{"id":511,"date":"2019-07-01T21:03:25","date_gmt":"2019-07-01T19:03:25","guid":{"rendered":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/?page_id=511"},"modified":"2021-03-18T11:09:51","modified_gmt":"2021-03-18T10:09:51","slug":"theologie-des-neuen-testaments","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/heilige-schriften\/theologie-des-neuen-testaments\/","title":{"rendered":"Theologie des Neuen Testaments"},"content":{"rendered":"\n<p>Neuere Version: <a href=\"https:\/\/mini.evangelische-religion.de\/theologie-des-neuen-testaments\/\">https:\/\/mini.evangelische-religion.de\/theologie-des-neuen-testaments\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-medium-font-size\">Theologie des Neuen Testaments<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-text-color\" style=\"color:#cb9d15\"><strong>Einleitung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Jesus von Nazareth war gestorben. Er wurde als der von Gott Auferweckte erfahren. Dar\u00fcber machten sich die fr\u00fchen Christen Gedanken und versuchten, Gott aus der Perspektive Jesu Christi heraus zu verstehen. Aber immer wurde der Mensch in diese Konstellation einbezogen, es wird nicht \u00fcber Gott nachgedacht, ohne den Menschen zu ber\u00fccksichtigen. Aus der Perspektive von Christen wurde Gott in Jesus Christus Mensch. Das bedeutet, dass \u00fcber Gott nicht sinnvoll spekuliert werden kann, sondern \u00dcberlegungen \u00fcber Gott immer von Jesus Christus auszugehen haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem also die J\u00fcnger den auferstandenen Jesus Christus erfahren haben, haben sie das Leben und die Lehre Jesu aus der Perspektive der Auferstehung in Erinnerung gerufen. Sie begannen langsam zu verstehen, was das alles zu bedeuten hat, wie man das alles interpretieren kann. Leider wissen wir nicht mehr so genau, was die einzelnen J\u00fcnger gelehrt haben, was die Nachfolgerinnen vor Ort lehrten. Wir bekommen nur mit, wie Gruppen, die an der Logienquelle arbeiteten und Worte Jesu sammelten, wie der Apostel Paulus und die Evangelisten Markus, Matth\u00e4us, Lukas und Johannes ihren Glauben auf der Basis der Jesus-Verk\u00fcnder formuliert haben. Die sp\u00e4teren Autoren stehen wieder auf deren Schultern, so die Autoren der so genannten Deutero-Paulinen (Kolosserbrief, Epheserbrief, Timotheus, Titus und 2. Thessalonicherbrief), der Autor des Hebr\u00e4erbriefes, die Autoren der Petrusbriefe, der Apokalypse des Johannes, der Johannes- und des Judasbriefes und die Autoren von Texten, die wir nicht im Neuen Testament finden, die aber sehr fr\u00fch sind: Didache, Hirt des Hermas, der Barnabasbrief und das Thomasevangelium. Wie an den vier Evangelien und den anderen Werken zu sehen ist: Sie umkreisen das Geheimnis Gottes, das sie in Jesus Christus ber\u00fchrt hat. Wie f\u00fcr Gott nicht nur ein Hoheitstitel verwendet wird, sondern unterschiedliche und einander widersprechende (Turm, K\u00f6nig, Hirte, Fels\u2026), weil Gott mit einem nicht zu fassen ist, so haben wir unterschiedliche Zeugen aus der Fr\u00fchzeit christlichen Glaubens: <em>Gott gibt sich im vielf\u00e4ltigen Zeugnis seiner Boten zu erkennen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Zu bedenken ist noch folgender Gedanke: Jesus von Nazareth, ein einfacher Zimmermann, wirkte nur ca. 1-3 Jahre und wurde dann hingerichtet. Er wuchs als Jude in einer \u201er\u00f6mischen Provinz\u201c am Rande des r\u00f6mischen Reiches auf. Das, was im Folgenden dargelegt werden wird, ist \u00e4u\u00dferst erstaunlich: Wie konnten Menschen das alles von einem anderen Menschen sagen? Warum haben sich an diesem einfachen, hingerichteten Menschen Geschichten und Legenden anranken k\u00f6nnen? Warum gingen seine Nachfolger f\u00fcr ihn in den Tod? Warum gingen sie nicht, wie so h\u00e4ufig in der Geschichte, resigniert wieder nach Hause und ihrer Arbeit nach, desillusioniert, weil sie einem Illusionsk\u00fcnstler gefolgt sind, der sie entt\u00e4uscht hat? Die beliebte Erkl\u00e4rung, dass die Menschen damals eben beschr\u00e4nkter waren als wir wissenschaftlich Gebildeten heute, ist hinf\u00e4llig, weil das, wovon wir Zeugen sind, eben einmalig ist: W\u00e4hrend es viele Messiasse usw. gab, von denen man nicht mehr spricht, ist Jesus in vieler Munde. Zudem: Jesus verk\u00fcndete h\u00f6chstens drei Jahre lang (und hat nichts aufgeschrieben), Buddha (Siddharta Gautama) verk\u00fcndete 45 Jahre, Mohammed wirkte (auch milit\u00e4risch) 22 Jahre lang. Um auch einen einflussreichen Philosophen zu nennen: Sokrates, wirkte wohl \u00fcber 20 Jahre \u00f6ffentlich \u2013 und hat auch nichts aufgeschrieben. Wie auch immer man das alles einsch\u00e4tzen mag, das, was aus der Botschaft dieses Menschen folgte \u2013 und dann noch in der 2000 j\u00e4hrigen Geschichte folgen wird \u2013 sucht seinesgleichen. Das gilt \u00fcbrigens auch f\u00fcr die Gegnerschaft. Wie viele klugen K\u00f6pfe schreiben heute B\u00fccher, um das, was Jesus sagte und was aus seiner Botschaft folgte, zu widerlegen. Sie f\u00fchren auf ihre Weise die Verk\u00fcndigung Jesu Christi &#8211; nur eben im Widerspruch &#8211; weiter.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-text-color\" style=\"color:#cb9d15\"><strong>Texte<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-black-color has-text-color has-background\" style=\"background-color:#f1ca53\"><strong>Logienquelle (Q; Spruchevangelium)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Logienquelle ist eine Sammlung von Logien (Worte\/Ausspr\u00fcche) Jesu in der Tradition prophetischer Ausspr\u00fcche (siehe das Alte Testament). Sie liegt nicht mehr vor, sondern wurde aus den Evangelien des Matth\u00e4us und des Lukas extrahiert. Beider gemeinsames Material \u2013 au\u00dfer des \u00fcbernommenen Markusevangeliums \u2013 wird als Logienquelle bezeichnet. Vermutlich wurde diese auch schon redaktionell bearbeitet, das hei\u00dft, es liegt eine l\u00e4ngere Tradierung \u2013 seit Jesu Wirken&nbsp;<strong>um 27 bis ca. 70<\/strong> nach Christus \u2013 vor, vielleicht gab es damit auch unterschiedliche Fassungen der Logienquelle bzw. unterschiedliche Textkomplexe, die dann zusammengef\u00fcgt wurden. In ihr liegen Bez\u00fcge zu Johannes dem T\u00e4ufer vor, ebenso weist sie auf Wunder hin, wenn auch sehr sparsam, sie beinhaltet Gleichnisse und es kommen apokalyptische Elemente vor (Weltende) und Kreuzesnachfolge.<\/p>\n\n\n\n<p>Die <em>Theologie der Spruchquelle<\/em>: Johannes der T\u00e4ufer, mit dem das Reich Gottes anbricht, hat das Kommen Gottes verk\u00fcndigt, das von den Q-Christen in Jesus erfahrbar wurde. Q greift messianische Erwartungen der Zeit auf: Jesus ist der im AT angek\u00fcndigte Menschensohn, der aus Gottes \u201eWeisheit\u201c heraus redet, Menschlichkeit einfordert und die durch Propheten verhei\u00dfenen Machtaten wirkt. Er wird von Menschen missachtet und wird als Richter wiederkommen. Jesus lehrt aber das Feindesliebe-Gebot und gibt damit den missachteten fr\u00fchen Christen einen Verhaltens-Ma\u00dfstab an die Hand. Es wird deutlich, dass zumindest die Endredaktion eigene Vertreibungs-Erfahrungen in den Worten Jesu erkennt und aufgreift, wie auch apokalyptische (Endzeit-)Erfahrungen mit der Eroberung Israels durch die R\u00f6mer als Ansatz des Gerichts \u00fcber Israel interpretiert. Jesus selbst hat ein gro\u00dfes Selbstbewusstsein, das mit den Erfahrungen vieler Menschen nicht kompatibel ist: Wenn er der Messias ist, warum macht er nicht aus Steinen Brot? Das wird aus der Perspektive der Jesus-Nachfolger Lk 4,1-13<strong>*<\/strong> erkl\u00e4rt; zudem: Jesu Messianit\u00e4t ist nur erkennbar, wenn Gott es dem Menschen offenbart (Lk 10,21ff.<strong>*<\/strong>). (<strong>*<\/strong>Ich gebe die Texte der Logienquelle mit Hilfe der Version des Lukasevangeliums wieder.)<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist zu beachten, dass in der Antike das <em>Auswendiglernen<\/em> eine gro\u00dfe Rolle spielte. Wie gro\u00df das Verm\u00f6gen war, wird zum Beispiel in der Homer-Forschung intensiv untersucht. Auswendig lernen war wichtig in einer Zeit, in der Schreiben nicht zur Regel geh\u00f6rte. Die Sch\u00fcler Jesu \u2013 J\u00fcnger \u2013 so ist auszugehen, lernten die Worte Jesu automatisch auswendig, wie es von Ananda, dem Neffen Buddhas \u00fcberliefert wurde. Es war damals \u00fcblich. Von daher ist auch davon auszugehen, dass viele Worte Jesu m\u00fcndlich korrekt \u00fcberliefert wurden. Reden war das eigentliche Kommunikationsmittel f\u00fcr den normalen Menschen \u2013 nicht wie heute: das Schreiben und Lesen (+ Fotos). Aufgeschrieben wurde im Alltag h\u00f6chstens das Eine oder andere auf Wachstafeln oder Scherben. Nichts desto trotz gab es auch umfangreichere Niederschriften, wie Lukas bezeugt (1,1ff.; s. die Logienquelle und das unten zu nennende Sondergut.)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-black-color has-text-color has-background\" style=\"background-color:#f1ca53\"><strong>Markusevangelium<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das Markusevangelium wurde vermutlich <strong>um 70 n. Christus<\/strong> geschrieben, also im Kontext der gewaltsamen Eroberung Israels \u2013 dann auch Jerusalems \u2013 durch die R\u00f6mer (vermutlich hat Markus jedoch schon einige Zeit vorher, als es noch verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig friedlich war und man ungehindert reisen konnte, Informationen vor Ort zu sammeln begonnen, also <strong>vor dem Jahr 66<\/strong>). Das Kapitel 13 greift die apokalyptischen Erwartungen, die Endzeiterwartungen, auf und versucht sie zu interpretieren. Dazu geh\u00f6rt auch die Aufnahme der Wundertaten Jesu. Markus zeigt: Jesus erweist seine Gottes-Sohnschaft im Tun der Wunder. Aber: Er soll nicht an den Wundern erkannt werden, sondern an seinem Leiden, seinem Sterben f\u00fcr die Menschen am Kreuz. Entsprechend ist auch der Ruf Jesu am Kreuz: <em>Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen<\/em>, nicht nur ein Echo des Psalms 22, sondern gibt auch den Schrei vieler Menschen in dieser Kriegszeit wieder. Aber auch die Weigerung in Gethsemane, das Leiden auf sich zu nehmen, greift vieler Menschen Gef\u00fchle auf. Diese werden dann in dem Wort Jesu zusammengefasst:&nbsp;<em>Abba, mein Vater, alles ist dir m\u00f6glich; nimm diesen Kelch von mir; doch nicht, was ich will, sondern was du willst<\/em>&nbsp;(14,36).<\/p>\n\n\n\n<p>Aber Jesus ist nicht nur der Wundert\u00e4ter, er ist auch der Lehrer. Er lehrte in Galil\u00e4a und hatte vor seiner Hinrichtung harte Auseinandersetzungen auf dem Weg nach Jerusalem und dann am Tempel. Ausl\u00f6ser dieser harten Auseinandersetzungen finden wir schon in Galil\u00e4a. Dort ging es um das Reinheitsgebot. Den \u00e4u\u00dferen Waschungen stellte Jesus etwas anderes entgegen: Die Reinheit des Herzens (Kapitel 7). Er geriet in Gefahr und wich in die eher heidnischen Gebiete aus, kehrte dann jedoch um, um nach Jerusalem, ins Zentrum der Macht, zu gehen. Ausl\u00f6ser f\u00fcr die Umkehr war das so genannte Petrusbekenntnis, das ausspricht, dass Jesus der Messias sei. Ab diesem Zeitpunkt weist Markus immer wieder darauf hin, dass Jesus leiden und sterben m\u00fcsse, aber auferstehen werde. Hinweise darauf, dass sich seine Gegner, religi\u00f6se und staatliche F\u00fchrer, zusammentun w\u00fcrden, um Jesus zu bek\u00e4mpfen, gab es allerdings schon vorher (Kapitel 3 und 8 aber auch 6). Ab diesem Zeitpunkt (Kapitel 7) wird immer intensiver durch die wiederholten Ank\u00fcndigungen seines Leidens und Sterbens (8,31; 9,31; 10,32ff.) \u2013 bis hin zum Gleichnis von den Weinbergp\u00e4chtern (Kapitel 12) \u2013 auf Jesu Sterben hingewiesen. Immer wieder wird auch gezeigt, dass die J\u00fcnger, die Jesus erw\u00e4hlte, das nicht zusammenbringen: Ihre messianischen Machtphantasien mit dem Leiden und Sterben Jesu. Im Grunde sind sie unf\u00e4hig, Jesus angemessen nachzufolgen, weil sie nicht richtig beten. Nicht nur das Leiden wird jedoch vorweg genommen, auch der Hinweis auf die Auferstehung in den Leidens-Ank\u00fcndigungen und im Bericht \u00fcber die Verkl\u00e4rung Jesu (Kapitel 9).<\/p>\n\n\n\n<p>Der Tenor der Lehre Jesu laut Markusevangelium: Umkehr. Menschen sollen sich wieder Gott zuwenden, denn das Reich Gottes ist nahe herbeigekommen. Zeichen f\u00fcr das Herbeikommen des Gottesreiches ist der Sieg \u00fcber die Krankheiten und D\u00e4monen und die vollm\u00e4chtige Lehre. Die vollm\u00e4chtige Lehre zeigt wie die Taten auf, dass es um Menschlichkeit geht. Um der Menschlichkeit Willen m\u00fcssen verkn\u00f6cherte Strukturen aufgebrochen werden (muss &#8222;neuer Wein in neue Schl\u00e4uche&#8220; gef\u00fcllt werden): Der Sabbat ist f\u00fcr den Menschen da, nicht umgekehrt, S\u00fcndenvergebung hier und jetzt, nicht erst durch Opfer am Tempel, Vergebung in die alle einbezogen werden, auch die Gemiedenen (Z\u00f6llner, Prostituierte); Frauen und Kinder sind anders zu behandeln als \u00fcblich; ebenso wird die Grenze zu den Heiden durchl\u00e4ssig und die Gier nach Reichtum wird abgelehnt. Nicht herrschen, sondern dienen ist die Devise, das zeigt sich dann auch darin, dass man nicht versucht, die Besatzungsmacht zu beherrschen, sondern sie angemessen in die Schranken zu weisen: ihr geh\u00f6ren die Steuern \u2013 aber nicht die Menschen, die Menschen geh\u00f6ren Gott. Kurz: Das Gesetz ist darin zusammengefasst, dass Gott und Mensch geliebt werden. All das bedeutet: Gottes Willen tun \u2013 und diejenigen, die das auch so sehen, bilden eine Familie.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Messias Gottes, der Sohn Gottes, der Menschlichkeit verbreitete, musste sterben. Warum? Mit seinem Leben weist er Menschen an, wie sie sich nach Gottes Willen verhalten, mit seinem Sterben schlie\u00dft Gott einen Bund mit den Menschen zur S\u00fcndenvergebung und damit zum ewigen Leben.<\/p>\n\n\n\n<p>Das gesamte Evangelium ist gepr\u00e4gt von J\u00fcngerkritik: Sie verstehen den Leidensweg Jesu nicht, verstehen nicht, dass sie dienen sollen, statt herrschen. Judas verr\u00e4t, Petrus verleugnet. Sie sind wie die christlichen Zeitgenossen in dem r\u00f6misch-j\u00fcdischen Krieg. Von hier aus m\u00f6chte ich auch den Schluss des Markusevangeliums verstehen. Die Frauen sehen das leere Grab, sehen und h\u00f6ren den Engel, aber sie sagen nichts von der wunderbaren Auferstehung weiter, verschweigen den ihnen gegebenen Auftrag. So absurd wie die Frauen und die J\u00fcnger verhalten sich die Christen, denen das Evangelium gilt. Wenn sie Gottes Handeln in Jesus erkennen, es gesehen und erfahren haben, aber dennoch schweigen, verhalten sie sich dumm. Das Gebet Jesu rehabilitiert Petrus. Von daher ist nicht alles verloren. (Sonderbar ist nicht nur dieser Markus-Schluss, sondern auch der Schluss der Apostelgeschichte, wenn sie erst nach 90 geschrieben worden sein sollte, weil sie nicht berichtet, wie das Gerichtsurteil gegen Paulus ausgegangen ist. Oder gedachten Lukas und Markus eine Fortsetzung zu schreiben? <\/p>\n\n\n\n<p>Zur Diskussion:  <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=If-fs-dl84o\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=If-fs-dl84o<\/a> <\/p>\n\n\n\n<p>Als Film &#8211; Markusevangelium w\u00f6rtlich:  <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=zQNQn30PMPs\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=zQNQn30PMPs<\/a> <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-background\" style=\"background-color:#f1ca53\"><strong>Vergleich der Theologie des Markus und der Logienquelle<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wenn man die beiden Quellen: Markus und Logienquelle miteinander vergleicht, erkennt man, wie an den vorangegangenen Darlegungen gesehen, Unterschiede, aber auch Gemeinsamkeiten.<\/p>\n\n\n\n<p>Gemeinsamkeiten liegen zum Beispiel darin:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Jesus hat Macht \u00fcber D\u00e4monen und Krankheiten,<\/li><li>Jesus hatte ein gro\u00dfes Selbstbewusstsein\/Gottesbewusstsein. Der Ausl\u00f6ser hierf\u00fcr war die Taufe gewesen, in der Jesus eine Vision und Audition hatte. Dieses Bewusstsein wird auch darin ersichtlich, dass<\/li><li>er 12 J\u00fcnger (nach der Anzahl der zw\u00f6lf St\u00e4mme) ausgew\u00e4hlt und \u2013 so seine Strategie \u2013 ausgesandt hat. Er hat etwas zu verk\u00fcndigen: die angebrochene und kommende Herrschaft Gottes;<\/li><li>seine Lehre drehte sich um Gottes Hinwendung zu den Menschen, um Annahme von Ausgesto\u00dfenen,<\/li><li>er wurde von Johannes dem T\u00e4ufer getauft.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-black-color has-text-color has-background\" style=\"background-color:#f1ca53\"><strong>Sondergut<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-background\" style=\"background-color:#f1ca53\"><strong>Sondergut Markus \/ Quellen des Markus<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wir finden in den jeweiligen Evangelien Texte, die in keinem der anderen zu finden sind. Das trifft auch auf das Markus-Evangelium zu. Das hie\u00dfe, dass entweder Matth\u00e4us und Lukas es gleichzeitig ausgelassen h\u00e4tten, kann aber auch bedeuten, dass diese Texte nicht in der Vorlage des Matth\u00e4us bzw. Lukas vorgelegen haben. Im Wesentlichen handelt es sich um eher \u201eanst\u00f6\u00dfige\u201c Texte (Episoden aus dem Leben: Mk 3,20f.; 14,51f.; Lehre: 2,27), Texte, die eher r\u00e4tselhaft sind (Mk 9,48.49), heidnisches Couleur haben \u2013 darum von Matth\u00e4us evtl. ver\u00e4ndert wurden (Wunder: 7,31ff.; 8,22ff.) bzw. zur Gelassenheit aufruft (Gleichnis: 4,26ff.). Diese Texte spiegeln insgesamt theologisch auch das wider, was in den \u00fcbrigen \u00dcberlieferungen zu finden ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Es sei noch angemerkt, dass auch Markus m\u00f6glicherweise schon auf gesammelte Textkomplexe zur\u00fcckgreift: Wunder in Kapitel 2f., das Gleichnis-Kapitel (Kapitel 4), die Endzeitrede von 13 und die Passionsgeschichte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-background\" style=\"background-color:#f1ca53\"><strong>Das Sondergut des Matth\u00e4us<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Einen gro\u00dfen Teil des Sondergutes machen die Geburtsgeschichten aus, die aus der Perspektive des Josef dargelegt werden. Dar\u00fcber hinaus geht es um Zur\u00fccknahme im \u00f6ffentlichen religi\u00f6sen Auftreten (nicht schw\u00f6ren, zu Hause beten und fasten, verborgen Almosen geben), zahlreiche Gleichnisse, in denen es darum geht, angesichts des kommenden Gerichts wachsam zu sein, einander zu vergeben, da Gott das Gericht aus\u00fcbt, nicht der Mensch. Dabei handelt Gott sehr \u00fcberraschend (Mt 7,21ff.; 25,31ff.). Zudem geht es um Verhaltensweisen in der Gemeinde gegen\u00fcber schwierigen Menschen. Am Schluss des Evangeliums wird der Missionsbefehl eingeordnet. Die Passionsgeschichte hat gegen\u00fcber der markinischen Version zum Teil eigene Schwerpunkte.<\/p>\n\n\n\n<p>Das theologische Gewicht wird erkennbar: Es geht um dem Reich Gottes angemessene Verhaltensweisen und deren Durchsetzung mit Blick auf Gottes Gericht. Weitgehend deckt es sich mit dem Roten Faden, den Matth\u00e4us auch seinem gesamten Evangelium durchziehen l\u00e4sst. Allerdings beinhaltet das Sondergut keine Heilungswunder und Exorzismen (aber zwei Naturwunder, die entsprechend gleichnishaft auszulegen sind: 17,24ff. und 14,28ff.). Im Wesentlichen geht es (abgesehen von Geburtsgeschichten und Passion) also um Ausspr\u00fcche Jesu und Gleichnisse. Ob es sich um einzelne umlaufende Texte handelte, die Matth\u00e4us selbst gesammelt hat, ist nicht sicher, weil sie vielfach einen \u00e4hnlichen Duktus haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-background\" style=\"background-color:#f1ca53\"><strong>Sondergut des Lukas<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In eine ganz andere Welt treten wir beim Sondergut des Lukas ein. Auch hier sind zun\u00e4chst die Geburtsgeschichten zu nennen, die allerdings aus der Perspektive der Maria dargelegt werden, verwoben werden sie mit der Geburt von Johannes dem T\u00e4ufer. Die Gleichnisse haben nicht das Gericht als Thema, sondern die Annahme der S\u00fcnder, der verlorenen Menschen. Neu im Vergleich zu dem bisher genannten ist, dass die Samaritaner positiv in den Blick kommen. Die Passionsgeschichte hat, wie im Matth\u00e4usevangelium auch eigene Schwerpunkte. Das Sondergut beinhaltet wie das matth\u00e4ische Sondergut viele Gleichnisse<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-background\" style=\"background-color:#f1ca53\"><strong>Fazit:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es ist erkennbar, dass die unterschiedlichsten christlichen Traditionen gleicherma\u00dfen die gleichen Gattungen aufweisen (z.B. Gleichnisse, Wunder, Ausspr\u00fcche Jesu). Die einzelnen \u00dcberlieferungen legen eigene thematische Schwerpunkte. Sie haben aber alle auch Gemeinsamkeiten: das Verhalten des Christen wird durch Jesus in einer neuen Weise gepr\u00e4gt: Gott wendet sich den Au\u00dfenseitern, den Verlorenen zu. Jesus wird mit Hilfe alttestamentlicher Prophezeiungen als Messias\/Sohn Gottes zur Sprache gebracht. Seine Lehre und sein Handeln drehen sich um das Thema: Reich Gottes. Inhaltlich haben Geburtsgeschichten und Passionsgeschichten kaum \u00dcberschneidungen. Dennoch geht es beiden um Gottes Handeln zur Erl\u00f6sung des Menschen: einmal in der Menschwerdung, dann im Leiden Jesu und der Auferweckung. In beiden Themenbereichen wird j\u00fcdische Tradition und Exegese aufgegriffen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color\" style=\"color:#555bf1\">Das bedeutet, dass Abstand genommen werden muss von der Ansicht, dass man im Grunde nichts von Jesus wei\u00df. Deutlich ist zumindest, dass unterschiedlichste Traditionen gemeinsame Merkmale haben, damit eine gemeinsame Ursache erkennen lassen, die nicht in einem Autor verborgen liegen, sondern in Jesus von Nazareth. Darauf weisen auch die Unterschiede hin: die gemeinsame Grundlage wurde von Menschen jeweils auf ihre Art rezipiert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-background\" style=\"background-color:#f1ca53\"><strong>Matth\u00e4usevangelium<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Matth\u00e4us, der m\u00f6glicherweise <strong>um 80 nach Christus<\/strong> sein Evangelium geschrieben hat, greift Markus, die Logienquelle und Sondergut auf. Er ist der j\u00fcdisch-christliche Schriftgelehrte unter den Evangelisten und begr\u00fcndet in der Intention der Exegese seiner Zeit Aussagen zum Leben und zur Lehre Jesu mit Hilfe alttestamentlicher Prophezeiungen. Er versucht Jesus mit Blick auf die Vita des Mose darzustellen. Dazu nimmt er die Flucht nach \u00c4gypten auf, das Motiv der Rettung des Kindes (wie Mose), er zeigt Jesus als den Gesetzgeber der neuen Gerechtigkeit (Bergpredigt).<\/p>\n\n\n\n<p>Sechs gro\u00dfe Reden beherrschen sein Evangelium (vielfach wird von 5 Reden gesprochen, dann werden die beiden letzten Reden zu einer Doppelrede zusammengezogen): <em>Bergpredigt<\/em>: 5-7; <em>Aussendungsrede<\/em>: 10; <em>Gleichnisrede:<\/em> 13, <em>Gemeindefragen<\/em>: 18; <em>Rede gegen Pharis\u00e4er<\/em>: 23; <em>Apokalyptische Rede<\/em>, der ein paar Gleichnisse zum Thema Gericht angeschlossen werden: 24-25.<\/p>\n\n\n\n<p>Matth\u00e4us geht es um die neue Gerechtigkeit, das hei\u00dft, Menschen, die Jesus nachfolgen, sind angehalten, sich durch ihr Verhalten, das dem Willen Gottes entspricht, positiv von der Umwelt abzusetzen. Das Verhalten ist Gemeinschaft orientiert (alles Trennende wird ausgeschlossen durch Vergebung, einander nicht beschimpfen\/richten, verl\u00e4ssliches Verhalten). Das vertieft er mit Texten aus dem Sondergut. Dadurch wird die Thematik der Texte, die er aus dem Markusevangelium aufgreift, verlagert. Freilich leidet Jesus, wird angegriffen, aber der Schwerpunkt liegt nun auf die Verhaltensanweisungen: Christen verhalten sich einmal gegen\u00fcber anderen Menschen als auch gegen\u00fcber ihrer Gemeinschaft neu \u2013 sie nehmen daf\u00fcr auch Verfolgung in Kauf. Wenn Christen sich an das halten, was Jesus sagt und vorlebt, sind sie das neue Israel (vgl. 8,11ff.; Mt 21,43; vgl. die \u00c4nderungen auch im Vergleich zur Lukas-Parallele in Mt 22,1ff.) \u2013 Jesus Christus ist in ihren kleinen Versammlungen in ihrer Mitte und bei ihnen in ihrem Tun. Voraussetzung ist: Sie leben gem\u00e4\u00df der neuen Gerechtigkeit \u2013 sie werden von der Gemeinschaft durch das Gottesgericht ausgeschlossen werden (bzw. haben sich selbst ausgeschlossen), wenn sie sich nicht angemessen verhalten. Die Aussagen, die er aus der Logienquelle aufgreift, werden eher durch weiteres Material vertieft. So wird zum Beispiel das Selbstbewusstsein\/Gottesbewusstsein Jesu gesteigert, wenn es in den Antithesen der Bergpredigt hei\u00dft: Es wurde euch gesagt (unter anderem in alttestamentlichen \u00dcberlieferungen) \u2013 ich aber sage euch\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Wir finden im Matth\u00e4usevangelium also ein weiteres Stadium des Abl\u00f6seprozesses von der Synagoge bzw. den Pharis\u00e4ern vor, als es im Markusevangelium oder st\u00e4rker noch in der Logienquelle der Fall war. Einmal: Der Tempel und&nbsp; die Strukturen j\u00fcdischen Glaubens waren durch den Krieg zerst\u00f6rt und zudem: Die Umkehr der Juden, das hei\u00dft eine Erneuerung des j\u00fcdischen Glaubens im Sinne Jesu, fand dennoch nicht statt. Somit konzentriert sich Matth\u00e4us auf die eigene neue Gemeinschaft. Allerdings finden wir auch im Markusevangelium einen entsprechenden Ansatz gegen das Volk, aber auch hier: Das Gebet f\u00fcr das Volk und Vergebung vermag Berge versetzen (Markus 11).<\/p>\n\n\n\n<p>Zur Diskussion:  <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=YnfiW_xBsMQ&amp;list=PLElFHqz-rjx72m5_T4zWiJKgnr4wdmzG6\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=YnfiW_xBsMQ&amp;list=PLElFHqz-rjx72m5_T4zWiJKgnr4wdmzG6<\/a> <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-background\" style=\"background-color:#f1ca53\"><strong>Lukasevangelium<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Lukas ist vermutlich ein Autor, der aus dem Bereich von Ephesus\/Philippi kommt und sein Evangelium <strong>um ca. 80-90<\/strong> nach Christus geschrieben hat \u2013 in der Zeit Domitians. Er geht in Caesarea an Land und bereist an der Grenze zu Samaria Jud\u00e4a und sammelt Informationen zu Jesus. Sein Evangelium beginnt er mit einem Statement, das einem antiken Historiker gut zu Gesicht steht: Er beruft sich auf Zeugen. Geschichte ist auch sein Steckenpferd: Jesus Christus ist \u2013 somit auch das lukanische Evangelium \u2013 \u201edie Mitte der Zeit\u201c. Das j\u00fcdische Volk wurde von Gott erw\u00e4hlt und lief auf diese Zeit zu, von daher bieten alttestamentliche Schriften den Deutungsrahmen, aus dem Jesu Leben heraus zu interpretieren ist \u2013 und nach Jesus begann die Zeit der Kirche, die \u00fcberall dabei ist, Fu\u00df zu fassen: \u00fcber Israel hinaus ist sie bis nach Rom und Syrien und Nordafrika gekommen, wie Lukas in der Apostelgeschichte beschreibt. Von dieser Mitte aus verbreitet sich aufgrund des Geistes Jesu als treibende Kraft die Freude \u00fcberall. Kleine Menschen, verachtete \u2013 in der Formulierung des Lukas: verlorene \u2013 Menschen nehmen wahr, dass sie ein neues Leben f\u00fchren k\u00f6nnen. Sie sind nicht mehr verloren, sondern Teil der neuen Gemeinschaft, weil Gott sie sucht und zur\u00fcckgeholt hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Massiv wendet er sich mit Sonderguttexten gegen Reichtum, zeigt aber gleichzeitig an der Zach\u00e4us-Geschichte (Lk 19) auf, dass auch reiche Menschen eine Chance haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Entsprechend finden wir in seinen Geburtsgeschichten viele Lieder und auch sonst in seinem Evangelium viele Texte, in denen Freude herrscht.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Freude herrscht nicht mehr so sehr angesichts des kommenden Reiches Gottes, sondern aufgrund des Wirkens des Geistes, der auch Jesus ergriffen hat (4,1.18). Das hei\u00dft, die Naherwartung ist noch vorhanden, aber nicht mehr in dem Ma\u00dfe wie bei den vorangegangenen Evangelisten und Traditionen. Dominanter ist, dass man angesichts der neuen Zeit, die mit Jesus angebrochen ist, sein Leben nicht im Vertrauen auf Reichtum lebt.<\/p>\n\n\n\n<p>Freude herrscht auch dar\u00fcber, dass der Satan aus dem Himmel gest\u00fcrzt wurde, aus seinem Machtbereich (Lk 10,18), denn Jesus hatte von seiner Vollmacht den J\u00fcngern abgegeben. An diese Freude-Texte werden drei Sondergut-Texte angeschlossen. Sie zeigen den aktiven barmherzigen Samariter, zeigen die h\u00f6rende Aufmerksamkeit einer Frau (Maria aus Bethanien) und eine Gebetslehre. Das hei\u00dft: helfen ist wichtig \u2013 zuh\u00f6ren aber auch \u2013 und beten ebenso. Aber der Satan ist noch am Wirken: Menschen, die Leiden, sind nicht schuldiger als andere auch, aber es ist der Satan, der die Menschen knechtet, auch mit Krankheiten, so lehrt er Lk 13 mit Sonderguttexten. Entsprechend befreit Jesus Menschen vom Leiden. Und der Satan ist es auch, der Petrus sch\u00fctteln wird, aber Petrus wird letztlich wieder zur\u00fcckfinden zu Jesus, weil Jesus f\u00fcr ihn gebetet hat. Das Wirken der Christen ist im Grunde ein Wirken gegen den Satan, das mit Hilfe des Geistes Gottes und des Gebetes.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Ende seines Lebens wird Jesus auch von dem Herrscher Herodes verspottet, der Jesus aufgrund seiner Sensationslust schon lange sehen wollte. Jesus tat ihm den Gefallen nicht. Lukas entlastet Pilatus. Es wird vermutet, weil Lukas der christlichen Gemeinde, die in Rom Fu\u00df zu fassen suchte, keine Steine vor die F\u00fc\u00dfe werfen wollte. Allerdings wird 13,1ff. Pilatus als grausamer Mensch geschildert und in 24,26 wird dargelegt, dass das Leiden und Sterben Jesu so geschehen mussten, weil sie entsprechend in der Schrift angek\u00fcndigt worden waren und so die Herrlichkeit erlangt werden konnte. In der Emmausgeschichte wird also das Jesus-Ereignis aufgegriffen und in den Deutungsrahmen alttestamentlicher Schriften gestellt. Ich denke, dass diese Deutung wesentlich ist, nicht, dass im Grunde alles vorherbestimmt war. Die Schrift lehrt r\u00fcckblickend Ereignisse zu deuten, damit Menschen angesichts schlimmer Situationen nicht verzweifeln.<\/p>\n\n\n\n<p>Jesus selbst stirbt vorbildhaft, indem er nicht ruft: <em>Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?<\/em>, wie bei Markus. Sondern vergebend und getrost seinen Geist in Gottes Hand legt. Vermutlich darum, weil es so \u00fcblich war, das Sterben von Menschen so wiederzugeben, wie es ihrem Leben entsprach. F\u00fcr Jesus ist Gottvertrauen kennzeichnend. Dieses vorbildhafte Sterben wird dann von Stephanus (Apg 7,59) aufgegriffen, der seinen Geist in Jesu Christi Hand legt. Er ist ein Vorbild f\u00fcr die Christen. Theologisch ist diese Beziehung \u201eGott-Christus\u201c wichtig. Zu den letzten Worten am Kreuz sei freilich angemerkt, dass auch Markus in den letzten Worten Jesu seine Zeit widerspiegeln lassen k\u00f6nnte. Von daher ist nicht eindeutig zu sagen, was aus historischer Sicht wirklich die letzten Worte Jesu waren.<\/p>\n\n\n\n<p>Damit k\u00f6nnte sich Lukas jedoch wieder als Historiker erweisen. Als solcher blickt er auch zur\u00fcck auf die Eroberung Jerusalems und weist auch darauf hin, dass Einwohner als Sklaven verkauft wurden (21,24; aus anderen Quellen wissen wir, dass der Sklavenmarkt aufgrund der vielen neuen Sklaven zusammengebrochen ist). Auch sonst flicht er immer wieder einmal Hinweise auf die Profangeschichte, wie gesehen, ein. Entsprechend bezieht er auch die Heiden mit in den Stammbaum Jesu ein, l\u00e4sst ihn mit Adam beginnen und nicht mit Abraham, wie Matth\u00e4us. Der \u00dcbergang des Evangeliums, der \u201eMitte der Zeit\u201c in die Heidenwelt beschreibt dann die Apostelgeschichte.<\/p>\n\n\n\n<p>Zur Diskussion:  <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=hFSY9wmaTxE&amp;list=PLElFHqz-rjx72m5_T4zWiJKgnr4wdmzG6&amp;index=6\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=hFSY9wmaTxE&amp;list=PLElFHqz-rjx72m5_T4zWiJKgnr4wdmzG6&amp;index=6<\/a>  und  <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=w5A64cBbyf0&amp;list=PLElFHqz-rjx72m5_T4zWiJKgnr4wdmzG6&amp;index=7\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=w5A64cBbyf0&amp;list=PLElFHqz-rjx72m5_T4zWiJKgnr4wdmzG6&amp;index=7<\/a>  und s. auch Videos zur Apostelgeschichte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-background\" style=\"background-color:#f1ca53\"><strong>Paulus<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Paulus, der vor seiner Christwerdung Saul hie\u00df, ist zeitlich vor den Evangelisten einzuordnen. Er verfolgte Christen vermutlich darum, weil sie aus seiner Sicht das Judentum schw\u00e4chten. Als er Christen in Damaskus inhaftieren wollte, hatte er ca. zwei bis f\u00fcnf Jahre nach Jesu Hinrichtung eine Audition und eine damit verbundenen Lichterscheinung. In der Audition h\u00f6rte er den auferstandenen Jesus Christus sagen:&nbsp;<em>Saul, Saul, warum verfolgst du mich?<\/em>&nbsp;Und Saul fragte:&nbsp;<em>Wer bist du, Herr?<\/em>&nbsp;Und die Stimme antwortete:&nbsp;<em>Ich bin Jesus, den du verfolgst<\/em>&nbsp;\u2013 \u00fcberliefert es Lukas in der Apostelgeschichte (9,4f.). Paulus selbst schreibt nur: Jesus, ist von mir gesehen worden (1Kor 15, 8). Im Galater-Brief schreibt er, dass Gott seinen Sohn (in) Paulus offenbart habe (1,16). Das ist wichtig, weil dieses Ereignis seine Theologie bestimmt: Der Apostel legt auf den irdischen Jesus weniger Gewicht als auf den auferstandenen Jesus Christus. Zumindest lassen das die Briefe erkennen. Was er den Gemeinden im Rahmen missionarischer Erstinformationen gegeben hat, wissen wir nicht. Im ersten Thessalonicherbrief weist er darauf hin, dass er der Gemeinde Regeln (im Auftrag) Jesu gegeben habe. Eine der Regeln lesen wir im R\u00f6merbrief, es geht um Feindesliebe, zwei finden wir im 1. Korintherbrief, es geht um Ehe und Lohn. Ein Wort Jesu wird im 1. Thessalonicherbrief aufgegriffen, es geht um das Wiederkommen Jesu.<\/p>\n\n\n\n<p>Nichts desto trotz haben wir durch ihn zahlreiche Informationen \u00fcber Jesus, die er einmal vermutlich durch von ihm verfolgte Christen bekommen hatte, zudem kannte er manche der 12 J\u00fcnger. Neben einzelnen Informationen \u00fcber Jesus, die wir aus seinen Briefen bekommen (z.B. Bruder Jesu: Jakobus, Aufnahme zahlreicher fr\u00fchchristlicher Traditionen: Einsetzungsworte beim Abendmahl, Nachkommenschaft Davids), wei\u00df er, dass Jesus ein ganz bestimmtes Verhalten zeigte: Er hat sich erniedrigt, er hat andere Menschen angenommen, er ist auf sie zugegangen. Entsprechend sollen sich auch Christen ihren Mitmenschen gegen\u00fcber verhalten. Jesus Christus f\u00f6rderte und forderte Gemeinschaft auch durch Vergebung, entsprechend vergeben Christen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es sieht so aus, als gab es Christen, die die Macht, auch die Wundermacht Jesu hervorgehoben haben. Paulus reagiert damit, dass er selbst Wunder getan habe, aber ihm ist nicht der m\u00e4chtige Jesus Christus wichtig, ihm ist der gekreuzigte Jesus Christus wichtig. Das darum, weil der gekreuzigte Jesus Christus Ausgangspunkt f\u00fcr die Vergebung der S\u00fcnden ist (Rechtfertigung).<\/p>\n\n\n\n<p>Das bedeutet: Nicht das, was Jesus als Mensch getan hat, ist f\u00fcr Paulus wichtig; wichtig ist das, was Jesus jetzt als Auferstandener durch seinen Geist wirkt bzw. welche Konsequenzen Jesu Handeln \u2013 vor allem der Kreuzestod \u2013 f\u00fcr die Menschen von heute hat. Paulus wendet den Blick von der Vergangenheit auf das Wirken Jesu Christi in der Gegenwart.<\/p>\n\n\n\n<p>Unabdingbar damit verkn\u00fcpft ist, dass Gottes Gnade und Liebe in Jesus Christus sichtbar wird. Er ist das Ebenbild Gottes. Er ist das positive Gegenbild zu Adam: Adam hat &#8211; so Paulus in einer damals \u00fcblichen j\u00fcdischen Interpretationsweise &#8211; die Menschen durch die S\u00fcnde ins Verderben und in den Tod gef\u00fchrt (anders gesagt: im ersten Menschen sind alle Menschen zu sehen, alle s\u00fcndigen, alle sterben) \u2013 Jesus Christus hat die Menschen von der S\u00fcnde zu einem neuen Leben und vom Tod befreit. Das wird in der Taufe sichtbar. In der Taufe wird der Glaubende aus dem Wirkungsbereich des Todes in den Wirkungsbereich des lebendigen Jesus Christus hinein getauft (Paulus-Mystik). Vom Tod befreit sein bedeutet nicht, dass Christen nicht mehr sterben, sondern dass die Macht des Todes gebrochen ist. Glaubende leben durch Glauben und Taufe als irdische Menschen in Jesus Christus \u2013 und sie leben dann auch nach dem Sterben in dem auferstandenen Jesus Christus.<\/p>\n\n\n\n<p>Das zu verk\u00fcndigen, hat Gott den Apostel beauftragt. Und so zieht er durch gro\u00dfe Teile des damaligen r\u00f6mischen Reiches, bildet Gemeinden und hat zahlreiche Sch\u00fcler. Dadurch, dass er h\u00e4ufig im Gef\u00e4ngnis und auf Reisen war, musste er die neu gebildeten Gemeinden allein lassen. Um sie im Glauben zu unterst\u00fctzen, schrieb er Briefe und schickte seine Sch\u00fcler mit dem jeweiligen Brief in die betroffene Gemeinde.<\/p>\n\n\n\n<p>Der \u00e4lteste erhaltene Brief des Apostels ist der 1. Thessalonicher-Brief. Dieser wurde <strong>um das Jahr 50<\/strong> herum geschrieben, also ca. 20 Jahre nach Jesu Tod. In diesem Brief spricht Paulus das Leiden der Gemeinde an. Sie zweifelte an der Verk\u00fcndigung, dass Jesus Christus bald kommen werde. Paulus sagt: Nicht das Kommen Jesu ist Beweis f\u00fcr euren Glauben, sondern: Dass ihr glaubt, beweist, dass Jesus Christus auferstanden ist. Somit wird langsam die traditionelle Eschatologie (Lehre, dass Gott bald kommen wird, um seine Herrschaft aufzurichten), durch die Betonung des auferstandenen Jesus Christus verdr\u00e4ngt. Denn durch den auferstandenen Jesus Christus wirkt Gott schon jetzt zum Wohl der Menschen. Nicht erst in der Zukunft.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Um das Jahr 55<\/strong> ist vermutlich der 1. Korinther-Brief entstanden: Christen haben eine ganz neue Einstellung. Es geht nicht um Macht und St\u00e4rke, es geht darum, dem gekreuzigten Jesus Christus zu folgen, der m\u00e4chtig in der Gemeinde wirksam wird. Gott hat nicht Reiche und Herrscher erw\u00e4hlt, sondern Menschen, die nichts zu sagen haben. In diesen wird Gott wirksam. Dieses m\u00e4chtige Wirksamwerden erkennt die Gemeinde daran, dass sie sich so verh\u00e4lt, wie es Gottes Willen entspricht. An dieser Stelle spielt dann das ber\u00fchmte Hohe Lied der Liebe (1. Korinther 13) eine gro\u00dfe Rolle. Die Gemeinde, die ein K\u00f6rper\/Leib ist, und zwar der Leib Christi, verh\u00e4lt sich auch als Einheit, auch wenn der Geist Gottes den jeweiligen Christen unterschiedliche Gaben gegeben hat. Die Menschen, die zum Leib Jesu Christi geh\u00f6ren, verhalten sich so wie Jesus Christus. Die Hand hat andere Aufgaben als der Fu\u00df \u2013 aber sie geh\u00f6ren zu einem Leib. Dieses neue Verhalten durchzieht die Briefe das Paulus wie ein roter Faden. Es wird auch am Beispiel des Verhaltens Jesu im Philipper-Brief dargelegt (Kapitel 2), deutlich ebenso im Brief an Philemon, in dem es darum geht, den Sklaven wie einen Bruder aufzunehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Glauben ist nichts Abstraktes. <em>Glauben bedeutet nicht Glauben an ein h\u00f6chstes Wesen, Glauben bedeutet zu erkennen, dass Gott mich in Jesus Christus hinein genommen hat. Und Jesus Christus wirkt durch mich. <\/em>Von daher hat Glauben positive Auswirkungen auf die Menschen des weiteren Umfeldes und auf die Gemeinde. In dem Gott gem\u00e4\u00dfen Verhalten wird Gott verk\u00fcndigt, wird Jesus Christus und Gottes Geist erkennbar. Gott hat sich mit dem Verhalten des Menschen untrennbar verkn\u00fcpft. Es ist Teil der Verk\u00fcndigung des Evangeliums. Der Glaube ist somit nicht etwas Starres, sondern er ist lebendig, kann wachsen. Er kann aber auch, wenn man aus Jesus Christus heraus geht, wieder verschwinden (was f\u00fcr Paulus allerdings eine unm\u00f6gliche M\u00f6glichkeit ist: Wer die Liebe Gottes in Jesus Christus wirklich erfahren hat, der bleibt. Wenn jemand Jesus Christus verl\u00e4sst, erkennt man, dass er nie in Jesus Christus gewesen ist, sondern nur so getan hat, als ob er Christ ist).<\/p>\n\n\n\n<p>Der letzte Brief, den Paulus vermutlich <strong>56 nach Christus<\/strong> an die Gemeinde in Rom geschrieben hat, ist eine Art Bewerbungsschreiben. Paulus m\u00f6chte die Gemeinde in Rom besuchen und stellt seine Theologie vor. Das darum, weil er viele Gegner unter den Christen hatte und er nicht so recht wei\u00df, was die Gemeinde in Rom \u00fcberhaupt von ihm wei\u00df. Aufgrund von Fake News k\u00f6nnte sie eine ganz falsche Sicht \u00fcber ihn haben. Es geht um die Themen S\u00fcnde und Gesetz \u2013 und die Befreiung durch Christus, sowohl von der S\u00fcnde, als auch vom eng gefassten j\u00fcdischen Gesetz, das in der Liebe seine Erf\u00fcllung findet. Er legt dar, wie er das Verh\u00e4ltnis des Handelns Gottes, das ja in aller Welt, auch unter Heiden verk\u00fcndigt wird, mit Blick auf Juden sieht: Der Stamm (die Basis) der Christen ist die Erw\u00e4hlung Israels durch Gott. In diesen Stamm werden neue Zweige (die Heiden) durch die Zugeh\u00f6rigkeit zum Juden Jesus Christus eingef\u00fcgt (er verwendet das Bild aus der Landwirtschaft: Ein Spross wird auf eine neue Grundlage aufgesetzt, damit er neue Fr\u00fcchte bringt). In den Christen aus den heidnischen V\u00f6lkern, so hat Paulus nach seiner Audition erkannt, weitet Gott in seiner Gnade die Erw\u00e4hlung \u00fcber und durch erw\u00e4hlte Juden (unter anderem durch die Apostel) auf die Menschheit aus.<\/p>\n\n\n\n<p>Paulus hatte sein Berufungserlebnis \u2013 das ist Spekulation \u2013 m\u00f6glicherweise mit 25 Jahren. Das hei\u00dft er ist ungef\u00e4hr um 10 nach Christus in Tarsus geboren worden. Er lebte also au\u00dferhalb Israels, sodass er Jesus vermutlich nicht gekannt hat. Laut Apostelgeschichte war er sp\u00e4testens bei der Steinigung des Stephanus anwesend. Eine Datierung wird meistens 36-40 angegeben, was aber wohl fr\u00fcher (32 n. Chr.) stattgefunden haben d\u00fcrfte. Etwas sicherer sind wir mit Blick auf den Zeitpunkt des Todes des Apostels: um 62 soll er, so die \u00dcberlieferung, unter der Herrschaft Neros in Rom hingerichtet worden sein. Sein Wirken hatte \u00e4u\u00dferst wichtige Folgen f\u00fcr die Christenheit, so dass manche meinen, Paulus sei f\u00fcr das Christentum wichtiger gewesen als Jesus selbst. Aber: Ohne Jesus Christus h\u00e4tte es keinen Paulus \u2013 und eben keine Christenheit \u2013 gegeben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-background\" style=\"background-color:#f1ca53\"><strong>Vergleich: Paulus und Evangelien<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>An dieser Stelle wird der Fokus nur auf wenige Aspekte gelegt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Evangelien sprechen Gottes Wirken in dem Menschen Jesus an, weisen aber durch die Berichte von der Auferstehung \u00fcber dieses irdische Wirken hinaus. Ebenso weisen sie durch die Gabe des Geistes Gottes durch Jesus darauf hin, dass \u201edie Sache Jesu\u201c weiter geht. Sie ist mit Jesus nicht gestorben, sie ist mit seiner Himmelfahrt (das hei\u00dft In-Macht-Setzung \u2013 oder wie man fr\u00fcher sagte: Inthronisation) nicht in die Ferne ger\u00fcckt, sondern gegenw\u00e4rtig. Und das, was die Evangelien nur andeuten, das konkretisiert Paulus. Wie oben geschrieben:<\/p>\n\n\n\n<p><em>Nicht das, was Jesus als Mensch getan hat, ist f\u00fcr Paulus wichtig; wichtig ist das, was Jesus jetzt als Auferstandener durch seinen Geist wirkt bzw. welche Konsequenzen Jesu Handeln \u2013 vor allem der Kreuzestod \u2013 f\u00fcr die Menschen von heute hat. Paulus wendet den Blick von der Vergangenheit auf das Wirken Jesu Christi in der Gegenwart.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Dazu geh\u00f6rt auch das, was oben unter dem Stichwort \u201ePaulus-Mystik gesagt wurde. Glaubende sind in dem jetzt wirkenden Jesus Christus existent. Nicht nur: Jesus ist, wie wir im Matth\u00e4us-Evangelium h\u00f6ren, anwesend, wenn Glaubende gemeinsam beten, oder Anwesend bei den Glaubenden (s. Missionsbefehl: Ich bin bei euch alle Tage), sondern ihr gesamtes Wirken ist ein Handeln, das nicht losgel\u00f6st von Jesus Christus zu denken ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Intention der engen Einheit der Glaubenden mit Jesus Christus wird in den Briefen, die vermutlich von Paulus-Sch\u00fclern geschrieben wurden, weiter vertieft: Kolosser-Brief und Epheser-Brief. Das sei an dieser Stelle nur angedeutet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color\" style=\"color:#a35400\">(Zu Paulus siehe mein Buch: Paulus lesen und verstehen. Ein Leitfaden zur Biographie und Theologie des Apostels, Kohlhammer Verlag 2003. Ich weise nur auf das Buch hin, weil manche oben genannten Ausf\u00fchrungen in dem genannten Buch begr\u00fcndet werden.)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-background\" style=\"background-color:#f1ca53\"><strong>Johannesevangelium<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wann das Johannesevangelium entstanden ist, ist umstritten. Es gibt die <strong>Fr\u00fchdatierung (kurz vor 70) und die Sp\u00e4tdatierung (110 n. Chr.) <\/strong>\u2013 und dazwischen die Sichtweisen, die unterschiedliche \u00dcberarbeitungsstufen annehmen. Entsprechend ist der Verfasser umstritten: Er kann mit dem J\u00fcnger Jesu verbunden werden \u2013 oder wird ganz allgemein einer sp\u00e4teren Gemeinde besonderer Pr\u00e4gung zugewiesen.<\/p>\n\n\n\n<p>Alle Evangelien berichten von Jesus aus der Erfahrung der Auferstehung und der daraus folgenden Verk\u00fcndigung von Jesus Christus. Ohne die Auferstehung ist Jesus kaum mehr zu verstehen. <em>\u201eErinnerung\u201c<\/em> ist in den letzten Jahren intensiver erforscht worden. Was passiert eigentlich, wenn wir uns erinnern? Erinnerung ist nie neutral. Das Gehirn kombiniert Erfahrungen und ordnet sie individuell ein. So erinnern sich die fr\u00fchen Christen durch den Filter der Auferstehungserfahrung an den Menschen Jesus und den damit durch die Verk\u00fcndigung erarbeiteten Deutungsmustern. Die Erfahrung des Auferstandenen pr\u00e4gt das Johannesevangelium st\u00e4rker als die anderen Evangelien, weil das Johannesevangelium weniger eigene Worte Jesu oder Worte aus der Fr\u00fchzeit der Jesus-Begegnung zitiert, sondern diese Traditionen und Erfahrungen aus einer dezidiert intensiven Auferstehungserfahrung verarbeitet. Es handelt sich um eine Christologie unmittelbarer Betroffenheit. Um das Geschehen zu deuten, verwendet das Evangelium Begriffe aus der Philosophie und aus der j\u00fcdischen Tradition.<\/p>\n\n\n\n<p>Das sieht man schon allein an dem einleitenden Text: \u201e<em>Am Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und Gott war das Wort<\/em>\u201c Damit wird die Sch\u00f6pfungsgeschichte aus Genesis 1 aufgegriffen, um Jesus verstehen zu k\u00f6nnen. Genesis 1 hei\u00dft es: Am Anfang schuf Gott\u2026 und er sprach\u2026 Dieses \u201eSprechen\u201c \u2013 also \u201edas Wort\u201c wird mit Jesus Christus zusammengef\u00fchrt. Das Wort\/Logos ist ein Begriff aus der griechisch-stoischen Philosophie, mit dem das g\u00f6ttliche Walten ausgesprochen wird: Der Logos durchzieht die gesamte Welt, um ihre Ordnungen zu erhalten. Kurz: Jesus ist der Logos, er ist Gott, er ist derjenige, der die Welt erschaffen hat und sie auch durchwaltend weiterhin in Ordnung h\u00e4lt. Dieser Logos\/Wort wurde in Jesus Christus Mensch. Im Gegensatz zum philosophischen Logos wurde der christliche Logos personalisiert: Jesus ist der Logos, der Logos ist also keine unbestimmte Macht. Er ist der Logos, der aufgrund der Liebe Gottes in die Welt gekommen ist. Diejenigen, die an ihn glauben, sind in dieses g\u00f6ttliche Ereignis hineingenommen (<em>sind Kinder, nicht nach dem Willen eines Mannes, sondern nach dem Willen Gottes<\/em> \u2013 womit die Jungfrauengeburt auf alle Glaubenden ausgedehnt wird). Der Logos kommt vom Vater auf die Erde, wird Mensch \u2013 dieser Faden wird am Ende des Evangeliums wieder aufgegriffen: Der Mensch geht, nachdem er sein Werk \u201evollbracht\u201c hat (am Kreuz sagt Jesus: <em>Es ist vollbracht<\/em>) wieder hinauf zum Vater. Bevor er zum Vater hinauf gegangen ist, ist der Logos\/Jesus in einer Art Zwischenzustand. Darum kann er nicht mehr auf den ersten Blick als Mensch erkannt werden, sondern erst auf den zweiten Blick ist er der Mensch, der den J\u00fcngern immer nahe war (z.B. 20,17).<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Besonderheit durchzieht das gesamte Johannesevangelium \u2013 was auch darin sichtbar wird, dass die einzelnen Textabschnitte sprachlich besonders raffiniert aufgebaut sind. Manchmal denkt man beim Lesen: das passt doch logisch \u00fcberhaupt nicht zum vorangegangenen Text \u2013 bis man merkt, dass er so aufgebaut ist, wie man es von Gedichten her kennt, zum Beispiel in der Struktur a-b-c-d-e-d-c-b-a (12,27f.). Warum macht der Evangelist das? Um zu verdeutlichen: Wer das versteht, wer sich in das Wort hinein gearbeitet hat, der ist aus Gott geboren, womit die Liebe Gottes konnotiert ist. Wer diese Liebe nicht versteht, hat Jesus Christus, den Logos nicht begriffen (8,43).<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Sicht wird auch durch einen Dualismus unterstrichen: Licht \u2013 Finsternis; Gott \u2013 Welt, oben \u2013 unten usw., einen Dualismus, der auch in den j\u00fcdischen Qumran-Texten auf ihrer Art (nicht heidnischer Dualismus der Materie, sondern ethischer Dualismus) formuliert worden ist: Gott-Satan, rein-unrein, Geist-Fleisch\u2026 Wer versteht, geh\u00f6rt auf die positive Seite, wer nicht versteht, geh\u00f6rt zur negativen Seite. Aber es geht nicht nur darum, die Menschen zu trennen, es geht darum, die Darstellung Jesu in immer neue H\u00f6hen hinaufzuformulieren \u2013 das auch durch auf den ersten Blick massive widerspr\u00fcchliche Aussagen. Aber durch diese werden zum Beispiel Gott \u2013 Jesus Christus \u2013 Geist\/Paraklet ganz eng miteinander verwoben. Wenn Gott den Geist sendet \u2013 oder an anderer Stelle Jesus den Geist sendet \u2013 oder an anderer Stelle Jesus der Geist ist \u2013 dann passt zwischen diesen kein Blatt mehr. Was der eine wirkt, wirkt auch der andere \u2013 das hei\u00dft: Sie wirken in Liebe zusammen. Von daher wird in diesem Evangelium der Mensch Jesus Christus eben als der Logos, der Gott ist, dargestellt (14,8-11). Und damit wird auch Jesus \u2013 gerade auch in seinen langen, Missverst\u00e4ndnisse hervorrufende Reden \u2013 in einer gewissen Distanz gezeigt.<\/p>\n\n\n\n<p>Es wird an diesen wenigen Beispielen deutlich, wie eng das Johannesevangelium Jesus und Gott \u2013 und den Geist Gottes\/Jesu \u2013 zusammenf\u00fcgt. Und diese enge Zusammenf\u00fchrung wird auch in den sieben Ich-bin-Worten ausgesprochen. Diese erkl\u00e4ren aber noch etwas anderes: Die enge Einheit der Glaubenden mit Jesus Christus \u2013 damit mit Gott.&nbsp;<em>Ich bin das Brot des Lebens<\/em>&nbsp;\u2013 wer es isst, der hat Leben.&nbsp;<em>Ich bin das Licht der Welt<\/em>&nbsp;\u2013 wer diesem Licht folgt, hat Leben.&nbsp;<em>Ich bin die T\u00fcr<\/em> \u2013 wer diesen Eingang wahrnimmt, wird selig.&nbsp;<em>Ich bin der gute Hirte<\/em>,&nbsp;<em>ich bin die Auferstehung und das Leben, ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben, Ich bin der wahre Weinstock<\/em>&nbsp;\u2013 wer mit diesem verbunden ist, hat das Leben. Glaubende sind nicht mehr von Jesus Christus zu trennen, er ist der Zugang, der zur Einheit mit Gott f\u00fchrt. Diese Einheit mit Gott wird dadurch signalisiert, dass mit den Ich-bin Worten vermutlich Exodus 3,14 aufgegriffen wird. Gott stellt sich dem Mose vor:&nbsp;<em>Ich bin, der ich bin&nbsp;<\/em>\u2013 in diesen johanneischen Ich-bin-Worten wird gedeutet, wer er ist, der sagte: Ich bin. Ich bin der Handelnde \u2013 in diesen Worten wird gedeutet, wie er handelt. Er f\u00fchrt zum Leben.<\/p>\n\n\n\n<p>Jesus f\u00fchrt dadurch zum Leben, dass er das Lamm Gottes ist (2,29). Er tr\u00e4gt die S\u00fcnden der Welt, sein Leiden und Tod am Kreuz dienen der Verherrlichung Gottes, weil durch das Kreuz Gott selbst Menschen zu sich ins Leben holt (3,16). Es wird deutlich, dass das Negative des Todes Jesu, das in den anderen Evangelien und bei Paulus ins Positive gef\u00fchrt wird, noch intensiver stattfindet. Verherrlichung Gottes im sch\u00e4ndlichen Kreuzestod \u2013 weil das Lamm Gottes dadurch zum Leben f\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Zuletzt sei noch die scharfe Auseinandersetzung mit dem Judentum erw\u00e4hnt. Israel war von den R\u00f6mern \u00fcberrannt worden. Der Tempel hat seine Funktion eingeb\u00fc\u00dft. Juden versuchten sich, wie zur Zeit des Babylonischen Exils hinter der Tora \u2013 dem Gesetz \u2013 zu sammeln. Johannes versucht, die Verwirrten aus dem Bereich der Tora herauszuf\u00fchren und hinter Jesus Christus zu versammeln. In dem Sinn: Trauert nicht, dass Ihr Gott nicht mehr im Tempel anbeten k\u00f6nnt. Jesus Christus hat gelehrt, dass ihr Gott im Geist und Wahrheit, also unabh\u00e4ngig vom Tempel, anbeten k\u00f6nnt. Im Johannesevangelium finden wir ein Ringen um die Deutung der Zeit nach dem Zusammenbruch j\u00fcdischer Religiosit\u00e4t. Erst langsam haben sich Juden wieder in den Werken der Rabbinen finden k\u00f6nnen, aber die Jesus-Nachfolger wurden aus der Synagoge ausgeschlossen, weil sie als Konkurrenz-Religion angesehen worden sind und eben diesen Sammlungsprozess massiv gest\u00f6rt haben. Oder fand diese Auseinandersetzung schon vor der Eroberung durch die R\u00f6mer statt? Denn im Krieg m\u00fcssen alle auf Linie gebracht werden \u2013 wer nicht mitmacht, wird bedr\u00e4ngt und ausgeschlossen? ( So wurde Jakobus, der Bruder Jesu, vermutlich 62 oder 69 in Jerusalem get\u00f6tet.)<\/p>\n\n\n\n<p>Deutlich wird an alledem, dass die Reich-Gottes-Verk\u00fcndigung Jesu, die in den anderen Evangelien so wichtig war, wie bei Paulus keine gro\u00dfe Relevanz mehr besitzt. Aufgrund der Auferstehungserfahrung und der Gegenwart des Auferstandenen spielt die Zukunft keine dominante Rolle, die Gegenwart Jesu Christi ist so \u00fcberw\u00e4ltigend, dass diese auch keine Rolle mehr spielen muss.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color\" style=\"color:#a36700\">(Zu Johannes siehe mein Buch: Der Lieblingsj\u00fcnger. Das Geheimnis um Johannes, Evangelische Verlagsanstalt Leipzig 2007. Ich weise nur auf das Buch hin, weil da manches, das oben nur kurz angerissen wird, begr\u00fcndet wird.)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-text-color\" style=\"color:#cb9d15\"><strong>Zusammenfassung dieses kurzen \u00dcberblicks<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nun kann man nat\u00fcrlich angesichts dieser Schwerpunkte fragen: Wer war Jesus eigentlich als Mensch, was hat er gesagt, was hat er getan? Dieser Frage geht man mit Hilfe von Methoden nach (s.&nbsp; <a href=\"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/heilige-schriften\/exegese\/\">https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/heilige-schriften\/exegese\/<\/a>  &nbsp;{2.5}). In der Theologie geht es aber um einen anderen Aspekt: Als wer erweist sich der auferstandene Jesus Christus? <em>Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten<\/em>? Oder anders gefragt: Was sucht ihr den Irdischen, wenn er doch schon l\u00e4ngst auferstanden ist? Den irdischen Jesus suchen \u2013 zeigt, dass man den gestorbenen Jesus von Nazareth sucht, einen Menschen, der wie alle Menschen der Vergangenheit tot ist, deren Weisheiten vielleicht noch den einen oder anderen bewegen. Doch dem christlichen Glauben geht es um den auferstandenen Jesus Christus.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber dennoch: Der auferstandene Jesus Christus ist kein Wesen der Phantasie, er ist mit seinem Leben als Jesus von Nazareth kompatibel. Und so l\u00f6sen sich auch die fr\u00fchen Theologen nicht ganz vom irdischen Jesus, auch wenn sie die Schwerpunkte verlegen. Was haben sie gemeinsam?<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>In und durch Jesus Christus h\u00f6ren sie Gott sprechen und sehen sie Gott handeln.<\/li><li>Diese Gemeinschaft, die Gott in Jesus Christus mit den Menschen sucht, wird als Liebe Gottes erfahren, wie sie von Jesus zum Beispiel im Gleichnis vom verlorenen Sohn formuliert wird.<\/li><li>Jesus begr\u00fcndet die Liebe Gottes damit, dass Gott seine Herrschaft errichten wird, in der die Liebe Gottes erkennbar wird: Wie sie erkennbar werden wird, wird sie jetzt schon in seiner Zuwendung (einschlie\u00dflich seiner Wundertaten) zu den Menschen erkennbar. Dass Jesus Wunder vollbracht hat ist unbestritten. Die Frage ist nur, wie wir sie heute verstehen \u2013 zudem sind sie zu trennen von den Wundererz\u00e4hlungen (s.&nbsp; <a href=\"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/jesus-christus\/wunder-jesu\/\">https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/jesus-christus\/wunder-jesu\/<\/a> &nbsp;)<\/li><li>Jesus sieht sich in der Tradition der Propheten. Sie haben diese Zuwendung Gottes in der Zukunft verk\u00fcndet, die er realisiert. (Man hat vielfach das Selbstbewusstsein bzw. besser gesagt: das Gottesbewusstsein Jesu klein geschrieben, nach dem Motto: Jesus sah sich als nichts Besonderes an. Wie sich Menschen zu allen Zeiten als solche ansehen, die der Menschheit Besonderes zu sagen haben, so auch Jesus. Das wird darin deutlich, dass er J\u00fcnger ausgew\u00e4hlt hat, die er ausgesandt hat, um seine Botschaft m\u00f6glichst breit und weit zu streuen. Jesus hat sich wohl nicht als Gottes Sohn, als Messias usw. bezeichnet. Aber allein schon in der Verwendung des Begriffs Menschensohn zeigt sich, die Besonderheit [auch wenn manche es bestreiten], oder: Wenn Jesus sagt, dass er mit dem Finger Gottes D\u00e4monen austreibt, zeigt er, wie er sich selbst in der Beziehung zu Gott sieht. Wenn Jesus nicht ganz naiv war, musste er wissen, dass ihm ein Lebensende durch Gegner droht. Dieses Lebensende muss er reflektiert und in seine Verk\u00fcndigung eingeordnet haben. Ausgangspunkt seiner Sicht d\u00fcrfte einmal die Gottes-Erfahrung im Zusammenhang der Taufe gewesen sein sowie seine Beobachtung, dass er Wunder tun kann.) Dieser Bezug auf das Alte Testament wurde sp\u00e4ter ausgeweitet und vertieft.<\/li><li>Gott nimmt mit Menschen Gemeinschaft auf, indem er ihnen die S\u00fcnden vergibt, ihnen dadurch befreites Leben erm\u00f6glicht.<\/li><li>Die Folge dieses Verhaltens Gottes ist, dass der Mensch selbst angewiesen ist, Gemeinschaft zu f\u00f6rdern, das zum Beispiel dadurch, dass er vergibt, dass er den N\u00e4chsten liebt, dass er sich nicht Gemeinschaft sch\u00e4digend verh\u00e4lt, im Gegenteil, auch gegen Gegner und Feinde positiv eingestellt ist und deren Umkehr im Blick hat, dass er sich denen zuwendet, die aus der Gemeinschaft ausgesto\u00dfen sind bzw. missachtet werden. Dem anderen dienen, damit Gemeinschaft wachsen kann, das ist zu betonen.<\/li><li>Dieser Gemeinschaftswille Gottes f\u00fchrt dazu, bestimmte Gesetzlichkeit zu relativieren. Der Mensch wird auf den Menschen bezogen, an ihm wird Gottes Handeln sichtbar, nicht in religi\u00f6sen Vollz\u00fcgen, auch nicht am Tempel. Israel soll erneuert werden. Nicht mehr die Gesetzlichen, die andere ausschlie\u00dfen sollen dominieren, sondern der Wille nach liebender und vergebender Gemeinschaft. Das f\u00fchrte dann dazu, dass sp\u00e4ter die Heidenmission aufgenommen wurde, wobei ich mir nicht sicher bin, ob Jesus das schon im Blick hatte, auch wenn er Grenzen durchbrochen hat. Aber das war die letzte Konsequenz seiner Lehre und seines Handelns.<\/li><li>Jesus selbst ist der, in dem diese weltumfassende Liebe Gottes greifbar wird.<\/li><li>Dass Gott Jesus und dessen erstaunliche Lehre legitimiert, wird daran deutlich, dass er Jesus Christus von den Toten auferweckt hat.<\/li><li>Aus dieser Perspektive verbunden mit der Lehre Jesu wird auch der Kreuzestod gedeutet: In diesem wird Gottes Liebe konkret und zeigt, dass Gott den Menschen dazu bringen will, sich mit ihm zu vers\u00f6hnen. Intensiver kann die Liebe nicht gezeigt werden, als dadurch, dass Gott sich in Jesus Christus hinrichten l\u00e4sst.<\/li><li>Jesus verk\u00fcndigte die Gemeinschaft mit Gott und den Mitmenschen auf der Erde. Und diese wird konsequenterweise auch nach dem Tod der Menschen stattfinden. Denn Gott ist nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebenden, wie es im Markusevangelium hei\u00dft.<\/li><li>Die Gemeinde hat in vielen Punkten den Ansatz Jesu aufgegriffen und weiter entwickelt und vertieft. Anders gesagt: Das Samenkorn, das Jesus in seinem kurzen Wirken gelegt hat, wuchs.<\/li><\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neuere Version: https:\/\/mini.evangelische-religion.de\/theologie-des-neuen-testaments\/ Theologie des Neuen Testaments Einleitung Jesus von Nazareth war gestorben. Er wurde als der von Gott Auferweckte erfahren. Dar\u00fcber machten sich die fr\u00fchen Christen Gedanken und versuchten, Gott aus der Perspektive Jesu Christi heraus zu verstehen. Aber immer wurde der Mensch in diese Konstellation einbezogen, es wird [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":45,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-511","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/511","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=511"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/511\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2568,"href":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/511\/revisions\/2568"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/45"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=511"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}