{"id":217,"date":"2019-06-29T17:12:22","date_gmt":"2019-06-29T15:12:22","guid":{"rendered":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/?page_id=217"},"modified":"2026-04-11T21:04:03","modified_gmt":"2026-04-11T19:04:03","slug":"anthropologie-philosophie-biologie-theologie","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/mensch\/anthropologie-philosophie-biologie-theologie\/","title":{"rendered":"Anthropologie: Philosophie, Biologie, Theologie"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-center has-white-color has-accent-background-color has-text-color has-background has-medium-font-size\"><strong>PHILOSOPHISCHE ANTHROPOLOGIE<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In der Anthropologie geht es um die Frage: Wer\/was ist eigentlich der Mensch?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-white-background-color has-text-color has-background has-link-color wp-elements-96b4a2543ec496d98447c83fd8f5326a\" style=\"color:#fd0606\"><strong>1. Aufgabe:&nbsp;<\/strong>Selbst kl\u00e4ren: Wer\/was ist der Mensch? Was macht den Menschen zum Menschen?<\/p>\n\n\n\n<p>Wie in jeder Wissenschaft gibt es keine eindeutige Antwort. So gibt es auch unterschiedliche Versuche, das Ph\u00e4nomen &#8222;Mensch&#8220; zu erkl\u00e4ren. Es werden bestimmte Schwerpunkte gesetzt, zun\u00e4chst in Abgrenzung vom Tier.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-link-color wp-elements-6203d43249643be20534217621c469b1\" style=\"color:#fd0606\"><strong>2. Aufgabe:&nbsp;<\/strong>Welche Philosophen vertreten die folgenden Richtungen? (Vor\u00fcberlegungen!) (s. unten unter Aufgabe 5):<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Der Mensch ist ein Wesen mit Geist, er hat eine Seele \u2013 damit verbunden: Er steht dem G\u00f6ttlichen nahe.<\/li>\n\n\n\n<li>Wesentlich am Menschen ist seine Sprachf\u00e4higkeit. Sie hebt ihn \u00fcber die Tiere hinaus.<\/li>\n\n\n\n<li>Er ist geschichtlich handelndes Wesen, also ein Wesen, das in die Vergangenheit schauen kann, das sein Handeln in der Gegenwart mit Blick auf die Zukunft&nbsp;bestimmen kann.<\/li>\n\n\n\n<li>Er ist im Gegensatz zum Tier ein M\u00e4ngelwesen: W\u00e4hrend das Tier schon so gut wie fertig auf die Welt kommt, bedarf der Mensch einer langen Phase der Betreuung \u2013 und vermag sich darum den unterschiedlichsten Situationen anzupassen.<\/li>\n\n\n\n<li>Er ist ein Wesen, das sich selbst bestimmen kann, ist nicht mehr ganz so instinktgebunden, lebt in der Spannung zwischen M\u00f6glichkeit und Ziel.<\/li>\n\n\n\n<li>Er ist ein homo politicus \/ zoon politicon: eingebunden in die soziale Ordnung, orientiert sich am Wohl f\u00fcr die Gemeinschaft.<\/li>\n\n\n\n<li>Er ist im Werden.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-link-color wp-elements-4a47c0bef6be2f8c7e3c1afd1c0e46d3\" style=\"color:#fd0606\"><strong>3. Aufgabe:<\/strong>&nbsp;Suche Beispiele f\u00fcr die genannten anthropologischen Ans\u00e4tze (s. unten unter Aufgabe 5):<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Das Wort \u201eAnthropologie\u201c wird aus unterschiedlichsten wissenschaftlichen Perspektiven betrachtet. Ein paar Aspekte seien hier genannt:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Genannt wurde oben die&nbsp;<strong>Philosophische<\/strong>&nbsp;Anthropologie. In der Philosophischen Anthropologie wird der Mensch als Geist-Wesen angesehen.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Theologische&nbsp;<\/strong>Anthropologie: dazu siehe unten mehr.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Kultur-<\/strong>Anthropologie: Der Mensch ist Sch\u00f6pfer der Kultur \u2013 gleichzeitig ist er Gesch\u00f6pf der Kultur, in der er aufw\u00e4chst.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Sozial<\/strong>-Anthropologie: Der Mensch ist ein soziales Lebewesen: Macht, Rang, Identit\u00e4t, Geschichte, Verwandtschaft, Rituale\u2026 bestimmen ihn (wie auch andere Lebewesen).<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Soziologische&nbsp;<\/strong>Anthropologie: der Mensch lebt gegenw\u00e4rtig in einer Multi-Optionsgesellschaft, in einer Risikogesellschaft, es geht um das Verh\u00e4ltnis von Mensch und Stadt, Mensch und Industrie\u2026<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Psychologische&nbsp;<\/strong>Anthropologie: Der Mensch in seiner Entwicklung, seinem Charakter usw. (Entwicklungspsychologie, Pers\u00f6nlichkeitstheorien\u2026).<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Biologische&nbsp;<\/strong>Anthropologie: Von Untersuchung der Genetik&nbsp;\u00fcber den Vergleich mit den Primaten bis hin zu den k\u00f6rperlichen Voraussetzungen f\u00fcrs Sport treiben\u2026<\/li>\n\n\n\n<li>In der \u201e<strong>Biologistischen&nbsp;<\/strong>Anthropologie\u201c wird der Mensch intensiver als Teil der Tierwelt verortet.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Medizinische<\/strong>&nbsp;Anthropologie: Medizinische Errungenschaften pr\u00e4gen das Individuum \u2013 die Kultur pr\u00e4gt medizinische Vorgehensweisen.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>P\u00e4dagogische&nbsp;<\/strong>Anthropologie: Der Mensch ist ein lernendes und lehrendes Wesen. Wie werden Lehr-Materialien gestaltet werden m\u00fcssen, damit der Mensch besser lernen kann? Usw.<\/li>\n\n\n\n<li>In der&nbsp;<strong>Empirischen&nbsp;<\/strong>Anthropologie&nbsp;wird der Mensch von seiner Natur aus erkl\u00e4rt: Sein Verhalten wird auch mit anderen Lebewesen in Beziehung gesetzt \u2013 die philosophische und theologische Anthropologie wird jedoch nicht g\u00e4nzlich ausgeschlossen.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-link-color wp-elements-3980a5867f1580f697bac7f8756be8fa\" style=\"color:#fd0606\"><strong>&nbsp;4. Aufgabe:&nbsp;<\/strong>Wer vertritt folgende Positionen? (Vor\u00fcberlegungen! s. unten unter Aufgabe 5):<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Bisher sah man, dass der Mensch mit seinem K\u00f6rper zur Tierwelt geh\u00f6rt \u2013 und mit dem Geist zu einer h\u00f6heren Ebene geh\u00f6rt. Im Zuge des Naturalismus sieht man immer st\u00e4rker den Geist als Teil der tierischen Natur \u2013 und nicht mehr als Teil, der den Menschen mit G\u00f6ttlichem verbindet.<\/li>\n\n\n\n<li>Das Leben der Menschen ist mit dem der Tiere vergleichbar: Nahrungsaufnahme, Leidminderung, Fortpflanzung bestimmen ihn.<\/li>\n\n\n\n<li>Durch die Herleitung des Menschen aus der Natur werden auch Verhaltensweisen erschlossen: zum Beispiel gegen Ehe, weil in der Tierwelt Monogamie kaum vorhanden ist. Im Extremfall bis hin zum Sozialdarwinismus: Wie in der Natur ist Leben, das nicht zum eigenen \u00dcberleben beitragen kann, der Vernichtung preiszugeben.<\/li>\n\n\n\n<li>Der Mensch ist ein Sozialwesen wie Tiere auch: er orientiert sich an Familie, Rasse, Klasse, Religion. Nicht das Individuum z\u00e4hlt \u2013 es z\u00e4hlt das Wohl der Gruppe.<\/li>\n\n\n\n<li>\u00dcberwiegend werden jedoch auch Fakten beachtet, die den Menschen \u00fcber das Tier hinausheben: Staatenbildung ist freier Entschluss der Menschen \u2013 und nicht wie bei Ameisen und Termiten&nbsp; \u201eprogrammiert\u201c.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-link-color wp-elements-b80ace55e3ea302a45979951d78d6b47\" style=\"color:#fd0606\"><strong>5. Aufgabe:<\/strong>&nbsp;Zu folgenden Schlagworten Erkundigungen einholen, die Aussagen vertiefen \u2013 und oben genannten Positionen zuordnen (es geht nur um ganz grobe Zuordnungen):<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Anthropologie des<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li><em>Platon<\/em>: der Mensch, zerrissen zwischen H\u00f6he (Ideen erkennen durch den Geist) und Tiefe (k\u00f6rperliche Sinnlichkeit), muss den Einklang durch erkennen der Ideen und Tugenden finden.<\/li>\n\n\n\n<li><em>Aristoteles<\/em>: G\u00f6tter sind gl\u00fccklich. Damit Menschen m\u00f6glichst gl\u00fccklich sein k\u00f6nnen, m\u00fcssen sie als homo politikus \/ Zoon politikon zusammenarbeiten. Was das konkret bedeutet, das entscheidet die Vernunft, die auch den Menschen weniger als ein zerrissenes Wesen erkennen l\u00e4sst, sondern dessen Einheit.<\/li>\n\n\n\n<li><em>Augustinus<\/em>: der (durch die S\u00fcnde) an sich zweifelnde Mensch findet Ruhe nur in Gott, weil Gott ihn auf diese Ruhe hin geschaffen hat. Gottes Gnade erm\u00f6glicht dem Menschen im Glauben diese wahre Ruhe.<\/li>\n\n\n\n<li><em>Augustinus<\/em>: Die Zeit ist nur gef\u00fchlte Zeit, sie ist f\u00fcr den Menschen zerrissen: vergangene Gegenwart, gegenw\u00e4rtige Gegenwart, k\u00fcnftige Gegenwart. Gott ist nicht zerrissen &#8211; er ist Ewigkeit. In diese Ewigkeit wird der nach Ruhe sehns\u00fcchtige Mensch hineineingef\u00fchrt, bekommt Ruhe.<\/li>\n\n\n\n<li><em>Thomas von Aquin<\/em>: der Mensch ist durch sein biologisches Wesen begrenzt und durch seine Vernunft frei, biologisch verg\u00e4nglich und seelisch unsterblich. Sinne und Verstand lassen die Welt erkennen. Durch Erkenntnis der Welt kann nicht Gott erkannt werden, aber dass es einen Gott geben muss. Der Verstand st\u00f6\u00dft an seine Grenze, er ben\u00f6tigt die Offenbarung durch Gott.  <\/li>\n\n\n\n<li><em>Bonaventura<\/em>: Die Seele spiegelt den Dreieinigen Gott in ihrer Dreiheit: Ged\u00e4chtnis\/Ursprung (Gott ist im innersten des Menschen anwesend), Verstand \/ Erkenntnis (auf Gott hin ausgerichtet), Wille\/liebendes Streben. Diese Ans\u00e4tze hat er von Augustinus \u00fcbernommen. Die Seele sehnt sich nach dem Dreieinigen Gott &#8211; und dieses Sehnen nach Gott f\u00fchrt dazu, dass der Mensch auf dem Weg ist, er ist ein Pilger. Auf dem aufsteigenden Weg der liebenden Hingabe zu Gott findet der Mensch zu sich selbst. Bonaventura betont das Gef\u00fchl, das versteht, was der Verstand nicht begreift. Ohne das g\u00f6ttliche Licht (Illumination) kann der Geist nicht die Wahrheit erkennen. Nicht Erkenntnis\/Wissen ist das Ziel, sondern Liebe. Bonaventura ist der Theologe, der aus meiner Sicht viel mit der Gotik zu tun hat: \u00c4sthetik des Lichts &#8211; filigrane Bauweise &#8211; Materie aufl\u00f6sende, hinaufweisender Weg und hinaufstrebender Mensch. <\/li>\n\n\n\n<li><em>Martin Luther<\/em>: der Mensch ist ein Pferd, er wird vom B\u00f6sen (S\u00fcnde) oder von Gott (Gnade) geritten; der Verstand denkt, der Bauch lenkt &#8211; aber Verstand wie Bauch sind in sich s\u00fcndig verkr\u00fcmmt. Der Verstand ist nicht besser als der K\u00f6rper vor Gott. Er ist als Glaubender simul iustus et peccator: Gerechtfertigt im Glauben &#8211; S\u00fcnder im Handeln.<\/li>\n\n\n\n<li><em>Thomas Hobbes<\/em>: der Mensch ist wegen der Selbsterhaltung egoistisch. Der Mensch wird dem Menschen zum Wolf. Er wird durch den absoluten Staat \/ Souver\u00e4n, dem er sich selbst unterwirft, diszipliniert. Freilich geht das nur dadurch, dass der Staat Menschen einsch\u00fcchtert.<\/li>\n\n\n\n<li><em>John Stuart Mill<\/em>: der Mensch ist ein homo oeconomicus \u2013 die Ressourcen werden so eingesetzt, dass mit ihnen ein Maximum an Gewinn bzw. Konsum erbracht wird. Aber: &#8222;Besser ein unzufriedener Mensch als ein zufriedenes Schwein&#8220;, das hei\u00dft: der Mensch (als Mann und Frau) muss sich entwickeln k\u00f6nnen, von der reinen Triebhaftigkeit hin zu einem Wesen, der die h\u00f6heren L\u00fcste erstrebt (Moral, Freiheit, Kunst). Es geht nicht nur um das Individuum, sondern auch um allgemeines Wohlergehen. <\/li>\n\n\n\n<li><em>Ren\u00e9 Descartes<\/em>: der Mensch denkt, also ist er (ich denke \u2013 also bin ich).<\/li>\n\n\n\n<li><em>Blaise Pascal<\/em>: der Mensch ist das Gr\u00f6\u00dfte (Engel\/Universum) und das Kleinste (Tier\/Nichts).<\/li>\n\n\n\n<li><em>Jean Jacques Rousseau<\/em>: der Mensch ist urspr\u00fcnglich sittlich gut (sozusagen ein edler Wilder &#8211; Naturzustand) und die Gesellschaft macht ihn schlecht. Darum muss er mit anderen ein Gemeinwesen gr\u00fcnden (er unterwirft sich nicht einem Herrscher) und Menschen erziehen, um das Gutsein wieder zu erreichen.<\/li>\n\n\n\n<li><em>Julien Offray de La Mettrie<\/em>: der Mensch ist Maschine, La Mettrie sieht den Menschen aus rein materialistischer Perspektive. Es gibt keine S\u00fcnde &#8211; nur Fehlfunktionen. Denken ist mechanisch, Seele tr\u00e4gt zur Funktion bei. <\/li>\n\n\n\n<li><em>Johann Gottfried Herder<\/em>: der Mensch ist frei vom reinen Instinkt. Gott hat ihn als sein Ebenbild so erschaffen, dass er sich und seine Welt neu wahrnehmen kann. Darum kann er sie durch die Vernunft, die sich in der Sprache \u00e4u\u00dfert, in Freiheit positiv &#8211; also human = Gottes Willen erf\u00fcllen &#8211; gestalten.<\/li>\n\n\n\n<li><em>Immanuel Kant<\/em>: Der Mensch ist nicht rein abh\u00e4ngig von der Natur, er ist auch relativ autonom: Was kann das Sinnenwesen Mensch als Vernunftwesen aus sich selbst machen? Seiner Pflicht nachgehen. &#8222;Pflicht&#8220; bedeutet: in vern\u00fcnftiger Selbstgesetzgebung (&#8222;Kategorischer Imperativ&#8220;) seine W\u00fcrde leben, die anderer zu respektieren.<\/li>\n\n\n\n<li><em>Ludwig Feuerbach<\/em>: der Mensch ist f\u00fcr den Menschen Gott &#8211; das Gute, das er auf eine nicht existente Gr\u00f6\u00dfe Gott projizierte, muss er als Mensch verwirklichen.<\/li>\n\n\n\n<li><em>Karl Marx<\/em>: der Mensch ist das, was die Gesellschaft aus ihm macht. Sie hat den Menschen von sich selbst entfremdet \u2013 man muss ihn wieder zu sich selbst bringen, indem er sie ver\u00e4ndert, die Entfremdung aufhebt. Die Entfremdung kann nur eine klassenlose Gesellschaft, eine Gesellschaft ohne Privateigentum aufheben. <\/li>\n\n\n\n<li><em>Friedrich Nietzsche<\/em>: der \u00dcbermensch erhebt sich selbst aus den Menschen; der Mensch muss \u00fcberwunden werden (wie der Mensch das Tier \u00fcberwunden hat, muss der \u00dcbermensch den Menschen \u00fcberwinden). Der \u00dcbermensch schafft sich seine Werte selbst &#8211; der jetzige Mensch mit seiner Sklavenmoral kann sich schon in diese Richtung der souver\u00e4nen Selbsterschaffung bewegen.<\/li>\n\n\n\n<li><em>Wilhelm Dilthey<\/em>: der Mensch ist ein historisches Wesen \u2013 er ist nur in historischen Kontexten und Traditionen zu verstehen \u2013 er versteht sich auch nur in diesen.<\/li>\n\n\n\n<li><em>Sigmund Freud<\/em>: der Mensch besteht aus Es (dem Unterbewussten\/Trieben) + Ich (dem Bewussten) + \u00dcberich (dem Gewissen). Es und \u00dcberich ringen miteinander, das Ich muss dieses irrationale\/triebhafte ins Vern\u00fcnftige \u00fcberf\u00fchren. Es und \u00dcberich sind nicht autonom, sind von der Vergangenheit gepr\u00e4gt. Darum gilt es das Pr\u00e4gende zu erfassen, um autonomer in die Zukunft gehen zu k\u00f6nnen.<\/li>\n\n\n\n<li><em>Alfred Adler<\/em>: der Mensch f\u00fchlt sich minderwertig und versucht die Minderwertigkeit dynamisch zu bek\u00e4mpfen, indem er nach Geltung in der Gemeinschaft, nach sozialer Verantwortung strebt, nach der Zukunft ausgerichtet ist. Anders als bei Freud bilden die Gr\u00f6\u00dfen Es &#8211; Ich &#8211; \u00dcberich die Person und sind nicht zu trennen.<\/li>\n\n\n\n<li><em>Arnold Gehlen<\/em>: der Mensch ist ein M\u00e4ngelwesen, darum weltoffen. Die Freiheit \u00fcberfordert ihn, darum errichtet er Institutionen, feste Strukturen (Ehe, Staat usw.).<\/li>\n\n\n\n<li><em>Helmuth Plessner<\/em>: der Mensch ist unabh\u00e4ngig von den Trieben und schafft sich ein neues Leben &#8211; anders gesagt: er ist K\u00f6rper (biologisch) &#8211; und hat K\u00f6rper (Reflexion seiner K\u00f6rperlichkeit). Weil der Mensch nicht mehr einfach nur Instinkt-K\u00f6rper des Tieres ist, muss er seine Welt k\u00fcnstlich gestalten.<\/li>\n\n\n\n<li>Faschismus\/Faschismus nahe Gruppen: Nicht das Individuum ist wesentlich: Recht und Individuum sind der Rasse, Klasse, Nation, dem Volk unterworfen. Der Staat \/ F\u00fchrer \/ Partei ist alles; wer den Volksk\u00f6rper schw\u00e4cht, muss entfernt werden; nicht der individuelle Verstand z\u00e4hlt, sondern sein sich unterordnender Instinkt, um k\u00e4mpfend ein vorgegebenes Ziel zu erreichen. Der Mensch als M\u00e4ngelwesen muss sich gesellschaftlichen M\u00e4chten unterwerfen, um die M\u00e4ngel zu kompensieren.<\/li>\n\n\n\n<li><em>Martin Heidegger<\/em>: Der Mensch ist sein Dasein, seine Existenz. Er wurde in das vorhandene Dasein geworfen und ringt in der Welt um sein eigenes Sein. Existieren bedeutet sterben. Wissen um das Sterben l\u00e4sst Existenz bewusst leben, hebt ihn aus der Masse heraus.<\/li>\n\n\n\n<li><em>Karl Jaspers<\/em>: der Mensch will immer \u00fcber sich hinaus. Im Leiden &#8211; in Grenzerfahrungen &#8211; merkt er, dass er mehr ist als nur durch Biologie und Psychologie erfassbares Wesen. Er strebt nach dem Ganzen, zum Transzendenten &#8211; allerdings ist seine Vorstellung Transzendenz eine philosophische, nicht eine religi\u00f6se. <\/li>\n\n\n\n<li><em>C.G. Jung<\/em>: der Mensch wurzelt in den Mythen der Vorfahren, sie bestimmen sein Unbewusstes.<\/li>\n\n\n\n<li><em>Jean Paul Sartre<\/em>: der Mensch ist das, was er aus sich macht.<\/li>\n\n\n\n<li><em>Wilfrid Sellars<\/em>: die Naturwissenschaft ist das Ma\u00df aller Dinge.<\/li>\n\n\n\n<li><em>Jacques Monod<\/em>: Der Mensch ist ein einsames Wesen auf dem Erdball in der Weite des Universums.<\/li>\n\n\n\n<li><em>Jasper Buikx<\/em>: der Mensch ist Primat unter Primaten; Buikx zeigt anhand von Tieren, was auch f\u00fcr den Menschen nat\u00fcrlich ist. (In der Tradition wird von <em>Naturrecht<\/em> gesprochen. Aber &#8222;Natur&#8220; bedeutet in der Tradition nicht die biologische Natur, sondern die Ordnung, die Gott in der durch den Verstand \/ die Vernunft interpretierten Natur schafft. Ma\u00dfstab ist nicht die Natur, sondern der Glaube, durch den die Natur betrachtet wird. Buikx sieht die Natur hingegen nicht als interpretierte Natur, sondern \u00fcbertr\u00e4gt sie eins zu eins auf den Menschen. Als <em>&#8222;naturalistischer Fehlschluss&#8220;<\/em> wird das bezeichnet, dass gesagt wird, was in der Natur zu beobachten, was nat\u00fcrlich ist, das ist gut. Denn: Was von Natur aus ist, muss nicht moralisch sein. [Man kann nicht vom Sein auf das Sollen schlie\u00dfen].)<\/li>\n\n\n\n<li><em>Peter Singer<\/em>: der Mensch steht nicht \u00fcber manchem Tier (z.B. Schimpansen, Gorillas, Bonobos): beider Merkmale, die ihn zur Person machen: Rationalit\u00e4t, Sozialverhalten, Schmerzempfinden, Einf\u00fchlungsverm\u00f6gen. Menschen als Personen \u00fcber Tiere zu stellen ist Speziezismus, gleichzusetzen mit Rassismus.<\/li>\n\n\n\n<li>Aus der Hirnforschung (Neuroanthropologie) kommt der Impuls: Der Mensch ist abh\u00e4ngig von seinem Unbewussten \u2013 somit ist er in konkreten Handlungen nicht frei (Libet-Experiment). Neuere Vertreter sagen allerdings: Das Unbewusste ist Teil des jeweiligen Menschen (und das Bewusstsein hat noch ein Veto-Recht).<\/li>\n\n\n\n<li><em>Robert Spaemann<\/em>: Der Mensch ist nicht nur biologisch zu verstehen, er ist Person (wird sie nicht erst durch irgendwelche Eigenschaften\/Merkmale), er ist also ein Wesen, das \u00fcber die biologischen Vorgaben hinausgehen kann, um die Wirklichkeit und Gott um ihrer selbst willen anzuerkennen. Er ist sogar f\u00e4hig, sich um der Liebe Willen aufzuopfern.  <\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-link-color wp-elements-7bbaaaaf850178e5d7eb6dbec3b9cf37\" style=\"color:#fd0606\"><strong>6. Aufgabe<\/strong>: <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-link-color wp-elements-17205bba7ccd923b97927d9ba9f8c87e\" style=\"color:#fd0606\">a) Welcher dieser Positionen k\u00f6nnen Sie spontan zustimmen?<br>b) Welche Sicht entspricht ganz und gar nicht Ihrem Denken?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-link-color wp-elements-130f2347eb9b58213db0b09509109dde\" style=\"color:#fd0606\">*<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-link-color wp-elements-4d963cc520cf9e6a5c209e49232f2138\" style=\"color:#fd0606\"><strong>7. Aufgabe:&nbsp;<\/strong>Unsere&nbsp;<em>Erkenntnis<\/em>&nbsp;\u2013 woher haben wir das Wissen?<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt also unterschiedliche Vorstellungen \u00fcber den Menschen. Woran liegt das? Das liegt an der Frage: Woher haben wir das Wissen? Wie bekommen wir das Wissen? Und diese Fragen haben es in sich, denn es gibt nicht nur unterschiedliche Antworten auf die Frage, was eigentlich der Mensch ist, sondern auch Antworten auf die Frage: Woher haben wir das Wissen, die Erkenntnis \u2013 was ist das \u00fcberhaupt? Denn das ist die Grundlage daf\u00fcr, den Menschen \u2013 bzw. alles, was wir beurteilen \u2013 einordnen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li><em>Ideen-Realismus<\/em>:&nbsp;Es gibt eine objektive Realit\u00e4t. Platon meint, der Mensch habe den Verstand und die F\u00e4higkeit, die wahre Idee hinter all der Vielfalt zu erkennen. Wer nicht als Freund der Weisheit lebt, sondern nur seinen Sinnen traut, sieht nur Scheinwelt \u2013 doch es bedarf der F\u00e4higkeit des Geistes, hinter diesen vielf\u00e4ltigen Erscheinungen die Grundlage, die Idee, das Grundmuster, das Wahre zu erkennen (H\u00f6hlengleichnis!). Davon zu unterscheiden ist die moderne Interpretation von <em>Realismus<\/em>: Das, was ich mit Sinnen erfassen kann, ist real.<\/li>\n\n\n\n<li><em>Idealismus<\/em>:&nbsp;Es gibt keine vom Bewusstsein unabh\u00e4ngige Realit\u00e4t. Etwas ist nur, wenn es durch den Geist wahrgenommen wird. Die Wirklichkeit wird vom Bewusstsein, dem Denken, dem Geist bestimmt. Der Mensch sieht alles nur gefiltert. Der <em>Deutsche Idealismus<\/em> geht weiter, so mit Fichte: Das Ich &#8211; die Vernunft &#8211; setzt das, was ist. Und so ist es auch f\u00fcr Hegel der Weltgeist, der durch sich immer wiederholende These &#8211; Antithese &#8211; Synthese zu sich selbst kommt.<\/li>\n\n\n\n<li><em>Kritizismus \/ Transzendentaler Idealismus:<\/em> Es gibt eine objektive Realit\u00e4t (&#8222;das Ding an sich&#8220;), aber die kann man nicht erkennen. Das, was man als objektive Realit\u00e4t erfasst, das ist nur durch das denkende Individuum erfasst worden, also subjektiv &#8211; aber nicht nur subjektiv in dem Sinn: das kann man so und so sehen, sondern als Mensch sieht man es wie es andere sehen. Es ist eine Art dem Menschsein zugeh\u00f6rige Subjektivit\u00e4t, denn durch den Verstand wird die Welt durch einen Filter wahrgenommen &#8211; also nicht das Ganze, nicht die objektive Realit\u00e4t. (Vgl. Kant: er will zeigen, dass der Verstand nicht alles erkennt und das Wissen nur aus Erfahrung kommt. Sein Weg: Verstand und Erfahrung geh\u00f6ren zusammen &#8211; aber sie sto\u00dfen an ihre Grenzen. &#8222;Das Ding an sich&#8220; kann nicht erfasst werden.)<\/li>\n\n\n\n<li><em>Rationalismus<\/em>:&nbsp;Wir haben als Erkenntnisquelle f\u00fcr Wahrheit nur unsere Vernunft \u2013 sie ist von \u00c4u\u00dferem unabh\u00e4ngig. Wir haben zwar Sinne, aber die k\u00f6nnen t\u00e4uschen, von daher ist nur logisches Denken weiterf\u00fchrend &#8211; aber auf der Basis angeborener Ideen wie zum Beispiel Gott (Descartes). Weitergef\u00fchrt vom <em>kritischen Rationalismus<\/em>: Alles ist vorl\u00e4ufig und muss immer wieder kritisch \u00fcberpr\u00fcft werden, da es keine absolute Erkenntnis gibt (Popper).<\/li>\n\n\n\n<li><em>Empirismus:<\/em>&nbsp;Wir haben als Erkenntnisquelle die Erfahrung. Das, was man empirisch erfassen kann, ist wahrscheinlich \u2013 denn nur das wird vom Verstand wahrgenommen, was zuvor sinnlich erfasst wurde. Der Mensch ist mit der Geburt ein unbeschriebenes Blatt, das durch Beobachtungen und Erfahrungen im Leben erst beschrieben wird (Glaube an Gott ist also m\u00f6glich) (Aristoteles \u2013 bis in die Neuzeit: Hobbes, Locke, Hume). <\/li>\n\n\n\n<li><em>Positivismus:<\/em> Nur das Gegebene (&#8222;Positiv&#8220; genannt) ist relevant. Also nur das, was wissenschaftlich erfassbar ist. Gott und Seele sind nicht messbar, also ist es sinnlos, weiter dar\u00fcber nachzudenken (Comte). In diesem Zusammenhang kann auch von <em>Szientismus<\/em> gesprochen werden: Wahrheit gibt es nur durch Wissenschaft. Das bedeutet jedoch, dass die Aussage, dass jeder Mensch W\u00fcrde hat \/ der Mensch \u00fcberhaupt W\u00fcrde hat, wissenschaftlich nicht zu beweisen ist. Der Mensch ist nur ein Organismus unter vielen. Eine Form des Szientismus ist auch der <em>Sozialdarwinismus<\/em>. Dieser geh\u00f6rt zur biologistischen Anthropologie. Das hei\u00dft, der Mensch ist ein Naturwesen und handelt auch als ein solches: Das starke Leben (von der Fitness her gesehen, der &#8222;Sch\u00f6nheit&#8220;, der Bildung, der Gesundheit usw.) hat mehr Wert als schwaches Leben. Ein Leben, das als wertlos, unn\u00fctzlich angesehen wird, wird dem Tod \u00fcbergeben. Das Leben ist Kampf &#8211; der Starke siegt und verspr\u00fcht seine Gene, damit die Gattung stark bleibt.<\/li>\n\n\n\n<li><em>Logischer Empirismus:&nbsp;<\/em>Erfahrung und Logik sind die Erkenntnisquellen (Wittgenstein, Carnap). Erfahrung, die nicht sprachlich logisch erfasst, \u00fcberpr\u00fcft werden kann, ist nicht weiter zu beachten (z.B. religi\u00f6se Wahrheit) &#8211; dagegen, wie oben gesehen: Popper. Nicht Verifikation ist notwendig, sondern Falsifikation, nicht Best\u00e4tigungen suchen f\u00fcr eine wissenschaftliche Aussage, sondern Widerspr\u00fcche. (Noch eine Anmerkung: Wittgenstein trennte jedoch Metaphysik [Religion] von der sprachlichen Logik. Zudem erkannte er sp\u00e4ter, dass Sprache mehr ist als reine Logik. Er spricht von Sprachspielen, das hei\u00dft Sprache ist ein Werkzeug f\u00fcr das soziale Miteinander.)<\/li>\n\n\n\n<li><em>Materialismus:<\/em>&nbsp;Nur Atome usw. sind real, Immaterielles (wie Gott, Seele usw.) ist nicht existent. Denn Materie war zuerst da &#8211; Geist ist nur eine Folge, der materiellen Prozesse im Hirn. (Sozialistischer &#8222;Dialektischer Materialismus&#8220;: Marx\/Engels: materielle Bedingungen bestimmen die Gesellschaft. Glaube ist nur menschliche Erfindung und Vertr\u00f6stung.)<\/li>\n\n\n\n<li><em>Relativismus:<\/em> Erkenntnis ist immer abh\u00e4ngig vom jeweiligen Individuum, seiner Tradition, seiner Kultur, seinen Denkf\u00e4higkeiten. Es gibt keine eindeutige Wahrheit f\u00fcr den Menschen.<\/li>\n\n\n\n<li><em>Skeptizismus<\/em>: Wir wissen nicht, ob \u00fcberhaupt etwas wahr ist \/ sein kann. Von daher sollte man sich mit Urteilen zur\u00fcckhalten &#8211; bzw. eine andere Richtung: Man sollte alles bezweifeln, denn Sinne wie Logik sind unzuverl\u00e4ssig.<\/li>\n\n\n\n<li><em>Ph\u00e4nomenologie:<\/em> Husserl versucht die Auseinandersetzung \u00fcber Welt der Ideen und reale Welt dadurch zu umgehen, dass er die Frage zugrunde legt, wie erscheint die Welt dem Bewusstsein?<\/li>\n\n\n\n<li><em>Konstruktivismus:<\/em> Es gibt nicht die Welt schlechthin, sondern alles, was wir sehen, denken usw., ist ein Konstrukt des Gehirns.<\/li>\n\n\n\n<li><em>Existentialismus: <\/em>Ich f\u00fcge ihn hier ein, auch wenn er eine andere Schwerpunktsetzung hat. Er greift ein paar der oben genannten Modelle auf, geht aber weiter mit Blick auf die Existenz. Es gibt keine objektive Wahrheit, das Leben ist neutral gesehen bedeutungslos. Der Mensch ist frei, das bedeutet: Er muss sich seine eigene Wahrheit und den Lebenssinn durch sein Handeln schaffen. <\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p>Eine Anmerkung: Es wird immer von Wahrheit gesprochen. Was ist &#8222;Wahrheit&#8220;? <\/p>\n\n\n\n<p>Zu vielen dieser Erkenntniswege gibt es auf Youtube Erkl\u00e4rvideos.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-link-color wp-elements-69cce0b2daed88700a4b5ddd2e96a976\" style=\"color:#fd0606\"><strong>8. Aufgabe:<\/strong>&nbsp;Was ist also der Mensch? <\/p>\n\n\n\n<p>(a) Nach diesem Vorlauf musst Du selbst begr\u00fcndet eine Antwort geben. Zu einfach w\u00e4re es zu sagen: Das wei\u00df man nicht. Welche Erfahrungen hast Du gemacht? Was sagt Dir Dein Verstand? Was scheint Dir plausibel? Und: Woher wei\u00dft Du, dass das, was Du vom Menschen denkst, richtig ist? <\/p>\n\n\n\n<p>(b) Welche Folgen haben die jeweiligen Richtungen f\u00fcr den Umgang des Menschen mit sich selbst, f\u00fcr das Verhalten gegen\u00fcber anderen Menschen und der Gesellschaft? <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-link-color wp-elements-86caf4fff90ab6e5cda86112d27fd99b\" style=\"color:#fd0606\"><strong>9. Aufgabe:<\/strong>&nbsp;Was sagst Du dazu?<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Die Gene bestimmen den Menschen. Er wird geboren \u2013 und so ist er dann auch.<\/li>\n\n\n\n<li>Das soziale Umfeld bestimmt den Menschen. Er wird in ein soziales Umfeld hineingeboren \u2013 und so ist er dann auch.<\/li>\n\n\n\n<li>Gibt es Spannungen zwischen \u201eGene\u201c und \u201eSozialem Umfeld\u201c?<\/li>\n\n\n\n<li>Kann sich der Mensch aus diesen Vorgaben befreien?<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-white-color has-accent-background-color has-text-color has-background has-link-color wp-elements-f0cd48dc9a32a2257e2d3ba590ce014b\"><strong>BIOLOGISCHE ANTHROPOLOGIE<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Kognitive Operatoren: Nachdem philosophische Versuche genannt wurden, den Menschen verstehen zu k\u00f6nnen, sei auf die Neurowissenschaft hingewiesen. Wie kommt es, dass der Mensch \u00fcberhaupt erkennt? Im folgenden Abschnitt werden Operatoren genannt, die von der Neurowissenschaft unterschiedlichen Gehirnarealen zugeordnet werden \u2013 die hier allerdings nicht wiedergegeben werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Neurowissenschaftler Andrew Newberg und Eugene d\u00b4Aquili sprechen von Operatoren, mit deren Hilfe das Gehirn seine Umwelt erfasst &#8211; es ist zu beachten, dass das sehr schematisch ist, es sind st\u00e4rker ineinandergreifende Prozesse zu ber\u00fccksichtigen:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Der&nbsp;<strong>holistische Operator<\/strong>&nbsp;sieht die Welt als Ganzes. Man interpretiert Bl\u00e4tter und Stamm als Baum.<\/li>\n\n\n\n<li>Der&nbsp;<strong>reduktionistische Operator<\/strong>&nbsp;sieht die Einzelteile. Man interpretiert den Baum als Blatt + Stamm usw.<\/li>\n\n\n\n<li>Der&nbsp;<strong>abstrahierende Operator<\/strong>&nbsp;ordnet einzelne Teile dem Gesamt zu. Man sieht die Eiche, die Buche usw. als Baum.<\/li>\n\n\n\n<li>Der&nbsp;<strong>quantitative Operator<\/strong>&nbsp;hat es mit Zahlen zu tun: Menge, Entfernung, Mathe, Zeit. Man sieht viele B\u00e4ume in einer Entfernung von 200 meter um 19:00 Uhr, f\u00fcnf B\u00e4ume stehen im Vordergrund.<\/li>\n\n\n\n<li>Der&nbsp;<strong>kausale Operator<\/strong>&nbsp;sieht den Grund hinter jeder Ursache. Der Baum wuchs aus einem Samen, der Samen kommt von einem anderen Baum\u2026<\/li>\n\n\n\n<li>Der&nbsp;<strong>bin\u00e4re Operator<\/strong>&nbsp;ordnet alles in zwei Bereiche: oben \u2013 unten; vorher \u2013 nachher\u2026<\/li>\n\n\n\n<li>Der&nbsp;<strong>existentielle Operator<\/strong>&nbsp;verarbeitet das mit Sinnen Erfasste und interpretiert sie als real.<\/li>\n\n\n\n<li>Der&nbsp;<strong>emotionale Operator<\/strong>&nbsp;verbindet alles mit Emotion.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">(Nach:&nbsp;Klaus Manhart: Sagenhafte Welt, in: Glaube und Aberglaube. Gehirn&amp;Geist Dossier 2, 2011, Seite 23)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-white-color has-accent-background-color has-text-color has-background has-link-color wp-elements-8087fd67a313a6fbf624e27e419d7903\">DIE SINNE<\/p>\n\n\n\n<p>Bevor das Gehirn jedoch erfassen und interpretieren kann, werden die Gegenst\u00e4nde durch die Sinne erfasst. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Die Sinne sind das Tor nach Au\u00dfen \u2013 durch sie kann die Au\u00dfenwelt nach innen dringen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-link-color wp-elements-4e2eb82ac1b5e1c171ad51a30020f780\" style=\"color:#fd0606\"><strong>10.<\/strong>&nbsp;<strong>Aufgaben:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-link-color wp-elements-ccc053a1f508f272ec5fc7ad8954fb16\" style=\"color:#fd0606\"><strong>Aufgabe&nbsp;<\/strong>10 a: Welche Sinne gibt es? Was k\u00f6nnen sie? Was k\u00f6nnen sie nicht?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-link-color wp-elements-6082d22e8b06331618452047977e48d5\" style=\"color:#fd0606\"><strong>Aufgabe&nbsp;<\/strong>10 b: Was ist die \u201einnere Uhr\u201c? \u2013 Gibt es einen Zeitsinn?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>&nbsp;&nbsp;&nbsp; Man f\u00fchlt sich manchmal beobachtet. Gibt es daf\u00fcr einen Sinn?<\/li>\n\n\n\n<li>&nbsp;&nbsp;&nbsp; Was ist das so genannte \u201eBauchgef\u00fchl\u201c \/ Intention? Gibt es daf\u00fcr einen Sinn?<\/li>\n\n\n\n<li>&nbsp;&nbsp;&nbsp; K\u00f6nnen Menschen spirituelle M\u00e4chte wahrnehmen? Gibt es daf\u00fcr einen Sinn?<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Anmerkung: Neben den \u00fcblichen Sinnesorganen: Auge (sehen), Ohr (h\u00f6ren), Haut (sp\u00fcren), Nase (riechen), Mund (schmecken), gibt es den Gleichgewichtssinn (im Ohr), Wahrnehmung im Raum (zum Beispiel: Warum falle ich nicht aus dem Bett, wenn ich schlafe? Weil in Muskeln, Sehnen, Gelenken Rezeptoren vorhanden sind, die Infos an das Hirn weiterleiten). Mit Blick auf das &#8222;Bauchgef\u00fchl&#8220;: Wir Menschen machen Erfahrungen, die nicht immer sofort verstandesm\u00e4\u00dfig greifbar sind. Diese Erfahrungen bilden die Intention aus, das Bauchgef\u00fchl.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-link-color wp-elements-41b38c8cb7c4684f938b2c88db7f477e\" style=\"color:#fd0606\"><strong>Aufgabe&nbsp;<\/strong>10 c: Kann Gott mit unseren Sinnen wahrgenommen werden?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>&nbsp;&nbsp;&nbsp; Wenn ja \u2013 warum?<\/li>\n\n\n\n<li>&nbsp;&nbsp;&nbsp; Wenn nein \u2013 warum nicht?<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Ob Gott nach christlichem Glauben mit den Sinnen wahrgenommen werden kann, wird hier dargelegt:&nbsp;<a href=\"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/gott\/\">https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/gott\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Die Sinne nehmen wahr \u2013 sie interpretieren \u2013 Folge: Wir reagieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Und wie wir reagieren k\u00f6nnen, versuchen die oben genannten Operatoren zu erkl\u00e4ren.<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht allein Menschen haben Sinne. Lebewesen unterscheiden sich darin von toter Materie, dass sie eben Sinne besitzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-link-color wp-elements-01594b502300c26fcd117978e993ea0e\" style=\"color:#fd0606\"><strong>Aufgabe&nbsp;1<\/strong>1: Worin unterscheidet sich der Mensch in der Verwendung der Sinne von Tieren? Gibt es Unterschiede?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-link-color wp-elements-1798f9528a1ce598d8725ffca0da5592\" style=\"color:#fd0606\"><strong>Aufgabe&nbsp;1<\/strong>2: Recherchiert: Was verbirgt sich hinter FoxP2 und HAR1F und 2?<\/p>\n\n\n\n<p>Menschen und Schimpansen haben eine hohe Anzahl an Genen gemeinsam: 98,7%. Und doch gibt es zwischen beiden gro\u00dfe Unterschiede. Woran liegt das? Im Augenblick meint man, herausgefunden zu haben, dass es daran liegt, dass die Gene unterschiedlich abgelesen werden. Und\/oder: Es gibt Schl\u00fcsselgene, die dazu beitragen, dass kleinste Abweichungen gro\u00dfe Auswirkungen zur Folge haben. Wie kam es, dass sich beim Menschen alles in kurzer Zeit so massiv anders entwickelte als bei den so genannten Menschenaffen? Die Wissenschaft sucht nach Erkl\u00e4rungen \u2013 sie wei\u00df es aber (noch) nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Nur am Rand:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Wie viele Chromosomen hat der Mensch? Antwort: 46.<\/li>\n\n\n\n<li>Wie viele Chromosomen haben Schimpansen und Gorillas? Antwort: 48.<\/li>\n\n\n\n<li>Wie viele Chromosomen haben Kartoffeln? Antwort: 48.<\/li>\n\n\n\n<li>Fragen, die vielleicht witzig sind \u2013 vielleicht auch nicht:<\/li>\n\n\n\n<li>Warum w\u00e4chst nur beim Menschen das Haupthaar?<\/li>\n\n\n\n<li>Haben auch einzelne Tiergattungen unterschiedliche Augenfarben?<\/li>\n\n\n\n<li>Welche wichtigen Merkmale \u2013 was das Aussehen betrifft (z.B. Sexualorgane) \u2013 unterscheiden noch Menschen von Affen?<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-white-color has-accent-background-color has-text-color has-background has-link-color wp-elements-6c7dbd69fce1e86d4f2f6cabd0c69d4a\"><strong>DAS MENSCHENBILD DES ALTEN UND NEUEN TESTAMENTS<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">Ein paar Aspekte mit Blick auf das <strong>Altes Testament<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Genesis \/ 1. Buch Mose Kapitel 1 und 2:<\/p>\n\n\n\n<p>Der Mensch ist von Gott gewollt, geschaffen worden. Er ist <strong>Ebenbild Gottes<\/strong>, dadurch bekommt <strong>jeder<\/strong> Mensch <strong>W\u00fcrde<\/strong> &#8211; er bekommt W\u00fcrde, weil er Mensch ist: <strong>Gott spricht den Menschen an<\/strong> \u2013 und der Mensch spricht und lebt im <strong>Auftrag Gottes<\/strong>. Er lebt, weil Gott ihn anspricht. Nicht der Mensch entscheidet, wer W\u00fcrde hat, bekommt usw. &#8211; sondern Gott hat es vorgegeben. <\/p>\n\n\n\n<p>Genesis 2 bis 4:<\/p>\n\n\n\n<p>Der <strong>Geist\/Atem Gottes<\/strong> erschafft alles und f\u00fcllt den Menschen, macht ihn, der aus <strong>Materie<\/strong> besteht, zu einem lebendigen Wesen. Gott hat den Menschen von Anfang an zu einem Wesen erschaffen, das <strong>frei<\/strong> ist, in Freiheit Gottes Willen tun kann. Doch der Mensch nutzt, verf\u00fchrt, seine Freiheit, sich gegen Gottes Willen zu wenden. Damit trennt er sich von Gott \u2013 das wird <strong>S\u00fcnde<\/strong> genannt. Die S\u00fcnde f\u00fchrt zu Aggressivit\u00e4t untereinander, zum Tod. Das hei\u00dft: der Mensch ist <strong>sterblich<\/strong>, verg\u00e4nglich, er lebt durch Gottes Geist\/Atem. <\/p>\n\n\n\n<p>Der Mensch ist <strong>selbst- und fremdbestimmt<\/strong> (vgl. R\u00f6merbrief des Paulus 7). Der Mensch erkennt seine <strong>M\u00e4ngel<\/strong> (Genesis 2f.), leidet darunter (R\u00f6mer 7). Er ist <strong>ein sich selbst entfremdetes Wesen<\/strong>, das treibt ihn an, er ist <strong>lernf\u00e4hig<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>Genesis 9ff. \u2013 und andere alttestamentliche Schriften:<\/p>\n\n\n\n<p>Gott wendet sich dem Volk Israel zu. Er befreit es und wird es befreien. Gott bietet Gemeinschaft und fordert Gemeinschaft. <strong>Gott gibt Gebote<\/strong>, die dem Menschen helfen sollen, gut mit Gott und untereinander auszukommen. Er sendet Propheten, die \u00dcbertritt gegen die Gebote ahnden, die fordern, die Gebote Gottes zu befolgen. Es geht also um: <strong>Ethik<\/strong>. Der Mensch ist ein Wesen, das aus der <strong>Beziehung<\/strong> zu anderen Menschen und Gott lebt. Nicht dadurch, dass er seine Psyche durchforscht (Psychologie) oder durch die Dominanz der Gene (Biologie) oder sein Verhalten in der sozialen Umwelt (Soziologie) wird sein Wesen\/Leben bestimmt, sondern durch die (sich hinwendende oder abwendende) Beziehung zu Gott.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">Ein paar Aspekte mit Blick auf das <strong>Neues Testament:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Gott sendet Jesus Christus. <strong>Christus ist Ebenbild Gottes<\/strong> (1. Korintherbrief 4,4), das hei\u00dft, dass an ihm sichtbar wird, wie der Mensch nach Gottes Willen sein soll: <strong>Gott ist im N\u00e4chsten<\/strong>, darum ist dem N\u00e4chsten zu <strong>helfen<\/strong> (Matth\u00e4usevangelium 25), dem das Leben schwer zusetzt, dem, der sich nicht selbst helfen kann, dem Schwachen, Ausgesto\u00dfenen. Der Mensch hat nicht allein dadurch <strong>W\u00fcrde<\/strong>, dass er Ebenbild Gottes ist, sondern auch dadurch, dass Gott in Jesus Christus Mensch wurde. Der Mensch soll nun durch den Geist Gottes (= durch Gott) der werden, zu dem Gott ihn geschaffen hat. Dem Menschen wurde also eine <strong>Richtung<\/strong> <strong>gewiesen<\/strong>, der <strong>Sinn<\/strong> seines Lebens ist vorgegeben. Der Mensch muss nicht den Sinn seines Lebens suchen. Er ist vorgegeben und mit Gott zu erkennen. Jesus richtet sich an das Individuum: <strong>Erneuere dein Leben<\/strong>, damit betont er den einzelnen Menschen, das Individuum. Und das erneuerte, gute Tun des Individuums hat <strong>Auswirkungen auf die Gesellschaft<\/strong>. Der Apostel Paulus schreibt: Pr\u00fcft alles, das Gute behaltet. Der Christ soll seinen <strong>Verstand<\/strong> einschalten, alle Traditionen und Aussagen <strong>\u00fcberpr\u00fcfen<\/strong> und den Glauben als <strong>Filter<\/strong> benutzen f\u00fcr das, was Gottes Willen entspricht. Der Mensch ist <strong>Tempel des Geistes Gottes<\/strong>, also Gottes selbst. Als solcher ist er dennoch sterblich &#8211; wird aber durch Gott nach dem Sterben neu geschaffen. Trotz des sterblichen K\u00f6rpers ist der Mensch als <strong>Leib, Seele, Geist eine Einheit<\/strong>. Er ist keine geistlose Maschine, er hat Seele und Leib.<\/p>\n\n\n\n<p>Durch das <strong>gewaltsame Sterben Jesu<\/strong> \u2013 seine Hinrichtung durch Menschen \u2013 tr\u00e4gt er den Zorn, die S\u00fcnde, des Menschen gegen Gott \u2013 und der Mensch erkennt <strong>Gottes Liebe<\/strong>, weil er den Menschen trotz seines Zornes gegen Gott nicht vernichtet. Gottes Liebe nimmt Menschen das <strong>Gef\u00fchl der Verlorenheit und Einsamkeit<\/strong>. Gleichzeitig erkennt der Mensch in Jesu Sterben und Tod ein Opfer, das der Mensch Gott bringt \u2013 damit werden tiefe archaische Schichten im Menschen angesprochen: Gott ben\u00f6tigt deine Opfer zur Vers\u00f6hnung nicht mehr. Jesus ist das Opfer, das Gott gewollt und angenommen hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Damit bekommt der Mensch Vergebung \u2013 er wird <strong>nicht an seine Vergangenheit gefesselt<\/strong> \u2013 und wird eingeladen, als <strong>Teilhaber der vollkommenen Welt Gottes<\/strong> (Reich Gottes, Herrschaft Gottes, Paradies) schon jetzt entsprechend zu leben. Das hei\u00dft, der <strong>Tod wurde besiegt<\/strong>. Der Glaube ver\u00e4ndert die Einstellung zum Tod und Leben. Nicht Angst bestimmt das Leben. Und damit schlie\u00dft sich der Kreis zu Genesis 1. Der Mensch, dem sich Gott durch seinen Heiligen Geist (=Gott selbst) offenbart hat, hat <strong>Erkenntnis der Wahrheit<\/strong>. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-link-color wp-elements-cab4a9879c6f0618367fcb12ae81a55a\" style=\"color:#fd0606\"><strong>13. Aufgabe:<\/strong>&nbsp;\u00dcberlege: Werden in der Philosophischen Anthropologie auch Aussagen der Bibel s\u00e4kularisiert entfaltet? (&#8222;S\u00e4kularisiert&#8220; bedeutet hier: Es werden Aussagen aufgegriffen, jedoch von Gott und Glauben gel\u00f6st.)<\/p>\n\n\n\n<p>Es mag unbewusst sein, aber dadurch, dass die Philosophen in der christlichen Kultur stehen, ist die Vermutung nicht ganz von der Hand zu weisen, dass sie biblische Traditionen aufgreifen und s\u00e4kularisieren, das hei\u00dft: ohne Gott verstehen wollen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Der Mensch = S\u00fcnder (j\u00fcdisch-christlich) = M\u00e4ngelwesen (s\u00e4kularisiert).<\/li>\n\n\n\n<li>Der Mensch wird durch den Geist Gottes zum Menschen (j\u00fcdisch-christlich) \u2013 er unterscheidet sich vom Tier durch den Geist \/ Verstand \/ Vernunft (s\u00e4kularisiert).<\/li>\n\n\n\n<li>Erkennst Du weitere j\u00fcdisch-christliche und andere traditionelle Aussagen, die s\u00e4kularisiert wurden?<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><em>F\u00fcr Aussagen der Theologie zur Anthropologie gilt: In der Theologie werden h\u00e4ufig biblische Befunde und Beobachtungen, die die christliche Tradition entwickelt hat, mit philosophischen Ans\u00e4tzen der Gegenwart verbunden. Die Theologie bietet einen Dialog zwischen Tradition und Gegenwart und betrachtet \/ beurteilt gegenw\u00e4rtige Positionen durch den Filter biblischer\/christlicher Traditionen. Manche anthropologischen Ans\u00e4tze entsprechen st\u00e4rker biblisch-christlicher Tradition, manche entfernen sich sehr stark. Manche sind abzulehnen, weil sie dem Menschen nicht gerecht werden, manche sind zu modifizieren. <\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>DER MENSCH IST EBENBILD GOTTES<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u201e<em>Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Frau.<\/em>\u201c (Genesis 1,27)<\/p>\n\n\n\n<p>Dieser Satz aus Genesis 1 wird unterschiedlich interpretiert:<\/p>\n\n\n\n<p>1)&nbsp;<strong>Metaphysisch<\/strong>: Der Mensch hat Anteil an Gott (Gnosis: Er hat G\u00f6ttliches in sich; Nicht-Gnostisch: Der Geist Gottes wirkt in allen Menschen). Die W\u00fcrde des Menschen ist dadurch gegeben, dass jeder von Gottes Lebens-Geist \/ Lebens-Atem \/ Lebens-Hauch beseelt wird; umfassender: der Mensch als Einheit von K\u00f6rper und Geist ist Gesch\u00f6pf, Bild Gottes.<\/p>\n\n\n\n<p>2)&nbsp;<strong>Ethisch<\/strong>: Dem Menschen wurde geschenkt, wie Gott zu handeln: in Liebe, sch\u00f6pferisch-k\u00fcnstlerisch, frei, verantwortlich, kommunikativ, bewusst, bewahrend \u2013 aus der N\u00e4he\/Gemeinschaft zu Gott heraus. Dass der Mensch Ebenbild Gottes ist und jeder Mensch W\u00fcrde hat, das ist wissenschaftlich nicht zu begr\u00fcnden.<\/p>\n\n\n\n<p>3)&nbsp;<strong>Historisch:<\/strong>&nbsp;Der Mensch wird beauftragt, in die Natur einzugreifen, wie der altorientalische K\u00f6nig verantwortlich zu herrschen\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>4)&nbsp;<strong>Christologisch:<\/strong>&nbsp;Jesus Christus ist Ebenbild Gottes, somit Ma\u00dfstab unseres Verhaltens als Ebenbilder Gottes. Der Mensch ist als S\u00fcnder verzerrtes Ebenbild.<\/p>\n\n\n\n<p>5)&nbsp;<strong>Sozial:&nbsp;<\/strong>Der Mensch verh\u00e4lt sich als Ebenbild Gottes, indem er Gott und dem N\u00e4chsten zugewandt ist, sich ihnen gegen\u00fcber liebend verh\u00e4lt.<\/p>\n\n\n\n<p>6) Der&nbsp;<strong>Mensch als Gattung<\/strong>&nbsp;(nicht der Einzelmensch, das Individuum) wird als Ebenbild angesehen, als Geisttr\u00e4ger. Die Betonung der Menschenw\u00fcrde auch des Individuums in seiner Krankheit, seinem Tod ist von Jesus Christus gepr\u00e4gt worden.<\/p>\n\n\n\n<p>7) Es ist die Rede von dem Menschen: Diese Aussage gilt f\u00fcr jeden Menschen \u2013 ohne Ausnahme. Die Ebenbildlichkeit Gottes gilt im alten Orient dem Herrscher \u2013 in Genesis wird dagegen gesagt:&nbsp;<strong>Jeder Mensch&nbsp;<\/strong>wurde von Gott erhoben.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Weitere Aspekte:<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>8) Die Sch\u00f6pfungsgeschichten lassen erkennen, welches Menschenbild dahinter steht. Im Babylonischen Sch\u00f6pfungsmythos Enuma Elisch wird gesagt: Der Mensch = Sklave der G\u00f6tter. Genesis sagt dagegen: Der Mensch = Ebenbild Gottes zum Herrschen (dazu geh\u00f6rt auch: Bewahren) bestimmt.<\/p>\n\n\n\n<p>9) Es stellt sich die Frage: Wenn der Mensch zum Ebenbild Gottes geschaffen wurde: Wer ist Gott \u2013 wie ist Gott? Kann man vom Menschen auf Gott schlie\u00dfen? Antwort: Die Bibel sagt, wer Gott ist \u2013 letztlich sehen wir das an Jesus Christus \u2013 und nicht am Menschen schlechthin. Andererseits: Jesus wurde, so lautet das christliche Bekenntnis: Mensch, nicht ein bestimmtes Tier. (Heute betonen manche, dass Jesus nicht Mensch wurde, sondern Gesch\u00f6pf, was die Tiere einbeziehen w\u00fcrde.)<\/p>\n\n\n\n<p>10) In der Sch\u00f6pfungsgeschichte Genesis 1 spricht Gott: &#8222;Lasst uns den Menschen machen&#8220;. Was bedeutet hier uns? Christen sahen \/ sehen darin einen Hinweis auf den trinitarischen Gott. Zu dem Thema, s. die Darlegung zu den Sch\u00f6pfungsgeschichten. Aber kurz: An der Stelle, an der es um den Menschen geht, ist der Mensch Jesus Christus im Blick. Von daher ist der Mensch Ebenbild Gottes. <\/p>\n\n\n\n<p>11) Wer sich selbst und den anderen Menschen als Ebenbild Gottes ansieht, geht anders mit sich und anderen um.<\/p>\n\n\n\n<p>12) Der Mensch ist relationales Ebenbild: der Mensch ist Ebenbild Gottes, nicht, weil er einen Auftrag ausf\u00fchren kann usw. sondern weil er von Gott angesprochen wird. Dieser Aspekt ist mit Blick auf Menschen wichtig, die aus gesundheitlichen Gr\u00fcnden usw. nicht handeln k\u00f6nnen. Auch sie sind Ebenbild Gottes.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Fazit:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Wenn der Mensch Ebenbild Gottes ist, ohne Einschr\u00e4nkung jeder Mensch gleiche W\u00fcrde hat, dann hat das Folgen f\u00fcr das Verhalten: kein Mensch darf erniedrigt werden, kein Mensch darf aus welchen Gr\u00fcnden auch immer (Abtreibung, Todesstrafe) get\u00f6tet werden, keiner darf verachtet, \u00fcbergangen werden. Soziale Gerechtigkeit ist herzustellen. Diese Sicht ist freilich auch von Jesus Christus her best\u00e4tigt worden. Wie sich Jesus den Menschen zugewendet hat \u2013 ohne Ausnahme \u2013 so ist der Glaubende in der Nachfolge Jesu angehalten, sich entsprechend zu verhalten.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Grunds\u00e4tzlich bedeutet das, was im letzten Absatz gesagt wurde, aber auch: Wir leben \u201enicht mehr\u201c im \u201eParadies\u201c. Von daher kann das eine oder andere zwar apodiktisch gesagt werden, ist in der Wirklichkeit jedoch immer auszuhandeln: Wie sieht es angesichts der konkreten Situation mit dem Handeln als Ebenbild Gottes aus? Entsprechend gibt es Auseinandersetzungen. Sie sind aber immer so zu f\u00fchren, dass man einander als Ebenbild Gottes achtet.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Weitere \u00dcberlegungen:<\/em><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><em>Warum kann der Mensch lieben?<\/em>&nbsp;Weil er die Liebe von Gott dem Sch\u00f6pfer mitbekommen hat. Warum hat er Sehnsucht nach Gerechtigkeit? Weil er das Gef\u00fchl f\u00fcr Gerechtigkeit von Gott dem Sch\u00f6pfer mitbekommen hat.<\/li>\n\n\n\n<li><em>Warum erf\u00e4hrt der Mensch sich als Ich?<\/em>&nbsp;Weil die Mutter \/ der Vater auf das Kind liebevoll mit Du reagieren, merkt das Baby, dass es ein Ich ist. Und wie merkten Menschen \u00fcberhaupt, dass sie ein Ich sind? Weil sie von Gott angesprochen wurden.<\/li>\n\n\n\n<li><em>Warum ist der Mensch \u2013 wie man sagt \u2013 sch\u00f6pferisch t\u00e4tig, obgleich Kunst normalerweise nicht zur Ern\u00e4hrung und zum \u00dcberleben beitr\u00e4gt?<\/em>&nbsp;Warum sieht der Mensch vieles als sch\u00f6n an, ist empf\u00e4nglich f\u00fcr Sch\u00f6nheit \u2013 obgleich es ihm keinen Nutzen bringt? Weil er Ebenbild Gottes ist.<\/li>\n\n\n\n<li><em>Warum redet der Mensch?<\/em>&nbsp;Er wurde entsprechend k\u00f6rperlich gestaltet, um auf die Anrede Gottes reagieren zu k\u00f6nnen.<\/li>\n\n\n\n<li>Warum kann der Mensch bewusst leiden? <\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><em><strong>Die christliche Anthropologie sieht den Menschen als ein ganz besonderes Wesen an, weil er als Ebenbild Gottes Wesens-Elemente besitzt, die Gott ihm geschenkt hat \u2013 und er mit ihnen verantwortlich umgehen k\u00f6nnte.<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-background\" style=\"background-color:#5af051\">Viele der hier angesprochenen Punkte werden auf diesen Seiten der evangelischen-religion vertieft. So zum Beispiel die Frage nach der W\u00fcrde des Menschen, Menschenrechte, Kultur des Todes und des Lebens, die Sch\u00f6pfungsgeschichten, die Theodizee (warum gibt es Leid)?, Wahrheit, Ethik, Jesus Christus, Gott.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>PHILOSOPHISCHE ANTHROPOLOGIE In der Anthropologie geht es um die Frage: Wer\/was ist eigentlich der Mensch? 1. Aufgabe:&nbsp;Selbst kl\u00e4ren: Wer\/was ist der Mensch? Was macht den Menschen zum Menschen? Wie in jeder Wissenschaft gibt es keine eindeutige Antwort. So gibt es auch unterschiedliche Versuche, das Ph\u00e4nomen &#8222;Mensch&#8220; zu erkl\u00e4ren. Es werden [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":41,"menu_order":4,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-217","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/217","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=217"}],"version-history":[{"count":34,"href":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/217\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2868,"href":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/217\/revisions\/2868"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/41"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=217"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}