{"id":343,"date":"2019-07-01T15:20:49","date_gmt":"2019-07-01T13:20:49","guid":{"rendered":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/?page_id=343"},"modified":"2023-06-06T09:46:24","modified_gmt":"2023-06-06T07:46:24","slug":"tier-ethik","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/verhalten-ethik\/tier-ethik\/","title":{"rendered":"Tier-Ethik"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-center has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Anmerkungen zur Tier-Ethik und Umwelt-Ethik<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Umweltethik wird folgen (Ansatz s.&nbsp;<a href=\"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/mensch\/schoepfungsgeschichten\/\">https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/mensch\/schoepfungsgeschichten\/<\/a>&nbsp;)<\/li>\n\n\n\n<li>Dazu siehe auch zum Thema Tier und W\u00fcrde:&nbsp;<a href=\"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/mensch\/haben-tiere-wuerde\/\">https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/mensch\/haben-tiere-wuerde\/<\/a><\/li>\n\n\n\n<li>Zur gesamten Einordnung in das Thema Christentum, s.:&nbsp;<a href=\"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/kirche\/theologie-weg-lern-prozess\/\">https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/kirche\/theologie-weg-lern-prozess\/<\/a><\/li>\n\n\n\n<li>Zu Kriterien christlicher Ethik:&nbsp;<a href=\"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/verhalten-ethik\/kriterien-ethischer-urteilsbildung\/\">https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/verhalten-ethik\/kriterien-ethischer-urteilsbildung\/<\/a><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-text-color wp-block-paragraph\" style=\"color:#cebbbb\"><strong>1. Bileams Esel<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Buch Numeri (4. Buch Mose) finden wir in Kapitel 22 die Geschichte von Bileam und dem Esel. Es ist eine sonderbare Geschichte. Die Bearbeitungen zeigen, aber wie auch immer: Es geht um den Propheten Bileam, der von Feinden Israels gebeten wird, das Volk zu verfluchen. Gott verbietet es ihm. Doch letztlich geht er doch mit, weil er meint, Gott habe es ihm erlaubt. Also gegen den Befehl Gottes meint er, Gottes Stimme zu h\u00f6ren, die es ihm erlaube, mitzugehen, um das Volk zu verfluchen. Der versprochene Lohn \/ Bestechung war auch zu reizvoll, \u00fcbert\u00f6nte Gottes Stimme.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nun macht er sich mit seiner Eselin auf, um zu den Feinden Israels zu reisen. Aber Gott stellt ihm seinen Engel in den Weg \u2013 den kann nur die Eselin sehen. Sie reagiert auf den Engel \u2013 und Bileam schlug w\u00fctend auf die Eselin ein. Dann lie\u00df Gott die Eselin sprechen: \u201eWas habe ich dir getan? Warum hast du mich geschlagen?\u2026\u201c Dann \u00f6ffnete Gott dem Bileam die Augen und er konnte den Engel auch sehen. Der Engel macht dem aggressiven Propheten den Vorwurf, die Eselin geschlagen zu haben. Der Engel l\u00e4sst den Propheten zu den Feinden gehen, aber nicht, ohne ihn ermahnt zu haben nur das zu sagen, was Gott ihm in den Mund gibt. Gel\u00e4utert segnet der Prophet dann Gottes Volk mit vier Segen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist eine sch\u00f6ne Geschichte, die in der damaligen Zeit vermutlich die Bockigkeit der Esel erkl\u00e4ren soll: Sie sind so, weil sie Engel wahrnehmen. Die Geschichte wird ausdr\u00fccklich im Mittelalter als ein Text angesehen, der zeigt, dass Tiere nicht grausam behandelt werden d\u00fcrfen. <em>Maimonides<\/em> (12. Jh. n. Chr.) beruft sich dabei schon auf die weisen Vorfahren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">(Wie ging es mit Bileam weiter? Er wurde von den M\u00e4nnern des Mose get\u00f6tet \u2013 31,8. Es wurde eine Inschrift [9.\/8. Jahrhundert vor Christus] gefunden, die ihn als Seher der G\u00f6tter bezeichnet. In seinem Mund findet sich eine Prophezeiung \u2013 die auf David [um 1000 v. Chr.] hinweisen soll: \u201eNoch ist er nicht da, aber ich kann ihn schon erkennen. Ein Stern steigt auf von den Nachkommen Jakobs, ein Zepter erhebt sich in Israel.\u201c (24,17) \u2013 Das hei\u00dft, dass dem heidnischen Propheten, der ca. 800 lebte, nachtr\u00e4glich [600-500?] ein Wort in den Mund gelegt wurde, das David [ca. 1000] als von Gott Angek\u00fcndigten legitimieren sollte. Christen haben das Wort dann als Ank\u00fcndigung des Nachfahren Davids, Jesus Christus, gesehen. Ich finde diese Jahresangaben spannend, weil es sich um Jahrhunderte (!) handelt.)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-accent-color has-text-color wp-block-paragraph\"><strong>2. Weitere Sichtweisen biblischer Texte<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-text-color wp-block-paragraph\" style=\"color:#3ebbf0\"><strong>2.1 Alttestamentliche Texte<\/strong> (AT)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Mensch wurde von Gott im Kontext der Erschaffung von Himmel, Erde, Tieren und Pflanzen geschaffen. Entsprechend sieht Gott Mensch und Tier gemeinsam an: Und er sah, dass es gut war. Der Mensch ist vom Tier nur in einem bestimmten Punkt unterschieden: Gott hat ihn beauftragt, f\u00fcr seine Sch\u00f6pfung zu sorgen (Genesis 1), bzw. Genesis 2 spricht davon, dass Gott den Menschen dadurch zum Leben erweckt hat, dass er seinen Geist\/Atem\/Seele in ihn gehaucht hat. Weitere Zusammenh\u00e4nge, in denen Tiere vorkommen:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Jesaja 11.6 hei\u00dft es, dass Tiere wie Menschen gemeinsam in einem Zustand des Friedens leben werden \u2013 wie sie auch im Paradies einander nicht das Leben nahmen.<\/li>\n\n\n\n<li>Jona 4,11: Gott hat Mitleid mit Mensch und Tier.<\/li>\n\n\n\n<li>Genesis 9: Gott schlie\u00dft den Noah-Bund nicht nur mit Noah, sondern auch mit den Tieren (aber der Mensch darf Tiere essen \u2013 weil es, so der Autor des Mythos, nach der Sintflut keine Pflanzen mehr gab?).<\/li>\n\n\n\n<li>Kohelet (Prediger) 3,18ff. Es ergeht Mensch wie Tier: Sie sterben.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nicht nur das: Die Tiere geben dem Menschen auch in manchen Dingen die Ordnung vor bzw. zeigen, was richtig ist:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Spr\u00fcche (Proverbia) 6,6ff. wird dem Menschen die flei\u00dfige Ameise vor Augen gestellt,<\/li>\n\n\n\n<li>Jesaja 1,3: Ochs und Esel kennen den Weg Gottes \u2013 aber Israel nicht (und so gelangen Ochs und Esel in sp\u00e4terer christlicher Tradition zur Krippe Jesu).<\/li>\n\n\n\n<li>Hiob 12,7ff. wird gesagt, dass Vieh, V\u00f6gel, Str\u00e4ucher und Fische dem Menschen Richtiges \u00fcber Gott lehren. Und, was wichtig werden wird: Gott h\u00e4lt die Seele alles Lebenden in seiner Hand. Also auch Tiere haben Seele.<\/li>\n\n\n\n<li>Spannend ist auch Hiob 38-42: Hiob, der nur um sein Leiden kreist, bekommt durch Gott vor sein Auge gemalt, wie sch\u00f6n die Natur ist, wie gesetzm\u00e4\u00dfig, wie wunderbar Gott in seiner Macht handelt. Hiob werden mit Hilfe dieses \u201eNaturfilmes\u201c die Augen ge\u00f6ffnet f\u00fcr das, was au\u00dfer seiner Selbst liegt. Gott nimmt ihn sozusagen rigoros an die Hand und f\u00fchrt ihn durch die Wunder der Natur, deren Sch\u00f6pfer und Erhalter er ist.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zu den Sch\u00f6pfungsgeschichten:&nbsp;<a href=\"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/mensch\/schoepfungsgeschichten\/\">https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/mensch\/schoepfungsgeschichten\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit seien nur ein paar Texte genannt, die die Wertsch\u00e4tzung der Tiere aussprechen (weiter s.2.2).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-text-color wp-block-paragraph\" style=\"color:#3ebbf0\"><strong>2.2 Neutestamentliche Texte<\/strong> (NT)<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Im Neuen Testament greift Markus vermutlich in 1,12f. das AT auf: W\u00e4hrend die Menschen und die Schlange durch den S\u00fcndenfall Unheil \u00fcber Mensch und Tier bringen, sie trennen, lebt Jesus bei den Engeln und den wilden Tieren. Vielleicht zeigt das an, dass Jesus das zerst\u00f6rte Verh\u00e4ltnis zwischen Mensch und Tier heilt.<\/li>\n\n\n\n<li>Der sekund\u00e4re Markus-Schluss, der m\u00f6glicherweise um 150 nach Christus entstanden ist, l\u00e4sst das Evangelium nicht nur den V\u00f6lkern verk\u00fcndigt werden, wie es Matth\u00e4us (Mt 28,20) schreibt, sondern aller Kreatur (16,15).<\/li>\n\n\n\n<li>Jesus selbst war es wichtig, dass Menschen sich so verhalten, wie sie es vom Reich Gottes erwarteten. Der Mensch erwartet den Schalom, den Frieden, Gerechtigkeit, Liebe, Leidlosigkeit \u2013 also muss er es schon auf der Erde umsetzen. Wenn der Mensch das auch f\u00fcr die Tiere erwartet (wie es seine Tradition, die Paradies-Geschichte und Jesaja, andeuten), dann gilt es, auch diese Erwartung jetzt im Verh\u00e4ltnis zu den Tieren \/ der Umwelt umzusetzen.<\/li>\n\n\n\n<li>Matth\u00e4us 6 preist die Sch\u00f6nheit der Pflanzen, Gottes F\u00fcrsorge f\u00fcr Pflanze und Tier \u2013 auch wenn es mit einem Wermutstropfen gesagt wird: Aber auch hier: Tiere sind Beispiel. Entsprechend auch Mt 10,30: Sperlinge werden betont \u2013 die Bedeutung des Menschen wird jedoch hervorgehoben.<\/li>\n\n\n\n<li>In Gleichnissen dienen Tiere (V\u00f6gel und Schafe) als Beispiele f\u00fcr das Verh\u00e4ltnis Gott Mensch.<\/li>\n\n\n\n<li>Gilt der Satz \u2013 die Goldene Regel -: Tue dem anderen das, was du von ihm erwartest \u2013 auch in Bezug auf Tiere und Natur?<\/li>\n\n\n\n<li>Die Formulierung im Prolog des Johannesevangeliums (Johannes 1) wird in neuerer Zeit nicht so verstanden: Das Wort wurde Mensch \u2013 also Gott wurde in Jesus Christus Mensch \u2013 sondern: Das Wort wurde Fleisch \u2013 wie es im griechischen Text hei\u00dft, somit gilt die Fleischwerdung auch den Tieren.<\/li>\n\n\n\n<li>Natur insgesamt spielt eine gro\u00dfe Rolle: Gott wird in einer Frau Mensch, Jesus verwendet Beispiele aus der Natur, um Gottes Handeln zu verdeutlichen, beim Abendmahl sagt er zu Brot und Wein: mein Leib und Blut. Natur verdeutlicht und tr\u00e4gt Gottes Gnade und Liebe. In Jesus Christus dem Sch\u00f6pfer ist laut Kolosserbrief die Natur neu. Um das ber\u00fchmte Zitat von Thomas von Aquin an dieser Stelle zu verwenden: Gratia non tollit naturam, sed perficit \/ Gnade zerst\u00f6rt nicht die Natur, sondern vervollkommnet sie (ST I,I,8,2).<\/li>\n\n\n\n<li>Der Kolosser-Brief sagt, dass allen Gesch\u00f6pfen das Evangelium gepredigt wird.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-text-color wp-block-paragraph\" style=\"color:#3ebbf0\"><strong>2.3. Wir und die biblischen Texte<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nun das \u201eAber\u201c: Tiere geh\u00f6ren zum Alltag. Menschen und Tiere leben ihren Alltag gemeinsam \u2013 der Mensch als das kl\u00fcgere Wesen, das sich die Tiere zu Nutze macht, ist dominant. Im Neuen Testament, in dem es darum geht, die menschliche Gesellschaftsordnung zu verbessern, geht es nicht um Tiere. Von daher darf man nicht etwas in Texten suchen, die andere Interessen haben, weil sie in Zeiten entstanden sind, die ihre eigenen Probleme und Fragestellungen hatten. Ihr vorrangiges Problem war der Hunger. Fisch war ein wichtiges Nahrungsmittel am See Genezareth, von daher spielt auch Fisch eine Rolle in den Jesus-\u00dcberlieferungen. Wir leben heute \u2013&nbsp;<em>wir<\/em>&nbsp;bedeutet: in Mitteleuropa und Nordamerika! \u2013 in der Situation der Massentierhaltung, des \u00dcberflusses an Fleisch, \u00fcberhaupt des \u00dcberflusses an Nahrung. Das sind unsere Fragen, das ist nicht die Situation der Israeliten wie die der fr\u00fchen Christen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von daher: Das soll alles nicht hei\u00dfen, dass die Bibel nicht Fleischkonsum kennt. Fleisch zu essen war g\u00e4ngig, wobei wir allerdings daran denken m\u00fcssen, dass Fleisch \u2013 je nach Zeiten \u2013 selten gegessen wurde, weil es eben wenig gab. Fleisch essen geh\u00f6rt zur gefallenen Sch\u00f6pfung, zum S\u00fcndig-Sein des Menschen. Das wird den Menschen immer wieder bewusst, auch wenn der Mensch sich aus welchen Gr\u00fcnden auch immer (nicht nur im Fleischessen) als S\u00fcnder (Hochmut, Intoleranz, Geiz\u2026) geriert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jesus selbst hat vermutlich auch Fleisch (oder nur Fisch?) gegessen, aber eigenartiger Weise werden die <strong>Abendmahl<\/strong>sworte (mein Leib) nicht mit dem Passalamm verbunden, sondern mit Brot. Das Gleichnis vom Verlorenen Sohn (Lukasevangelium 15), in dem vom gem\u00e4steten Kalb gesprochen wird, das zur Feier des Tages geschlachtet wird, muss nicht darauf hinweisen, dass Jesus selbst Fleisch gegessen hat, es kann darauf hinweisen, dass er damit ein Bild aufgegriffen hat, das die Zuh\u00f6rer gut als \u00e4u\u00dferst gro\u00dfe Feier verstanden haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was Jesus betrifft: Es ist interessant, dass im 2.\/3. Jahrhundert versucht wurde, in der Figur des <em>Apollonius von Tyana<\/em> (+120 n.Chr.) einen heidnischen Gegenjesus aufzurichten. Dieser wird als in der Tradition des Pythagoras (s.u.) als vegan dargestellt, lehnte Alkohol und Sexualit\u00e4t ab. Er war also im Grunde eine pythagoreische \u00dcbertrumpfung des Jesus von Nazareth, der menschlicher dargestellt wurde: Dass Jesus vegan lebte, ist nicht sicher, dass er Wein abgelehnt hat, ist nicht wahrscheinlich, weil es einen Spruch gibt, der ihn als Fresser und Weins\u00e4ufer bezeichnet; auch Sexualit\u00e4t lehnte er nicht ab, obgleich er sie f\u00fcr sein Leben nicht als relevant ansah, ihm ging es darum, dass die Menschen auch das Zusammenleben positiv gestalten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-text-color wp-block-paragraph\" style=\"color:#a3000a\"><strong>3. Opfer<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was das Essen von Fleisch betrifft: Interessanterweise h\u00f6ren wir beim Propheten Jeremia (7,22), dass Gott keine Opfer befohlen habe, Opfer werden mit Heiden in Verbindung gebracht. Vorher hat schon der Prophet Amos 5,20ff. \u00e4hnlich gesprochen. Ebenso lehnt Gott laut Prophet Hosea (6) Opfer ab \u2013 er fordert stattdessen ein soziales Handeln. Psalmisten beten \u00e4hnlich (40,6; 51,16). Entsprechend wird auch im Paradies kein Fleisch gegessen \u2013 auch von Tieren nicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im vorchristlichen griechischen Umfeld gab es einzelne Opferkritiker (z.B. <em>Orphyker, Pythagoras<\/em>).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Freilich muss man sehen, dass das Opfer nicht Tiere negiert, sondern sie ehrt: Sie werden an die Stelle der Menschen gestellt. Sie sind Platzhalter f\u00fcr den Menschen. Ohne diesen Ansatz ist auch der stellvertretende Tod Jesu Christi nicht verst\u00e4ndlich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es sei noch angemerkt: Auch der <em>Buddhismus<\/em> ist nicht einheitlich, was vegane Nahrung betrifft. Es gibt Str\u00f6mungen, die es ablehnen, Tier zu essen, aber es gibt auch Str\u00f6mungen, die es nur ablehnen, Tier zu t\u00f6ten, aber nicht zu essen. <em>Buddha (Siddharta Gautama)<\/em> starb, so die \u00dcberlieferung, entweder an verdorbenem Fleisch oder an giftigen Pilzen, die den Namen \u201eEber\u2026\u201c trugen. Buddhisten sind sich in der Interpretation nicht einig. Hindus essen in der Mehrheit Fleisch, wenn sie es nicht essen, dann nicht, weil sie es aus religi\u00f6sen Gr\u00fcnden ablehnen, sondern weil es zu teuer ist. Konsequenter gegen T\u00f6tung von Tieren sind die <em>Jainisten<\/em>. Der Gedanke des Ahimsa, das hei\u00dft, man darf Lebewesen nicht verletzen und t\u00f6ten, wurde von <em>Mahatma Gandhi<\/em> aufgenommen. Im Jainismus steht im Hintergrund die eigene Reinheit, nicht der aktive Tierschutz (so Schweitzer).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Frage ist: Hat der Mensch wirklich Skrupel, Tiere zu t\u00f6ten, und bekam die Legitimation dazu durch den Glauben an die G\u00f6tter? (Siehe Remele) Wenn dem so sein sollte, so ging es, so sehe ich es, nicht um die Tiere als Tiere, sondern schamanistisch um die Geister, die mit den Tieren verbunden waren. Darauf weisen, wenn die Interpretationen richtig sind, die H\u00f6hlengem\u00e4lde hin, in der Tiere dominieren. Die Geister der Tiere mussten durch Bilder oder durch Riten bes\u00e4nftigt werden \u2013 und dazu ben\u00f6tigte man dann sp\u00e4ter die Erlaubnis der G\u00f6tter, die Tiere zu t\u00f6ten. Es ging vermutlich nicht um Tiere, es ging um die B\u00e4ndigung eigener Angst, da Jagden lebensgef\u00e4hrlich waren, die Geister wehrten sich, sch\u00fctzten ihre Tier-Wohnungen. Entsprechend wurden sp\u00e4ter die gro\u00dfen Tiere (abgesehen davon, dass man sie sich als Individuum normalerweise nicht leisten konnte) \u00fcberwiegend an Tempeln, im Umfeld der G\u00f6tter, geschlachtet. Im AT bekommt der Mensch auch die Erlaubnis von Gott, Tiere zu essen (Genesis 9).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Mensch hat eine Sonderstellung gegen\u00fcber dem Tier: ob mit Gott oder ohne \u2013 ob im j\u00fcdisch-christlichen reflektiven Kulturkreis oder in anderen, in denen man Tiere in Herden h\u00e4lt, sie um zu \u00fcberleben jagt, sie isst, ihr Fell, Horn, Dung, Fleisch, ihre Knochen verwendet. Die Sonderstellung des Menschen, der <em>Anthropozentrismus<\/em>, ist weltweit dominant, hat nichts mit dem Christentum als Christentum zu tun \u2013 wird allerdings vom Christentum legitimiert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese oben genannte opferkritische Str\u00f6mung durchzieht auch das Neue Testament (z.B. Hebr\u00e4er 10,18) \u2013 entsprechend haben Christen auch vielfach nicht mehr an Opfermahlzeiten teilgenommen (weil die Tiere heidnischen G\u00f6ttern geopfert waren) und selbst haben sie auch keine Opfer mehr vollzogen. (Vgl. auch Paulus R\u00f6mer 14: So essen die einen alles, ohne dass ihr Glaube in Gefahr ger\u00e4t, w\u00e4hrend andere meinen, sich zu vers\u00fcndigen, wenn sie Fleisch essen [es geht auch hier wohl um Opferfleisch].) Von den christlichen <em>Nestorianern<\/em>, die im 7.\/8. Jahrhundert als Missionare bis nach China gekommen waren, hei\u00dft es, dass sie kein Fleisch gegessen haben (und vielleicht auch buddhistische Str\u00f6mungen, die kein Fleisch zu sich nehmen, beeinflussten; k\u00f6nnte es sein, dass das konfuzianistische <em>Taishang ganying pian<\/em> aus dem 12. Jahrhundert auch Spuren der Nestorianer aufweist?). Auch der Kirchenvater <em>Hieronymus<\/em> meint, dass Jesus wieder an das Paradies angekn\u00fcpft habe, in dem kein Fleisch gegessen wurde, somit sei Christen der Fleischgenuss nicht erlaubt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Noch eine Anmerkung zu dem <strong>Abendmahl<\/strong>: Brot und Wein \u2013 Korn und Traubensaft \u2013 von Gott geschaffen \u2013 werden durch die Abendmahlsworte ungemein hoch gehoben. Das Abendmahl ist auch der Grund, weshalb in einem gro\u00dfen Teil der Christenheit nicht mehr geopfert wird. Allerdings sind alte menschliche Traditionen vom Christentum \u00fcbernommen worden, so die Weihnachtsgans und das Osterlamm. Im Winter, in dem man kaum etwas zu essen hat, kann man sich dann Weihnachten so richtig satt essen \u2013 Gott k\u00fcmmert sich um hungernde Menschen. Ebenso im Fr\u00fchjahr, in dem es nichts mehr zu essen gibt: das, was zuerst geboren wurde, sind L\u00e4mmer. Man hatte also etwas zu essen. Auch in anderen christlichen Bereichen wurde das traditionelle Essen von Fleisch in den christlichen Glauben integriert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir haben \u00fcberwiegend keine Opferungen an Tempeln mehr, aber das Schlachten wurde st\u00e4rker privatisiert, bis es in der Gegenwart vom Staat reglementiert wurde, aus dem privaten Bereich herausgenommen wurde, somit nur noch das Fleisch konsumiert wird, ohne direkt mit den Tieren in Verbindung gebracht zu werden. Ich denke, dass hier auch ein Problem unserer Zeit liegt: Nutztiere spielen als Lebewesen kaum eine Rolle, sie werden nur noch genutzt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-text-color wp-block-paragraph\" style=\"color:#00a31f\"><strong>4. Ver\u00e4nderung des Bildes vom Tier<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-text-color wp-block-paragraph\" style=\"color:#82de30\"><strong>4.1 Vor dem 18. Jahrhundert<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Tier wurde wertgesch\u00e4tzt (<em>Hieronymus<\/em> [4.\/5. Jh], <em>Franz von Assisi<\/em> [12.\/13. Jh], <em>Nikolaus von Kues<\/em> [15- Jh]), ebenso die Natur insgesamt. Allerdings wurden Tiere auch vielfach als Bedrohung empfunden. Tiere wie Natur wurden ambivalent beurteilt. Tiere konnten von Christen als <strong>Lebewesen ohne Seele<\/strong> betrachtet werden, die dem Menschen zur Verf\u00fcgung stehen. Das in Einklang mit der Philosophie der Stoiker (z.B. auch <em>Cicero<\/em>), deren Philosophie die Christen der ersten Jahrhunderte intensiv beeinflusst hat. Ebenso hatte die Einordnung des r\u00f6mischen Rechts, das das <strong>Tier als \u201eSache\u201c<\/strong> einordnet, Einfluss auf die christliche Sichtweise (z.B. <em>Augustinus<\/em> [4.\/5. Jh]; er konnte Genesis 1 nicht so auslegen, wie wir es gegenw\u00e4rtig tun, weil er diesen Text allegorisch verstanden hat, s. Bekenntnisse 13). Allerdings hat schon <em>Basilius der Gro\u00dfe<\/em> [4. Jh.] gesehen, dass im Paradies weder Trinkgelage noch Tieropfer vorkamen und anderes, was das Hirn des Menschen verfinstert. Und die Nahrung des Fleisches? Die bietet die Schlange (der Versucher im Paradies)(1).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&nbsp;Als das Christentum dann mit der griechisch-aristoteleischen Sicht von Mensch und Tier in Verbindung gekommen ist, durch <em>Thomas von Aquin<\/em> (13. Jh), vertiefte sich die <strong>Degradierung des Tieres<\/strong>. Die Lebewesen sind einander stufenf\u00f6rmig zugeordnet. Auf dieser Skala steht zum Beispiel der freie Mensch \u00fcber dem Sklaven. Tiere sind vernunftlose Wesen. Ihre Aufgabe besteht allein darin, den vern\u00fcnftigen Menschen darin zu unterst\u00fctzen, das Ziel seines Lebens zu erlangen. Diese Degradierung hat dann in <em>Descartes<\/em> (17. Jh) ihren H\u00f6hepunkt gefunden: Das <strong>Tier ist Maschine<\/strong>. Der Mensch kann mit dem Tier machen, was er will. Das wurde dann auch <strong>wissenschaftliche Grundlage<\/strong> des Umgangs mit dem Tier. Die Kirche hat das jeweils aufgegriffen, weil bestimmte Ans\u00e4tze, wie gesehen, schon traditionell vorhanden waren, vor allem aber: Auch Menschen der Kirche gehen mit der jeweils modernen Philosophie und Wissenschaft mit, passen sich ihnen an \u2013 nicht allein das: Sie sind Teil ihrer jeweiligen Zeit. Das f\u00fchrte dann unter anderem auch zur <em>Physico-Theologie<\/em>, in der so mancher Pfarrer auch Naturwissenschaftler \u2013 im damaligen Sinn \u2013 war: <em>Man sieht Gottes Spuren nicht nur in der Offenbarung, sondern auch in der wunderbaren Gesetzm\u00e4\u00dfigkeit der Natur, dem wunderbaren Aufbau der Lebewesen, die, um das \u201eWunder\u201c zu erkennen, ja auch gesammelt und untersucht werden durften.<\/em> Vor allem sind im 16.\/17. Jahrhundert gro\u00dfartige christliche Naturgedichte entstanden (B. Ringwaldt, Paul Gerhardt u.v.a.) &#8211; die Descartes Ansatz konterkarieren. Hingewiesen sei auch Angelius Silesius (1624-1677), der in einem Spruch formulierte: <em>Gott mag nicht ohne mich ein einzigs W\u00fcrmlein machen: \/ Erhalt ichs nicht mit ihm, so mu\u00df es straks zerkrachen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-text-color wp-block-paragraph\" style=\"color:#82de30\"><strong>Anmerkung zur Frage nach&nbsp;<\/strong><em><strong>K\u00f6rper \u2013 Geist \u2013 Seele<\/strong><\/em><strong>:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li><em>Substanzdualistisch<\/em>: K\u00f6rper [Materie] \u2013 und Seele\/Geist [nicht materialistische Selbst\/Wesen des Menschen] (Platon);<\/li>\n\n\n\n<li><em>Substanzmonistisch<\/em>: K\u00f6rper wie Seele\/Geist sind materialistisch (Lukrez), die Metaphysik bringt Aristoteles in die Diskussion ein \u2013 ebenso sieht er den Geist als nachdenkenden Teil der Seele.<\/li>\n\n\n\n<li>Der Apostel Paulus trennt zwischen: K\u00f6rper \u2013 Geist \u2013 Seele.<\/li>\n\n\n\n<li>In der Moderne hat Descartes an dieser Stelle weiter nachgedacht. Sein Problem war: Wie k\u00f6nnen der materialistische K\u00f6rper und das nichtmaterialistische Denken zusammengef\u00fchrt werden? Descartes wird heute vielfach als Buhmann dargestellt \u2013 aber das wird ihm nicht gerecht. Er hat das Denken ungemein weiter gef\u00fchrt.<\/li>\n\n\n\n<li>In der gegenw\u00e4rtigen materialistisch dominierten Zeit der Biologie werden alle Bereiche als materialistisch angesehen, die Fragen stellen dann vor allem Philosophie\/Theologie: Wie kann Materie denken? An dieser Stelle gibt es in der gegenw\u00e4rtigen Forschung \u00fcberwiegend Fragen.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Man kann nat\u00fcrlich sagen, dass die Degradierung des Tieres damit begonnen hat, dass <em>Paulus<\/em> davon spricht, dass der Mensch in seiner negativen Form \u201eFleisch\u201c ist. Aber dieses Wort \u201eFleisch\u201c bedeutet nicht seine negative Gemeinsamkeit mit dem Tier, sie bedeutet seine Ferne von Gott: das Fleisch ist der s\u00fcndige Mensch, der Mensch, der Gott nicht gerecht wird, der Mensch, der vom Gesetz gepr\u00e4gt wird und vor Gott versagt. 1. Korinther 15 kann Paulus verschiedene Arten von \u201eFleisch\u201c nebeneinander stellen (Menschen, Vieh, V\u00f6gel, Fische). \u00dcberwiegend wurde <em>Genesis 2,7.19<\/em> als Begr\u00fcndung daf\u00fcr herangezogen, dass das Tier ein seelenloses Lebewesen ist. Denn dort hei\u00dft es: Gott hauchte seinen Geist\/Atem\/Seele in den Erdling \u2013 der Mensch in seiner Form aus Lehm \u2013 und er begann zu leben. Das wird von Tieren nicht gesagt. Das wird nat\u00fcrlich nicht von Tieren gesagt, da es in dem Kontext um die Erschaffung des Menschen als Mann und Frau geht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Frage, die sich stellt, ist freilich kompliziert: <em><strong>Was ist \u201eSeele\u201c<\/strong><\/em>? Vielfach wird heute die Existenz von so etwas wie Seele verneint, weil sie biologisch nicht nachweisbar ist. Andere fragen eher: Hat der Mensch \u2013 das Lebewesen \u2013 eine Seele oder ist er seine Seele? Die Antwort kann nicht pauschal gegeben werden. Menschen, die sp\u00fcren, dass es neben K\u00f6rper und Geist auch Seele gibt, f\u00fcr sie ist es plausibel, die Seele als Realit\u00e4t wahrzunehmen. Andere, die nach biologischen Beweisen suchen, finden es eher nicht plausibel, dass es so etwas wie Seele gibt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-text-color wp-block-paragraph\" style=\"color:#82de30\"><strong>4.2 18.-20. Jahrhundert<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieses oben beschriebene Verst\u00e4ndnis vom Tier h\u00e4lt bis in die Gegenwart an \u2013 es beginnt allerdings langsam ein Umdenken: Das Tier ist nicht mehr nur eine seelenlose Maschine, der Mensch ist nicht nur Geist, Logik, Verstand, Hirn, sondern auch K\u00f6rper, Emotion, Hormon. Mensch und Tier haben vieles gemeinsam \u2013 aber, wie die Sch\u00f6pfungsgeschichte schreibt: Ein jedes Lebewesen lebt nach seiner Art.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Pfarrer <em>Albert Knapp<\/em> hat, angeregt vom Pfarrer<em> Christian Adam Dann<\/em> (er hatte 1822 nach dem Fund eines angeschossenen Storchs eine Schrift gegen Tierqu\u00e4lerei ver\u00f6ffentlicht) 1837 den ersten Tierschutzverein in Deutschland gegr\u00fcndet. In dem <em>Biberacher Gesangbuch von 1802<\/em> hei\u00dft es: &#8222;Vernunft, du sollst mich immer mehr die wahre Weisheit lehren, \/ in der Gesch\u00f6pfe gro\u00dfem Heer \/ den Sch\u00f6pfer zu verehren. \/ Wer stolz ein Mitgesch\u00f6pf verschm\u00e4ht, \/ das unter Gottes Aufsicht steht, \/ entehrt auch seinen Sch\u00f6pfer.&#8220; Einer der ersten Umdenker war &#8211; allerdings darf man die oben genannten Autoren aus dem 17. Jahrhundert nicht vergessen &#8211; aber vermutlich der britische Theologe <em>Humphry Primatt<\/em>, der 1776 forderte, dass man Tiere nicht erniedrigen d\u00fcrfe, nur weil sie nicht so intelligent seien, wie Menschen. 1779 hat der wegen Akzeptanz der Folter und Ablehnung der Menschenrechte sehr zwielichtige Brite <em>Jeremy Bentham<\/em> das Leiden der Tiere betont: Auch sie leiden \u2013 darum ist ihr Leiden zu vermeiden \u2013 allerdings aus utilitaristischer Sicht. Anders <em>Kant\u00a0<\/em>(18. Jahrhundert). Er hat, kurz gesagt, den Aspekt hervorgehoben, dass Tiere zwar f\u00fcr den Menschen da sind, aber am Umgang des Menschen mit dem Tier erkennt man den Menschen: Geht er gut mit den Tieren um, geht er auch gut mit Menschen um; geht er schlecht mit den Tieren um, geht er auch schlecht mit den Menschen um.\u00a0Ich w\u00fcrde auch <em>Schelling<\/em> (1795ff.) unbedingt in die Fragestellung mit einbeziehen. Ihm geht es nicht in erster Linie um Tiere, sondern um die Frage nach der Stellung des Menschen im Kontext der Umwelt. Die Naturwissenschaft ist wie <em>Descartes<\/em> auf der Linie: Der Mensch ist Subjekt \u2013 alles andere ist Objekt; der Mensch darf mit dem Objekt umgehen, wie er es f\u00fcr richtig h\u00e4lt. Schelling hat hingegen (mit dem transzendenten Idealismus) gesehen, dass der Mensch wie die gesamte Natur eine gemeinsame Basis haben. Der Mensch ist eingebunden in die Natur.(2)\u00a0 Im 18-\/19. Jahrhundert gab es eine gr\u00f6\u00dfere Bewegung, die sich f\u00fcr Tiere eingesetzt hat. Die Briten <em>Lord Erskine<\/em> und der K\u00e4mpfer gegen Sklavenhandel, <em>William<\/em> <em>Wilberforce<\/em>, der sehr beachtete Kardinal <em>John Henry Newman<\/em> und viele andere setzten sich f\u00fcr Tiere ein. Die Hinwendung zum Tier wurde im Wesentlichen von aktiven Christen bestimmt. <em>Humes<\/em> (18. Jh.) und <em>Schopenhauers<\/em> (19. Jh) Mitleidsethik ist zu erw\u00e4hnen, weil sie sp\u00e4ter Relevanz bekommen sollte: Der Mensch erkennt sich im anderen Menschen bzw. Lebewesen wieder.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Deutschland war einer der ersten wirkungsvollen bekannten Umdenker im 20 Jahrhundert: <em>Albert Schweitzer<\/em>. Er trat 1923 daf\u00fcr ein, dass Ethik nicht nur um die Menschen kreist, sondern auch um die anderen Gesch\u00f6pfe.&nbsp;<em>Ehrfurcht vor dem Leben<\/em>&nbsp;war sein Motto (3).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Ans\u00e4tze wurden in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts aufgenommen und auch unterschiedlich begr\u00fcndet.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Bekannt, aufgrund seines rigiden Einbezugs von Menschen, die nicht als Person angesehen werden d\u00fcrfen, ist der Pr\u00e4ferenzutilitarismus von <em>Peter Singer<\/em>: Es geht utilitaristisch um <strong>Interessenabw\u00e4gung<\/strong>, nicht um Rechte.<\/li>\n\n\n\n<li>Anderen geht es darum, Mensch und Tier als Wesen rechtlich gleichzustellen, weil sie Empfindungen haben oder \u2013 auch auf Pflanzen bezogen \u2013 weil sie mit dem Menschen \u201enaturgeschichtlich verwandt\u201c bzw. \u201enat\u00fcrliche Mitwelt\u201c sind (<em>Meyer-Abich<\/em>: Charta der <strong>Rechte<\/strong> der Natur).<\/li>\n\n\n\n<li>Anderen wie <em>Albert Schweitzer<\/em> geht es darum, dass man <strong>Ehrfurcht<\/strong> vor allem Lebenden haben m\u00fcsse.<\/li>\n\n\n\n<li>Anderen geht es darum zu betonen, dass das <strong>\u00d6kosystem<\/strong> insgesamt gest\u00f6rt w\u00fcrde, wenn Mensch \u2013 Tier \u2013 Pflanzen \u2013 Luft \u2013 Wasser \u2013 Erde missachtet werden. <\/li>\n\n\n\n<li>Manchen geht es eher um <strong>Mitleid<\/strong> mit leidenden Lebewesen, denen man besonderen Schutz zukommen lassen muss?<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese jeweiligen Zugangsweisen k\u00f6nnen, wie der letzte Punkt zeigt, miteinander im Widerspruch liegen, so zum Beispiel:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Darf man Rehe jagen, weil sie das Gleichgewicht eines Waldes zerst\u00f6ren k\u00f6nnen?<\/li>\n\n\n\n<li>Darf man Tiere unterteilen in Wesen, die Empfindungen haben oder Bewusstsein und Tieren, die das nicht haben \u2013 wissen wir es nur noch nicht? Zum Beispiel: Delfine contra Spinne.<\/li>\n\n\n\n<li>Soll man Mensch und Tiere gleichstellen \u2013 auch wenn Tiere von Menschen aufgrund ihrer besonderen Art zu unterscheiden sind \u2013 soll man sie zum Beispiel Kindern, die ja auch besonderen Schutz genie\u00dfen, gleichstellen?<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Inzwischen ist es soweit, dass manche eine <strong>\u00d6kolinguistik<\/strong> entwickelt haben und darauf dr\u00e4ngen, dass man keine Sprache verwendet, die Tiere erniedrigen, also auch im Grunde nicht mehr von&nbsp;<em>Tieren<\/em>&nbsp;spricht, oder auch nicht den Menschen in seinem Umgang mit Tieren verharmlost.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-text-color wp-block-paragraph\" style=\"color:#82de30\"><strong>4.3 Kirche<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Laufe der Kirchengeschichte gab es Menschen, die den Tierschutz aus unterschiedlichsten Gr\u00fcnden vertraten, und solche, die ihn aus verschiedensten Gr\u00fcnden ablehnten. Durchgesetzt hat sich, wie oben schon erw\u00e4hnt, die Degradierung des Tieres. Angedacht wurde die Achtung von Tieren von Theologen des 20. Jahrhunderts (neben <em>Schweitzer<\/em> z.B. <em>Karl Barth<\/em>, <em>Paul Tillich<\/em>, <em>Johannes Ude<\/em> und vielen neuerer Zeit). Wichtig wird dieses Thema in der Kirche seit 1990, wurde dann, nachdem Kardinal <em>Josef Ratzinger (Papst Benedikt XVI.<\/em>) am gegenw\u00e4rtigen schlimmen Umgang mit Tieren Kritik ge\u00fcbt hatte, vor allem durch <em>Papst Franziskus<\/em> in seiner <em>Enzyklika Laudato S\u00ed<\/em> im Jahr 2015 aufgenommen: <strong>Tiere haben einen Eigenwert<\/strong> \u2013 einen Wert, der nicht vom Bezug auf den Menschen abh\u00e4ngig ist, zudem ist alles Leben miteinander verflochten. Im <em>\u00d6kumenischen Rat der Kirchen<\/em> spielte das Thema Sch\u00f6pfung 1975 (Nairobi) und dann vor allem 1983 (Vancouver) eine verst\u00e4rkte Rolle. Es ist gut, dass endlich ein Umdenken geschieht. Denn viele Vertreter der Kirche \u2013 auch die dominantesten unter ihnen \u2013 haben an dieser Stelle viel Schuld auf sich geladen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Spr\u00fcche 12,10 hei\u00dft es: \u201eDer Gerechte sorgt f\u00fcr seines Viehs Bed\u00fcrfnisse; das Herz der B\u00f6sen hingegen ist grausam.\u201c W\u00e4hrend der <em>Holl\u00e4ndische Katechismus<\/em> (Glaubensverk\u00fcndigung f\u00fcr Erwachsene) 1966 das Thema Umgang mit Tieren erw\u00e4hnt und auch das Zitat aus Spr\u00fcche 12 aufgreift, findet es im <em>Evangelischen Erwachsenenkatechismus&nbsp;<\/em> von 1975 noch keine Erw\u00e4hnung. In der Neuauflage von 2013 spielen Tiere noch immer keine gro\u00dfe Rolle, werden aber erw\u00e4hnt. Es geht jedoch intensiv um das Thema Sch\u00f6pfung und die Gef\u00e4hrdung der Lebensgrundlagen, um Umweltverantwortung. Die von der Moderne untersch\u00e4tzte Umweltverantwortung, so hei\u00dft es, wird in der j\u00fcdisch-christlichen \u00dcberlieferung wieder erkannt (525).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-text-color wp-block-paragraph\" style=\"color:#82de30\"><strong>4.4 Anthropozentrismus und Speziesismus \u2013 Theriozentrismus<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Christen wird vorgeworfen, den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen: Alles dreht sich um den Menschen (Anthropozentrismus). Dieser <em>Anthropozentrismus<\/em> sei <em>Speziesismus<\/em>, also hebt die eigene Gattung hervor und das ist gleichzusetzen mit Rassismus.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Sache ist nur: Wenn man noch so tierlieb ist, man ist es bewusst \u2013 also ist man es als Mensch.<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Man selbst entscheidet als Mensch, welchem Tier man seine m\u00fctterliche\/v\u00e4terliche F\u00fcrsorge zuwendet (einem Delfin, Eisb\u00e4ren oder Elefanten, Schimpansen, in denen ich mich als Mensch selbst wiedererkenne \u2013 oder einer Spinne, Schabe, einer Hufeisennagel-Fledermaus, einem Kiebitz).<\/li>\n\n\n\n<li>Als Mensch w\u00e4gt man Interessen ab, um zu entscheiden, welches Tier Rechte bekommen soll, welches nicht (s. Utilitarismus).<\/li>\n\n\n\n<li>Als Mensch ist man derjenige, der \u00f6kologisch bewusst leben m\u00f6chte und darum auch um der Umwelt Willen, in das System (z.B. gegen Klimaerw\u00e4rmung) eingreift.<\/li>\n\n\n\n<li>Der Mensch ist es, der sich in den Tieren widerspiegelt und Mitleid empfindet.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Mensch ist immer Anthropozentrist. Er kann nicht \u2013 um ein eigenes Wort zu pr\u00e4gen \u2013 <em>Therozentrist<\/em> (von griechisch: Ther(ion)\/Tierchen) sein. Die Frage ist nur: Wie lebe ich als Mensch mit den Wesen meiner Umwelt zusammen, wie lebe ich in der Umwelt, sehe ich mich als herausgehobenes Wesen, also als ein bewusst lebendes Wesen im guten Verh\u00e4ltnis zur Umwelt oder in Abgrenzung von ihr. Man muss dem in die Augen schauen \u2013 und das hat man jahrhundertelang zu erkl\u00e4ren versucht: Was ist das besondere am Menschen, warum ist er besonders? Und heute wei\u00df man, dass dieses Drehen um sich selbst Gefahren mit sich bringt \u2013 ein Umdenken ist notwendig, aber eben als ein Mensch, der sich seiner bewusst ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-text-color wp-block-paragraph\" style=\"color:#5200a3\"><strong>5. \u00dcberlegungen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Man muss Tiere nicht zu Menschen machen. Sie haben ihre&nbsp;<strong>eigene W\u00fcrde<\/strong>. Man muss einen Weg finden, ihren eigenen Wert zu erkennen und ihnen Rechte geben, die ihnen angemessen sind.<\/li>\n\n\n\n<li>Ich lerne daraus immer st\u00e4rker: Unangemessenes Verhalten gegen Tiere ist abzulehnen, Fleisch zu essen sollte etwas sein, das nicht selbstverst\u00e4ndlich wird, sondern dass man sich bewusst wird, was man tut. Tierqu\u00e4lerei mag manchen Tieren nicht schaden, weil sie es nicht sp\u00fcren (Insekten). Aber das zeigt doch, wes Ungeistes Kind&nbsp;<strong>Tierqu\u00e4ler<\/strong>&nbsp;sind (eine Schnake erschlagen qu\u00e4lt sie nicht. Aber ihr die Beine und Fl\u00fcgel ausrei\u00dfen, bevor man sie t\u00f6tet, zeigt den Ungeist eines Menschen; vgl. Kant). Die Unmenge an Fleisch, die weggeworfen wird, weil eine \u00dcberproduktion herrscht, sollte auch eingeschr\u00e4nkt werden.<\/li>\n\n\n\n<li>Erleiden&nbsp;<strong>Tiere Schmerz<\/strong>? Das ist die gro\u00dfe Frage, wann es nur reflexartige Reaktion ist oder auch die Verarbeitung eines Schmerzes in einer j\u00fcngeren Hirnregion. Auch Menschen f\u00fchlen Schmerzen, die zugef\u00fcgt werden, unterschiedlich. Wie ist es bei Tiergattungen? Ist es nicht immer der Mensch, der Schmerz hinein interpretiert, weil er sich in das Tier hinein versetzen kann? Das ist eine wichtige Frage. Ich selbst habe einmal eine Amsel schrecklich \u201eschreien\u201c h\u00f6ren, als sie von einer anderen Amsel im Flug traktiert wurde. Ich habe nur die Amsel erw\u00e4hnt, weil sie als Vogel ja nicht gerade zu den h\u00f6heren und damit beliebten Tieren (wie Eisb\u00e4ren, Elefanten, Delphine) z\u00e4hlt. Es war bei der Amsel weniger der Schmerz, sondern die Angst \u2013 was tiefer in \u201edie Psyche\u201c eines Tieres blicken l\u00e4sst als k\u00f6rperlicher Schmerz. (Aber das ist eine subjektive Interpretation.)<\/li>\n\n\n\n<li>Der Schmerz\/das Leiden des Tieres dient seit <em>Bentham<\/em> als Argument daf\u00fcr, das Tier gut zu behandeln. Kann Schmerz ein Argument f\u00fcr die Ethik sein? Gerade s\u00e4kulare Philosophie fragt immer:&nbsp;<em>Warum?<\/em>&nbsp;\u2013 und muss alles diskutieren (vgl. &#8222;Sein und Sollen&#8220;). Warum ist gerade das Thema Schmerz\/Leid ein Argument, mit Tieren \u201emenschlich\u201c umzugehen? Wenn man das Leiden als zentrales Argument nimmt, kann man dann mit Insekten, die ja nicht leiden (Heuschrecken fressen angeblich weiter, w\u00e4hrend sie von hinten verspeist werden), \u201eunmenschlich\u201c umgehen? Zudem ist das kein ethisches Argument im strengen Sinn. Ein&nbsp;<strong>ethisches&nbsp; Argument<\/strong>&nbsp;\u2013 allerdings eine religi\u00f6se <em>Letztbegr\u00fcndung<\/em> \u2013 ist aus j\u00fcdisch-christlicher Perspektive: Auch das Tier ist Gesch\u00f6pf Gottes \u2013 als ein solches hat der Mensch mit diesem im Sinne des Sch\u00f6pfungsauftrages umzugehen. Ein relevantes s\u00e4kulares ethisches Argument (<em>Kant<\/em>): Der Mensch, der sich moralisch am Tier vergeht, handelt nicht gem\u00e4\u00df der Forderungen menschlicher Vernunft. Wobei an dieser Stelle nat\u00fcrlich gefragt werden kann: Es gibt ganz vern\u00fcnftige Menschen, die mit Mensch und Tier barbarisch umgehen k\u00f6nnen. Vernunft ist ambivalent.<\/li>\n\n\n\n<li>F\u00fcr mich geht der Mensch immer vor. Sonst m\u00fcsste man auch so manches Halten eines Scho\u00dfh\u00fcndchens verbieten, weil es nicht artgerecht gehalten wird. Aber was hei\u00dft bei Z\u00fcchtungen \u201eartgerecht\u201c? Muss man nicht Z\u00fcchtungen insgesamt kritisch sehen? Auch die der Pferde.<\/li>\n\n\n\n<li>Reduktion von&nbsp;<strong>Tierversuche<\/strong>&nbsp;versucht man \u00fcber Datenbanken zu erreichen, die Forschungen ver\u00f6ffentlichen (<a href=\"https:\/\/www.aerztezeitung.de\/politik_gesellschaft\/medizinethik\/article\/979184\/animal-study-registry-neues-register-tierversuche-gestartet.html\">https:\/\/www.aerztezeitung.de\/politik_gesellschaft\/medizinethik\/article\/979184\/animal-study-registry-neues-register-tierversuche-gestartet.html<\/a>&nbsp;). Man kann \u00fcbrigens wissenschaftlich haltbare Ergebnisse zum Thema Schmerzempfnden und Leiden von Tieren nur \u00fcber Tierversuche herausfinden. Es sei denn: Man m\u00f6chte es nicht so genau wissen &#8211; und bei seinem subjektivem Ahnen bleiben. <\/li>\n\n\n\n<li>Zudem denke ich mir, dass man Menschen, die in Schlachtereien arbeiten, die M\u00f6glichkeit geben sollte, wenn sie es nicht mehr tun wollen, einen anderen Beruf zu finden. Ich denke mir, dass manche Skrupel bekommen k\u00f6nnen. Das hei\u00dft nicht, dass ich gegen den Beruf des Metzgers oder Schlachters, des J\u00e4gers bin. Die Menschen dienen unserer Ern\u00e4hrung. Er ist sehr wichtig. Gegen sie vorzugehen ist anma\u00dfend und Menschen verachtend. Aber wenn es Menschen geben sollte, die den Beruf nicht mehr aus\u00fcben k\u00f6nnen, sollte ihnen nicht die Armut drohen, sondern eben M\u00f6glichkeiten gegeben werden, eine Umschulung zu bekommen.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Tierrecht<\/strong>&nbsp;ist kompliziert. Im Recht geht es darum, einen Ausgleich zwischen gleichwertigen Personen mit ihren jeweiligen Anspr\u00fcchen herzustellen. Es geht um Gegenseitigkeit. Wenn es um Tiere (und Pflanzen) geht, dann ist der Mensch die dominante Person, die aus Verantwortungsbewusstsein einem ihr untergeordneten bzw. zugeordneten Wesen etwas zukommen l\u00e4sst, zum Beispiel angemessene Ern\u00e4hrung, artgem\u00e4\u00dfe Unterbringung und Bewegungsm\u00f6glichkeit. Was dann rechtlich verankert wird. Ein Verh\u00e4ltnis zum Tier beruht nie auf gleicher Ebene, sondern wird immer dem Tier gew\u00e4hrt. Selbst dann, wenn der Mensch Tiere nur noch in den ihnen zugewiesenen Arealen in freier Natur leben l\u00e4sst, ist es der Mensch, der die rechtlichen Rahmenbedingungen f\u00fcr das Tier schafft. Von der Natur her gesehen gibt es kein Recht. Recht ist von Menschen gemacht. Das Recht auf die gesamte Umwelt auszudehnen, nur damit dem Menschen bewusst wird, dass er sich Tieren und Pflanzen gegen\u00fcber angemessen zu verhalten hat, banalisiert das Recht.<\/li>\n\n\n\n<li>Wie oben geschrieben: Wir \u2013 in Mitteleuropa und Nordamerika \u2013 leben in anderen Zeiten als die Vorfahren. In Zeiten der Massentierhaltung, des Sattseins, des Handels weltweit, der Chemieindustrie, die Soja zu Schnitzel verarbeiten kann und B12 herstellen kann. Ich tue mich immer schwer damit, die vergangenen Zeiten zu verurteilen. Wir leben jetzt und sind f\u00fcr unsere Zeit jetzt verantwortlich \u2013 und es darf wiederum nicht eine neue Art des&nbsp;<strong>satten Kolonialismus<\/strong>&nbsp;stattfinden: Europ\u00e4er und Nordamerikaner geben der Welt vor, was gut ist und was b\u00f6se, was richtig und was falsch. Von daher kann der Papst \u2013 sollte auch die Evangelische Kirche in Deutschland \u2013 nicht der Welt vorgeben, was man in Mitteleuropa f\u00fcr verantwortungsvoll h\u00e4lt. Das ist diskutierend einzubringen, aber nicht ideologisch verkrampft durchzusetzen. Denn wir Menschen leben nun einmal in einem Dilemma, dass wir von anderem Leben leben m\u00fcssen. (Siehe unten Schweitzer.)<\/li>\n\n\n\n<li>Sonderbar ist, dass der europ\u00e4ische Mensch gegen afrikanische D\u00f6rfer in ihrem Umgang mit Elefanten oder indischen D\u00f6rfern in ihrem Umgang mit Tigern agitiert, aber selbst im eigenen Land ein ambivalentes Verh\u00e4ltnis zu Tieren entwickelt. Sind Elefanten und Tiger wichtiger als W\u00f6lfe, als Luchse, als solche Eindringlinge wie Waschb\u00e4ren? Wird an dieser Stelle eine neue Art&nbsp;<strong>Tier-Kolonialismus<\/strong>&nbsp;erkennbar? Das kann hier nicht entfaltet werden, soll nur eine gewisse Ambivalenz im Denken aufzeigen.<\/li>\n\n\n\n<li>Was die&nbsp;<strong>Seele<\/strong>&nbsp;betrifft: Ich selbst erfahre eine Dreiheit von K\u00f6rper-Geist-Seele. Ob ein Tier auch diese Erfahrung \u2013 unabh\u00e4ngig von Reflexion \u2013 macht, kann man als Mensch wohl kaum sagen. Die Antwort sollte aber auch nicht das Verhalten gegen\u00fcber dem Tier bestimmen, wenn man meint, es habe keine Seele. Grundlegend ist: Auch dieses ist Gesch\u00f6pf Gottes, mit dem der Mensch verantwortungsvoll umzugehen hat.<\/li>\n\n\n\n<li>Zum Thema&nbsp;<strong>Anthropozentrismus<\/strong>: In diesem Zusammenhang bedenke man auch noch etwas anderes: Selbst die Menschenrechte sind noch lange nicht weltweit durchgesetzt worden, obgleich der Mensch anthropozentrisch denkt. Denkt er wirklich in seinem tiefsten Wesen anthropozentrisch oder nicht doch eher mit Blick auf Ich, Familie, Stamm, Nation, Rasse\u2026? Allein an dieser Stelle gibt es noch \u00e4u\u00dferst viel zu tun, denn Menschenrechte werden weltweit mit F\u00fc\u00dfen getreten. Menschen und Tiere \u2013 beides muss man nicht gegeneinander ausspielen \u2013 darf man auch nicht. Ich bef\u00fcrchte allerdings, wenn der Mensch nicht mehr im Mittelpunkt steht, dass sich dann auch Menschen-Verachtung und damit verbunden Missachtung der Menschenrechte breit macht, der Mensch unter das Tier gestellt wird. (Das wird deutlich, im Jahr 2019: ein indisches Gericht hat geurteilt, dass zugunsten der Natur ein Teil der indigenen Bev\u00f6lkerung umgesiedelt werden muss.) Letztlich ist nicht nur das Tier Objekt des Menschen, sondern der Mensch ist Objekt mancher Interessengruppen. Was man schon lange beobachten kann ist diese Intention: Der Mensch ist nur ein (besonderes) Tier unter Tieren \u2013 von daher darf man ihn auch entsprechend negativ behandeln. Weiter gef\u00fchrt unter neuem Vorzeichen: Das Tier ist gut, weil es unbewusst handelt, der Mensch ist b\u00f6se, weil er bewusst gegen das Tier handelt \u2013 der Mensch muss bek\u00e4mpft werden. Wie auch immer: Der menschliche Umgang mit Menschen hat es aus verschiedenen Perspektiven nicht leicht.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center wp-block-paragraph\"><strong>Anmerkungen:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>(1)<\/strong> \u201eWo gefastet wird, ert\u00f6nt kein Todesschrei eines Tieres, str\u00f6mt kein Blut, kein erbarmungsloses Urteil des uners\u00e4ttlichen Bauches wird gef\u00e4llt \u00fcber irgendein Tier. Das Messer der K\u00f6che ruht. Die Tafel begn\u00fcgt sich mit dem, was die Natur gibt.\u201c (<em>Basilius der Gro\u00dfe<\/em>: Predigt \u00fcber das Fasten [Basilius, 330-379 war eine der herausragendsten Kirchenlehrer des 4. Jahrhunderts])<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>(2)<\/strong>&nbsp;<em>Friedrich Wilhelm Joseph Schelling<\/em>&nbsp;(1775-1854), studierte gemeinsam mit dem Philosophen <em>Hegel<\/em> und dem Schriftsteller <em>H\u00f6lderlin<\/em> evangelische Theologie, wandte sich der Philosophie zu. Er geh\u00f6rte dem <em>Deutschen Idealismus<\/em> an \u2013 das hei\u00dft: Der Grund der Welt wird in einem einheitlichen Geist, er ist der unfassbare Urgrund, gesehen. So geht dieser Geist, der Urgrund, die Natur, dem Denken des Menschen immer voraus. Der Verstand des Menschen kann diesem nicht gegen\u00fcberstehen, er kann die Natur nicht als Objekt ansehen, ohne sich selbst die Basis zu entziehen. Aber: Der Mensch ist mit der Natur nicht identisch, sondern sein Denken sieht Natur immer auch als sein Au\u00dfen, als sein Gegen\u00fcber an. Das bedeutet aber nicht, dass er sich von der Natur l\u00f6sen kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Natur produziert ohne Unterlass. Gleichzeitig hemmt sie diese Produktion (Vermehrung und Sterben gehen Hand in Hand). Der Urgrund\/Geist in der Natur produziert aber auch das Bewusstsein des Menschen, weist damit \u00fcber die Natur hinaus in die Kultur\/Kunst und Geschichte. (Es ist hier nicht m\u00f6glich den Deutschen Idealismus auch nur ann\u00e4hernd darzustellen, weder Hegel noch ihm vorausgehend <em>Spinoza<\/em>. Damit sei es bei diesen Stichworten belassen. Auch Schelling kann nur unzureichend dargestellt werden.) Hingewiesen sei noch auf&nbsp;<em>Ralph Waldo Emerson<\/em>&nbsp;(Theologe und Naturphilosoph, der sein kirchliches Amt aufgab; \u201eNatur\u201c, erschienen 1836), der den Geist Gottes in der Natur wirken sieht; der Mensch soll dem Geist in der Natur nachsp\u00fcren \u2013 er kann ihn erkennen, weil er selbst von dem Geist Gottes, der in der Natur wirkt, bestimmt wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>(3)<\/strong>&nbsp;<em>Albert Schweitzer&nbsp;<\/em>(1875-1965; Theologe, Arzt, Philosoph; Friedensnobelpreis 1952):<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Albert Schweitzer f\u00fchrte Ethik und Kultur zusammen und versuchte einen umfassenden Blick zu bekommen. Er stand in der Tradition des Idealismus, das hei\u00dft: Gott ist die Grundlage allen Seins. (Schweitzer sieht sich jedoch nicht als Pantheist, das hei\u00dft als einen, der Gott in den unpers\u00f6nlichen Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten der Natur findet, denn der Gott der Liebe ist nicht in der Natur zu finden, er offenbart sich als Person.) So belastet ihn die Frage, wie der Gott der Liebe, der liebend alles durchstr\u00f6mt, mit dem unermesslichen Leiden zusammengef\u00fchrt werden k\u00f6nne, das darin besteht, dass kein Lebewesen leben kann, ohne anderen Lebewesen Leid zuzuf\u00fcgen (man kann einem Vogel nur das Leben retten, wenn man ihm W\u00fcrmchen gibt). Die Natur kennt keine Ehrfurcht vor dem Leben, sie kennt kein Mitleiden mit anderen Gesch\u00f6pfen \u2013 aber der Mensch ist dadurch von Gott ausgezeichnet worden, dass er mitleiden und mit Ehrfurcht die Sch\u00f6pfung behandeln kann. Eine Hinwendung zu dem liebenden Gott bedeutet vor allem eine Hinwendung zu der gesamten Umwelt wie zu den Tieren im Besonderen. Weil der Mensch erkennt, dass er in einem Dilemma steht (von anderem Leben leben zu m\u00fcssen), hat er die Pflicht, so gut er kann, allem Lebendigen zu helfen. Der Glaubende muss nicht alle R\u00e4tsel mit Blick auf Gott l\u00f6sen. Das ist zwar schmerzlich, aber im Wissen vom geistigen Sein in Gott, dem Urgrund des Seins, durch die Liebe, besitzt er eben Liebe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Hinwendung zum \u201euniversalen Gott\u201c, dessen Liebe in uns real werden will, fand Schweitzer in <em>Jesus Christus <\/em>vorgegeben, so zum Beispiel darin, dass die Goldene Regel auf alles auszudehnen sei, nicht nur auf den Menschen \u2013 was mit der Jesus-Mystik des Apostels <em>Paulus<\/em> vertieft wird. Erst wenn eine solche Hinwendung zum universalen Gott geschieht \u2013 erf\u00fcllt vom Geist Jesu, wenn Ehrfurcht vor dem Leben \/ Liebe zu dem Leben&nbsp; gewahrt wird, kann erst Frieden auf der Erde werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schweitzer wird heftig von&nbsp;<em>Stefan Bernhard Eck: Auf dem Pr\u00fcfstand: Albert Schweitzer und die Ethik der Ehrfurcht vor dem Leben, Saarbr\u00fccken 2002 (als PDF-Datei vom Arbeitskreis Tierrechte&amp;Ethik ver\u00f6ffentlicht)<\/em>&nbsp;aus verschiedenen Perspektiven kritisiert. So habe er zum Beispiel philosophisch nicht alles zu Ende gedacht, er appelliere an das Gewissen, biete somit nicht konkrete Orientierungshilfe. Schweitzer erkenne nicht, dass der Mensch ein Raubtier ist, das ohne Zwang nicht moralisch handelt. Wie kommt es zu dem Fehler Schweitzers? Er denkt christlich, gepr\u00e4gt vom \u201eprotestantischen Humanit\u00e4tsideal\u201c. Zudem steht ihm der Anthropozentrismus im Wege, der von der Bibel vorgegeben wird. Trotz vernichtender Kritik kann der Kritiker \u00fcberraschend sagen, dass die \u201eEthik\u201c von Schweitzer \u201ein vielen Teilbereichen richtungsweisend ist\u201c. Gegen die Sicht von Schweitzer wird jedoch der moderne \u201eQuantensprung\u201c, \u201eder Paradigmenwechsel\u201c gestellt: \u201eessentielle Gleichartigkeit aller Lebewesen\u201c \u2013 allerdings ist das noch nicht realisiert, sondern es bleibt das \u201ePrinzip Hoffnung\u201c. Muss es auch, denn der Autor hat ja an Schweitzer kritisiert, dass dieser nicht erkennt, dass der Mensch ein Raubtier ist. Sollte der moderne Mensch wirklich anders sein?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Grunde verdeutlicht diese Kritik nur, was oben gesagt wurde: Es gibt unterschiedliche Str\u00f6mungen\/Ans\u00e4tze mit Blick auf das Verhalten des Menschen gegen\u00fcber Tieren. Die von Eck ist nur eine unter ihnen \u2013 die selbst keinen neuen Weg f\u00fcr Ethik weist, sondern Vorstellungen \u00e4u\u00dfert, wie es besser w\u00e4re. Aber wie kommt man dahin? Die Graphik 5.1 ist bezeichnend: Viele H\u00e4mmer werden gezeichnet, die das Haus: \u201eEthik der Ehrfurcht vor dem Leben\u201c zerst\u00f6ren. Aber: Was baut auf?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Rachel Carson<\/em>, die ihr Buch <em>\u201eDer stumme Fr\u00fchling\u201c<\/em> mit einem Zitat von Albert Schweitzer beginnt, hat dann 1962 ganz genau aufgeschrieben, was man tun k\u00f6nne, um Gifte aus der Umwelt zu bekommen. Man sieht daran, dass man auch in dieser Frage auf den Schultern anderer steht. Spannend ist es aber auch zu sehen: Carson k\u00e4mpfte gegen DDT \u2013 f\u00fcr die Umwelt -, Schweitzer k\u00e4mpfte f\u00fcr Ehrfurcht vor dem Leben. Ihm ging es in erster Linie um die \u00c4nderung der Gesinnung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">*<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color wp-block-paragraph\" style=\"color:#a36700\">Weiterf\u00fchrende Literatur (der auch zahlreiche Infos in der oben genannten Darlegung entnommen wurden):<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Rainer Hagencord: Gott und die Tiere. Ein Perspektivenwechsel, topos plus Kevelaer 2018<\/li>\n\n\n\n<li>Kurt Remele: Die W\u00fcrde des Tieres ist unantastbar. Eine neue christliche Tierethik, Butzon&amp;Bercker Kevelaer 2016<\/li>\n\n\n\n<li>Albert Schweitzer: Die Ehrfurcht vor dem Leben. Grundtexte aus f\u00fcnf Jahrzehnten, Hg. v. Hans Walter B\u00e4hr, C.H. Beck Verlag, 10. Auflage 2013<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">*<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-medium-font-size wp-block-paragraph\">EIN VORL\u00c4UFIGER&nbsp; ASPEKT ZUR UMWELTETHIK:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00c4sthetische Wahrnehmung von Natur<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Naturwissenschaftliche Wahrnehmung von Natur ist nur eine M\u00f6glichkeit. Neben dieser gibt es die Wahrnehmung der Natur als etwas, das \u00fcber den Menschen hinausgeht (in manchen Religionen wird sie auch als etwas Transzendentes erfahren). In unserer Kultur kann es (seit der Romantik) durch Kunst, Literatur, Musik zum Ausdruck gebracht werden, in der der Mensch von der Natur ergriffen wird, bzw. wird in der Aussage deutlich: Gott in der Natur erfahren (<em>Ralph Waldo Emerson<\/em> [19. Jahrhundert], in etwas anderer Intention: <em>Ludwig Gotthard Kosegarten<\/em> [1758-1818]). Im christlichen Glauben kann sie auch als \u201eSpur Gottes\u201c wahrgenommen werden, in der man als Glaubender den Sch\u00f6pfer ahnen und \u00fcber seine Taten staunen kann. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Wahrnehmung der Natur unterscheidet sich von der neuzeitlichen Naturwahrnehmung durch die Wissenschaft, in der Natur als Objekt wahrgenommen wird; sie unterscheidet sich auch von der animistischen Tradition des Menschen, in der Natur von Geistern beseelt ist; sie unterscheidet sich ebenso von der Intention, in der die Natur selbst als g\u00f6ttliche, als transzendente Gr\u00f6\u00dfe erfahren wird. Diese \u00e4sthetische Wahrnehmung der Natur ist von der rationalen Wissenschaft nicht erfassbar \u2013 h\u00f6chstens im Versuch, das psychisch zu erkl\u00e4ren (Auszug aus:&nbsp;<a href=\"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/mensch\/glaube-und-naturwissenschaft-1\/\">https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/mensch\/glaube-und-naturwissenschaft-1\/<\/a> ). Ein Philosophischer Versuch wurde oben unter Anmerkung 2: Schelling \u2013 erkennbar.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Zu diesem Thema siehe: Josef Bordat: Kirche im Klimawandel. Eine Handreichung f\u00fcr Katholiken, Tredition 2020. <\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anmerkungen zur Tier-Ethik und Umwelt-Ethik 1. Bileams Esel Im Buch Numeri (4. Buch Mose) finden wir in Kapitel 22 die Geschichte von Bileam und dem Esel. Es ist eine sonderbare Geschichte. 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