{"id":478,"date":"2019-07-01T20:45:16","date_gmt":"2019-07-01T18:45:16","guid":{"rendered":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/?page_id=478"},"modified":"2022-07-28T16:00:39","modified_gmt":"2022-07-28T14:00:39","slug":"christus-in-den-religionen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/religion-en\/christus-in-den-religionen\/","title":{"rendered":"Christus in den Religionen"},"content":{"rendered":"\n<p>(s. auch: <a href=\"https:\/\/mini.evangelische-religion.de\/jesus-christus-in-den-religionen-2\/\">https:\/\/mini.evangelische-religion.de\/jesus-christus-in-den-religionen-2\/<\/a> )<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-text-color has-medium-font-size\" style=\"color:#a36200\"><strong>Jesus Christus in hinduistischer Sicht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-text-color\" style=\"color:#a36200\">Vielf\u00e4ltige Beurteilungen Jesu<\/p>\n\n\n\n<p>Vielf\u00e4ltig wie der Hinduismus, ist auch die Stellung von Gurus zu Jesus (vgl. auch an einem Beispiel: <em>Peter Schmidt: A.C. Bhaktivedanta Swami im interreligi\u00f6sen Dialog. Biographische Studien zur Begegnung von Hinduismus und Christentum, Frankfurt 1999 (Theion X).<\/em> Es geht \u00fcber Ignorierung hin zur Anerkenntnis als ethisch besonders hochstehender Mensch (Avatar), als eine Inkarnation eines Gottes, wohl Vischnu, da dieser sich nach hinduistischer Vorstellung \u00fcberwiegend inkarniert; Ablehnung Jesu als einer, der einen pers\u00f6nlichen Gott vertritt \u2013 freilich im Rahmen der Bhakti-Bewegung ist die Vater-Anrede verst\u00e4ndlicher als f\u00fcr andere Richtungen; abgelehnt wird der S\u00fchnetod \u2013 wobei beides (Verk\u00fcndigung eines pers\u00f6nlichen Gottes und S\u00fchnetod) von anderen auch wieder anerkannt werden kann; abgelehnt wird Jesus Christus vor allem aber als der einzige Weg zu Gott \u2013 wobei immer wieder die Frage zu stellen ist: Wer ist eigentlich \u201eGott\u201c? Wird Gott als Brahma (Allgeist) interpretiert oder als Vischnu (eine Art Person)? <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-text-color\" style=\"color:#a36200\">Unterschiede zu Jesus Christus<\/p>\n\n\n\n<p><strong>(a) <\/strong>Eine Anerkenntnis Jesu als Jesus w\u00fcrde real die Ablehnung der Kastenfrage mit sich bringen (vgl. Gandhi)  und <strong>(b)<\/strong> die f\u00fcr Hindus theologisch wichtige Frage: Wie muss ich mich verhalten, um in einer besseren Position wiedergeboren zu werden?<strong> (c)<\/strong> Wiedergeburt ist mit Jesus nicht kompatibel. <strong>(d)<\/strong> Ebenso ist es schwierig, das Bestreben des Menschen nach Heil durch rituellen Kult mit Jesus in Verbindung zu bringen. Weder G\u00f6tterstatuen, noch Sonnen- oder Feuerriten, noch Meditationspraktiken sind jesuanisch zu begr\u00fcnden. So wie ich Jesus verstehe, w\u00fcrde er Meditationen nicht ablehnen, damit Menschen zur Ruhe kommen (freilich kennt die fr\u00fche Christenheit einen anderen Weg: Kommt her zu mir alle, die ihr m\u00fchselig und beladen seid, ich will euch erquicken). Aber Meditationen im hinduistischen Sinn sind religi\u00f6s verkn\u00fcpft (ein Sich-verlieren im Allgeist usw.) \u2013 und die sind jesuanisch nicht zu legitimieren, da im Zentrum der Verk\u00fcndigung Jesu Gott selbst und die Ankunft seines Reiches steht. <strong>(e)<\/strong> Auch Brahmanen und Gurus w\u00fcrden ihren hohen Status verlieren. Sie w\u00e4ren vielleicht Lehrer, mehr nicht. Denn Glaubende sind zu Gott unmittelbar und nicht abh\u00e4ngig von Lehrenden (wobei in der katholischen Kirche der Priester eine betontere Rolle spielt). Das k\u00f6nnen Gurus selbstverst\u00e4ndlich nicht akzeptieren.<strong> (f) <\/strong>Tantrische Magie im hinduistischen Sinn ist mit Jesus nicht kompatibel wie auch die damit verbundene Betonung des k\u00f6rperlichen Wohlf\u00fchlens durch sexuelle Praktiken, da f\u00fcr Jesus der Mensch durch seine Gotteskindschaft eine besondere Aufgabe \u00fcbertragen bekommen hat: gottgem\u00e4\u00dfes Verhalten mit Blick auf den anderen Menschen und nicht das Bem\u00fchen um ekstatisches Erfassen von etwas, das als g\u00f6ttlich interpretiert wird. Im Christentum gibt es das Erfasstwerden von Gott durch den Geist; es ist aber etwas \u2013 abgesehen von Mystikern, die mit Mystikern aller Religionen Gemeinsamkeiten haben \u2013, das der Mensch selbst nicht durch Praktiken steuern kann. Der die Erl\u00f6sung suchende Mensch wird auch nicht auf sich selbst gewiesen, sondern auf den Mitmenschen. <strong>(g)<\/strong> Jesus bestimmt nicht, wie im Zauberwesen (Brahmanen, Gurus, Lamas usw.) Gott, sondern zeigt den Menschen, wie er zu Gott gelangen kann. Der Mensch ist nicht \u2013 wie die brahmanische und damit auch von Buddha \u00fcbernommene Theologie ausspricht \u2013 aus sich heraus machtvoll, sondern in seiner Abh\u00e4ngigkeit von Gott geh\u00f6rt er diesem. Es geht nicht darum, m\u00e4chtig zu sein, sondern vollm\u00e4chtig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-text-color\" style=\"color:#a36200\">\u00d6kumenischer Dialog<\/p>\n\n\n\n<p>Es stellt sich die Frage an den Hinduismus: Gibt es dort so etwas wie den \u201e\u00d6kumenischen Dialog\u201c, da die Unterschiede immens sind \u2013 und diese Unterschiede kristallisieren sich auch in den unterschiedlichen Jesusbildern: Annahme, Uminterpretation und Ablehnung. Laut Hummel gelten 99% der biblischen Aussagen Hindus als \u00c4u\u00dferungen unerleuchteter Juden und Christen, die nicht in der Lage waren, sich zu der H\u00f6he der Meister aufzuschwingen (139). Damit treffen sie sich in der Kritik mit Mohammed, ebenso in der Neuinterpretation einzelner Worte \u2013 freilich aufgrund der religi\u00f6sen Tradition rekurrieren sie zum Teil auf andere Worte als Mohammed (so z.B.: Jesu Wort \u201eDas Reich Gottes ist mitten unter euch\u201c bedeute: \u201ees ist in mir\u201c, d.h. in jedem Menschen; bzw. \u201eIch und der Vater sind eins\u201c sei das Wort eines jeden Menschen usw.). Dar\u00fcber hinaus sind gemeinsame Kritikpunkte: S\u00fchnetod, Auferstehung und Jesus als alleiniger Weg zu Gott.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-text-color\" style=\"color:#a36200\">Suche nach Wahrheit<\/p>\n\n\n\n<p>Im Hinduismus erkennt man deutlich die Suche des Menschen nach Wahrheit, nach Spiritualit\u00e4t, nach dem, was die Welt zusammenh\u00e4lt. Christen haben die Wahrheit \u2013 aber weil sie diese als Besitz w\u00e4hnen, fehlt vieles, das sie in tiefe menschlich-spirituelle Dimensionen einf\u00fchrt. Doch Besitz ist Christus als Wahrheit nicht, sondern wichtig ist Nachfolge \u2013 und Nachfolge bedeutet: tiefer mit Gott in Jesus Christus verbunden zu werden. In der christlichen Mystik wird der ganze Mensch, auch mit seinem K\u00f6rper, durch den Geist Gottes, der von Gott dem Menschen zugeteilt wird, gef\u00fcllt, gest\u00e4rkt, vollkommen. Seine Vollmacht bekommt der Glaubende durch Gott, als Person, der der ganz andere ist, es ist eine Beziehung. Im Hinduismus und Buddhismus als Mystik verliert man sich, gibt sich auf, und wird dabei \u201ek\u00f6rperlos\u201c zum All-Seienden durch \u201enaturhafte\u201c Verbindung mit dem All-Seienden (Atman). In manchen Str\u00f6mungen: Seine magische Macht bekommt man durch Verbindung mit dem All-Seienden.<\/p>\n\n\n\n<p>Beeinflusst hat die Sicht der <em>Gita<\/em> auch den Deutschen Idealismus, der Gott nicht mehr als \u201ePerson\u201c erkennen mag, sondern als eine alles durchwaltende Kraft (in Verbindung mit stoischer Tradition). Was dann auch Auswirkungen hatte auf die Ethik: Die Gottheit ist in jedem Menschen \u2013 somit wei\u00df jeder Mensch, was gut ist und was nicht.<\/p>\n\n\n\n<p> Das, was sich beim Hinduismus als Gedanke eindr\u00e4ngt: <em>Was ist Wahrheit?<\/em> Gibt es die Suche nach Wahrheit? Diese d\u00fcrfte im Hinduismus mit Xenophanes (* um 570 + 475 v.Chr.; Fragm. 27 und 29) so getroffen sein: <em>Wenn Pferde G\u00f6tter machen k\u00f6nnten, w\u00fcrden sie sich welche machen, die wie Pferde aussehen<\/em> (vgl. Feuerbach). <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-text-color\" style=\"color:#a36200\">Auswirkungen auf die europ\u00e4ische Esoterik<\/p>\n\n\n\n<p>Auswirkungen des Karma-Denkens auf die Esoterik der Gegenwart laut <em>Oliver Schr\u00f6m: Rechter Wahn, Braune Esoterik auf dem Vormarsch: Viele B\u00fccher aus der New-Age-Szene zeichnen ein rassistisches Weltbild, in: DIE ZEIT 23, 1998, 63<\/em>: Im Buch \u201eKarma und Gnade\u201c von <em>Peter Michel<\/em>, Verlagsleiter des Aquamarin-Verlages, hei\u00dft es: Mongoloide m\u00fcssen ihr schlechtes Karma abtragen; der \u201eStaresoteriker\u201c <em>Erhard Freitag<\/em> habe gesagt, \u201edas j\u00fcdische Volk h\u00e4tte in den Gaskammern des `Dritten Reiches\u00b4 Vergehen aus fr\u00fcheren Leben zu b\u00fc\u00dfen gehabt\u201c. Schon der \u201eEsoterikguru\u201c der zwanziger Jahre, <em>Charles W. Leadbeater<\/em> habe das \u201eAussterben der Naturv\u00f6lker \u2026 eine `karmische Unvermeidbarkeit\u00b4\u201c genannt, \u201eda die Angeh\u00f6rigen der germanisch-nordischen Rasse `als h\u00f6her entwickelte Seelen bereits \u00fcber diese hinweggeschritten sind\u00b4. Zum Reiz asiatischer Religionen auf F\u00fchrer des Nationalsozialismus s.:<em> Trimondi: Hitler. Buddha, Krishna. Eine unheilige Allianz vom Dritten Reich bis heute, Wien 2002.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-text-color\" style=\"color:#a36200\">Hinduismus &#8211; Gurus &#8211; Indien<\/p>\n\n\n\n<p>Diese oben gemachten Angaben zum Hinduismus stammen \u00fcberwiegend aus dem B\u00fcchlein von <em>Vanamali Gunturu<\/em>, der den Hinduismus als eine Religion anpreist, die alle Religionen in sich aufnehmen kann. Ebenso weist er auf die Gurus, die auch im Westen Anh\u00e4nger bekommen. Freilich ist der urspr\u00fcngliche Hinduismus f\u00fcr die Inder reserviert, Fremde geh\u00f6ren den Unber\u00fchrbaren an. Und was im Westen \u00fcberwiegend aufgenommen wird, ist das meditierende Element, das Sich-Scharen um einen Guru, der den Anh\u00e4nger in die Grundlage der Welt einf\u00fchrt. Der Guru ist nicht allein ein weiser Mensch, sondern hat als religi\u00f6ser F\u00fchrer g\u00f6ttlichen Status. So spielt das Gurubild wie das von ihm ausgegebene Mantra eine zentrale Rolle.<\/p>\n\n\n\n<p>***<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-text-color has-medium-font-size\" style=\"color:#a61de7\"><strong>Buddhismus und Jesus<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-text-color\" style=\"color:#a61de7\">Buddhismus: was sich Menschen spirituell ersehnen<\/p>\n\n\n\n<p>Was am Buddhismus interessant ist: Es werden manche Aussagen des christlichen Glaubens verst\u00e4ndlicher. So zum Beispiel die Aussage der <em>Kenosis<\/em> (Phil 2) oder auch die, dass wer sein Leben liebt, es verlieren wird. Nur mit anderer Intention. W\u00e4hrend der Buddhist die \u201eLeere\u201c sucht, sucht der Christ sich auf Christus hin zu \u201everlieren\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Anders als in der jesuanischen Versuchungsgeschichte will Mara Buddha davon abhalten, seine Lehre zu verk\u00fcndigen; Buddha hebt sich, anders als der historische Jesus, stark selbst hervor: Mein ist Glauben, die Kraft ist mein; Weisheit ist bei mir gefunden. Wundersch\u00f6n vermag ein japanischer Prediger und Schriftsteller <em>Amida-Buddha<\/em> mit Christus verweben, so, dass die Sehnsucht des Menschen erf\u00fcllt wird (<em>Althaus u.a.: Die Weltreligionen und das Christentum, 1928, 12<\/em>). Darin zeigt sich jedoch der gro\u00dfe Unterschied zwischen Christentum und Buddhismus: Der Buddhismus sucht sich, um die menschliche Sehnsucht zu stillen, \u00fcberall etwas zusammen, wohl alle spirituellen Reicht\u00fcmer, die sich Menschen im Laufe der Jahrhunderte ausgedacht haben. Das Christentum ist abh\u00e4ngig vom historischen Jesus, dem Christus \u2013 und muss sich sozusagen mit ihm zufrieden geben, weil er der Sohn Gottes schlechthin ist. <em>Buddhisten haben die spirituellen Reicht\u00fcmer \u2013 Christen sind die, die den Weg der Liebe Gottes haben.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Der buddhistische Magier meint, er k\u00f6nne durch Verbindung mit dem Allgeist auch alles beherrschen. Aber gerade darin ist auch die N\u00e4he zwischen dem Jesusbild der Evangelien und dem Buddhismus erkennbar: Jesus ist derjenige, der die D\u00e4monen bezwingt, der Gedanken lesen kann, er beherrscht die Naturgewalten usw. Vielleicht kann er auch als einer angesehen werden, der mit ca. 30 Jahren erweckt\/erleuchtet wurde, und vielleicht kann sein Geist als die Anwesenheit eines Boddhisattvas angesehen werden: obwohl fern, ist er anwesend. Freilich steht dieses Jesusbild in der j\u00fcdischen Tradition, die auch bei Elia\/Elisa erkennbar wird, und hat nichts Buddhistisches. Nur ist hieran das erkennbar, was sich der Mensch ersehnt: Er will Negatives beherrschen.<\/p>\n\n\n\n<p>Von hier aus kann Jesus auch von Buddhisten von einem Teil seines \u00e4u\u00dferen Erscheinungsbildes als ein buddhistischer Weiser eingeordnet werden. Der Unterschied ist der, dass Jesus Gott seinen Spielraum l\u00e4sst und Magie keine Rolle spielt (Mantras usw.), sondern dass er vollm\u00e4chtig handelt. Auch ist er nicht ein wiedergeborener, sondern der Ein(zig)geborene usw. \u2013 und von daher ist sein ethischer Anspruch ein immens anderer, ebenso seine Zukunftsperspektive wie auch sein Ausgangspunkt. Jesus geht es nicht um \u00dcberwindung des Leids durch Erwachung, sondern um die Verk\u00fcndigung des Kommens Gottes. Die \u00dcberwindung des Leids im buddhistischen Sinn ist individuell, die Gottesherrschaft ist sozial \u2013 freilich finden wir diesen sozialen Ansatz intensiv bei Ashoka.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-text-color\" style=\"color:#a61de7\">Ansatzweise Gemeinsamkeiten<\/p>\n\n\n\n<p>Man kann einzelne Parallelen herauspicken und somit Gemeinsamkeiten erkennen. Doch ist das Gesamtbild ein ganz anderes als das eines buddhistischen Weisen. So geht es nicht um Ausl\u00f6schung des Selbst durch Verbindung mit dem \u201eAllgeist\u201c \u2013 wobei diese Selbstausl\u00f6schung ja immer noch das Selbst im Blick hat, das ein harmonisches\/ausgel\u00f6schtes Leben erlangen will \u2013, sondern um Verminderung des irdischen Selbsterhaltungstriebes, wenn es um der Nachfolge willen sein Leben hingibt. Die Verbindung der Glaubenden mit Jesus Christus besteht nicht in der Verbindung mit einem irdischen Menschen\/Weisen\/Guru, sondern mit dem Auferweckten, von Gott Beglaubigten. Es geht auch nicht um die Verbindung irgendeiner meiner Energien mit Gottes Energie, sondern Gott selbst wird durch seinen Geist meine Energie. Wobei freilich zu beachten ist: Buddha ist nicht Gott \u2013 weil die G\u00f6tter nicht so viel wert sind, wie ein Erwachter. G\u00f6tter haben die Erwachung noch vor sich. Von daher ist es wohl f\u00fcr manchen Buddhisten keine Besonderheit, wenn Jesus als Gott bezeichnet wird, da es nur eine Stufe unter vielen auf dem Weg zum Erwachen ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Handlungsanleitungen gelten im Buddhismus dazu, das Selbst zu bezwingen und nicht, um den anderen zu sch\u00fctzen, sich ihm gegen\u00fcber positiv zu verhalten. Ausgenommen die Mitleidsregel. Doch stellt sich die Frage: Auch sie ist wohl von dem Versuch der Selbstbezwingung her zu interpretieren, und gilt somit nicht, weil der andere einen gro\u00dfen Stellenwert hat. <\/p>\n\n\n\n<p>Interessant ist nur: Warum wollte Buddha missionieren? Hat der Versucher Mara eigentlich den Buddhismus besser begriffen als Buddha. Ich sehe Ashoka als den gro\u00dfen Menschen an, der als Herrscher sein Volk und nicht das Individuum im Blick haben musste \u2013 und von daher sozial aktiv wurde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-text-color\" style=\"color:#a61de7\">Einfluss des Christentums auf den Buddhismus?<\/p>\n\n\n\n<p>Es sieht so aus, als sei nicht allein die Vorstellung vom <em>Boddhisattva<\/em> Umformung aus christlichen Einfl\u00fcssen, sondern z.B. auch der <em>Amida-Buddhismus<\/em> (12. Jh.) oder andere Intentionen, die Buddhas in der Transzendenz anwesend sein lassen und dann einen der Buddhas materialisiert. K\u00f6nnte hier die <em>Nestorianische Kirche<\/em> erkennbar werden, die seit ca. 350 in Indien Fu\u00df zu fassen begann? Ist der Apostel Thomas, der im ersten Jahrhundert nach Indien gekommen sein soll, hier greifbarer? <em>Trimondi<\/em>, der den Buddhismus auch von seiner nicht friedfertigen Seite darstellt, sieht eher den <em>Manich\u00e4ismus<\/em> auf bestimmte buddhistische Ans\u00e4tze auswirken: <a href=\"http:\/\/www.trimondi.de\/Lamaismus\/Krieg-4-Gewalt.htm\">http:\/\/www.trimondi.de\/Lamaismus\/Krieg-4-Gewalt.htm<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>***<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-text-color has-medium-font-size\" style=\"color:#2e8519\"><strong>Mohammed und Jesus<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-text-color\" style=\"color:#2e8519\">Christliche Str\u00f6mungen zur Zeit Mohammeds<\/p>\n\n\n\n<p>Judentum und Christentum waren im arabischen Raum verbreitet, zum Teil bestimmend. Christentum gab es in verschiedenen Auspr\u00e4gungen: <em>Gnostische Christen<\/em> lehnten einen gestorbenen Jesus ab (kannte Mohammed das gnostisch gepr\u00e4gte Barnabasevangelium?), die Reichskirche betonte die <em>Zwei-Naturen-Lehre<\/em> (Christus wahrer Gott und wahrer Mensch), <em>Monophysiten<\/em> hielten an der g\u00f6ttlichen Natur Jesu fest (Jesus Christus = Gott), w\u00e4hrend <em>Nestorianer<\/em> \u2013 die im 4. Jh. schon bis nach Indien und im 7. Jh. bis nach China vorgedrungen waren \u2013 an der Menschheit Jesu festhielten und ihn von Gott trennten (Jesus Christus = Mensch und daneben Gott: zwei Personen parallel in einem). <em>Arianer<\/em> sahen Jesus als geschaffen an, somit gab es \u2013 wenn auch nur kurz \u2013 eine Zeit, in der er nicht war (vgl. Sure 3,59).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-text-color\" style=\"color:#2e8519\">Mohammeds Kritik an Christen<\/p>\n\n\n\n<p>Im Folgenden werden nur die Aussagen Mohammeds wiedergegeben. Andere Aussagen, so die im Hadith von Sahih Muslim, dass Jesus kommen wird, 40 Jahre lang leben, heiraten, Kinder zeugen und eine Pilgerfahrt nach Mekka unternehmen wird, wurden nicht aufgenommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Mohammed stand in alttestamentlicher und neutestamentlicher Tradition. Er meinte, dass er im Dienste des Gottes stehe, in dem auch die alttestamentlichen Propheten standen. Er sei der letzte Gesandte, der Ma\u00dfgebende, der Ma\u00dfstab f\u00fcr die vor ihm ergangenen Worte (Sure 3,2). Die ihm offenbarten Worte seien Gottes Worte schlechthin, womit historische Tatsachen, die diesen Offenbarungen widersprechen, den Offenbarungen untergeordnet werden. Die Schriften von Juden und Christen wurden als \u201einspiriert\u201c anerkannt, freilich fand Mohammed in ihnen zahlreiche \u201eF\u00e4lschungen\u201c bzw. falsche Auslegungen, was ihnen vorgeworfen wird: \u201eEs ist ein Umbiegen mit ihren Zungen und ein Stechen in den Glauben\u201c (4,46 und 3,78). Erst im dritten Anlauf (nach Moses und Jesus) konnte Allah sich vollst\u00e4ndig gegen die F\u00e4lscher durchsetzen und wird den Koran \u2013 anders als die Bibel \u2013 vor F\u00e4lschungen bewahren (Sure 15,9; 2,140).<\/p>\n\n\n\n<p>Jesus wird als herausragender Prophet anerkannt (er ist Gesalbter, Sohn der Jungfrau [nicht Inkarnation, sondern in Maria geschaffen; 3,45\u201359], Wundert\u00e4ter [3,49; 5,112\u2013115], Diener des Einen Gottes; er wird in der letzten Zeit wiederkommen [Sure 43,61]). Doch viele Aspekte der Lehre und Biographie Jesu werden nicht aufgenommen, somit indirekt als nachtr\u00e4gliche F\u00e4lschungen \/ Umdeutungen angesehen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>So wird abgelehnt, dass Jesus Allahs Sohn sei (Sure 9,29-33; 6,101), weil die Zeugung des Gottessohnes plastisch \u2013 im heidnischen Sinn als Verkehr eines Gottes mit der Menschenfrau Maria \u2013 vorgestellt wird (6,101). Der Glaube an die Sohnschaft Jesu wird mit H\u00f6llenstrafen bedroht (19,86ff.).<\/li><li>Abgelehnt werden der Kreuzestod (Sure 4,157), der S\u00fchnetod sowie die Auferstehung Jesu.<\/li><li>Verstanden wird die \u201eTrinit\u00e4tslehre\u201c \u2013 die Einheit Jesu Christi mit Gott Vater und dem Heiligen Geist \u2013 als ein Drei-G\u00f6tter-Glaube (Sure 5,73.116 [auch Maria als G\u00f6ttin; Sure 19 ist nach Maria benannt]).<\/li><li>Und wer nach Mohammed, dem Gesandten Allahs, weiter daran festh\u00e4lt, der m\u00fcsse bek\u00e4mpft bzw. unterworfen werden (Un- bzw. Falschgl\u00e4ubige m\u00fcssen besonders gekennzeichnete Kleidung tragen, sie d\u00fcrfen keine \u00f6ffentlichen \u00c4mter bekleiden, sie d\u00fcrfen nur im Stillen ihrem \u201eUnglauben\u201c folgen, m\u00fcssen gedem\u00fctigt Schutzsteuern zahlen [Sure 9,29] bzw. gebrandmarkt werden [9,35]? [Unterwerfungszeichen auf den Angesichtern: 48,29], den Ramadan beachten; G\u00f6tzendiener werden get\u00f6tet [9,5 \u2013 auch Juden und Christen: 9,30.52?] und nehmen Ungl\u00e4ubige Zuflucht zu Mohammed, sollen sie aufgenommen aber \u201emissioniert\u201c werden [9,6]). Muslime k\u00f6nnen diese Stellen als solche interpretieren, die als Reaktionen auf Angriffe zu verstehen sind: Juden bzw. Christen und Heiden haben Mohammed angegriffen \u2013 darum erl\u00e4sst er so harrsche Befehle.<\/li><li>Mohammed lehnt die Bezeichnung Gottes als Vater ab, das hei\u00dft die pers\u00f6nliche N\u00e4he Gottes, der in den Glaubenden wohnt. Das bedeutet: Es wird zwischen Mensch und Allah eine starke Distanz gesehen (Sure 19,93), Allah ist der Transzendente, der souver\u00e4ne Richter, der seinen Willen in Mohammeds Offenbarungen mitteilen l\u00e4sst.<\/li><li>Die Feindesliebe (Mt 5) spielt keine Rolle bzw. die Glaubensfreiheit des Anderen (Mt 13,24-30) (womit Mohammed wohl christlichen Traditionen au\u00dferhalb des Neuen Testaments nahesteht) \u2013 was freilich nicht alle Muslime so sehen. Es gibt aus der Fr\u00fchzeit Mohammeds &#8211; als er und seine Anh\u00e4nger noch in der Minderheit waren &#8211; Toleranz-Aussagen. Ber\u00fchmt ist das Wort: Ihr habt eure Religion, und ich habe meine (109,6). Aus sp\u00e4terer Zeit, als er in Medina Juden gewinnen wollte, stammt der andere immer wieder verwendete Satz: Es gibt keinen Zwang in der Religion (2,256 &#8211; gemeint ist wohl eher: kein Zwang im Glauben, das hei\u00dft, dass es, wie der Kontext zeigt, innerhab der muslimischen Umma unterschiedliche Ans\u00e4tze geben kann). Aus der Zeit des Kampfes gegen die Mekkaner gibt es kriegerische S\u00e4tze (2,190ff.; 9,5.28ff. u.v.a. auch in den Ahadith von Al-Buchari). Es ist gut, dass sich manche Muslime heute von solchen S\u00e4tzen distanzieren &#8211; indem sie die positiven S\u00e4tze hervorheben. <\/li><li>Jesus werden Worte in den Mund gelegt, die im Neuen Testament nicht zu finden sind (Sure 5,72: \u201eO ihr Kinder Israel, dienet Allah, meinem und euerm Herrn\u201c \u2013 und Sure 43,63f. f\u00fchrt weiter: \u201edies ist ein rechter Pfad\u201c. Oder siehe das Wunder mit Jesu Worten 5,112\u2013116; auch der neugeborene Jesus spricht in Sure 19,27\u201333: \u201eSiehe, ich bin Allahs Diener \u2026\u201c; 61,6 sagt Jesus: \u201eOh, ihr Kinder Israel, siehe, ich bin Allahs Gesandter an euch, best\u00e4tigend die Thora, die vor mir war, und einen Gesandten verk\u00fcndigend, der nach mir kommen soll, des Namen Ahmad ist\u201c [hier wird Joh 14,16 und 16,7 uminterpretierend bearbeitet: parakletos = Tr\u00f6ster wird ver\u00e4ndert zu periklytos = der Gepriesene = arabisch: Ahmad = Variante zu Muhammad; in 61,7 wird davon gesprochen, dass Menschen, anders Mohammed, gegen Allah eine L\u00fcge ersinnen). Eine Interpretation der Samenkorn-Gleichnisse Jesu finden wir: Sure 48,29. Juden und Christen wird vorgeworfen, Texte ausgelassen zu haben, die im Alten\/Neuen Testament Mohammed verhei\u00dfen haben sollen (Sure 5,13f.). (Auch Maria und die J\u00fcnger [3,52; 61,14] und alttestamentliche Gestalten werden uminterpretiert und mit Bekenntnissen zu Allah und sich als Muslim bekennend vorgestellt: Ismael sollte von Abraham geopfert werden, nicht Isaak; Sure 37,100ff.; vgl. die dem Abraham in den Mund gelegten Worte: Sure 2,126ff.: Wisst ihr es besser oder Allah? [140])<\/li><li>Die Bedeutung, die im Neuen Testament der \u201eHeilige Geist\u201c hat, bekommt im Koran der Engel Gabriel (Sure 2,97-98; 16,102).<\/li><li>F\u00fcr Mohammed haben Juden und Christen (die Schriftbesitzer) und er denselben Gott. Aber er ist nur insofern derselbe Gott, wenn er im Sinne des Koran, also laut Mohammed im Sinne Allahs verstanden wird. Alle anderen Aussagen seien Hinweise auf ihre Abtr\u00fcnnigkeit, darum werden sie in der H\u00f6lle enden.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Nun kann man nat\u00fcrlich sagen: Mohammed hat die christliche Interpretation, dass Jesus Gottes Sohn sei, nicht verstanden, es sei christlich anders zu verstehen, somit sei ein Gespr\u00e4ch mit Muslimen dar\u00fcber m\u00f6glich; oder: Mohammed habe das, was die Kreuzigung Jesu betrifft, falsch \u00fcberliefert bekommen, von daher kann es im religi\u00f6sen Gespr\u00e4ch korrigiert werden \u2013 doch so einfach geht das leider nicht, weil der Koran ja als das Wort Allahs schlechthin angesehen wird, m\u00fcsste ja auch Allah sich geirrt haben, indem er die Christen falsch verstanden hat (ebenso wenn Maria, die Mutter Jesu, mit Maria, der Schwester Aarons identifiziert wird [Sure 19,27\u201333; ist das im Sinne von \u201eHaus Aaron zu verstehen? Aber 3,35ff. wird der Vater des Mose als Vater Marias bezeichnet]). Ein Irren Allahs (und seines Gesandten?) ist f\u00fcr den Koran undenkbar. Gott ist nach christlichem Verst\u00e4ndnis \u00fcbrigens nicht 1+1+1 = 3, sondern die dritte Potenz von 1 hoch 3 = 1. (Zur Trinit\u00e4t s. http:\/\/www.evangelische-religion.de\/trinitaet.html )<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-text-color\" style=\"color:#2e8519\">Unterschiede in der Ethik<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Die Heiligkeit Gottes wird im Neuen Testament st\u00e4rker betont als von Mohammed, trotz seiner Distanzierung Allahs von Menschen. Menschen k\u00f6nnen laut Neuem Testament Gott nicht von sich aus nahen au\u00dfer in dem Sohn Gottes Jesus Christus; der Mensch ist grundlegend ein S\u00fcnder, Gegner Gottes. Nach Mohammed ist Gutes Tun ein Moment, der von Allah belohnt wird, so dass dieser, je nach Ausschlag der Waage der guten \/ b\u00f6sen Werke ins Paradies kommen kann. Das hei\u00dft, durch seine Taten kann der Mensch Allah n\u00e4her kommen, was f\u00fcr Christen normalerweise nicht gilt, denn die N\u00e4he zu Gott ist durch Jesus Christus schon gegeben, muss nicht erst erlangt werden.<\/li><li>Allah kann auch gn\u00e4dig sein, S\u00fcnde \u00fcbersehen, daran haftet jedoch eine gewisse Willk\u00fcr \u2013 oder \u201eFreiheit\u201c Allahs. Insofern kann selbst Mohammed nicht sicher sein, ob Allah ihn annehmen wird (Sahih al-Bukari, Hadith 5.266; vgl. Sure 14,4) und andere k\u00f6nnen auch nicht sicher sein: Gehorcht Allah und seinem Gesandten; <em>vielleicht<\/em> findet ihr Barmherzigkeit (Sure 3,132 vgl. 5,35 \u2013 so zumindest die \u00dcbersetzung; anders 3,31). Zum anderen: Gnade ist nur g\u00fcltig, wenn gute Werke folgen (Sure 5,74 und 6,54). Sure 3,99 spricht \u2013 im Vergleich mit den Schriftbesitzern \u2013 allerdings davon, dass Muslime anders als diese dem Feuer entrissen seien.<\/li><li>Manchmal ist die Barmherzigkeit Allahs mit \u00dcbelt\u00e4tern eigenartig, so dann, wenn eine Sklavin \u2013 trotz Verbot \u2013 um Gewinn willen zur Hurerei gezwungen wird: 24,33; das hat m\u00f6glicherweise damit zu tun, dass der Koran an konkreten Situationen ausgerichtet ist und auf sie eingeht, in diesem Fall auf einen Menschen, der Mohammed nahesteht, der ihn damit reinw\u00e4scht.<\/li><li>Nach christlichem Verst\u00e4ndnis sind auch unterlassene gute Taten S\u00fcnde und nicht allein das Nicht-Erf\u00fcllen vorgeschriebener Taten (beachte aber Sure 92,19). Die Vorstellung von Christi S\u00fchnetod wird von Mohammed nicht anerkannt, da jeder sich selbst verantworten m\u00fcsse. Im Christentum nimmt Jesus die S\u00fcnden der Menschen auf sich, um die Menschen zu befreien \u2013 es ist aber nicht allein der Mensch Jesus, der wirkt, sondern Jesus in seiner Einheit mit Gott (z.B. 2Kor 5,19). Und da es diese Einheit Jesu Christi mit Gott f\u00fcr Mohammed nicht gibt, kann er auch die spezifische S\u00fchnetodvorstellung nicht annehmen. (Freilich gibt es bei den Wahhabiten die Vorstellung, dass M\u00e4rtyrerinnen [M\u00e4rtyrer bekommen Huris \u2013 ob es nun Jungfrauen oder Trauben sind] Auserw\u00e4hlte ins Paradies mitnehmen d\u00fcrfen \u2013 d.h. es gibt die Vorstellung, dass ein anderer durch den Tod dieser Frau gerettet werden kann. Die Vorstellung der \u201eHuris\u201c wird auch rein spirituell, metaphorisch interpretiert.)<\/li><li>Mohammed kann auch den Tod Jesu nicht akzeptieren, da er von der Vorstellung ausgeht, dass Allah seine Gesandten vor der Verfolgung bewahrt (Sure 47; vgl. Sure 48: Der Sieg ist Zeichen der S\u00fcndenvergebung).<\/li><li>\u201eIst jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur\u201c (Paulus) \u2013 das kann Mohammed nicht sagen, da es auf den Einzelnen ankommt, die ihm vorgeschriebenen Werke zu wirken.<\/li><li>Liebe Allahs ist abh\u00e4ngig vom Tun (Sure 2,190; 2,276; 3,57; 4,160) \u2013 nicht so im christlichen Glauben. Im Johannesevangelium wird gesagt, dass Gott die Welt geliebt hat, bevor die Welt Gutes getan hat \u2013 von daher kann Gott nach christlichem Verst\u00e4ndnis in diesem Ma\u00dfe wie Allah nicht irreleiten, wen er will (Sure 14,4) \u2013 freilich bietet die Aussage im Vaterunser \u201eund f\u00fchre uns nicht in Versuchung\u201c gro\u00dfe Interpretationsschwierigkeiten. Im Koran gibt es auch Aussagen wie: Allah liebt sie und sie lieben ihn (Sure 5,54: aber beachte den Kontext: Warnung vor Abfall von Allah) \u2013 auf solche Texte st\u00fctzen sich mystisch veranlagte Muslime.<\/li><li>Ethisch lehrt Jesus die Hinwendung zum N\u00e4chsten \u2013 Mohammed lehrt die Abwendung von Ungl\u00e4ubigen: Man solle sie sich nicht zum Freund nehmen, da die Gefahr bestehe, vom Islam abzufallen (Sure 4,89.139.144; endg\u00fcltige Ausgrenzung von Christen: 5,51.57.80f.) \u2013 auch wenn es sich um Verwandte handelt (9,23). (Freilich wird auch das von Muslimen so interpretiert: Es geht nicht um Menschen als solche, die man meiden solle, sondern immer nur um antiislamische K\u00e4mpfer und Sp\u00f6tter.) Allah hat die Nichtglaubenden zu den Niedrigsten der Niedrigen gemacht (Sure 65).<\/li><li>Nicht nur die Tora, auch das Evangelium (!) wird zu dem folgenden Aufruf verwendet: Sie sollen k\u00e4mpfen in Allahs Wegen und t\u00f6ten und get\u00f6tet werden. Eine Verhei\u00dfung sei gew\u00e4hrleistet in der Tora, im Evangelium und im Koran (Sure 9,111) \u2013 wobei er selbst sieht, dass \u201eAllah\u201c in die Herzen derer, die Jesus folgen, G\u00fcte und Barmherzigkeit legt (Sure 57,27).<\/li><li>Durch diese Hinweise wird deutlich, dass Mohammed bef\u00fcrchtete, Menschen k\u00f6nnten von seinen von Allah empfangenen Offenbarungen abfallen (s. auch Sure 71,26f.).<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-text-color\" style=\"color:#2e8519\">Gemeinsamkeiten <\/p>\n\n\n\n<p>Wer die Gemeinsamkeiten von muslimischem und christlichem Glauben vermisst, wird in dem zuvor genannten Text wenig finden. Es ist auch schwer, Gemeinsamkeiten herauszustellen. Das Problem liegt nicht so sehr im Koran oder in den Hadithen, sondern in der Interpretation des Koran durch Muslime. Und so gibt es Interpretationen, mit denen wir Christen gut leben k\u00f6nnen: Paradiesvorstellungen nur metaphorisch, milit\u00e4rische Auseinandersetzungen mit Gegnern nur bei Notwehr (freilich ist auch dieses christliche Verst\u00e4ndnis nicht jesuanisch), um den Koran in seiner wirklichen Aussage zu verstehen bedarf es der Hilfe Allahs\/Gottes, gemeinsam ist der Glaube an einen Gott (wenn auch unterschiedlich zu verstehen), manche ethischen Gesichtspunkte w\u00e4ren hier zu nennen. Es kommt immer auf den jeweiligen Muslim als Interpreten des Koran an. Mit manchen gibt es mehr Gemeinsamkeiten, mit anderen so gut wie keine. Das muss nicht Verdrie\u00dfen: Auch zu Atheisten gibt es massive Unterschiede. Wir Menschen haben nun einmal unterschiedliche Weltbilder. Von daher ist es wichtig, die Regeln des Interreligi\u00f6sen Dialogs zu beachten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(s. auch: https:\/\/mini.evangelische-religion.de\/jesus-christus-in-den-religionen-2\/ ) Jesus Christus in hinduistischer Sicht Vielf\u00e4ltige Beurteilungen Jesu Vielf\u00e4ltig wie der Hinduismus, ist auch die Stellung von Gurus zu Jesus (vgl. auch an einem Beispiel: Peter Schmidt: A.C. Bhaktivedanta Swami im interreligi\u00f6sen Dialog. Biographische Studien zur Begegnung von Hinduismus und Christentum, Frankfurt 1999 (Theion X). 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