{"id":301,"date":"2019-06-30T10:46:10","date_gmt":"2019-06-30T08:46:10","guid":{"rendered":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/?page_id=301"},"modified":"2025-04-21T09:01:09","modified_gmt":"2025-04-21T07:01:09","slug":"glaube-und-naturwissenschaft-1","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/mensch\/glaube-und-naturwissenschaft-1\/","title":{"rendered":"Glaube und Naturwissenschaft 1"},"content":{"rendered":"\n<p>Siehe neue Versionen: <a href=\"https:\/\/mini.evangelische-religion.de\/glaube-und-naturwissenschaft-1\/\">https:\/\/mini.evangelische-religion.de\/glaube-und-naturwissenschaft-1\/<\/a> und <a href=\"https:\/\/mini.evangelische-religion.de\/glaube-und-naturwissenschaft-2\/\">https:\/\/mini.evangelische-religion.de\/glaube-und-naturwissenschaft-2\/<\/a> und <a href=\"https:\/\/mini.evangelische-religion.de\/glaube-und-wissenschaft-3\/\">https:\/\/mini.evangelische-religion.de\/glaube-und-wissenschaft-3\/<\/a> <\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-medium-font-size\">GLAUBE UND NATURWISSENSCHAFT<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-text-color\" style=\"color:#00a302\"><strong>A. Weltbilder allgemein<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-text-color\" style=\"color:#a35d00\"><strong>1. Weltbilder\/Menschenbilder<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>1a. Kosmos:<\/em><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>\u00c4gyptisches Weltbild \u2013 in der Antike weit verbreitet: Naturm\u00e4chte sind Gottheiten; Entstehung der Welt &#8211; der Natur &#8211; ist zun\u00e4chst eine \u201eGeburt\u201c der G\u00f6tter.<\/li><li>Babylonisches Weltbild\/Thales (7. Jahrhundert vor Christus): Himmel als Gew\u00f6lbe, Erde als Ebene, von Wasser umgeben;<\/li><li>Ptolem\u00e4isch (2. Jahrhundert nach Christus) \/ Geozentrisch: Himmel als Kugel, in deren Mitte liegt die Erde als Kugel \u2013 weiter gef\u00fchrt: das ganze Universum dreht sich um die Erde;<\/li><li>Augustinus 4.\/5. Jahrhundert hat das geozentrische Verst\u00e4ndnis \u00fcbernommen, allerdings Gott hinzugef\u00fcgt, der das Universum umgibt.<\/li><li>Kopernikanisch (15.\/16. Jahrhundert) \/ Heliozentrisch: Planeten -damit auch die Erde &#8211; drehen sich um die Sonne.<\/li><li>Zeitgen\u00f6ssisch: Unser Sonnensystem ist nur ein winziger Bereich in der Milchstra\u00dfen-Galaxie, diese ist eine Galaxie unter anderen.<\/li><li>Unbewiesen: Unser Universum ist nur eines unter vielen \u2013 Multiversen.<\/li><li>K\u00fcnftig: ???<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><em>1b. Anthropologie:<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Wie sich das Weltbild ver\u00e4nderte, so auch das Bild, das sich der Mensch vom Menschen macht (genauer s. Anthropologie):<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Babylonisch: der Mensch ist von G\u00f6ttern aus einem toten Gott als sterblicher Diener der G\u00f6tter geschaffen worden;<\/li><li>Animistisch: der Mensch ist abh\u00e4ngig von Natur- und Ahnengeistern;<\/li><li>Allgemeine Sicht: Dominanz der M\u00e4chtigen bzw. der m\u00e4chtigen Gruppen \u00fcber die Unterworfenen;<\/li><li>J\u00fcdisch-christlich: jeder Mensch ist Ebenbild Gottes, freier, verantwortlicher Statthalter;<\/li><li>Zeitgen\u00f6ssisch vielfach: Mensch als Zufall der biologischen Evolution.<\/li><li>K\u00fcnftig: ???<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-text-color\" style=\"color:#a35d00\"><strong>2. Aus welcher Perspektive wird die Welt betrachtet?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es besteht ein gro\u00dfer Unterschied zwischen den Betrachtungen einer Wiese durch: einen Dichter, Biologin, Landwirt, Immobilienmakler, Liebespaar\u2026<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color\" style=\"color:#a30003\">Aufgabe: Stelle die unterschiedlichen Blickwinkel ausf\u00fchrlich dar.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-text-color\" style=\"color:#a35d00\"><strong>3. Wandelnde Weltbilder und ungen\u00fcgende Sprache<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Welt- und Menschenbilder sind durch die Jahrhunderte verschieden \u2013 oder auch weltweit unterschiedlich kulturell gepr\u00e4gt. Die Verabsolutierung eines Weltbildes wird zur Ideologie. Wenn andere dazu gezwungen werden, eine Weltanschauung zu \u00fcbernehmen, herrscht keine Freiheit mehr vor, sondern Totalitarismus. Der Mensch selbst kann sich und seine Welt nicht absolut sehen, er wandelt sich st\u00e4ndig (j\u00fcdisch-christlich gesprochen: Der Mensch ist als Ebenbild Gottes ein Geheimnis wie Gott ein Geheimnis ist).<\/p>\n\n\n\n<p>Die Sprache ist begrenzt. W\u00f6rter \/ Texte k\u00f6nnen nie alles aussagen, was der Mensch aussagen m\u00f6chte. Unsere Sprache vermittelt aufgrund der Begrenztheit ein begrenztes Weltbild. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\">Wer sich mit Pferden besch\u00e4ftigt, kennt viele Begriffe, um die Pferde voneinander zu unterscheiden: Rappe, Schimmel, Fuchs, Schecke, Wallach, Hengst, F\u00fcllen, Stute, Kaltbl\u00fcter, Warmbl\u00fcter, Vollblut, Hannoveraner, Trakehner&#8230; &#8211; wer sich mit Pferden nicht auskennt, sagt nur: ein schwarzes Pferd! Das bedeutet, w\u00e4hrend manche nur ein schwarzes Pferd sehen, sehen andere eben ein vielf\u00e4ltiges Wesen. Sie k\u00f6nnen ganz anders \u00fcber die Pferde reden, weil sie ein breiteres Spektrum an W\u00f6rter haben. <\/p>\n\n\n\n<p>Das gilt f\u00fcr alle Bereiche. Auch die der Philosophie, der Naturwissenschaften, der Theologie usw. Aber dennoch ist die Sprache begrenzt, so viel M\u00f6glichkeiten sie auch bietet. Und wenn eben eine Kultur nicht viel &#8211; zum Beispiel &#8211; mit einem Pferd zu tun hat, dann sieht sie weniger als Kulturen, die viel mit Pferden zu tun haben. Kulturen, die eine begrenzte Sprache haben, haben auch ein in der jeweiligen Hinsicht begrenztes Weltbild. Das betrifft nicht nur einzelne Kulturen, sondern den Menschen \u00fcberhaupt. Er hat eine begrenzte Sprache. Er versucht sie immer weiter auszudehnen, zum Beispiel in der Dichtung, in der Philosophie, der Theologie &#8211; aber auch dieser Versuch zeigt, dass die Sprache begrenzt ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-text-color\" style=\"color:#00a302\"><strong>B (Natur-)Wissenschaft<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-text-color\" style=\"color:#a35d00\"><strong>1. Definition<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wissenschaft ist der Versuch, die Welt, die wir wahrnehmen, zu verstehen, zu deuten. Wissenschaft begr\u00fcndet methodisch das, was ist \u2013 aber sie deutet. Somit gilt f\u00fcr Wissenschaft, dass Ergebnisse nur eine Zeit lang gelten \u2013 dass sie verifizierbar (Positivismus), falsifizierbar sein m\u00fcssen (Popper). Wesentliches Kennzeichen f\u00fcr Wissenschaft: Beobachtungen werden diskutiert. Werden in der Wissenschaft Tabus errichtet, mutiert sie zur Ideologie. Methoden der unterschiedlichen Wissenschaften variieren: Naturwissenschaften haben andere Methoden entwickelt als Geisteswissenschaften: Soziologie, Psychologie\/Anthropologie, Historische Wissenschaften, Literaturwissenschaft, Kunstwissenschaft\u2026 und Theologie (Theologie greift Methoden anderer Wissenschaften auf und pr\u00e4gt sie wiederum). Die Methoden k\u00f6nnen sich allerdings \u00fcberschneiden. Naturwissenschaften und Geisteswissenschaften haben unterschiedliche Zug\u00e4nge zur Welt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-text-color\" style=\"color:#a35d00\"><strong>2. Grenzen der (Natur-)Wissenschaft<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Axiome \/ Theorien \/ Hypothesen:<\/strong>&nbsp;Eine Hypothese geht voraus &#8211; man nimmt aufgrund bisheriger Beobachtungen etwas an, das dann aufgrund von weiteren Beobachtungen evtl. deutlicher in Theorien\/Interpretationen einm\u00fcnden, somit verfestigt werden kann. Hypothesen sind immens wichtig, weil sie erst einmal einen Aspekt wahrnehmen lassen, den es dann zu untersuchen gilt. Eine anf\u00e4ngliche Hypothese f\u00fchrt zur Theoriebildung (z.B. Urknall \u2013 denn er ist bekanntlich nicht bewiesen, aber alles deutet &#8211; zumindest gegenw\u00e4rtig darauf hin -, dass es ihn gegeben haben wird; ebenso k\u00f6nnen wir nur vermuten, wie Galaxien usw. entstanden sind. Hypothesen zur Entstehung des Lebens aus Materie sind bislang ebenfalls nicht bewiesen, Beobachtungen m\u00fcnden aber in Theorien ein). Um jedoch kommunikabel zu sein, m\u00fcssen Begriffe definiert werden &#8211; operationalisiert werden. Das bedeutet: Man muss pr\u00e4zise reden &#8211; aber dadurch, dass Worte durch Definitionen begrenzt werden, k\u00f6nnen sie zwangsl\u00e4ufig nur einen kleinen Bereich der Wirklichkeit (siehe unten) abdecken. Wissenschaft ist ohne den Rahmen, ohne die Einengung, die die Sprache immer mit sich bringt, nicht m\u00f6glich. Von daher bevorzugen Naturwissenschaftler die mathematische Sprache, da sie wohl mehr sagt, als Worte ausdr\u00fccken k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nur das, was in Raum und Zeit messbar ist, Materie usw., kann auch untersucht werden.&nbsp; \u201eNaturgesetze\u201c sind Axiome (Festlegungen) &#8211; im Grunde aber Theorien, die seit l\u00e4ngerer Zeit nicht durch Falsifizierung widerlegt wurden. (Wissenschaftshistoriker sind manchmal skeptischer als Wissenschaftler der jeweiligen F\u00e4cher.)<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Erkenntnisspr\u00fcnge:<\/strong>&nbsp;das alte mechanische-materialistische Weltbild wird durch die Relativit\u00e4tstheorie (Verh\u00e4ltnis von Raum und Zeit \u2013 Gravitation kr\u00fcmmt Raum und Zeit und Licht; Zusammenhang von Licht und Materie) und die Quantenphysik (Welle-,Teilchendualismus, nicht Determiniertheit physikalischer Vorg\u00e4nge, der Beobachter beeinflusst diese Vorg\u00e4nge) \u00fcberholt. K\u00fcnftige Erkenntnisspr\u00fcnge in der Wissenschaft und somit im Weltbild sind nicht vorhersagbar. Zurzeit kann man Relativit\u00e4tstheorie und Quantenphysik nicht zusammenf\u00fchren. M\u00f6glicherweise wird eine Theorie, die beide zusammenf\u00fchren kann, einen neuen Erkenntnissprung mit sich bringen. Der Zusammenhang von Chaos und Ordnung ist ebenfalls nicht bekannt: Wie kann aus Chaos Ordnung entstehen? <\/p>\n\n\n\n<p>Worin liegt die&nbsp;<strong>Begrenztheit<\/strong>? Begrenzte Wahrnehmungs- und Interpretationsf\u00e4higkeit des Verstandes aufgrund seiner evolution\u00e4ren Entstehung. Der Mensch steht nicht au\u00dferhalb des Systems und kann Gesamtwirklichkeit nicht erfassen. Mit Kant (Platon) gesagt: der Mensch erkennt nicht das Ding an sich, sondern nur die Erscheinung. Sinnesorgane sind ebenfalls begrenzt \u2013 auch in ihrer Verarbeitung durch das Gehirn. Man kann diese Begrenztheit immer weiter ausdehnen, so in der Philosophie oder in der Beobachtung, dass unser materielles Denken durch das Mit- und Ineinander von Materie\/Energie\/Wellen in Frage gestellt wird &#8211; auch wenn wir es nicht verstehen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Unterscheidung von&nbsp;<strong>Wirklichkeit und Realit\u00e4t<\/strong>. Es gibt unterschiedliche M\u00f6glichkeiten, Realit\u00e4t und Wirklichkeit zu unterscheiden. Beide werden meistens synonym gebraucht. Realit\u00e4t ist jedoch das, was messbar ist usw. Wirklichkeit ist umfassender = Bewusstsein, Soziales, Emotionales, Spirituelles stehen mit der Realit\u00e4t in Wechselwirkung, weil sie vom Beobachter abh\u00e4ngig ist. Diese Unterscheidung wird jedoch nicht immer konsequent durchgef\u00fchrt \u2013 zudem wird das, was hier Realit\u00e4t genannt wurde, als Wirklichkeit bezeichnet und was hier als Wirklichkeit bezeichnet wurde, als Realit\u00e4t. Was also wesentlich ist: Ein Gef\u00fchl daf\u00fcr zu bekommen, dass es unterschiedliche Wahrnehmungsm\u00f6glichkeiten von Realit\u00e4t\/Wirklichkeit gibt. Anders formuliert: Wirklichkeit beinhaltet eine F\u00fclle an M\u00f6glichkeiten. Realit\u00e4t ist das, was wir aus der F\u00fclle an Wirklichkeit punktuell wahrnehmen. Was wir aus der F\u00fclle wahrnehmen k\u00f6nnen, ist abh\u00e4ngig von unserem kulturellen, wissenschaftlichem, technischem, religi\u00f6sen Umfeld. Mit Thomas von Aquin gesagt: Der Erkennende erkennt nur soweit, wie es seiner Erkenntnisf\u00e4higkeit entspricht. Was er aus der F\u00fclle an Wirklichkeit wahrnimmt, das ist dann die Realit\u00e4t.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Selbstbeschr\u00e4nkung<\/strong>&nbsp;der Naturwissenschaft: Wissenschaft beschr\u00e4nkt sich selbst auf die Natur. Transzendentes\/G\u00f6ttliches wird ausgeklammert. Man beschreibt nur Naturgesetze und versucht sie mit Blick auf die Natur zu erkl\u00e4ren. Versucht Naturwissenschaft Transzendentes zu erkl\u00e4ren, \u00fcberschreitet sie Grenzen. Ebenso werden grenzen \u00fcberschritten, wenn, wie in der Esoterik, Natur transzendiert wird.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Evolutionstheorie + Intelligent Design + Kreationismus<\/strong>: <em>Evolutionstheorie<\/em> sieht, dass sich die Arten der Lebewesen auseinander entwickelt, optimiert haben. <em>Intelligent Design<\/em> sieht, dass das nicht m\u00f6glich ist, weil vieles zur selben Zeit vorhanden gewesen sein m\u00fcsste: Eine Zelle kann sich nicht erst langsam entwickeln, denn Komponenten m\u00fcssen gleichzeitig vorhanden gewesen sein, was auf einen \u201ePlaner \/ Designer\u201c schlie\u00dfen l\u00e4sst. Die Komplexit\u00e4t der einzelnen Lebewesen ist zu gro\u00df, um durch Zufall entstanden sein zu k\u00f6nnen. Dieser Designer muss nicht als Gott bezeichnet werden. Denn man schlie\u00dft von der Komplexit\u00e4t zur\u00fcck auf eine Intelligenz \u2013 wie auch immer sie zu definieren ist &#8211; und nicht von einem Gott ausgehend auf die Komplexit\u00e4t. Gott ist f\u00fcr Glaubende ein Wille, der jetzt noch agiert \u2013 das muss der Ursprungs-Designer aus Sicht der Vertreter des Intelligent-Design nicht. <em>Kreationismus<\/em>, der wissenschaftlich argumentativ arbeitet, sagt: Gott habe alles erschaffen und habe die Ver\u00e4nderung in den Arten angelegt. Die Ver\u00e4nderungen bleiben innerhalb der Arten (Anpassungsf\u00e4higkeit der Arten ist sch\u00f6pfungsgem\u00e4\u00df \u2013 Artensprung ist es nicht [aus einem Fisch kann kein S\u00e4ugetier entstehen]).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u00c4sthetische und andere Wahrnehmungen von Natur<\/strong>: Naturwissenschaftliche Wahrnehmung von Natur ist nur eine M\u00f6glichkeit. Neben dieser gibt es die Wahrnehmung der Natur als etwas, das \u00fcber den Menschen hinausgeht (in manchen Religionen wird sie auch als etwas Transzendentes erfahren). In unserer Kultur kann es (seit der Romantik) durch Kunst, Literatur, Musik zum Ausdruck gebracht werden, in der der Mensch von der Natur ergriffen wird, bzw. wird in der Aussage deutlich: Gott in der Natur erfahren (Ralph Waldo Emerson [19. Jahrhundert], in etwas anderer Intention: Ludwig Gotthard Kosegarten [1758-1818]). Im christlichen Glauben kann sie auch als \u201eSpur Gottes\u201c wahrgenommen werden, in der man als Glaubender den Sch\u00f6pfer ahnen und \u00fcber seine Taten staunen kann (siehe C 2.). Diese Wahrnehmung der Natur unterscheidet sich von der neuzeitlichen Naturwahrnehmung durch die Wissenschaft, in der Natur als Objekt wahrgenommen wird; sie unterscheidet sich auch von weiteren M\u00f6glichkeiten, Natur wahrzunehmen: von der animistischen Tradition des Menschen, in der Natur von Geistern beseelt ist; sie unterscheidet sich ebenso von der Intention, in der die Natur selbst als g\u00f6ttliche, als transzendente Gr\u00f6\u00dfe erfahren wird. Diese \u00e4sthetische Wahrnehmung der Natur ist von der rationalen Wissenschaft nicht erfassbar. Aber: Sie beeinflusst auch Naturwissenschaftler, wie an Heisenberg zu sehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color\" style=\"color:#a33600\">Die Bedeutung der \u00c4sthetik f\u00fcr die Naturwissenschaften stellt zum Beispiel Olaf L. M\u00fcller: Zu sch\u00f6n, um falsch zu sein. \u00dcber die \u00c4sthetik in der Naturwissenschaft, S. Fischer, Frankfurt\/Main 2019, dar.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-text-color\" style=\"color:#a35d00\"><strong>3. Bedeutung der Wissenschaft<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wissenschaft \u00fcbt Macht aus auf das Leben der Menschen. Sie ver\u00e4ndert das Leben, das Weltbild, das Denken:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Medizin: Abtreibung, Sterbehilfe, Geburtshilfe, neuronale Prozesse \u2013 chemische Vorg\u00e4nge im Hirn messbar und bestimmten Arealen zuweisbar: Geist und Bewusstsein sind messbar.<\/li><li>Technik\u2026 \u2013 PC\u2026<\/li><li>Chemie: Nahrungsmittel, Energie, \u2026<\/li><li>Mathematik (Festlegung: 1+1=2)\u2026<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Eigenes Wissenschaftsverst\u00e4ndnis: Menschen trauen der Wissenschaft sehr viel zu, wobei vielfach unbeachtet bleibt, dass es&nbsp;<em>die<\/em>&nbsp;Wissenschaft nicht gibt, sondern nur viele Menschen, die Wissenschaft betreiben, entsprechend fehlbar sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht nur an der Religion findet Naturwissenschaft ihre Grenze, sondern auch an der Ethik: Naturwissenschaft darf nicht sagen, was wir tun sollen, welchen Sinn das Leben hat. Wenn sie das versucht, wird sie zur Ideologie, zu einer Pseudoreligion.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-text-color\" style=\"color:#00a302\"><strong>C Glaube \/ Bibel und (Natur-)Wissenschaft<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-text-color\" style=\"color:#a35d00\"><strong>&nbsp;1. Was bedeutet \u201eGlaube\u201c?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>(a) credo aliquid: ich glaube etwas (morgen scheint die Sonne);<\/li><li>(b) credo in aliquem: Ich vertraue jemandem.<\/li><li>(b) = christlich. Christen glauben nicht an die Bibel, sondern an Gott, der von der Bibel und dem Heiligen Geist bezeugt wird. <\/li><li>(Die Aussage: Ich glaube nur, was ich sehe ist unlogisch, denn was man sieht, muss man nicht glauben.)<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Sch\u00f6pfungsgeschichten (Gen 1 und 2 und Psalm 8 und 104) und Wunderberichte des Neuen Testaments werden vielfach mit dem Thema Wissenschaft verbunden. (Dazu s. die jeweiligen Beitr\u00e4ge auf der Seite www.evangelische-religion.de.) Die erste Sch\u00f6pfungsgeschichte (Gen 1) entstammt der orientalischen Weisheit. Und Weisheit ist f\u00fcr die damalige Zeit das, was wir heute als Wissenschaft bezeichnen. Und so erkennen wir Katalogisierungen, die Grundlage der Wissenschaft: Was gibt es eigentlich alles? Wie kann man es zuordnen (Tier-Pflanze-Himmelsk\u00f6rper, weitergehend: Tiere auf dem Land, im Wasser, in der Luft\u2026). Sie werden benannt \u2013 benennen hei\u00dft: beherrschen. Gott sah alles an und es war sehr gut, hei\u00dft es. Die Sch\u00f6pfungsgeschichte ist im babylonischen Exil entstanden, im Chaos, in der Traurigkeit \u2013 und siehe: Alles war sehr gut. Die Wissenschaft als Weisheit erkennt, dass trotz sozialen Durcheinanders die Grundlage der Sch\u00f6pfung gut ist. Diese Wissenschaft erkennt Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten, an denen man sich festhalten kann, auch wenn das Leben des Individuums wie der Gesellschaft chaotisch ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Apostolisches Glaubensbekenntnis (+ Luthers Erkl\u00e4rung [&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.ekd.de\/Kleiner-Katechismus-Zweite-Hauptstuck-13471.htm\">https:\/\/www.ekd.de\/Kleiner-Katechismus-Zweite-Hauptstuck-13471.htm<\/a>]: Das Glaubensbekenntnis ist insgesamt ein Text, der nur schwer mit dem Thema Wissenschaft zu verkn\u00fcpfen ist. Nicht nur die \u201eJungfrauengeburt\u201c ist f\u00fcr den modern-wissenschaftlichen Denker schwer zu verstehen. Es beginnt schon mit: Ich glaube an Gott\u2026 Aber: Der Verstand wurde von Gott geschaffen, darum k\u00f6nnen sich Glaube und Wissenschaft nicht widersprechen (Benedikt XVI.: Regensburger Rede, 2006). Und so stellt sich grunds\u00e4tzlich die Frage: Wissen wir schon genug a) von der Bibel und b) von der Naturwissenschaft, um eindeutige Antworten geben zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color\" style=\"color:#a30003\">Aufgabe: Hier&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.der-schwache-glaube.de\/2015\/08\/24\/glaubensbekenntnisse-wilhelm-willms-dorothee-solle-jorg-zink-und-andere-muss-noch-erganzt-werden-christoph-fleischer-werl-2010\/\">http:\/\/www.der-schwache-glaube.de\/2015\/08\/24\/glaubensbekenntnisse-wilhelm-willms-dorothee-solle-jorg-zink-und-andere-muss-noch-erganzt-werden-christoph-fleischer-werl-2010\/<\/a>&nbsp;finden wir viele Glaubensbekenntnisse der Moderne. Lies sie durch. Gibt&nbsp; es eines dieser Bekenntnisse, das Du 1:1 \u00fcbernehmen k\u00f6nntest? Formuliere ein eigenes Glaubensbekenntnis \u2013 vielleicht auch in Spannung zur christlichen Tradition.<\/p>\n\n\n\n<p>Christlicher Glaube h\u00e4ngt auch von der Bibel ab. Aber es gibt unterschiedliche Ansichten \u00fcber den angemessenen Umgang mit der Bibel:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Kreationistisch-fundamentalistisch: So wie es in der Bibel steht, war es auch, denn Gottes Geist hauchte den Menschen die Worte ein (Inspirationslehre). Und nur die Menschen, die Gottes Geist haben, k\u00f6nnen die wahre Intention verstehen.<\/li><li>Historisch-kritisch: Gott spricht durch Menschen (s.o.: Einbezug von Soziologie, Psychologie, Historische Wissenschaften, Literaturwissenschaft\u2026) \u2013 der Mensch, der das ber\u00fccksichtigt, kann die Bibel verstehen.<\/li><li>Die Bibel ist ein altes Buch, das aus einer Sammlung von Texten besteht, die von Menschen geschrieben wurden und Weisheiten beinhalten k\u00f6nnen, die manche Menschen bis heute beeinflussen.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color\" style=\"color:#a30003\">Aufgabe: Wie denkst Du \u00fcber die Bibel? Vielleicht die Punkte kombinierend?<\/p>\n\n\n\n<p>Wie auch immer man die Bibel interpretieren mag: Sie hatte f\u00fcr die Ausbildung der Wissenschaft eine immense Bedeutung, was man daran sieht, dass im j\u00fcdisch-christlichen Kulturkreis Wissenschaft sehr gro\u00df geschrieben wird:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Die Bibel hat die Welt entg\u00f6ttlicht \u2013 und das auf breiter Ebene. Im griechischen Bereich haben Menschen schon \u00c4hnliches gedacht (z.B. Anaximenes 6.Jh.v. Chr.), das hatte aber bev\u00f6lkerungsm\u00e4\u00dfig keine gro\u00dfen Auswirkungen. Empedokles (5. Jh. V. Chr.) zum Beispiel sah die vier Elemente als G\u00f6tter an, die Stoiker sahen alles vom Pneuma \u2013 Zeus \u2013 durchdrungen an.<\/li><li>Die Bibel \u00f6ffnet die Perspektive des Menschen mit Blick auf das Transzendente. Der Mensch muss nicht in sich selbst verharren.<\/li><li>Sie lehrt uns: Gott als Sch\u00f6pfer ist kein Teil der Sch\u00f6pfung, er kann nicht bewiesen werden, und wenn einer meint, ihn bewiesen zu haben, ist es nicht Gott, das er bewiesen hat: Gott kann nur erfahren und bekannt werden.<\/li><li>Sie lehrt uns, dass die Sch\u00f6pfung nicht zuf\u00e4llig oder aus einer Art innerer Notwendigkeit heraus entstanden ist, sondern sie ist von Gott gewollt. Damit ist ihrer Existenz auch ein Sinn gegeben.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-text-color\" style=\"color:#a35d00\"><strong>2. Das Verh\u00e4ltnis Glaube und (Natur-)Wissenschaft<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color\" style=\"color:#a35d00\">(Vgl. z.B.&nbsp;Ian G. Barbour: Naturwissenschaft trifft Religion. Gegner, Fremde, Partner?, G\u00f6ttingen 2010 und Francis S. Collins: Gott und die Gene. Ein Naturwissenschaftler entschl\u00fcsselt die Sprache Gottes, Freiburg 2012; Barbara Drossel u.a.: Naturwissenschaftler reden von Gott, Gie\u00dfen 2016)<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Naturwissenschaft und Glaube sind miteinander im Gespr\u00e4ch \u2013 m\u00fcssen es auch sein, da beide ein Teil menschlicher Geistesarbeit und Weltwahrnehmung sind.<\/li><li>Wissenschaft greift Sprache des Glaubens auf (Evolution erschafft\u2026)<\/li><li>Wissenschaft und Glaube haben jeweils unterschiedliche Themen und Vorgehensweisen, die eine Welt zu beschreiben, zu verstehen.<\/li><li>Naturwissenschaft versucht Natur zu erkl\u00e4ren \u2013 Glaube versucht sie und ihren Hintergrund zu verstehen (heute versucht auch Naturwissenschaft zu verstehen \u2013 aber eben s\u00e4kular unter Ausblendung des religi\u00f6sen Hintergrundes).<\/li><li>Kompatibilit\u00e4t von Glaube und Wissenschaft.<\/li><li>Kampf gegen Glauben (Dawkins [s. Atheismus]) bzw. Wissenschaft (Kreationistische Gruppen, die Wissenschaft vollst\u00e4ndig ablehnen).<\/li><li>Anpassung des Glaubens an die Wissenschaft (wobei \u2013 wie oben gesehen \u2013 Wissenschaft sich \u00e4ndern kann, der Glaube m\u00fcsste sich also immer mit der Wissenschaft \u00e4ndern).<\/li><li>Anpassung der Wissenschaft an den Glauben (Ideologisierung).<\/li><li>Gott suchen im Gehirn \u2013 Gehirn als Gott (Bet- und Meditations-Areale durch Messungen von Hirnaktivit\u00e4ten erkannt [Andrew Newberg], Religi\u00f6se Gef\u00fchle mit Hilfe von Magnetismus erzeugt [Michael Peninger]).<\/li><li>Glaube erfasst Wissenschaft anders: Ich glaube, um zu verstehen (credo ut intelligam) (Anselm von Canterbury).<\/li><li>Gottes Handeln in der Sch\u00f6pfung nachvollziehen \u2013 das durch Wissenschaft. Das war (und ist wohl) der Antrieb vieler christlicher Wissenschaftler: Wissenschaft als Lob Gottes. Gesetzm\u00e4\u00dfigkeit und mathematische Genauigkeit gibt es erst dadurch, dass einer Gesetzm\u00e4\u00dfigkeit und mathematische Genauigkeit in der Sch\u00f6pfung darlegt. S\u00e4kular bedeutet das: Man erkennt die Ordnung der Natur, dass Chaos sich immer wieder ordnet &#8211; das allerdings nicht mit Gott verbindet, sondern als Beobachtung hinnimmt.<\/li><li>Der Mensch ist das einzige Wesen, von dem wir wissen, dass es die Natur denkend und dankend durchdringen kann. Der Mensch kann beides: denken und danken \u2013 Wissenschaft treiben und sich denkend religi\u00f6s verorten. Es gibt viele gro\u00dfe Wissenschaftler, die an Gott glaubten. Bekannt ist Max Planck, bekannt ist auch Heisenberg: <em>\u201eDer erste Trunk aus dem Becher der Naturwissenschaft macht atheistisch, aber auf dem Grund des Bechers wartet Gott.\u201c<\/em><\/li><\/ol>\n\n\n\n<p>Fazit: Der Wissenschaftler hat ein Weltbild \u2013 er ist Glaubender oder nicht Glaubender. Auch als glaubender Wissenschaftler ist er dem \u201emethodischen Atheismus\u201c unterworfen \u2013 aber nicht dem \u201eideologischen Atheismus\u201c. Wesentlich: Gott darf nicht als L\u00fcckenb\u00fc\u00dfer f\u00fcr wissenschaftliche L\u00fccken angesehen werden (Bonhoeffer) \u2013 Wissenschaft darf auch nicht als L\u00fcckenb\u00fc\u00dfer f\u00fcr Gott angesehen werden (EKD-Ver\u00f6ffentlichungen:&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.ekd.de\/EKD-Texte\/ekdtext_94_02.html\">https:\/\/www.ekd.de\/EKD-Texte\/ekdtext_94_02.html<\/a>&nbsp;)<\/p>\n\n\n\n<p>An dieser Stelle sei jedoch angemerkt, dass Gott mit jeder beantworteten Frage nicht zur\u00fcckgedr\u00e4ngt wird, sondern im Gegenteil: mehr Raum bekommt, da mit jeder beantworteten Frage sich wieder eine Unmenge an neuen Fragen \u00f6ffnen. Mit jedem Wissen nimmt Unwissen zu. Und, so hei\u00dft es in christlicher Tradition: Alle Fragen werden in Gott beantwortet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-text-color\" style=\"color:#a35d00\">&nbsp;<strong>3. Bedeutung des christlichen Glaubens und Versuche, diese zu s\u00e4kularisieren<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;a) Gott schenkt \u2013 durch seinen Geist:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>St\u00e4rkung des Selbstbewusstseins,<\/li><li>Gesundheit,<\/li><li>Angstvermeidung angesichts des Schicksals, des Todes und der Zukunft,<\/li><li>Befreiung durch Vergebung,<\/li><li>Gemeinschaft (J\u00fcdisch: Volk, Christlich: Kinder Gottes aus den V\u00f6lkern),<\/li><li>Soziale Regeln (10 Gebote, Propheten, Jesus\/Matth\u00e4us: Bergpredigt\u2026),<\/li><li>Gott wirkt im Menschen und durch den Menschen unter Zuhilfenahme des Gehirns. Wie sollten Religi\u00f6se Gef\u00fchle entstehen, wenn nicht unter dem Zusammenspiel von Gehirn, Hormonen usw.? Religion ist nicht vom Menschen abzul\u00f6sen, sondern Teil des Menschen.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>b) Versuche der S\u00e4kularisierung dieser Glaubens-Aspekte, weil laut Atheisten usw. Religion von Menschen gemacht wurde. Damit tun sie das, was Feuerbach ansprach: Religion ist vom Menschen gemacht \u2013 und weitergehend als Feuerbach: Sie greifen Religi\u00f6ses auf, damit der Mensch die von Menschen gemachten Vorz\u00fcge der Religion nutzen kann. Das bedeutet: Christlich-religi\u00f6se Sachverhalte werden wissenschaftlich durchdrungen, um sie f\u00fcr Menschen fruchtbar zu machen. Das versucht man in der<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Psychologie,<\/li><li>Soziologie (eigene Regeln aufstellen, Diskursethik [Habermas]),<\/li><li>Medizin (l\u00e4nger gesund leben),<\/li><li>nichtchristlichen Philosophie (Welt denken ohne Gott).<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-text-color\" style=\"color:#a35d00\"><strong>4. Glaube und Vernunft<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Glaube und Verstand h\u00e4ngen zusammen. Glaube bedarf des Verstandes. Aber dennoch hat Glaube etwas, das \u00fcber den logischen Verstand hinausgeht. Beide geh\u00f6ren zur Vernunft. Denn Vernunft ist mehr als Verstand. Vernunft bezieht Lebenserfahrungen, Weltbilder, Interpretationen des Erfahrenen mit ein. Der Verstand sucht nur das Nachvollziehbare nachzuvollziehen. Gegen\u00fcber dem Verstand hat der Glaube also hinausgehende, weiterf\u00fchrende Bedeutung. Er fragt nach dem Woher des Menschen, dem Wohin, dem Sinn des Lebens. Anders gesagt: Warum lebe ich als Mensch? Wie sieht meine Zukunft aus? Wie will ich mein Leben gestalten? Was ist die Grundlage meines Lebens \u2013 wer hat sie gesetzt? Ich bin mehr als ein Zufallsprodukt der Natur \u2013 das sieht man daran, dass ich strebe, auf Zukunft hin ausgerichtet bin, von der Vergangenheit lernen kann, eingebunden bin in ein soziales Netzwerk, verletzlich bin, leiden und froh sein kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Ist alles das auf Zufall, auf chemische Reaktionen usw. zu reduzieren? Es gibt wohl keinen Menschen der mit dieser materialistisch-biologistischen Antwort zufrieden ist. Warum? Eine Reduzierung des Weltbildes auf den Verstand ist eine selbstgew\u00e4hlte Engf\u00fchrung, die nicht nur dem Menschen als offenes Wesen widerspricht, sondern auch der Grundlage der Wissenschaft.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"WAS DEM MODERNEN DENKEN FEHLT \/\/ Glaube &amp; Gesellschaft #1\" width=\"750\" height=\"422\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/ErD9-eQFol0?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Siehe neue Versionen: https:\/\/mini.evangelische-religion.de\/glaube-und-naturwissenschaft-1\/ und https:\/\/mini.evangelische-religion.de\/glaube-und-naturwissenschaft-2\/ und https:\/\/mini.evangelische-religion.de\/glaube-und-wissenschaft-3\/ GLAUBE UND NATURWISSENSCHAFT A. Weltbilder allgemein 1. Weltbilder\/Menschenbilder 1a. Kosmos: \u00c4gyptisches Weltbild \u2013 in der Antike weit verbreitet: Naturm\u00e4chte sind Gottheiten; Entstehung der Welt &#8211; der Natur &#8211; ist zun\u00e4chst eine \u201eGeburt\u201c der G\u00f6tter. Babylonisches Weltbild\/Thales (7. 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