{"id":2222,"date":"2020-04-01T16:14:29","date_gmt":"2020-04-01T14:14:29","guid":{"rendered":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/?page_id=2222"},"modified":"2020-04-01T16:14:30","modified_gmt":"2020-04-01T14:14:30","slug":"gott-in-gedichten-7a-18-19-jh","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/gott-in-gedichten-7a-18-19-jh\/","title":{"rendered":"Gott in Gedichten 7a (18.\/19. Jh)"},"content":{"rendered":"\n<p>Christian Friedrich Daniel Schubart (1739-1791)<\/p>\n\n\n\n<p>Er war Organist, Journalist, Komponist und Dichter \u2013 und hatte\nkeinen Respekt vor dem Adel und vor Geistlichen. H\u00e4ufig wurde er des Ortes\nverwiesen, seine Schriften wurden verboten, er kritisierte den Verkauf von\nMenschen als S\u00f6ldner, hat die M\u00e4tresse eines Landesf\u00fcrsten diffamiert und wurde\ndarum entf\u00fchrt und in den Kerker geworfen. Obgleich viele Gr\u00f6\u00dfen f\u00fcr ihn\neintraten, wurde er \u2013 zum Teil nach Isolationshaft \u2013 erst 10 Jahre sp\u00e4ter\nwieder freigelassen. Evtl. wurde er, nachdem er wieder rehabilitiert war,\nScheintod auch lebendig begraben. F\u00fcr mich ist er eine Art Johannes der T\u00e4ufer\nim 18. Jahrhundert. Er war beliebt in unteren Schichten \u2013 aber eben auch in\nDichterkreisen. Er regte Schiller in seinem Werk Die R\u00e4uber an, und das\nForellenquintett, das Schubert bearbeitet hat. Was ihn hat durchhalten lassen,\nd\u00fcrften manche Gedichte durchschimmern lassen. Vor allem auch das <a href=\"http:\/\/www.zeno.org\/Literatur\/M\/Schubart,+Christian+Friedrich+Daniel\/Gedichte\/Gedichte\/Geistliche+Lieder\/Allgemeineren+Inhalts\/Morgenlied+eines+Gefangenen\">Morgenlied<\/a>\neines Gefangenen: \u201eSo wei\u00df ich, Gott im Himmel gibt \/ Mir Armen wieder Muth, \/\nDenn er, der die Verlassnen liebt, \/ Ist mir Verlassnem gut. \/\/ Und so im Namen\nJesu tret\u00b4\/ Ich auf die Dornenbahn, \/ Und glaub\u00b4, und hoff\u00b4, und les\u00b4 und bet\u00b4,\n\/ Und sing\u00b4, so gut ich kann.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Schubart hat Psalmen in die Gegenwart transformiert, das <a href=\"http:\/\/www.zeno.org\/Literatur\/M\/Schubart,+Christian+Friedrich+Daniel\/Gedichte\/Gedichte\/Geistliche+Lieder\/Allgemeineren+Inhalts\/Vater+Unser\">Vaterunser<\/a>&nbsp; im Gedicht erkl\u00e4rt, aber auch eigenst\u00e4ndige Glaubenslieder\ngeschrieben. So \u201eAlles ist euer, o Worte des ewigen Lebens! \/ F\u00fchl\u00b4 sie,\nVertrauter des Mittlers, voll heiliges Bebens! \/ Alles ist dein! \/ Irdischen\nMenschen allein \/ T\u00f6nen die Worte vergebens.\u201c In der vorletzten Strophe hei\u00dft\nes: \u201eBist du oft elend, verlassen und krank und gefangen, \/ Triefen dir Z\u00e4hren\ndes Kummers von bl\u00e4sseren Wangen. \/ Droben im Licht, \/ Freu\u00b4 dich, da triefen\nsie nicht! \/ Dort ist das Alte vergangen.\u201c (1878: 473). An seine Frau schreibt\ner aus der Haft, als er dachte, er w\u00fcrde aufgrund einer Krankheit sterben:\n\u201eMein Jammer soll dein Herz nicht qu\u00e4len, \/ Nur Gott und mir sei er bekannt, \/\nIm Himmel will ich dir erz\u00e4hlen \/ Das Elend, das ich \u00fcberstand.\u201c Er ist sich\ngewiss, dass Gott ihm verziehen hat. Er segnet sie und gesteht ihr seine Liebe.\nGedichte authentische Theodizee. Ganz eindrucksvoll ist auch das Gedicht\n\u201eErstickter Preisgesang\u201c. Er will dem Sch\u00f6pfer singen \u2013 wie die V\u00f6gel \u2013 \u201eDer\nGesang erstickt im Munde, Wandelt sich und wird Geheul.\u201c Er beschreibt seinen Kerker:\n\u201eGott! Ach Gott! Ich st\u00fcrze nieder, \/ Und mein Lied verstummt vor dir.\u201c Wie ein\nVogel \u2013 morgens singt er am Tag wird er get\u00f6tet. (Zitat: Weimer) <\/p>\n\n\n\n<p>In seinem Neujahrswunsch beklagt er: \u201eChristen gibt es, die\nsich scheun zu sagen, \/ Da\u00df sie Christus, da\u00df sie Gottes sind\u201c. Viele Menschen beschreibt\ner: \u201eSch\u00f6pfer! Vater, ach erbarm dich ihrer, \/ Sieh dies Wimmeln deiner Kinder\nan; Alle brauchen H\u00fclfe; sei ihr F\u00fchrer \/ Auf des Lebens dornenvoller Bahn.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Matthias Claudius (1740-1815)<\/p>\n\n\n\n<p>Von Matthias Claudius, dem Dichter und Journalisten, der immer\nklamm war, stammen viele kostbare kleine Texte \u2013 aber auch gr\u00f6\u00dfere, so das als inoffizielle\nHymne der Deutschen bezeichnete Lied: Der Mond ist aufgegangen (EG 482).\nEbenso: Wir pfl\u00fcgen und wir streuen den Samen auf das Land (EG 508),\nurspr\u00fcnglich hie\u00df es \u201eDas Bauernlied\u201c \u2013 \u00fcber dem hier der Werdegang beschrieben\nwird: <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wir_pfl%C3%BCgen_und_wir_streuen\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wir_pfl%C3%BCgen_und_wir_streuen<\/a> . Ber\u00fchmt wurde auch sein Gedicht \u201e\u00b4s ist Krieg!\u201c <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kriegslied_(Matthias_Claudius)\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kriegslied_(Matthias_Claudius)<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Manches wurde vertont, zum Beispiel\ndie <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=k-bG5hcf-Q8\">Motette<\/a>.\nDas Halleluja dominiert auch in dem \u201eOsterlied\u201c: \u201eHallelujah! Das Grab ist\nleer! \/ Gerettet ist die Welt, \/ Das Leben ist des Todes Herr! \/ Erstanden ist\nder Held.\u201c An seine Frau Rebecca schreibt er zur Silbernen Hochzeit: \u201eUnd\ndr\u00fccke fr\u00f6hlich Dich, mit voller Liebe, \/ Vor Gottes Antlitz an mein Herz.\u201c\nAuch hier: Die leichte Glaubensfr\u00f6hlichkeit dominiert, obgleich er in dem Lied\nauch vom blutenden Herzen spricht. In den Alltag holt Claudius Gott hinein, so\nschreibt er im Motetto zum ersten Zahn: \u201eDer Zahn soll Alexander hei\u00dfen. \/ Du\nliebes Kind! Gott halt\u00b4 ihn Dir gesund.\u201c Er lehrt auch ein Lied \u201eT\u00e4glich zu\nsingen\u201c und beginnt: \u201eIch danke Gott und freue mich \/ Wie\u00b4s Kind zur\nWeihnachtsgabe, \/ da\u00df ich bin, bin! Und da\u00df ich dich, \/ Sch\u00f6n menschlich\nAntlitz! Habe\u201c und schlie\u00dft: \u201eGott gebe mir nur jeden Tag, \/ So viel ich darf\nzum Leben. \/ Er gibt\u00b4s dem Sperling auf dem Dach; \/ Wie sollt\u00b4 er\u00b4s mir nicht\ngeben.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Johann Caspar Lavater (1741-1801)<\/p>\n\n\n\n<p>Lavater war Theologe und Schriftsteller. Mit vielen Gr\u00f6\u00dfen\nseiner Zeit stand er in Kontakt, pers\u00f6nlich kannten sie sich oder \u00fcber\nBriefwechsel. <\/p>\n\n\n\n<p>Wenn man seine 15 Texte im Gesangbuch von 1834 ansieht \u2013 im\nEvangelischen Gesangbuch unserer Zeit ist er nicht mehr angef\u00fchrt \u2013 dann\ndominiert Ethik: Gebote sind ihm wichtig, wichtig ist es, die Pflicht zu tun. \u201eDer\nfrohe Morgen weckt mich wieder, \/ und ladet mich zur Arbeit ein\u201c (763). Er ist\nstark \u201edualistisch\u201c: Gl\u00fcck des Himmels contra Gl\u00fcck der Erde, ich als S\u00fcnder \u2013\nGott in seiner Gnade, diese Zeit contra Ewigkeit. Manchmal ist die Sprache auch\nsehr hart und schonungslos: \u201eWeiche Grabesschrecken, weiche! Freu\u00b4 des Todes\ndich, mein Herz! \/ Liegt sie da die kalte Leiche, \/ weggeweint ist jeder\nSchmerz, \/ und der Thr\u00e4nen Quell versiegt, \/ wenn der Staub bei\u00b4m Staube\nliegt.\u201c (843) F\u00fcr Christen spielt der Tod letztlich keine Rolle \u2013 und das wird\nganz hart formuliert, damit der Mensch wirklich erkennt und sich zu seinem\nGuten hin \u00e4ndert. Und neutestamentliche Stellen zur Auferstehung gibt sein Lied\n\u201eDie Auferstehung. Erstes Osterlied\u201c zusammengefasst wieder. Der Auferstandene\nsagt seinen J\u00fcngern: \u201eSeht mich, Freunde, die ihr bebt! \/ Jauchzet! Euer Jesus\nlebt!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Aber das ewige Leben bei Gott will erk\u00e4mpft sein: \u201eO wie oft\nhab\u00b4 ich geweinet, \/ schmerzlich meinen Fall bereut, \/ gl\u00e4ubig mich mit dir\nvereinet, \/ und mich deiner Huld gefreut.\u201c Der Grund f\u00fcr diesen Dualismus: Gott\ngibt mir in Jesus Christus alles \u2013 also muss auch ich ihm alles geben. Wenn das\ngelingt, dann hat der Mensch Ruhe, Frieden, Licht und Wonne (581) \u2013 kurz: er\ntut sich nicht nur Gutes, er tut sich das Beste \u2013 seine Liebe zu sich selbst\nzeigt sich indem er sich Gott zuwendet. Gott selbst muss im Menschen Glauben\nwecken, das vertieft er in dem Text: \u201eDurst nach Erl\u00f6sung\u201c: \u201eFreyheit d\u00fcrstet\nmeine Seele \/ Aus dem Netz der Leidenschaft! Wer, wer giebet meiner Seele \/\nFreyheit? Leben? Sieg und Kraft? \/ Wer dem bangen Herzen Ruh\u00b4? \/ Jesus\nChristus, wer als Du?\u201c Aber der Lebensschmerz kann gro\u00df sein, die Tr\u00e4nen\nflie\u00dfen heftig \u2013 darum ruft er zu: \u201eMuthig! Muthig! Bald errungen ist das Ziel\nvon jeder Pein! \/ bald ist jeder Schmerz verschlungen von der Freude, frei zu\nsein, \/ frei von Sorgen und Gefahren, \/ die mir oft so dr\u00fcckend waren. \/\nUnaussprechlich, ewig liebt er, der uns durch Leiden \u00fcbt.\u201c (534) Sehr\nseelsorgerlich dichtet er seinen Text: \u201eSt\u00e4rkung in tiefer Dunkelheit.\u201c Die\nMystik, seine Ergriffenheit von Gott wird im \u201eMitternachts-Lied\u201c deutlich: \u201eVater!\nStill an dich zu denken, \/ O wie das das Herz erfreut! \/ Gist und Herz in dich\nzu senken, \/ H\u00e4chste Menschen-Seeligkeit! \/ Dich empfinden, dich genie\u00dfen, \/ O\nder unaussprechlich s\u00fc\u00dfen, \/ Unaussprechlich nahen Lust! \/ Anerkannt in jeder\nBrust!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>In vielen dieser Texte greift Lavater Begriffe auf, die in\nder Zeit wichtig waren: Pflicht erinnert an Kant, Tr\u00e4nen erinnern an Klopstock,\nder Pietismus kommt durch \u2013 Lavater war (eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit) ganz Kind\nseiner Zeit. Aber er war christliches Kind. Und in dem folgenden Lied ist er es\nauch in der Auseinandersetzung mit Goethe\/Schiller. Goethe und Lavater waren\neinen l\u00e4ngeren Zeitraum miteinander befreundet. Trennend war der vertiefte\nChristus-Glaube Lavaters und sein Versuch, Menschen zur christlichen\nEinheitsreligion zu bekehren. Goethe\/Schiller erkannten Gott nicht, sondern das\nG\u00f6ttliche, eine das Gef\u00fchl ergreifende Macht in der Natur\/im Menschen \u2013 eine Gef\u00fchls-Religion,\ndie sie verk\u00fcndeten. Dazu schreibt Lavater: \u201eGott, deiner Werke jedes ist von\ndir uns Pfand und Siegel; \/ das kleinste ruft uns, da\u00df du bist, und ist von dir\nein Spiegel. \/ Ein jeder Punkt in der Natur \/ tr\u00e4gt deiner weisen Allmacht Spur,\n\/ ist Ausflu\u00df deiner G\u00fcte. \/\/ Ein jeder Zeitpunkt, jeder Ort, \/ ist Offenbarung\ndeiner, \/ und dennoch fand dich, ohne Wort \/ von dir, der Menschen keiner.\u201c Er\nschlie\u00dft: \u201eAnbetung, Dank dir f\u00fcr dies Licht, \/ dem alle Schatten weichen! \/\nNein, was nur Menschenweisheit spricht, \/ kann deinem Wort nicht gleichen. \/\nAnbetung, Dank dir, da\u00df du kamst, \/ die Binde von dem Aug\u00b4 uns nahmst, \/ dich,\nVater, zu erkennen.\u201c Und darum spricht er in einem Danklied (577) aus, dass er Mensch\nist und: \u201eDich kann ich in der Sch\u00f6pfung finden, \/ mich deiner gro\u00dfen Werke\nfreu\u00b4n, \/ mich inniger mit dir verbinden, \/ mein Herz, mein Leben, Gott! Dir\nweih\u00b4n.\u201c Der Mensch, der Gottes Wunder in der Natur erkennt, erkennt, um sich\nganz Gott zu unterstellen: \u201eF\u00fcr jede n\u00fctzliche Erfahrung, f\u00fcr Alles, was\nbelehren kann, \/ f\u00fcr Unterricht der Offenbarung \/ bet\u00b4 ich belebt von Dank,\ndich an.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Johann Gottfried Herder (1744-1803)<\/p>\n\n\n\n<p>Herder, einer der ganz Gro\u00dfen des klassischen Weimar, war\nTheologe, hat der Kultur- und Sprachwissenschaft, somit auch der Philosophie,\nsehr starke Impulse gegeben. Es ist hier \u2013 wie bei anderen auch \u2013 nicht der\nOrt, das umfangreiche Werk auch nur ann\u00e4hernd darzulegen. Eine intensive\nBesch\u00e4ftigung mit Herder lohnt sich sehr. Er hat vieles angedacht, vorgedacht,\nwas Nachgeborene dann entfaltet und vertieft haben.<\/p>\n\n\n\n<p>In das Evangelische Gesangbuch hat ein Text Zugang gefunden:\n\u201eDu Morgenstern, du Licht vom Licht\u201c, in dem Jesus besungen wird (74)<\/p>\n\n\n\n<p>Herder hat ein spannendes Gedicht\n\u00fcber die Menschenseele, dem \u201eSiegel Gottes\u201c, geschrieben: \u201eWie Bruder hangt an\nBruder, trinken Liebe \/ Aus ihm, der sich f\u00fcr mich \/ Zur Seele haucht auf\ndieser Erdentr\u00fcbe, \/ Zu meinem Bilde? \u2013 Ich? \u2013 (Zitat: Kempf). Auch diesen Text\nmuss man als <a href=\"http:\/\/www.zeno.org\/Literatur\/M\/Herder,+Johann+Gottfried\/Gedichte\/Gedichte\/F%C3%BCnftes+Buch\/Die+Menschenseele\">Ganzes<\/a>\nlesen. Es wird schon deutlich, dass man hinter die Worte sehen muss, um die\nAnspielungen auf Gott bzw. Jesus Christus zu verstehen. Herder besingt seinen\nGenius, aber: \u201eDu einer, mir aus meines Herrn Erbarmen \/ in diese W\u00fcste\nmitgeschenkt!\u201c\u2026 Den besungenen Genius verdankt er Gott. In seinem Gedicht \u201eDer\nliebende Sch\u00f6pfer\u201c schreibt er, dass V\u00f6gel ihren Sch\u00f6pfer, also Gott, loben.\nDann soll auch der Geist erwachen und sehen, was Gott ihm getan habe: \u201eBl\u00fch\nauf, schwing auf Dich \u00fcber Luft \/ Und Sonn\u00b4 und Himmelblau.\u201c Dann spricht er\ndie Gr\u00f6\u00dfe des Menschen an: \u201eDu, als die Sch\u00f6pfung lieblicher, \/ Unendlicher als\nsie. \/ Wer ist wie Du? Du bist wie Er. \/ Der Dir sein Bild verlieh.\u201c Der Mensch\nwird in Bezug zu Gott gesetzt, unendlich erh\u00f6ht \u2013 und doch so klein und\nabh\u00e4ngig: \u201eFall \u00b4an sein Herz, an seine Brust, \/ Als Kind in seinen Schoo\u00df! \/ Du\nbist in Vaters Lieb\u00b4 und Lust \/ Mehr als die Sch\u00f6pfung gro\u00df.\u201c (1877: 1008) Dass\nder Mensch nicht nur gro\u00df, sondern auch abh\u00e4ngig ist, das haben Menschen wie\nFeuerbach nicht verstanden. Die \u201eSehnsucht nach Gott\u201c ist ebenfalls gro\u00df. Auch\nhier dienen wieder V\u00f6gel als Beispiel \u2013 der Mensch ist ganz gro\u00df, aber er will\ndennoch \u00fcber sich hinaus \u2013 er will \u00fcber sich hinaus in die Welt Gottes fliegen <a href=\"http:\/\/www.zeno.org\/Literatur\/M\/Herder,+Johann+Gottfried\/Gedichte\/Gedichte\/Erstes+Buch\/Sehnsucht+nach+Gott\">Text<\/a>.\nAber: \u201eWie nenn\u00b4 ich Dich Du Unnennbarer?\u201c \u2013 es folgt ein <a href=\"http:\/\/www.zeno.org\/Literatur\/M\/Herder,+Johann+Gottfried\/Gedichte\/Gedichte\/Zweites+Buch\/Gott\">Text<\/a>\nin der Tradition der Mystik, transformiert in die Zeit des 18. Jahrhunderts.\nAnders das <a href=\"http:\/\/www.zeno.org\/Literatur\/M\/Herder,+Johann+Gottfried\/Gedichte\/Gedichte\/Siebentes+Buch\/Die+Stimme+zur+Mitternacht\">Lied<\/a>\n: \u201eWachet, wachet, ruft die Stimme\u201c in der sehr gesellschaftskritisch dargelegt\nwird, dass alle schlafen, obgleich Gott Wachende haben m\u00f6chte: Falsche Christus\nund Verr\u00e4ther, \/ Vernunft-Verf\u00fchrer, Wundert\u00e4ter \/ Der L\u00fcge sind das Licht der\nWelt\u201c\u2026 Schlangen sind der V\u00f6lker Kronen, \/ Und Nationen Nationen \/ Zur Gei\u00dfel\nstatt der Bruderhand\u201c. Nach der Schilderung hei\u00dft es in der letzten Strophe:\n\u201eErl\u00f6ser, steh bei! \/ Erneuerer, mach uns neu, \/ Betend, br\u00fcnstig, \/ In\nMitternacht, \/ Wenn nichts mehr wacht! \/ Wir schlummern, unser Herze wacht!\u201c <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Christian Friedrich Daniel Schubart (1739-1791) Er war Organist, Journalist, Komponist und Dichter \u2013 und hatte keinen Respekt vor dem Adel und vor Geistlichen. 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