{"id":589,"date":"2019-07-02T10:42:18","date_gmt":"2019-07-02T08:42:18","guid":{"rendered":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/?page_id=589"},"modified":"2026-08-19T11:12:54","modified_gmt":"2026-08-19T09:12:54","slug":"philanthropie-und-naechstenliebe","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/kirche\/philanthropie-und-naechstenliebe\/","title":{"rendered":"Philanthropie und N\u00e4chstenliebe"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-center has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Philanthropie und N\u00e4chstenliebe<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-text-align-center has-black-color has-white-background-color has-text-color has-background\"><strong>1. Philanthropie<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">N\u00e4chstenliebe ist ein spezifisch j\u00fcdisch-christliches Konzept, was nicht hei\u00dfen soll, dass es praktizierte Mitmenschlichkeit nicht auch sonst gegeben hat. In der griechisch-r\u00f6mischen Antike gab es freilich ein \u00e4hnliches Verhalten, eine \u00e4hnliche Forderung: Philanthropie genannt. Der Philanthrop ist ein: \u201eMenschenfreund\u201c. Die Philanthropie bezeichnete zun\u00e4chst die wohlwollende, anst\u00e4ndige Zuwendung der Elite zu den Massenmenschen. Menschenfreundlich waren vor allem, so dachten die Athener, die Athener. Alle anderen waren eher Barbaren. Es war also eine ausschlie\u00dfende Menschenfreundlichkeit. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das wandelte sich dann und man meinte, dass alle Menschen menschenfreundlich sein k\u00f6nnen. Dieser Meinung war vor allem der Philosoph Seneca (4 vor Christus bis 65 n.Chr.) und dann der historische Schriftsteller Plutarch (45-127n.Chr.). Beide waren Stoiker, denen es auf die Geisteshaltung ankam, nicht auf konkrete gesellschaftliche \u00c4nderungen. Was nicht negativ gemeint sein soll, denn es dauert immer lange Zeit, bis ein guter Ansatz realisiert wird. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Philanthropie hatte \u00fcberwiegend im Hintergrund: Durch Wohltaten, die man anderen gibt, bekommt man unterschiedlichste Arten von Anerkennung und Gefolgschaften und Stimmen bei Wahlen (Klientel-Patronat) usw. So konnten selbst die Stiftungen von (grausamen) Zirkusspielen (Kolosseum) als solche Wohltat \/ Philanthropie angesehen werden. Es ging in der Philanthropie auch darum, den gesellschaftlichen Zusammenhalt einer Stadt zu f\u00f6rdern, es ging um die Zuwendung zu Menschen, die unverschuldet in Armut geraten sind und nicht um die Zuwendung zu Armen, Notleidenden insgesamt, es ging nicht darum, deren Situation zu \u00e4ndern. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-text-align-center has-black-color has-white-background-color has-text-color has-background\"><strong>2. N\u00e4chstenliebe<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">N\u00e4chstenliebe, griechisch \u201eAgape\u201c \/ latein &#8222;Caritas&#8220; wie sie Jesus aufgrund seiner j\u00fcdischen Tradition pr\u00e4gte, hat eine andere Intention. Es geht hier nicht von oben nach unten, sondern jeder Mensch hat die Aufgabe, sich f\u00fcr den anderen einzusetzen (ihm zu dienen). Somit geht die Hilfe nicht von oben nach unten, sondern findet auch auf gleicher Ebene statt. Es geht auch nicht nur um Wohltaten, sondern um Nothilfe, die allen gilt, und nicht nur den Menschen der eigenen Stadt, der eigenen Familie usw., es geht auch nicht nur um unverschuldet Verarmte, sondern um alle. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Motivation ist nicht, dass man Lohn und Anerkennung bekommt, Klientel-Macht, sondern es geht um den Mitmenschen, dem man sich im Auftrag Gottes zuwenden muss, weil Gott in ihm anwesend ist (Mt 25,31ff.). <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dank bekommt man von Gott \u2013 und erwartet diesen nicht von Menschen. Aber: Mt 25,31ff. spricht Jesus davon, dass nicht nur Menschen mit einem bestimmten Glaubensbekenntnis voller Mitleid anderen zugewandt sind, sondern alle, die sich so verhalten, werden von Gott anerkannt. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eVorbild\u201c dieser Liebe ist Gott selbst, der sich Menschen zuwendet und f\u00fcr den Menschen in Jesus Christus aus Liebe gestorben ist. Mt 25,31 und anderen Texten intendiert die alttestamentliche Begr\u00fcndung: Jeder Mensch ist Ebenbild Gottes, hat W\u00fcrde von Gott bekommen. Entsprechend ist er auch als Ebenbild Gottes zu behandeln. Das wird von Jesus pr\u00e4zisiert: Was ein Mensch dem anderen tut, wird Gott angetan, da Gott im anderen ist. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Weil Agape und Philanthropie so unterschiedlich sind, haben Christen des Westens diese beiden Konzepte auch getrennt und nicht zusammen gef\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-text-align-center has-black-color has-white-background-color has-text-color has-background\"><strong>3. Zusammenwachsen von Philanthropie und N\u00e4chstenliebe<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Philanthropie und die Agape wuchsen dann jedoch zusammen \u2013 deutlich im 3.-4. Jahrhundert nach Christus. So wurde die Philanthropie mit Fr\u00f6mmigkeit verbunden (durch den Christenkritiker und Neuplatoniker Porphyrius: ca. 233-301), sodass der Philosoph und Redner Themistios (317-387) sagen konnte, Gott ist als m\u00e4chtigstes Wesen der gr\u00f6\u00dfte Menschenfreund (mit Blick auf den Kaiser, der entsprechend menschenfreundlich sein soll wie Gott). Das hei\u00dft, die christliche Botschaft, dass Gott den Menschen liebt und der Mensch diese Liebe weitergeben soll, wurde heidnisch aufgegriffen und uminterpretiert. Entsprechend sollte dann unter dem Kaiser Julian (Herrschaft 360-363), der die alte r\u00f6mische Fr\u00f6mmigkeit wieder einf\u00fchren und das Christentum zur\u00fcckdr\u00e4ngen wollte, eine christlich ver\u00e4nderte Definition von Philanthropie die Agape ersetzen. Philanthropie im alten Sinn konnte nicht mehr wiederbelebt werden. Die christliche Intention hatte diese schon zu sehr umgepr\u00e4gt. Zudem hatte Kaiser Julian nur eine kurze Amtszeit, sodass Christen N\u00e4chstenliebe in ihrem Sinn weiterf\u00fchren konnten. Mancherorts allerdings wurde dann N\u00e4chstenliebe immer wieder durch Philanthropie ersetzt \u2013 was man bis heute erkennen kann. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber auch die Philanthropie beeinflusste die N\u00e4chstenliebe: Die ersten Krankenh\u00e4user wurden von Christen entwickelt. Diese wurden von reichen Christen unterst\u00fctzt. Hieran kann man vielleicht die Mischung von N\u00e4chstenliebe und Philanthropie erkennen: N\u00e4chstenliebe \u2013 es geht um die durch Gott ver\u00e4nderte Gesinnung, die den Menschen dazu bringt, sich anderen zuzuwenden, ihnen zu dienen. Philanthropie \u2013 es ging darum, dass die soziale Elite andere unterst\u00fctzen muss. Die Gemeinden haben auf diese Weise Armenspeisungen finanziert, Schulen, Aufnahme von Findelkindern\u2026 Wir sehen freilich schon in der Apostelgeschichte und in Briefen des Apostels Paulus, dass die fr\u00fchesten Gemeinden schon organisatorisch t\u00e4tig waren. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Basis wurde dann, weiter entwickelt, vom Staat \u00fcbernommen und f\u00fchrte dann zu unserem Sozialsystem.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-text-align-center has-black-color has-white-background-color has-text-color has-background\"><strong>4. Bedeutung der christlich verstandenen Liebe <\/strong>und Hilfe f\u00fcr andere<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">M\u00e4nner und Frauen heiraten einander. Das aus unterschiedlichsten Gr\u00fcnden. In der Antike war es \u00fcblich, dass die Familienoberh\u00e4upter die jeweiligen jungen Menschen zusammenf\u00fchrten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das hatte zur Folge, dass es manchmal in der Ehe klappte, manchmal nicht. Das System war patriarchalisch ausgerichtet, das hei\u00dft, die Frau geh\u00f6rte dem Mann. Der Mann kann sein sexuelles Leben auch au\u00dferhalb der Ehe regeln, Ehe diente im Wesentlichen dem Erhalt der vom Mann \/ der Familie gew\u00fcnschten Nachkommenschaft bzw. auch h\u00f6herer Ebene der Mehrung des Besitzes. F\u00fcr die Frau war das freie Leben normalerweise nicht m\u00f6glich. Allerdings muss man unterscheiden: Oberschicht \u2013 Unterschicht und die jeweiligen Regionen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nun kommt der christliche Glaube ins Spiel:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So hei\u00dft es im Epheserbrief 5,21ff.: Ordnet euch einander unter in der Furcht Christi.<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Ihr Frauen ordnet euch euren M\u00e4nnern unter wie dem Herrn. Denn der Mann ist das Haupt der Frau, wie auch Christus das Haupt der Gemeinde ist \u2013 er hat sie als seinen Leib gerettet. \u2026<\/li>\n\n\n\n<li>Ihr M\u00e4nner, liebt eure Frauen, wie auch Christus die Gemeinde geliebt hat und hat sich f\u00fcr sie dahingegeben, um sie zu heiligen\u2026 So sollen die M\u00e4nner ihre Frauen lieben, lieben wie ihren eigenen Leib. Wer seine Frau liebt, liebt sich selbst\u2026<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Solche Aussagen geh\u00f6ren zu den sogenannten Haustafeln. In ihnen wird die Hierarchie der Gesellschaft festgeschrieben. Wir finden hier diese Gattung aufgegriffen, aber aus christlichem Geist heraus ver\u00e4ndert. Das patriarchalische System wird unterlaufen \u2013 gleichzeitig aufrechterhalten. Aber die Liebe bekommt nun einen anderen Stellenwert. Die Partnerschaft bekommt eine neue Bedeutung. Die Konzentration beider Ehepartner aufeinander und die Unterordnung untereinander \u2013 allerdings im Rahmen der patriarchalischen Gesellschaft. Aber die patriarchalische Gesellschaft bleibt nicht mehr wie sie war, auch wenn sie in den sp\u00e4teren Jahrhunderten weiterhin den Text aus der patriarchalischen Perspektive ausgelegt hat und sich entsprechend auf die Unterordnung der Frau konzentriert hat. Der Mensch konstruiert, wie so oft, aus dem g\u00f6ttlichen Anspruch, sich einander unterzuordnen, neue Herrschaftsstrukturen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch daran sieht man die st\u00e4ndige Auseinandersetzung zwischen Gott und Mensch: Gott will den Menschen in eine mitmenschliche Richtung lenken \u2013 aber der Mensch l\u00e4sst das immer wieder ins Leere laufen (vgl. Frieden, Sklaverei\u2026). Der Kolosserbrief (Kapitel 3) gibt den Text, den wir im Epheserbrief vorfinden, in einer k\u00fcrzeren Version wieder mit Blick auf Unterordnung der Frau und dem angemessenen Verhalten des Mannes ihr gegen\u00fcber. Das ist kein R\u00fcckfall, denn man muss diese kurzen Aussagen in den gesamten Kontext einordnen. (Siehe Kolosserbrief Kapitel 3.)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und es geht weiter: Dieses liebende Ehepaar soll sich um andere Menschen k\u00fcmmern \u2013 also die N\u00e4chstenliebe im Rahmen der christlichen Gemeinde leben. Sie \u00fcben das ein, das sich einander unterordnen, was Prinzip der gesamten Gemeinde sein soll. Und wenn der Ehepartner gestorben ist, dann ist das soziale Engagement nicht vorbei. So sind in den Briefen, die Paulus zugeschrieben werden, vor allem Witwen diejenigen, die im Mittelpunkt des Dienens stehen. Auch die Gemeindeleiter. Sie sind f\u00fcr das Wohlergehen anderer Gemeindeglieder mit verantwortlich. Die Gemeinde wird zur neuen Familie. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das war auch das Idealbild im 16.-19. Jahrhundert. Pfarrer und ihre Frauen sorgten sich im Dorf, wenn sie gut waren, um die Menschen ihrer Gemeinde. Weil die Menge der Aufgaben durch das Bev\u00f6lkerungswachstum und das Massenelend den Einzelnen Helfer und auch die Dorf- \/ Stadtgemeinde \u00fcberstieg, wurden eben Diakonie und Caritas gegr\u00fcndet. Aus der individuellen N\u00e4chstenliebe wurde organisierte, funktionalisierte N\u00e4chstenliebe. Das l\u00f6ste sich dann von &#8222;Liebe&#8220; und diente dazu, den Menschen in die Gesellschaft einzugliedern, damit er ein produktives Wesen werden \/ bleiben kann. Das hei\u00dft Caritas und Agape werden zur Sozialarbeit, abh\u00e4ngig von Paragraphen und Budget. Aus N\u00e4chstenliebe wurde &#8222;Rechtsanspruch&#8220;. Das soll nicht hei\u00dfen, dass die einzelnen Menschen, die sich um andere k\u00fcmmern, heute nicht vom Geist der Caritas und Agape bestimmt sind. (1) <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-text-align-center has-black-color has-white-background-color has-text-color has-background\"><strong>5. Zusammenf\u00fchrung der Themen: Dienen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die christliche N\u00e4chstenliebe hat mit dem Wort &#8222;dienen&#8220; zu tun. So ist auch das Wort &#8222;sich einander unterordnen&#8220; zu verstehen. Menschen werden Diener des anderen. Nicht Sklaven. Sklaven werden untergeordnet, sie haben keine eigene Freiheit, ihr Verhalten selbst zu bestimmen. Ma\u00dfstab f\u00fcr das Dienen ist Jesus selbst, der sich in Freiheit und als Herr dazu entschieden hat, eine Sklavenarbeit zu verrichten: er hat den J\u00fcngern die F\u00fc\u00dfe gewaschen. Auch sein Leben bis hin zur Kreuzigung wird als ein Dienen zur Rettung der Menschen verstanden. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Martin Luther hat die Spannung in seiner Schrift &#8222;Von der Freiheit eines Christenmenschen&#8220; (1520) sehr gut formuliert: &#8222;Ein Christenmensch ist ein freier Herr \u00fcber alle Dinge und niemandem untertan&#8220; &#8211; &#8222;Ein Christenmensch ist ein dienstbarer Knecht aller Dinge und jedermann untertan.&#8220; <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Philanthrop &#8222;dient&#8220; nicht. Er ist der G\u00f6nner. Er steht auf einer h\u00f6heren Stufe. Er hat das Geld, das Ansehen, die Macht, er bestimmt. Er wird bewundert. Vor dieser Haltung sind auch Christen nicht gefeit. Sie vergessen, dass sie dienen sollen. Nicht von oben herab, einfach f\u00fcr andere da sein, weil Gott in Christus f\u00fcr andere da ist. Andererseits gibt es Christen, die sich nur unterordnen, weil sie meinen, das sei richtiges Dienen. Und: Es gibt Nichtchristen, die, wenn sie von Christen etwas wollen, sagen: Das ist deine Aufgabe als Christ, dies und das zu machen, mir zu helfen usw. Der Christ wird mit &#8222;N\u00e4chstenliebe&#8220; moralisch erpresst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Daher ist es wichtig, beide Aussagen m\u00f6glichst gut miteinander auszuw\u00e4gen. Der Christ geh\u00f6rt nur Gott &#8211; ist also Herr und niemandem untertan. Gleichzeitig aber im Auftrag Gottes (!) Diener. Dienen ist souver\u00e4nes Handeln, weil der Geist Gottes das F\u00fchlen und Denken bestimmt: Gott liebt mich &#8211; er befreit mich &#8211; zum handeln.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">*<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">(1)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die islamische Form, die Spende (&#8222;Zakat&#8220;) ist nicht als N\u00e4chstenliebe anzusehen. Sie ist eine religi\u00f6se Forderung (\u00e4hnlich dem 10. der bei Juden und Christen gegeben werden sollen). Sie ist auch nicht als Philanthropie zu bezeichnen, da sie dem Individuum keine Ehre und Vorteile geben sollte. Sie ist im Grunde &#8222;Steuer&#8220;, 2,5% des \u00fcbersch\u00fcssigen Verm\u00f6gens. Anders als die uns bekannte Steuer ist es jedoch ein religi\u00f6ser Akt, der dient dazu, den sozialen Frieden zu sichern. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch im Buddhismus gibt es das Tun des Guten, um gutes Karma zu bekommen &#8211; Ziel ist es, selbstlos aus Mitleid geben zu k\u00f6nnen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Hinduismus gibt es die Pflicht der eigenen Kaste Gutes zu tun, eben in diesem Rahmen auch Schwache zu unterst\u00fctzen und Gastfreundschaft zu \u00fcben. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Konfuzianismus k\u00fcmmert sich der edle Mensch auch um Schwache, um in der Gesellschaft Harmonie herzustellen. Die Gesellschaft ist im Grunde eine hierarchisch strukturierte Familie. So haben die H\u00f6herstehenden die Pflicht, sich um die Untenstehenden zu k\u00fcmmern, und ebenso haben die Untenstehenden die Pflicht, respektvoll mit den Oberen \/ \u00c4lteren umzugehen, eben auch f\u00fcr sie zu sorgen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color wp-block-paragraph\" style=\"color:#a36200\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Philanthropie und N\u00e4chstenliebe 1. Philanthropie N\u00e4chstenliebe ist ein spezifisch j\u00fcdisch-christliches Konzept, was nicht hei\u00dfen soll, dass es praktizierte Mitmenschlichkeit nicht auch sonst gegeben hat. In der griechisch-r\u00f6mischen Antike gab es freilich ein \u00e4hnliches Verhalten, eine \u00e4hnliche Forderung: Philanthropie genannt. Der Philanthrop ist ein: \u201eMenschenfreund\u201c. 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