{"id":3676,"date":"2026-07-24T09:35:26","date_gmt":"2026-07-24T07:35:26","guid":{"rendered":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/?page_id=3676"},"modified":"2026-07-24T11:22:53","modified_gmt":"2026-07-24T09:22:53","slug":"judentum","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/judentum\/","title":{"rendered":"Judentum"},"content":{"rendered":"\n<h4 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\">Judentum: Einleitung<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-link-color wp-elements-af15463b35c17e1dfa0fd82efc4c28fb wp-block-paragraph\" style=\"color:#e90c0c\">Aufgabe 1&nbsp;(zu Beginn des Themas): Was wei\u00dft du \u00fcber j\u00fcdische\/n:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>GLAUBEN<\/li>\n\n\n\n<li>GOTTESDIENST<\/li>\n\n\n\n<li>GEB\u00c4UDE<\/li>\n\n\n\n<li>SCHRIFTEN<\/li>\n\n\n\n<li>FEIERTAGE<\/li>\n\n\n\n<li>GESCHICHTE<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\"><strong>Kurze Geschichte des j\u00fcdischen Glaubens<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Texte in der Bibel, die als Altes Testament oder Hebr\u00e4ische Bibel bezeichnet werden, lassen vor allem in der Tora (die f\u00fcnf B\u00fccher Mose) die Entstehung der Religion erkennen.<br><em>Abraham<\/em>, ein Nomade, lebte im Bereich des heutigen S\u00fcdirak. Gott sprach zu ihm und verlangte, dass er in ein Land ziehen solle, das er ihm zeigen werde. Gott w\u00fcrde seine Nachkommen zu einem bedeutsamen Volk machen. Abraham zog mit seiner Familie los. Gott wies ihn in das Land, das wir heute als Israel bezeichnen. Abraham hatte zwei S\u00f6hne, Isaak und Ismael. Von Isaak leiten sich Juden her, von Ismael \/ Ismail Muslime. Der Enkel von Abraham,&nbsp;<em>Jakob<\/em>, hatte 12 S\u00f6hne, die die Stammv\u00e4ter der St\u00e4mme Israels werden. Dieser zog mit der gesamten Familie in einer Hungersnot nach \u00c4gypten. Im Laufe der Zeit wurden sie dort versklavt. Sie riefen zu Gott um Hilfe. Gott erw\u00e4hlte den&nbsp;<em>Mose<\/em>, der das Volk aus \u00c4gypten f\u00fchrte, zur\u00fcck in das Land, das Gott dem Volk verhei\u00dfen hat: Israel. Als Mose Gott nach dem Namen fragte, antwortete Gott:&nbsp;<em>Ich bin der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs<\/em>, mein Name ist&nbsp;<em>Jahwe<\/em>&nbsp;( \u05d9\u05d4\u05d5\u05d4 ), der:&nbsp;<em>Ich bin, der ich bin<\/em>&nbsp;bzw.&nbsp;<em>Ich bin der, als der ich mich euch zeigen werde<\/em>&nbsp;\u2013 dieser hat dich gesandt. Der Name Gottes wird von Juden nicht ausgesprochen, darum nennen sie ihn&nbsp;<em>Adonai&nbsp;<\/em>(Herr) bzw. sagen&nbsp;<em>HaSchem<\/em>&nbsp;(der Name).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf dem Weg in das gelobte Land gab Gott seinem Volk Gebote, so zum Beispiel die ber\u00fchmten&nbsp;<em>10 Gebote<\/em>. Jedem der St\u00e4mme wurde ein St\u00fcck Land zugewiesen. Die Menschen in diesem Land lebten immer wieder in kriegerischen Zeiten, weil Israel zwischen den Gro\u00dfm\u00e4chten des Orients (Assyrer, Babylonier) und \u00c4gypten lag. Die bekanntesten Herrscher waren&nbsp;<em>David<\/em>&nbsp;und sein Sohn&nbsp;<em>Salomo<\/em>&nbsp;(sie lebten um das Jahr 1000 vor Christus). Durch all die kriegerischen Zeiten hindurch hat Gott sein Volk bewahrt. Neben den kriegerischen Zeiten gab es Zeiten der D\u00fcrre, der Heuschrecken, Zeiten schrecklicher N\u00f6te. Auch durch diese hindurch hat Gott sie bewahrt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die folgenden Hinweise finden wir nicht mehr in der Hebr\u00e4ischen Bibel: Als einer der wirkm\u00e4chtigsten Menschen des Volkes,&nbsp;<em>Jesus von Nazareth<\/em>, geboren wurde, herrschten die R\u00f6mer als Besatzungsmacht \u00fcber Israel. Im Jahr 70 nach Christus wurde Jerusalem unterworfen, im Jahr 136 wurde das Volk nach einem Krieg weitgehend versklavt. Die \u00fcberlebenden Juden in Nordisrael sammelten viele Traditionen, ver\u00f6ffentlichten sie in der&nbsp;<em>Mischna<\/em>, der m\u00fcndlichen Tora. Die Juden, die im Osten au\u00dferhalb des R\u00f6mischen Reiches lebten, schufen auf dieser Basis den&nbsp;<em>Babylonischen Talmud<\/em>. Dieser ist ein f\u00fcr das Judentum grundlegendes Werk. In diesem werden Worte vieler weiser Rabbinen zu Themen des Glaubens und Handelns gesammelt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach einer langen, wechselvollen Geschichte, mit viel Verfolgungen, N\u00f6ten, aber auch Erfolgen, kehrten im 20. Jahrhundert immer mehr Juden in das Land ihrer V\u00e4ter und M\u00fctter zur\u00fcck. 1948 wurde der Staat Israel gegr\u00fcndet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-link-color wp-elements-b9042375164154c77937668634be4f8b wp-block-paragraph\" style=\"color:#e90c0c\">Aufgabe 2:<br>Merke Dir die kursiv gedruckten Namen und Begriffe. Erstelle eine Liste, in der Du sie eintr\u00e4gst und dahinter die Bedeutung. Zum Beispiel: Abraham: \u2026 ; Babylonischer Talmud: \u2026 usw.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\">Der Glaube der Juden<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center wp-block-paragraph\"><strong>Grundlegende Bekenntnisse des j\u00fcdischen Glaubens:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&nbsp;1.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das wichtigste Bekenntnis \u2013 das auch als Gebet gesprochen wird \u2013 des j\u00fcdischen Volkes, ist das&nbsp;<strong>Sch\u00b4ma Israel<\/strong>&nbsp;(Sch\u00b4ma = H\u00f6re Israel):<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>H\u00f6re, Israel, der HERR ist unser Gott, der HERR allein.<\/em><br><em>Darum sollst du den Ewigen, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Diese Worte, auf die ich dich heute verpflichte, sollen auf deinem Herzen geschrieben stehen. Du sollst sie deinen Kindern erz\u00e4hlen. Du sollst von ihnen reden, wenn du zu Hause sitzt und wenn du auf der Stra\u00dfe gehst, wenn du dich schlafen legst und wenn du aufstehst. Du sollst sie als Zeichen um dein Handgelenk binden. Sie sollen als Merkzeichen auf deiner Stirn sein. Du sollst sie auf die T\u00fcrpfosten deines Hauses und in deine Tore schreiben.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">(Deuteronomium \/ 5. Buch Mose 6,4-9) <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">2.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Dann sollst du anheben und sagen vor dem HERRN, deinem Gott: Mein Vater war ein Aram\u00e4er, dem Umkommen nahe, und zog hinab nach \u00c4gypten und war dort ein Fremdling mit wenig Leuten und wurde dort ein gro\u00dfes, starkes und zahlreiches Volk. Aber die \u00c4gypter behandelten uns schlecht und bedr\u00fcckten uns und legten uns einen harten Dienst auf. Da schrieen wir zu dem HERRN, dem Gott unserer V\u00e4ter. Und der HERR erh\u00f6rte unser Schreien und sah unser Elend, unsere Angst und Not und f\u00fchrte uns aus \u00c4gypten mit m\u00e4chtiger Hand und ausgerecktem Arm und mit gro\u00dfem Schrecken, durch Zeichen und Wunder, und brachte uns an diese St\u00e4tte und gab uns dies Land, darin Milch und Honig flie\u00dft.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">(Deuteronomium \/ 5. Buch Mose 26,5-9)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center wp-block-paragraph\"><strong>Der Glaube l\u00e4sst sich in etwa so zusammenfassen:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Es ist ein Gott,<\/li>\n\n\n\n<li>Gott hat die Welt erschaffen,<\/li>\n\n\n\n<li>Gott hat seinem Volk durch Abraham eine Verhei\u00dfung gegeben,<\/li>\n\n\n\n<li>Gott hat sein Volk befreit und seinem Volk durch Mose im Zuge des Bundes, den Gott mit dem Volk geschlossen hat, die Gebote gegeben, die in der Tora (die f\u00fcnf B\u00fccher Mose) dargelegt werden. Er hat dann weitere Menschen berufen, die Propheten, die auch in der hebr\u00e4ischen Bibel dargestellt werden: zum Beispiel die Propheten Jesaja und Jeremia.<\/li>\n\n\n\n<li>Gott fordert ein Leben gem\u00e4\u00df der Tora, der Gebote ein.<\/li>\n\n\n\n<li>Und der einzelne Glaubende des j\u00fcdischen Volkes versucht, die Geschichte als Ausdruck der Beziehung zu Gott \u2013 dazu geh\u00f6ren die Gebote \u2013 so im Leben umzusetzen, wie er das verantworten kann. Die Grundlage ist, wie an den f\u00fcnf Punkten zu sehen, die&nbsp;<em>Tora<\/em>. Neben der Tora z\u00e4hlt jedoch auch die m\u00fcndliche Tradition, die von Rabbinen in&nbsp;<em>Mischna<\/em>&nbsp;und&nbsp;<em>Talmud<\/em>&nbsp;niedergeschrieben und diskutiert wurde. Darum sind neben der Tora eben diese Niederschriften \u00e4u\u00dferst wichtig f\u00fcr den j\u00fcdischen Glauben.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-link-color wp-elements-621fadce5ba55bdaa22b8ab70dfe951c wp-block-paragraph\" style=\"color:#e90c0c\">Aufgabe 3:<br>Erstelle eine Mindmap zum Glauben der Juden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center wp-block-paragraph\"><strong>Str\u00f6mungen im gegenw\u00e4rtigen Judentum<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Laufe der Zeit haben sich grundlegende Str\u00f6mungen herausgebildet:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>die orthodoxen Juden, die versuchen, die Tora und den Talmud in ihrer streng traditionellen Interpretation zu leben,<\/li>\n\n\n\n<li>konservative Juden bewahren ihre Tradition, \u00f6ffnen diese aber in bestimmten Punkten (z.B. M\u00e4nner und Frauen sitzen in der Synagoge zusammen),<\/li>\n\n\n\n<li>das liberale \/ progressive \/ Reform-Judentum, das davon ausgeht, dass die Gesetze der Tora in neuer Interpretation gelten.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Neben diesen Hauptstr\u00f6mungen gibt es noch:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>die j\u00fcdische Mystik, die bekannteste Form ist die Kabbala,<\/li>\n\n\n\n<li>das s\u00e4kulare Judentum, das hei\u00dft das Judentum, das sich von seiner Glaubenstradition entfremdet hat.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Neben diesen Gruppen gibt es noch zahlreiche weitere Str\u00f6mungen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center wp-block-paragraph\"><strong>Bekannteste Gebete:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>das oben genannte&nbsp;<strong>Sch\u00b4ma Israel<\/strong>. Dieses Gebet soll Morgens und Abends nach ganz bestimmtem Ritus gesprochen werden. Dar\u00fcber hinaus wird es in einer Kapsel,&nbsp;<em>Mesusa<\/em>&nbsp;genannt, am T\u00fcrpfosten der H\u00e4user angebracht, und sie wird \u2013 wie in der katholischen Kirche das Weihwasser \u2013 ber\u00fchrt. Dar\u00fcber hinaus wird die Kapsel mit Gebetsriemen (<em>Tefillin<\/em>) verbunden, die am Arm bzw. Kopf angebracht werden;<\/li>\n\n\n\n<li>das&nbsp;<strong>Kaddisch<\/strong>. Das Kaddisch ist kein Privatgebet, sondern soll nur in Anwesenheit von mindestens zehn M\u00e4nnern (in Reformgemeinden auch Frauen) gesprochen werden. Es lautet:<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>\u201eErhoben und geheiligt werde sein gro\u00dfer Name auf der Welt, die nach seinem Willen von Ihm erschaffen wurde \u2013 sein Reich soll in eurem Leben in den eurigen Tagen und im Leben des ganzen Hauses Israel schnell und in n\u00e4chster Zeit erstehen. Und wir sprechen : Amein! Sein gro\u00dfer Name sei gepriesen in Ewigkeit und Ewigkeit der Ewigkeiten. Gepriesen sei und ger\u00fchmt, verherrlicht, erhoben, erh\u00f6ht, gefeiert, hocherhoben und gepriesen sei Name des Heiligen, gelobt sei er, hoch \u00fcber jedem Lob und Gesang, Verherrlichung und Trostverhei\u00dfung, die je in der Welt gesprochen wurde, sprechet Amein! F\u00fclle des Friedens und Leben m\u00f6ge vom Himmel herab uns und ganz Israel zuteil werden, sprechet Amein. Der Frieden stiftet in seinen Himmelsh\u00f6hen, stifte Frieden unter uns und ganz Israel, sprechet Amein.\u201c&nbsp;<\/em>(Zitiert nach:&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.talmud.de\/cms\/Das_Kaddisch-Gebet.294.0.html\">http:\/\/www.talmud.de\/cms\/Das_Kaddisch-Gebet.294.0.html<\/a>&nbsp;)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Juden kennen feste Gebetszeiten, die sich an den ehemaligen Opferzeiten im Tempel von Jerusalem orientierten. Das Morgengebet (<em>Schacharit<\/em>), das Nachmittagsgebet (<em>Mincha<\/em>), das Abendgebet (<em>Maariv<\/em>). Zum Beten geh\u00f6ren Riten, so das Aufsetzen der&nbsp;<em>Kippa<\/em>, hinzugenommen werden&nbsp;<em>Tefillin<\/em>&nbsp;und&nbsp;<em>Tallit<\/em>. Das Gebetbuch hei\u00dft&nbsp;<em>Siddur<\/em>. In konservativen j\u00fcdischen Gruppen wird auf hebr\u00e4isch gebetet.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\"><strong>Synagoge<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schon parallel zum Tempel gab es j\u00fcdische Versammlungsh\u00e4user (Synagoge = Versammlung). (Ob in Israel selbst, das ist arch\u00e4ologisch gesehen noch ungewiss, da dort der Tempel im Vordergrund stand &#8211; das ist aber sehr wahrscheinlich.) In den Synagogen traf man sich, las, lernte, diskutierte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Heute sind Synagogen vielfach st\u00e4rker auf Gottesdienste hin orientiert. An der T\u00fcr der Synagoge befindet sich eine&nbsp;<em>Mesusa<\/em>&nbsp;(die wir schon kennengelernt haben). Wenn die Synagoge betreten wird, muss der Besucher eine&nbsp;<em>Kippa<\/em>&nbsp;(eine kleine Kopfbedeckung) aufsetzen. Vieles, was wir auch aus der Kirche kennen, finden wir in der Synagoge: einen Tisch (<em>Bima<\/em>), dort stehen die&nbsp;<em>Schabbatkerzen<\/em>&nbsp;und auf ihn wird die&nbsp;<em>Tora-Rolle<\/em>&nbsp;gelegt. Wie in der katholischen Kirche die Oblaten in einem K\u00e4stchen untergebracht sind, so die Tora-Rollen in einem gro\u00dfen&nbsp;<em>Tora-Schrein<\/em>. Wie die Kirchen vielfach in Richtung Osten ausgerichtet waren \/ sind, so ist die Synagoge Richtung Jerusalem ausgerichtet, sichtbar an der Seite, an der der Toraschrein zu finden ist. Das&nbsp;<em>Ner Tamid<\/em>&nbsp;ist ein ewiges Licht (vgl. katholische Kirche), das an den Tempel bzw. an den Auszug Israels aus \u00c4gypten (Feuers\u00e4ule) erinnert. Der&nbsp;<em>Chanukka-Leuchter<\/em>&nbsp;f\u00e4llt ins Auge.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mittelpunkt der Synagoge ist der&nbsp;<em>Tora-Schrein<\/em>&nbsp;mit der&nbsp;<em>Tora-Rolle<\/em>. Die Tora-Rolle ist in einem kostbaren Tuch eingeh\u00fcllt. Die Rolle selbst kann mit silbernen&nbsp;<em>Tora-Kronen<\/em>&nbsp;(<em>Rimonim<\/em>) und dem&nbsp;<em>Tora-Schild<\/em>&nbsp;geschm\u00fcckt werden. Mit einer silbernen&nbsp;<em>Zeigehand (Jad)<\/em>&nbsp;wird auf die zu lesenden Worte der Tora hingewiesen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\">Feiertage und&nbsp;<strong>Riten<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Zusammenhang der Festzeiten sind folgende Hinweise wichtig:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die j\u00fcdische Zeitrechnung beginnt 3760\/3761 vor Christus \u2013 weil Gott laut traditionellem Glauben in dieser Zeit die Welt erschaffen hat. (Historisch gesehen ist das ein sehr interessanter Zeitabschnitt, weil hier Hochkulturen und damit auch die schriftlichen Aufzeichnungen begannen.)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Juden haben Teile des Mond- und Sonnenjahres verbunden. Wie wir alle vier Jahre ein Schaltjahr mit einem Tag Ver\u00e4nderung haben, so haben Juden alle f\u00fcnf bis sieben Jahre einen Monat hinzugef\u00fcgt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Tag beginnt im Judentum um 18:00 Uhr des Vortages \u2013 also mit Einbruch der Nacht. Bei uns beginnt der Tag auch nicht am Morgen um 6:00 Uhr, sondern in der Nacht um 24:00\/0:00 Uhr (Mitternacht). Und so beginnt zum Beispiel auch der Sabbat am Freitag um 18:00 Uhr und geht bis Samstag 18:00 Uhr. Samstag 19:00 Uhr w\u00e4re dann schon unser Sonntag.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Feiertage:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">(a)&nbsp;<strong>Simchat Tora<\/strong>&nbsp;(September \/ Oktober) \u2013 Freude an der Tora<br>(b)&nbsp;<strong>Pessach<\/strong>&nbsp;(April), Schawuot, Sukkot:<br>Es sei erg\u00e4nzt: Pessach bedeutet \u201eVor\u00fcbergehen\u201c und feiert die Befreiung aus \u00c4gypten, Schawuot (ein Fr\u00fchjahrsfest) feiert die Gabe der 10 Gebote durch Gott, Sukkot, Laubh\u00fcttenfest, feiert die Ernte.<br>(c)&nbsp;<strong>Chanukka<\/strong>&nbsp;(z.B. Dezember) \u2013 Tempeleinweihung.<br>(d)&nbsp;<strong>Jom Kippur<\/strong>&nbsp;(September \/ Oktober).<br>(d) Purim (M\u00e4rz): Ein Freudenfest<br>(e) Rosch Ha Shana (September \/ Oktober) (Kopf des Jahres): Neujahrsfest.<br>(f) Tewet (Dezember \/ Januar) ein Tag, an dem das Kaddisch f\u00fcr die Verstorbenen gebetet wird, deren Grabst\u00e4dte man nicht kennt. Somit auch Gebet f\u00fcr die Toten der Schoah (Holocaust).<br>(g) Eine ganz gro\u00dfe Errungenschaft des Judentums ist auch der Sabbat. Am Sabbat kommen Mensch und Tiere zur Ruhe. Sie d\u00fcrfen nicht arbeiten. In der modernen Welt ist das nicht ganz einzuhalten, aber so ein Ruhetag ist f\u00fcr Menschen sehr wichtig. In Folge des Judentums haben Christen die 7 Tage Woche. Diese gibt es im traditionellen Buddhismus und Hinduismus nicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die&nbsp;<em>richtige Reihenfolge<\/em>&nbsp;(im Vergleich mit christlichen Feiertagen) ist folgende: <br>Rosch Ha\u00b4Schana (Neujahr: christlich Advent, nicht Silvester!)<br>Jom Kippur (evangelisch: Bu\u00df- und Bettag)<br>Sukkot (Erntedank)<br>Simchat Tora<br>Chanukka (Weihnachten)<br>Tewet (Allerheiligen \/ Ewigkeitssonntag)<br>Purim (Fasching)<br>Pessach (Karfreitag \/ Ostern)<br>Schawuot (Pfingsten).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Monate hei\u00dfen: Tischri (September\/Oktober), Marcheschwan (Oktober \/ November), Kislew (November \/ Dezember), Tevet (Dezember \/ Januar), Schewat (Januar), Adar Aleph (Schaltmonat), Adar Beth (Februar \/ M\u00e4rz), Nisan (M\u00e4rz \/ April), Ijjar (April \/ Mai), Siwan (Mai \/ Juni), Tamus (Juni \/ Juli), Aw ( Juli \/ August), Elul (August \/ September).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Riten<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dar\u00fcber hinaus gibt es zahlreiche Riten, die das menschliche Leben begleiten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Beschneidung (<strong>Brit Mila<\/strong>)<\/em>. Am achten Tag nach der Geburt wird ein kleiner Junge in der Synagoge beschnitten, das hei\u00dft, die Vorhaut seines Gliedes wird entfernt. Es handelt sich um einen in der Regel ungef\u00e4hrlichen Akt. Damit vollzieht das Volk Israel den seit Abraham befohlenen Bundesschluss mit Gott (Genesis 17). Verbunden mit der Beschneidung ist die Namensgebung. M\u00e4dchen bekommen in einer eigenen Zeremonie ihren Namen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em><strong>Bar\/Bat Mizwa<\/strong>&nbsp;<\/em>(bedeutet: Sohn \/ Tochter des Gebotes): Mit 13 Jahren darf ein Junge \u00f6ffentlich aus der Tora vorlesen. Das wird gro\u00df gefeiert. In progressiveren Str\u00f6mungen gibt es auch Feiern f\u00fcr M\u00e4dchen, die 12 Jahre alt geworden sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Hochzeit (Kidduschin)<\/em>: Wo auch immer die \u00f6ffentliche Hochzeitsfeier stattfindet, das Ehepaar wird unter einem Baldachin (Chuppa) getraut.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Beerdigung<\/em>: Der Verstorbene wird nach einer Waschung und der Bekleidung mit einem einfachem Gewand in einem Leinentuch beerdigt (in Deutschland besteht derweil noch Sargpflicht). Feuerbestattung erlaubt der j\u00fcdische Glaube nicht mit Blick auf die kommende Auferstehung. Das Kaddisch-Gebet wird am Grab gesprochen, und Besucher legen einen Stein auf das Grab. Es gibt daf\u00fcr unterschiedliche Begr\u00fcndungen: sehr pragmatische (damit zeigt man: Ich denke an dich; oder es diente dem Wiederfinden des Grabes) oder spirituell: Der Stein symbolisiert das Haus Gottes, das der Verstorbene bewohnen wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Ess-Riten<\/em>: Wesentlich f\u00fcr viele Juden ist, dass sie nur das essen, was in der Tora als \u201erein\u201c (<strong>Koscher<\/strong>) bezeichnet wird. So essen sie kein Schweinefleisch und nur Fleisch von gesch\u00e4chteten Tieren, das hei\u00dft Tieren, die auf eine besondere Art und Weise geschlachtet wurden. Sie m\u00fcssen Milchspeisen von Fleischspeisen trennen. Und an Passa essen sie zum Beispiel unges\u00e4uertes Brot.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-link-color wp-elements-0ba0034b1d690004a1cedcc9b713d6a9 wp-block-paragraph\" style=\"color:#e90c0c\">Aufgabe 4: Merke Dir aus dem Abschnitt Feiertage und Riten die fettgedruckten Begriffe.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\"><strong>Symbole: Davidstern<\/strong>&nbsp;und Menorah<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Davidstern \u2013 aus Wikipedia:&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Davidstern\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Davidstern<\/a><br>\u201eJe nach Zweck und Verwendung des Hexagramms variiert auch die Deutung dieses Symbols. Zum Beispiel wird der Davidstern als symbolische Darstellung der Beziehung zwischen Menschen und Gott interpretiert. Das nach unten weisende Dreieck besagt: Der Mensch hat sein Leben von Gott erhalten. Das nach oben weisende Dreieck besagt: der Mensch wird zu Gott zur\u00fcckkehren. Die zw\u00f6lf Ecken des Sterns sollen die&nbsp;Zw\u00f6lf St\u00e4mme Israels&nbsp;darstellen. Au\u00dferdem stehen die sechs Dreiecke f\u00fcr die&nbsp;sechs Sch\u00f6pfungstage&nbsp;und das gro\u00dfe Sechseck in der Mitte steht f\u00fcr den siebenten Tag, den Ruhetag.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Menorah \u2013 der siebenarmige Leuchter ist das wichtigste Symbol: ein solcher stand im Tempel von Jerusalem. Seine Herstellung wird im Buch Exodus 25 beschrieben. Der Chanukka-Leuchter hat 9 Kerzen. Die Kerze in der Mitte ist der &#8222;Diener&#8220;. Mit ihr werden die anderen angez\u00fcndet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-link-color wp-elements-10dfb6a16720c79a3cac1a6d9d4f7074 wp-block-paragraph\" style=\"color:#e90c0c\">Aufgabe 5:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-link-color wp-elements-a9ed894097d1373b7a70bc01718e051b wp-block-paragraph\" style=\"color:#e90c0c\">Nun st\u00f6bere auf Youtube und auf j\u00fcdischen Seiten: <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-link-color wp-elements-90ab3f4e2d85ba34f8209c494dc5e5c6 wp-block-paragraph\" style=\"color:#e90c0c\">a) Wie wird der j\u00fcdische Glaube dargestellt? <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-link-color wp-elements-fde53d95d1c9aeb23ca31cb541e73d3d wp-block-paragraph\" style=\"color:#e90c0c\">b) Bekommst Du weitere Informationen? Schreibe sie auf.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-link-color wp-elements-9b12a5ff40efbe1f3d878bf48107d200 wp-block-paragraph\" style=\"color:#e90c0c\">c) Vergleicht sie miteinander und sprecht dar\u00fcber.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-link-color wp-elements-73142740310555e2cd17f629753aac92 wp-block-paragraph\" style=\"color:#e90c0c\">Aufgabe 6: <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-link-color wp-elements-bd4a2ef87e939a9366f526a21a8258ab wp-block-paragraph\" style=\"color:#e90c0c\">Du bekommst von Deinem Freund\/Deiner Freundin einen Brief. Darin hei\u00dft es: Ich habe neulich etwas vom j\u00fcdischen Glauben geh\u00f6rt. Wei\u00dft Du, was damit gemeint ist?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-link-color wp-elements-0646095c3709a9fecf214d06a46fa724 wp-block-paragraph\" style=\"color:#e90c0c\">Beantworte diesen Brief \u2013 m\u00f6glichst kurz \u2013 aber mit den wichtigsten Informationen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">***<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Anmerkung: <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Vielleicht vermisst jemand in dieser Darstellung die schlimme Zeit des Nationalsozialismus. Juden m\u00f6chten, dass ihre Religion als Religion dargestellt wird und nicht immer nur in Verbindung mit der barbarischen Weltanschauung, die in Deutschland nicht nur ab 1933-1945 geherrscht hat.<\/strong> Dazu gibt es auf diesen Seiten einen eigenen Text.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Judentum: Einleitung Aufgabe 1&nbsp;(zu Beginn des Themas): Was wei\u00dft du \u00fcber j\u00fcdische\/n: Kurze Geschichte des j\u00fcdischen Glaubens Texte in der Bibel, die als Altes Testament oder Hebr\u00e4ische Bibel bezeichnet werden, lassen vor allem in der Tora (die f\u00fcnf B\u00fccher Mose) die Entstehung der Religion erkennen.Abraham, ein Nomade, lebte im Bereich [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-3676","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/3676","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3676"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/3676\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3701,"href":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/3676\/revisions\/3701"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3676"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}