\u00fcndig zu handeln, Freiheit vom Tod. Die Gemeinde ist eine gleichrangige Gemeinschaft.<\/p>\n\n\n\n<p>(c)&nbsp;<strong>Konstantin der Gro\u00dfe<\/strong>&nbsp;(+ 337) \u2013 R\u00f6mischer Kaiser: Nach den zahlreichen Christenverfolgungen kam es zur konstantinischen Wende: 312\/313 Religionsfreiheit und damit auch Beendigung der Jahrhunderte langen (lokalen) Christenverfolgungen; er berief 325 das erste christliche Konzil (Bischofsversammlung in Nic\u00e4a) ein.<\/p>\n\n\n\n<p>(d)&nbsp;<strong>Aurelius Augustinus<\/strong>&nbsp;(von Hippo) (354-430): Philosoph, Rhetor, Bischof im \u00dcbergang von der Antike zum Mittelalter. Er betont: Der christliche Glaube ist Grundlage der Erkenntnis. Sein Denken basierte auf Platon \u2013 und hat das Denken des Abendlandes wesentlich gepr\u00e4gt (z.B. Luther und Papst Benedikt XVI.), aber auch westliche Staatstheorien: Glaube, Vernunft und Naturrecht sind Grundlage des Staates. Gottes Geist durchdringt alle Menschen gleich, damit darf es keine Sklaven geben \u2013 wobei Augustin (wie die Stoiker) die Sklaverei nicht abschafft, sondern mit dem S\u00fcndenfall erkl\u00e4rt.<\/p>\n\n\n\n<p>(e)&nbsp;<strong>Benedikt von Nursia<\/strong>&nbsp;(480-547): Er wurde durch M\u00f6nchsregeln Neubegr\u00fcnder des christlichen M\u00f6nchtums im Westen. Krankenpflege, Medizin, Ern\u00e4hrung, Erziehung, Hygiene usw. wird mit ihm verbunden. Beten + arbeiten geh\u00f6ren zusammen. So stammt z. B. engl. Nurse (Krankenschwester) von Nursia ab. Ebenso die so genannte Klostermedizin. Sie beeinflusst unsere Gesellschaft bis in die Gegenwart (Heilpflanzen-B\u00fccher, Kr\u00e4uterg\u00e4rten in D\u00f6rfern usw.).<\/p>\n\n\n\n<p>(f)&nbsp;<strong>Justinian I.<\/strong>, christlicher r\u00f6mischer Kaiser von 527-565, markiert den \u00dcbergang von Rom zu Byzanz, von der Antike zum Mittelalter. Er sah seine Herrschaft direkt von Gott gegeben, bek\u00e4mpfte das Heidentum und griff massiv in innerkirchliche Auseinandersetzungen ein. Besonders bedeutsam ist seine Rechtssammlung (Corpus Iuris Civilis), die \u00fcber das Mittelalter bis in die Gegenwart Einfluss aus\u00fcbte.<\/p>\n\n\n\n<p>(g)&nbsp;<strong>Gregor der Gro\u00dfe<\/strong>&nbsp;(540-604): Rom war Teil von Byzanz und wurde von Langobarden bedroht. Er entsandte katholische Missionare nach Britannien \u2013 das f\u00fchrte sp\u00e4ter zur katholischen Vereinheitlichung Europas: Ein Glaube \u2013 ein Papst \u2013 und dann: ein Kaiser. Er setzte durch: Nur der Bischof von Rom darf sich Papst nennen. Nicht katholisches Christentum gab es schon Ende des 2. Jahrhunderts in Gro\u00dfbritannien, wie es auch im \u00fcbrigen Europa nicht katholisches Christentum gegeben hatte, dann aber verdr\u00e4ngt wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>(h)<strong>&nbsp;Thomas von Aquin<\/strong>&nbsp;(1225-1274) Theologe und Philosoph \u2013 anders als Augustinus beruft er sich st\u00e4rker auf Aristoteles, er f\u00f6rderte das abstrakte aber systematische Denken in Theologie und Philosophie. Sein gro\u00dfes enzyklop\u00e4disches Wissen, das er in sein theologisches Arbeiten einbrachte, beeinflusst die Theologie bis in die Gegenwart.<\/p>\n\n\n\n<p>(i)&nbsp;<strong>Erasmus von Rotterdam<\/strong>&nbsp;(1466[?]-1536) war der wichtigste christliche Humanist in dieser Zeit. Er vertrat das gebildete, um reflektierten Ausgleich bedachte Christentum. So versuchte er die Konfessionen (katholisch \u2013 lutherisch \u2013 reformiert) wieder zusammenzubringen. Kritische Ausgaben der Kirchenv\u00e4terschriften wurden durch ihn ver\u00f6ffentlicht. Er war Gr\u00fcnder der Philologie der Neuzeit. Auf vielen Gebieten war ein ein \u201eAufgekl\u00e4rter\u201c vor der Zeit der Aufkl\u00e4rung.<\/p>\n\n\n\n<p>(i)&nbsp;<strong>Martin Luther&nbsp;<\/strong>(1483-1546) war Augustinerm\u00f6nch und entdeckte die Theologie des Paulus neu: allein die Gnade Gottes \u2013 nicht die Gesetzlichkeit \u2013 z\u00e4hlt. Freiheit von Gesetzlichkeit f\u00fchrte zur Freiheit von der katholischen Kirche, was gro\u00dfe gesellschaftliche Konsequenzen hatte: Freiheit in Philosophie, Freiheit religi\u00f6ser Gruppen, Trennung von den mittelalterlichen Staatsm\u00e4chten: Papst und Kaiser. Und so endete mit ihm das Mittelalter und die sp\u00e4tere Aufkl\u00e4rung baute auf Errungenschaften der Reformation auf.<\/p>\n\n\n\n<p>(j)&nbsp;<strong>Johannes Calvin<\/strong>&nbsp;(1509-1564) \u2013 Reformator, Gr\u00fcnder des so genannten Calvinismus: Kirchenzucht verbunden mit Pr\u00e4destinationslehre (popul\u00e4r ausgesprochen: dass Gott den jeweiligen Menschen erw\u00e4hlt hat, das erkennt man an seiner hervorgehobenen sozialen Stellung) f\u00fchrte dazu, dass die Wirtschaft dort boomen konnte, wo der Calvinismus und von ihm beeinflusste protestantische Gruppen Fu\u00df gefasst hatten (z. B. Europa, Nordamerika, S\u00fcdkorea). Diese Theologie bildete eine Grundlage f\u00fcr den Kapitalismus.<\/p>\n\n\n\n<p>(k) Zahlreiche weitere Christen des Mittelalters beeinflussten unsere Kultur. Zu nennen sind zum Beispiel:&nbsp;<strong>Karl der Gro\u00dfe, die Ottonen, Elisabeth von Th\u00fcringen, Hildegard von Bingen, Bernhard von Clairvaux<\/strong>\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>(l) Zahlreiche weitere Christen der Neuzeit beeinflussten unsere Kultur. Zu nennen sind zum Beispiel:&nbsp;<strong>Comenius<\/strong> (allgemeine Schulpflicht: 17. Jh.),&nbsp;<strong>Pestalozzi&nbsp;<\/strong>und&nbsp;<strong>Francke<\/strong>&nbsp;f\u00fcr P\u00e4dagogik (sein Sch\u00fcler&nbsp;<strong>Hecker&nbsp;<\/strong>gr\u00fcndete die Realschule 1747),&nbsp;<strong>Oberlin\/Scheppler<\/strong>&nbsp;gr\u00fcndeten Ende des 18. Jh. den Kindergarten.&nbsp;<strong>Wichern<\/strong>&nbsp;und&nbsp;<strong>Kolping<\/strong>&nbsp;traten f\u00fcr sozial Benachteiligte (z.B. Diakonie) ein. Man kann schon begr\u00fcndet sagen, dass die Christen der soziale Motor weltweit sind \u2013 was selbstverst\u00e4ndlich nicht \u00fcberall auf Gegenliebe st\u00f6\u00dft (Hinduismus, Islam, bei Ideologien).&nbsp;<strong>Ignatius von Loyola&nbsp;<\/strong>(16. Jh.) mit der Gr\u00fcndung des Jesuitenordens, der durch 500 Jahre hindurch auch politisch sehr wirksam wurde (Gesellschaft Jesu), bis hin ins mittelalterliche China.<\/p>\n\n\n\n<p>(m) Im 20. Jahrhundert m\u00f6chte ich nur hervorheben:&nbsp;<strong>Dietrich Bonhoeffer<\/strong>, der auch die Befreiungstheologie beeinflusst hat,&nbsp;<strong>Oswald von Nell-Breuning<\/strong>, Jesuit, \u00d6konom, Sozialphilosoph, <strong>Papst&nbsp;Johannes der XXIII.<\/strong>&nbsp;der auf vielen Ebenen Impulse gab, um die r\u00f6misch-katholische Kirche zu reformieren. Erinnert sei auch an <strong>Mutter Teresa<\/strong>. Um hier begr\u00fcndet weiter Namen zu nennen, sind wir sicher noch zu nah an der Zeit dran.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>CRASH-KURS: CHRISTLICHER GLAUBE \u2013 CHRISTENTUM: NAMEN Aufgabe: Es folgt eine sehr subjektive Auswahl bekannter Christinnen und Christen. Bitte selbst eine eigene Liste erstellen! (a)\u00a0Jesus von Nazaret\u00a0(+ um 30n.Chr.): Liebe Gott und den N\u00e4chsten von ganzen Herzen. Diese Lehre und sein Vorbild f\u00fchrten weltweit zur Erneuerung des Gottesbildes und der Ethik. 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