{"id":493,"date":"2019-07-01T20:53:10","date_gmt":"2019-07-01T18:53:10","guid":{"rendered":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/?page_id=493"},"modified":"2019-07-12T19:15:38","modified_gmt":"2019-07-12T17:15:38","slug":"geschichte-der-juden-in-deutschland","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/religion-en\/geschichte-der-juden-in-deutschland\/","title":{"rendered":"Geschichte der Juden in &#8222;Deutschland&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<p style=\"text-align:center\" class=\"has-medium-font-size\">Juden in &#8222;Deutschland&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p style=\"text-align:center\"><strong>Einleitung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das Thema ist sehr komplex. Das zeigt schon allein der Titel: Juden in &#8222;Deutschland&#8220; \u2013 denn Deutschland gab es so, wie wir es heute kennen, im Mittelalter noch gar nicht. Und in dem Bereich, den wir heute als Deutschland bezeichnen, gab es unterschiedliche Herrschaftssysteme, lokale Besonderheiten, bis hin zu Kleinstaatereien. Von daher kann das Thema nur angerissen dargelegt werden. Der Duktus dieser Darlegung: Antisemitismus\/Antijudaismus sind zu trennen, haben aber gemeinsam zu den Ausw\u00fcchsen im Nationalsozialismus beigetragen \u2013 und die Wurzeln der anti-j\u00fcdischen Argumentation reichen eben weit in unsere Geschichte zur\u00fcck. Zudem sei angemerkt, dass die moralischen Standards unseres Mitteleuropa der Gegenwart, die sich leider auch noch immer nicht \u00fcberall durchgesetzt haben, im Mittelalter nur begrenzt vorhanden waren. Es war zum Teil eine sehr rohe Zeit.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"text-align:center\"><strong>1. Mittelalter<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Ansiedlung:<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Juden gibt es seit der Antike im deutschsprachigen Raum.&nbsp;J\u00fcdische Kaufleute siedelten sich in St\u00e4dte an. Sie wurden auch geduldet, weil sie aufgrund ihrer Verbindungen Erfahrungen mit dem internationalen Handel hatten. Die Handelsbeziehungen von Juden f\u00fchrten dazu, dass St\u00e4dte reicher wurden.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Rechtsordnung:<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Juden wurde freier Handel zugesichert. Wegegelder\/Zoll wurde ihnen vielfach erlassen. Ebenso mussten sie auch keine Kriege unterst\u00fctzen. Im 11. Jahrhundert durften sie Geld wechseln, bekamen eigene Gerichtsbarkeit, waren aber dem jeweiligen Herrscher unterstellt. Es war verboten, Juden zwangszutaufen. Weil Juden unter dem Schutz des Herrschers standen, mussten sie Abgaben zahlen. Weil Herrscher ab dem 13. Jahrhundert von Christen nicht mehr viel einkassieren konnten, wurden Abgaben bei den Juden erh\u00f6ht.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Gesellschaftliche Stellung:<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Es gab keine allgemeine Diskriminierung von Juden.\u00a0Sie bekamen bevorzugte Wohnviertel, um ihren Glauben leben zu k\u00f6nnen \u2013 was den Nachteil hatte, dass Ghettos gebildet wurden. Sie hatten auch die Erlaubnis, Waffen zu tragen. Im 12. Jahrhundert wurde das Tragen von Waffen den Priestern und Juden untersagt, weil sie unter dem Schutz des Herrschers standen. Juden bekamen ein hohes Ansehen und nahmen h\u00e4ufig gesellschaftlich h\u00f6here Positionen ein. Als jedoch das st\u00e4dtische B\u00fcrgertum immer m\u00e4chtiger wurde, wurden Juden als Konkurrenten zur\u00fcckgedr\u00e4ngt. Weil Juden keine Christen wurden, war ihre Stellung immer sehr von den jeweiligen Situationen abh\u00e4ngig. Zur Passionszeit wurden immer wieder schlimme \u00dcbergriffe ver\u00fcbt (Passionsspiele). Vorwurf: Christusm\u00f6rder zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u00dcbergriffe:<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Im 11. Jahrhundert gab es immer wieder massive \u00dcbergriffe gegen Juden, obgleich Kaiser und Bisch\u00f6fe als Schutzherren gegen diese eingeschritten sind. Aber je nach B\u00fcrgertum der St\u00e4dte konnten sie nicht viel ausrichten. Das B\u00fcrgertum in Speyer sch\u00fctzte zum Beispiel Juden, w\u00e4hrend in Worms ca. 800 Juden ermordet wurden. Unsicherheit und Willk\u00fcr waren ein gro\u00dfes Problem.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"text-align:center\"><strong>2.<\/strong> <strong>16.-19. Jahrhundert<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>a) 16.-17. Jahrhundert<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Martin Luther<\/strong>\u00a0sprach zun\u00e4chst freundlich \u00fcber Juden, weil Jesus selbst Jude war. Er versuchte durch die Reformation der Katholischen Kirche auch Juden vom christlichen Glauben zu \u00fcberzeugen. Im Alter wandte er sich radikal gegen Juden, weil sie trotz der Erneuerung der Kirche nicht Christen geworden sind. Darum rief er dazu auf, sie barbarisch zu strafen. Kaiser\u00a0<strong>Karl V.<\/strong> hat angesichts von \u00dcbergriffen gegen Juden 1544 das so genannte <em>Speyrer Judenprivileg<\/em> erlassen, das Juden umfassenden Schutz gew\u00e4hren sollte. Gegen\u00fcber dem Mittelalter hat sich wenig ver\u00e4ndert. Juden, die aus den jeweiligen St\u00e4dten\/Staaten vertrieben waren, kehrten zur\u00fcck, durften sich jedoch nur mit Erlaubnis der F\u00fcrsten bzw. St\u00e4dte ansiedeln. Sie waren Viehh\u00e4ndler, Hausierer, Geldwechsler. Ihre Steuern wurden ben\u00f6tigt. Vor allem ab dem 30 j\u00e4hrigen Krieg gab es eine j\u00fcdische Oberschicht, die so genannten <em>Hofjuden<\/em>, die die jeweiligen F\u00fcrsten finanziell unterst\u00fctzten \u2013 unterst\u00fctzen mussten \u2013 bzw. als Berater, Diplomaten usw. am absolutistischen Hof t\u00e4tig waren. Diese waren freier als die Juden, die nicht als Hofjuden wirkten. Sie waren Sprecher ihrer Gemeinden und konnten ihnen durch Kontakte zu den F\u00fcrsten Vorteile verschaffen. Wenn sie in Ungnade gefallen sind, hatte das negative Auswirkungen auch auf ihre gesamten Gemeinden. Das Zusammenleben der Bev\u00f6lkerung regelten Juden-Ordnungen der einzelnen F\u00fcrsten und St\u00e4dte.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>b) 18.-19. Jahrhundert<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Juden hatten unter der Intoleranz der Bev\u00f6lkerung zu leiden und setzten sich, als es ihnen m\u00f6glich war, f\u00fcr eine tolerante Gesellschaft ein. In Frankreich haben Juden mit der Revolution von 1791 gleiche Rechte bekommen. In den deutschen Staaten hat es noch ca. 80 Jahre gedauert bis es soweit war. Dennoch hat das Bestreben der liberalen Juden, an der Bildung wie an gesellschaftspolitischen Prozessen teilzuhaben, Wirkung gezeigt. Sie geh\u00f6rten zum Teil mit zur Bildungsschicht, zur sozialen Elite. Es gab ein hartes Ringen zwischen denen, die Juden gleiche Rechte wie anderen zukommen lassen wollten, und denen, die es zu verhindern suchten. An zahlreichen Orten fanden \u00dcbergriffe, Verfolgungen, Misshandlungen, Morde statt (Hep[p], hep[p]-Aufst\u00e4nde). Die Argumentation wechselte: aus dem <em>religi\u00f6sen Antijudaismus<\/em> wurde in der Neuzeit <em>rassischer Antisemitismus:<\/em> Juden wurden nicht mehr wegen ihres Glaubens angefeindet, sondern wegen ihrer Rasse \u2013 eine Sicht, die im 19. Jahrhundert immer weitere Verbreitung fand und im 20. Jahrhundert vom Nationalsozialismus aufgegriffen wurde und zur Vernichtung von Juden unvorstellbaren Ausma\u00dfes f\u00fchrte.<\/p>\n\n\n\n<p>Besonders hervorzuheben ist&nbsp;<strong>Moses Mendelssohn<\/strong>&nbsp;(1729-1786).&nbsp;<em>Lessing<\/em>&nbsp;hat ihn in \u201eNathan der Weise\u201c widergespiegelt. Vielfach kulturell gebildet schrieb er zahlreiche Werke, f\u00f6rderte die Bildung der Juden und f\u00fchrte sie an ihre Umwelt heran. Sein Ziel war die gesellschaftliche Gleichstellung der Juden im Staat. Die geistige und soziale Isolation sollte durchbrochen werden \u2013 daf\u00fcr setzten sich auch weitere Intellektuelle ein.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"text-align:center\">Ber\u00fchmte deutsche Juden<\/p>\n\n\n\n<p>Bekannte (zum Teil getaufte) Juden aus diesen Jahrhunderten sind:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>der sehr einflussreiche Philosoph\u00a0<strong>Baruch Spinoza<\/strong>\u00a0(1632-1677)<\/li><li>der Sozialpolitiker\u00a0<strong>Ferdinand Lassalle<\/strong>\u00a0(1825-1864)<\/li><li>der Historiker\u00a0<strong>Heinrich Graetz<\/strong>\u00a0(1817-1891)<\/li><li>der bewundernswerte Dichter\u00a0<strong>Heinrich Heine<\/strong>\u00a0(1797-1856)<\/li><li>einer der gr\u00f6\u00dften deutschen Komponisten\u00a0<strong>Felix Mendelssohn-Bartholdy<\/strong>\u00a0(1809-1847)<\/li><li>der weltweit wirksame Sozial-Philosoph\u00a0<strong>Karl Marx<\/strong>\u00a0(1818-1883)<\/li><li>die Schriftstellerin\u00a0<strong>Rahel Varnhagen<\/strong>\u00a0(1771-1833), die sich intensiv f\u00fcr die Aufkl\u00e4rung und die Emanzipation der Frauen einsetzte.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p style=\"text-align:center\"><strong>3.<\/strong> <strong>20. Jahrhundert<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Antisemitismus\/Antijudaismus<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Gr\u00fcnde f\u00fcr Judenverfolgungen sind vielf\u00e4ltig: Dahinter stehen soziale Probleme, soziopsychologische Probleme (zum Beispiel die Vorw\u00fcrfe &#8211; die in der Antike den Christen galten: Sie passen sich nicht an, ihnen geht es besser als uns\u2026), Probleme der Religion (sie sind keine Christen) \u2013 hinzu kamen rassische Ideologien: Sie geh\u00f6ren nicht zur Rasse der Bev\u00f6lkerungsmehrheit. Antijudaismus wird die Ablehnung von Juden aus religi\u00f6sen Gr\u00fcnden genannt und Antisemitismus aus rassischen Gr\u00fcnden.<\/p>\n\n\n\n<p>Das, was sich im 19. Jahrhundert abzeichnete, versch\u00e4rfte sich. Im Zuge der sozialen Probleme, die die aufkommende Industrialisierung mit sich brachte, wurde ein S\u00fcndenbock gesucht \u2013 und viele fanden ihn in Juden. Immer mehr Gruppen entstanden, die sich gegen Juden wandten. Juden w\u00fcrden Germanen verarmen lassen, h\u00e4tten das Ziel, die Herrschaft zu \u00fcbernehmen, sie w\u00fcrden die nationale St\u00e4rke Deutschlands untergraben \u2013 dazu wurde das Bild von Juden gemalt, das sie als sehr grausame Menschen darstellte. Juden durften nicht mehr an Veranstaltungen teilnehmen, wurden aus Gruppen ausgeschlossen (zum Beispiel: Sport), es gab europ\u00e4ische Antisemiten-Kongresse. Neben diesen Angriffen auf Juden lief eine Kampagne zur Betonung der Nation und des Germanentums. Das spitzte sich alles bis zu den Jahren des Nationalsozialismus zu.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch in Russland kam es zu Judenverfolgungen, weil Juden f\u00fcr die Ermordung des Zaren (1881) verantwortlich gemacht wurden. Auch sonst kam es zu Verfolgungen.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"text-align:left\"><em>Nationalsozialismus<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hitler<\/strong>\u00a0setzte sich in der sp\u00e4ter so genannten NSDAP durch. Er stand in den antisemitischen Str\u00f6mungen seiner Zeit, sah in den Juden alles Ungl\u00fcck und meinte, wenn die Juden ausgeschaltet w\u00fcrden, w\u00fcrde Deutschland wieder gro\u00df werden. Als er dann 1933 an die Macht gekommen war, versuchte er sein einfach gestricktes Weltbild politisch umzusetzen. Wenige Jahre sp\u00e4ter wurden die N\u00fcrnberger (Rasse-)Gesetze in Kraft gesetzt (1935): Deutsches Blut sollte von j\u00fcdischem Blut reingehalten werden. Nur Menschen mit deutschem oder artverwandtem Blut konnten Staatsangeh\u00f6rige werden. Juden wurden auf allen Ebenen des Staates Entehrungen ausgesetzt. In der vierten Phase der Konzentrationslager (1942-1945) wurden mehrere Millionen Juden ermordet. (Vorher wurden politische und weltanschauliche Gegner, Menschen, die nicht zum \u201eVolksk\u00f6rper\u201c passten, Vorbestrafte, Zeugen Jehovas, Polen, Russen, unbeugsame Christen in die Lager gebracht.) Judenchristen kamen immer st\u00e4rker unter Druck, wie auch die Christen, die am Alten Testament und an den j\u00fcdischen Wurzeln des Christentums festgehalten haben. Daran haben vor allem Christen festgehalten, die der Bekennenden Kirche zugeordnet werden. Diejenigen, die der Juden feindlichen Ideologie Hitlers folgten, werden Deutsche Christen genannt. Nicht nur &#8211; aber in dieser Zeit besonders &#8211; haben Christen in Deutschland viel Schuld auf sich geladen.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Zionismus<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Angesichts der Judenbedr\u00e4ngnisse und -verfolgungen in Europa verstummte nie der Wunsch, einen eigenen Staat zu errichten.\u00a0<strong>Theodor Herzl<\/strong> war der Initiator der Zionistischen Weltorganisation.<\/p>\n\n\n\n<p>Das, was Pal\u00e4stina genannt wird, geh\u00f6rte erst zu dem ostr\u00f6mischen reich, wurde dann von den Osmanen (T\u00fcrken) erobert, wurde ihnen 1917 von England mit Hilfe der Araber, die nicht unter der Herrschaft der T\u00fcrken leben wollten, abgenommen. Engl\u00e4nder versprachen Juden und Arabern \/ Pal\u00e4stinensern das Land. Immer mehr Juden wanderten nach Pal\u00e4stina aus. Es gab zahlreiche blutige Ausschreitungen der alteingesessenen Einwohner. Angesichts der Eskalation verboten Engl\u00e4nder weiteren Zuzug von Juden trotz der schlimmen Situation in Europa. Doch Juden wollten in einem sicheren Staat leben. 1948 wurde der Staat Israel ausgerufen \u2013 und arabische Armeen griffen Israel an, wurden jedoch zur\u00fcckgeschlagen. Pal\u00e4stina wurde aufgeteilt: In dem einen Teil wohnen Pal\u00e4stinenser (Jordanien) \u2013 im anderen Teil begannen Juden die Oberhand zu gewinnen. Jordanien weigerte sich, so viele Pal\u00e4stinenser aufzunehmen, weil das eigene Land dadurch destabilisiert werden w\u00fcrde. Folge: Pal\u00e4stinenser leben seit Jahrzehnten in Fl\u00fcchtlingslagern. Aus ihnen holen Pal\u00e4stinenserorganisationen immer wieder Nachschub, um Israel anzugreifen. Hinzu kommt, dass der Islam Anspruch auf Jerusalem erhebt, weil Mohammed in einer Vision vom Tempelberg aus in den Himmel gestiegen sei. Darum steht heute die \u201eMoschee\u201c auf der Stelle, an der Juden ihren Tempel hatten.<\/p>\n\n\n\n<p>Gruppen, die sich gegenw\u00e4rtig gegen Israel wenden, werden immer st\u00e4rker nicht nur anti-israelitisch, sondern auch antij\u00fcdisch. Sie stellen sich auf die Seite der muslimischen Pal\u00e4stinenser \u2013 nicht nur politisch, sondern auch, indem alte Ressentiments gegen Juden wieder \u00f6ffentlich laut werden. Unter Druck geraten die christlichen Pal\u00e4stinenser.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"text-align:left\"><em>Christen und Juden<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Christen wandten sich immer wieder im Laufe der Geschichte gegen Juden. In der Zeit des Nationalsozialismus wandten sich viele den so genannten \u201eDeutschen Christen\u201c zu. Hitler, der selbst nichts vom christlichen Glauben hielt, wollte als Realpolitiker mit Hilfe der Deutschen Christen die Evangelische Kirche zu eine Art Organisation seiner Partei machen. Gegen die Deutschen Christen, die eine Landeskirche nach der anderen \u00fcbernommen hatten, wandte sich die \u201eBekennende Kirche\u201c. Sie setzte sich gegen die Trennung von Juden ein \u2013 aber auch nur am Rande, weil sie selbst erst einmal ums \u00dcberleben k\u00e4mpfen musste. Die Auseinandersetzungen zwischen beiden Gruppen waren sehr massiv \u2013 wurden dann aber aufgrund des Krieges zur\u00fcckgestellt.<\/p>\n\n\n\n<p>Einige Jahre nach dem Krieg wurde den Christen bewusst, wie schlimm sie im Laufe der Kirchengeschichte an Juden gehandelt haben. Und es begann ein gro\u00dfes Umdenken: Der so genannte&nbsp;<strong>J\u00fcdisch-Christliche Dialog<\/strong>&nbsp;begann. Im Zusammenhang dieses Dialogs wurde schonungslos alles aufgearbeitet, was es an Schlimmem in der Geschichte gab. Und nun versucht man gemeinsam weiterzugehen. Dazu siehe vor allem:&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.ekir.de\/www\/ueber-uns\/meilensteine-der-erneuerung-13874.php\">http:\/\/www.ekir.de\/www\/ueber-uns\/meilensteine-der-erneuerung-13874.php<\/a>&nbsp;Die Erinnerung an die gro\u00dfe Schuld vieler Christen (oder die Schuld der Kirche?) in der Geschichte sollte dazu f\u00fchren, Vers\u00f6hnungsarbeit zu leisten, um miteinander die Aufgaben der Zukunft bew\u00e4ltigen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Juden in &#8222;Deutschland&#8220; Einleitung Das Thema ist sehr komplex. Das zeigt schon allein der Titel: Juden in &#8222;Deutschland&#8220; \u2013 denn Deutschland gab es so, wie wir es heute kennen, im Mittelalter noch gar nicht. 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