{"id":250,"date":"2019-06-29T17:50:46","date_gmt":"2019-06-29T15:50:46","guid":{"rendered":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/?page_id=250"},"modified":"2026-05-07T07:46:50","modified_gmt":"2026-05-07T05:46:50","slug":"glaube-und-naturwissenschaft","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/mensch\/glaube-und-naturwissenschaft\/","title":{"rendered":"Glaube und Naturwissenschaft: Liebe, Kunst, Lebenssinn"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-center has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Vertiefe selbst\u00e4ndig die folgenden \u00dcberlegungen zu<\/strong><br><strong>GLAUBE + NATURWISSENSCHAFT<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\" style=\"text-transform:uppercase\">1. Liebe, Kunst und Lebenssinn<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center wp-block-paragraph\" style=\"text-decoration:underline\"><strong>Liebe<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-link-color wp-elements-3ca5f7c2e656a365f062e3b39530ff29 wp-block-paragraph\" style=\"color:#f30b0b\">Aufgabe1: <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-link-color wp-elements-7d04e19620f34c052c63595059717404 wp-block-paragraph\" style=\"color:#f30b0b\">(a) Was ist Liebe? <br>(b) Welche Antworten geben Naturwissenschaften?<br>(c) Welche Antworten geben Geisteswissenschaften?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr vieles gibt es keine Experimente \u2013 vieles kann nicht wissenschaftlich bewiesen werden. Ein bekanntes Beispiel f\u00fcr diese Aussage ist: Liebe. \u201eLiebst du mich?\u201c \u201eJa.\u201c \u201eBeweise es mir.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie beweisen? Durch gute Taten, Freundlichkeiten, kleine Geschenke, T\u00fcr aufhalten, \u2026 \u2013 sind das wirklich Beweise f\u00fcr Liebe? (Kann ein liebender Mensche \u201eBeweise\u201c vom anderen verlangen?)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was ist das \u00fcberhaupt: &#8222;Liebe&#8220;? Ein Gef\u00fchl \u2013 ein gro\u00dfartiges Gef\u00fchl. Selbstliebe \u2013 ich hege ein gro\u00dfartiges Gef\u00fchl mir selbst gegen\u00fcber? Irgendwie ist Liebe etwas anderes. N\u00e4chstenliebe, wie Jesus&nbsp;sie versteht, ist Tat: dem anderen Gutes tun, damit er das Leben gut leben und bew\u00e4ltigen kann. Aber ist Liebe nicht im Grunde Eigennutz, dass der andere mir gegen\u00fcber auch positiv gestimmt ist?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Weil Liebe nicht eindeutig wissenschaftlich bewiesen und definiert werden kann, besingen wir die Liebe in Gedichten, in Liedern, schreiben tolle Texte und sagen einfach nur ein Wort:&nbsp;<em>Ich liebe dich<\/em>. Aber wenn der S\u00e4nger jedes Mal in einer Show anf\u00e4ngt, dasselbe Liebeslied zu singen \u2013 liebt er die Besungene wirklich? Singt er es nur, damit andere f\u00fcr ihre Liebe Worte finden? Denken wir lieber nicht weiter dar\u00fcber nach, was Liebe ist. Wissenschaftlich gesehen: Hormonsch\u00fcbe, ein bestimmter Hormonmix, damit der Mensch sich fortpflanzen kann. Echt? Das ginge auch ohne Liebe. Irgendwie ist Liebe doch etwas Besonderes. Aber was?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine alte Story: Fragt die Schnecke den 1000-F\u00fc\u00dfler, mit welchem Fu\u00df gehst du morgens zuerst los? Seitdem konnte der 1000-F\u00fc\u00dfler nicht mehr gehen. Warum? Weil das, was sonst automatisch ging, durch das Nachdenken dar\u00fcber verhindert wurde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center wp-block-paragraph\" style=\"text-decoration:underline\"><strong>Kunst<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-link-color wp-elements-f0a6907ede6b673c02a34b0960968173 wp-block-paragraph\" style=\"color:#f30b0b\">Aufgabe 2: <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-link-color wp-elements-b7f77180c43b44c479a161a963ab588f wp-block-paragraph\" style=\"color:#f30b0b\">(a) Was ist Kunst? <br>(b) Welche Antworten geben Naturwissenschaften?<br>(c) Welche Antworten geben Geisteswissenschaften?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kunst \u2013 was ist Kunst? Es k\u00f6nnen tiefgr\u00fcndige Definitionen von Kunst gefunden werden. Es gibt unendlich viele Diskussionen dar\u00fcber, ob ein Kunstwerk wirklich Kunst ist und warum es Kunst ist und wer es sagt, ob ein Kunstwerk Kunst ist oder nicht. Es sei an das tolle Kleid erinnert, das der Kaiser im M\u00e4rchen bekommen hat (&#8222;Von des Kaisers neue Kleider&#8220;): Ein Kunstwerk \u2013 alle sagten: Wow, wie sch\u00f6n! Nur ein Kind sagte: Der hat ja gar nichts an! Auf einmal sahen alle, wie das Kunstwerk zerplatzte. Manche Kunstwerke zerplatzen und entpuppen sich als nichtssagend \u2013 aber andere ergreifen viele Menschen \u00fcber Zeiten hinweg!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wissenschaftlich gesehen kann Kunst aus unterschiedlichen Richtungen betrachtet werden: Farbe mit bestimmter Linienf\u00fchrung auf Papier oder Leinwand\u2026 gebracht. Was ist das Bild vom verlorenen Sohn Rembrandts anderes, als ein paar Kleckse verteilter Farbe? Und doch: Was gibt es Wunderbareres, das Menschen erschaffen k\u00f6nnen, als Kunstwerke, weil der Betrachter sich darin wiederfindet, sich in bestimmten Stimmungen erkannt wei\u00df, \u2026?&nbsp; Aber beweist das, dass das Bild Kunst ist? Mit Psychologie vielleicht. Und dann ist etwas anderes zu entdecken: Farben. Mit welcher Hirnregion k\u00f6nnen wir eigentlich Farben sehen? Sehen wir Farben oder interpretiert das Hirn etwas als Farbe? Farben gibt es ja eigentlich gar nicht \u2013 alles sind nur Wellen \u2013 Lichtstrahlungen. Auch wenn ein Wissenschaftler genau wei\u00df, was Farben sind und wie Kombinationen und Pinselstriche wirken, kann er doch von einem Kunstwerk bis ins Innerste seiner Selbst ergriffen werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Warum ergreifen uns bestimmte Musikst\u00fccke bis in den tiefsten Grund unserer Seele? Nicht nur einzelne H\u00f6rerinnen und H\u00f6rer, sondern Menschen hier und da. Warum lieben Japaner unsere klassische Musik so? Warum wir \u2013 w\u00e4hrend manche damit gar nichts anfangen k\u00f6nnen? Wenn manche nichts damit anfangen k\u00f6nnen \u2013 gibt es sie darum nicht? Aber Musik \u2013 was ist Musik? Sie besteht nur aus bestimmten Wellen, die in der Luft herumflirren. Aber auch wenn Wissenschaft herausgefunden hat, wie \u201eMusik\u201c funktioniert, kann Musik das Innere des Wissenschaftlers unerkl\u00e4rlich ergreifen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch an Skulpturen sei gedacht, wunderbare Werke aus Stein, kaum zu glauben, was da alles m\u00f6glich ist!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center wp-block-paragraph\" style=\"text-decoration:underline\"><strong>Lebenssinn<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-link-color wp-elements-7102ba8eff54885085167fb082d21faf wp-block-paragraph\" style=\"color:#f30b0b\">Aufgabe 3: <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-link-color wp-elements-20cc24f995d68e1d85f7abeff48900a8 wp-block-paragraph\" style=\"color:#f30b0b\">(a) Was ist Lebenssinn? <br>(b) Welche Antworten geben Naturwissenschaften?<br>(c) Welche Antworten geben Geisteswissenschaften?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nehmen wir die Frage nach dem Sinn. Was hat mein Leben f\u00fcr einen Sinn? Was f\u00fcr einen Sinn macht das Leben \u00fcberhaupt? Ist es nicht sinnlos? Muss Sinnlosigkeit nicht einfach ausgehalten werden? Der Sinn des Lebens best\u00fcnde also darin, die Sinnlosigkeit auszuhalten? Es gibt ganz viel, was der Mensch als Sinn ansieht \u2013 aus wissenschaftlicher Perspektive: Sich m\u00f6glichst zu erhalten und zu vermehren. Das ist der Sinn des Lebens aus der Perspektive der Biologie. Und wenn man will auch der aus Genesis 1. Aber in Genesis 1 sehen wir mehr zum Thema: Menschen werden von Gott angesprochen, sie bekommen einen Auftrag, sie sprechen Tiere an, geben ihnen Namen. Der Mensch ist bewahrend und sch\u00f6pferisch t\u00e4tig. Gibt es Sinn nur im Rahmen der Religion? Mein Sinn ist: Mich satt essen, Spa\u00df haben, ein gutes Leben f\u00fchren, Karriere verfolgen, ein Auto, ein Tier, einen Garten hegen und pflegen \u2013 oder auch mich selbst. Jedoch: Warum?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center wp-block-paragraph\">Alle diese Aspekte zeigen uns eines: Die Wissenschaft kann nur Details erfassen \u2013 und wir Menschen sp\u00fcren, dass da mehr dahintersteckt als: in der Liebe ein Hormoncocktail, in der Kunst: illusion\u00e4re Farbkleckse bzw. sonderbare Ger\u00e4usche, im Lebenssinn biologische Fortpflanzung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center wp-block-paragraph\">Die Realit\u00e4t ist komplement\u00e4r zu sehen \u2013 das hei\u00dft wissenschaftlich und dar\u00fcber hinausgehend. Das, was dar\u00fcber hinausgehend ist, das ist dann wieder eine Frage der Interpretation.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\" style=\"text-transform:uppercase\">2. Wissenschaft<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-link-color wp-elements-228fd756a37c1e20a14ebf4462fd81e2 wp-block-paragraph\" style=\"color:#f30b0b\">Aufgabe 4: Finde heraus: <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-link-color wp-elements-079756a071c48ef6d3ea1dd22a8d7f35 wp-block-paragraph\" style=\"color:#f30b0b\">(a) Was ist Wissenschaft?&nbsp;<br>(b) Wird das, was im Folgenden gesagt wird, allgemein vertreten?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wissenschaft bedeutet, mit Hilfe von Methoden und nachfolgenden Interpretationen die Welt zu entdecken und zu erkl\u00e4ren. Gott kann man nicht beweisen \u2013 also soll er in der modernen Wissenschaft au\u00dfen vor gelassen werden. Die Grundlegungen unserer Naturwissenschaften heute haben andere gelegt. Sie haben Gott nicht au\u00dfen vor gelassen, sondern wollten in der Sch\u00f6pfung erkennen, wie wunderbar Gott alles gemacht hat. Wie erstaunenswert hat Gott die Sterne geschaffen, den Mond, die Sonne, die Erde \u2013 wie kommt das? Wie wunderbar hat Gott die weitere Natur erschaffen, die Tiere, die Pflanzen, die Steine\u2026&nbsp; \u2013 warum ist alles so sch\u00f6n, was hat er sich dabei gedacht? Wie funktioniert das alles? Warum hat alles seine Ordnung? Woraus besteht das alles? Wir wollen dankbar die gro\u00dfe Macht Gottes erkunden, die hinter all dem Wunderbaren zu erkennen ist. Und der Mensch \u2013 wie r\u00e4tselhaft: Warum ist er ein so gro\u00dfartiges Gesch\u00f6pf, das sich anders verh\u00e4lt als andere Gesch\u00f6pfe\/Tiere, warum kann er denken, wie funktioniert sein Hirn, sein K\u00f6rper, warum baut er gro\u00dfe H\u00e4user\u2026 ? Was hat Gott vor? Und so untersuchte man dies und jenes \u2013 machte sich Gedanken \u00fcber dieses und jenes \u2013 und schuf auf diese Weise die Naturwissenschaft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dann kamen Menschen der Moderne und sagten: Es gibt keinen Gott \u2013 und wir haben die Natur zu untersuchen, als ob es keinen Gott g\u00e4be. Auch glaubende Wissenschaftler untersuchen die Natur \u2013&nbsp;<em>et si deus non daretur<\/em>, als ob es Gott nicht g\u00e4be. Kein Mensch muss nach Gott fragen, wenn er die Photosynthese untersucht. Der Glaubende sagt dann, wenn er das entdeckt hat: Gott, wie klasse hast du alles gemacht! Der Nichtglaubende sagt: Die Natur hat das toll hingekriegt \u2013 alles Zufall, aber klasse.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die moderne Naturwissenschaft wird noch von etwas anderem gepr\u00e4gt: Alles muss methodisch bewiesen sein. Methoden setzen den Rahmen, Methoden setzen die Grenzen. Alles, was nicht in diesen methodischen Rahmen passt, hat au\u00dfen vor zu bleiben. Wissenschaft will das Regelm\u00e4\u00dfige und das Gleichm\u00e4\u00dfige erforschen. Alles, was es nur einmal gibt, kann es nicht geben, denn es ist nicht durch ein Experiment wiederholbar.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wissenschaftler entwickeln immer weitere Methoden \u2013 denn die Naturwissenschaft bleibt nicht stehen. Methoden, die unser Hirn und alles, was uns Menschen bestimmt, erfassen sollen: Sinnfrage, was empfinden wir, wenn wir Gl\u00fcck empfinden? Angst \u2013 das gibt es \u2013 aber man kann sie ausschalten\u2026? Farbkompositionen empfinden wir toll, weil\u2026? Musik empfinden wir, weil\u2026?&nbsp; \u2013 weil diese Dinge in bestimmten Hirnregionen aktiviert werden. Alles besteht aus neuronalen Prozessen. Das ist schon einmal gut \u2013 nur ist das zun\u00e4chst einmal eine Hypothese \u2013 die bewiesen werden muss. Nat\u00fcrlich ist klar, dass alles im Grunde \u00fcber das Hirn l\u00e4uft \u2013 und darum dort auch Prozesse stattfinden \u2013 aber: Was steuert die neuronalen Prozesse? Nat\u00fcrlich die Hormone, die Chemie w\u00fcrden andere Fortscher sagen, die Elektrizit\u00e4t, nat\u00fcrlich die Gene, wieder andere \u2013 nat\u00fcrlich ein Mix aus alledem \u2013 wieder ein anderer. Sch\u00f6n, sagt das staunende Publikum, dann forscht einmal sch\u00f6n weiter.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ganz verwegene Hirnforscher kommen auf die Idee, Gott in den Hirnen messen zu wollen. Klar: Dort findet man auch Gott, wenn man die Hirnaktivit\u00e4ten beim Beten und Meditieren mit Gott verwechselt. Aber Religion ist Gef\u00fchl \u2013 und da es manche Wissenschaftler darauf abgesehen haben, Religion zu erforschen, kommen sie auf die Idee, dass die Gef\u00fchle bei religi\u00f6sen Erfahrungen herstellbar sind. Wie man einen Hahn dazu bringt, H\u00e4hne zu bespringen, indem man irgendwelche Hirnregionen manipuliert, so werden Hirnregionen mit Magneten stimuliert \u2013 und just gibt es religi\u00f6se Erfahrungen. Andere finden entsprechende Gene, wieder andere sehen in der Erziehung die L\u00f6sung des Problems von Religion und Glauben. Andere wieder die Hormone: Religion sch\u00fcttet Dopamin aus \u2013 und gl\u00fcckselig glaubt man an ein h\u00f6heres Wesen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wissenschaftler treiben die Wissenschaft voran \u2013 doch was ist ein Wissenschaftler? Auf welchen Voraussetzungen basiert sein Deuten? Wissenschaft ist abh\u00e4ngig vom Gehirn. Das Gehirn folgt bestimmten Deutungsmustern, es konstruiert Wirklichkeit. Und: Das Gehirn ist von dem abh\u00e4ngig, was die Sinne eines Wissenschaftlers wahrnehmen. Von daher ist es f\u00fcr die Wissenschaft \u00e4u\u00dferst wichtig, dass nicht einer allein etwas herausfindet und deutet \u2013 es muss auch von (allen) anderen mit ihren Sinnen und Hirnen wahrgenommen und entsprechend interpretiert werden. Von \u201eallen\u201c wurde in Klammern gesetzt, denn es gibt in der Wissenschaft \u201eSchulen\u201c \u2013 das hei\u00dft: Es kommt selten vor, dass alle einer Meinung sind, es tun sich Gruppen zusammen und versuchen andere von ihren Beobachtungen zu \u00fcberzeugen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\" style=\"text-transform:uppercase\">3. Der Mensch als Herrscher<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gott hat alles wundersch\u00f6n geschaffen. Gott? Nein, nicht Gott, der Zufall. Kann der Zufall erschaffen? Wie dem auch sei: Der Mensch m\u00f6chte m\u00f6glichst wenig dem Zufall \u00fcberlassen \u2013 Gott eben schon einmal gar nicht \u2013 und entwickelt sich als Wesen, das Technik entwickelt. Der Mensch als Sch\u00f6pfer. Man muss alles mit wissenschaftlichen Methoden erforschen, damit man alles beherrschen kann. Damit ist der Lebenssinn der Gegenwart erfasst. Was f\u00fcr einen Sinn hat das Leben? Alles wissenschaftlich zu erfassen \u2013 dann Dinge entwickeln, die dieses unvollkommene Etwas, genannt Sch\u00f6pfung \/ Natur, vollkommen macht. F\u00fcr den Menschen vollkommen macht: Krankheiten m\u00fcssen beherrscht werden \u2013 und die Hoffnung ist, irgendwann den Tod zu beherrschen, darum lassen sich heute manche f\u00fcr viel Geld einfrieren. Zukunftshoffnung auf \u201enaturwissenschaftlich\u201c. Das Wetter muss beherrscht werden \u2013 und wenn die b\u00f6se Sonne und andere Faktoren die Erde aufheizen, dann muss der Mensch sie eben abk\u00fchlen \u2013 mit technischen, chemischen Mitteln. Nahrungsmittel m\u00fcssen in H\u00fclle und F\u00fclle produziert werden, damit alle zu Essen und zu Trinken haben. Wir beherrschen die Schwerkraft und jagen Raketen ins All, wir beherrschen die Schwerkraft und trotzen Erdbeben und Tornados, indem wir Wunderwerke an H\u00e4usern bauen, wir \u00fcberlisten Zeit und Raum durch PC und Internet. Der Mensch ist ein Wunderwesen, das auch Wundergutes hervorbringt \u2013 aber zu seiner ma\u00dflosen Entt\u00e4uschung: Er kann immer nur etwas aus dem schaffen, das vorhanden ist. Er kann noch nichts aus Nichts machen. Und wie kam das alles, was da ist? Aus Zufall \u2013 ohne Zutun des Menschen \u2013 und weil der Mensch nichts daf\u00fcr kann, und er am liebsten alles gemacht h\u00e4tte, schafft er den Macher Gott ab \u2013 weil er den im Rahmen seiner Methoden ja doch nicht beweisen kann. Es werden nicht mehr nur Tiere, Wetter, Materialien manipuliert, nun ist auch der Mensch dran. Der Mensch darf nicht so bleiben wie er ist. Die Religionen haben ihn schon ethisch zu pr\u00e4gen versucht \u2013 nun muss Wissenschaft darangehen und ihn ver\u00e4ndern. Mit Hormonen k\u00f6nnen schon Depressionen und anderes ansatzweise bew\u00e4ltigt werden \u2013 aber der ganze Mensch muss anders werden&nbsp; \u2013 Psychologie hei\u00dft das Zauberwort \u2013 denn ins Hirn selbst mag der Mensch noch nicht so sehr eingreifen. Gender hei\u00dft das andere Zauberwort: Wir formen den Menschen durch Umerziehung zu dem, wie wir ihn haben wollen. Was sich schon Platon ertr\u00e4umte, den vollkommenen Menschen, erschaffen durch den Menschen und nach ihm so manche Ideologie, das steckt noch in unseren K\u00f6pfen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wissenschaft wird so unter der Hand nicht mehr als ein Mittel, Gottes gro\u00dfe Sch\u00f6pferkraft zu loben, sondern manche sehen sie als eine T\u00e4tigkeit an, die Existenz Gottes zu widerlegen, um den Menschen als Sch\u00f6pfer zu erschaffen. Und das wird dann als Wissenschaft schlechthin dem staunenden Publikum propagiert.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\" style=\"text-transform:uppercase\">4. Der Mensch als Wissenschaftler unabh\u00e4ngig von Glauben und Atheismus<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch Wissenschaftler haben \u00fcberwiegend andere Intentionen: Sie wollen sehen, erkennen \u2013 und manche Wissenschaftler lassen sich eben nicht die Fesseln ihrer atheistischen Kollegen anlegen. Wissenschaft ist frei \u2013 auch Gott zu denken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und so gibt es unterschiedliche Wissenschaftler, die das Verh\u00e4ltnis Glaube und Wissenschaft auf unterschiedliche Weise verstehen (s. ausf\u00fchrlicher unten):<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Konflikt<\/strong>: Glaube und Wissenschaft haben nichts miteinander zu tun.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Unabh\u00e4ngigkeit:&nbsp;<\/strong>Glaube und Wissenschaft sind zwei Gr\u00f6\u00dfen, die voneinander unabh\u00e4ngig sind, um die Welt zu verstehen, sie haben unterschiedliche gesellschaftspolitische und individualpolitische Funktionen.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Dialog:<\/strong>&nbsp;Glaube und Wissenschaft kommunizieren miteinander \u2013 zwangsl\u00e4ufig, weil beide die gleiche Sprache verwenden \u2013 so verwendet die Wissenschaft auch die Sprache des Mythos (z.B. \u201eUrknall\u201c \u2013 dass es geknallt hat, ist nicht bewiesen. Es wird vermutet, dass bis 2050 ein Echo des Ger\u00e4usches empfangen werden kann. Vermutet wird ein Rauschen).<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Integration:<\/strong>&nbsp;Wissenschaft und Religion werden zusammengef\u00fchrt und im Rahmen einer Metaphysik wird die traditionelle Religion \u00fcberwunden: Gott in der Natur \u2013 das Transzendente pr\u00e4gt die Naturerkenntnis: Gott ist nicht Person, er ist in der Natur im Werden.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Komplement\u00e4r:&nbsp;<\/strong>Religion und Wissenschaft erg\u00e4nzen einander, stehen miteinander in der Diskussion und suchen miteinander Menschen zu helfen, seine Welt zu begreifen.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\" style=\"text-transform:uppercase\">5. Nicht notwendige Wissenschaft<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie der Mensch in Bereichen leben kann, in denen er Gott nicht denken muss, so gibt es auch Lebensbereiche, in denen der Mensch Wissenschaft nicht ben\u00f6tigt \u2013 das hei\u00dft, in grundlegenden Fragen hat er seit Jahrtausenden gelebt \u2013 ohne Wissenschaft im modernen Sinn zu ben\u00f6tigen:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Familie \u2013 Freundschaften: Eltern schenken Geborgenheit, sie pr\u00e4gen das Kind f\u00fcr das Leben. Menschen finden einander sympathisch \u2013 sie n\u00e4hern sich einander an.<\/li>\n\n\n\n<li>Menschen leben in einem sozialen Miteinander \u2013 sie sind religi\u00f6s \u2013 leben mit der Natur um sie herum und der eigenen.<\/li>\n\n\n\n<li>Menschen suchen Nischen, in denen sie die Realit\u00e4t Realit\u00e4t sein lassen, weil sie \u00fcber sie hinausgehen: in Tr\u00e4umen, Kunst, \u2026<\/li>\n\n\n\n<li>Nat\u00fcrlich leben Menschen auch das Gegenteil: in Unfrieden in der Familie, Unfrieden mit anderen, mit der Natur, mit der Religion, mit sich selbst.<\/li>\n\n\n\n<li>Menschen leben ganz vielf\u00e4ltig \u2013 bis dahin, dass es unterschiedliche Typen gibt: Kritiker und Zufriedene, Unterw\u00fcrfige&nbsp; und Dominante, Gehorsame und Widerst\u00e4ndige, Mutige und Feige, Stille und Laute, Leute, die st\u00e4ndig Neues erleben wollen, Leute, die eher in Ruhe gelassen werden wollen, manche interessieren sich f\u00fcr Kultur und manche interessieren sich f\u00fcr sich, manche lieben Gesellschaft \u2013 manche die Einsamkeit. Manche lieben Experimente mit allem und jedem \u2013 manche hassen das. Manche lieben Online-Spiele und manche Rugby drau\u00dfen auf dem Platz und manche den Tanz. Und dann gibt es Mischungen all dieser Typen \u2013 und Menschen wandeln sich im Laufe der Zeit\u2026<\/li>\n\n\n\n<li>Insgesamt ist das \u00dcberleben nicht von Naturwissenschaft abh\u00e4ngig.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wissenschaft kann dem allen nachsp\u00fcren und kann alles zu ergr\u00fcnden suchen \u2013 aber sie darf den Menschen nicht an bestimmte Typen anpassen wollen, dann wird sie zur Ideologie. Sie nimmt den Menschen die W\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wissenschaft muss wie Religion erkennen: Sie helfen beide das Leben zu erleichtern, zu erkl\u00e4ren, \u2026 \u2013 aber letztendlich kann der Mensch auch ohne sie auskommen. Auch ohne Religion\u2026?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn Wissenschaft meint, Religion bzw. Glauben erkl\u00e4ren zu k\u00f6nnen, dann ist das wie mit der Kunst oder dem Musikst\u00fcck: Auch der Wissenschaftler kann vom Glauben erfasst werden \u2013 bis in die tiefsten Tiefen seiner selbst.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\">6. NATURWISSENSCHAFT \u2013 GESCHICHTSWISSENSCHAFT + RELIGION<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zu der Fragestellung siehe auch:&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.evangelische-religion.de\/beweis-wirklichkeit.html\">http:\/\/www.evangelische-religion.de\/beweis-wirklichkeit.html<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1. Menschen sind Protagonisten von Naturwissenschaft und Religion. Und als solche agieren sie auch unterschiedlich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Extreme Atheisten unter den Naturwissenschaftlern lehnen Gott ab \u2013 und sagen wir mal ganz (extreme) Fromme sehen naturwissenschaftliche Erkenntnisse als Angriff gegen die Religion an. Dialog ist kaum m\u00f6glich, nur Spott und \u00dcberheblichkeiten \u2013 auf diese Weise werden auch Dialoge vermieden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dazwischen gibt es eine Menge an Spielarten:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Naturwissenschaft und Religion haben unterschiedliche Themen, haben in der Gesellschaft unterschiedliche Funktionen, darum variieren auch die wissenschaftliche und religi\u00f6se Sprache; Naturwissenschaft basiert auf nachpr\u00fcfbare Erkenntnisse \u2013 Religion auf individuelle und kollektive Erfahrungen, die nicht wissenschaftlich wiederholbar sind \u2013 entsprechend formuliert man auch auf den jeweiligen Ebenen ganz anders. Das bedeutet: beide haben nichts miteinander zu tun \u2013 keiner greift in die Wissenschaft des anderen ein.<\/li>\n\n\n\n<li>Oder treffen sich Naturwissenschaft und Religion in der Sprache? So greifen Naturwissenschaften oft religi\u00f6se Sprache auf, um Beobachtungen zu formulieren: die Natur hat gemacht\u2026; auch in den Naturwissenschaften ist nur wenig wirklich bewiesen (im landl\u00e4ufigen Sinn) \u2013 doch wie spricht Naturwissenschaft von unbewiesenen Vermutungen (z.B. dem Urknall) oder Beobachtungen, die man nicht so ohne weiteres Nichtwissenschaftlern zug\u00e4ngig machen kann (z.B. Atome\u2026). Auch Naturwissenschaft lebt von Interpretation: Wie werden bestimmte Beobachtungen interpretiert? Urknall, Quantentheorie\u2026 (Spannend ist, dass Atome unterschiedlich dargestellt wurden &#8211; aufgrund der Erkenntnisse aber auch darum, weil es Laien durch einfache Bilder eing\u00e4nglicher gemacht werden konnte: Atom als Kugel &#8211; Atomkern + Elektron [elektrische Ladung] &#8211; Atome mit Kern und viel Raum &#8211; Elektronen umkreisen den Kern wie Planeten &#8211; Elektronen umkreisen Kern nicht auf festen Bahnen, sondern in R\u00e4umen.)<\/li>\n\n\n\n<li>K\u00f6nnen sich Naturwissenschaft und Religion auf dieser Ebene der Interpretationen miteinander unterhalten? K\u00f6nnen sich beide \u00fcber ihre Weltbilder miteinander unterhalten, deren Herkunft offenlegen, ihre Sprache bewusst verwenden? Aufgrund des atheistischen Drucks scheinen an dieser Stelle die christlichen Naturwissenschaftler weiter zu sein, weil sie sich rechtfertigen m\u00fcssen \u2013 einmal ihren Glauben zum anderen ihren wissenschaftlichen Standpunkt. Andere scheinen sich ihrer Interpretationsmuster nicht sehr bewusst zu sein: Auch Naturwissenschaftler bewegen sich im Rahmen ihrer religi\u00f6sen Kultur bzw. im Rahmen neu adaptierter Kulturen. So interpretieren sie ihre Beobachtungen in den jeweiligen Traditionen (Urknall: Es hat alles einen Beginn = j\u00fcdisch-christlich; oder: Unentwegtes Entstehen und Vergehen des Universums = hinduistisch-buddhistische Tradition \u2013 das ist mit dem atheistischen Weltbild wohl st\u00e4rker kompatibel, weil es nicht von einem Sch\u00f6pfergott ausgeht; auch in der griechischen Tradition begann alles irgendwie aus vorhandenen G\u00f6ttern? Angeblich soll der Vorsokratiker Anaxagoras schon ein expandierendes Weltall angenommen haben \u2013 aber eben mit dem soeben angesprochenen Hintergrund: aus dem Chaos entstehen irgendwie G\u00f6tter \u2013 die sich dann vermehren). So stellt sich nicht nur die Frage nach der Interpretation, sondern gar die nach der Beobachtung: Warum und wie beobachtet man seine Umgebung (damit die Frage: Warum hat gerade das j\u00fcdisch-christliche-griechische Weltbild die Naturwissenschaften zur Folge gehabt?).<\/li>\n\n\n\n<li>Folge eines Miteinanders kann sein, dass Aspekte der Naturwissenschaft im Licht des Glaubens besser verstanden werden k\u00f6nnen \u2013 und dass Aspekte des Glaubens im Licht der Naturwissenschaft besser verstanden werden k\u00f6nnen. Denn: Naturwissenschaft wie Glaube geh\u00f6ren zum Alltag, zum Interpretationsrahmen des Menschen.<\/li>\n\n\n\n<li>Interpretationen in Naturwissenschaften wie Glauben stehen nie ein f\u00fcr alle Mal fest. Als Mensch, als Individuum, machen wir Wandlungen durch \u2013 nur Starrk\u00f6pfe meinen, immer gleicher Meinung zu sein \u2013 auch im Zusammenhang seines Weltbildes.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-link-color wp-elements-07d8174d1f5fbd20e0cb75575808faeb wp-block-paragraph\" style=\"color:#f30b0b\">Aufgabe 5: Welche Position entspricht Deinem Weltbild? Begr\u00fcnde!<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\" style=\"text-transform:uppercase\">7. Unwichtige Wichtige Anmerkungen<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-link-color wp-elements-0d31486c07af403d23f7ddc8abf77cbe wp-block-paragraph\" style=\"color:#f30b0b\">Aufgabe 6: Wie beurteilst Du die unten salopp wiedergegebenen Sichtweisen?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center wp-block-paragraph\"><em>Der Mensch: Gef\u00fclltes Nichts<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Oh, Mann, schon wieder! Da versucht einer mit viel \u00dcberlegungen herauszufinden, dass bei dem Sch\u00f6pfungsakt kein Gott vorhanden sein kann, sondern versucht irgendwie zu beweisen, dass Nichts nicht Nichts war, aus dem dann alles hervorgegangen ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was soll man dazu sagen? Seit Jahrzehnten versuchen Theologen der Welt darzustellen, dass wir Gott nicht als L\u00fcckenb\u00fc\u00dfer sehen k\u00f6nnen, das hei\u00dft, dass die L\u00fccken, die die Wissenschaft l\u00e4sst, nicht mit Gott gef\u00fcllt werden d\u00fcrfen. Gott wird immer weiter in eine Nische zur\u00fcckgedr\u00e4ngt, bis der Mensch eben stolz sagen kann: Da ist Gott nicht. Der Beweis, dass es Gott nicht gibt, treibt scheinbar so manchen Wissenschaftler an, intensiver zu forschen. Das ist echt ein Gotteswitz: Der nicht existierende Gott f\u00f6rdert die Wissenschaft immens.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wissenschaft hat es weder so noch so um Gott zu gehen, sondern um Welterkl\u00e4rung in dem Sinn: Was ist beweisbar. Der Glaube ist Welterkl\u00e4rung in dem Sinn: Warum lebe ich? Wie lebe ich? Der Mensch fragt \u00fcber sich und das Beweisbare hinaus. Das hilft den Menschen ja \u00fcberhaupt nichts zu wissen, er hat K\u00f6rper wie die Tiere, ist entstanden wie die Tiere, hat Triebe wie die Tiere \u2013 denn er sp\u00fcrt: Aber ich bin kein Tier! Ich gehe aufrecht, ich habe Verstand, ich kann reden, ich kann meine Triebe z\u00fcgeln \u2013 ich bin nicht mein Hund, den ich f\u00fcttern muss und mit dem ich Gassi gehe. Und dieses \u00fcber sich Hinausfragen landet bei Gott.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mancher kluge Wissenschaftler landet doch immer wieder an dem Punkt, an dem schon etwas da ist, aus dem etwas wird: Denn Nichts ist f\u00fcr ihn nicht Nichts. Indem nun das Nichts einfach \u2013 mit hohen mathematischen K\u00fcnsten \u2013 zu einem gef\u00fcllten Nichts umdefiniert wird \u2013 ist noch lange nicht die eigentliche Frage gekl\u00e4rt. Aber das macht \u201enichts\u201c. Freilich ist er auf dem richtigen Weg: Wir Menschen sind abh\u00e4ngig von unserer Sprache. Wenn wir Himmel sagen, denken wir Deutschen an den blauen Himmel \u00fcber uns. Engl\u00e4nder wollen dann wissen, ob man sky meint (der Himmel, den man sieht) oder heaven (der Himmel als Ort Gottes). Sprache ist ein Schl\u00fcssel zum Verstehen und Nichtverstehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Christen glauben \u00fcbrigens auch \u2013 seit Jesus Christus \u2013 dass Gott im notleidenden Menschen gegenw\u00e4rtig ist. Hat der kluge Wissenschaftler schon einmal einen untersucht und kann wie der Pseudo-Gagarin ausrufen: \u201eIch habe im notleidenden Menschen keinen Gott gefunden!\u201c? (Dem Astronauten Gagarin wurde die Aussage in den Mund gelegt: Er habe Gott im Weltall gesucht \u2013 aber nicht gefunden.)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dass Gott nicht als L\u00fcckenb\u00fc\u00dfer eingesetzt wird, das ist kein neues Thema der Theologie. Jesus Christus hat Gott nicht als L\u00fcckenb\u00fc\u00dfer eingesetzt, sondern angesagt. Christen sagen Gott an \u2013 leben (wenn es gut geht) seinen Willen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">*<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center wp-block-paragraph\"><em>Mensch und Affe<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eDass Frauen nach ihrer fruchtbaren Phase weiterleben, ist eine Eigenschaft, die es bei anderen Primaten so deutlich nicht gibt. Und das ist auch insofern faszinierend zu wissen, dass die wissenschaftliche Richtung, die die Gro\u00dfm\u00fctter daf\u00fcr verantwortlich macht, dass es Kultur gibt, dadurch unterst\u00fctzt wird. Was selbstverst\u00e4ndlich ist \u2013 aber rein rational durch diese Forschung unterst\u00fctzt wird: Menschenfrauen sind damit nicht nur allein dazu da, Nachkommen zu bekommen, sondern sie sind als Mensch wertvoll, haben W\u00fcrde. (Kurze Erkl\u00e4rung: Es gibt die \u00dcberlegung, dass Frauen l\u00e4nger leben k\u00f6nnen, damit sie als Gro\u00dfm\u00fctter den Enkeln als Br\u00fccke von Tradition zur Gegenwart dienen k\u00f6nnen. Sie sind also die Grundlage f\u00fcr Kultur. Ein weiterer Gedanke: Durch den aufrechten Gang des Menschen wurde das Becken kompakter, der Geburtskanal enger. Zudem haben Menschen einen immer gr\u00f6\u00dferen Kopf. Es kam h\u00e4ufiger als bei (anderen) Primaten zu Komplikationen bei Geburten, sodass M\u00fctter starben. Aber dann waren noch Gro\u00dfm\u00fctter da, um das Kind zu \u00fcbernehmen.)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie sehr wir Menschen uns von den Affen unterscheiden, das wird von der Forschung immer st\u00e4rker herausgearbeitet. Bis dahin, dass wir kein Fell haben. Warum haben wir kein Fell? Damit unser K\u00f6rper beim raschen Laufen und unser Hirn nicht \u00fcberhitzen, m\u00fcssen wir gut \u2013 und auch noch durch die besondere Art der Schwei\u00dfdr\u00fcsen (ekkrine) gesch\u00fctzt \u2013 schwitzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nackt und besonders gut schwitzend liefen wir aufrecht mit unseren unfruchtbaren aber lehrenden Gro\u00dfm\u00fcttern \u2013 ach ja, und Fleisch essend und miteinander redend und schwatzend \u2013 mit wachsenden Gehirnen durch das Paradies\u2026&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">All das unterscheidet uns von den Affen. Freilich: Noch viel mehr. Die Sch\u00f6nheit der Frau mit stolzgeschwellter Brust, das L\u00e4cheln, das unsere vielen, vielen Gesichtsmuskeln erlauben\u2026 Woher kam das alles? Anthropologen wissen es noch nicht so richtig \u2013 Theologen ahnen es.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei all dem ist nur von Frauen die Rede. Hm, als Mann macht mich das doch sehr nachdenklich. Aber da g\u00e4be es auch so manches zu berichten. So hat der MenschenMann keinen Penisknochen. Warum? Dar\u00fcber wird gegr\u00fcbelt. Damit MenschenFrauen eher sehen, also fr\u00fcher, als Menschen noch weniger Kleidung anhatten, ob einer zeugungsf\u00e4hig gesund ist? \u00dcbrigens wird gesagt, dass wir Menschen uns einmal vorstellen sollten, wie unterschiedlich wir uns sehen w\u00fcrden, wenn wir auf allen vieren durch die Gegend gehen &#8211; oder uns aufrecht gegen\u00fcberstehen. Somit hat sich der Mensch auch visuell angepasst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ach ja, warum leben wir M\u00e4nner \u2013 anders als unsere lieben Schimpansen, Gorillas und nat\u00fcrlich die f\u00fcr viele in ihrem Sexualleben vorbildhaften Bonobos \u2013 in Freiheit monogam? Damit unsere Gene in unseren Kindern besser \u00fcberleben, kein Rivale t\u00f6tet sie, sie wachsen besser auf, weil Muttern sie nicht allein f\u00fcttern muss, sie k\u00f6nnen sich beim Wachsen Zeit lassen, damit sich auch das gro\u00dfe Hirn entwickeln kann. Und da wir doch sehr sozial lebende Wesen sind, gibt es weniger Streit um die Weibchen. Geh\u00f6rt es erst einmal einem M\u00e4nnchen, ist Ruhe im Laden, meistens \u2013 ach ja, auch darum, weil wir nicht die anderen M\u00e4nnchen von unserer Weibchenherde st\u00e4ndig vertreiben m\u00fcssen. Das w\u00e4re zu anstrengend. Wir sind also als M\u00e4nnchen bequeme Paschas \u2013 aber schlauer als die br\u00fcnftigen Hirsche, die sich rammd\u00f6sig bek\u00e4mpfen. Die Feministinnen unter uns haben das schon immer gewusst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich schrieb: \u201ein Freiheit monogam\u201c \u2013 ein weiteres Kennzeichen des Menschen: Er ist nicht instinkt-monogam, sondern hat die Freiheit, Verantwortung zu tragen. Und er kann lieben. Und er kann so frei sein, dass er \u00fcber sich hinaus sehen und glauben kann. Wow, der Mensch!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">All diese Faktoren tragen dazu bei, dass wir Ressourcen frei haben, um technisch und kreativ t\u00e4tig zu sein. Kultur lautet das Stichwort. Gro\u00dfeltern k\u00f6nnen von ihrem Leben erz\u00e4hlen, damit das kleine Gehirn besser w\u00e4chst, k\u00f6nnen ihre Erfahrungen weitergeben \u2013 und inzwischen sogar die Erfahrungen anderer, indem sie B\u00fccher vorlesen. Mama und Papa k\u00f6nnen ihre Aufgaben mit anderen Teilen, nicht jeder muss alles machen, sondern jeder tr\u00e4gt das Seine dazu bei, dass das Gemeinwesen funktioniert, so haben auch sie mehr Zeit f\u00fcr die Kinder und f\u00fcr Kontaktpflege und dem kreativen Nachgehen von K\u00fcnsten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nat\u00fcrlich leben wir in einer Zeit, in der so mancher davon tr\u00e4umt, all das anders ordnen zu m\u00fcssen. Auch das ist eine Besonderheit des Menschen: Er hat die Freiheit zu meinen, alles besser zu machen \u2013 aber kehrt dann doch wieder reum\u00fctig zur\u00fcck. Es sei nur an die Kibbuzim in Israel und die Sowjetunion und andere neumodische Gesellschaftssysteme gedacht. Oder an die Gesellschaften, die gepr\u00e4gt sind vom Beziehungschaos. Oder an Gesellschaften, die den Menschen gesetzlich versklaven, um ihn in bestimmte Richtungen zu erziehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was ich \u00fcber den Menschen gesagt habe, ich darf ja nicht verallgemeinern, gilt nat\u00fcrlich nicht f\u00fcr diejenigen, die sich in diesen Worten so gar nicht wiedererkennen. Sagen wir: Schimpansen, Gorilla- und Bonobo-Menschen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vertiefe selbst\u00e4ndig die folgenden \u00dcberlegungen zuGLAUBE + NATURWISSENSCHAFT 1. Liebe, Kunst und Lebenssinn Liebe Aufgabe1: (a) Was ist Liebe? (b) Welche Antworten geben Naturwissenschaften?(c) Welche Antworten geben Geisteswissenschaften? F\u00fcr vieles gibt es keine Experimente \u2013 vieles kann nicht wissenschaftlich bewiesen werden. 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