{"id":2096,"date":"2020-02-15T16:52:09","date_gmt":"2020-02-15T15:52:09","guid":{"rendered":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/?page_id=2096"},"modified":"2020-02-19T18:02:33","modified_gmt":"2020-02-19T17:02:33","slug":"fragen-zu-gott","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/gott\/fragen-zu-gott\/","title":{"rendered":"Fragen zu &#8222;Gott&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<p>Einmal\nkurze Antworten zu umfassende Fragen:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-background has-white-color has-header-gradient-background-color\">1. Wie hat Gott die Welt geschaffen?<\/p>\n\n\n\n<p>Der j\u00fcdisch-christliche Glaube geht mit Genesis (1. Buch Mose) 1 davon aus: Gott erschuf die Welt durch sein Wort. Gottes Wort wurde Welt. Das zeigt, wie m\u00e4chtig das Wort sein kann. Das ist ein Bekenntnis. Beweisen kann man es nicht. Man kann nur sehen: Es ist etwas da, ich bin da. Vertiefungen dieser Frage wird in den folgenden Antworten gegeben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-background has-white-color has-header-gradient-background-color\">2. Warum erschuf Gott die Welt?<\/p>\n\n\n\n<p>Wir wissen es nicht. Aber wir glauben: aus Liebe. Er\nwollte ein freies Gegen\u00fcber. Dieses erschuf er, indem er den Menschen erschuf\nund diesem Wesen Freiheit gab.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-background has-white-color has-header-gradient-background-color\">3. Warum erschuf er die Welt gerade dann, als er sie\nerschuf und nicht vorher oder nachher?<\/p>\n\n\n\n<p>Zeit und Raum, damit verbunden Materie usw. und Leben gab es erst seit der Sch\u00f6pfung. Erst mit Beginn der Sch\u00f6pfung ist f\u00fcr uns Menschen etwas denkbar. Das gilt auch f\u00fcr die naturwissenschaftliche Sicht. Es beginnt alles erst mit dem Beginn. Ein davor gibt es nicht. Salopp kann man sagen: Was hat Gott gemacht, bevor er die Welt erschaffen hat? Er hat sich gem\u00fctlich in seinen Fernsehsessel gesetzt und mit einer Tasse Tee geschaut, was die Fernsehmacher und Influencer sich so ausgedacht haben. Der ber\u00fchmte Wissenschaftler Hawking glaubte mit einer Art Wissenschaft erkl\u00e4ren zu k\u00f6nnen, was &#8222;davor&#8220; war. Das hat ihm m\u00e4chtigen \u00c4rger von Wissenschaftlern eingebracht. Das ist n\u00e4mlich Phantasie.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-background has-white-color has-header-gradient-background-color\">4. Welcher Religion geh\u00f6rt Gott an? Warum glauben\nMenschen an verschiedene G\u00f6tter?<\/p>\n\n\n\n<p>Gott erschuf die Menschen. Die Menschen \u2013 zumindest vermuten wir das vom Homo sapiens \u2013 waren, soweit wir zur\u00fcck forschen k\u00f6nnen, mit Transzendenz befasst. Nicht unbedingt mit Gott, aber mit etwas, das \u00fcber dem Menschen geahnt wurde. Diese Ahnung wurde interpretiert. Die unterschiedlichen Interpretationen sind dann Religionen geworden, das hei\u00dft, Menschengruppen schlie\u00dfen sich den Interpretationen an. Offenbarungsreligionen \u2013 ich spreche jetzt nur vom Judentum und Christentum \u2013 erkennen, dass Gott sich selbst offenbaren \/ zeigen musste, damit Menschen ihn \u00fcberhaupt erst angemessen wahrnehmen k\u00f6nnen. Es begann mit Abraham, ging weiter \u00fcber Moses und die Propheten, bis letztendlich Christen in Jesus Christus Gott erkannten. Sie erkannten ihn aber nicht aus sich selbst heraus, sondern weil sie den Geist Gottes in sich wirken lie\u00dfen. Das Zeigen Gottes bedeutet aber nicht, dass alle Menschen ihn als Gott in seiner F\u00fclle (in der Bibel wird von Herrlichkeit gesprochen) wahrnehmen k\u00f6nnen, sondern in der von Gott geschenkten Freiheit wahrnehmen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-background has-white-color has-header-gradient-background-color\">4b. Glauben alle Religionen an den gleichen Gott?<\/p>\n\n\n\n<p>Menschen aller V\u00f6lker ahnen etwas, das h\u00f6her ist als sie. Sie interpretieren das H\u00f6here unterschiedlich. So entstanden und entstehen Religionen. Da es nur einen Gott gibt, glauben sie, an einen Gott \u2013 allerdings ist das nur eine theoretische Aussage, weil sich die Moral\/Ethik, Weltbilder usw. der Menschen unterschiedlicher Religionen massiv voneinander unterscheiden. F\u00fcr das Leben der Menschheit hat das kaum Konsequenzen, wenn man sagt, alle glauben an denselben Gott. Gleichzeitig gibt es aber in den unterschiedlichsten Religionen und Weltanschauungen Gemeinsamkeiten. Diesen gemeinsamen Kern muss man herausarbeiten, damit die Religionen miteinander positiv kommunizieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-background has-white-color has-header-gradient-background-color\">5. Seit wann gibt es Gott? Wann wurde Gott erschaffen?\nWie alt ist Gott? Wie ist Gott entstanden? Besteht Gott aus Materie?<\/p>\n\n\n\n<p>Das Wort Gott wird so definiert, dass der damit verbundene Inhalt, also Gott, schon immer existierte und immer existieren wird. Das hei\u00dft also: Gott wurde nicht erschaffen. Die Frage, wann er erschaffen wurde, er\u00fcbrigt sich mit der Antwort zur Frage 3. Denn wir k\u00f6nnen als Menschen nicht denken, dass es vor Raum, Zeit, Materie usw. etwas gab. Wenn wir nicht Gott entsprechend als ewig existent ansehen, dann r\u00fcckt die Natur an seine Stelle. Sie ist ewig existent\u2026 &#8211; Das hei\u00dft: Wir Menschen kommen so oder so an die Grenzen unseres Verstandes. Dass es mehr als Materie gibt, wei\u00df man heute sehr gut. Gott selbst ist jedoch weder Materie, noch Energie noch sonst irgendetwas, das wir kennen, da er kein Gesch\u00f6pf, sondern Gott ist. Wenn wir von Gott als Person, Energie usw. sprechen, dann nur darum, weil wir Menschen nicht in der Lage sind, Gott ad\u00e4quat zu erfassen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-background has-white-color has-header-gradient-background-color\">6. Wo befindet sich Gott?<\/p>\n\n\n\n<p>Wo befindet sich Gott nicht? Gott ist nicht der wei\u00dfb\u00e4rtige alte Mann, der irgendwo im Himmel sitzt. Wir m\u00fcssen uns von dem Bild der K\u00fcnstler l\u00f6sen. Gott ist eine Macht, die als sein Geist die gesamte Sch\u00f6pfung durchdringt. Vielleicht erkl\u00e4rbar mit hochfrequenten elektromagnetischen Feldern. Man muss also ein Empfangsger\u00e4t verwenden \u2013 das ist der Glaube. Wie man beim Smartphone fast an jedem Ort der Erde die Nachricht empfangen kann, weil die Wellen \u00fcberall hin\u201cfluten\u201c. Das Empfangsger\u00e4t: &#8222;Glauben&#8220; bedeutet vertrauen. Dieses kann wachsen, indem man den Code kennen lernt und den Code auch verwendet: Jesus Christus, Bibel, andere Glaubende\u2026 &#8211; \u00fcberlegt: Welche Erfahrungen, die ich mache, sind plausibler, weil ich Gott denke\u2026 Noch eine Anmerkung zum &#8222;Himmel&#8220;: Himmel ist nicht im Sinne von <em>Sky<\/em>  (also dem, was man sieht, wenn man nach oben schaut) zu verstehen, sondern religi\u00f6s, als <em>Heaven<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-background has-white-color has-header-gradient-background-color\">7. Hat Gott Einfluss auf das Leben der Gl\u00e4ubigen? Bestimmt\nGott das Schicksal? Kann Gott Dinge beeinflussen? <\/p>\n\n\n\n<p>Er hat auf das Leben der Gl\u00e4ubigen Einfluss, so sie\nden Glauben als Nachfolge Jesu Christi ernst nehmen. Er schenkt ihnen Kraft,\nGeborgenheit, man kann mit ihm kommunizieren, er gibt Lebenssinn, Br\u00fcche im\nLeben werden mit Gott \u00fcberbr\u00fcckt, er hilft, Gemeinschaft zu bilden und Welt zu\nerkl\u00e4ren. Solche Aussagen finden wir nicht nur von Gl\u00e4ubigen. Sie sind zum Teil\nauch Ergebnis von Studien an Kranken. Dass Gott das Schicksal des Menschen\nbestimmt, ist aus der Sicht des Glaubens m\u00f6glich und wahrscheinlich. Aber dazu\ngeh\u00f6rt genauso: Der Mensch ist auch f\u00fcr das, was er tut, verantwortlich. Ein\nfauler R\u00fcckzug nach dem Motto: <em>Da kann ich nichts f\u00fcr, Gott hat es so\nbestimmt<\/em>, gilt im Glauben nicht, wie wir an Jesus sehen. Gott beeinflusst\nGlaubende, damit sie in seinem Sinne handeln k\u00f6nnen \u2013 wenn sie ihm gehorchen.\nOb er auch durch \u201eZuf\u00e4lle\u201c handelt, das zu beurteilen ist wie vieles den\neinzelnen Glaubenden \u00fcberlassen. (Z.B.: Ich verpasse einen Zug, weil ich stolpere.\nIm n\u00e4chsten Zug lerne ich einen klasse Menschen kennen, der mich in meinem\nLeben weiter bringt. Lie\u00df Gott mich stolpern? War das Zufall? Als Glaubender\nl\u00e4sst man sich von irgendwelchen Zeitbehinderungen nicht aus der Fassung\nbringen, weil Gott dahinter stehen kann.) <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-background has-white-color has-header-gradient-background-color\">8. Welches Geschlecht hat Gott?<\/p>\n\n\n\n<p>Gott ist Gott. Weder Mann noch Frau noch Kind noch irgendeine der Zwischenversionen. Gott ist als Sch\u00f6pfer ganz anders. Christen bezeichnen Gott als \u201eVater\u201c, weil Jesus Christus Gott als \u201eV\u00e4terchen \/ Abba\u201c bezeichnet hat. Damit ist aber kein Geschlecht gemeint, sondern Jesus\u00a0 verwendet eine Sprache, die uns vertraut ist. Das \u201eV\u00e4terchen\u201c zeigt, dass m\u00fctterliche Elemente mit vertreten sind \u2013 nicht Vater im strengen Sinn. Jede Gottesanrede und Rede von\/\u00fcber Gott ist metaphorisch. Wir Menschen kommen nicht \u00fcber unsere begrenzte Sprache hinaus.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-background has-white-color has-header-gradient-background-color\">9. Wieso glaubt man an Gott? Warum ist seine Existenz\numstritten? Wir k\u00f6nnen Gott nicht beweisen.<\/p>\n\n\n\n<p>Manche Menschen glauben an Gott, weil er ihnen wichtig ist, andere glauben schlicht und ergreifend, weil es ihn gibt, wieder andere, weil ihnen seine Liebe und Zuwendung ergreift\u2026 Warum die Existenz Gottes umstritten ist \u2013 ist genauso vielf\u00e4ltig zu beantworten wie die Frage, wieso man an Gott glaubt. Manche Menschen m\u00f6chten nicht an Gott glauben, weil sie meinen, der Mensch\/die Natur ist das H\u00f6chste. Manche Menschen k\u00f6nnen\/m\u00f6chten nicht an Gott glauben, weil erfahrenes oder beobachtetes Leiden f\u00fcr sie der Existenz eines Gottes widersprechen. Manche Menschen handeln gegen Gottes Willen \u2013 und sie lehnen Gott ab, weil sie sich nicht rechtfertigen und vor Gott verantworten wollen. Manche haben ihn bislang in ihrem Leben nicht erfahren, k\u00f6nnen ihn nicht logisch erfassen, von daher spielt Gott in ihrem Leben keine Rolle. Manche sagen, Gott kann man nicht beweisen \u2013 ohne dass sie jedoch kl\u00e4ren, was ein \u201eBeweis\u201c eigentlich ist. Warum ist es so wichtig, zu kl\u00e4ren, was ein \u201eBeweis\u201c ist? Weil das, was man als \u201eBeweis\u201c anerkennt, von den Vorgaben\/Pr\u00e4missen abh\u00e4ngig ist, die ich aufstelle. Christen sagen: Man muss anerkennen, dass Gott sich dem Menschen so zeigt, wie er sich dem Menschen zeigen will \u2013 z.B. in Jesus Christus, durch den Geist Gottes \u2013 und nicht, wie ich es als Mensch verlange. Auch Moses fragt Gott, als dieser mit ihm spricht: <em>Wer bist du?<\/em> Gott antwortet dem Mose r\u00e4tselhaft, indem er ihm seinen Namen nennt: <em>Jahwe<\/em>. \u201eJahwe\u201c bedeutet: <em>\u201eIch bin, der ich bin\u201c<\/em> bzw. <em>\u201eIch bin der, als der ich mich zeigen werde\u201c<\/em>. Das hei\u00dft: Gott ist nicht zu erfassen \u2013 aber gleichzeitig weist er in die Zukunft: Man kann Gott an seinem Handeln glaubend erkennen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-background has-white-color has-header-gradient-background-color\">9b. Warum zeigt sich Gott nie offen in der\nGesellschaft?<\/p>\n\n\n\n<p>Laut christlichem Verst\u00e4ndnis zeigte sich Gott offen in der Gesellschaft: in Jesus Christus. Zudem ist er in seinem Geist in der Welt aktiv. Er zeigt sich nur nicht als Gott, da der Mensch frei sein soll, sich f\u00fcr oder gegen Gott zu entscheiden. W\u00fcrde sich Gott als Gott zeigen, w\u00e4re die Freiheit nicht mehr da. Zudem ist der Mensch als Gesch\u00f6pf nicht in der Lage, Gott in seiner Gesamtheit zu erfassen (er versteht ja nicht einmal die Mitmenschen, geschweige denn sich selbst). Die Entt\u00e4uschung dar\u00fcber macht ihn ja schon jetzt zum Gegner Gottes. Er kann Gott nicht erfassen, das bedeutet gleichzeitig: Er kann ihn nicht beherrschen. Das entt\u00e4uscht und macht viele gegen Gott aggressiv.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-background has-white-color has-header-gradient-background-color\">10. Wie sieht Gott aus?<\/p>\n\n\n\n<p>Christen sehen in Jesus Christus Gott. Wir wissen nicht, wie Jesus Christus ausgesehen hat, aber wir haben in Jesus Christus den \u201eCharakter\u201c Gottes kennen gelernt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-background has-white-color has-header-gradient-background-color\">11. Wei\u00df Gott, was in der Zukunft passiert?<\/p>\n\n\n\n<p>Manche Menschen gehen davon aus, dass man, wenn man alle Informationen \u00fcber einen Menschen h\u00e4tte, dann auch sagen kann, was er in Zukunft machen wird. Und wenn man alle Informationen \u00fcber die Welt h\u00e4tte, dann k\u00f6nnte man auch errechnen, was ihm passiert. Ich bin, was technische M\u00f6glichkeiten betrifft, in dieser Hinsicht eher skeptisch, auch wenn ich um die Fortschritte der Digitalisierung wei\u00df. Was aber Gott betrifft, bin ich nicht skeptisch. Aber: Wir haben Freiheit, unsere Zukunft zu gestalten und das bedeutet, dass der Mensch auch Wege geht, die von Gott so nicht vorgesehen aber gewusst waren. Darum erkennen wir in der Bibel auch eine Beziehungsgeschichte zwischen Gott und Mensch. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-background has-white-color has-header-gradient-background-color\">12. Wieso darf man Gott nicht malen? Darf man sich\nGott vorstellen?<\/p>\n\n\n\n<p>Weil man es nicht kann, darf man Gott nicht malen. Zudem: Es liegt immer eine Gefahr darin: Man verwechselt das Bild von Gott mit Gott selbst. Dennoch malen Christen Jesus \u2013 weil er Mensch war. Aber gleichzeitig m\u00fcssen sie wissen: Wie Jesus wirklich ausgesehen hat, das k\u00f6nnen wir nicht wissen. Da auch von Gott sprechen, immer Vorstellungen von Gott beinhaltet, ist auch das Sprechen von Gott nicht zu verabsolutieren. Gleichzeitig kommen wir Menschen nicht darum herum, uns eine Vorstellung ein \u201eBild\u201c von Gott zu machen. Und das ist auch gut so. Man muss allerdings bereit sein, es von Gott korrigieren zu lassen. Dass das malen von Gott gef\u00e4hrlich ist, sieht man daran. es gibt Bilder von Gott. Und darum stellen sich manche Menschen Gott als alten Mann mit wei\u00dfen Haaren und langem Bart vor. Weil sie an einen solchen Gott nicht glauben k\u00f6nnen, lehnen sie Gott ab. Sie wissen leider nicht, dass das kein christliches Bild von Gott ist, sondern nur die Gottesvorstellung von manchen K\u00fcnstlern, an dem sie kleben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-background has-white-color has-header-gradient-background-color\">13. Erh\u00f6rt Gott unsere Gebete? Hilft uns Gott? Hilft Gott auch Menschen, die nicht an ihn glauben? <\/p>\n\n\n\n<p>Religionen gehen davon aus, dass alles Gute von den G\u00f6ttern und M\u00e4chten kommt. Darum opfern sie ihnen, damit sie noch mehr Gutes bekommen. Wenn Schlimmes kommt, dann machen sie den G\u00f6ttern Vorw\u00fcrfe oder wenden sich anderen G\u00f6ttern zu oder (seltener) ganz von G\u00f6ttern ab. Im christlichen Glauben haben wir in der j\u00fcdischen Tradition einen anderen Ansatz: Leiden muss der Liebe Gottes nicht widersprechen. Wir sehen das an Jesus, an den verfolgten Aposteln und den Glaubenden durch die gesamte Kirchengeschichte hindurch. Gott erh\u00f6rt Gebete \u2013 aber: Es kommt dem christlichen Glauben nicht auf die erh\u00f6rten Gebete, die Gutes w\u00fcnschen, an, sondern darauf, dass Gott im Leiden, in der Verfolgung bei den Menschen ist. Und selbst dann, wenn sie get\u00f6tet werden, ist Gott ihr Ziel, sind sie bei Gott. Jesus betet am Kreuz: <em>Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?<\/em> Er wendet sich im Leiden Gott zu. Das hei\u00dft: Die Beziehung zu Gott bricht auch im Leiden nicht ab, wenn der Mensch sie nicht abbricht. Wenn Christen von Gebetserh\u00f6rung sprechen, dann handelt es sich um ein Glaubensbekenntnis, das hei\u00dft, sie ist nicht logisch-rational zu begr\u00fcnden. Sie basiert auf Erfahrung. Nichts \u201ebeweist\u201c Gott rational-logisch. Auch Gebetserh\u00f6rungen nicht, weil sie Ausdruck der Gottesbeziehung sind. Wenn Gott Gebete erh\u00f6rt, dann st\u00e4rken sie im Leben \u2013 manchmal auch darum, um Leiden besser zu \u00fcberstehen. Und hilft Gott auch Menschen, die nicht an ihm glauben? Ja, so wie er Menschen hilft, die an ihn glauben. Die Glaubenden erkennen Gott in der Hilfe, die Nicht-Glaubenden sagen: Zufall &#8211; oder: Das habe ich klasse gemacht \u2013 oder: Gl\u00fcck gehabt \u2013 oder: Ich habe es mir verdient\u2026 <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-background has-white-color has-header-gradient-background-color\"> 13 b. Wie kann man mit Gott reden? <\/p>\n\n\n\n<p> Wie kann man mit Gott reden \u2013 also beten? Aus christlicher Sicht so, wie man mit einem ganz normalen Menschen spricht. Man kann auch in Gedanken mit ihm frei reden, formelhaft \u2013 wonach einem gerade ist. Man kann bestimmte Zeiten einhalten, bestimmte Orte aufsuchen, bestimmte Riten vollziehen. Manchen Menschen ist das sehr wichtig, weil es hilft, sich zu konzentrieren, schneller mit Gott in Kontakt zu treten. Aber man muss es nicht tun, da Gott uns kennt. Man muss ehrlich mit Gott reden. Gott kennt unsere Herzen und unser Denken. Darum ist wichtig zu wissen: Er vergibt uns unsere Schuld \u2013 denn, wie es im 1. Johannesbrief hei\u00dft und in Jesus Christus sichtbar ist: Gott ist die Liebe.  <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-background has-white-color has-header-gradient-background-color\">14. Gott als Sch\u00f6pfer. Was ist die Aufgabe Gottes? Wo\nsind die Taten Gottes heute?<\/p>\n\n\n\n<p>Glaubende sprechen von Gott als Sch\u00f6pfer, Erhalter und Vollender. Das hat damit zu tun, dass sie Gott als Grund und Willen von allem, was ist, erkennen. Das bedeutet, dass das f\u00fcr alle Zeiten gilt. In den Zeiten, in denen man noch glaubte, die Erde sei flach, in denen man glaubte, die Sonne und Planeten kreisen um die Erde, bis zu heute, der Zeit, in der man erkennt, dass die Erde als Mini-Planet um die Sonne als einen Mini-Stern als Teil der Galaxie Milchstra\u00dfe durch das Universum kreist. Auch wenn die Weltbilder im Laufe der Zeit wechseln, so bleibt doch die Basis: Gott. Auch das Sprechen von Gott wechselt, weil Sprache lebendig ist, weil Sprachen in der \u00dcbersetzung Ver\u00e4nderungen erfahren usw. Der Kern bleibt: Gott ist Sch\u00f6pfer (nicht nur der Erde, sondern des Universums, wenn es Multiversen geben sollte, dann auch Sch\u00f6pfer der Multiversen), Erhalter, Vollender. Wenn Gott nicht mehr wirken w\u00fcrde, g\u00e4be es nichts mehr, da Gott die Grundlage von allem ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-background has-white-color has-header-gradient-background-color\">14b. Wenn es Gott gibt, warum gibt es Leiden und\nschlechte Menschen?<\/p>\n\n\n\n<p>Schlechte Menschen gibt es, weil Menschen frei sind. Menschen sind nat\u00fcrlich auch frei, Gutes zu tun. Sie sind keine Marionetten Gottes. Man muss au\u00dferdem beachten, dass nicht immer eindeutig ist, was schlecht ist, was gut ist. Diese Frage weist auf das \u00e4u\u00dferst komplexe Thema der Theodizee hin, die hier (und auf Unterseiten) von verschiedenen Seiten beleuchtet wird: <a href=\"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/gott\/theodizee\/\">https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/gott\/theodizee\/<\/a> Wir k\u00f6nnen die Warum-Frage nicht l\u00f6sen. Wir k\u00f6nnen an Jesus jedoch erkennen: Er versucht Leiden zu bek\u00e4mpfen. Dadurch, dass Jesus gelitten hat, wissen wir: Er ist in unserem Leiden bei uns. Sein Leiden und Sterben m\u00fcnden in die Auferweckung. Damit ist auch das Ziel vorgegeben, das Gott mit uns hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-background has-white-color has-header-gradient-background-color\">15. Was passiert, wenn man nicht an Gott glaubt?<\/p>\n\n\n\n<p>Dann sollte man sich nicht auf dem Nicht-Glauben ausruhen und damit zufrieden sein, sondern sich f\u00fcr Gott \u00f6ffnen. Das hei\u00dft, man sollte in allen Lebenslagen nach Gott fragen, sich mit Jesus Christus besch\u00e4ftigen, \u00fcber seine Taten und Worte nachdenken, mit Menschen reden, die ihm nachfolgen\u2026 Man muss keine Angst haben, wenn man nicht glaubt. Dann verkrampft man sich. Wenn man verkrampft ist, kann man nicht f\u00fcr Gott offen sein. Menschen die Angst haben, machen sich manchmal auch einen eigenen Gott und sagen: Das ist Gott! und zwingen andere aus Angst, an diesen Gott zu glauben. Gott ist kein Angstmacher. Daf\u00fcr ist Gott zu gro\u00df, zu anders, zu sehr Gott. Wie wir an Jesus Christus sehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-background has-white-color has-header-gradient-background-color\">16. Was ist wenn Gott der Lebenssinn ist, man aber\nunabh\u00e4ngig sein will?<\/p>\n\n\n\n<p>Wer in Gott den Lebenssinn gefunden hat, der ist unabh\u00e4ngig vom Schicksal, von Menschen, von \u00c4ngsten. Viele Menschen, die nicht glauben, sehen die Bindung an Gott als Fesselung an. Es gibt auch Christen in der gesamten Kirchengeschichte, die das vermitteln, weil Menschen erfahren haben, wenn man XY tut, dann hat man Nachteile davon. Wenn man also davor warnt, dann tut der andere XY nicht, und hat dann auch diese Nachteile nicht. Das hei\u00dft: Gebote sind nicht nur von Nachteil, sondern helfen auch, das Leben m\u00f6glichst unbeschadet zu bestehen, wenn es sich um gute Gebote handelt.\u00a0 Der Kirchenvater Augustinus sagte: Liebe \u2013 dann darfst du alles; Luther sagte: der Christenmensch ist ein freier Herr \u2013 er ist gleichzeitig ein Diener. Das hei\u00dft: Wer durch Gott frei geworden ist, kann freiwillig anderen helfen. Das ist kein Zwang, weil Gott den Menschen und seine Ansichten ver\u00e4ndert.\u00a0\u00a0 <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-background has-white-color has-header-gradient-background-color\">17. Wie werden Menschen in der Zukunft von Gott\ndenken?<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht anders als bislang. Es wird sich die Sprache \u00e4ndern. Aber da Gott sich selbst, so der christliche Glaube, durch seinen Geist immer wieder zur Sprache bringt, wird der Mensch nicht anders von Gott denken. Freilich gab es zu allen Zeiten auch \u00fcble Gottesbilder, die sich der Mensch gemacht hat. Auch diese wird es immer geben. Darum ist so wichtig, den Geist Gottes \u2013 der der Geist Jesu Christi ist \u2013 ins Zentrum des Denkens \u00fcber Gott zu stellen. Denn erst da, wo er wirkt, wird richtig \u00fcber Gott gesprochen.\u00a0 <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-background has-white-color has-header-gradient-background-color\">18. Muss man an Gott glauben, wenn man gl\u00e4ubig ist?<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eGlaube\u201c ist ein christlicher Begriff. Er bedeutet \u201eVertrauen\u201c, er ist ein Gef\u00fchl ganz tief im Herzen\/in der Seele \u2013 oder wie auch immer man das bezeichnen mag \u2013 der Liebe zu dem, der alles umfasst, der alles ist, der mich durchdringt, mich nach dem Leben empf\u00e4ngt. Gemeint ist mit der Frage vermutlich das Gef\u00fchl, dass es etwas gibt, das h\u00f6her ist als ich, das ich aber nicht als Gott bezeichnen kann. Solche Gef\u00fchle kann man als \u201eSpiritualit\u00e4t\u201c bezeichnen, als Gef\u00fchl der Einheit mit der erhabenen Natur, dem Gef\u00fchl der Einheit mit Menschen in einer Gruppe oder nur mit einem besonderen Menschen. Da Gott der Sch\u00f6pfer ist, wird dieses Gef\u00fchl aus christlicher Sicht erst vollkommen, wenn es in den Glauben an Gott einm\u00fcndet. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einmal kurze Antworten zu umfassende Fragen: 1. Wie hat Gott die Welt geschaffen? Der j\u00fcdisch-christliche Glaube geht mit Genesis (1. 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