{"id":491,"date":"2019-07-01T20:52:08","date_gmt":"2019-07-01T18:52:08","guid":{"rendered":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/?page_id=491"},"modified":"2019-07-12T18:47:24","modified_gmt":"2019-07-12T16:47:24","slug":"juden-und-christen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/religion-en\/juden-und-christen\/","title":{"rendered":"Juden und Christen"},"content":{"rendered":"\n<p style=\"text-align:center\" class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">JUDEN UND CHRISTEN<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"text-align:center\"><strong>1. Der Jude Jesus<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jesus war ein Jude aus Nazareth. Er wollte sein j\u00fcdisches Volk zur Umkehr f\u00fchren, es \u2013 wie die Propheten \u2013 in ein das richtige Verh\u00e4ltnis zu Gott bringen. Er trat \u00f6ffentlich im Alter von ca. 30 Jahren auf. Er sammelte Menschen seines Volkes um sich, die mit ihm einer Meinung waren, Menschen, die von ihm lernen wollten, Menschen, die von ihm begeistert waren. Er w\u00e4hlte zw\u00f6lf seiner n\u00e4heren Anh\u00e4nger aus, sie sollten seine Sch\u00fcler\/J\u00fcnger sein. Immer mehr Menschen folgten ihm. Als er ca. 1-3 Jahre \u00f6ffentlich gewirkt hatte, wurde er aus religi\u00f6sen und politischen Gr\u00fcnden verhaftet. Die F\u00fchrer seines Volkes und die der Besatzungsmacht wollten ihn beseitigen und kreuzigten ihn.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"text-align:center\"><strong>2. Die j\u00fcdischen Anh\u00e4nger\/J\u00fcnger Jesu<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach seiner Hinrichtung haben viele seiner Anh\u00e4nger weiter verk\u00fcndigt. Zun\u00e4chst als Juden im j\u00fcdischen Volk. Sie bekamen in Israel immer mehr Anh\u00e4nger, j\u00fcdische Gemeinden wurden gegr\u00fcndet. Parallel dazu stieg die Verfolgung durch die j\u00fcdischen F\u00fchrer. Die leitenden J\u00fcnger (darunter sp\u00e4ter auch der Apostel Paulus) wichen in heidnische Gebiete, in denen auch Juden lebten, aus. Dort \u00fcberzeugten sie zuerst viele Juden \u2013 aber auch Menschen anderer Religionen, die sich zu den Juden hingezogen f\u00fchlten. Sie f\u00fchlten sich zu den Juden hingezogen, denn Juden hatten eine besondere Ethik, lehrten besondere Verhaltensweisen, die so manchen Menschen in dem ethischen Chaos der damaligen Zeit fasziniert haben d\u00fcrften. Immer aber gab es Spannungen zwischen den Judenchristen und den Menschen, die Juden geblieben waren. Weil Juden in der Mehrheit waren, hatten die ersten Christen unter ihren Volksgenossen viel zu leiden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"text-align:center\"><strong>3. Judenchristen gerieten in der Kirche in Minderheit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend zun\u00e4chst die meisten Christen Judenchristen waren, \u00e4nderte sich das Verh\u00e4ltnis, als Menschen aus den anderen Religionen die Mehrheit in den Gemeinden bildeten. Einzelne Heidenchristen versuchten, sich von den Juden zu l\u00f6sen. So gab es sp\u00e4testens zu Beginn des zweiten Jahrhunderts Bestrebungen, alle j\u00fcdischen Traditionen aus dem christlichen Glauben auszuschlie\u00dfen (Marcion). Das konnte sich aber in der Gesamtkirche nicht durchsetzen, da man wusste, dass Jesus Christus Jude war und man selbst aus der Tradition des Alten Testaments lebt und auch leben will. Denn ohne das Alte Testament kann Gott, an den Christen glauben, nicht recht erfasst werden. Und man wollte als Christen keinen Phantasie-Gott, den der Mensch sich selbst zurecht denkt, sondern eben Gott, wie er sich auch im Alten Testament und in Jesus Christus selbst gezeigt, offenbart hat. Vielerorts lebten in den folgenden Jahrzehnten Juden, Judenchristen und Heidenchristen je nach Ort mehr oder weniger spannungsgeladen bzw. vielerorts auch spannungsfrei zusammen. Als dann die christliche Kirche im Staat machtvoller wurde, kam es zu \u00dcbergriffen gegen Juden. (Wie es auch in Gebieten, in denen Juden sehr stark waren, \u00dcbergriffe gegen Christen gab, so im K\u00f6nigreich Himyar [heutiges S\u00fcd-Saudi Arabien\/Jemen] im 5. Jahrhundert. Dieser Teil der Erde, der in der damaligen Zeit politisch wichtig war, wird weitgehend aufgrund des Eurozentrismus \u00fcbersehen.)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"text-align:center\"><strong>4. Heidenchristen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als das Christentum in ganz Europa immer mehr Fu\u00df gefasst hatte, gab es kaum noch Judenchristen. Heiden aus den verschiedensten V\u00f6lkern und St\u00e4mmen wurden vom Glauben an Jesus Christus (warum auch immer) \u00fcberzeugt und schlossen sich der Kirche an. In gr\u00f6\u00dferen St\u00e4dten gab es weiterhin j\u00fcdische Gemeinden, die nicht davon \u00fcberzeugt waren, dass Jesus der versprochene Messias ist. \u00dcber das Verh\u00e4ltnis der Christen zu den Juden in Mitteleuropa sprechen die folgenden Seiten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber Christen und Juden kamen ja nicht nur in Mitteleuropa zusammen, sondern bis in die Neuzeit gibt es \u00fcberall Juden und Christen. Sicher haben auch Christen anderer L\u00e4nder Schuld auf sich geladen, das, was Menschen im Deutschland unter den Nationalsozialisten Juden angetan haben, darf nicht auf das Christentum insgesamt \u00fcbertragen werden. Doch wir sind in Deutschland sehr sensibel geworden \u2013 aber auch der Vatikan \u2013 und wir sehen, dass die Schuld nicht nur oberfl\u00e4chlich mit dem Nazideutschland zu verbinden ist, sondern dass die Aggressionen gegen Juden, die im Neuen Testament Ausdruck finden, als Ansporn f\u00fcr fehlgeleitete Menschen dienen k\u00f6nnen. Damals, als das Neue Testament geschrieben wurde, lebten Christen in der Minderheit und wurden vielfach von Juden verfolgt, darum haben sie manchmal abwertend und aggressiv \u00fcber die Verfolger \u2013 und verallgemeinernd \u00fcber das j\u00fcdische Volk \u2013 gesprochen, obgleich sie selbst Juden waren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"text-align:center\"><strong>5. Wir haben inzwischen gelernt:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Wir haben inzwischen durch die schlimmen Erfahrungen durch den christlichen Antijudaismus und dem Antisemitismus der Nationalsozialisten gelernt, dass Juden zu dem Volk Gottes geh\u00f6ren, wie Paulus im R\u00f6merbrief 9-11 ausspricht. Und das Volk Gottes bleibt auch das Volk Gottes. Da kann kein Mensch dran r\u00fctteln.<\/li><li>Wir haben gelernt, dass die biblischen Texte in dieser Frage aus der Zeit heraus zu verstehen sind, aber nicht in die Gegenwart \u00fcbertragen werden d\u00fcrfen.<\/li><li>Wir haben gelernt, dass wir Christen diese Schuld unserer Glaubensvorfahren nicht verheimlichen oder verschweigen d\u00fcrfen, sondern uns immer wieder mit ihr auseinandersetzen m\u00fcssen, in der Hoffnung, dass wir nie wieder gegen Gottes Volk schuldig werden.<\/li><li>Wir haben gelernt, dass Juden unserer Mutterreligion angeh\u00f6ren \u2013 und wie Paulus mit einem anderen Beispiel sagt, Christen ein Zweig sind, der an dem j\u00fcdischen Stamm angebracht wurde. Und von daher haben wir auch die j\u00fcdische Religion besonders zu achten.<\/li><li>Wir haben gelernt, dass in der Nachfolge Jesu Christi das N\u00e4chstenliebegebot grenzenlos gilt. Keiner darf davon ausgeschlossen werden. Damit h\u00e4ngt zusammen, dass irgendwelche Machtgebaren als Christen nicht mit der Nachfolge Jesu kompatibel sind.<\/li><li>Wir haben gelernt, dass die Christen aus Deutschland in dieser Hinsicht gro\u00dfe Sensibilt\u00e4t entwickeln m\u00fcssen. Und das ist eine gro\u00dfe Chance f\u00fcr das Miteinander.<\/li><li>Leider haben nicht alle Christen das gelernt. So gibt es massive Gegnerschaft gegen Juden in christlichen Gemeinden, die in islamischen L\u00e4ndern um das \u00dcberleben k\u00e4mpfen m\u00fcssen. Sie passen sich in der Judenfeindschaft ihrem Umfeld an.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"text-align:center\"><strong>6. Messianische Juden<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Inzwischen gibt es Messianische Juden. Messianische Juden sehen den Mann ihres Volkes, Jesus von Nazareth, als Messias an, ohne jedoch einer der traditionellen christlichen Konfessionen anzugeh\u00f6ren. Sie sind also weder katholisch noch in irgendeiner Form protestantisch, sondern eben Juden, messianische Juden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>JUDEN UND CHRISTEN 1. Der Jude Jesus Jesus war ein Jude aus Nazareth. Er wollte sein j\u00fcdisches Volk zur Umkehr f\u00fchren, es \u2013 wie die Propheten \u2013 in ein das richtige Verh\u00e4ltnis zu Gott bringen. Er trat \u00f6ffentlich im Alter von ca. 30 Jahren auf. 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