{"id":566,"date":"2019-07-02T10:32:26","date_gmt":"2019-07-02T08:32:26","guid":{"rendered":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/?page_id=566"},"modified":"2019-08-18T17:07:10","modified_gmt":"2019-08-18T15:07:10","slug":"mittelalter-kaiser-und-kunst","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/kirche\/mittelalter-kaiser-und-kunst\/","title":{"rendered":"Mittelalter: Kaiser und Kunst"},"content":{"rendered":"\n<p style=\"text-align:center\" class=\"has-medium-font-size\">Kaiser und Kunst im christlichen Mittelalter<\/p>\n\n\n\n<p>Im folgenden Abschnitt werden \u00dcberlegungen zum Thema vorgelegt:<\/p>\n\n\n\n<p style=\"background-color:#a30005\" class=\"has-text-color has-background has-white-color\">Aufgaben:<\/p>\n\n\n\n<p style=\"color:#a30003\" class=\"has-text-color\">a) Gib den folgenden Abschnitten passende \u00dcberschriften.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"color:#a30003\" class=\"has-text-color\">b) Vervollst\u00e4ndige sie mit weiteren Informationen.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"color:#a30003\" class=\"has-text-color\">c) Erstelle eine Mindmap: Welche Bereiche der Gesellschaft hat der christliche Glaube beeinflusst?<\/p>\n\n\n\n<p style=\"color:#a30003\" class=\"has-text-color\">d) Gib den folgenden Abschnitten \u00dcberschriften.<\/p>\n\n\n\n<p>Dazu s. auch die folgende Seite\u00a0<a href=\"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/kirche\/dunkles-mittelalter\/\">https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/kirche\/dunkles-mittelalter\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<p style=\"text-align:center\" class=\"has-medium-font-size\">Anmerkungen zur Entwicklung des Christentums in Mitteleuropa<\/p>\n\n\n\n<p>1.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Christentum verfestigte sich immer st\u00e4rker. Es war im wesentlichen die einzige Gruppe, die in dem zerfallenden R\u00f6mischen Reich ein weitreichendes Netzwerk ausgespannt hatte. Im R\u00f6mischen Reich hatte der Kaiser&nbsp;<em>Konstantin der Gro\u00dfe<\/em>&nbsp;dann im Jahr 312\/313 das Christentum als Religion anerkannt.<\/p>\n\n\n\n<p>In Britannien und Irland waren Christen wohl schon sehr fr\u00fch in den jeweiligen St\u00e4mmen aktiv, an Orten, an denen selbst R\u00f6mer noch nicht herrschten, wenn man&nbsp;<em>Tertullian<\/em>&nbsp;(2.\/3. Jahrhundert) glauben darf. Sie wurden jedoch durch \u00dcberf\u00e4lle anderer St\u00e4mme wieder zur\u00fcckgedr\u00e4ngt.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie sah es in unseren Breiten &#8211; in Mitteleuropa &#8211; aus? Das Christentum kam unter anderem mit einzelnen Soldaten des r\u00f6mischen Heeres, mit H\u00e4ndlern, mit der Verwaltung, mit Sklaven in den Norden.&nbsp;<em>Iren\u00e4us<\/em>&nbsp;spricht im Jahr 185 davon, dass es in den Provinzen Germaniens Christen geben w\u00fcrde. Und es gab innerhalb weniger Jahrzehnte schon in vielen Gegenden Christen. So soll der&nbsp;<em>Heilige<\/em>&nbsp;<em>Dionysios<\/em>&nbsp;in Paris im Zusammenhang einer Christenverfolgung im Jahr 249 gek\u00f6pft worden sein (Kirche St. Denis). In Trier gab es im 3. Jahrhundert eine gr\u00f6\u00dfere Gemeinde, so dass kurz nach der Anerkennung des Christentums durch Konstantin schon mit dem Bau einer Basilika begonnen wurde (ca. 315). Die Anlage wurde in der ersten H\u00e4lfte des 5. Jahrhunderts im Zusammenhang der V\u00f6lkerwanderungen zerst\u00f6rt, dann aber im 6. Jahrhundert wieder baulich in Angriff genommen. Ob es schon im 2. Jahrhundert in K\u00f6ln eine christliche Gemeinde gab, wei\u00df man nicht genau, aber im 4. Jahrhundert wird ein Bischof&nbsp;<em>Maternus&nbsp;<\/em>bekannt. Wo es Gemeinden gab, dort wurde auch missioniert. So wird von einem Heiligen&nbsp;<em>Lubentius<\/em>&nbsp;gesprochen, der entlang der Mosel und m\u00f6glicherweise der Lahn Gemeinden gegr\u00fcndet hat. Neben den an Rom orientierten Christen waren Goten, Vandalen, Burgunden und Langobarden christianisiert, sie hatten eine Form des arianischen Christentums angenommen. Goten waren im 4. Jahrhundert dem Christentum zugekommen (auch durch&nbsp;<em>Wulfila<\/em>, [+ 383] der im heutigen Bulgarien die gothische Runenschrift durch eine neue Schrift ersetzte, um die Bibel \u00fcbersetzen zu k\u00f6nnen), Vandalen sollen 422 in Spanien mit der Bibel als Feldzeichen in den Kampf gezogen sein \u2013 ob freilich alle Vandalen eine arianische Form des Glaubens angenommen hatten, ist nicht sicher, da der Herrscher&nbsp;<em>Geiserich<\/em>&nbsp;vom katholischen zum arianischen Glauben \u00fcbergetreten sein soll. 413 soll der Burgunder-K\u00f6nig&nbsp;<em>Gundahar<\/em>&nbsp;den katholischen Glauben angenommen haben \u2013 sp\u00e4ter sind dann Burgunder zum Arianismus \u00fcbergegangen.&nbsp;<em>Chlodwig I.<\/em>, Sugambrer\/Merowinger, der Herrscher der Franken, hat sich dann mit \u00fcber 3000 (?) Adligen zwischen 497-507 (499?) dem r\u00f6misch gepr\u00e4gten Christentum angeschlossen \u2013 seine Frau&nbsp;<em>Chlothilde\/Chrodechild&nbsp;<\/em>aus Burgund war schon katholisch, Bischof <em>Remigius<\/em> (Apostel der Franken) tat vieles dazu, diese Konversion von den heidnischen G\u00f6ttern zum Christentum herbeizuf\u00fchren. Chlodwig hatte vorher das Christentum als Religion der Schw\u00e4che abgelehnt. Der Herrscher bestimmte die Religion \u2013 von daher wandten sich viele Adlige mit Chlodwig dem Christentum zu \u2013 das ist insofern interessant, als seine Frau schon vorher Christin war. (Bereich der Franken im heutigen Westdeutschland: am Rhein entlang, ein wenig weiter ostw\u00e4rts;&nbsp;<em>Chlodwig<\/em>&nbsp;hat die Alemannen 506 besiegt: Bereich des heutigen Baden W\u00fcrttemberg) \u2013 aber in vielen dieser St\u00e4dte (Trier, K\u00f6ln, Mainz usw.) gab es wohl schon vorher Gemeinden. Chlodwig hat den christlichen Glauben wohl aus rein politischen Gr\u00fcnden angenommen, um die Einheit seines Reiches zu festigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Anmerkung: <em>Wie viele Menschen lebten auf dem Gebiet des heutigen Deutschland?<\/em> Es werden zwischen 500.000-700.000 gesch\u00e4tzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Es wird deutlich: Es war ein buntes Durcheinander. So vielf\u00e4ltig wie die germanischen St\u00e4mme waren, so durcheinandergewirbelt sie durch die Hunnen und durch die V\u00f6lkerwanderungen wurden, so durcheinander war auch das christliche Leben dieser St\u00e4mme. Es ist zwar aufgrund mangelnder \u00dcberlieferungen zun\u00e4chst noch nicht besonders greifbar \u2013 aber es war da. Wegen all dieser Umbr\u00fcche konnte es freilich kulturell noch nicht besonders in Erscheinung treten. Wie man an Trier sieht: Es wurde an einer Basilika gebaut \u2013 doch geriet das Ganze durch die gesellschaftlichen Verwerfungen wieder unter die R\u00e4der. Verschwunden ist es aber nicht. Und mit den Franken und den iro-schottischen M\u00f6nchen kam nun eine Zeit, in der sich christlicher Glaube historisch nachvollziehbarer festigen konnte.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"background-color:#a30003\" class=\"has-text-color has-background has-white-color\"><strong>Aufgaben:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p style=\"color:#a30000\" class=\"has-text-color\">Male ein modernes abstraktes Bild, das wiedergibt, wie Chaos in eine geordnete Welt einbricht.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"color:#a30003\" class=\"has-text-color\">Suche auf der Landkarte die im Text genannten St\u00e4dte und Fl\u00fcsse.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"color:#a30003\" class=\"has-text-color\">Kannst Du mit Hilfe des Internets herausfinden, wo die genannten St\u00e4mme ihren Raum besa\u00dfen?<\/p>\n\n\n\n<p>2.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Warum haben sich Germanen dem Gott der Christen zugewendet?<\/em> Das ist schwer zu sagen. War es, dass er als der Gott angesehen wurde, der \u00fcber das Schicksal Macht hat? War es, um politisch die Macht des R\u00f6mischen Reiches zu kopieren, die mit dem Gott der Christen in Verbindung gebracht worden ist? Hing es damit zusammen, dass die lokalen Stammesg\u00f6tter aufgrund der V\u00f6lkerwanderung vor Ort blieben \u2013 und der christliche Gott \u00fcberall anwesend war? War es die \u201cbr\u00fcderliche Liebe\u201d \u2013 die Gemeinschaft, die zum Beispiel auch Gothen zu M\u00e4rtyrern, die von Heiden ermordet wurden, machten? Sicher ist nur: Der Glaube an Jesus Christus hat Fu\u00df gefasst. Auff\u00e4llig ist die Hinwendung zum Christentum allemal, weil es eben keine kriegerische Religion war, anders als die germanischen Traditionen. Entsprechend gab es f\u00fcr christliche Begriffe bei den Germanen keine entsprechenden Worte.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"color:#a30003\" class=\"has-text-color\"><strong>Aufgabe: <\/strong>Sieh Dir im Internet einmal die \u201eGotische Schrift\u201c an. Und auf Wikipideia die \u201eWulfilabibel\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Nachtr\u00e4ge von wichtigen Daten: <\/em>410 eroberte der \u201cchristlich-arianische\u201d Gote&nbsp;<em>Alarich<\/em>&nbsp;Rom \u2013 die Stadt, deren Name immer noch einen gro\u00dfen Klang hatte; und Mitte des 5. Jahrhunderts zogen die Hunnen unter&nbsp;<em>Attila<\/em>&nbsp;in Mitteleuropa ihre blutige Spur. Es gab zwar Missionierungen unter den Hunnen, die aber wohl die Herrscher nicht wirklich erreicht hatten. Ab der Mitte des 5. Jahrhunderts hatten christliche Goten die Hauptstadt Ravenna unter ihrer Herrschaft:&nbsp;<em>Odoaker<\/em>&nbsp;und sp\u00e4ter&nbsp;<em>Theoderich<\/em>&nbsp;\u2013 Ravenna war ein Schmelztiegel der Kulturen: Byzanz-Rom-Germanen; Heidentum-Christentum verschiedenster Couleur. Und die \u201cchristlich-arianischen\u201d Vandalen? Als sie in Nordafrika waren, gingen sie zum Teil grausam gegen einzelne Katholiken vor und haben 455 Rom gepl\u00fcndert \u2013 aber der Bev\u00f6lkerung keinen Schaden zugef\u00fcgt. Und der Heilige&nbsp;<em>Severin<\/em>&nbsp;missionierte Mitte des 5. Jahrhunderts unter anderem in der Gegend von Salzburg und Passau.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"color:#a30003\" class=\"has-text-color\">Schon wieder eine <strong>Aufgabe<\/strong>: Schau Dir im Internet Mosaiken aus Ravenna an (Kirche San Vitale). Male ein religi\u00f6ses Bild in Form von Mosaiksteinchen.<\/p>\n\n\n\n<p>3.<\/p>\n\n\n\n<p>Weil die germanischen St\u00e4mme noch keine B\u00fccher hinterlassen haben, wei\u00df man nicht viel \u00fcber diese ersten Jahrhunderte. Das \u00e4nderte sich langsam mit der Herrschaft der Franken. Die Struktur des r\u00f6mischen Christentums wurde aufgegriffen, aber wie es um die Inhalte des Glaubens stand, der vermittelt wurde, bleibt eher im Dunkeln. Denn der Herrscher besetzte die Stellen mit seinen ihm treu ergebenen Menschen. Und zum anderen blieb die alte germanische Struktur erhalten, laut der das Sippenoberhaupt den Kult bestimmte.<\/p>\n\n\n\n<p>In dieser Zeit begannen iro-schottische M\u00f6nche auf dem Festland zu missionieren.&nbsp;<em>Columban<\/em>&nbsp;(der J\u00fcngere) (540-615) kam mit anderen ins Frankenreich, gr\u00fcndete ein Kloster, Adlige lie\u00dfen dort ihre Kinder ausbilden. Es wurden weitere Kl\u00f6ster gegr\u00fcndet. Der zust\u00e4ndige Bischof beobachtete alles mit Argwohn, doch stand Columban unter dem Schutz des Herrschers. Als Columban sich jedoch weigerte, dessen uneheliche Kinder zu segnen, ging dieser zu Columban auf Distanz. Es folgten unsch\u00f6ne Ereignisse, die Columban in die Schweiz, nach \u00d6sterreich und Italien weiterziehen lie\u00df. Wo er sich auch aufhielt, er bekehrte mit seinem \u201cBruder\u201d&nbsp;<em>Gallus<\/em>&nbsp;Heiden \u2013 bzw. Menschen, die wieder zum Heidentum zur\u00fcckgekehrt waren, \u00fcberzeugte er vom christlichen Glauben. Freilich brachte das \u2013 wie kann es anders sein \u2013 so manchen Heiden dazu, gegen die neue Religion zu agieren. Dennoch zeigte sein Wirken Erfolg: Von den Kl\u00f6stern aus verbreitete sich der christliche Glaube; seine Sch\u00fcler waren darin sehr aktiv (<em>Eustasius<\/em>&nbsp;\u2013 [Missionierung in S\u00fcdbayern],&nbsp;<em>Gallus<\/em>&nbsp;[Missionierung Schweiz: Sankt Gallen],&nbsp;<em>Kilian<\/em>&nbsp;[Missionierung um W\u00fcrzburg], vermutlich ermordet durch einen Herzog).<\/p>\n\n\n\n<p>Im 7. Jahrhundert wurden mit Hilfe des Adels ca. 300 neue Kl\u00f6ster errichtet.&nbsp;<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Columban_von_Luxeuil\">http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Columban_von_Luxeuil<\/a> Und mit den Kl\u00f6stern kam Bildung in das fr\u00e4nkische Reich. Im 8. Jahrhundert wurde durch&nbsp;<em>Bonifatius<\/em>&nbsp;die Mission in Th\u00fcringen vorangetrieben und durch&nbsp;<em>Wilibrord<\/em>&nbsp;in Friesland. Alles freilich im Rahmen der Herrschaft der Franken. W\u00e4hrend Willibrord wenig Erfolg bei den Friesen hatte, hatte Bonifatius sehr gro\u00dfen Erfolg im hessisch-th\u00fcringschen-bayrischen Raum. Bis er in Friesland 755 ermordet wurde. Bonifatius hatte als ber\u00fchmte Helferinnen die gebildeten Nonnen&nbsp;<em>Walburga<\/em>&nbsp;(nach ihr wird die Walpurgisnacht benannt \u2013 aber sie hatte mit Hexen nichts zu tun) und&nbsp;<em>Lioba<\/em>. Lioba war eine Freundin der Ehefrau von Karl dem Gro\u00dfen, K\u00f6nigin <em>Hildegard<\/em>.&nbsp;<em>Virgil&nbsp;<\/em>(+784) war ein gelehrter M\u00f6nch, der in salzburger Raum wirkte.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe Columban intensiver erw\u00e4hnt, weil an ihm sichtbar wird, dass es kein einheitliches Christentum gab, das sich in Mitteleuropa durchzusetzen begann. Es wurde zwar immer st\u00e4rker mit der r\u00f6misch-katholischen Kirche verbunden, hatte jedoch seine Besonderheiten. Auch war es nicht so, dass Menschen Christen wurden \u2013 und dabei blieb es dann: Es war eine Patchwork-Religiosit\u00e4t: Altes Heidentum hat sich bei den jeweiligen Menschen mehr oder weniger gehalten. Aber es wurde schon vom neuen Glauben durchdrungen. Zum anderen wird deutlich, dass die Kl\u00f6ster einen gro\u00dfen Beitrag leisteten, nicht nur zur Christianisierung Mitteleuropas, sondern auch zur Hebung des Bildungsstandards.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"color:#a30003\" class=\"has-text-color\"><strong>Aufgabe<\/strong> f\u00fcr K\u00fcnstler: Stell Dir unterschiedliche Mal-Stile (\u201eStilrichtungen in der Malerei\u201c) in der Gegenwart oder der Geschichte vor. Versuche einmal ein Bild zu malen,. in dem Du verschiedenste Stile miteinander kombinierst.<\/p>\n\n\n\n<p>4.<\/p>\n\n\n\n<p>Der christliche Glaube hatte in vielen St\u00e4mmen Mitteleuropas Fu\u00df gefasst \u2013 mit unterschiedlicher Intention: Manchmal festigte er sich, manchmal gingen Menschen wieder in ihre heidnische Traditionen zur\u00fcck. Kl\u00f6ster haben im Allgemeinen viel dazu beigetragen, dass die Bildung in breitere Schichten gelangte. Und so wurde auch&nbsp;<em>Karl der Gro\u00dfe<\/em>&nbsp;(747\/748-814) m\u00f6glicherweise in Paris im Umfeld des Klosters St. Denis gebildet \u2013 ausgebildet in den <strong>sieben freien K\u00fcnsten<\/strong>: Grammatik, Rhetorik, Logik, Arithmetik, Geometrie, Musik, Astronomie. Diese waren die Grundlage f\u00fcr das weitergehende Studium von Theologie, Medizin, Jura. An die Macht gekommen, erweiterte er sein Herrschaftsbereich, bereinigte Grenzen \u2013 und sicherte vor allem die Herrschaft dadurch, dass er versuchte, in seinem Herrschaftsbereich eine einheitliche Linie durchzusetzen. Die Verwaltung wurde ausgebaut und reformiert \u2013 und die Kl\u00f6ster spielten eine gro\u00dfe Rolle in diesem seinem Vorhaben: Sie wurden weiter zu Bildungszentren ausgebaut. Was aber wesentlich ist: Es gab Bestrebungen, die Klosterregeln zu vereinheitlichen (<em>Benediktiner-Regel<\/em>). Ebenso ordnete er die Bist\u00fcmer und gab auch hier Regeln vor, um Missst\u00e4nde zu bek\u00e4mpfen. Auch durch die Kl\u00f6ster vernetzte er das weitl\u00e4ufige Gebiet.<\/p>\n\n\n\n<p>In dieser Zeit begann der christliche Glaube sich immer st\u00e4rker auch als kulturelle Gr\u00f6\u00dfe zu behaupten. (Hinweise zur karolingischen Kunst:&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.wissen-digital.de\/Karolingische_Kunst\">http:\/\/www.wissen-digital.de\/Karolingische_Kunst<\/a>) In dieser Zeit versuchte er, seinen germanischen St\u00e4mmen die Kunst und Kultur der Antike zu vermitteln. Die verschiedenen St\u00e4mme wurden durch den einheitlichen Glauben geeint. Nicht alle waren damit einverstanden. So die Sachsen. Es ging Kaiser Karl freilich nicht allein darum, den christlichen Glauben zu verbreiten: Die Sachsen wollten die Hoheit Karls nicht anerkennen. Und Karl platzte der Kragen, besiegte sie und setzte auch hier das Christentum durch, weil es eben ein Mosaikstein zur Vereinheitlichung seines Herrschaftsgebietes war.<\/p>\n\n\n\n<p>In dieser Zeit zerfielen auch vielfach die althergebrachten sozialen Strukturen \u2013 und da bot das Christentum eine religi\u00f6se und soziale Zuflucht: die Unsterblichkeit der Seele, das Mitleiden Gottes in Jesus Christus in der Krankheit des Einzelnen, Vergebung der S\u00fcnden und Neuanfang, weil Jesus Christus f\u00fcr den Menschen leidet: Der einzelne Mensch wurde wichtig, auch au\u00dferhalb seines Stammesverbandes. Die Kl\u00f6ster usw. waren stammes\u00fcbergreifend \u2013 und auch im Latein lag der Vorzug, \u00fcberall verstanden zu werden, w\u00e4hrend die unterschiedlichen St\u00e4mme einander nicht immer gut verstehen konnten. Es gab ja noch nicht das so genannte Hochdeutsch. Und viele Begriffe aus dem Griechischen oder Latein wurden eingef\u00fchrt, weil die Germanen f\u00fcr das jeweilige Ph\u00e4nomen keine Worte hatten, z.B. f\u00fcr das \u201cKloster\u201d. All das f\u00f6rderte die Individualisierung des einzelnen Menschen. Dennoch: Es waren nur Ans\u00e4tze, die sich aber im Laufe der n\u00e4chsten Jahrhunderte immer weiter entfalteten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Kl\u00f6ster waren nicht nur die \u201cSchulen\u201d, sondern auch die \u201cKrankenh\u00e4user\u201d der damaligen Zeit. Ein gro\u00dfer Wirtschaftsfaktor (Agrartechnik, Erforschung der Kulturpflanzen), der versuchte, den vielen Hungersn\u00f6ten zu trotzen.&nbsp;<a href=\"http:\/\/rabehl.wordpress.com\/2009\/03\/09\/karl-der-grose-und-europa-ii\/\">http:\/\/rabehl.wordpress.com\/2009\/03\/09\/karl-der-grose-und-europa-ii\/<\/a>&nbsp;Der Nachfolger von Karl dem Gro\u00dfen, sein Sohn&nbsp;<em>Ludwig der Fromme<\/em>&nbsp;(778-840), vertiefte die Reformen, deckte Missst\u00e4nde auf, reformierte das Kirchenrecht usw. Mission in D\u00e4nemark und Schweden wurde forciert.<\/p>\n\n\n\n<p>Kurz gesagt: Durch Karl den Gro\u00dfen begann der christliche Glaube, der vielfach schon in den germanischen St\u00e4mmen Fu\u00df gefasst hatte, sich zu entwickeln, sich in den Herzen zu verwurzeln.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"color:#a30003\" class=\"has-text-color\"><strong>Aufgabe<\/strong>: Male ein rotes Kreuz \u2013 und \u00c4hren drum herum. Was hat das mit dem Thema zu tun?<\/p>\n\n\n\n<p>5.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch au\u00dferhalb der Herrschaft der Franken tat sich was. So sind&nbsp;<em>Kyrill<\/em>&nbsp;(Konstantin) und&nbsp;<em>Methodius<\/em>&nbsp;sehr bekannt geworden. Sie gr\u00fcndeten 863 eine Akademie in Gro\u00dfm\u00e4hren, in der slawische Priester und Menschen f\u00fcr die Verwaltung ausgebildet wurden \u2013 ebenso war sie ein Zentrum der slawischen Literatur. Allerdings wurden Kyrill und Methodius kritisch von den Rom abh\u00e4ngigen Katholiken be\u00e4ugt, da sie aus Byzanz gekommen waren. Doch sie und ihre Bibel\u00fcbersetzung wurden vom Papst anerkannt.<\/p>\n\n\n\n<p>Und wie ging es in Ost-Franken weiter?&nbsp;<em>Otto I.<\/em>, der Gro\u00dfe, Herzog von Sachsen und sp\u00e4terer Kaiser, (912-973) war eine weitere m\u00e4chtige Gestalt, die das Reich ordnete, stabilisierte, Elb-Slawenmission vorantrieb \u2013 nicht ohne massive Gewalttaten, die auch wegen der \u00dcberf\u00e4llen auf sein Reich notwendig waren (ebenso schlug er die angreifenden Ungarn zur\u00fcck). Es l\u00e4sst sich auch hier Politik nicht vom Glauben trennen, Glauben nicht von Politik. Auch er ben\u00f6tigte die Kirche, um die Macht der einzelnen St\u00e4mme zu brechen \u2013 denn die Kirche war sozusagen eine Macht geworden, die St\u00e4mme \u00fcbergreifend agieren konnte. Immer wieder traten in dieser Zeit Kirchenvertreter als politische Vermittler auf. Er gab der Kirche zahlreiche Privilegien \u2013 und schon unter seinem Nachfolger stellte Christen zwei Drittel des Reiterheeres. Bisch\u00f6fe wurden im Grunde geistliche und weltliche Herrscher.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch in der Kunst machte sich der christliche Glaube immer st\u00e4rker bemerkbar.&nbsp;<em>Hrotsvit\/Roswitha<\/em>&nbsp;<em>von Gandersheim<\/em>&nbsp;schrieb Dramen mit christlicher F\u00e4rbung, die \u00c4btissin&nbsp;<em>Mathilde II.<\/em>&nbsp;lie\u00df ein kunstvolles Goldkreuz herstellen&nbsp;<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Datei:Otto_Mathilden_Kreuz.jpg&amp;filetimestamp=20070520094133\">http:\/\/de.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Datei:Otto_Mathilden_Kreuz.jpg&amp;filetimestamp=20070520094133<\/a>, die Buchmalkunst erklomm neue H\u00f6hepunkte:&nbsp;<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ottonische_Buchmalerei\">http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ottonische_Buchmalerei<\/a>&nbsp;. Diese Buchmalkunst ist auch schon in einem Werk von ca. 680 sichtbar, den Durrow-Evangelien (Irland):&nbsp;<a href=\"http:\/\/de.academic.ru\/dic.nsf\/dewiki\/188462\">http:\/\/de.academic.ru\/dic.nsf\/dewiki\/188462<\/a>&nbsp;.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor der christlich gepr\u00e4gten Architektur, die sich so langsam zu bisher unbekannten H\u00f6hen aufgeschwungen hat, kann man nur staunend stehen:&nbsp;<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vorromanik\">http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vorromanik<\/a>&nbsp;. Und&nbsp;<em>Kassia<\/em>&nbsp;(810-867?), die \u00c4btissin und Hymnologin, komponierte in Byzanz sehr bekannte St\u00fccke.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"color:#a30003\" class=\"has-text-color\"><strong>Aufgabe<\/strong>: Schreibe ein ernsthaftes Kurzgedicht (vier Zeilen). Wenn es Dir m\u00f6glich ist, ein religi\u00f6ses. Wenn nicht, dann vielleicht eines, das Dein Gef\u00fchl wiedergibt.<\/p>\n\n\n\n<p>6.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Reichtum und Einfluss so manchen Klosters erregte den Neid der jeweiligen F\u00fcrsten, und sie suchten die Leitung unter ihre Fittiche zu bekommen, was auch \u00fcberwiegend gelang und sittliche Verwahrlosung zur Folge hatte.&nbsp;<em>Wilhelm I. von Aquitanien<\/em> stiftete 910 ein Kloster in Cluny, das er aus diesem Grund dem Papst \u2013 und nicht den F\u00fcrsten \u2013 unterstellte: Es sollte von den weltlichen Begierden frei sein. Trotz vieler R\u00fcckschl\u00e4ge entwickelte es sich zum Motor f\u00fcr Reformen \u2013 und war bis ins 12. Jahrhundert f\u00fchrend. \u00dcber 1.200 Niederlassungen wurden in Westeuropa gegr\u00fcndet. Wie die Kl\u00f6ster \u00fcberhaupt hatte es gro\u00dfe Auswirkungen auf die Bildung usw. \u2013 aber auch auf den so genannten Gottesfrieden. Der Adel, der sich zum Teil bis aufs Blut bek\u00e4mpfte, nahm die Vermittlungen der Kl\u00f6ster in Anspruch. Aber die Macht wurde zu gro\u00df \u2013 und der Verfall begann. Das Ideal der Armut kam auf: Glauben und Askese standen nun im Zentrum der Fr\u00f6mmigkeit vieler Christen. Parallel zur tiefen Fr\u00f6mmigkeit gab es zahlreiche Missst\u00e4nde im Klerus, die von so bekannten Menschen wie&nbsp;<em>Petrus Damiani<\/em>&nbsp;(+ 1072) in Schriften gegei\u00dfelt wurden \u2013 und der sich auch selbst im wahrsten Sinn des Wortes als Bu\u00df\u00fcbung gei\u00dfelte. (Freilich kam die eigentliche Flagellanten-Bewegung erst sp\u00e4ter auf.) \u00dcberall in Europa war das M\u00f6nchtum aktiv, mit unterschiedlichen Schwerpunkten \u2013 aber mit dem Ziel, den christlichen Glauben zu leben und \u00fcber ihn nachzudenken.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch ber\u00fchmte Lehrer hat der christliche Glaube hervorgebracht. Nennen m\u00f6chte ich&nbsp;<em>Alkuin<\/em>&nbsp;(735-804), der unter Karl dem Gro\u00dfen viele Sch\u00fcler hatte \u2013 unter anderem auch den \u201cLehrer Germaniens\u201d&nbsp;<em>Hrabanus Maurus<\/em>&nbsp;(780[?]-856). Ein Pfingstlied (von ihm geschrieben? \u00fcberliefert?) ist selbst noch in unserem Evangelischen Gesangbuch enthalten: Nummer 126. Hrabanus hat auch eine Enzyklop\u00e4die des gro\u00dfen&nbsp;<em>Isidor von Sevilla<\/em>&nbsp;(560-636) erweitert und \u00fcberarbeitet. Zu nennen ist einer seiner Sch\u00fcler:&nbsp;<em>Walahfrid Strabo<\/em>&nbsp;(849 ertrunken): Durch ihn wurde Reichenau ein religi\u00f6ses Zentrum, und er verfasste \u2013 neben anderem \u2013 ein bedeutendes botanisches Werk:&nbsp;<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Liber_de_cultura_hortorum\">http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Liber_de_cultura_hortorum<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Ber\u00fchmt und bis in die Gegenwart einflussreich wurden manche theologisch-philosophischen Denker, weil sie es wagten, denkend in Bereiche vorzusto\u00dfen, die man so vorher nicht gekannt hat. Zu nennen ist&nbsp;<em>Anselm von Canterbury<\/em>&nbsp;(1033-1109), der auf der Suche war nach Wahrheit und Gotteserfahrung:&nbsp;<em>\u201cHerr, lass mich dich verlangend suchen, suchend verlangen. Lass mich dich liebend finden, findend lieben.\u201d<\/em>&nbsp;Es entstanden in diesen Jahrhunderten theologische Texte, die mit den in etwa zeitgleichen Kathedralen zu vergleichen sind.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"color:#a30003\" class=\"has-text-color\"><strong>Aufgabe<\/strong>: Schlage das genannte Lied im Gesangbuch nach. Wie interpretierst Du es?<\/p>\n\n\n\n<p style=\"color:#a30003\" class=\"has-text-color\">Genug gedacht. Male ein Vergissmeinnicht, ein Veilchen, eine Rose und eine Blume Deiner eigenen Wahl &#8211; wie ein Kirchenfenster.<\/p>\n\n\n\n<p>7.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus dem 8. Jahrhundert stammt der Wei\u00dfenburger Katechismus. Interessant ist, wie er die Bitte auslegt:&nbsp;<em>Vergib uns unsere Schuld \u2013 wie auch wir vergeben unseren Schuldigern<\/em>!&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.heinrich-tischner.de\/21-th\/1quellen\/vu\/weissenb.htm\">http:\/\/www.heinrich-tischner.de\/21-th\/1quellen\/vu\/weissenb.htm<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><em>Otfri(e)d von Wei\u00dfenburg<\/em>&nbsp;(790-875) hat wohl erstmals statt des germanischen Stabreims den Endreim verwendet. Er schrieb ein Epos \u00fcber das Leben Jesu \u2013 und unterbrach ihn mit einzelnen Kommentaren.<\/p>\n\n\n\n<p>Von&nbsp;<em>Walahfrid Strabo<\/em>:&nbsp;<em>\u201cLeben der Heiligen: Christus, \/ ihr Weg, ihre Hoffnung, ihr Heil, \/\/ du bist der Geber des Guten, \/ du der Begr\u00fcnder des Friedens, \/ mit unsern Stimmen und Sinnen \/ steigt unser Lobgesang auf. \/\/ Es ist deine Kraft und St\u00e4rke, \/ die sich in all dem offenbart \/ was sie, die dich lieben, verm\u00f6gen, \/ was sie besitzen, begehren \/ mit Herz und mit Mund, in der Tat, \/ gl\u00fchend im Feuer der Liebe. \/ Den Zeiten schenk wahren Frieden, \/ dem Glauben gib Wachstum und Glut, \/ den Kranken Heil und Gesundheit, \/ den Strauchelnden deine Gnad\u00b4, \/ allen zusammen gew\u00e4hre \/ des seligen Lebens Gab\u00b4. \u2026<\/em>&nbsp;(aus: Magnificat. Das Stundenbuch, November 2006, 186f.)<\/p>\n\n\n\n<p>Von&nbsp;<em>Alkuin<\/em>:&nbsp;<em>\u201eDu Quell des Lichts, Licht und Ursprung des Lichts, \/ du G\u00fctiger, sei unsren Bitten nah, \/ da nun das Dunkel der Schuld vertrieben, \/ erf\u00fcll uns dein Licht. \/\/ Siehe, vorbei ist die M\u00fchsal des Tags, \/ wir sind ganz geborgen in deinem Blick; \/ siehe, wir sagen dir Dank voll Freude \/ zu aller Zeit. \/\/ Der Sonne Scheiden bringt uns das Dunkel, \/ doch nun leuchte jene Sonne uns auf, \/ die warm umgibt die Schar heil\u00b4ger Engel \/ mit goldenem Licht. \/\/ Die Schuld, die der heut\u00b4ge Tag \u00fcberdeckt, \/ m\u00f6gst, Christus, du tilgen g\u00fctig und mild, \/ das Herz aber gl\u00fche in reinem Glanz \/ zur Zeit der Nacht. \/\/ Lobpreis dem Vater und Ruhm auch dem Sohn, \/ dem Hauch des Geistes die gleichgro\u00dfe Macht; \/ mit herrlichem Zepter regieren sie alles \/ in Ewigkeit. Amen.<\/em>&nbsp;\/\/ Nach: Luminis fons; Alkuin, 804. Aus:&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.mholz.net\/pdf\/gebete_abend.pdf\">www.mholz.net\/pdf\/gebete_abend.pdf<\/a><\/p>\n\n\n\n<p style=\"color:#a30019\" class=\"has-text-color\"><strong>Aufgabe<\/strong>: Lerne die Zeilen auswendig, die Dich besonders ansprechen. Wenn Du keines auswendig lernen magst: Male sie.<\/p>\n\n\n\n<p>8.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach&nbsp;<em>Otto I.<\/em>&nbsp;dem Gro\u00dfen kam sein Sohn&nbsp;<em>Otto II.&nbsp;<\/em>an die Macht. Er hatte viel zu k\u00e4mpfen. Er starb jung (mit 28 Jahren) und sein Sohn&nbsp;<em>Otto III.&nbsp;<\/em>war noch zu klein, um herrschen zu k\u00f6nnen \u2013 und so \u00fcbernahm seine Mutter&nbsp;<em>Theophanu<\/em>, eine Tochter aus byzantinischem Kaiserhaus die Erziehung und Herrschaft. Das zu wissen ist nicht unwichtig, denn als&nbsp;<em>Otto III.&nbsp;<\/em>gr\u00f6\u00dfer war, hat er die Regentschaft \u00fcbernommen \u2013 und auch P\u00e4pste seiner Wahl eingesetzt. Er wollte (in byzantinischer Tradition), dass diese beiden Herrschaften: Kaiser und Papst vereinheitlicht werden, einander durchdringen. (Eine Zusammenf\u00fchrung von Kirche und Staat ist allerdings aus westlicher christlicher Perspektive nicht im Sinne Jesu: <em>Gebt dem Kaiser, was dem Kaiser geh\u00f6rt und Gott, was Gott geh\u00f6rt<\/em>, sagte er; allerdings hat die Kirche die Aufgabe, den Staat zu humanisieren, so dachten Christen \u2013 und sei es durch den Kaiser, der auch Gott geh\u00f6rt). Doch er starb 1002 im Alter von 21 Jahren. Sein Nachfolger&nbsp;<em>Heinrich II.&nbsp;<\/em>(der mit seiner Frau, der heiligen&nbsp;<em>Kunigunde,<\/em>&nbsp;regierte) besetzte die Bischofsst\u00fchle mit seinen treuen Leuten, die kirchliche Zustimmung war nur noch formal. \u00dcber die von mir schon angesprochene Reformbewegung, die vom Kloster Cluny ausging, war er nicht besonders begeistert, weil diese Kl\u00f6ster dem Papst unterstellt waren \u2013 was seinen politischen Ambitionen (alles geh\u00f6rt dem Kaiser) zuwiderlief. Wichtig war ihm freilich das Einvernehmen mit dem Papst, wenn es um das Z\u00f6libat ging: Damit konnten keine Familiendynastien gebildet werden \u2013 und der Kaiser konnte damit die jeweiligen Herrschaftsst\u00fchle neu besetzen. Heinrich wurde unter anderem von dem Bischof&nbsp;<em>Wolfgang von Regensburg<\/em>&nbsp;erzogen, eine faszinierende Figur \u2013 aber wohl auch kennzeichnend f\u00fcr die damalige Zeit:&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.heiligenlexikon.de\/BiographienW\/Wolfgang.html\">http:\/\/www.heiligenlexikon.de\/BiographienW\/Wolfgang.html<\/a>&nbsp;Ebenso ist die heilige&nbsp;<em>Kunigunde<\/em>&nbsp;eine faszinierende Person, die ein Leben f\u00fchren wollte, wie es die Worte Jesu in der Bergpredigt beschreiben, und die sich intensiv f\u00fcr die Kranken einsetzte:&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.heiligenlexikon.de\/BiographienK\/Kunigunde_von_Luxemburg.htm\">http:\/\/www.heiligenlexikon.de\/BiographienK\/Kunigunde_von_Luxemburg.htm<\/a>&nbsp;Nach dem Tod des Kaisers ging sie als einfache Nonne ins Kloster.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit Heinrichs Tod begann die Herrschaft der Salier.&nbsp;<em>Heinrich III.<\/em>&nbsp;(1016-1056) sah sich als Stellvertreter Gottes auf Erden an und war \u00e4rgerlich \u00fcber die Zust\u00e4nde der Kirche in Rom: drei P\u00e4pste versuchten die Herrschaft zu erlangen \u2013 und damit verbunden waren alle m\u00f6glichen Missst\u00e4nde. Er setzte alle drei ab und installierte nacheinander eigene. Mit diesen versuchte er die Kirche zu reformieren. Das bedeutete: Durch die Einsetzung deutscher P\u00e4pste entriss Heinrich dem r\u00f6mischen Adel die Vorherrschaft, die P\u00e4pste zu stellen. Der H\u00f6hepunkt kaiserlicher Macht war erreicht \u2013 und es kamen Stimmen auf, die die Vorherrschaft des Papstes \u00fcber den Kaiser forderten. Auch der von Heinrich III. eingesetzte Papst&nbsp;<em>Leo IX.<\/em>&nbsp;(1002-1054) war eine beeindruckende Person: Er reiste durch die Herrschaftsbereiche, um Kl\u00f6ster zu visitieren, Ordnung durchzusetzen, von ihm gibt es die Legende, dass er einen Auss\u00e4tzigen in sein eigenes Bett legte \u2013 und er vollzog etwas, was bis heute Auswirkungen hat: Er exkommunizierte den Patriarchen von Konstantinopel. Normannen griffen Rom an, er k\u00e4mpfte gegen sie, verlor, bot sich als Geisel an und wurde gefangen genommen&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.heiligenlexikon.de\/BiographienL\/Leo_IX_.html\">http:\/\/www.heiligenlexikon.de\/BiographienL\/Leo_IX_.html<\/a><\/p>\n\n\n\n<p style=\"color:#a30003\" class=\"has-text-color\"><strong>Aufgabe:<\/strong> Kunigunde wollte so leben, wie Jesus es laut Matth\u00e4us in der Bergpredigt lehrte. Lies Matth\u00e4us-Evangelium Kapitel 5-7. Findest Du es gut, dass ein Mensch wirklich versucht, so etwas umzusetzen? Wenn \u201eJa\u201c: Warum? Wenn \u201eNein\u201c \u2013 auch das begr\u00fcnden.<\/p>\n\n\n\n<p>9.<\/p>\n\n\n\n<p>Das war die politische B\u00fchne. Auf der B\u00fchne des Alltags lief auch wie immer alles kreuz und quer: Manche lebten ihre tiefe Fr\u00f6mmigkeit im Bewusstsein, dass der Christ f\u00fcr andere da sein muss, f\u00fcr Notleidende, Ge\u00e4chtete. Andere nutzten ihre h\u00f6here Stellung, um Menschen zu erniedrigen, um ihren vielf\u00e4ltigen eigenen L\u00fcsten zu dienen. Wie der heilige Dom\/Kathedrale seine d\u00e4monischen Wasserspeier hat, so begleiten die Kirche auch Menschen, die sich um Grunde um Glauben nicht scheren. Aber vor allem gab es auch Menschen, die aus ihrem Glauben heraus leben, ob Herrscher oder nicht \u2013 und sich dann doch in vieler Hinsicht verfehlen k\u00f6nnen. Nicht, weil sie etwas sagen, was die Menge f\u00fcr falsch h\u00e4lt, sondern aus ihrem Glauben heraus falsche Wege gehen. Aber die Liebe und Gnade Gottes in Jesus Christus sind gr\u00f6\u00dfer als die jeweiligen Vergehen. Und all das werden auch die folgenden Jahrhunderte zeigen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kaiser und Kunst im christlichen Mittelalter Im folgenden Abschnitt werden \u00dcberlegungen zum Thema vorgelegt: Aufgaben: a) Gib den folgenden Abschnitten passende \u00dcberschriften. b) Vervollst\u00e4ndige sie mit weiteren Informationen. c) Erstelle eine Mindmap: Welche Bereiche der Gesellschaft hat der christliche Glaube beeinflusst? d) Gib den folgenden Abschnitten \u00dcberschriften. 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