{"id":609,"date":"2019-07-02T10:50:23","date_gmt":"2019-07-02T08:50:23","guid":{"rendered":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/?page_id=609"},"modified":"2026-08-13T10:35:31","modified_gmt":"2026-08-13T08:35:31","slug":"kirchenvaeter","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/kirche\/kirchenvaeter\/","title":{"rendered":"Kirchenv\u00e4ter"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-center has-medium-font-size wp-block-paragraph\">KIRCHENV\u00c4TER<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zun\u00e4chst geht es um einen \u00dcberblick \u00fcber die Namen, deren Herkunfts- und Wirkungsorte, dann um eine \u00e4u\u00dferst knappe Darstellung ihrer Theologie. In dieser Darstellung k\u00f6nnen nur einzelne Aspekte angesprochen werden. Vertiefungen sind in Lexika (z.B. \u00d6kumenisches Heiligenlexikon oder Wikipedia) zu finden. Besonders empfehlenswert ist immer noch: Hans von Campenhausens Werk: Lateinische Kirchenv\u00e4ter und Griechische Kirchenv\u00e4ter. Die Reihe der &#8222;Bibliothek der Kirchenv\u00e4ter&#8220; ist zu empfehlen. Die genannten Artikel bzw. Werke sind die Basis der folgenden Darstellungen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im evangelischen Religionsunterricht spielen Kirchenv\u00e4ter eine untergeordnete Rolle. Ich erw\u00e4hne sie hier, weil sie in der katholischen und orthodoxen Kirche nicht unwichtig sind. In der katholischen Kirche werden sie als Zeugen des fr\u00fchen Christentums dargestellt, die an der Formulierung der Glaubenslehren erheblichen Anteil hatten. Sie waren zudem bedeutende Ausleger der Bibel und \u00fcberhaupt pr\u00e4gende Pers\u00f6nlichkeiten. In der orthodoxen Kirche sind sie bedeutsam, weil die Kirche sich als Fortf\u00fchrung dieser gro\u00dfen Theologen ansieht. Sie sind nicht nur historisch interessant, sondern auch f\u00fcr das gegenw\u00e4rtige Glaubensleben, wie unten zum Beispiel daran sichtbar wird, dass die gefeierte &#8222;G\u00f6ttlichen Liturgie&#8220; auf Johannes Chrysostomos zur\u00fcckgeht.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\"><strong>A) Fr\u00fche christliche Denker, Philosophen, Kirchenv\u00e4ter (bis ca. 500 n.Chr.)<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Alle christlichen Kirchen haben eine gemeinsame Tradition \u2013 Menschen, die die Kirchen besonders nachhaltig beeinflusst haben. Diese sind zum Teil unter der Bezeichnung \u201cKirchenv\u00e4ter\u201d bekannt. Die Abgrenzung, wer zum &#8222;Kirchenvater&#8220; z\u00e4hlt ist nicht ganz eindeutig. Zum Beispiel gibt es weitere, die dazu z\u00e4hlen. Im Westen ist der letzte, der als klassischer Kirchenvater z\u00e4hlt, Gregor der Gro\u00dfe (+ 604), aber auch Isidor von Sevilla (+ 636) und Beda Venerabilis (+ 735) geh\u00f6ren f\u00fcr manche noch dazu; im Osten Johannes von Damaskus (+ um 749). Ich ziehe die Grenze bei Boethius, weil er im \u00dcbergang von der Antike zum Mittelalter lebte. Dass diese nicht die einzigen Denker im antiken Christentum waren, zeigt das Buch von Hieronymus: De Viris Illustribus aus dem Jahr 393 (1). Ich m\u00f6chte ein paar von den Kirchenv\u00e4tern nennen, in Anlehnung an von Campenhausen:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Justin * in Pal\u00e4stina(?) \u2020 165 in Rom<\/li>\n\n\n\n<li>Iren\u00e4us von Lyon * um 135 Izmir (?) \u2020 um 202<\/li>\n\n\n\n<li>Clemens von Alexandrien * 150 Athen (?) \u2020 215 Alexandrien (?)<\/li>\n\n\n\n<li>Tertullian * nach 150 Karthago (heute: Tunesien) \u2020 nach 220 in Karthago<\/li>\n\n\n\n<li>Origenes * um 185 Alexandria\/\u00c4gypten \u2020 um 254 in Tyros\/Libanon<\/li>\n\n\n\n<li>Cyprian * um 200 Karthago \u2020 258 in Karthago<\/li>\n\n\n\n<li>Lactantius\/Laktanz * um 250 \u2020 um 320<\/li>\n\n\n\n<li>Eusebios von Caesarea * 260 in Israel? \u2020 338 (?) <\/li>\n\n\n\n<li>Athanasios der Gro\u00dfe * um 295 Alexandria\/\u00c4gypten \u2020 373 Alexandria<\/li>\n\n\n\n<li>Hilarius von Poitier * um 315, \u2020 367 beides im heutigen Poitier<\/li>\n\n\n\n<li>Basilius der Gro\u00dfe * um 330 C\u00e4sarea (heute T\u00fcrkei) \u2020 379 C\u00e4sarea<\/li>\n\n\n\n<li>Gregor von Nazianz * um 330 bei Nazianz (heute T\u00fcrkei) \u2020 390 Nazianz<\/li>\n\n\n\n<li>Gregor von Nyssa * nach 330 C\u00e4sarera (heute T\u00fcrkei) \u2020 394 Sebaste (heute: T\u00fcrkei)<\/li>\n\n\n\n<li>Ambrosius von Mailand * um 339 Trier \u2020 397 Mailand<\/li>\n\n\n\n<li>Johannes Chrysostomos * 354 (?) in Antiochia (heute T\u00fcrkei) \u2020 407 in Pitychus (Georgien)<\/li>\n\n\n\n<li>Hieronymus * um 342 in Stridon (Kroatien) \u2020 420(?) Bethlehem<\/li>\n\n\n\n<li>Augustinus * 354 Tagaste (heute: Algerien) \u2020 430 in Hippo (heute: Algerien)<\/li>\n\n\n\n<li>Kyrill von Alexandrien * um 380 in Alexandria (\u00c4gypten) \u2020 444 in Alexandria<\/li>\n\n\n\n<li>Boethius * um 480 \u2020 um 524 in Pavia (Italien)<\/li>\n\n\n\n<li>Weitere Denker, die christliches Denken mit antiker Philosophie verbunden haben, aber unten nicht intensiver dargestellt werden: Marius Victorinus (* zwischen 381-391 \u2020 362 \/ Nordafrika); Synesios von Kyrene * um 370 \u2020 nach 412 (heutiges Libyen); nat\u00fcrlich auch diejenigen, die in den theologischen Auseinandersetzungen unten immer wieder genannt werden, so zum Beispiel Arius * um 260 \u2020 nach 327 in Konstantinopel und Nestorius * um 381 (an der Grenze der heutigen T\u00fcrkei zu Syrien) \u2020 451? \u00c4gypten.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Denker und Pragmatiker haben den christlichen Glauben aus der Nische herausgehoben und versucht, ihn auf die philosophische und literarische H\u00f6he der Zeit zu heben. Dadurch wurde die Kirche, die als eine Religion der Unterschicht angesehen wurde (Kirche der Sklaven) auch eine Kirche, die die Elite angesprochen hat. Es wird im Folgenden deutlich, dass das alles nicht ohne massive K\u00e4mpfe und pers\u00f6nlichem Einsatz stattgefunden hat. Die Biographien zeigen gleicherma\u00dfen, dass Christen f\u00fcr ihren Glauben auch gegen Mitchristen einstehen m\u00fcssen. Nicht die jeweilige Mehrheit zeigt, wer sich letztlich durchsetzt. Das f\u00fchrt theologisch dazu, dass erkannt wird: Durch alle Wirren und Schmerzen und allem Chaos hindurch &#8211; auch den Spannungen innerhalb des jeweiligen Christen &#8211; f\u00fchrt Jesus Christus durch seinen Geist die Kirche. Kirche hei\u00dft: Dem Herrn Geh\u00f6rende.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\">(1) Die in dem Werk aufgenommenen Namen werden hier genannt: <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/De_Viris_Illustribus_(Jerome)\">https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/De_Viris_Illustribus_(Jerome)<\/a><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\"><strong>&nbsp;B) Details zu den genannten Namen<\/strong> (1-19)<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading has-text-align-center has-black-color has-text-color\">1. Justin (\u2020 165)<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Justin ist um 100 n.Chr. m\u00f6glicherweise in einer Stadt im heutigen Westjordanland geboren worden. Er wuchs wohl heidnisch auf und studierte Philosophie. Die Besch\u00e4ftigung mit dem griechischen Philosophen Platon (\u2020 348\/347) und die (reale oder literarische) Begegnung mit einem alten Mann am Strand, der ihm von Jesus Christus erz\u00e4hlte, brachten ihn dazu, sich taufen zu lassen. Er sah das Christentum als wahre Philosophie an und zog als christlich-philosophischer Lehrer im Gebiet der heutigen T\u00fcrkei umher. Er schrieb Werke, in denen er den christlichen Glauben gegen Vorw\u00fcrfe seiner Zeitgenossen verteidigte, sich mit j\u00fcdischen und philosophischen Argumenten seiner Zeit besch\u00e4ftigte. Durch seine Verbindung des christlichen Glaubens mit der Philosophie, hat er dazu beigetragen, dass Gebildete seiner Zeit auf das Christentum aufmerksam wurden. Er gr\u00fcndete in Rom ein Schule, schrieb eine Schutzschrift f\u00fcr Christen an den Kaiser und den Senat und wurde mit sechs seiner Sch\u00fcler festgenommen. Er weigerte sich, den heidnischen G\u00f6ttern zu opfern, und wurde 165 unter dem Kaiser Marc Aurel in Rom hingerichtet. Er stand k\u00fchn und freim\u00fctig zu seinem Glauben. Gerichtsakten liegen noch vor.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Historisch gesehen ist Justin wichtig, weil er mit seinen Schriften tiefe Einblicke in das Christentum und in philosophische Str\u00f6mungen seiner Zeit bietet. Liturgien werden deutlich, Gebete, Argumentationsweisen, Auslegungen der Bibel \u2013 seine Werke sind eine Fundgrube. Besonders deutlich wird die Aufnahme der antiken Philosophie: Es werden grundlegende Elemente aufgegriffen, losgel\u00f6st von oberfl\u00e4chlichem religi\u00f6sen Glauben, und mit dem Glauben an Jesus Christus verbunden. Es begegnen sich sozusagen j\u00fcdisch-christliche und griechisch-philosophische Traditionen. Und damit ist auch angesprochen, was ihm wichtig war: Die weltumspannende Gemeinschaft, die der christliche Glaube bietet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Kirchenv\u00e4ter, die folgen, stehen auch auf seinen Schultern. Damit wird eines deutlich: Dieser unbekannte alte Mann, der dem Heiden Justin von Jesus Christus erz\u00e4hlt hat, hatte eine gro\u00dfe Auswirkung. Und so haben viele unbekannte Christen, weil sie vom Glauben sprachen und ihn lebten die Kirche gestaltet, sie gepr\u00e4gt. Gott allein kennt noch ihre Namen. <\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading has-text-align-center has-black-color has-text-color\">2. Iren\u00e4us (ca. 135 &#8211; ca. 202)<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Viel wei\u00df man nicht \u00fcber das Leben des Iren\u00e4us, der um 135 auf dem Gebiet der heutigen T\u00fcrkei geboren wurde und zweiter Bischof in Lyon, Gallien war. Der erste Bischof war im Rahmen der Christenverfolgungen dort umgekommen. Iren\u00e4us selbst war in dieser Verfolgungszeit als Gesandter der Gemeinde in Rom, entkam somit der Ermordung. Er starb um 202 nach Christus \u2013 m\u00f6glicherweise als M\u00e4rtyrer, aber das ist nicht sicher.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Werk, Gegen die H\u00e4retiker \/ Irrlehrer, das uns heute noch vorliegt, besch\u00e4ftigt sich mit christlichen Gruppen, die Iren\u00e4us nicht mehr als christlich ansieht, dazu geh\u00f6ren die vielen gnostischen Str\u00f6mungen. Die Gnostiker sahen sich als Elite des Glaubens an und meinten, sie h\u00e4tten besondere Erkenntnis (&#8222;Gnosis&#8220;). Weil sie das Christentum st\u00e4rker hellenisiert und orientalisiert haben, somit dem Geschmack der Zeit angepasst haben, hatten sie gro\u00dfen Zulauf. Iren\u00e4us sieht sich als Sch\u00fcler des Polycarp von Smyrna (\u2020 155\/167) in der Tradition des Apostels Johannes. Wir sehen hieran: Es bildete sich im zweiten Jahrhundert eine Gruppe heraus, die sich in der Tradition der Apostel sieht (Sukzession) und sich von daher auch berechtigt sieht, die Richtschnur dessen anzugeben, was christlich ist und was vom christlichen Glauben abweicht. Dazu hat sich auch im Laufe der Zeit die Sammlung des Neuen Testaments herausgebildet, um gegen all die Irrlehren ein festes Argumentationsfundament in der Hand zu haben, dar\u00fcber hinaus finden wir ein Glaubensbekenntnis (regula fidei), das den Rahmen des Glaubens absteckt. Aus dieser apostolischen Tradition heraus kritisiert Iren\u00e4us die anderen Gruppen, die aus dem R\u00fcckblick gesehen, zum gro\u00dfen Teil auch wirklich absonderliche Ansichten vertreten hatten. Er kritisiert \u2013 indem er argumentiert. Und das macht ihn zu einem der gro\u00dfen Theologen und auch zu einem einflussreichen Theologen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Christlicher Glaube \u2013 auch in der Tradition des Apostels Paulus \u2013 argumentiert. Und Iren\u00e4us argumentiert gegen alle gnostischen Spekulationen \u00fcber Gott-G\u00f6tter-Geister f\u00fcr die Einheit Gottes des Vaters, der der Sch\u00f6pfer der Welt ist, dessen eine sch\u00f6pferische Hand der Sohn Gottes, die andere sch\u00f6pferische Hand der Geist Gottes ist. Gott will durch die Geschichte bewirken, dass sich der Mensch zwischen gut und b\u00f6se entscheidet, damit er auf Gottes Zukunft hin reif wird. Anders als die Gnostiker, die den Menschen negativ sehen, sieht Iren\u00e4us, dass Gott den Menschen durch Jesus Christus geheilt und geadelt hat, dass er dem Menschen durch seinen heiligen Geist Anteil an Gott gegeben hat \u2013 und ihm somit die M\u00f6glichkeit er\u00f6ffnet, der besondere Mensch Gottes zu sein. Der Mensch ist Gottes Werk \u2013 er muss sich f\u00fcr Gott offen halten \u2013 und gelangt so zur Vollkommenheit.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading has-text-align-center has-black-color has-text-color\"><strong>&nbsp;<\/strong>3. Clemens \/ Klemens von Alexandrien (ca. 150 &#8211; 215)<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Klemens von Alexandrien ist ca. 150 wohl in Athen geboren worden. Er suchte und forschte und fand den christlichen Glauben. Er reiste herum zu vielen christlichen Lehrern und wurde sp\u00e4ter Leiter einer wichtigen christlichen Schule. Er schrieb B\u00fccher \u00fcber die ganzen falschen christlich-gnostischen Lehren, die er in \u00c4gypten vorgefunden hat und versuchte diesen ein eigenes Lehrsystem entgegenzusetzen: Glaube adelt die Philosophie \u2013 nicht die Philosophie den Glauben. Die Philosophie ist eine Art Vorstufe der Erkenntnis \/ Gnosis. Und diese richtige Gnosis \/ Erkenntnis ist in Liebe mit Gott vereint \u2013 und sie hat Auswirkungen auf den liebenden Umgang mit anderen Menschen. Der Begriff &#8222;Gnosis&#8220; wird den Elit\u00e4ren aus der Hand genommen und auf alle Glaubende \u00fcbertragen. Wie das Alte Testament auf das Evangelium hinweist, so weist die griechische Philosophie auf das Evangelium hin. Er schrieb mit dem Werk Paidagogus (Erzieher) die erste christliche Ethik \u2013 mit der er unter Aufnahme der Sitten und Br\u00e4uche seiner Zeit die christliche Ethik der heidnischen Unsittlichkeit entgegensetzte. Aber nicht alles Heidnische ist unsittlich, sondern Gott durchdringt auch das Heidnische, wie die heidnische Philosophie ja auch gute Ans\u00e4tze hat. Es geht Klemens in der Ethik um Essen und Trinken, Schlafen, Wohnen, Parfums\u2026 Er lehnt Traditionen nicht ab \u2013 aber er durchdringt die gute heidnische Tradition mit christlichem Geist. Er floh 202 angesichts einer Christenbedr\u00e4ngnis unter Kaiser Septimius Severus \u2013 und es ist nicht sicher, wo er ca. 215 starb.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Lehren des Klemens sind nicht ganz eindeutig, von daher wird er von manchen nicht den Kirchenv\u00e4tern zugerechnet, aber historisch geh\u00f6rt er dazu.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading has-text-align-center has-black-color has-text-color\">4. Tertullian (nach 150 &#8211; nach 220)<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Tertullian wurde um 150 geboren, wurde Rechtsanwalt und trat mit ca. 30 Jahren zum Christentum \u00fcber. Er stand einer ethischen strengen Str\u00f6mung, dem Montanismus, nahe. In seinen Schriften wendet er sich gegen viele Gruppen, zum Beispiel gegen gnostische Str\u00f6mungen wie gegen Angriffe der Heiden und so verfasste auch er eine Verteidigung des Christentums \u2013 und all das auf lateinisch. Das bedeutet, dass in der Kirche nicht mehr nur die Gebildeten im Fokus standen, sondern auch der normal Latein lesende Mensch. Und weil Tertullian einer der ersten war, der den christlichen Glauben auf lateinisch in seinen Schriften durchdrang, hat er viele Worte und Formeln gepr\u00e4gt, die dann in der weiteren Kirchengeschichte ihre Wirkung entfalten konnten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Tertullian hat ein Wort des Paulus noch einmal auf den Punkt gebracht. Paulus sagte, dass der Glaube an den hingerichteten und auferstandenen Jesus Christus f\u00fcr Nichtglaubende eine Dummheit ist (1. Korintherbrief 1-3). Tertullian sagt: Das Handeln Gottes in Jesus in Tod und Auferstehung sei glaubhaft, weil es unvorstellbar ist (&#8222;Es ist glaubw\u00fcrdig, weil es unm\u00f6glich ist&#8220; \/ <em>&#8222;certum est, quia impossibile est&#8220;<\/em>). Das hei\u00dft, der Mensch w\u00fcrde sich sowas nie als &#8222;g\u00f6ttlich&#8220; ausdenken. Tertullian war als Anwalt rhetorisch geschult \u2013 und das erkennt man an seinem pr\u00e4zisen Stil, der zum Teil auch rhetorisch emotional und polemisch sein kann. Er, wie andere vor und nach ihm, haben viel dazu beigetragen, den christlichen Glauben, der in der ganz normalen Alltagssprache verbreitet worden ist, gedanklich zu pr\u00e4zisieren, sprachlich philosophisch genauer auszusprechen. Damit konnte die gebildete Schicht angesprochen werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Den Grund f\u00fcr seine Schriften nennt er zum Beispiel mit Blick auf die Christenverfolgungen: <em>\u201cDie Wahrheit sucht nicht, ihre Lage durch Bitten zu \u00e4ndern. Sie wundert sich auch gar nicht \u00fcber ihr Schicksal. Sie wei\u00df, dass sie auf Erden nicht zu Hause ist und unter einem Volk, das ihr fremd ist, bald genug auf Feinde sto\u00dfen muss\u2026 Vorl\u00e4ufig verlangt sie nur eins: man soll sie kennenlernen, ehe man sie verurteilt.\u201d <\/em>(Apol. 1; BKV) Und eben, dass die Heiden sie kennenlernen, das war ein Ziel seiner Schriften. Er konnte auch sehr polemisch sein: <em>\u201cAber nur zu, ihr pr\u00e4chtigen M\u00e4nner der Regierung, macht euch nur beim Volk beliebt, indem ihr ihm Christen schlachtet! Qu\u00e4lt, foltert, verurteilt, vertilgt uns \u2013 euer Unrecht ist der beste Beweis unserer Unschuld\u2026 Und doch: die ausgekl\u00fcgeltste Grausamkeit n\u00fctzt euch gar nichts. Ihr macht nur Reklame f\u00fcr unsere Vereinigung.\u201d<\/em> (Apol. 50; BKV) Und dann f\u00e4llt der ber\u00fchmte Satz: <em>\u201cEin Same ist das Blut der Christen\u201d<\/em>. In Tertullian wird auch das Selbstbewusstsein der verfolgten Christen deutlich. Ihr verurteilt uns? Gott spricht uns frei. Damit greift er das noch einmal auf, was auch in neutestamentlichen Schriften vorhanden ist \u2013 aber durch Tertullian eben sprachlich pr\u00e4ziser neu formuliert. Nicht nur das: Deutlich wird: Der Staat hat nur Autorit\u00e4t, wenn er im Sinne des christlichen Glaubens handelt. Man muss, wie schon in der Apostelgeschichte steht, Gott mehr gehorchen als dem Staat \/ den Herrschern \u2013 und damit ist der Beginn auch der massiven Auseinandersetzung zwischen Staat und Kirche gekennzeichnet, der sich durchs Mittelalter bis in die Gegenwart durchzieht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von diesen Erfahrungen der Verfolgungen her gesehen, ist auch sein Rigorismus zu verstehen, seine Abgrenzung des christlichen Glaubens von allem, was die Welt ausmacht, auch von der Philosophie. Und die Gnosis, die er bek\u00e4mpft, ist eben nichts anderes als die Aufweichung der christlichen Lehre mit Zeitgeistphilosophien.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch wenn Tertullian so eine gro\u00dfe Wirkung erzielte, wird er in der Kirche doch skeptisch betrachtet, eben weil er dem Montanismus nahe stand, der extreme rigorose Vorstellungen vertrat und auch H\u00f6llenvorstellungen hatte, die im Mittelalter ihre Wirkungen entfalten konnten, aber doch mit dem christlichen Glauben nicht kompatibel sind. Zudem hat er m\u00f6glicherweise am Ende seines Lebens (ca. 220) eine eigene rigorose Gruppe (Kirche) gegr\u00fcndet.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading has-text-align-center has-black-color has-text-color\">5. Origenes (um 185 &#8211; um 254)<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Origenes wurde um das Jahr 185 n.Chr. geboren. Der Vater des Origenes wurde w\u00e4hrend der Christenverfolgung get\u00f6tet \u2013 und Origenes selbst wollte auch den M\u00e4rtyrertod sterben, wurde aber durch seine Mutter daran gehindert (sie nahm ihm die Kleidung weg, so konnte er nicht auf die Stra\u00dfe). Er wurde Lehrer und besuchte die gefangenen Christen. Aufgrund finanzieller Knappheit, trotz Verkaufs seiner Bibliothek, lebte er sehr asketisch \u2013 aber nicht nur wegen der Armut lebte er asketisch, sondern das entsprach seiner Einstellung. Auch wird er Klemens von Alexandrien als Lehrer gehabt haben \u2013 zumindest \u00fcbernahm er sp\u00e4ter die Schulleitung nach ihm. W\u00e4hrend seiner Aufenthalte in Pal\u00e4stina wurde er gebeten, Vorlesungen \u00fcber biblische Schriften zu halten \u2013 und das war auch eine seiner Spezialit\u00e4ten: Kommentare zu biblischen Schriften zu verfassen \u2013 seine Bibelkenntnis war enorm. Origenes wurde von den Bisch\u00f6fen in Pal\u00e4stina geweiht, was seinem Chef-Bischof Demetrios in Alexandrien \u00fcberhaupt nicht gefiel. Er verbot Origenes zu lehren und erkl\u00e4rte die Ordination f\u00fcr unwirksam. Aber Origenes lie\u00df sich auch von keiner kirchlichen Gewalt einsch\u00fcchtern, denn das Amt ist wichtig, es hat aber keine gr\u00f6\u00dfere Bedeutung als der Christ als solcher, der Geistesmensch. Und so zog er daraufhin von Alexandria weg und lehrte in Caesarea und entfaltete trotz schwerer Zeiten eine ungeheure literarische T\u00e4tigkeit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Origenes wurde der bedeutsamste Theologe, den die Kirche bis dahin hatte \u2013 aber auch bedeutsam darin, dass er mit einigen seiner Ansichten Kontroversen ausl\u00f6ste: Ist Jesus Christus dem Vater untergeordnet? Ist die Seele des Menschen schon vor dessen Zeugung da? Werden auch die B\u00f6sen nach einer langen Phase der Reinigung zu Gott kommen? Seine Schule lehrte (vor allem platonisch und stoisch beeinflusste) Philosophie, Literatur und Theologie \u2013 und darin zeigt sich auch sein Interesse: Wie Justin wollte er Philosophie und christlichen Glauben verbinden, wollte den christlichen Glauben mit der philosophischen Tradition zu einem neuen Ganzen verschmelzen. Spannend ist, dass er mit dem Begr\u00fcnder des Neuplatonismus, Plotin (\u2020 270), einen gemeinsamen heidnischen Lehrer hatte: Ammonios Sakkas (1). Origenes versuchte den christlichen Glauben mit Hilfe philosophischer Sicht so zu formulieren, dass er auch den intellektuellen Anspr\u00fcchen seiner Zeit entsprach. Origienes stand also an einem Wendepunkt: Das Christentum wurde noch st\u00e4rker in der gebildeten \u00d6ffentlichkeit wahrgenommen \u2013 auch von der Elite, so dass das Wirken des Origenes hier auch Vorzeichen setzte f\u00fcr das Eindringen des Christentums in diese gesellschaftlichen Bereiche. Origenes wurde als Denker wahrgenommen \u2013 allerdings gefiel den anderen Denkern nicht sein Denken mit christlichem Vorzeichen. Dennoch wurde er auch ber\u00fchmt und wurde gebeten, vor der Kaiserin Julia Mamaea (\u2020 235) zu reden. Im Jahr 250 wurde er im Zuge der Christenverfolgung unter dem Kaiser Decius verhaftet, gefoltert, entlassen. Er starb 254 an den Folgen dieser Folter.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">An dieser Stelle soll nur auf die Schrift \u201cGegen Celsus\u201d hingewiesen werden: Der wohl \u00e4gyptische Heide Celsus \/ Kelsos (2. Jahrhundert) war der erste gro\u00dfe philosophischer Kritiker des christlichen Glaubens, der auch das Christentum mit seinen unterschiedlichen Ausformungen kannte \u2013 und Origenes unternahm es, ihn zu widerlegen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Celsus meinte, es habe eine Urweisheit der V\u00f6lker gegeben, die die Christen zum Teil \u00fcbernommen, zum Teil verf\u00e4lscht h\u00e4tten. Durch die Verf\u00e4lschungen h\u00e4tten sie sich abseits des sozialen Miteinanders gestellt. Er bringt so manches Thema auf, das bis heute immer wieder gegen j\u00fcdisch-christliche Theologie genannt wird: Er wendet sich gegen alttestamentliche Mythen (z.B. Gott musste am 7. Tag ruhen), gegen christologische Aspekte (es sei unsinnig, dass sich Gott in einem Menschen zeige \u2013 und dann noch in einem so bedeutungslosen Menschen wie Jesus), gegen das Geschichtsverst\u00e4ndnis (Geschichte gehe nicht linear von Sch\u00f6pfung zur Apokalyptik, sondern sei zyklisch). Zu dem erstgenannten: Origenes lehrte den dreifachen Schriftsinn, das hei\u00dft, dass die Bibel in dreifacher Weise ausgelegt werden m\u00fcsse. Wie der Mensch aus K\u00f6rper, Seele und Geist bestehe, so wird die Bibel w\u00f6rtlich \/ historisch zu verstehen sein, moralisch und geistlich. Entsprechend muss auch die eigentliche Intention, die spirituelle Intention, der Aussage von Gottes Ruhe am 7. Tag herausgearbeitet werden. Was die Bedeutungslosigkeit Jesu betrifft, antwortete Origenes, dass Jesus Christus wie kein anderer die Welt zum Guten in Schwingung versetzt habe.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading has-text-align-center has-black-color has-text-color\">6. Cyprian (um 200 &#8211; 258)<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Cyprian wurde in Karthago (heutiges Tunesien) um 200 geboren. Er ist in einer reichen und gebildeten Familie aufgewachsen, wurde erfolgreicher Anwalt. Ein Priester wurde sein Freund \u2013 und Cyprian wurde Christ \u2013 und verschenkte im Jahr 246 (?) einen Teil seines Besitzes, lebte asketisch, las unter anderem Schriften von Tertullian. Schon bald darauf (249) wurde er Bischof, was die alten Christen nicht gerne gesehen haben, und so legten sie ihm Steine in den Weg \u2013 dar\u00fcber hinaus begann unter Kaiser Decius im Jahr 250 eine Christenverfolgung. Er floh \u2013 was ihm Glaubende als Feigheit \u00fcbelnahmen. Als Bischof wirkte er in der Verfolgung weiter durch Menschen, die er in seine Gemeinden sandte. Viele Christen distanzierten sich aufgrund der Verfolgung vom Glauben. Nach der schlimmen Zeit (251) kam das Thema auf: Wie muss die Kirche mit denen umgehen, die ihren Glauben verraten haben, den &#8222;Lapsi&#8220;? Dar\u00fcber hinaus: Wie muss die Kirche mit denen umgehen, die von Ketzern getauft worden waren? Cyprian war moderat in der Frage nach der Aufnahme derer, die den Glauben verraten hatten \u2013 nicht aber konnte er diejenigen akzeptieren, die von Ketzern getauft waren. Gegen die Aufnahme derer, die den Glauben verraten hatten, waren viele derer, die den Verfolgungen standgehalten hatten und darauf zu recht stolz waren. Dazu geh\u00f6rte Novatian \u2013 er trennte sich darum von der Kirche und bildete eine Gegenkirche. Cyprian schrieb daraufhin den Satz: <em>\u201cau\u00dferhalb der Kirche gibt es kein Heil\u201d<\/em> (&#8222;extra ecclesiam nulla salus&#8220;). Der Streit mit Novatian konnte nicht beigelegt werden \u2013 aber auch Cyprian machte es den vom Glauben Abgefallenen, die durch die Verehrung des Kaiserbildes G\u00f6tzendienst betrieben haben, nicht leicht. Sie mussten die Regeln der Bu\u00dfe auf sich nehmen, denn wenn man sich zu Gott in der Taufe bekannt hat, Gott einen angenommen hat, dann ist es schlimm, wenn man diese Liebe verr\u00e4t.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Cyprian betonte die Bedeutung des Bischofsamtes und konkurrierte auch mit dem Bischof von Rom \u2013 und hier ging es um die Frage der Anerkennung der Ketzertaufe, die der Bischof von Rom, Stephanus (\u2020 257), moderater interpretierte als Cyprian. Die Taufe, so Cyprian, ist nur wirksam, wenn ein Rechtgl\u00e4ubiger sie vermittelt. Der Bischof von Rom betonte in der Frage nicht den T\u00e4ufer, sondern das, was Gott in der Taufe wirkt. Es geschieht etwas zwischen Gott und dem T\u00e4ufling unabh\u00e4ngig vom Taufenden. Es wird vermutet, dass es zum Bruch gekommen w\u00e4re, wenn es 257 unter Kaiser Valerian nicht eine erneute Verfolgungswelle gegeben h\u00e4tte &#8211; allerdings ist nicht sicher, ob er nicht schon vor der Verfolgungswelle gestorben ist. Der Satz \u201cau\u00dferhalb der Kirche gibt es kein Heil\u201d ist somit so gemeint, dass es au\u00dferhalb der Kirche, deren Einheit in Jesus Christus ein Geheimnis ist, die seiner Lehre folgt, keine Rettung gibt. Es geht nicht um bedingungslosen Gehorsam gegen\u00fcber dem Papst. In der Verfolgung wurde Cyprian festgenommen, erst verbannt, dann zum Tode verurteilt und in der \u00d6ffentlichkeit im Jahr 258 enthauptet. Er soll dem Henker, so die Legende, noch Goldst\u00fccke gegeben haben, weil er ihm das Himmelstor \u00f6ffne.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading has-text-align-center has-black-color has-text-color\">7. Laktanz \/ Lactantius (um 250 &#8211; um 320)<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Laktanz ist um 250 in Nordafrika geboren worden. Er war Lehrer, konnte sehr gut Latein und setzte, nachdem er Christ geworden war, seine Kenntnisse dazu ein, seine Stimme f\u00fcr den christlichen Glauben zu erheben, um ihn gegen Angriffe von Heiden zu verteidigen. Er verteidigte ihn nicht nur, sondern sagte ihnen auch, was es mit dem christlichen Glauben auf sich hat, denn es waren viele Ger\u00fcchte und Falschaussagen im Umlauf. Ihm lag heidnische Literatur am Herzen, weil man von ihr lernen konnte, den christlichen Glauben in bessere Sprache zu fassen. Er kannte sich auch sehr gut in heidnischer Philosophie und religi\u00f6sen Mythen aus, um sie aus christlicher Sicht zu widerlegen und um das Christentum als eine religi\u00f6se Philosophie darstellen zu k\u00f6nnen: Die unterschiedlichsten Philosophen haben nur kleine Splitter der Menschenkenntnis und der Wahrheit; die Wahrheit als Ganze wird dem christlichen Glauben von Gott in seiner Offenbarung geschenkt. Jesus Christus ist der wahre Lehrer der Tugend, weil er auch das, was er lehrte, vorbildhaft gelebt hat. Weil Laktanz einiges an Literatur der Antike verarbeitet hat, ist er auch eine interessante Quelle f\u00fcr unser Wissen \u00fcber die Antike. W\u00e4hrend der Christenverfolgungen musste er seine T\u00e4tigkeit ruhen lassen, wurde aber nicht weiter behelligt \u2013 und als sie beendet waren, hat Konstantin der Gro\u00dfe (\u2020 334) ihn als Lehrer f\u00fcr seinen Sohn in Trier ausgew\u00e4hlt. Aber die Christenverfolgungen hatten auch Auswirkungen auf ihn. So ver\u00f6ffentlichte er eine Schrift, in der er die Todesarten der Caesaren beschrieb, die Christen verfolgt hatten \u2013 zur Warnung an kommende Caesaren, damit sie das Christentum nicht weiter verfolgen. Es wird also neues Selbstbewusstsein erkennbar: nicht nur philosophisch, sondern auch politisch.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Laktanz ist ein Mann des \u00dcbergangs: Das Christentum musste die letzte gro\u00dfe Verfolgung im R\u00f6mischen Reich erleben \u2013 und er erlebt, wie es nun politisch anerkannt wird. Freilich konnte man damals noch nicht ahnen, dass es so bleiben w\u00fcrde, denn auch Origenes hatte schon vor der Mutter des Kaisers reden d\u00fcrfen \u2013 und dann kam wieder Verfolgung auf. Der n\u00e4chste Kaiser, der gegen Christen agitierte, war Julian. Dieser starb wohl im Alter von 32 Jahren nach kurzer Regierungszeit 363 im Krieg durch den Speer eines persischen Soldaten. Interessant aus heutiger Sicht ist, dass Laktanz einer der wenigen war, der die These von der Kugelgestalt der Erde abgelehnt hatte. Auch im Mittelalter wurde seine Sicht nicht aufgegriffen. Laktanz ist um 320 ist er gestorben.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading has-text-align-center has-black-color has-text-color\">8. Euseb (um 260 &#8211; um 320)<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Euseb wurde kurz nach dem Jahr 260 m\u00f6glicherweise in Israel geboren. Er war Lehrer. Nachdem sein Vorgesetzter und eigener Lehrer den M\u00e4rtyrertod gestorben war, floh Euseb nach Tyrus. Dort wurde er nach der Zeit der Verfolgung Bischof. Ebenso begann er dort sein gro\u00dfes Werk \u00fcber die Kirchengeschichte. In diesem Werk verarbeitet er die vielen Informationen \u00fcber Christen, die eines gewaltsamen Todes gestorben sind, aber nicht nur: Er \u00fcberliefert unsch\u00e4tzbare weitere Informationen von den Anf\u00e4ngen der Christenheit bis zu seiner Zeit, er zitiert aus inzwischen verloren gegangenen Werken und mischt das Wiedergegebene mit selbst erlebten Berichten. Konstantin der Gro\u00dfe berief ihn an seinen Hof und Euseb wirkte in einer gro\u00dfen Auseinandersetzung mit, und zwar als es darum ging, das Verh\u00e4ltnis von Jesus zu Gott darzustellen. Es ging um den arianischen Streit. Arius (\u2020 327) stellte Jesus als einen dar, der von Gott geschaffen wurde, also mit Gottvater nicht Wesenseins ist. Dar\u00fcber wurde eine gro\u00dfe Auseinandersetzung gef\u00fchrt, in der Euseb eine Zwischenposition eingenommen hatte. Er feiert Konstantin so sehr, dass ihm vorgeworfen wird, die Kirchen an den Staat ausgeliefert zu haben. Und auch das tr\u00e4gt dazu bei, dass Euseb als Theologe nicht so richtig in der Kirche anerkannt wurde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Arianismus hatte insofern weiter Auswirkungen, als Germanenst\u00e4mme urspr\u00fcnglich eher dem Arianismus anhingen als der damaligen an Rom und Konstantinopel orientierten Kirche. Euseb starb um 339.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading has-text-align-center has-black-color has-text-color\">9. Athanasios (um 295 &#8211; 373)<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Athanasios wurde um das Jahr 298 in Alexandria in einem christlichen Elternhaus geboren. Er erlebte noch die Kirchenverfolgungen \u2013 aber auch die neue, mit Konstatin dem Gro\u00dfen angebrochene politische Wende.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im 3. Jahrhundert begann eine neue Bewegung die Christen zu erfassen: Es zogen junge Menschen in die W\u00fcste, um dort abgeschieden vom Trubel, besitzlos den Glauben zu leben, wohl um der Verfolgung zu entgehen, aber auch, um sich selbst als Opfer \/ M\u00e4rtyrer des Gewissens darzubringen. Athanasios zog ebenfalls eine Zeitlang in die W\u00fcste und kannte sogar Antonius den Gro\u00dfen (\u2020 356), der einer der ersten gro\u00dfen W\u00fcstenv\u00e4ter war. \u00dcber diesen Antonius schrieb er nach dessen Sterben eine Hagiographie, das hei\u00dft, eine Biographie \u00fcber einen Heiligen. Diese Schrift beeinflusste das christliche M\u00f6nchtum immens. Athanasios kehrte jedoch aus der W\u00fcste zur\u00fcck, lebte aber weiterhin recht asketisch. Er wurde Sekret\u00e4r des Bischofs Alexander \u2013 den K\u00e4mpfer gegen Arius. Arius hatte gelehrt, dass Jesus Christus unter Gott stehe, nicht wesensgleich mit Gott sei, sondern nur wesens\u00e4hnlich. Aber f\u00fcr Athanasios war es wichtig, dass Jesus nicht nur wie in der griechischen Mythologie so eine Art Halbgott war, sondern es war Gott selbst, der in Jesus Christus den Menschen die Erl\u00f6sung brachte (2). Es ging ihm darum, dass man das Wesen Gottes nicht dem von der griechischen Tradition geschulten Verstand unterwirft, sondern das Wesen Gottes selbst in der Offenbarung Jesu Christi erkennt. Er war der Philosophie seiner Zeit nicht abgeneigt, aber er hatte einen anderen Ma\u00dfstab, den er in biblischen Texten fand. So war der stoisch-philosophische &#8222;Logos&#8220; f\u00fcr ihn nicht ein unpers\u00f6nliches Prinzip, sondern eben Jesus Christus, der Sohn Gottes. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nachdem Bischof Alexander (328) gestorben war, wurde Athanasios Bischof \u2013 und bekam durch die Anh\u00e4nger des Arius m\u00e4chtig \u00c4rger, ihm wurden schlimme Dinge unterstellt. Selbst vor einer massiven Verletzung seines Gegners bzw. einem Mord soll er, so der Vorwurf, nicht zur\u00fcckgeschreckt haben \u2013 aber er konnte beweisen, dass der angeblich Ermordete noch lebt. Er bekam auch \u00c4rger mit Euseb, den wir im vorangegangenen Abschnitt angesprochen haben. Dieser beschuldigte ihn vor Konstantin ein Fanatiker zu sein, der solche Macht habe, dass er sogar die Versorgung mit Getreide hindern k\u00f6nne. Daraufhin wurde Athanasius nach Trier und Rom in die Verbannung geschickt \u2013 und kn\u00fcpfte F\u00e4den zu anderen wichtigen Christen. Unter Druck auf seine Gegner durfte er dann wieder nach Alexandria zur\u00fcckkommen. Die Verfolgung durch arianische Christen lie\u00df nicht lange auf sich warten und er ging in den Untergrund \u2013 zu den W\u00fcstenm\u00f6nchen. Danach durfte er doch wieder zur\u00fcck. Er hatte gro\u00dfen Einfluss bei der Beantwortung der Frage nach der Trinit\u00e4t, dem Verh\u00e4ltnis von Gott Vater, Gott Sohn, Gott Heiligem Geist. Wegen seiner Standhaftigkeit (weil er lieber Verbannungen auf sich nahm, Kaisern und christlichen Synoden widerstand, auch der von Origenes angesto\u00dfenen Spekulation, die Einheit Gottes zu leugnen) wurde er als S\u00e4ule der Kirche bezeichnet, durch die Gott in schwerer Zeit die Kirche erhalten hat. Ebenso wurde er aus diesem Grund Kirchenvater genannt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Athanasios war auch einer, der versucht hat, unter den christlichen Kaisern die Selbstst\u00e4ndigkeit der Kirche zu erhalten. Kirche ist nicht Lakai der Herrscher \u2013 und das fuchste nat\u00fcrlich so manche Leute, nicht nur Herrscher, sondern auch Mitl\u00e4ufer und Karrieristen. So kam das gefl\u00fcgelte Wort auf: &#8222;Athanasius contra mundum&#8220; (Athanasius gegen die Welt). In seinem 39. Osterfestbrief nannte er die 27 Schriften des Neuen Testaments. Schon vorher gab es solche Listen \u2013 aber der Liste, die Athanasios nennt, entspricht das Neue Testament noch heute weitgehend. Athanasios starb 373 in Alexandria.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading has-text-align-center has-black-color has-text-color\">10. Hilarius von Poitier (um 315 &#8211; 367)<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left has-black-color has-text-color wp-block-paragraph\">Er wurde in einer reichen Familie geboren, war in der Verwaltung t\u00e4tig, interessierte sich f\u00fcr die neuplatonische Philosophie. Durch sie angeregt wurde er mit 30 Jahren mit seiner Familie Christ. (1) Das hatte f\u00fcr ihn zur Folge, dass er sich aus der Familie in eine kleine Zelle zur\u00fcckzog &#8211; allerdings blieb er mit seiner Frau und Tochter verbunden, so lie\u00df er sich neben ihnen, so hei\u00dft es, bestatten. Die Tochter Abra wurde auch zur Heiligen erkl\u00e4rt. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left has-black-color has-text-color wp-block-paragraph\">F\u00fcnf Jahre sp\u00e4ter, nachdem er sich zur\u00fcckgezogen hatte, wurde er zum Bischof gew\u00e4hlt. Es muss freilich beachtet werden, dass es eine kleine Gemeinde war. In der Zeit gab es noch nicht so viele Christen in diesem Bereich. Sein Sch\u00fcler wurde einer, der an Bekanntheit im Volk seinen Bischof \u00fcbertraf: Martin von Tours, also Sankt Martin. Er \u00fcbertraf ihn, weil er seinen Mantel mit einem Armen geteilt hatte. Das hei\u00dft, die Umgebung von Hilarius war sehr menschlich eingestellt, so wurde seine Tochter Abra &#8211; zumindest laut Legende &#8211; darum verehrt, weil sie Armen geholfen hat, als Christin ihr gesamtes Leben pr\u00e4gen lie\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left has-black-color has-text-color wp-block-paragraph\">Doch hatte Hilarius auch als Denker f\u00fcr Europa eine gro\u00dfe Bedeutung. Klein war seine Gemeinde &#8211; aber gro\u00df seine Wirkung, weil er dem Befehl des Kaisers nicht Folge leistete und nicht, wie der christliche Kaiser Constantius II. (\u2020 361) es befahl, zur arianischen Form christlichen Glaubens \u00fcbergetreten ist. Was macht ein Kaiser, wenn ihm nicht gehorcht wird? Er verbannt die Menschen. Nachdem Hilarius wegen einer falschen Anklage von seinem Bischofsamt entfernt worden war, wurde Hilarius nach Phrygien (in der heutigen T\u00fcrkei) verbannt. Wie es sich f\u00fcr tapfere Christen geh\u00f6rt, hat er sich nicht in Klagen verausgabt, sondern er hat Kontakte gekn\u00fcpft und hat ein gro\u00dfes Werk \u00fcber die Dreieinigkeit geschrieben, damit die Christen im Westen mitbekommen, worum es in der Auseinandersetzung mit dem Arianismus \u00fcberhaupt geht. Dar\u00fcber wollte er dann mit dem Kaiser \u00f6ffentlich diskutieren. Aber so hohe Leute wollen das dann doch nicht. Und so schickte der Kaiser Hilarius wieder nach Frankreich. In der Ferne konnte er ihn nicht mit Diskussionsforderungen st\u00f6ren. Zur\u00fcckgekehrt wurde er jubelnd empfangen und die arianische Lehre konnte unter seinem Einfluss zur\u00fcckgedr\u00e4ngt werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left has-black-color has-text-color wp-block-paragraph\">Er hat noch weitere einflussreiche Werke verfasst &#8211; in einem, allerdings erst nach dem Tod des Kaisers ver\u00f6ffentlicht, nannte er den Kaiser &#8222;Antichrist&#8220;. Was schon darauf hindeutet, dass die Auseinandersetzung zwischen weltlichen christlichen Herrschern und kirchlichen Herrschern angespannt sein kann. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left has-black-color has-text-color wp-block-paragraph\">Und aus einem anderen Grund wurde er noch wegweisend: Er war der erste bekannte Dichter christlicher Lieder in lateinischer Sprache. In der Verbannung hat er die reichhaltigen Lieder der Ostkirche kennengelernt und brachte diese Gattung nun in den Westen. Er hat im Grunde dem einflussreicheren Dichter im Westen den Weg bereitet: Ambrosius.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading has-text-align-center has-black-color has-text-color\">11. Basilius der Gro\u00dfe (um 330 &#8211; 379)<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die drei Kappadozier m\u00f6chte ich nun in 11-13 besprechen: Basilius der Gro\u00dfe, Gregor von Nazyanz, Gregor von Nyssa. Basilius der Gro\u00dfe war der \u00e4ltere Bruder von Gregor von Nyssa und Gregor von Nazianz war ihr Freund.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Basilius der Gro\u00dfe lebte von ca. 330-379. Er ist in eine reiche Familie hineingeboren worden, die sich schon l\u00e4nger zu Jesus Christus bekannt hatte \u2013 und was f\u00fcr eine christliche Familie war sie! Eine seiner Gro\u00dfm\u00fctter war schon Sch\u00fclerin eines bekannten Bischofs (Gregorios Thaumaturgos \u2020 um 270). Drei seiner Vorfahren wurden wie mit ihm drei seiner Geschwister heiliggesprochen. Die ganze Familie, einschlie\u00dflich der Schwester Macrina waren umfassend sehr gebildet. Er wuchs schon nach der konstantinischen Wende auf, doch jede Zeit hat so ihre Schwierigkeiten, und so war es in seiner Zeit gef\u00e4hrlich, nicht Arianer zu sein. Athanasios und andere, die sich zum dreieinigen Gott bekannt hatten, wurde das Leben schwer gemacht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach seinem Studium wurde er M\u00f6nch, gr\u00fcndete Kl\u00f6ster, in denen neben Gebet und Arbeit auch intensives Bibelstudium getrieben wurde. Die Regel, die er f\u00fcr die M\u00f6nche geschrieben hat, beeinflusst das M\u00f6nchtum bis in die Gegenwart. Obgleich er selber asketisch lebte \u2013 und wahrscheinlich darum auch recht reizbar war \u2013, half er in einer Hungersnot Menschen mit Lebensmitteln zu versorgen, indem er alles verkaufte und selbst die Nahrung austeilte. Er trennte dabei nicht zwischen Nichtchristen und Christen, weil eben, so die sinngem\u00e4\u00dfe Begr\u00fcndung, alle Hunger haben. Die m\u00f6nchische Askese diente dazu, dass der Mensch die Freiheit erlangt und Gott schaut \u2013 aber Liebe ist die treibende Kraft zu Gott und den Menschen. Freilich muss auch gesagt werden, dass ein Christ in Caesarea einen heidnischen Tempel zerst\u00f6rte &#8211; was den Kaiser, der das Heidnische betonte, emp\u00f6rte. Er lie\u00df den Christen hinrichten. Basilius ehrte diesen Christen als M\u00e4rtyrer. Nicht, weil dieser den Tempel zerst\u00f6rt hatte, sondern weil er modern gesprochen, dem Herrscher widerstanden hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Er wurde Helfer des Bischofs und ein gro\u00dfer Prediger \u2013 und wurde sp\u00e4ter selbst zum Bischof ernannt, und das nur, weil der Bischof Gregor von Nazyanz (der Vater seines Freundes) f\u00fcr ihn eingetreten war, denn die Angriffe der Arianer waren massiv, zum anderen war die Politik des Kaisers gegen diejenigen eingestellt, die Gott als den Dreieinigen verehrte. Aber Basilius lie\u00df sich nicht einsch\u00fcchtern, sondern formulierte als erster, dass Gott ein Wesen und drei Personen (Vater, Sohn, Geist) sei, auch in der Diskussion um die Frage nach der Bedeutung des Heiligen Geistes. Kaiser Valens (\u2020 378), eigentlich ein Bewunderer von Basilius, weil der eine sehr gute Verwaltung aufgebaut hatte, hat ihm \u00fcber einen Gesandten damit gedroht, seinen Besitz einzuziehen, ihn zu verbannen, zu foltern und zu t\u00f6ten. Basilius soll darauf geantwortet haben (gek\u00fcrzt): <em>Sonst nichts? Ich habe keinen Besitz, ich bin \u00fcberall auf Gottes Erde zu Hause, Folter bringt mich um \u2013 und ich komme schneller zu Gott.<\/em> Daraufhin sagte der Vertreter des Kaisers: So hat noch nie jemand zu mir gesprochen. Basilius: <em>Du hast noch nie einen richtigen Bischof gesehen.<\/em> Der Kaiser wagte es nicht, Basilius anzutasten, statt dessen verbannte er dessen Bruder Gregor von Nyssa. Als der arianische Kaiser gestorben war, wurden die Menschen, die an der Lehre von der Wesenseinheit Gottes festgehalten haben, aus der Verbannung zur\u00fcckgeholt. Dann gab es noch einen Vorfall, der glimpflich ausging, weil die Bev\u00f6lkerung auf der Seite von Basilius stand. Er hat einer Frau Kirchenasyl gew\u00e4hrt, die von hochrangigen Politikern zur Ehe gezwungen wurde. Die Erz\u00fcrnten warfen Basilius, weil er die Frau sch\u00fctzte, Ehebruch vor, nahmen ihn fest, wollten ihn auspeitschen. Aber die Bev\u00f6lkerung verhinderte dies.  <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Basilius k\u00fcmmerte sich aber auch ganz praktisch um seine Gemeinden: Er baute in Verbindung mit Kl\u00f6stern Krankenh\u00e4user \u2013 die ersten, von denen wir wissen, und Altersheime \u2013 eine ganze Stadt der N\u00e4chstenliebe entstand, eine Art Bethel (Basiliade \/ Basilias). Finanziert wurde das alles von reichen Christen. Er erkannte die S\u00fcnden der Christen: Die Verfolgungen hatten nachgelassen, jeder konnte Christ werden, und wie schon h\u00e4ufiger gesehen: Christen gehen unmenschlich mit anderen um. Sie lebten nicht, wie Gott es will. Und so versuchte er, sie wieder auf die Anfangszeit des Glaubens auszurichten, sie auf den Willen Gottes aufmerksam zu machen. Dennoch achtete er auch die heidnische Tradition und hob die Bildung hervor. Freilich gab es auch massive innerkirchliche Auseinandersetzungen, so hatten seine theologischen Gegner alte Briefe von ihm ausgegraben, um ihn zu diskreditieren. Weiteres w\u00e4re zu nennen, was zeigt, dass er zu recht schon zu Lebzeiten als \u201eder Gro\u00dfe\u201c bezeichnet wurde. Sein Tod soll von Christen, Juden und Heiden betrauert worden sein. <\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading has-text-align-center has-black-color has-text-color\">12. Gregor von Nyssa (nach 330 &#8211; 394)<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Bruder von Basilius, Gregor von Nyssa, hat seinen Bruder Basilius und vor allem auch seine Schwester Macrina (\u2020 379), die Lehrerin, sehr bewundert (\u00fcber sie schrieb er eine Biographie). Er war eher einer, der sich f\u00fcr Philosophie und das Denken interessierte als f\u00fcr das Praktische. Dennoch wurde er von seinem Bruder Basilius aus politischen Gr\u00fcnden zum Bischof ernannt. Doch man hat ihm von Seiten seiner arianischen Gegner Veruntreuung vorgeworfen und abgesetzt. Als die Arianer durch den Tod des arianischen Kaisers schw\u00e4cher geworden waren, konnte er in sein Amt zur\u00fcckkehren. Doch seine Begabung bestand im systematischen Denken und so wurde er \u2013 trotz seiner Kritik an vielen Zust\u00e4nden seiner Zeit \u2013 der einflussreichste Theologe seiner Zeit, an seinem Ma\u00dfstab mussten sich alle messen lassen. Seine Bedeutung ist auch daran erkennbar, dass er f\u00fcr eine Prinzessin und f\u00fcr die Kaiserin die Beerdigungsansprache gehalten hat. Er war ein gro\u00dfer Denker hat in der Frage der Dreieinigkeit Gottes intensiv christlichen Glauben und Philosophie Platons bzw. den Neuplatonismus (1) miteinander verbunden: Gott ist unendlich und unbegreifbar; wenn man etwas von ihm erkannt hat, dann wird man noch weiter gef\u00fchrt, wenn man wieder etwas erkannt hat, wird man noch weiter gef\u00fchrt; der Verstand kommt nie an sein Ziel, wenn er \u00fcber Gott nachdenkt. Doch es ging ihm nicht allein um das Wesen Gottes, es ging ihm darum, herauszuarbeiten, was der Glaube f\u00fcr eine Bedeutung f\u00fcr den Menschen hat. Und so ist seine Theologie auch von der Mystik gepr\u00e4gt, davon, dass der Mensch der G\u00fcte und Sch\u00f6nheit Gottes nachsinnt, dass er immer weiter in sie hineingenommen wird, aber nie an das Ende kommen wird. Das hei\u00dft, die Vereinigung des Menschen mit Gott \/ der Gottheit, wie sie Mystikern vieler Religionen ein Herzensanliegen ist, wird von Gregor aus seiner christlichen Perspektive nicht vertreten. Der Mensch wird Gott \u00e4hnlich, genie\u00dft Gott, die Seele tritt aus sich heraus \u2013 aber sie wird nicht eins mit dem unendlichen Gott (Theosis: Verg\u00f6ttlichung \u2013 wie der Spiegel die Sonne spiegelt, aber nicht Sonne ist).<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading has-text-align-center has-black-color has-text-color\">13. Gregor von Nazianz (um 330 &#8211; 390)<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch Gregor von Nazianz ist in eine tief christliche Familie hineingeboren worden. Sein Vater stammte aus einer j\u00fcdisch-heidnischen Gruppe und hat sich, beeinflusst von seiner Frau Nonna, dem Christentum zugewandt, ist sp\u00e4ter Bischof geworden. Vater, Mutter, Geschwister \u2013 alle werden als Heilige angesehen. Gregor war sehr gebildet, lebte zur\u00fcckgezogen als Einsiedler \/ M\u00f6nch, half jedoch seinem Vater, dem Bischof und wurde selbst aus politischen Gr\u00fcnden von Basilius zum Bischof ernannt. Als Priester konnte er nicht auftreten, weil die arianischen Gemeinden ihn nicht haben wollten, eine kleine Gemeinde in Konstantinopel (heute Istanbul) blieb bei dem dreieinigen Gott und dort predigte er in einem Kellerlokal. Er konnte so gut reden, dass viele auf ihn aufmerksam wurden \u2013 und je mehr Menschen auf ihn aufmerksam geworden sind, desto st\u00e4rker wurden die Angriffe der Gegner. Er konnte massiv gegen seine Gegner argumentieren \u2013 war aber im wesentlichen eher ein Mensch, der den Frieden suchte und meinte, nicht alle seien schon im Glauben gefestigt und w\u00fcssten den Weg. Darum sei Langmut angesagt. Die Stadt wandte sich immer st\u00e4rker dem Glauben an den dreieinigen Gott zu. Er selbst wurde zum Oberbischof (Metropoliten) ernannt \u2013 hat aber allen auf die F\u00fc\u00dfe getreten \u2013 und merkte, dass das Amt zu gro\u00df f\u00fcr ihn war. Als ihm bewusst wurde, dass er die Streitereien in der Kirche zwischen Arianern und Vertretern des Dreieinigen Gottes nicht schlichten konnte zog er sich wieder zur\u00fcck. In einem anderen Streitpunkt, der nun aufkam, positionierte er sich: es ging darum, dass gesagt wurde, Christus sei Gott \u2013 und die menschliche Seite wurde weitgehend ignoriert. Gregor legte Wert darauf, dass Jesus Christus Gott \u2013 aber auch ganz Mensch gewesen ist. W\u00e4re er nicht ganz Mensch gewesen, h\u00e4tte er auch Menschen nicht erl\u00f6sen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Er hat durch seine Predigten, seine Briefe und seine Gedichte bleibend gewirkt. Mit seinen Gedichten wollte er \u00fcbrigens auch zeigen, dass das Christentum auch in dieser Hinsicht mit der heidnischen Kultur Schritt halten kann.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading has-text-align-center has-black-color has-text-color\">14. Ambrosius von Mailand (um 339 -397)<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ambrosius von Mailand ist um 339 in Trier geboren worden. Sein Vater war r\u00f6mischer Statthalter \/ Pr\u00e4fekt. Der Vater ist fr\u00fch gestorben und die christliche Mutter zog mit ihrem Sohn zur\u00fcck nach Rom. Dort wurde er nach seiner hervorragenden juristischen Ausbildung anerkannter Politiker und zum Statthalter mit Sitz in Mailand ernannt. Der alte Bischof war gestorben, und die Arianer und Trinitarier \u2013 das hei\u00dft Glaubende, die Gott als den dreieinigen Gott bekannten \u2013 konnten sich nicht auf einen Nachfolger einigen. Ambrosius war als politischer Beobachter bei diesen Streitigkeiten dabei \u2013 und wollte w\u00e4hrend der Wahl schlichten. Bei seiner Rede soll ein Kind gerufen haben: Bischof Ambrosius. Er selbst war zwar schon Christ, nahm christlichen Unterricht, war aber noch nicht getauft \u2013 und wurde, weil er so beliebt war, dennoch zum Bischof ernannt. Er wollte nicht, aber dann \u00fcberzeugte ihn der Kaiser Valentinian I. (\u2020 375), dass er dieses Amt ergreifen solle. Er wurde getauft und wirkte als Bischof von Mailand. Seine Beliebtheit r\u00fchrte auch daher, dass er das Evangelium lebte, seinen Besitz verkaufte, den Armen half, die ihn auf Schritt und Tritt begleiteten. Die Armen seien der Schatz der Kirche. Mit seiner philosophisch-neuplatonischen Sicht stand er ganz auf der H\u00f6he seiner Zeit. (1)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ambrosius war auch eine machtvolle Person, und der sp\u00e4tere Kampf zwischen Kirche und Kaiser wurde hier schon vorweggenommen: Der Kaiser ist als Christ Untertan der Kirche, hat sich an ihre Regeln zu halten. Er ist auch nur ein Mensch, der einmal vor Gott erscheinen und sich rechtfertigen muss. Deutlich wird die Herrschaftskritik, die sich durch die gesamte Bibel hindurchzieht, auf eine neue Ebene gehoben. Das bedeutet aber auch f\u00fcr den Menschen der Kirche, dass er w\u00fcrdig auftritt, dass er sich dem Amt und der W\u00fcrde entsprechend verh\u00e4lt, dass er sich nicht der S\u00fcnde ausliefert. Und die Herrschaftskritik wurde mehrfach deutlich. So ist Ambrosius einer der Erfinder des \u201czivilen Ungehorsams\u201d, weil er nicht einsah, dass die Politik in Sachen Kirche bestimmend wird und die Spaltung der Kirche in Arianer und Trinitarier unterst\u00fctzt. Der Staat suchte die Arianer unter anderem aus politischen Gr\u00fcnden zu unterst\u00fctzen, weil die Goten, die mehr oder weniger das R\u00f6mische Reich infiltrierten, Arianer waren. Aber Ambrosius war gegen solche Kompromisse auf Kosten der Einheit der Kirche. (Als die Kaiser-Mutter eine Kirche den Arianern zur Verf\u00fcgung stellen wollte, verbarrikadierte er sich mit der Gemeinde in der Kirche, die vom Milit\u00e4r umstellt war, sang tagelang Psalmen, bis die Herrscher nachgaben.) Und: Als der Kaiser Theodosius I. (\u2020395) ein Massaker angerichtet hatte, musste er \u00f6ffentlich Bu\u00dfe tun. Er dr\u00e4ngte den Kaiser, die heidnischen Kulte nicht mehr finanziell zu unterst\u00fctzen, sie aufzul\u00f6sen. Sein Wirken hat auch insofern eine Schattenseite, als er die Bestrafung eines Bischofs verhinderte, der zu einem Pogrom gegen Juden angestachelt hatte und der Mob die Synagoge zerst\u00f6rte. Der Kaiser wollte, dass der Bischof den Aufbau der Synagoge finanziere \u2013 was Ambrosius ablehnte, unter anderem darum, weil der Kaiser nicht das recht habe, sich in kirchliche Angelegenheiten einzumischen. Diese Ereignisse zeigen zum Teil, dass hier das staatliche Recht zugunsten der Kirche zur\u00fcckgestellt wurde. Das zeigt: Jeder Dom hat seine D\u00e4monen (Martin Luther) \u2013 und so ist Ambrosius einer der ganz Gro\u00dfen, aber er zeigt auch, dass die ganz Gro\u00dfen ihre f\u00fcr Nachgeborene dunklen Seiten haben, ihre Seiten, die vom Geist Gottes nicht vollkommen durchleuchtet worden sind. Ambrosius Schwachstelle war der Machtwille. Dennoch wandte er sich auch gegen Bisch\u00f6fe, die nun ihrerseits \u2013 sozusagen als Revanche \u2013 den Staat dazu benutzten, Gegner des Christentums zu verfolgen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Er war aber nicht nur gegen\u2026, sondern vor allem auch \u201cf\u00fcr\u201d und so schrieb er eine Ethik, Texte zur Unterweisung von Christen und viele Hymnen \u2013 und ist so einer der Urheber des Gottesdienstgesanges (Ambrosianischer Gesang). Wobei er freilich nicht dessen Erfinder ist. In manchen Gottesdiensten wurde schon vorher gesungen. Ambrosius stand in der Tradition des Origenes, des Athanasius und des Basilius, des Hilarius. Ambrosius hat \u00fcber die Mutter des sp\u00e4teren Kirchenvaters Augustinus, Monika (\u2020 387), dessen Hinwendung zum Christentum gef\u00f6rdert. Ambrosius hat ihn auch getauft \u2013 und die Legende sagt, dass w\u00e4hrend dieses Gottesdienstes das ber\u00fchmte <em>Te Deum<\/em> als Wechselgesang der gro\u00dfen Christen Ambrosius und Augustinus entstanden sei.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ambrosius war auch ein gro\u00dfer Prediger, der die biblischen Texte in der Nachfolge von Origenes allegorisch ausgelegt hat, das hei\u00dft die Aussagen des biblischen Textes aus dem historischen Kontext gel\u00f6st und die Bedeutung f\u00fcr den H\u00f6rer seiner Zeit so interpretiert hat, dass die unverst\u00e4ndlichen Texte rational-gl\u00e4ubig nachvollziehbar waren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Er starb 397 in Mailand. Seine Schwester ist die Heilige Marcellina (\u2020 um 398). Auch hier sieht man, wie an Basilios, dass die Familie insgesamt jeweils gro\u00dfe Bedeutung erlangt hat.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\">15. Johannes &#8222;Chrysostomos&#8220; (um 354 &#8211; 407)<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Geboren wurde Johannes von Antiochia \/ &#8222;Chrysostomos&#8220; um 345 und ist gestorben 407 &#8211; beides auf dem Gebiet der heutigen T\u00fcrkei. Er wurde in eine wohlhabende Familie hineingeboren. Sein Vater starb kurz nach seiner Geburt, dennoch erm\u00f6glichte seine christliche Mutter eine Ausbildung. Er wurde Anwalt. Er wurde getauft, zog als Asket in die Einsamkeit, erkrankte, weil er zu wenig gegessen hatte, und ging nach Hause zur\u00fcck. M\u00f6nche haben es leichter, so meint er, zu bewundern seien aber diejenigen, die mitten im Leben der Welt stehen. Er wurde zum Priester geweiht. Als Anwalt war er ein guter Redner, daher bekam er sp\u00e4ter den Spitznamen &#8222;Goldmund&#8220; \/ &#8222;Chrysostomos&#8220;, so manches Mal klatschten die Leute, als sie ihm bei seinen Predigten zuh\u00f6rten. Und weil er so ein guter Prediger war, wurden seine Predigten mitgeschrieben und \u00fcberliefert und viele liegen heute noch vor. Aber nicht nur war er ein guter Redner, er redete auch einfach und Praxis orientiert, sodass die Menschen ihn verstanden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Er setzte seine Redegewalt auch dazu ein, Menschen zu beruhigen, die aufgebracht waren, weil die Steuern zu sehr erh\u00f6ht worden waren. Sie protestierten heftig, warfen Kaiserstatuen um &#8211; die Reaktion der Staatsgewalt war heftiger: Einwohner, darunter auch Kinder wurden get\u00f6tet. Die Menschen hatten Angst vor weiteren Gewalttaten der Herrscher. Er hielt Reden, um ihnen die Angst zu nehmen, sprach mit den Kommandanten, besuchte Inhaftierte &#8211; w\u00e4hrend ein Bischof versuchte, den Kaiser Theodosius I. (\u2020 395) dazu zu bewegen, das nicht weiter gewaltt\u00e4tig zu verfolgen. Mit Erfolg.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Er wurde zum Patriarchen an der bis heute ber\u00fchmten Hagia Sophia (die damals aber anders aussah) berufen. Er war, wie gesehen, keine Staatsmarionette &#8211; sondern diakonisch und seelsorgerlich sehr aktiv. Auch im Verhalten sollten Christen Vorbilder sein &#8211; und so bewirkte er, dass Bisch\u00f6fe entlassen wurden, weil sie ihre \u00c4mter gekauft hatten, \u00c4mter verkauften. Zudem lebten viele ohne verheiratet zu sein mit Frauen zusammen, versuchten den Wohlhabenden zu Gefallen zu leben. Er war also auch keine Kirchen-Marionette in dem Sinn, was man halt so tut, das wird schon richtig sein. Jesus Christus ist das Vorbild, nach seinem Vorbild soll das individuelle Leben wie die Gesellschaft gestaltet werden. Und so zwang er die Kirchlichen, ihren Luxus zu verkaufen, das Geld wurde f\u00fcr Tafeln verwendet, also f\u00fcr Hungrige und Arme.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die gesellschaftliche Ordnung, die ihm vor Augen stand, entspricht nicht mehr so ganz unserer Sicht, oder besser gesagt: Laut Johannes gab es eine Ordnung, in der alle gleich waren. Dann aber aufgrund des S\u00fcndenfalls gab es Hierarchien. Er hat das anerkannt &#8211; aber gleichzeitig versucht, diese S\u00fcndenfallsordnung zu durchbrechen. Am Beispiel vom Staat: Die Glaubenden haben sich dem Kaiser unterzuordnen &#8211; aber die Glaubenden haben die Pflicht, mit dem Kaiser Tacheles zu reden. Die Wahrheit darf nicht verleugnet werden, Glaubende m\u00fcssen der L\u00fcge widerstehen. Und das zeigte er mit seinen Predigten, Schriften und dem eigenen Leben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zudem setzte er sich f\u00fcr die Mission ein, das hei\u00dft, er wandte sich gegen nichtchristlich Glaubende, also Heiden und so auch gegen Juden, sofern sich Christen den Juden zuwenden wollten. Um Christen davon abzuhalten, hat er scharfe Reden gegen Juden gehalten, die dann sp\u00e4ter von Antijudaisten und Antisemiten aufgenommen wurden. In Persien setzte er sich f\u00fcr die christlichen Gemeinden ein, die unter Druck geraten waren. In heidnischem Gebiet wurden Kirchen gebaut und Tempel eingerissen. Hieran erkenn wir zwei Seiten des Goldmundes: Einerseits sagte er, dass jeder selbst entscheiden solle, ob er sich dem in der Predigt Gesagten anschlie\u00dft oder nicht, nach bestem &#8222;Wissen und Gewissen&#8220; (s. Anm. A) &#8211; andererseits aber gab es Druck. In seinen Predigten hat er dick aufgetragen. So hatte er es von seinem Rhetorik-Lehrer gelernt, das entsprach auch ganz dem Geschmack der Zeit. Ein Beispiel, das in diesem Zusammenhang aus heutiger Sicht auch ihn selbst betreffen d\u00fcrfte:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\">\u201eWir predigen, Christus habe ein gro\u00dfes Werk vollbracht, indem er aus Menschen Engel machte. Wenn man dann die Beweise fordert und verlangt, wir sollen doch aus unserer Herde Beispiele daf\u00fcr erbringen, so m\u00fcssen wir still sein aus Furcht, anstatt Engel in Wirklichkeit Schweine aus dem Saustall und geile Hengste vorzuf\u00fchren\u2026 Wahrlich, in der Gegenwart ist alles heruntergekommen und verderbt: die Kirche unterscheidet sich nicht von einem Ochsen-, Esel- und Kamelstall, und wenn ich herumgehe, um ein Sch\u00e4flein zu suchen, so kann ich keines finden. Alle schlagen um sich wie Rosse und Wildesel und machen ringsum alles voll Schmutz, solche Reden f\u00fchren sie.\u201c (Anm. A)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Er verfasste zu den verschiedensten Themen, die in seiner Zeit virulent waren, Schriften. Er sch\u00fctzte einen m\u00e4chtigen Gegner gegen das Volk, das Lynchjustiz \u00fcben wollte und gegen die &#8222;Sicherheitskr\u00e4fte&#8220; und den Kaiser Arcadius (\u2020 408). Ein anderer Fall: Ein gotischer Heerf\u00fchrer nahm Geiseln und erpresste gemeinsam mit dem kaiserlichen General, dem Arianer Gainas, den Kaiser. Johannes vermittelte und verhandelte. Gainas gab nach, wollte allerdings f\u00fcr seine Soldaten eine Kirche. Gainas gab dann auch hier nach &#8211; aber inzwischen hatte ein gro\u00dfer Teil der Bev\u00f6lkerung tausende gotische Soldaten ermordet, sodass Gainas keine Kirche f\u00fcr arianische Soldaten mehr ben\u00f6tigte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seine Macht w\u00e4hrte nicht lange. Es gibt immer Neider und andere, auch unter Christen. So predigte er undiplomatisch und direkt gegen Luxus der Reichen &#8211; die Kaiserin Eudoxia (Frau des Arcadius, Tochter des Franken Bauto: \u2020 404) und andere f\u00fchlten sich angegriffen; der Patriarch von Alexandria, Theophilus I., hatte aus \u00c4gypten Anh\u00e4nger des Origenes rausgeworfen (s. u. 18). Eine mit Johannes befreundete Diakonin (Olympias von Konstantinopel; \u2020 408) hat diese mit Wissen des Chrysostomos aufgenommen. (\u00dcbrigens hat er auch mit Geldern dieser Frau kriegsgefangene Sklaven freigekauft &#8211; er war gegen Sklaverei, doch kein K\u00e4mpfer dagegen, sondern pragmatisch: Sklaven sollen gut behandelt werden.) Es wurde eine Synode einberufen &#8211; die ihn absetzte und verbannte (auch hier also wieder: Mitl\u00e4ufer, die den Herrschern zu Gefallen suchen). Verbannt wurde er nach Armenien, heute allerdings ein Ort, die die T\u00fcrken annektiert haben. Aus der Verbannung schrieb er hunderte auch seelsorgerische, tr\u00f6stende, st\u00e4rkende Briefe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nun gibt es zwei \u00dcberlieferungen: Das Volk war erbost \u00fcber die Verbannung, zudem hatte es ein Erdbeben gegeben, was als Zorn Gottes \u00fcber die Verbannung angesehen wurde &#8211; und er wurde zur\u00fcckgeholt. Die andere: Die Kaiserin hatte eine Fehlgeburt, dachte, es sei Strafe daf\u00fcr, dass sie Chrysostomos verbannt hatte, und holte ihn zur\u00fcck. Auf jeden Fall: Er durfte zur\u00fcck &#8211; lie\u00df sich aber nicht einsch\u00fcchtern. Als er sich mit heftigen Worten wehrte, eine Statue der Kaiserin einzuweihen, war die Kaiserin wiederum erbost und verbannte ihn noch weiter weg in den Osten. Er schrieb viele Briefe, die die Gemeinde in Konstantinopel beeinflussten, wurde von vielen Bewunderern besucht. Das ward nicht gerne gesehen und so wurde er nach Georgien verbannt. Aber auf dem Weg dahin starb Chrysostomos mit den Worten, so wird \u00fcberliefert: <em>&#8222;Verherrlicht sei Gott um aller Dinge Willen. Amen.&#8220;<\/em> Nur eine kleine spielerische Anmerkung: Die Kaiserin hie\u00df &#8222;die Herrliche&#8220;. In beiden kommt das Wort: &#8222;Doxa&#8220; vor. Aber Chrysostomos verherrlichte nicht die Kaiserin, sondern eben Gott.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Johannes Chrysostomos spielt heute noch eine gro\u00dfe Rolle f\u00fcr die Liturgie der Orthodoxen Kirche. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\">(Anm. A) <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Johannes_Chrysostomos\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Johannes_Chrysostomos<\/a> Dort gibt es keinen Quellennachweis. Aber das ist hier zu finden: <a href=\"https:\/\/www.clerus.org\/bibliaclerusonline\/DE\/d4r.htm\">https:\/\/www.clerus.org\/bibliaclerusonline\/DE\/d4r.htm<\/a> (88. Homilie zu Matth\u00e4us 27) (\u00dcberpr\u00fcft: Juli 2026)<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\">16. Hieronymus (um 342 &#8211; um 420)<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hieronymus geboren 348\/9 im heutigen Kroatien, gestorben 420 in Bethlehem. Seine christliche Familie war wohlhabend, sodass er studieren konnte. Dazu ging er nach Rom. Am Ende der Zeit des Studiums, in dem er gro\u00dfes Interesse an heidnischen Schriftstellern und Philosophen zeigte, lie\u00df er sich taufen, ging dann mit 20 Jahren nach Trier. Er zog dann wieder nach Italien, dann nach Syrien, in die heutige T\u00fcrkei, nach Konstantinopel (heute Istanbul), dann wieder nach Rom. Er war Eremit, Asket &#8211; in Gemeinschaft mit anderen Asketen -, war sehr gebildet; er versuchte hier und da in die Kirchenpolitik einzugreifen, mal mit Erfolg, mal ohne, mal ungeh\u00f6rt, mal gef\u00f6rdert, kn\u00fcpfte Kontakte. Er war sehr belesen, kaufte \u00fcberall B\u00fccher, lernte Sprachen: Griechisch, Hebr\u00e4isch, Aram\u00e4isch. Er schrieb auch selbst M\u00f6nchs-Romane. Mit seinem Erstlingswerk \u00fcber eine hingerichtete Frau eckte er an, weil der Statthalter sich, so scheint es, nicht richtig wiedergegeben sah. Hieronymus selbst sah das Werk sp\u00e4ter als Jugends\u00fcnde an. Aber in Ruhe lesen und schreiben war sein Wunsch, all dieses dogmatische Gepl\u00e4nkel seiner Zeit war nicht so sein Ding. Zur\u00fcckgekehrt nach Rom arbeitete er im Archiv des Papstes, \u00fcbersetzte Korrespondenzen. Und dort vollbrachte er auch das, was ihn ber\u00fchmt machte und seinen Namen durch die Jahrhunderte hinweg bekannt bleiben lie\u00df: Er korrigierte eine alte lateinische \u00dcbersetzung mit Hilfe der griechischen Texte der Evangelien die Vulgata war im Entstehen, nicht akzeptiert von Zeitgenossen hat sie sich sp\u00e4ter aber durchgesetzt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Rom gab es auch einen Kreis adliger Frauen, die christlich-asketisch lebten. Hieronymus wurde ihr Seelsorger und sie waren sehr wissbegierig, diskutierten \u00fcber theologische Fragen, lernten mit Hieronymus griechisch und hebr\u00e4isch. Marcella, so hie\u00df die Hauptinitiatorin, und ihre T\u00f6chter waren des sex- und luxusorientierten oberfl\u00e4chlichen Lebens der Menschen \u00fcberdr\u00fcssig, und sammelten Gleichgesinnte. In diesem Kreis war eine Frau namens Paula mit ihren zwei T\u00f6chtern, Julia Eustochium und Blaesilla. Blaesilla ist gestorben und die asketischen Frauen wie Hieronymus wurden beschuldigt, dass sie diese verhungern lie\u00dfen. Er hatte sich sowieso bei Alltags-Christen unbeliebt gemacht, weil er in einer Schrift \u00fcber die Ehe und \u00fcber Kleriker hergezogen war &#8211; \u00fcber Kleriker, die nicht wie er asketisch lebten. Der Papst, Damasus I. (\u2020 384), der die Hand \u00fcber ihn gehalten hatte, war gestorben und dann wurde das Ger\u00fccht gestreut, dass Hieronymus und Paula eine sexuelle Beziehung h\u00e4tten, er wurde angeklagt. Er, der die Askese propagierte, die Jungfr\u00e4ulichkeit von M\u00e4nnern und Frauen betonte, bekam diesen gef\u00e4hrlichen entehrenden Vorwurf zu h\u00f6ren. Die Lage war sehr angespannt, Lynchgedanken kamen gegen ihn auf. Die Gemeindeleitung war ihm gegen\u00fcber nicht wohlgesonnen. Und so zog er mit Paula, ihrer Tochter und mit anderen Frauen nach Bethlehem. Paula war sehr verm\u00f6gend, sodass sie Kl\u00f6ster gr\u00fcnden konnten: ein Frauenkloster (mit mehreren Trakten) und ein M\u00e4nnerkloster.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit seiner Bibliothek konnte er in Bethlehem gut arbeiten. Er arbeitete unter vielem anderen weiter an der Bibel\u00fcbersetzung unter Zuhilfenahme der hebr\u00e4ischen Bibel, an Kommentaren, die neben allegorische Auslegungen auch historische Hintergr\u00fcnde achteten, Nachschlagewerken, er erstellte eine Zusammenfassung von Bibliografien christlicher Schriftsteller (um den Heiden zu zeigen, dass Christen nicht r\u00fcckst\u00e4ndig und ungebildet sind) und arbeitete an einer \u00dcbersetzung des Hauptwerkes von Origenes. Da Origenes umstritten war, wurde Hieronymus in den Streit um die Theologie des Kirchenvaters hineingezogen. Er mochte manche theologischen Aussagen auch nicht besonders und hat sie in der \u00dcbersetzung versch\u00e4rft, w\u00e4hrend sein Kontrahent in der \u00dcbersetzung Origenes gut dastehen lassen wollte, und die \u00dcbersetzung der neuen Zeit angepasst hat. Obgleich beide \u00dcbersetzer Freunde waren, zerstritten sie sich. Dieser Streit zwischen den Freunden Hieronymus und Rufinus (\u2020 411\/2) ging in die Gelehrtengeschichte ein. \u00dcberhaupt war Hieronymus wenig diplomatisch, polterte, war sarkastisch, hat die Gegenposition nicht immer richtig erfasst, ging aber gegen sie vor. Rhetoriker war er mit Freude am Witz &#8211; aber christlich kam es nicht immer gut an (s. von Campenhausen, der auch zeigt, dass Hieronymus bis heute wegen seines Charakters nicht unbedingt gut ankommt).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Letztlich zeigt das alles aber: Gott beruft keine Einheitsmenschen und macht Menschen nicht zu glattgeb\u00fcgelte Wesen, sondern: Er begabt die Menschen je nach ihrem Charakter f\u00fcr das, wozu er sie durch H\u00f6hen und Tiefen, durch Leiden an sich selbst, durch Arroganz, St\u00e4rke, Selbstzweifel hindurch beauftragt. Und damit sind wir bei der alten Legende von Androcles und dem L\u00f6wen, die in Abwandlung auf Hieronymus \u00fcbertragen wurde. Es hei\u00dft, dass ein L\u00f6we ins Kloster kam, die M\u00f6nche flohen, Hieronymus blieb standhaft und merkte, dass der L\u00f6we ein Problem hatte. Er hatte einen Dorn in der Pfote. Hieronymus entfernte den Dorn, der L\u00f6we wurde zahm und folgte ihm. Hieronymus der L\u00f6we, dem Gott den Dorn zog? Der Mann Gottes, der furchtlos mit der Natur lebt, von wilden Tieren anerkannt wird? Wie dem auch sei: Der L\u00f6we ist ein Attribut des Hieronymus geworden und auf zahlreichen Gem\u00e4lden an seiner Seite.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die letzten 15 Jahre seines Lebens waren schwer. Paula war gestorben, Banden pl\u00fcnderten die Gegend von Bethlehem und Jerusalem, Rom wurde gepl\u00fcndert durch die Goten und seine gute Bekannte Marcella starb an den Misshandlungen. 416 wurde das Kloster von Hieronymus in Brand gesteckt, seine Bibliothek verbrannte vermutlich. <\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\">17. Augustinus (354-430)<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Augustinus ist ein ganzes Gebirge, den hier mit wenigen W\u00f6rtern angemessen beschreiben zu wollen, ist str\u00e4flich. Er ist im Grunde der einflussreichste Kirchenvater im Westen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Augustinus (354-430) in Hippo (heute Algerien) geboren, war gebildet, war kein Christ, sein Vater war Heide. Wegen Geldmangels musste er sein Studium abbrechen, schloss sich einer Jugendbande an, lebte ausschweifend. Bald konnte er jedoch durch die finanzielle Unterst\u00fctzung eines Verwandten weiter studieren, beendete das Studium, lernte eine Frau \/ Konkubine kennen, deren Name uns unbekannt ist, bekam mit ihr im Jahr 372 einen Sohn. Er hatte, bevor er Christ wurde, sich einer religi\u00f6sen Gruppe, den Manich\u00e4ern, angeschlossen, denn das Christentum befriedigte ihn intellektuell nicht. Die Gruppe der Manich\u00e4er wurde im 3. Jahrhundert von Mani gegr\u00fcndet. Mani hat alle m\u00f6glichen Glaubensformen mit dualistisch-gnostischen Elementen zu einem einheitlichen Weltbild geformt &#8211; es klang alles sehr tiefgehend, logisch, rational, philosophisch, was einen gro\u00dfen Reiz auf viele aus\u00fcbte. Allerdings war Augustinus auch nicht begeistert von der Spitzfindigkeit griechischer Philosophen. Der christliche Glaube war ihm zu banal, zu schlicht, eben ein Glaube f\u00fcr einfache Menschen, nicht f\u00fcr Intellektuelle. Augustinus war gebildeter Rhetoriker, Lehrer. Das Christentum war noch nicht als Religion im Staat ganz verfestigt. Der Kaiser Julian versuchte 361-363, als Augustinus 9 Jahre alt war, den heidnischen Gottesglauben wieder bedeutsamer zu machen, was ihm jedoch nicht gelang. Zur anerkannten Religion im Staat wurde der christliche Glaube erst 380.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Augustinus verlie\u00df seine Geliebte schweren Herzens, weil sie nicht mehr seinem gesellschaftlichen Status entsprach, und nahm sich eine neue Geliebte, weil seine Verlobte f\u00fcr eine Heirat noch zu jung war. Er stritt sich mit seiner Mutter, weil er sie, die Christin, zum Manich\u00e4ismus bekehren wollte. Er zog mit seiner Geliebten nach Rom und Mailand, hielt Ehrenreden auf die Herrscher. Augustinus wurde krank, lebte lebenslang mit Atemnot, was einem Rhetoriker nicht gut tut, gab seinen Beruf notgedrungen auf. Seine Mutter Monika, die vielleicht berberischer Abstammung war, betete immer wieder f\u00fcr ihn. Ihr Gebet wurde erh\u00f6rt. Eines Tages lag er unter einem Feigenbaum, h\u00f6rte eine Kinderstimme, die sagte: <em>Nimm und lies!<\/em> (<em>Tolle, lege!<\/em>) Dann nahm er eine Bibel, den Vers den er aufschlug und las (R\u00f6mer 13,13-14) \u00f6ffnete ihm die Augen. Er bekehrte sich, wie der Bibeltext erkennen l\u00e4sst, von der alten Weltlichkeit hin zu einer neuen Ethik, wie von Campenhausen schreibt. Aber nat\u00fcrlich blieb er dabei nicht im Ethischen stecken. Sein Leben wurde von einem intensiven Glauben durchdrungen. Was in dem Satz zum Ausdruck kommt: <em>\u201eGeschaffen hast du uns auf dich hin, o Herr, und unruhig ist unser Herz, bis es Ruhe findet in dir.&#8220;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der oben beschriebene Ambrosius hat mit seiner philosophischen, neuplatonischen Sicht (1) dazu beigetragen, dass sich Augustinus im Jahr 387 mit seinem Sohn taufen lie\u00df. In diesem Jahr starb auch seine Mutter Monika. Er verlie\u00df seine Geliebte, zog sich zur\u00fcck und begann ein neues, ein sexuell enthaltsames, aber spirituell orientiertes Leben. Er lebte mit Freunden zur\u00fcckgezogen, wurde Priester, predigte, wurde Bischof, schrieb Klosterregeln &#8211; bis heute gibt es die M\u00f6nche und Nonnen der Augustiner &#8211; und auch Martin Luther war ein Augustinerm\u00f6nch, das hei\u00dft, die Lehre des Augustinus war sehr einflussreich sowohl f\u00fcr die katholische Kirche als auch f\u00fcr die 1000 Jahre sp\u00e4ter sich bildende evangelische Kirche.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sein Leben beschreibt er in den &#8222;Bekenntnissen&#8220;. Im Gespr\u00e4ch mit Gott legt er alles mit gro\u00dfem Eifer dar, was er so in seinem Leben gemacht hat, seine Fehler, die er erkannt hat. Ein aus Sicht eines Christen, aber auch aus Sicht der Psychologie sehr spannendes Buch, weil er sich selbst erforscht. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Er selbst bek\u00e4mpfte die aus seiner Sicht abweichenden Lehren von Christen, und hatte selbst (neu)platonischen Hintergrund. Mit diesem legte er zeitgem\u00e4\u00df die Bibel aus und betrachtete viele Themen, die f\u00fcr Christen wichtig waren. Denn der christliche Glaube ist f\u00fcr Augustinus die Grundlage f\u00fcr Erkenntnis der Welt: <em>Glaube, damit du erkennst<\/em>! Er schrieb \/ diktierte \u00fcber die Dreieinigkeit, die Lehre der Christen, die Taufe, den freien Willen: Die Welt ist als Sch\u00f6pfung Gottes gut, der Mensch wendet sich aufgrund seines freien Willens dem B\u00f6sen zu &#8211; sp\u00e4ter modifizierte er das: der Mensch ben\u00f6tigt Gottes Geist, um das Gute \u00fcberhaupt wollen zu k\u00f6nnen. Er dachte immer wieder nach \u00fcber die &#8222;Zeit&#8220;, \u00fcber die Liebe, \u00fcber die Musik, \u00fcber die Rechtfertigungslehre und zum Beispiel \u00fcber &#8222;Wahrheit&#8220;. Der Verstand schafft sich nicht die Wahrheit, sie ist da, er findet sie. Es sind eine Unmenge an Predigten \u00fcberliefert, Brief und Weiteres. Aber er wusste: Gott ist wie das Meer &#8211; mit einem L\u00f6ffel unaussch\u00f6pflich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber auch dieser gro\u00dfe Geist war in seiner Zeit befangen, wie jeder Mensch. Und so ging er mit seinen theologischen Gegnern aus heutiger Sicht unangemessen vor, hat die gro\u00dfe Bedeutung der Juden nicht erkannt. Sp\u00e4tere Antijudaisten und Antisemiten haben Aussagen zusammengeklaubt und zur Unterst\u00fctzung ihres \u00fcblen Weltbildes benutzt. Ebenso ist das, was oben mit Blick auf Frauen beschrieben wurde, f\u00fcr manche wohl normal, aber aus christlicher Sicht nicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aufgrund der V\u00f6lkerwanderung ab 375 stand das R\u00f6mische Reich im Westen unter Druck, verschiedenste Gruppen im Reich bek\u00e4mpften einander, nahmen germanische S\u00f6ldner. Dann gab es einen gro\u00dfen Einschnitt, als der Gotenherrscher Alarich 410 Rom eroberte. Da durchdachte Augustinus das Verh\u00e4ltnis von Christen und Staat. Denn der Fall Roms war f\u00fcr viele, die sich mit dem Staat identifizierten, die mit der Gr\u00f6\u00dfe Roms im Frieden standen, eine schreckliche Zeit. Vor allem auch, weil Kriegsz\u00fcge nicht unblutig sind. So schrieb er in seinem gro\u00dfen Werk &#8222;Der Gottesstaat&#8220; eine tiefgehende Geschichtsphilosophie. Rom ist nicht gefallen, wie die Heiden sagen, weil die G\u00f6tter wegen des Glaubens der Christen zornig geworden sind, sondern Weltgeschichte l\u00e4uft durch viele Prozesse auf das Ende zu, das Gott herbeif\u00fchren wird. In diesem Zusammenhang dachte er auch \u00fcber den Krieg nach und stellte Regeln auf, wie ein &#8222;gerechter Krieg&#8220; zu f\u00fchren sei: Er muss so gef\u00fchrt werden, dass er zum Frieden f\u00fchrt. Im Jahr 430 belagerten Vandalen unter K\u00f6nig Geiserich (\u2020 477) seine Stadt, er bekam Fieber, zog sich zur\u00fcck und starb.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was ich auch an dieser Biografie immer wieder spannend finde: die Menschen im Hintergrund. Einmal seine Mutter, dann aber auch der Verwandte, der ihn finanziell unterst\u00fctzt hat (Cornelius Romanianus), damit er studieren konnte, zudem die Autoren von Schriften, ohne diese w\u00e4re der Weg des Augustinus anders verlaufen &#8211; und die Welt w\u00e4re um die Weisheit eines gro\u00dfen Menschen \u00e4rmer. Er hat dazu beigetragen, den christlichen Glauben aus allen m\u00f6glichen Perspektiven mit allen m\u00f6glichen Themen zu durchleuchten &#8211; bzw. die Themen mit dem christlichen Glauben zu durchleuchten. Mit ihm wird die Welt des christlichen Glaubens erweitert. Er versuchte also zu beweisen, dass das, was ihn anf\u00e4nglich am christlichen Glauben st\u00f6rte, das intellektuell Unbefriedigende, nicht stimmt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\">18. Kyrill von Alexandrien (um 380-444)<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kyrill von Alexandrien wird ger\u00fchmt wegen seiner Bibelauslegungen, ist aber umstritten angesichts der Art seines Einsatzes gegen andere christliche Glaubensrichtungen. Das Patriarchat Alexandria und das Patriarchat von Konstantinopel rangen um die Vorherrschaft. So hatte schon sein Verwandter, Theophilus I., an der Spitze Alexandrias gegen den oben genannten Johannes Chrysostomos gek\u00e4mpft (s. o. 15). In diesem Zusammenhang hat Kyrill nicht vor unchristlichen Taten zur\u00fcckgeschreckt. Er war Machtpolitiker durch und durch. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Er scheute nicht davor zur\u00fcck, trickreich vorzugehen. Weil er sich gegen den Kontrahenten Nestorius (\u2020 451?), der meinte, in Jesus seien Mensch und Gott zwei getrennte Personen, nicht durchsetzen konnte, nahm er die Hilfe des Papstes Coelistin I. (\u2020 432) in Anspruch. Der Papst stand auf seiner Seite und forderte die Absetzung des Glaubensgegners als Patriarch von Konstantinopel. Das war aber nicht so leicht, ihn abzusetzen. Es wurde eine Synode einberufen in deren Vorfeld Bestechungsgelder in gro\u00dfer H\u00f6he eingesetzt wurden, es wurde intrigiert und: Bevor die Anh\u00e4nger des Gegners auf der Synode erschienen waren, hat Kyrill sie er\u00f6ffnet und die Anwesenden haben den Gegner verurteilt. Aber auch nicht alle Anwesenden fanden das prickelnd, denn nicht nur Konstantinopel war sein Gegner, sondern auch das Patriarchat von Antiochia &#8211; im Kampf gegen die Theologie des Origenes (s.o. 5.) taten sich die Alexandriner schon in der Zeit des Origenes hervor. Zudem hat Kyrill die F\u00e4higkeit beherrscht, rechtliche Auseinandersetzungen sofort zu Glaubensfragen zu erheben, somit ist er moralisch gegen Gegner vorgegangen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kyrill und die Antiochener haben sich dann auf eine Formel geeinigt: Jesus Christus ist einer, aber wesensgleich mit Gott und wesensgleich mit dem Menschen. Kyrill selbst war jedoch st\u00e4rker f\u00fcr die Gottheit Jesu und somit auch f\u00fcr Maria als Geb\u00e4rerin Gottes. Aber auch die trickreich \u00dcbert\u00f6lpelten wollten nicht leicht beigeben, so spaltete sich die Kirche. Er lie\u00df Kirchen von christlichen Gegnern, Novatianern, pl\u00fcndern und schlie\u00dfen, forderte zu einem Judenpogrom in Alexandria auf, in diesem Zusammenhang wurde auch die neuplatonische (1) Philosophin Hypathia durch eine militante Christengruppe und christlichem P\u00f6bel get\u00f6tet. Manche Christen sollen nach seinem Tod gesagt haben: &#8222;Endlich, endlich ist dieser schlimme Mann gestorben. Sein Abschied erfreut Lebende, aber Tote wird er betr\u00fcbt haben.&#8220; Gegner in Alexandria hatte er als verkrachte Existenzen und Dreckshaufen Alexandrias bezeichnet, die er bek\u00e4mpfte &#8211; und die waren nach dessen Sterben freilich nicht traurig. Schon seine Ernennung zum Patriarchen wurde nicht von allen begr\u00fc\u00dft. Letztlich haben sich die Alexandriner sechs Jahre nach Kyrills Tod von der Reichskirche getrennt. Das war der Ursprung der koptischen Kirche.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kyrill hat dem Kaiser Theodosius II. (\u2020 450) einen wertvollen Kalender geschenkt, mit dem das Osterfest berechnet werden konnte. Das Osterfest, das f\u00fcr Christen sehr wichtig ist, richtet sich nach dem Mondkalender, w\u00e4hrend sonst der Sonnenkalender verwendet wird. Darum variiert das Osterfest bis heute und die Berechnung. Dieses berechnen zu k\u00f6nnen, war wesentlich f\u00fcr die Einheit der Kirche. Man wollte gemeinsam die Feste, die von Ostern abh\u00e4ngig waren (Himmelfahrt, Pfingsten) feiern. Und so war es gut, wenn \u00fcberall dort, wo es Christen gab, ein solcher Kalender die Einheit erm\u00f6glichen konnte. Die Kommunikation war bekanntlich nicht wie heute. Um die gemeinsame Zeit langfristiger planen zu k\u00f6nnen war er entsprechend relevant.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es wurde schon oben im Zusammenhang mit Augustinus darauf hingewiesen, dass es einen Kaiser gegeben hatte, Julian, der versuchte, den christlichen Glauben wieder zur\u00fcckzudr\u00e4ngen und die r\u00f6mischen G\u00f6tter auf den Thron zu heben. Kyrill setzt sich mit der Schrift des Julian, Gegen die Galil\u00e4er, intensiv auseinander und zerpfl\u00fcckt dessen Argumente. Er war &#8211; und darum wird er anerkannt &#8211; ein Mensch, der sich f\u00fcr den Glauben eingesetzt hat. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">*<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist in der Kirche eine Balance zu halten. Das versucht die Einigung im christologischen Streit zu ber\u00fccksichtigen: Wahrer Gott und wahrer Mensch &#8211; eine Natur, unvermischt und ungetrennt. Die Ber\u00fccksichtigung der Menschheit Jesu sch\u00fctzt vor Gr\u00f6\u00dfenwahn und die Ber\u00fccksichtigung der Gottheit Jesu sch\u00fctzt vor Beliebigkeit, vor Respektlosigkeit. Glaubende schwanken hier zwischen zwei Extremen. Der Geist Gottes m\u00f6ge uns davor bewahren und zur Erkenntnis von Jesus Christus f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\">19. Boethius (um 480-524\/6)<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Boethius, geboren in einer reichen und einflussreichen christlichen Familie, war ein neuplatonischer Philosoph, Theologe und Politiker. Der Vater, Konsul, starb fr\u00fch. Boethius wurde dann von einem fr\u00fcheren Konsul, Symmachus, aufgenommen und ausgebildet. Er heiratete dessen Tochter Rusticiana, die sich nach der Hinrichtung ihres Mannes daf\u00fcr einsetzte, dass er nicht vergessen wurde. Boethius war ein hervorragend Gebildeter und wissenschaftlich anerkannter Gelehrter. Ebenso war er politisch ein wichtiger Mensch seiner Zeit, der in hohen Verwaltungs\u00e4mtern t\u00e4tig war. Sogar seine beiden Kinder wurden vom Gotenk\u00f6nig Theoderich des Gro\u00dfen (451\/56-526) 522 zu Konsuln ernannt, wohl mit Zustimmung des Kaisers Justin I. (um 450-527). Sein wissenschaftliches Ziel bestand unter anderem darin, die Werke und Gedanken der gro\u00dfen griechischen Philosophen (z.B. Platon und Aristoteles) in die Gegenwart des lateinischen Westens durch \u00dcbersetzungen und Kommentierung zu retten. Anders gesagt: Ost und West dadurch zu vereinen. Allerdings konnte er es nur ansatzweise umsetzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und dann kam, wie es kommen musste: ber\u00fchmte Menschen haben ihre Neider. Ein selbstbewusster Mensch tritt anderen auf die F\u00fc\u00dfe, die dann aufschreien und \/ oder intrigieren. Das alles war politisch ein sehr heikles Gebiet. Der arianische K\u00f6nig Theoderich wollte Herrscher in Westrom bleiben, f\u00fcrchtete, dass ihn die Anh\u00e4nger des orthodoxen \/ katholischen Kaisers von Ostrom beseitigen k\u00f6nnten. Die alten stolzen Senatorenfamilien hatten st\u00e4rkere Beziehungen zu Ostrom als zum k\u00f6niglichen Hof. Es gab also Konflikte um die Macht zwischen Hof und Senat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es wurden Briefe abgefangen, die ein Senator an den Kaiser geschrieben hatte, die politisch heikel waren, Boethius scheint die Entdeckung vertuscht zu haben. Sie wurden dem K\u00f6nig jedoch von einem Rivalen des Boethius vorgelegt.  Boethius solidarisierte sich mit dem Briefschreiber. Und so kamen also zusammen: politische und pers\u00f6nliche Animosit\u00e4ten. Boethius wurde seiner \u00c4mter enthoben, unter Hausarrest gestellt, verhaftet und mit seinem Schwiegervater wegen \u2013 sagen wir: Landesverrates \u2013 hingerichtet, seine G\u00fcter wurden eingezogen. Ihm wurde vorgeworfen, mit dem ostr\u00f6mischen Herrscher zu paktieren. Als versch\u00e4rfende Belege wurden vermutlich auch gef\u00e4lschte Briefe vorgelegt, zudem wurde er der Zauberei und D\u00e4monenbeschw\u00f6rung verd\u00e4chtigt. Der Goten-Herrscher war so klug, die Verurteilung und Hinrichtung seinen Handlangern zu \u00fcberlassen \u2013 und so konnte er dann seine H\u00e4nde in Unschuld waschen. Und der Ankl\u00e4ger wurde bef\u00f6rdert, ein politischer Mitl\u00e4ufer wurde an die Spitze der Verwaltung berufen. Die Tochter des Theoderich, Amalasuntha \/ Amalaswintha (\u2020 535), herrschte nach ihrem Vater und gab der Familie des Boethius die G\u00fcter zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sein \u00fcberliefertes Hauptwerk ist &#8222;Trost der Philosophie&#8220;, das er in Gefangenschaft schrieb. Die personalisierte Philosophie spricht mit ihm (manche glauben, in der Frau Philosophie auch seine Frau Rusticiana wiederzuerkennen). Der Mensch ist durch den Sch\u00f6pfer, dem &#8222;Vater aller Dinge&#8220; zu einem g\u00f6ttlichen Wesen dadurch geworden, dass er Vernunft hat. Der Mensch ist durch den Geist Gott \u00e4hnlich \u2013 und er, der also als besonderes Gesch\u00f6pf \u00fcber allem Gesch\u00f6pf steht, meint, er ben\u00f6tige f\u00fcr sein Gl\u00fcck irgendetwas, das au\u00dfer ihm selbst liegt, zum Beispiel Reichtum. Und damit tun Menschen dem Sch\u00f6pfer Unrecht. Wenn man meint, man habe Gl\u00fcck durch etwas, das unter dem Menschen steht, dann stellt man seine W\u00fcrde unter das, was man erstrebt. Kurz, wer seine W\u00fcrde aus Reichtum, Macht usw. zieht, der hat sich durch den Reichtum entw\u00fcrdigen lassen, weil er Reichtum h\u00f6her stellt als seine ihm von Gott gegebene W\u00fcrde. Damit weist die Philosophie \u00fcber sich hinaus, eben auf den &#8222;Vater aller Dinge&#8220;. Weitere theologische Werke sind \u00fcberliefert, in denen er zu Fragen der Zeit Stellung nimmt. Aber Jesus Christus ist in allen nicht im Fokus, sodass manche meinen, dass Boethius \u00fcberhaupt nicht christlich denkt. Boethius suchte, so sehe ich das, in allem eine harmonische Einheit, sodass in dem Wort Gott auch Jesus Christus enthalten sein wird. Anders gesagt: W\u00e4hrend der Denker des Neuplatonismus (1), Plotin, die christlichen Gedanken seines Lehrers Ammonios Sakkas heidnisch &#8222;gelesen&#8220; hat, hat der Christ Boethius die heidnische Philosophie christlich &#8222;gelesen&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Mittelalter wurde er sehr gesch\u00e4tzt, weil er griechische Philosophie in den Westen brachte &#8211; und auch als M\u00e4rtyrer und Freiheitsk\u00e4mpfer wurde er angesehen. Die Schrift &#8222;Trost der Philosophie&#8220; war ab dem 9. Jahrhundert verbreitet und wurde vielfach kommentiert, wurde Schullekt\u00fcre. Er war also sehr einflussreich. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich schlie\u00dfe diese \u00dcbersicht mit Boethius, weil er zwischen der Antike und dem Mittelalter steht und im Westen versucht hat, die philosophische griechische Tradition f\u00fcr den Westen zu retten. Das wird vielfach \u00fcbersehen. Er hat, wie von Campenhausen schreibt, die Mittelalterliche Hochsch\u00e4tzung des Aristoteles begr\u00fcndet, nicht zuletzt dadurch, dass er die theologisch-philosophische Fachsprache durch die \u00dcbertragung der griechischen Schriften ins Latein, pr\u00e4gte. In seiner Zeit lebte auch Justinian. Justinian I. wurde 527 Kaiser, hat aber auch schon vorher Aufgaben eines Herrschers ausge\u00fcbt, weil der Kaiser Justin I. krank geworden war. Die gro\u00dfe Bedeutung von Justinian I. besteht unter anderem darin, dass er das R\u00f6mische Recht sammeln, systematisieren, aufarbeiten lie\u00df (Corpus iuris civilis), das bis in die Gegenwart Bedeutung hat. Zudem hat Boethius die Wissenschaft der Zeit \u00fcberliefert (Mathematik, Musik, Astronomie), die christliche Lehre in seinen Werken zusammengefasst, wie sie von den oben Dargestellten erk\u00e4mpft worden war. Wir haben im sechsten Jahrhundert eine Zeit des \u00dcbergangs. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Alles in allem war Boethius ein genialer theologisch-philosophischer Verwalter. Er hat vorhandenes Wissen geordnet, systematisiert, kommentiert. Er, der wissenschaftlich zwischen Ostrom und Westrom vermitteln und beide vereinheitlichen wollte, wurde hingerichtet und wurde zu einem, der zwischen Antike und Mittelalter die Br\u00fccke schlug. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\">C) \u00dcberlegung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es wurde sehr heftig darum gerungen: Wie kann \u00fcber Jesus Christus gesprochen werden, damit die Bedeutung von Jesus Christus sinnvoll verstanden werden kann? Dabei wurde ernsthaft christlich und auch unchristlich, das hei\u00dft unfair, gewaltt\u00e4tig, intrigant und unter Machtmissbrauch um Gott gerungen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Bibel selbst spricht nicht systematisch-philosophisch \u00fcber Gott, sondern gibt Erfahrungen von Menschen wieder:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>In der Bibel ist von <em>einem<\/em> Gott die Rede, k\u00f6nnen dann Jesus und der Geist auch Gott sein? <\/li>\n\n\n\n<li>In der Bibel ist von Jesus die Rede, der sich Gott unterordnet, ihn &#8222;Vater&#8220; nennt, ist er dann gleichrangig? <\/li>\n\n\n\n<li>Jesus selbst wird als Gott bezeichnet &#8211; wie kann er dann untergeordnet sein? <\/li>\n\n\n\n<li>Jesus ist ein wahrer Mensch, wie kann er dann gleichzeitig Gott sein? <\/li>\n\n\n\n<li>Wer ist der, der S\u00fcnden vergibt, rettet, um Hilfe angebetet wird, auferstanden ist aus den Toten?<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Problem, vor dem sich die Kirche gestellt sah, bestand in der Frage: Wie k\u00f6nnen wir die nebeneinander stehenden Aussagen systematisieren? Es geht <\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>um die Frage: Wer ist Jesus Christus \u00fcberhaupt? <\/li>\n\n\n\n<li>um die Frage nach dem Verh\u00e4ltnis von Gott und Jesus Christus (ist er Gott-Vater nachgeordnet, untergeordnet, ist er Gesch\u00f6pf, ist er \u00fcberhaupt Gott?) <\/li>\n\n\n\n<li>darum, wie Jesu Gottsein und sein Menschsein zusammenzudenken sind. <\/li>\n\n\n\n<li>und: Welche Bedeutung hat das f\u00fcr uns Menschen? <\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zu welchem Ergebnis die gro\u00dfen Denker kommen, wird eigens dargelegt: <a href=\"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/gott\/trinitaet-dreieinigkeit\/\">https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/gott\/trinitaet-dreieinigkeit\/<\/a> und <a href=\"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/jesus-christus\/christologie\/\">https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/jesus-christus\/christologie\/<\/a> <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Warum wurde dar\u00fcber gerungen?<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Es wurde so heftig darum gerungen, weil die Kirche mit einer Stimme sprechen sollte. Aber nicht nur das: <\/li>\n\n\n\n<li>Wir Menschen, die glauben, wollen Gott gerecht werden, wollen die Wahrheit \u00fcber ihn aussprechen. Aber das gro\u00dfe Problem, das Augustinus erkannte: Gott ist wie das Meer, wir k\u00f6nnen ihn nicht mit einem Teel\u00f6ffel aussch\u00f6pfen. Nicht nur, weil Gott unermesslich ist, sondern auch darum, weil unsere Sprache begrenzt ist. So entwickelte sich die Sprache, um Gott gerecht werden zu k\u00f6nnen, erst im Laufe der Jahrhunderte. Letztlich ist zu erkennen: Gott kann ausgesprochen werden in einer Sprache, die W\u00f6rter benutzt, die sich ausschlie\u00dfen. Mit Sprache ist Gott nicht zu erfassen. Um ihm gerecht zu werden, k\u00f6nnen wir nicht einfach sagen: So ist er. Denn damit haben wir Gott in der Hand. Es ging darum, Missverst\u00e4ndnisse zu vermeiden, nicht darum, Spannungen zu kl\u00e4ren. <\/li>\n\n\n\n<li>Es geht hier immer um die \u00dcberlegung: Was sagt die Kirche. Nicht darum, welche Glaubenserfahrung haben einzelne Glaubende gemacht. Worauf legen sie den Schwerpunkt. <\/li>\n\n\n\n<li>In dieser Auseinandersetzung ging es auch darum: Wie erkl\u00e4ren wir alles den heidnischen Philosophen &#8211; somit auch sich selbst? Viele kamen wie zu sehen war, aus heidnischen Traditionen bzw. standen an der Schwelle dazu und wollten Klarheit bekommen: Wie ist das eigentlich mit meinem Glauben? Wie kann ich ihn verantworten?<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Diskussionen gehen heute weiter. Einmal gibt es Angriffe von Atheisten und S\u00e4kularen, die intolerant den Christen Intoleranz vorwerfen, wenn sie bekennen: Jesus Christus ist der Weg, die Wahrheit und das Leben, dass es kein Heil, keine Erl\u00f6sung gibt, au\u00dferhalb von Christus. Zudem gibt es Einordnungen Jesu durch Religionen: (a) Hinduismus: Jesus ist eine Gottheit unter anderen, ist eine Inkarnation wie Krischna; (b) Buddhismus: er war ein untergeordneter Erwachter, er hat auch den Buddha in sich erkannt; (c) Islam: Gott kann keinen Sohn haben, Jesus ist Prophet. Dann ist auch zu bedenken: Wie k\u00f6nnen wir heute, in der die Sprache fortgeschritten ist, die Philosophie weitere Wege gegangen ist, angemessen von Gott sprechen, so von Gott sprechen, dass wir es verantworten k\u00f6nnen, dass Nichtglaubende uns verstehen? Das ist ein schmaler Grad, denn Gott darf keiner Weltanschauung angepasst werden muss dennoch zeitgem\u00e4\u00df bekannt werden. Um es trinitarisch auszusprechen: Es geht heute nicht allein um die Zahl 3=1 oder 1\u00b3 (in dem Sinn: 1 Wesen; 3 Personen\/Gesichter), sondern die trinitarische Aussage erm\u00f6glicht es, die Beziehung hervorzuheben: Gott ist nicht in sich selbst ruhende Einheit und Einsamkeit, er ist in sich liebende Kommunikation, er ist Einheit in Vielfalt. Wie dem auch sei: Es gibt in der gegenw\u00e4rtigen Christenheit unterschiedlichste miteinander diskutierende oder nebeneinanderher laufende Str\u00f6mungen: <\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>nat\u00fcrlich die Christen, die an der trinitarischen Aussage festhalten;<\/li>\n\n\n\n<li>die Christen, die Jesus als besonderen Menschen sehen, den (a) Gott besonders erw\u00e4hlt hat; (b) die Jesus als besonderer Mensch der Vergangenheit ansehen, so die liberalen Formen, die fragen, wie sah sich der Mensch Jesus selbst, wie sind bestimmte Sachverhalte historisch zu kl\u00e4ren; (c) die Jesus als ethisches Vorbild, als Weiser: N\u00e4chsten- und Feindesliebe, Umgang mit Ausgegrenzten, der Befreier ansehen; (d) oder: er ist Prophet, wie es j\u00fcdische Propheten auch waren, der Gottes Willen verk\u00fcndet; (e) Jesus ist religi\u00f6ses Genie, wie im 19. Jahrhundert geniale Menschen hervorgehoben wurden, einer, der besonders tiefe religi\u00f6se, psychische Erfahrungen gemacht hat; <\/li>\n\n\n\n<li>Jesus der vollkommene &#8222;Ahne&#8220;, der Heiler,<\/li>\n\n\n\n<li>der Guru, der kosmische, geistliche Lehrer, der den Buddha im Menschen erkennen l\u00e4sst; der Bodhisattva, der das Wohl anderer im Blick hat, <\/li>\n\n\n\n<li>(i) usw.  <\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Heute wird in Teilen der westlichen Kirche (Verk\u00fcndigung, P\u00e4dagogik, \u00f6ffentlicher Wahrnehmung) Jesus Christus im wesentlichen als Mensch verk\u00fcndet. Auch hier m\u00fcssen wir die Frage stellen: Welche Nachteile bzw. Gefahren bringt es mit sich, wenn die Gottheit von Jesus Christus \u00fcbergangen wird und er allein als Mensch gesehen wird?<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Jesus Christus ist nicht mehr der, dem ich mich unterordne, als Kirche und Individuum nicht, sondern er wird eine Stimme unter vielen und ich bin derjenige, der Ma\u00dfstab f\u00fcr das ist, was ich akzeptieren m\u00f6chte und was nicht.<\/li>\n\n\n\n<li>Jesus Christus wird dem Urteil der Menschen unterworfen \u2013 anstatt dass der Mensch sich dem Urteil von Jesus Christus unterwirft.<\/li>\n\n\n\n<li>Um nur ein Beispiel zu nennen: Das hat dann auch Auswirkungen darauf, wie ich den Tod Jesu am Kreuz interpretiere. Es ist das einfache Sterben aus politischen, solidarischen, vorbildhaften Gr\u00fcnden eines Menschen \u2013 nicht mehr der das Sterben f\u00fcr mich, zur Vergebung meiner S\u00fcnden, zur Vers\u00f6hnung mit Gott. Wenn Jesus nur Mensch war, kann er die Menschheit nicht befreien und den Tod \u00fcberwinden, kann er nicht wiederkommen (s. Gregor von Nazianz).<\/li>\n\n\n\n<li>Eine Frage anderer Art: Kann sich eine &#8222;moderne&#8220; Zeit einfach von den Erfahrungen der Christen der letzten 2000 Jahre l\u00f6sen und meinen, sie h\u00e4tten nun den &#8222;wahren&#8220; Jesus Christus gefunden? <\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist in der Kirche eine Balance zu halten zwischen Fundamentalismus und Relativismus (hier beides im negativen Sinn als Extreme verstanden): Die Ber\u00fccksichtigung der Menschheit Jesu sch\u00fctzt vor Gr\u00f6\u00dfenwahn und die Ber\u00fccksichtigung der Gottheit Jesu sch\u00fctzt vor Beliebigkeit, vor Respektlosigkeit. Glaubende schwanken hier zwischen zwei Extremen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Geist Gottes &#8211; also Gott &#8211; m\u00f6ge uns davor bewahren und zur Erkenntnis von Jesus Christus f\u00fchren. Und damit ist auch der Heilige Geist, also Gott, angesprochen. Er zeigt, dass der Glaube ein dynamisches Geschehen ist, er ist die Kraft, die in der Kirche wirkt, durch alle Irrungen und durch alle chaotischen Zeitzust\u00e4nde hindurch &#8211; auf der Basis der biblischen Schriften. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">*<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\">(1) Ammonios Sakkas (gestorben ca. 242) war der Lehrer von Origenes (wobei es wohl zwei Origenes als Sch\u00fcler gab: einen Sch\u00fcler, der enger mit ihm verbunden war, und einen, der nicht so eng mit ihm verbunden war. Der Letztgenannte w\u00e4re der christliche Origenes) und Plotin. Leider ist seine Philosophie kaum mehr greifbar, weil sie in der \u00dcberlieferung mit anderen Philosophen der Zeit vermischt wurde. Vermutlich war er Christ &#8211; ob er sich vom christlichen Glauben abwandte, um platonischer Philosoph zu werden, wird diskutiert. Der gro\u00dfe Denker des Neuplatonismus war Plotin (205-270). Sein Sch\u00fcler Porphyrios hat ca. 30 Jahre nach dem Tod des Lehrers seine Schrift \u00fcber diesen ver\u00f6ffentlicht &#8211; er hat auch \u00fcberliefert, dass Plotin die Lehre von Ammonios Sakkas vertreten habe, was allerdings nicht mehr nachvollziehbar ist. Plotin war kein Christ, lebte aber in Alexandrien \/ Rom, kurz in philosophischen Schmelztiegeln: Die stoische Philosophie, in der die g\u00f6ttliche Kraft in der Welt am Wirken ist, die philosophischen Bestrebungen Philos, den j\u00fcdischen Glauben mit Hilfe der stoischen Philosophie auszudr\u00fccken, daneben gab es die Mysterienreligionen und gnostische Ans\u00e4tze. Zudem denke ich, dass in der Zeit auch buddhistische Ideen nicht auszuschlie\u00dfen sind. So spielt f\u00fcr Plotin das Individuum eine immer gr\u00f6\u00dfere Rolle. F\u00fcr ihn steht \u00fcber allem das Absolute, das Eine, das nicht erkennbar ist. Und es geht um den Aufstieg des Philosophen zu dem H\u00f6chsten, zur Befreiung der Seele; es ging ihm um die Frage nach der Erl\u00f6sung, aber nicht dadurch, dass man den K\u00f6rper missachtet (obgleich er dem K\u00f6rper skeptisch gegen\u00fcberstand), und um die nach Befreiung vom Tod. Es war in gewisser Weise eine asketisch-religi\u00f6se Philosophie, die Plotin vertrat. Die Denkwelt der Philosophie und die der Christen war in gewisser Weise kompatibel. Die Sprache wie die Sehnsucht der Menschen passten gut zueinander beim Neuplatonismus und dem christlichen Glauben. F\u00fcr den Neuplatonismus war das Eine, das H\u00f6chste, das Transzendente, das \u00fcber allem Seiende, also nicht mit dem irdischen Sein Vergleichbare, unpers\u00f6nlich &#8211; f\u00fcr Christen war es Person. Die intellektuelle Reinigung durch die Philosophie, war f\u00fcr Christen verbunden mit der Vergebung, die Verbindung mit Gott, dem Transzendenten, geschah f\u00fcr Christen durch den Heiligen Geist. Um nur das zu nennen. Somit konnten gro\u00dfe Denker des christlichen Glaubens in die Philosophie des Neuplatonismus ihren Glauben wiederfinden, bzw. diese Philosophie tiefer durchdringen, indem sie Gott in Jesus Christus fanden. Zudem war der christliche Glaube untrennbar mit Gemeinschaft und sozialem Engagement verbunden. Das sprach Menschen mehr an, als das Kreisen um sich selbst. Wobei auch Plotin insofern sozial engagiert war, weil viele Kinder in seinem Haus lebten, die er bilden und erziehen sollte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\">(2) Arius sah, anders als die griechische Mythologie, dass Jesus von Gott vor aller Zeit geschaffen worden war, also nicht erst wie ein Halbgott von einer Frau geboren wurde. Die Lehre des Arius wurde zwar nicht anerkannt, aber viele blieben bei dieser Sicht. Im Grunde war sie auch einfacher als die, die letztlich anerkannt wurde. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>KIRCHENV\u00c4TER Zun\u00e4chst geht es um einen \u00dcberblick \u00fcber die Namen, deren Herkunfts- und Wirkungsorte, dann um eine \u00e4u\u00dferst knappe Darstellung ihrer Theologie. In dieser Darstellung k\u00f6nnen nur einzelne Aspekte angesprochen werden. Vertiefungen sind in Lexika (z.B. \u00d6kumenisches Heiligenlexikon oder Wikipedia) zu finden. Besonders empfehlenswert ist immer noch: Hans von Campenhausens [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":74,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-609","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/609","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=609"}],"version-history":[{"count":39,"href":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/609\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3983,"href":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/609\/revisions\/3983"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/74"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=609"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}