{"id":372,"date":"2019-07-01T15:37:11","date_gmt":"2019-07-01T13:37:11","guid":{"rendered":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/?page_id=372"},"modified":"2019-07-10T18:31:34","modified_gmt":"2019-07-10T16:31:34","slug":"jesus-und-gewaltlosigkeit","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/verhalten-ethik\/jesus-und-gewaltlosigkeit\/","title":{"rendered":"Jesus und Gewaltlosigkeit"},"content":{"rendered":"\n<p style=\"text-align:center\" class=\"has-medium-font-size\">JESUS UND GEWALTLOSIGKEIT<\/p>\n\n\n\n<p style=\"color:#a30003\" class=\"has-text-color has-background has-background-color-background-color\"><strong>Aufgabe 1: Lest<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>\u2013 Matth\u00e4usevangelium 5,3-12<\/li><li>\u2013 Matth\u00e4usevangelium 5,13-16 und 38-48<\/li><li>\u2013 Matth\u00e4usevangelium 10,16-25.28-31<\/li><li>\u2013 Matth\u00e4usevangelium 15,1-20<\/li><li>\u2013 Matth\u00e4usevangelium 26,47-56<\/li><li>\u2013 Apostelgeschichte 7<\/li><li>\u2013 R\u00f6merbrief 12,17-21<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p style=\"color:#a30022\" class=\"has-text-color\">Was k\u00f6nnt Ihr nach den Vorarbeiten auf der vorangegangenen Seite mit Blick auf diese Texte f\u00fcr Schlussfolgerungen ziehen?<\/p>\n\n\n\n<p style=\"text-align:center\"><strong>Informationen:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Diese Worte im Neuen Testament haben den gewaltlosen Widerstand von <em>Mahatma Gandhi<\/em> und <em>Martin Luther King<\/em> gepr\u00e4gt. Es war ein machtvoller Widerstand, denn Gewaltlosigkeit zu leben, ist sehr schwer. Und darum werden solche Worte in der ganzen Kirchengeschichte immer wieder diskutiert: Kann man so leben? Will Gott wirklich, dass wir so leben \u2013 gewaltlos?<\/p>\n\n\n\n<p>Was ist, wenn Menschen unter Gewaltt\u00e4tern leiden, darf man dann auch keine Gewalt anwenden? Darum wird unterschieden zwischen erlaubter und unerlaubter Gewalt. Das h\u00e4ngt damit zusammen, dass das Neue Testament \u2013 auch die Worte Jesu \u2013 kein Gesetz sind. Jeder Christ muss so leben, dass er sein Leben vor Gott und anderen Menschen verantworten kann. Dieses Denken hat in neuerer Zeit ma\u00dfgeblich <em>Dietrich Bonhoeffer<\/em> gepr\u00e4gt: \u201eBereits im April 1933, als Gesch\u00e4fte von Juden boykottiert und j\u00fcdische Beamte aus dem Staatsdienst ausgeschlossen wurden, hat sich Bonhoeffer auf die Seite der Diskriminierten gestellt. Die Kirche, meinte er, habe sich darauf vorzubereiten, dass sie nicht nur die Opfer verbinden, sondern \u201edem Rad selbst in die Speichen fallen\u201c m\u00fcsse. Hellsichtig fasste Bonhoeffer die Gefahr ins Auge, dass der Rechtsstaat zu einen Unrechtsstaat werden k\u00f6nnte. In diesem Fall w\u00e4re Widerstand angezeigt. Aus dem Jahr 1935 stammt dann der Ausspruch: \u201eNur wer f\u00fcr die Juden schreit, darf auch gregorianisch singen.\u201c Der Theologe liebte diesen alten Kirchengesang, den er in den evangelischen Gottesdienst einf\u00fchren wollte. Aber \u201egregorianisch singen\u201c, das hei\u00dft, den Glauben bekennen, setze voraus, dass man sich f\u00fcr die geplagten Juden wehre. Sp\u00e4ter, im Zweiten Weltkrieg, beteiligte sich Bonhoeffer an einer Rettungsaktion f\u00fcr Berliner Juden.\u201c (aus:&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.bonhoeffer.ch\/artikel\/bonhoeffer-bbdem-rad-in-die-speichen-fallenab\/\">http:\/\/www.bonhoeffer.ch\/artikel\/bonhoeffer-bbdem-rad-in-die-speichen-fallenab\/<\/a>&nbsp;)<\/p>\n\n\n\n<p>Aber dennoch setzt kein Christ aufgrund der Worte und des Lebens Jesu leichtfertig Gewalt ein.<\/p>\n\n\n\n<p>In Jesu Worten spielt Gewalt auch eine Rolle \u2013 er spricht vom \u201eGericht Gottes\u201c. Gott wird am Ende der Zeiten die Menschen richten. Damit nimmt er aus seiner Tradition einen Gedanken auf, der sehr wichtig geworden ist. Ihr habt das oben schon am R\u00f6merbrief des Paulus andeutend finden k\u00f6nnen: Wenn Menschen unter gewaltt\u00e4tigen Menschen leiden, wenn sie sich nicht wehren k\u00f6nnen, dann finden sie Trost darin, dass Gott einmal die Verh\u00e4ltnisse \u00e4ndern wird. Die Gewaltt\u00e4ter werden es b\u00fc\u00dfen m\u00fcssen, dass sie so unmenschlich mit ihren Mitmenschen umgegangen sind. Und das gilt dann nicht nur f\u00fcr Massenm\u00f6rder. Jesus setzt einen anderen Ma\u00dfstab an: Wer andere \u00fcbersieht, wer nicht verantwortlich mit seinem Geld umgeht, wer andere beleidigt, wer Menschen erniedrigt\u2026 \u2013 kurz: Jeder, der den liebevollen Willen Gottes f\u00fcr den Menschen nicht umsetzt bzw. umzusetzen versucht, der wird Gott auch als richtenden Gott erfahren.<\/p>\n\n\n\n<p>Das f\u00e4llt in unserer Gesellschaft manchen schwer, sich Gott auch auf diese Weise vorzustellen, denn in unserer Gesellschaft geht es normalerweise noch recht friedlich und gesittet zu \u2013 und so denkt man doch lieber an den lieben Gott, der keinem etwas zu leide tun kann. Aber Liebe und Gerechtigkeit geh\u00f6ren zusammen. Gott ist gerecht, er will, dass Menschen auch gerecht sind. Darum ist nicht nur von Gottes Liebe zu reden, sondern auch von Gottes Gerechtigkeit.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"color:#a30003;text-align:left\" class=\"has-text-color has-background has-background-color-background-color\"><strong>Aufgabe 2: Informiert Euch \u00fcber die Lebensumst\u00e4nde im Kongo.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p style=\"color:#a30014\" class=\"has-text-color\">Versteht Ihr die Worte \u00fcber Gott als einen, der ungerechte Menschen richtet, besser?<\/p>\n\n\n\n<p style=\"text-align:center\" class=\"has-medium-font-size\"><strong>Nach dieser Arbeit ist ein Spiel angesagt.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Malt auf ein DINA4-Blatt ein Bild, das Euch spontan zu dem Thema in den Sinn kommt.<\/p>\n\n\n\n<p>Malt einen Weg mit 8 Ereignisfeldern \u2013 und zwischen den Ereignisfeldern immer 5-8 Stellpl\u00e4tze f\u00fcr die Figuren (Papierknuddel, Filzstiftkappen\u2026). Wer auf das jeweilige Ereignisfeld trifft, soll den Bibeltext bzw. einen Aspekt daraus erz\u00e4hlen. Wenn er Euch nicht mehr einf\u00e4llt: Noch einmal lesen!<\/p>\n\n\n\n<p>Ereignisse:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Seligpreisungen (Mt 5): Menschen, die sich nach einer gewaltlosen Welt sehnen und f\u00fcr sie handeln, haben Gott auf ihrer Seite. Vor Freude noch einmal w\u00fcrfeln!<\/li><li>Das Feindesliebegebot (Mt 5,38ff.): Jesus bringt mit dieser Forderung eine ganz neue Verhaltensweise unter die Menschen. Das ist so erstaunlich, dass wir vom Platz aufstehen und in den Raum rufen (nicht br\u00fcllen!): Ooohhh.<\/li><li>J\u00fcnger m\u00fcssen Gewalt ertragen (Mt 10): Menschen, die zu Jesus geh\u00f6ren, m\u00fcssen damit rechnen, dass sie unter Gewalttaten anderer zu leiden haben. Vor lauter Schreck gehen wir vier Felder zur\u00fcck und kriechen unter den Tisch.<\/li><li>J\u00fcnger m\u00fcssen keine Angst haben (Mt 10): Menschen, die zu Jesus geh\u00f6ren, brauchen trotz dieser Aussichten keine Angst haben, weil sie zu Gott geh\u00f6ren und er um ihre Not wei\u00df. Steht auf und geht hoch erhobenen Hauptes durch den Raum.<\/li><li>Jesus k\u00e4mpft (Mt 15): Jesus ist friedlich \u2013 aber er l\u00e4sst sich nicht kleinkriegen, sondern greift die Gegner mit Worten an, um eine bessere Welt zu erm\u00f6glichen. Wir bewundern das und gehen zwei Punkte vor.<\/li><li>Festnahme Jesu (Mt 26): Jesus wird verraten und festgenommen. die J\u00fcnger fliehen. Wir gehen einen W\u00fcrfelwurf zur\u00fcck und legen unseren Kopf traurig in die H\u00e4nde.<\/li><li>Stephanus (Apg 7): Bevor Stephanus stirbt, betet er wie Jesus am Kreuz f\u00fcr die Menschen, die ihn t\u00f6ten. Wir erkennen das Neue und w\u00fcrfeln noch einmal. Und sagen: Wow, das gibt es?<\/li><li>Rache (R\u00f6m 12): Paulus sagt, dass Christen sich nicht r\u00e4chen d\u00fcrfen, sondern Gott alles \u00fcberlassen sollen. Nachdenklich setzen wir uns an das Fenster und setzen einmal mit dem W\u00fcrfeln aus.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p style=\"text-align:center\" class=\"has-text-color has-background has-white-color has-accent-background-color\"><strong>Merks\u00e4tze:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Jesus m\u00f6chte die Gewaltspirale, in der wir Menschen leben, mit seinen Worten und Taten durchbrechen. Damit bringt er eine ganz neue Sichtweise.<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Jesus als Sohn Gottes stellt sich als machtlos dar und liebe-voll, nicht mit Gewalt oder Zorn \u2013 auch damit bringt er eine ganz neue Sichtweise.<\/em><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>JESUS UND GEWALTLOSIGKEIT Aufgabe 1: Lest \u2013 Matth\u00e4usevangelium 5,3-12 \u2013 Matth\u00e4usevangelium 5,13-16 und 38-48 \u2013 Matth\u00e4usevangelium 10,16-25.28-31 \u2013 Matth\u00e4usevangelium 15,1-20 \u2013 Matth\u00e4usevangelium 26,47-56 \u2013 Apostelgeschichte 7 \u2013 R\u00f6merbrief 12,17-21 Was k\u00f6nnt Ihr nach den Vorarbeiten auf der vorangegangenen Seite mit Blick auf diese Texte f\u00fcr Schlussfolgerungen ziehen? 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