{"id":2308,"date":"2020-08-25T11:19:18","date_gmt":"2020-08-25T09:19:18","guid":{"rendered":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/?page_id=2308"},"modified":"2021-03-18T11:00:36","modified_gmt":"2021-03-18T10:00:36","slug":"einleitung-heilige-schriften","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/einleitung-heilige-schriften\/","title":{"rendered":"Einleitung: Heilige Schriften"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Neuere Version siehe: <a href=\"https:\/\/mini.evangelische-religion.de\/heilige-schriften-2\/ \">https:\/\/mini.evangelische-religion.de\/heilige-schriften-2\/ <\/a> und: <a href=\"https:\/\/mini.evangelische-religion.de\/bibel-1-bibel-heute\/\">https:\/\/mini.evangelische-religion.de\/bibel-1-bibel-heute\/<\/a> <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">HEILIGE SCHRIFTEN \u2013 TAGEBUCH DER RELIGIONEN<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schrift ist etwas ganz Besonderes. Schreiben k\u00f6nnen, Gedanken, Traditionen aufschreiben \u2013 etwas der Nachwelt auf dieser Weise \u00fcberliefern, ist gro\u00dfartig. Und das haben manche Kulturen erkannt. Es sind im Laufe der Zeit auch Schriften entstanden, die f\u00fcr gro\u00dfe Gruppen von Menschen \u00e4u\u00dferst wichtig geworden sind und darum \u201eHeilige Schriften\u201c genannt werden. Bevor Menschen begannen, ihre Erfahrungen mit Gott\/G\u00f6ttern aufzuschreiben, hat man sie m\u00fcndlich weitererz\u00e4hlt und tradiert. Die Niederschrift begann (mit Ausnahme des Daodejing) im Westen fr\u00fcher als in Asien.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Heiligen Schriften (als Schriften \u2013 nicht m\u00fcndlich [!] siehe unten) der Religionen mit den meisten Anh\u00e4ngern sind (in chronologischer Reihenfolge der Entstehung):<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Daodejing (Daoismus) (4.\/3. Jh. v. Chr.),<\/li><li>das Alte Testament\/Tora (Judentum) (3 v.-1. Jh. n. Chr.),<\/li><li>das Neue Testament (Christentum) (2.-3. Jh. n. Chr.),<\/li><li>Veden und Puranas (Hinduismus) (5.\/6. Jh. n. Chr.),<\/li><li>der PaliKanon \/ Tripitaka (Sanskrit bzw. Tipitaka (Pali) (Buddhismus) (5.\/6. Jh. n. Chr.),<\/li><li>der Koran und Ahadith (Islam) (ab 7. Jh. n. Chr.).<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was kennzeichnet Heilige Schriften? (Nicht jeder Punkt trifft auf alle Schriften gleicherma\u00dfen zu!):<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>1. Heilige Schriften sind in einem langen Zeitraum entstanden \u2013 sie konzentrieren in ihrer Zusammenstellung unterschiedlichster Traditionen und Schriften Menschheitswissen (Veden, die verschiedenen Traditionen des PaliKanon, Altes Testament).<\/li><li>2. Autoren der Texte in den heiligen Schriften sind vielfach kaum mehr erkennbar. Nicht die Autoren oder die \u201eSchulen\u201c sind f\u00fcr die Menschen wichtig geworden, sondern das, was sie aufgeschrieben haben (Veden, PaliKanon, Altes Testament [mit Ausnahmen: einige Psalmen, Jesaja, Jeremia usw.]).<\/li><li>3. So manche Heilige Schrift wird zu einer solchen, weil sie von Menschen berichtet, die zuerst eine wichtige Gotteserfahrung gemacht haben: Ausgangspunkt der Tora: Moses, Neues Testament: Jesus Christus, Ausgangspunkt des Palikanon: Buddha (Buddha geht es nicht um Gotteserfahrung!), Koran: Mohammed.<\/li><li>4. Eine Fortf\u00fchrung der Schriften wird beendet, sodass sie nicht mehr weiter ver\u00e4ndert werden d\u00fcrfen. Bei manchen Schriften ist nicht mehr deutlich, wann das geschehen ist.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Buddhistische Schriften<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gibt keinen buddhistischen Ur-Kanon. Der vorliegende indische Kanon einer Theravada-Richtung d\u00fcrfte aus dem 6. Jahrhundert nach Christus stammen. Er liegt nur in Weiterf\u00fchrung unterschiedlichster Traditionen vor. Der Mahayana-Buddhismus hat keine einheitlichen heiligen Schriften. Die jeweiligen Schulen haben nur f\u00fcr sie wichtige Sutras: Chinesisch\/Japanisch, Koreanisch, Tibetanisch (Kanjur\/Tanjur). M\u00fcndliche Traditionen reichen bis in das 6. Jh. v. Christus zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Hinduistische Schriften<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was die Veden betrifft: Eine Niederschrift begann wohl im 5. Jahrhundert nach (!) Christus \u2013 die aber nicht von allen Brahmanen akzeptiert wird \u2013 sie \u00fcberliefern sie weiterhin m\u00fcndlich. Die m\u00fcndlichen Traditionen reichen bis ins 2. Jahrtausend v. Chr. zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>J\u00fcdische \/ christlich rezipierte Schriften<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Alte Testament wird in seiner hebr\u00e4ischen Version um das Jahr 100 nach Christus abgeschlossen worden sein. Teile der griechischen Version ab dem 3. Jh. v. Chr. Der Kanonisierungsprozess ist unter anderem mit Hilfe der in Qumran gefundenen Schriften erkennbar. M\u00fcndliche Traditionen reichen bis zu 1400 v. Chr. zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Christliche Schriften<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Neue Testament wurde in einem Teil der Kirche nach einem demokratischen Prozess im 4.\/5. Jahrhundert n. Chr. abgeschlossen. Wesentliche Schriften waren schon im 2.\/3. Jahrhundert Bestandteil des Kanons. \u201eDemokratischer Prozess\u201c bedeutet, dass Schriften aufgenommen wurden, die in den christlichen Gemeinden anerkannt waren \u2013 und auch als solche anerkannt waren, die von Menschen verfasst wurden, die Jesus bzw. seinen J\u00fcngern nahegestanden haben. Endg\u00fcltig wurde der Kanon in der Katholischen Kirche 1546 im Zusammenhang der Auseinandersetzung in der Reformation abgeschlossen. Die m\u00fcndliche Tradition reicht bis in die Zeitenwende zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Muslimische Schriften<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach Ur-Koranen und Vorl\u00e4ufern wurde der Koran aus schriftlichen und m\u00fcndlichen \u00dcberlieferungen durch den dritten Kalifen Uthman [+ 656] erstellt und abgeschlossen. Die m\u00fcndlichen Tradition reichen bis 610 zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Weil viele der Heiligen Schriften innerhalb eines langen Zeitraums entstanden sind, beinhalten sie unterschiedlichste Gattungen.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Veden: Hymnen, Magische Texte, Opferformeln, Helden-, G\u00f6tterepen, Weisheitss\u00e4tze\u2026;<\/li><li>Altes Testament. Geschichtswerke, Lieder, Erz\u00e4hlungen, Weisheitss\u00e4tze, Prophetische B\u00fccher\u2026;<\/li><li>Neues Testament: Biographische Texte, Briefe, Apokalypse\u2026;<\/li><li>Buddhismus: Lehrreden, Regeln, Kommentare\/Philosophische Worte\u2026<\/li><li>Koran: Auch er beinhaltet unterschiedliche Gattungen, die Mohammed verwendet hat: Gebete, Rechtstexte, Hymnische Texte, Kriegsreden\u2026<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Weil diese Schriften f\u00fcr eine Gruppe bedeutsam geworden sind, werden sie im Gottesdienst zitiert, in Riten verwendet, im Alltag rezipiert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Heilige Schriften werden von den Anh\u00e4ngern besonders verehrt, man begegnet ihnen mit Respekt, man feiert sie, weil man wei\u00df, was man an ihnen hat. (Das trifft f\u00fcr manche Menschen in Mitteleuropa nicht mehr zu, was die Bibel betrifft \u2013 in vielen anderen Erdteilen wei\u00df man die Bedeutung der Bibel zu sch\u00e4tzen.)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Heiligen Schriften dienen dem Zusammenhalt einer Gruppe und haben normative Geltung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Weil die Schriften \u00e4lter sind, bedarf es der Ausleger, Menschen, die versuchen, das Geschriebene zu verstehen. M\u00f6nche, Theologen, Imame\/Rezitatoren, Priester, Brahmanen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aufgrund unterschiedlicher Interpretationen kann es dazu kommen, dass sich die Gruppen in Konfessionen spalten.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Hinduismus selbst ist sehr vielf\u00e4ltig,<\/li><li>Buddhismus: Hinayana und Mahayana \u2013 die buddhistischen Traditionen des Tibet, des Zen (Japan) usw.,<\/li><li>Christen: Orthodox, Katholisch, Evangelisch usw.,<\/li><li>Islam: Sunniten, Schiiten, Ahmadiyya, Alewiten und Alawiten usw.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die jeweiligen Gruppen haben zu den Heiligen Schriften Auslegungswerke bzw. weiterf\u00fchrende Werke entwickelt und nehmen sie wichtig:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Judentum: Talmud, Midrasch,<\/li><li>Christen: Kirchenv\u00e4ter bzw. Luther\/Bekenntnisse,<\/li><li>Buddhismus: Sutras und andere Schriften,<\/li><li>Islam: Ahadith\/Sunna bzw. bei den Ahmadiyya Werke von Ghulam Ahmad.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gibt weitere Gruppen, die die Tradition der Heiligen Schriften aufgenommen haben, die dann jedoch nur einer Person zugeordnet werden: wie zum Beispiel der Koran (Mohammed) bzw. als \u201eaufgefundenes Buch\u201c hat Bedeutung erlangt: Das Buch Mormon (Smith).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Inhaltliche Aspekte der Heiligen Schriften<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>a) Judentum:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besonders wichtig sind f\u00fcr Juden die ersten f\u00fcnf B\u00fccher Mose: die Offenbarung am Sinai (Tora) \u2013 daneben freilich auch die Propheten und andere Schriften. Gott erw\u00e4hlte das Volk, darum ermahnt Gott das Volk, in seinem Sinn zu leben. Doch blieb das Judentum nicht bei diesen Schriften, die von ca. 300 v. Chr. bis 1. Jh. n. Chr. zu einem Kanon zusammengef\u00fcgt wurden, stehen, sondern sammelte in der nachbiblischen Zeit m\u00fcndliche \u00dcberlieferungen (Mischna) und es sind rabbinische Kommentare dazu erschienen (Talmud). F\u00fcr manche j\u00fcdischen Gruppen gelten diese insgesamt (Bibel\/Tora + Mischna \u2013 Talmud) als g\u00f6ttliche Offenbarung bzw. als Auslegung g\u00f6ttlicher Offenbarung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>b) Christentum:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gott spricht in der Bibel (Altes und Neues Testament) durch Menschen, die ihn in bestimmten Situationen erfahren haben, von ihm geh\u00f6rt haben, ihn erlebt haben \u2013 besonders in Jesus Christus und dem Geist Gottes. Die Bibel enth\u00e4lt Gattungen unterschiedlichster Art: Geschichtsschreibungen, Briefe, Biographien usw., die im Laufe von ca. 1000 Jahren entstanden sind). Gottes Wort und Menschenwort sind miteinander verwoben \u2013 durch den Menschen, der es liest, kann es (durch das Wirken des Gottesgeistes) zu Gottes Wort werden. Darum ist die Interpretation in der jeweiligen Zeit wichtig (Hermeneutik). Und diese nach-neutestamentlichen Interpretationen durch die Jahrhunderte hindurch sind vor allem in der Orthodoxen und der Katholischen Kirche von gro\u00dfer Bedeutung (Kirchenv\u00e4ter). Einzelne christliche Gruppen sehen die biblischen Schriften als w\u00f6rtlich inspiriert an, das hei\u00dft, dass der Geist Gottes die Worte in ganz besonderer Weise inspiriert (z.B. eingehaucht, diktiert) hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>c) Islam:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Allah hat, so eine islamische Legende, Mohammed die Schrift durch den Engel Gabriel in Auditionen \u00fcbergeben. Der Koran, als Verhaltensanweisung, ist Entsprechung eines Buches, das bei Allah liegt. Er ist als solcher Allahs Wort und darum anders zu handhaben als die Bibel. Nicht die Interpretation ist wichtig, sondern die Rezitation des heiligen, arabischen Textes. (Historisch gesehen wurden die Offenbarungen, die Mohammed bekommen hat, auf unterschiedlichen Materialien niedergeschrieben, nach seinem Tod gesammelt, zusammengestellt, interpretiert. Dar\u00fcber hinaus gab es zahlreiche Menschen, die Texte des Mohammed auswendig kannten. Damit er einende Wirkung entfalten kann und glaubensm\u00e4\u00dfig mit dem einen himmlischen Buch verbunden werden konnte, wurden Konkurrenztexte verdr\u00e4ngt.) Neben dem Koran sind Hadithe lebensrelevant: Sie stellen am Vorbild Mohammeds dar, wie ein Muslim zu leben hat. Mohammed kannte die Bibel und hat sie streckenweise neu formuliert, weil er Juden und Christen als Verf\u00e4lscher des himmlischen Buchs angesehen hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>d) Buddhismus:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schriften des Buddhismus (Tipitaka\/Tripitaka \u2013 Dreikorb) haben eine wirre Entstehungsgeschichte. Sie beinhalten m\u00f6glicherweise auch Worte Buddhas (Siddhartha Gautama), dessen Leben in den Zeitraum um 600 v. Chr. datiert wird. Die Schriften versuchen durch meditativen Nachvollzug den Menschen von allem zu l\u00f6sen, damit er die Erwachung \/ Erleuchtung erf\u00e4hrt. Dar\u00fcber hinaus enthalten sie Verhaltensregeln f\u00fcr M\u00f6nchsgemeinschaften und Laien. Hier steht nicht die g\u00f6ttliche Herkunft der Schriften im Blick, sondern sie sind gesammelte Weisheiten des Menschen \u2013 der Vetter des Buddha soll hunderte von Aussagen Buddhas auswendig gewusst und niedergeschrieben haben. Diese Schriften wurden durch weise Menschen erweitert, haben in den jeweiligen V\u00f6lkern, in denen buddhistische Religion Fu\u00df fasste (Tibet, Japan), weitere weise Schriften zur Seite bekommen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>e) Hinduismus:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die vier Veden beinhalten spirituelles und magisches Wissen, das durch die Jahrhunderte hindurch (ab 1800 v. Chr.?) m\u00fcndlich gesammelt wurde. Die Schriften f\u00f6rdern die Verehrung der jeweiligen eng mit der Natur verbundenen Gottheit (g\u00f6ttliche Naturkr\u00e4fte) durch Hymnen, liturgischen Handlungen, Ritualen, Opferdarbringungen, magischen Worten und Handlungen, Weisheiten gro\u00dfer Gurus \/ Brahmanen. F\u00fcr den neueren Hinduismus ist die Bhagavadgita (als Gegenpart zu den christlichen Evangelien) relevant (entstanden zwischen 300 v. bis 800 n.Chr.): Krischna, eine Inkarnation Vishnus, belehrt den Anh\u00e4nger anhand eines Kampfes \u00fcber G\u00f6tter und Welt, \u00fcber den Weg, den der Mensch gehen muss, um sich der Gottheit, dem Seinsgrund, ausliefern zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>f) Konfuzianismus:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Konfuzius lebte vermutlich im 6.\/5. Jahrhundert v. Chr. Ihm war die hierarchische Ordnung der Gesellschaft wesentlich, die allerdings auch den Bereich der Ahnen umfasste \u2013 das verbindet seine Lebensphilosophie mit Religion. Der edle Mensch passt sich an diese Ordnung an und gelangt so zur Harmonie der Welt. Er belehrte seine Sch\u00fcler mit weisen Worten, damit sie die Harmonie, die Mitte der Welt finden. Er selbst hat keine Schriften hinterlassen, seine Worte wurden von seinen Sch\u00fclern gesammelt und aufgeschrieben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>g) Daoismus\/Taoismus<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">ist wie der Konfuzianismus eine chinesische Tradition, an deren Beginn Laotse steht. In ihm werden jedoch st\u00e4rker als im Konfuzianismus spirituelle Elemente aufgegriffen: Meditation, Magie, Alchemie, D\u00e4monen \u2013 bekannte Begriffe sind Qi (Energie), Yin Yang \u2013 Techniken, die den K\u00f6rper, den Atem, den Geist kontrollieren und kultivieren sollen, um Unsterblichkeit zu erlangen. Das Daodejing besteht aus einer F\u00fclle an mystischen Worten, die in der Folge viele Kommentare hervorgerufen haben. Aber auch die Schriften anderer Weiser pr\u00e4gen den Daoismus.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Fazit:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es wird deutlich, dass das, was unter \u201eHeilige Schrift\u201c zu verstehen ist, in den V\u00f6lkern variiert. Als gemeinsamer Nenner kann festgehalten werden, dass sie die jeweiligen Menschen anleiten, ihr Leben in irgendeiner Form bewusst zu leben, ihr Leben gezielt auszurichten. Sie beinhalten Weisheiten und Gotteserfahrungen, die \u00fcber Generationen hinweg gesammelt wurden und Menschen \u00fcber Generationen hinweg gepr\u00e4gt haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Schriften der westlichen Traditionen werden durch ihre Abh\u00e4ngigkeit von der Tradition des Judentums von Gott hergeleitet: Sie beinhalten Weisheiten und somit Hinweise, dem Willen Gottes zu folgen, Gott kennenzulernen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Schriften des Ostens beinhalten st\u00e4rker Weisheiten und Anleitungen zum Umgang mit transzendenten M\u00e4chten\/Energien\/D\u00e4monen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neuere Version siehe: https:\/\/mini.evangelische-religion.de\/heilige-schriften-2\/ und: https:\/\/mini.evangelische-religion.de\/bibel-1-bibel-heute\/ HEILIGE SCHRIFTEN \u2013 TAGEBUCH DER RELIGIONEN Schrift ist etwas ganz Besonderes. 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