{"id":475,"date":"2019-07-01T20:41:59","date_gmt":"2019-07-01T18:41:59","guid":{"rendered":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/?page_id=475"},"modified":"2026-07-25T08:27:31","modified_gmt":"2026-07-25T06:27:31","slug":"pluralismus-und-dialog","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/religion-en\/pluralismus-und-dialog\/","title":{"rendered":"Pluralismus &#8211; Dialog &#8211; Weltethos"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\"><strong>PLURALISTISCHE RELIGIONSTHEOLOGIE<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gibt verschiedene Auspr\u00e4gungen der pluralistischen Religionstheologie \u2013 aber alle besch\u00e4ftigen sich damit, die traditionelle Theologie und Christologie zu \u00fcberpr\u00fcfen und neue Wege zu gehen. Die pluralistische Religionstheologie ist seit ca. 1955 dabei, ihre Positionen zu erarbeiten. Vorl\u00e4ufer waren\u00a0<em>Wilfred Cantwell Smith<\/em>, der in seinen zwischen 1963 und 1981 erschienen Werken zwischen den individuellen Glaubensformen und der empirisch zug\u00e4nglichen Religion unterscheidet. Bahnbrechend war seit 1957 mit zahlreichen Werken\u00a0<em>John Hick<\/em>. Der Glaube an die Existenz eines Gottes sei weder zu beweisen noch zu widerlegen, also kann die Annahme der Existenz Gottes eine Hypothese bleiben. Es gibt eine Vielfalt an religi\u00f6sen \u201eWahrheiten\u201c, womit sich die Frage nach dem wahren Gott stellt. Hick selbst sieht eine transzendente Wahrheit gegeben, von der jede Religion ein St\u00fcckchen Wahres erkennt (wobei auch die M\u00f6glichkeit offen gelassen wird, dass andere Religionen vom eigenen Standpunkt her gesehen auch als abwegig beurteilt werden k\u00f6nnen). Gott k\u00f6nne nicht ad\u00e4quat personal oder inpersonal aufgefasst werden, weil Gott eine unendliche Wirklichkeit sei; beide Vorstellungen, von Gott als Person oder als Nicht-Person k\u00f6nnen allerdings authentische Teilbilder von dieser unendlichen Wirklichkeit sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Zuge der Auseinandersetzungen wird unterschieden zwischen folgenden religionstheologischen Modellen:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em><strong>Exklusivismus:<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">die eigene Religion schlie\u00dft andere Religionen aus (zum Beispiel: Jesus Christus ist die einzige Offenbarung Gottes).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em><strong>Inklusivismus:<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">die eigene Religionen erkennt Inhalte anderer Religionen an \u2013 sieht ihre eigenen Aussagen aber der Wahrheit n\u00e4her (zum Beispiel: Jesus Christus [der Logos; Geist usw.] \u00e4u\u00dfert sich in allen Religionen, aber letztg\u00fcltig nur im Christentum; der andersgl\u00e4ubige ist nur ein verlorener Sohn).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em><strong>Pluralismus:<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">alle Religionen stehen auf gleicher Stufe (zum Beispiel: Jesus ist nur eine Gottes-Inkarnation unter vielen; Jesus ist nicht der einzige Christus, sondern allein als Mensch mit guten Lehren zu betrachten, das darum, weil Jesus sich selbst auch nur als Mensch angesehen hat; das Bekenntnis \u201esolus \/ allein Christus\u201c ist nur eine Aussage, die innerhalb des Christentums gilt \u2013 wobei auch ein Pluralist die Einzigartigkeit Jesu nicht leugnen muss, aber damit rechnet, dass auch weitere Mittlergestalten einzigartig sein k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Es stellt sich die Frage, wieweit Religionstheologie und Interreligi\u00f6ser Dialog (siehe unten) miteinander verquickt werden d\u00fcrfen. Religionstheologie ist verquickt mit Religionsphilosophie \u2013 ist eine Art europ\u00e4isch-aufgekl\u00e4rte Meta-\/\u00dcber-Religion \u2013, w\u00e4hrend der Interreligi\u00f6se Dialog st\u00e4rker von den realen Gegebenheiten der Religionen ausgeht.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Pluralistische Religionstheologie ist im Grunde ahistorisch \u2013 nimmt kaum R\u00fccksicht auf die Wirklichkeit der Religionen.<\/em>\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zum Beispiel: Ein Shivaitischer Heiliger meint, dass Gott und Liebe dasselbe seien. Nur stellt sich in der historischen Realit\u00e4t die Frage: Was versteht der Shivait unter Gott, was unter Liebe? Was versteht der Christ darunter? Dazwischen k\u00f6nnen Welten liegen!\u00a0<em>Die Einigung auf ein sinnleeres Wort (alle sprechen von Liebe bzw. Gott \u2013 f\u00fcllen es aber anders) ist nicht sinnvoll.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Pr\u00e4missen der pluralistischen Religionstheologie stehen in der europ\u00e4ischen philosophischen Tradition (Deisten): Der Mensch \u00fcberlegt sich, wie Gott am besten zu denken sei \u2013 und diesen Ma\u00dfstab legt er an das Christentum und an andere Religionen an. So wird das hinduistische Kastensystem von pluralistischen Religionstheologen genauso abgelehnt wie die negative Stellung der Frau im Islam oder abgelehnt werden christliche Besonderheiten wie der S\u00fchnetod Jesu, Jesu \u201eGottessohnschaft\u201c usw. Daran wird deutlich, dass als Ma\u00dfstab zur Beurteilung bestimmter Pr\u00e4gungen der Religionen das dient, was dem (?) modernen (?) Menschen ein Anliegen ist. Der aufgekl\u00e4rte, ethisch autonome, liberale Mensch mag bestimmte Dinge nicht \u2013 und daran werden die Religionen gemessen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber\u00a0<em>Religionen sind keine philosophischen Konstrukte, sondern komplexe Systeme, die dazu beitragen, die Lebenswirklichkeit zu deuten und zu erschlie\u00dfen.<\/em> (1) Aus dem Grund geht es zurzeit eher darum: Wie k\u00f6nnen wir miteinander, trotz der Differenzen zum Wohl der Menschen beitragen (s. unten: Weltethos). <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von daher gibt es Ans\u00e4tze des &#8222;Postpluralismus&#8220;, die das vertreten, was in dem Text kursiv gedruckt wurde. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\"><strong>INTERRELIGI\u00d6SER DIALOG: 10 DIALOG-REGELN<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Weil kein Mensch die ganze Weisheit gepachtet hat, gibt es Dialogregeln zwischen Religionen und \u2013 eingeschlossen \u2013 Ideologien, so auch f\u00fcr den Dialog mit dem Atheismus:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Die eigene Tradition kennen: Was ist mir \/ uns wichtig, weniger wichtig?<\/li>\n\n\n\n<li>Wachsen in der Weltwahrnehmung des anderen;<\/li>\n\n\n\n<li>Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit, Toleranz;<\/li>\n\n\n\n<li>den anderen achten, ihm vertrauen (auf Augenh\u00f6he kommunizieren);<\/li>\n\n\n\n<li>Kritik vertragen k\u00f6nnen + eigene Kritik angemessen zur Sprache bringen;<\/li>\n\n\n\n<li>bereit sein, vom anderen zu lernen (kann aber nicht vom Gegen\u00fcber gefordert werden!);<\/li>\n\n\n\n<li>Reflexion und Selbstreflexion;<\/li>\n\n\n\n<li>die Frage nach den Menschenrechten kann nicht ausgeklammert werden,<\/li>\n\n\n\n<li>Kommunikationsregeln \u2013 wie sie von Philosophen erarbeitet wurden \u2013 sind zu beachten;<\/li>\n\n\n\n<li>Vorgaben an den Gespr\u00e4chspartner sind zu vermeiden wie auch Erpressungsversuche (Gespr\u00e4chsabbruch, wenn du nicht\u2026, dann&#8230;), Imponier- und Dominanzgehabe\u2026<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So mancher\u00a0<em>Fundamentalist<\/em>\u00a0verweigert sich dem Gespr\u00e4ch \u2013 und das gilt nicht nur f\u00fcr Christen, Muslime, Buddhisten, Hindus, sondern auch f\u00fcr atheistische Fundamentalisten. Das Wort \u201eFundamentalist\u201c ist von Haus aus kein negatives Wort: Man hat ein Fundament, eine Basis \u2013 das kann keinem Menschen schaden. Es wurde jedoch zu einem negativ konnotierten Wort: Ein Fundamentalist ist \u2013 so versteht man das Wort inzwischen \u2013 ein Mensch, der sehr eng denkt, der nur bereit ist, seine Sichtweise weiterzugeben, aber nicht bereit ist, \u00fcber sie zu diskutieren, Argumente auszutauschen. Kurz, einer, der Gespr\u00e4ch verweigert. Was es auch zwischen politischen Str\u00f6mungen gibt. Das ist menschlich, aber nicht zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Christen sollten immer bedenken, dass zu Beginn ihrer Existenz die Diskussion steht: Jesus diskutiert mit seinen Gespr\u00e4chspartnern, Paulus argumentiert mit seinen Adressaten, seien es Menschen aus Juden, Heiden oder Gemeinden:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em><strong>Pr\u00fcft alles, das Gute behaltet<\/strong><\/em><strong>,<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">sagt Paulus im 1. Brief an die Thessalonicher. Christen m\u00fcssen keine Abschottungstendenzen kultivieren. Weil sie frei sind, verbreiten sie manchmal Abschottungstendenzen beim Gegen\u00fcber (Verfolgungen in muslimischen, hinduistischen, atheistischen Systemen). Freiheit und Selbstbewusstsein weckt \u00c4ngste. Diesen ist mit dem Doppelgebot der Liebe zu begegnen: Liebe Gott und deinen N\u00e4chsten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das gr\u00f6\u00dfte Problem: Irgendwann kommen Gespr\u00e4che an den Punkt, an dem die Gespr\u00e4chspartner denken: Gespr\u00e4che seien nur sinnloses Geschwafel. Dann m\u00fcssen Wege gefunden werden, um das Reden miteinander wieder sinnvoll zu gestalten. Uns Menschen bleibt \u2013 wenn wir k\u00fcnftige Religionskriege \/ Atheistenkriege verhindern wollen \u2013 keine Alternative. Das betrifft bekanntlich auch die Menschenrechte: der j\u00fcdisch-christlich-aufgekl\u00e4rte Westen hat andere Vorstellungen als der Islam \u2013 die wieder andere als das konfuzianistische China bzw. das hinduistische Indien. Miteinander reden ist, wie gesagt, die einzige Alternative \u2013 und das Vorleben der besseren Tradition. Wenn unsere j\u00fcdisch-christliche-aufgekl\u00e4rte Lebensweise besser ist, dann wird sie sich auf Dauer auch durchsetzen, wenn wir sie denn in W\u00fcrde vorleben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center wp-block-paragraph\"><strong>Interreligi\u00f6ser Dialog \u2013 interkonfessioneller Dialog<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00dcber den interreligi\u00f6sen Dialog in Indien \u2013 ein spannendes Kapitel:\u00a0<a href=\"https:\/\/www.herder.de\/hk\/hefte\/spezial\/konflikt-und-kooperation-koennen-die-religionen-zusammenfinden\/vielfalt-gehoert-zum-alltag-religionen-und-interreligioeses-gespraech-in-indien\/\">https:\/\/www.herder.de\/hk\/hefte\/spezial\/konflikt-und-kooperation-koennen-die-religionen-zusammenfinden\/vielfalt-gehoert-zum-alltag-religionen-und-interreligioeses-gespraech-in-indien\/<\/a> (Link \u00fcberpr\u00fcft: Juli 2026)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dialoge finden an vielen Orten der Welt statt. In unserem Land geht es um Dialoge mit der Mutterreligion, dem Judentum, und dem Islam. W\u00e4hrend es, wie der Link zeigt, in Indien um den Dialog mit Hindus geht. Das hei\u00dft: die Dialoge sind vielfach von den lokalen Begebenheiten abh\u00e4ngig. So sieht zum Beispiel ein interreligi\u00f6ser Dialog zwischen Christen und Muslimen in Zentralafrika anders aus als zwischen Kopten und Muslimen in \u00c4gypten bzw. in unserem Land mit Muslimen. Gleichzeitig finden aber auch Begegnungen international statt. Zudem: \u00dcber die lokalen Begegnungen sind dann internationale christliche Treffen auch mehr oder weniger interreligi\u00f6s gepr\u00e4gt. Dialog ben\u00f6tigt langen Atem \u2013 nicht nur mit Muslimen. Denn was in einer Kultur zur Ehrlichkeit dazu geh\u00f6rt \u2013 ist f\u00fcr eine andere Kultur vielleicht \u00dcbergriff auf eigene Werte. Insgesamt, da die jeweiligen Empfindlichkeiten ber\u00fccksichtigt werden m\u00fcssen, ist es ein kompliziertes Unterfangen. Ein Handbuch:\u00a0<a href=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/de\/kirche\/news\/2023-03\/christlich-muslimisch-dialog-online.html\">https:\/\/www.vaticannews.va\/de\/kirche\/news\/2023-03\/christlich-muslimisch-dialog-online.html<\/a> (Link \u00fcberpr\u00fcft: Juli 2026)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In unseren Bereichen w\u00e4re ein intensiver Dialog mit Atheisten auch w\u00fcnschenswert. Es ist mir nicht bekannt, dass es ihn in der Form gibt, wie er auch mit anderen Religionen ge\u00fcbt wird. In China geht es freilich auch um Dialog mit Atheisten kommunistischer Pr\u00e4gung \u2013 ein schweres Unterfangen, da hier die staatliche Macht ihre Macht \/ Gewalt ausspielt (<a href=\"https:\/\/domradio.de\/artikel\/vatikanischer-dialog-mit-peking-geht-weiter\">https:\/\/domradio.de\/artikel\/vatikanischer-dialog-mit-peking-geht-weiter<\/a>\u00a0Link \u00fcberpr\u00fcft: Juli 2026)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Spannend sind auch Dialoge innerhalb der christlichen Gemeinden in den jeweiligen Kulturen. Zum Beispiel wenn der europ\u00e4isch-christlich gepr\u00e4gte Glaube von afrikanischen, s\u00fcd-mittelamerikanischen, asiatischen St\u00e4mmen aufgenommen wird. Dann gibt es innerhalb der Gruppen die Notwendigkeit des Dialogs, weil manche st\u00e4rker kulturelle Traditionen aufnehmen als andere. Beispiel auch Iran: Traditionell orientierte Christen wollen mit Neubekehrten Christen m\u00f6glichst wenig zu tun haben, weil sie dann auch Repressionen des Staates zu bef\u00fcrchten haben (Stand 2020). Oder China: die traditionellen Christen versuchen sich eher anzupassen, w\u00e4hrend die Untergrundkirchen unabh\u00e4ngig von Vorgaben des Staates den Glauben leben wollen. Und dann gibt es eben innerhalb dieser Gruppen Spannungen. Oder Afrika: Die Polygamie ist traditionell verankert. Manche Kirchen akzeptieren diese \u2013 was aber zu Spannungen innerhalb der Kirchen f\u00fchrt \u2013 oder auch dieses Beispiel aus Kenia: Frauen verhindern kirchliche Trauungen ihrer M\u00e4nner mit anderen Frauen, weil sie nach Stammesrecht schon \u201everheiratet\u201c sind:\u00a0<a href=\"https:\/\/taz.de\/Wirbel-um-Polygamie-in-Kenia\/!1830049\/\">https:\/\/taz.de\/Wirbel-um-Polygamie-in-Kenia\/!1830049\/<\/a> (Link \u00fcberpr\u00fcft: Juli 2026)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">*<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center wp-block-paragraph\"><em>Der Apostel Paulus empfiehlt seiner Gemeinde, von anderen das Gute zu \u00fcbernehmen. <\/em><br><em>Ma\u00dfstab daf\u00fcr, was gut ist, muss allerdings der christliche Glaube, <\/em><br><em>also die Beziehung mit Jesus Christus im Geist Gottes sein. <\/em><br><em>Und so ist auf jeden Fall der Dialog gut und von christlicher Seite zu f\u00f6rdern. <\/em><br><em>Allerdings ohne Selbstaufgabe. <\/em><br><em>Aber das w\u00e4re dann ja nicht mehr von Christus bestimmt.<\/em><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\"><strong>Weltethos<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der katholische Theologe Hans K\u00fcng hat ein 1990 (Vorarbeiten liefen schon vorher) Projekt ins Leben gerufen, dem es darum geht, Frieden unter den Religionen zu f\u00f6rdern. Ohne diesen Frieden g\u00e4be es kein frieden zwischen den Nationen. Entsprechend wurde nach dem gemeinsamen Kern aller Religionen gesucht. Dieser Kern wurde in dem, Satz gefunden: &#8222;Was du nicht willst, das man dir tu, das f\u00fcg auch keinem andern zu.&#8220; Wir finden eine positive Formulierung des Satzes auch bei Jesus: &#8222;Was du willst, das andere dir tun, das tue ihnen.&#8220; 1993 wurde auf dem Parlament zum Weltethos in Chicago die &#8222;Erkl\u00e4rung zum Weltethos&#8220; verabschiedet und 1995 wurde die Stiftung Weltethos in T\u00fcbingen gegr\u00fcndet. Hier gibt es weitere Informationen: <a href=\"https:\/\/www.weltethos.org\/\">https:\/\/www.weltethos.org\/<\/a> (Link \u00fcberpr\u00fcft: Juli 2026). <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der Erkl\u00e4rung hei\u00dft es unter anderem:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">I. Verpflichtung auf eine Kultur der Gewaltlosigkeit und der Ehrfurcht vor allem Leben. (Vgl. Dekalog \u2013 5. Gebot: Du sollst nicht t\u00f6ten.)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">II. Verpflichtung auf eine Kultur der Solidarit\u00e4t und eine gerechte Wirtschaftsordnung. (Vgl. Dekalog \u2013 7. Gebot: Du sollst nicht stehlen.)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">III. Verpflichtung auf eine Kultur der Toleranz und ein Leben in Wahrhaftigkeit. (Vgl. Dekalog \u2013 8. Gebot: Du sollst nicht l\u00fcgen.)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">IV. Verpflichtung auf eine Kultur der Gleichberechtigung und die Partnerschaft von Mann und Frau. (Vgl. Dekalog \u2013 6. Gebot: Du sollst nicht die Ehe brechen.)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es sei darauf hingewiesen, dass zu den 4 Weltethos-Verpflichtungen 2018 auf dem Treffen in Toronto noch eine 5. hinzugekommen ist:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">V. Verpflichtung auf eine Kultur der Nachhaltigkeit und der Sorge f\u00fcr die Erde. (Mit Blick auf den Unterricht w\u00e4re das \u2013 so ein Vorschlag von mir \u2013 mit Blick auf das 3. Gebot des Dekalogs zu vertiefen:&nbsp;<em>Du sollst den Feiertag heiligen<\/em>, denn der Feiertag galt in j\u00fcdischer Tradition auch den Tieren; zudem k\u00f6nnte diese Verpflichtung mit den Geboten 9. und 10. verbunden werden, in denen es darum geht, nicht zu begehren.)<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\">Weltgebetstreffen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Parallel zu dem Parlament der Religionen finden\u00a0<strong>Weltgebetstreffen<\/strong>\u00a0statt, z.B.: 1986 &#8211; neu initiiert 2002, danach regelm\u00e4\u00dfig. Ein weiteres Treffen sollte 2020 in Rom stattfinden \u2013 aber: Corona-Pandemie verhinderte dies. Dennoch gehen die &#8222;Daring Peace&#8220;-Treffen weiter, geleitet von der Gemeinschaft Sant\u00b4Egidio. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Dekalog von Assisi aus dem Jahr 2002 ist hier zu finden:\u00a0<a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/john-paul-ii\/de\/letters\/2002\/documents\/hf_jp-ii_let_20020304_capi-stato.html\">https:\/\/www.vatican.va\/content\/john-paul-ii\/de\/letters\/2002\/documents\/hf_jp-ii_let_20020304_capi-stato.htm<\/a>\u00a0(Link \u00fcberpr\u00fcft: Juli 2026) (Es ist zu beachten, dass im September 2001 der Angriff auf das World Trade Center in New York stattgefunden hat.)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In diesem \u201eDekalog\u201c geht es um die Verpflichtung:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Verantwortliche in den Nationen aufzufordern, solidarisch und f\u00fcr den Frieden zu handeln.*<\/li>\n\n\n\n<li>Gewalt im Namen einer Religion abzulehnen,<\/li>\n\n\n\n<li>miteinander solidarisch zu leben und einander zu respektieren,<\/li>\n\n\n\n<li>es geht um F\u00f6rderung des Dialogs, um einander vertrauen zu k\u00f6nnen,<\/li>\n\n\n\n<li>um das Recht jedes Menschen, ein w\u00fcrdiges Leben f\u00fchren zu k\u00f6nnen, wie er es m\u00f6chte und eine Familie zu gr\u00fcnden,<\/li>\n\n\n\n<li>nicht darum, das Trennende zu betonen, sondern trotz der Unterschiede einander zu verstehen suchen,<\/li>\n\n\n\n<li>einander Negatives aus der Vergangenheit zu verzeihen,<\/li>\n\n\n\n<li>die Menschen zu Wort kommen zu lassen, die nicht geh\u00f6rt werden,<\/li>\n\n\n\n<li>nicht angesichts des B\u00f6sen zu resignieren und Hoffnung auf Frieden und Gerechtigkeit geben,<\/li>\n\n\n\n<li>Freundschaft zwischen V\u00f6lkern zu f\u00f6rdern, damit auch technologischer Fortschritt nicht zur Zerst\u00f6rung f\u00fchrt.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">*<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">(1) <a href=\"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/was-ist-religion\/\">https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/was-ist-religion\/<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>PLURALISTISCHE RELIGIONSTHEOLOGIE Es gibt verschiedene Auspr\u00e4gungen der pluralistischen Religionstheologie \u2013 aber alle besch\u00e4ftigen sich damit, die traditionelle Theologie und Christologie zu \u00fcberpr\u00fcfen und neue Wege zu gehen. 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