{"id":542,"date":"2019-07-02T10:12:22","date_gmt":"2019-07-02T08:12:22","guid":{"rendered":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/?page_id=542"},"modified":"2026-08-17T10:47:01","modified_gmt":"2026-08-17T08:47:01","slug":"glaubensbekenntnisse","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/kirche\/glaubensbekenntnisse\/","title":{"rendered":"Glaubensbekenntnisse"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-center has-medium-font-size wp-block-paragraph\">BEKENNTNISSE<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\"><strong>Einf\u00fchrung<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-white-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph\"><strong>Was sind Bekenntnisse des Glaubens?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Funktion: Sie fassen sachlich den Glauben zusammen.<\/li>\n\n\n\n<li>Zusammenhalt: Sie dienen dem Zusammenhalt der Gruppe.<\/li>\n\n\n\n<li>Hermeneutik: Sie sind Interpretationshilfen f\u00fcr die Bibel.<\/li>\n\n\n\n<li>Orthodoxie: Glaubende vergewissern sich des richtigen Glaubens.<\/li>\n\n\n\n<li>Abgrenzung: Sie dienen der Abgrenzung von anderen.<\/li>\n\n\n\n<li>Antwort: Christen verstehen Bekenntnisse als Antwort des Menschen auf Gottes Anrede.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gott sagt zum Menschen: Ich bin\u2026 Der Mensch antwortet Gott: Er ist\u2026 Du bist\u2026<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-white-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph\" style=\"color:#cb0d0d\"><strong>Aufgabe 1:<\/strong><br><br>Zeichne einen Fisch im Wasser \u2013 mit vier Flossen und zwei Schwanzspitzen und schreibe in jedem dieser sechs Flossen \/ Schwanzspitze eine der Gr\u00fcnde von 1-6 hinein. Lass den Fisch von Wasser umgeben sein, in dem er schwimmt. Der Fisch des Glaubensbekenntnisses schwimmt im Wasser: Gott Vater \u2013 Gott Sohn Jesus Christus \u2013 Gott Heiliger Geist.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-text-align-center has-black-color has-white-background-color has-text-color has-background\"><strong>J\u00fcdisches Bekenntnis<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das wichtigste Bekenntnis des j\u00fcdischen Volkes, gelebter Alltag und Zusammenhalt, ist das <strong>Sch\u00b4ma Israel <\/strong>(Sch\u00b4ma=H\u00f6re; Israel= Israel):<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>H\u00f6re, Israel, der HERR ist unser Gott, der HERR allein.<br>Darum sollst du den Ewigen, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft.<br>Diese Worte, auf die ich dich heute verpflichte, sollen auf deinem Herzen geschrieben stehen. Du sollst sie deinen Kindern erz\u00e4hlen. Du sollst von ihnen reden, wenn du zu Hause sitzt und wenn du auf der Stra\u00dfe gehst, wenn du dich schlafen legst und wenn du aufstehst. Du sollst sie als Zeichen um dein Handgelenk binden. Sie sollen als Merkzeichen auf deiner Stirn sein. Du sollst sie auf die T\u00fcrpfosten deines Hauses und in deine Tore schreiben. <\/em>(Deuteronomium \/ 5. Buch Mose 6,4-9)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Das kleine geschichtliche Credo <\/strong>(Bekenntnis):<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Dann sollst du anheben und sagen vor dem HERRN, deinem Gott: Mein Vater war ein Aram\u00e4er, dem Umkommen nahe, und zog hinab nach \u00c4gypten und war dort ein Fremdling mit wenig Leuten und wurde dort ein gro\u00dfes, starkes und zahlreiches Volk. Aber die \u00c4gypter behandelten uns schlecht und bedr\u00fcckten uns und legten uns einen harten Dienst auf. Da schrieen wir zu dem HERRN, dem Gott unserer V\u00e4ter. Und der HERR erh\u00f6rte unser Schreien und sah unser Elend, unsere Angst und Not und f\u00fchrte uns aus \u00c4gypten mit m\u00e4chtiger Hand und ausgerecktem Arm und mit gro\u00dfem Schrecken, durch Zeichen und Wunder, und brachte uns an diese St\u00e4tte und gab uns dies Land, darin Milch und Honig flie\u00dft.<\/em> (Deuteronomium \/ 5. Buch Mose 26,5-9)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was beinhalten die Texte? Sie beinhalten das Bekenntnis zu Gott, der Israel in der Geschichte begegnet ist, der in der Geschichte gegenw\u00e4rtig ist, der das Schreien des Volkes h\u00f6rt und es f\u00fchrt \u2013 es f\u00fchrt durch gro\u00dfe N\u00f6te hindurch in das gelobte Land. Das Volk soll Gott lieben \u2013 ja, es darf Gott lieben, weil Gott es zul\u00e4sst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zum Judentum s. auch: <a href=\"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/judentum\/\">https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/judentum\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist auch hier zu erkennen: Bekenntnisse reagieren auf Gottes Handeln in der Geschichte, sie fassen den Glauben zusammen, sind der gemeinsame &#8222;Code&#8220; einer Gruppe \u00fcber Generationen hinweg, dienen der Orientierung auch im allt\u00e4glichen Leben. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieses j\u00fcdische Bekenntnis muss den christlichen Betrachtungen vorgeschaltet werden, da Jesus wie die ersten Christen aus diesem Bekenntnis heraus lebten, ihren Glauben formulierten. Ohne das j\u00fcdische Bekenntnis hat das christliche Bekenntnis keine Basis. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-text-align-center has-white-background-color has-background\"><strong>Christliches Bekenntnis<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center wp-block-paragraph\"><strong>1. Anf\u00e4nge<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Jesus ist Herr.&nbsp;<\/em>(R\u00f6m 10,9)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die ersten Christen waren Judenchristen. Sie lebten aus diesen genannten j\u00fcdischen Bekenntnissen heraus. Mit Jesus sahen sie Gott in der gegenw\u00e4rtigen Geschichte befreiend wirken: Das folgende Bekenntnis ist wohl eines der \u00e4ltesten christlichen Bekenntnisse:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und der Apostel Paulus f\u00fchrt das Bekenntnis &#8222;Jesus ist Herr&#8220; (Kyrios Jesus) im 1. Korinther 15 mit der Tradition weiter aus:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gott hat Jesus aus den Toten auferweckt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieses einfache Bekenntnis wurde weiter ausgef\u00fchrt. Paulus schreibt:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>\u201eDenn als Erstes habe ich euch weitergegeben, was ich auch empfangen habe: Dass Christus gestorben ist f\u00fcr unsre S\u00fcnden nach der Schrift; und dass er begraben worden ist; und dass er auferstanden ist am dritten Tage nach der Schrift; und dass er gesehen worden ist von Kephas, danach von den Zw\u00f6lfen.\u201c<\/em>&nbsp;(1Kor 15)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gott sandte den Menschen Jesus \u2013 und dieser Mensch wirkte befreiend, helfend, st\u00e4rkend. Nach seiner Hinrichtung hat Gott ihn erh\u00f6ht, f\u00fchrt Gott durch diesen Liebenden seine Herrschaft aus. Und so klingt auch eines der \u00e4ltesten Lieder der Christen wie ein Bekenntnis:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Er, der in g\u00f6ttlicher Gestalt war,<br>hielt es nicht f\u00fcr einen Raub, Gott gleich zu sein,<br>sondern ent\u00e4u\u00dferte sich selbst<br>und nahm Knechtsgestalt an,<br>ward den Menschen gleich<br>und der Erscheinung nach als Mensch erkannt.<br>Er erniedrigte sich selbst<br>und ward gehorsam bis zum Tode,<br>ja zum Tode am Kreuz.<br>Darum hat ihn auch Gott erh\u00f6ht<br>und hat ihm den Namen gegeben, der \u00fcber alle Namen ist,<br>dass in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Knie,<br>die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind,<br>und alle Zungen bekennen sollen,<br>dass Jesus Christus der Herr ist,<br><em>zur Ehre Gottes, des Vaters.<\/em> (Philipperbrief 2)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bekenntnisse, in denen es allein um Jesus geht, sind so genannte eingliedrige Bekenntnisse. Bekenntnisse, in denen Gott Vater \u2013 Sohn \u2013 und Geist genannt werden, sind dreigliedrige Bekenntnisse; zweigliedrige Bekenntnisse nennen nur Gott und Jesus Christus:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>\u2026 so haben wir doch nur einen Gott, den Vater, von dem alle Dinge sind und wir zu ihm; und einen Herrn, Jesus Christus, durch den alle Dinge sind und wir durch ihn.<\/em>&nbsp;(1. Korintherbrief 8,6)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Bekenntnisse dienten der Gemeinde dazu, sich ihres Glaubens zu vergewissern, den Kern ihres Glaubens zu formulieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Bekenntnisse wurden dann im Lauf der Zeit erweitert, modifiziert, weil sich die Situation entsprechend ge\u00e4ndert hatte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schon bald kamen Menschen in die Gemeinde, die sagten, dass Jesus so g\u00f6ttlich war, dass er nicht wirklich Mensch sein konnte. Dagegen formuliert Ignatius von Antiochien um 110 n. Chr. das Bekenntnis:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>\u201eVerstopfet daher eure Ohren, sobald euch einer Lehren bringt ohne Jesus Christus, der aus dem Geschlechte Davids, der aus Maria stammt, der wahrhaft geboren wurde, a\u00df und trank, wahrhaft verfolgt wurde unter Pontius Pilatus, wahrhaft gekreuzigt wurde und starb vor den Augen derer, die im Himmel, auf der Erde und unter der Erde sind, der auch wahrhaft auferweckt wurde von den Toten, da ihn sein Vater auferweckte; denn nach diesem Vorbild wird uns, die wir ihm glauben, sein Vater auch so auferwecken in Christus Jesus, ohne den wir das wahre Leben nicht haben.\u201c<\/em> (An Trallianer 9: \u00dc.: J.A. Fischer: Die Apostolischen V\u00e4ter, M\u00fcnchen 1986\/9)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Entsprechend wurden dann aufgrund der theologischen Abweichungen die Bekenntnisse immer ausgefeilter. Menschen, die getauft wurden, mussten ein Bekenntnis sprechen. So kennen wir ein altr\u00f6misches Taufbekenntnis aus der Zeit um 200 (Traditio Apostolica des Hippolyt) ausgef\u00fchrt im 4. Jahrhundert, das in vielem unserem Apostolischen Glaubensbekenntnis nahe steht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In unseren Ohren klingt vieles vertraut. Aber das Bekenntnis bei der Taufe zu Jesus als Herrn (Kyrios Jesus) ist in der damaligen Zeit ein Affront gegen die Staatsgewalt: Nicht der Kaiser ist der Kyrios, sondern Jesus Christus. Das bedeutet also auch den Bruch mit der heidnischen Umwelt. Das Treueverh\u00e4ltnis gilt nicht mehr dem Kaiser &#8211; sondern allein Jesus Christus. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center wp-block-paragraph\"><strong>2. Weiterf\u00fchrungen: Das apostolische Glaubensbekenntnis und weitere Bekenntnisse<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color wp-block-paragraph\"><strong>1<\/strong> Ich glaube an Gott, den Vater,<br>den Allm\u00e4chtigen,<br>den Sch\u00f6pfer des Himmels und der Erde.<br><strong>2<\/strong> Und an Jesus Christus,<br>seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,<br><strong>3<\/strong> empfangen durch den Heiligen Geist,<br>geboren von der Jungfrau Maria,<br><strong>4<\/strong> gelitten unter Pontius Pilatus,<br>gekreuzigt, gestorben und begraben,<br><strong>5<\/strong> hinabgestiegen in das Reich des Todes,<br>am dritten Tage auferstanden von den Toten,<br><strong>6<\/strong> aufgefahren in den Himmel;<br>er sitzt zur Rechten Gottes,<br>des allm\u00e4chtigen Vaters;<br><strong>7<\/strong> von dort wird er kommen,<br>zu richten die Lebenden und die Toten.<br><strong>8<\/strong> Ich glaube an den Heiligen Geist,<br><strong>9<\/strong> die heilige christliche Kirche,<br>Gemeinschaft der Heiligen,<br><strong>10<\/strong> Vergebung der S\u00fcnden,<br><strong>11<\/strong> Auferstehung der Toten<br><strong>12<\/strong> und das ewige Leben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Apostolische Glaubensbekenntnis hat seinen Namen daher, dass man schon im 4. Jahrhundert glaubte, dass die 12 Apostel es zusammengetragen haben \u2013 sichtbar an den oben vorangestellten Zahlen. Apostel 1 sagt: Ich glaube an Gott\u2026 Apostel zwei f\u00fchrt weiter fort: Und an Jesus Christus\u2026 Apostel 3: empfangen\u2026 usw. Diese Legende war im Mittelalter sehr popul\u00e4r. In diesem Bekenntnis gehen Glaubende gegen die gnostische Verachtung Gottes als Sch\u00f6pfer vor, zudem geht es dagegen vor, die Leiblichkeit, die k\u00f6rperliche Menschwerdung Gottes zu leugnen, es bekennt nicht nur die Gemeinschaft der Elit\u00e4ren &#8222;Gnostiker \/ Wissenden&#8220;, sondern all derer, die glauben, sowie die Auferstehung, nicht nur dem Weiterleben der immateriellen Seele, wie die Gnostiker glauben, sondern des gesamten Menschen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend das Apostolische Glaubensbekenntnis die Heilsgeschichte (Gott: Sch\u00f6pfung &#8211; Jesus: Leben &#8211; Heiliger Geist: Kirche &#8211; Auferstehung) auf Fragen der Zeit reagierend zusammenfasst, wurde es in sp\u00e4terer Zeit aufgrund von neuen Auseinandersetzungen wichtig, begrifflich festzulegen, wer Jesus Christis ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die ganz gro\u00dfen Bekenntnisse des Christentums sind Folgen theologischer Auseinandersetzungen. So hat zum Beispiel Arius gesagt, dass Jesus nur ein Gesch\u00f6pf war \u2013 zwar ein Besonderes, aber Gesch\u00f6pf. Dagegen wendet sich das <strong>Konzil von Nicaea<\/strong> (325) und bekennt:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Wir glauben&nbsp; \u2026 an einen Herrn Jesus Christus, den Sohn Gottes, den Einziggeborenen, der aus dem Vater vor allen Zeiten gezeugt wurde, Licht aus Licht, wirklicher Gott aus wirklichem Gott, gezeugt, nicht geschaffen, wesensgleich mit dem Vater, durch den alles geworden ist\u2026<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hinter dieser Aussage steht: Wenn Jesus nur Gesch\u00f6pf w\u00e4re, k\u00f6nnte er uns nicht erl\u00f6sen. Nur Gott selbst kann es. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ungef\u00e4hr hundert Jahre sp\u00e4ter ging es um eine andere Frage: Ist Maria als Gottesgeb\u00e4rerin zu bezeichnen? Ist Jesus Gott und nicht Mensch? Dagegen findet das <strong>Konzil von Chalzedon<\/strong><em> <\/em>die Formulierung (451):<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>\u2026Jesus Christus ist vollkommen in seiner Gottheit und derselbe vollkommen in seiner Menschheit, derselbe wirklich Gott und wirklich Mensch\u2026 Er ist dem Vater wesensgleich nach der Gottheit und derselbe uns wesensgleich nach der Menschheit.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center wp-block-paragraph\"><strong>3. Lutherische Bekenntnisse<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ca. 1000 Jahre sp\u00e4ter gab es die gro\u00dfe Auseinandersetzung zwischen den Protestanten und den Katholiken. Die Protestanten sahen sich gen\u00f6tigt, ihren Glauben zu formulieren; einmal, damit Katholiken sie nicht als Ungl\u00e4ubige bezeichnen k\u00f6nnen, dann aber auch, um sich klar zu werden: Was glauben wir eigentlich. Und diese Bekenntnisse mussten vielfach formuliert werden \u2013 wir finden sie in den so genannten <em>\u201eBekenntnisschriften\u201c <\/em>gesammelt.&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.ekd.de\/Augsburger-Bekenntnis-Confessio-Augustana-13450.htm\">https:\/\/www.ekd.de\/Augsburger-Bekenntnis-Confessio-Augustana-13450.htm<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kurzgefasst finden wir sie im Katechismus.&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.ekd.de\/Kleiner-Katechismus-11531.htm\">https:\/\/www.ekd.de\/Kleiner-Katechismus-11531.htm<\/a>&nbsp;Dieser ist auch eine Art Bekenntnisschrift f\u00fcr die Menschen, die keine Zeit haben, sich intensiv mit Theologie zu befassen. Aus dem Katechismus ein Beispiel:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left wp-block-paragraph\"><em>Der Glaube<br>DER ZWEITE ARTIKEL.<br>VON DER ERL\u00d6SUNG<br>Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allm\u00e4chtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Was ist das?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Ich glaube, da\u00df Jesus Christus, wahrhaftiger Gott vom Vater in Ewigkeit geboren und auch wahrhaftiger Mensch von der Jungfrau Maria geboren, sei mein Herr, der mich verlornen und verdammten Menschen erl\u00f6set hat, erworben, gewonnen von allen S\u00fcnden, vom Tode und von der Gewalt des Teufels; nicht mit Gold oder Silber, sondern mit seinem heiligen, teuren Blut und mit seinem unschuldigen Leiden und Sterben; damit ich sein eigen sei und in seinem Reich unter ihm lebe und ihm diene in ewiger Gerechtigkeit, Unschuld und Seligkeit, gleichwie er ist auferstanden vom Tode, lebet und regieret in Ewigkeit.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Das ist gewi\u00dflich wahr.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Erkl\u00e4rung zeigt auch den Schwerpunkt reformatorischer Theologie: All das, was wir bekennen, ist nicht historisch, abstrakt, es hat mit mir zu tun. Es ist also eine Beziehungsaussage: er mein Herr, mich erl\u00f6st&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center wp-block-paragraph\"><strong>4. Barmer Theologische Erkl\u00e4rung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Laufe der Zeit sind viele weitere Bekenntnisse formuliert worden. Das wichtigste Bekenntnis ist die Barmer Theologische Erkl\u00e4rung (1934), die gegen die nationalsozialistische Ideologie (und andere) formuliert wurde. Diese totalit\u00e4re gegen Gott gerichtete Weltanschauung bek\u00e4mpfte die W\u00fcrde des Menschen, den Rechtsstaat und verlangte wie jede Ideologie, dass sich der gesamte Menschen ihr ausliefert:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>THESEN<br>1. Jesus Christus spricht: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich. (Joh. 14, 6)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer nicht zur T\u00fcr hineingeht in den Schafstall, sondern steigt anderswo hinein, der ist ein Dieb und R\u00e4uber. Ich bin die T\u00fcr; wenn jemand durch mich hineingeht, wird er selig werden. (Joh 10,1.9)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Jesus Christus, wie er uns in der Heiligen Schrift bezeugt wird, ist das eine Wort Gottes, das wir zu h\u00f6ren, dem wir im Leben und im Sterben zu vertrauen und zu gehorchen haben.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Wir verwerfen die falsche Lehre, als k\u00f6nne und m\u00fcsse die Kirche als Quelle ihrer Verk\u00fcndigung au\u00dfer und neben diesem einen Worte Gottes auch noch andere Ereignisse und M\u00e4chte, Gestalten und Wahrheiten als Gottes Offenbarung anerkennen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>2. Durch Gott seid ihr in Christus Jesus, der uns von Gott gemacht ist zur Weisheit und zur Gerechtigkeit und zur Heiligung und zur Erl\u00f6sung. (1. Kor 1,30)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Wie Jesus Christus Gottes Zuspruch der Vergebung aller unserer S\u00fcnden ist, so und mit gleichem Ernst ist er auch Gottes kr\u00e4ftiger Anspruch auf unser ganzes Leben; durch ihn widerf\u00e4hrt uns frohe Befreiung aus den gottlosen Bindungen dieser Welt zu freiem, dankbarem Dienst an seinen Gesch\u00f6pfen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Wir verwerfen die falsche Lehre, als gebe es Bereiche unseres Lebens, in denen wir nicht Jesus Christus, sondern anderen Herren zu eigen w\u00e4ren, Bereiche, in denen wir nicht der Rechtfertigung und Heiligung durch ihn bed\u00fcrften.<\/em>..<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Verbum Dei manet in aeternum.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der vollst\u00e4ndige Text:&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.ekd.de\/Barmer-Theologische-Erklarung-11292.htm\">https:\/\/www.ekd.de\/Barmer-Theologische-Erklarung-11292.htm<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center wp-block-paragraph\"><strong>5. Die Katholische und Orthodoxe Kirche<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Katholische Kirche hat auf dem Konzil von Trient im 16. Jahrhundert \u00fcber die Protestanten hinaus die Siebenzahl der Sakramente, das Festhalten am Papsttum und das Fegefeuer betont. Im 19. Jahrhundert  kam die Unfehlbarkeit des Papstes (wenn er Glaubenslehren verk\u00fcndet) gegen den modernen Zeitgeist hinzu. Im 20. Jahrhundert wurde der Katechismus der Katholischen Kirche formuliert, in dem die katholische Tradition zusammengefasst wurde. Die weltweite katholische Kirche ist starken Herausforderungen ausgesetzt. Der Katechismus soll eine Zersplitterung der Kirche verhindern. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch die Orthodoxe Kirche hat aufgrund der Entwicklung der katholischen und protestantischen Kirchen den Glauben wieder zusammengefasst. Es geht nicht um Neuerung, sondern um Verfestigung und der Systematisierung der orthodoxen Tradition gegen die protestantische Sicht (Synode von Jassy [1642]; Betonung der Sakramente, der Liturgie, der Ikonen und Heiligen: Bekenntnis der Synode zu Jerusalem [1672]); und dem ausf\u00fchrlichen Katechismus des heiligen Philaret [19. Jh.]). <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center wp-block-paragraph\"><strong>6. Schluss\u00fcberlegung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Furore macht in letzter Zeit nicht das christliche Bekenntnis, sondern das Bekenntnis, der vielfach als Schlachtruf verwendete Ausdruck der Muslime: Allahu Akbar: Allah ist gro\u00df \/ am gr\u00f6\u00dften. Als Schlachtruf kann man die christlichen Bekenntnisse nicht bezeichnen \u2013 wobei es immer mal Zeiten gab, in denen christliche Heere auch christliche Bekenntnisse formulierten: Gott mit uns; deus lo vult (Gott will es) ist auch eine Art Bekenntnis f\u00fcr die sogenannten Kreuzz\u00fcge, die milit\u00e4rischen Auseinandersetzungen mit den Muslimen geworden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber stimmt die Aussage, dass das christliche Bekenntnis keine Furore macht?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Man nehme nur einmal die erste These der Barmer Theologischen Erkl\u00e4rung \u2013 wenn sie wirklich als Ma\u00dfstab f\u00fcr die Kirchen dient, dann m\u00fcssen sie \u00fcberall anecken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color wp-block-paragraph\" style=\"color:#cb0d0d\"><strong>Aufgabe 2:\u00a0<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color wp-block-paragraph\" style=\"color:#cb0d0d\">a) Nimm die oben zitierte These 1 der Barmer Theologischen Erkl\u00e4rung: Ahnst Du, warum diese Formulierung \u00fcberall anecken m\u00fcsste? (Schreibe Deine Sicht auf.) (Denke dabei an Forderung von Staaten, Parteien, Gruppen, Weltanschauungen, Zeitgeist.)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-link-color wp-elements-e7d1163726eb3a97f9e4c3ba8dc850af wp-block-paragraph\" style=\"color:#cb0d0d\">b) Stimmst Du der These zu oder lehnst Du sie ab? Begr\u00fcnde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-link-color wp-elements-6e7f726e4c950236e60457f59a27c667 wp-block-paragraph\" style=\"color:#cb0d0d\">c) Wenn Du sie ablehnst, ahnst Du die Brisanz der These?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-link-color wp-elements-8d9253e9daa5274a9664b92489fb6e3f wp-block-paragraph\" style=\"color:#cb0d0d\"><strong>Aufgabe 3:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-link-color wp-elements-b35588fa24b853dd6b2174ba239dfeb4 wp-block-paragraph\" style=\"color:#cb0d0d\">a) Formuliere ein eigenes &#8222;Glaubensbekenntnis&#8220;. Wenn Du christlichen Glauben nicht teilst, dann formuliere das, in einer Art Bekenntnis das, was Dir im Leben wichtig ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-link-color wp-elements-3084b0d9c28a92ceab09463b1023b62d wp-block-paragraph\" style=\"color:#cb0d0d\">b) Eingangs wurde in sieben Punkten dargelegt, warum Bekenntnisse formuliert wurden. Welche Punkte passen zu Deinem Bekenntnis? <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-link-color wp-elements-3ab6aec6182fe5232739e7086fb6a615 wp-block-paragraph\" style=\"color:#cb0d0d\"><strong>Aufgabe 4:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-link-color wp-elements-824cf2616f8534acd73920ed5ed5cefc wp-block-paragraph\" style=\"color:#cb0d0d\">Das ist etwas heikel, also freiwillig: Vergleicht Eure Bekenntnisse. K\u00f6nnt Ihr Euch auf eines einigen? Allerdings ist zu beachten, dass Glaubende und Nichtglaubende sich vermutlich nicht auf eins einigen k\u00f6nnen, somit w\u00e4re erst zu eruieren: Wer ist welcher der beiden Gruppen zuzuordnen, um dann beiden Gruppen eine Zusammenf\u00fchrung zu erm\u00f6glichen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-link-color wp-elements-ff58360afe0144de7d8434c99d8919aa wp-block-paragraph\" style=\"color:#cb0d0d\">Es kommt bei diesem Arbeitsschritt nicht darauf an, dass irgendeiner siegt oder verliert oder sonst was. Es kommt darauf an zu lernen, miteinander zu diskutieren, zu argumentieren &#8211; und auch andere Meinungen stehen zu lassen. Das betrifft auch die Unterschiede innerhalb der jeweiligen Gruppen. Manchmal hat man keine Argumente f\u00fcr seinen Glauben, wie beschrieben: Glaube ist Geschenk &#8211; keine Sache des logisch argumentierenden Verstandes. Das gilt auch f\u00fcr Weltanschauungen. Der Mensch ist mehr als &#8222;Verstand&#8220;. Von daher locker und gelassen mit dieser Fragestellung und sich selbst umgehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BEKENNTNISSE Einf\u00fchrung Was sind Bekenntnisse des Glaubens? Gott sagt zum Menschen: Ich bin\u2026 Der Mensch antwortet Gott: Er ist\u2026 Du bist\u2026 Aufgabe 1: Zeichne einen Fisch im Wasser \u2013 mit vier Flossen und zwei Schwanzspitzen und schreibe in jedem dieser sechs Flossen \/ Schwanzspitze eine der Gr\u00fcnde von 1-6 hinein. [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":74,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-542","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/542","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=542"}],"version-history":[{"count":11,"href":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/542\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4033,"href":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/542\/revisions\/4033"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/74"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=542"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}