{"id":1994,"date":"2020-01-02T13:00:52","date_gmt":"2020-01-02T12:00:52","guid":{"rendered":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/?page_id=1994"},"modified":"2020-02-12T15:50:42","modified_gmt":"2020-02-12T14:50:42","slug":"digitalisierung-2","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/digitalisierung-2\/","title":{"rendered":"Digitalisierung 2"},"content":{"rendered":"\n<p style=\"color:#00a31f\" class=\"has-text-color has-text-align-center\"><strong>3. Zwischen\u00fcberlegung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-accent-color\"><strong>1. Digitalisierung positiv <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Digitalisierung der Welt ist grunds\u00e4tzlich positiv \u2013 sie wird entsprechend (wenn es keine Katastrophen gibt) auch nicht mehr aufzuhalten sein. Allein auch schon aus wirtschaftlichen Gr\u00fcnden. Man muss freilich lernen, mit ihr so umzugehen, dass der Mensch Nutzen davon hat und nicht als Fliege \u201eim Netz\u201c ausgesaugt wird. Zurzeit leben wir noch in einer \u00dcbergangszeit, \u00fcberrollt von der Digitalisierung. Von daher hinken so manche Gesetz hinterher.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer ist das \u201eMan\u201c? Das jeweilige Individuum als\nPrivatperson, H\u00e4ndler, Entwickler, Unternehmer, derjenige, der im Beruf damit\nzu tun bekommt, derjenige, der die Entwicklung verantwortet und diejenigen, die\nsie finanzieren. Dazu geh\u00f6ren Politiker und Verbrauchersch\u00fctzer\u2026 Aus diesen\nunterschiedlichen Perspektiven sind Verhaltensma\u00dfst\u00e4be zu entwickeln.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei einer Energie-Katastrophe haben die Volkswirtschaften Vorteile, die einen gesunden Mix haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-accent-color\"><strong>2. Unser kapitalistisches System<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Firmen m\u00fcssen Geld machen. Das ist unser System. Die Firmen m\u00fcssen immer schneller agieren, da die Konkurrenz gro\u00df ist, da die Modestr\u00f6mungen auf dem Markt immens schnell wechseln, m\u00fcssen sie aufpassen, dass sie nicht aufs falsche Pferd setzen. Sie m\u00fcssen auch Kapazit\u00e4ten frei haben, immer neues zu erfinden, um die Nase vorn zu haben. Es z\u00e4hlen Umsatz und Marktanteil \u2013 das ist auch mit Blick auf die Mitarbeiter bedeutsam. Aber das geht nur, wenn man bei Kunden anerkannt ist (muss leider nicht mit Werten zusammenh\u00e4ngen, sondern auch im Gegenteil: Wer billig liefert und seine Mitarbeiter ausbeutet \u2013 hat gute Chancen).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-accent-color\"><strong>3. Die Gesellschaft<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Auch die Firmen eines kapitalistischen Systems sind Mosaiksteinchen in einer Gesellschaft, im Zusammenleben der Menschen. Welche Werte pr\u00e4gen die Gesellschaft, was ist der Mehrheit wichtig, wie kann man Menschen, die sich selbst nicht sch\u00fctzen k\u00f6nnen, sch\u00fctzen (aber ohne Arroganz der modernen Eliten: Wir wissen besser als die Individuen, was ihnen gut tut \u2013 und dann Gesetze machen\u2026).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-accent-color\"><strong>4. Der Mensch als Individuum<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Frage ist, wie gehen wir damit um? Denn das bleibt wichtig: Die <strong>Menschenw\u00fcrde<\/strong>. Dazu geh\u00f6ren <strong>Freiheit<\/strong> \u2013 zur Freiheit geh\u00f6rt<strong> Verantwortung <\/strong>tragen. Der Mensch ist ein homo politicus, er ist Teil einer <strong>Gemeinschaft<\/strong>, in dieser will er anerkannt leben und solidarisch handeln, will er es mit Menschen zu tun haben. <strong>Freundschaft<\/strong>en und <strong>Familie<\/strong> geh\u00f6ren zu ihm genauso wie die Arbeit in einem <strong>Beruf<\/strong>. Zur Bewahrung der Menschenw\u00fcrde geh\u00f6rt auch, dass seine <strong>Gesundheit<\/strong> nicht aufs Spiel gesetzt wird, geh\u00f6rt entsprechend eine gesunde <strong>Umwelt <\/strong>und die n\u00f6tige <strong>Freizeit<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-accent-color\"><strong>5. Erreichbarkeit des Zieles<\/strong> <strong>der Digitalisierung<\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p>Wir m\u00fcssen so gut wir k\u00f6nnen, Informationen kontrollieren\nk\u00f6nnen. Dazu geh\u00f6rt es, nicht nur eine Quelle zu benutzen, sondern auch sich\nwidersprechende Quellen. Denn allein dann k\u00f6nnen wir aufgrund der\nArgumentationen entscheiden und entsprechend durch Feedback den\nInformationengeber ansprechen, auffordern, sein Verhalten zu kontrollieren.\nMenschen d\u00fcrfen sich nicht abh\u00e4ngig machen. Das w\u00e4re auch ein Beitrag zur\nDigitalen Freiheit. Das gilt nicht allein f\u00fcr die Informationsweitergabe. Das\ngilt z.B. auch f\u00fcr die Einf\u00fchrung digitaler Medien durch den Arbeitgeber. <\/p>\n\n\n\n<p>Erst die Frage: Warum? (Informationen sammeln) \u2013 dann:\n\u00dcberpr\u00fcfung der Argumentation (Informationen abw\u00e4gen und \u00fcberpr\u00fcfen) \u2013 dann:\nWeitergabe des Herausgefundenen (Ergebnisse kommunizieren).<\/p>\n\n\n\n<p>Wachsamkeit, Misstrauen und Selbstreflektion sind angebracht\n\u2013 und K\u00f6nnen, mit den neuen Hilfsmitteln umzugehen. Auch hier: Wissen ist\nMacht. Nichtwissen macht auch nichts? Doch. Nichtwissen l\u00e4sst in Fallen laufen.\nSelbstreflektion: Wieweit in ich Herr \u00fcber die Medien, wieweit beherrschen sie\nmich.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf Dauer wird es wohl so sein, dass der Mensch sich wieder seine kleinen Freir\u00e4ume nimmt, die ihm unmerklich erst geraubt wurden \u2013 wenn es hart kommt, dann durch Maschinenst\u00fcrmerei, weil der freie Mensch auch nicht Sklave von \u201eintelligenten\u201c Maschinen sein will. Vielleicht wird er dann einer unverwundbaren Roboterarmee ank\u00e4mpfen m\u00fcssen, wenn er nicht schon vorher geoutet, isoliert, eliminiert wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-accent-color\"><strong>6. Staatliche Eingriffe<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Durch Digitalisierung bekommen bislang unbekannte Firmen und Kr\u00e4fte Macht, da andere von ihnen abh\u00e4ngig sind. Der Staat muss da eingreifen, wo Menschen zu Schaden kommen, wo das Zusammenleben der Gesellschaft zerst\u00f6rt wird. Allerdings kann ein Staat auch nicht die L\u00f6sung schlechthin bieten, sondern er wird Gesetze in Form von Kompromissen beschlie\u00dfen m\u00fcssen. <\/p>\n\n\n\n<p style=\"color:#00a310\" class=\"has-text-color has-text-align-center\"><strong>4. Christliche Ethik<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-accent-color\"><strong>a) Privat: Zeit f\u00fcr Gott und Mensch und Informationen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In der christlichen Tradition gibt es Zeiten, die f\u00fcr Gott bestimmt sind. Die kann sich heute jeder individuell festlegen (traditionell: Morgens vor Arbeitsbeginn, Mittags in der Mittagspause, Abends, nach der Arbeit), In dieser Zeit mit Gott hat niemand anderes etwas zu sagen. Ich bin f\u00fcr niemanden erreichbar.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Besondere an Jesus war, wenn er es mit einem Menschen zu tun hatte, dann war er ganz f\u00fcr diesen Menschen da. Und das sollte auch heute ein Ma\u00dfstab sein: Wenn ich mit Menschen esse, rede, zusammen bin, dann haben technische Ger\u00e4te au\u00dfen vor zu bleiben.<\/p>\n\n\n\n<p>Entsprechend kann man sich auch eine Zeit einrichten, in der man sich um die Kommunikation mit anderen k\u00fcmmert \u2013 Kommunikation technischer Art.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-accent-color\"><strong>b) Privat: Raum schaffen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ohne Digitalisierung: Wenn man jemanden zu Hause besuchen m\u00f6chte, klingelt man an dessen T\u00fcrklingel. Wenn der andere nicht \u00f6ffnet \u2013 okay, dann geht man weiter. Heute steht man mit WhatsApp und co. sofort im Haus des anderen, der andere steht \u00fcberall bei mir. Darum ist es wichtig: R\u00e4ume zu schaffen, in dem man den Menschen hereinl\u00e4sst. Ich selbst bin ein Raum \u2013 ich m\u00f6chte nicht alle zu jeder Zeit in mich hereinlassen. Sie sind nicht Gott, sondern Menschen. Privates Leben und eine gewisse Distanz m\u00fcssen bleiben, damit ich selbst gesundheitlich fit bleibe. Darum einen Raum in der Wohnung aussuchen, in dem allein ich mein Smartphone usw. willkommen hei\u00dfe.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-accent-color\"><strong>c) Privat: Freiheit, Mut, Verantwortung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wenn ich mich f\u00fcr einen bestimmten Umgang mit der Digitalisierung entscheide, dann bin ich frei, ich nutze meine Freiheit, die mir Gott als ein Grundwert gegeben hat. Aber zur Freiheit ben\u00f6tigt man Mut und Verantwortung. Letztlich darf man auch nicht Verantwortung abgeben \u2013 denn damit gibt man auch Freiheit ab.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-accent-color\"><strong>d) Menschlichkeit \/ W\u00fcrde<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Zur W\u00fcrde des Menschen:&nbsp;<a href=\"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/mensch\/menschenwuerde-1\/\">https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/mensch\/menschenwuerde-1\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Im Teil B wurden immer wieder Werte angesprochen: Hilft der jeweilige Aspekt der Digitalisierung dem Menschen oder schadet er ihm. Dieser Blick, der den Menschen Ma\u00dfstab sein l\u00e4sst, ist in unserer Kultur aus christlicher Perspektive relevant. Der Mensch sah sich als Philosoph als Ma\u00dfstab aller Dinge \u2013 aber Menschen an sich wurden von St\u00e4rkeren ausgebeutet. Das gilt f\u00fcr alle Kulturen \u2013 die Sklavenhalterkulturen \u2013 bis auch hin zum Kolonialismus, Kapitalismus. Dem setzt Jesus von Anfang an eine andere Sichtweise entgegen: Der Mensch ist als Mensch zu achten \u2013 Geld ist f\u00fcr den Menschen einzusetzen nicht egoistisch. Von daher sind auch digitale Unternehmen ad\u00e4quat zu besteuern, weil sie Teil der Gesellschaft sind, f\u00fcr die sie mit verantwortlich sind. Politik muss hier mit Blick auf die soziale Verantwortung Modelle schaffen. Vor allem auch, weil die digitalen Unternehmen durch ihren unermesslichen Reichtum die ahnungslosen Menschen in Richtungen zwingen, die sie nur \u201eunbewusst\u201c mitgehen. Reichtum verf\u00fchrt zur Macht. Macht muss kontrolliert werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Entsprechend stellt sich die Frage in \u00dcbergangszeiten zur Digitalisierung: Entl\u00e4sst man Mitarbeiter \u2013 und setzt an ihre Stelle Roboter ein oder sucht man mit den Mitarbeitervertretungen \/ Gewerkschaften Wege, die dem Individuum auch von Nutzen sind. Vor allem auch: Ist Digitalisierung an dieser und jener Stelle wirklich wichtig, finanziell vorteilhaft\u2026 \u2013 oder einfach nur Prestigeobjekt?<\/p>\n\n\n\n<p>Wieweit l\u00e4sst man es zu, dass Menschlichkeit unter der Digitalisierung leidet: Mitarbeiter werden unter permanenten Leistungsdruck gesetzt, damit unter Stress (Folgen: Burnout), sie werden dazu gezwungen, einander als Konkurrenten anzusehen, es bleibt kein Raum f\u00fcr Gemeinschaft, f\u00fcr Miteinander, f\u00fcr Solidarit\u00e4t. Wenn Digitalisierung gegen den menschen eingesetzt wird, ist das die Folge.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Menschlichkeit bleibt kein Raum, weil Digitalisierung erzwungene Vorgaben im Umgang mit Kunden macht: Man kann nicht einfach ein Br\u00f6tchen verschenken, wenn einer keine 50 Cent dabei hat. Es wird alles finanziell kontrolliert. Man wird zum Sklaven der digitalisierten Kontrolle.<\/p>\n\n\n\n<p>Die W\u00fcrde des Menschen wird angetastet, wenn er ohne es zu wissen oder es ver\u00e4ndern zu k\u00f6nnen, anderen preisgegeben wird. Das gilt f\u00fcr Shit-Storm\/\u00f6ffentliche Pranger genauso wie daf\u00fcr, dass seine Daten dem Arbeitgeber, dem Staat, bestimmten Firmen \u00fcberlassen werden. Ein Recht auf Privatheit muss dem Menschen gelassen werden. Er ist Ebenbild Gottes \u2013 er ist kein Wesen von der Stange \u2013 auch wenn Interessen geleitete Soziologie, Biologie, Psychologie anderes behaupten.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Apokalypse des Johannes wird geschildert:&nbsp;<em>\u201eUnd es wurde ihm (den GegenGott) gegeben, Geist zu verleihen dem Bild des Tieres, damit das Bild des Tieres reden und machen k\u00f6nne, dass alle, die das Bild des Tieres nicht anbeteten, get\u00f6tet w\u00fcrden. 16 Und es macht, dass sie allesamt, die Kleinen und Gro\u00dfen, die Reichen und Armen, die Freien und Sklaven, sich ein Zeichen machen an ihre rechte Hand oder an ihre Stirn 17 und dass niemand kaufen oder verkaufen kann, wenn er nicht das Zeichen hat, n\u00e4mlich den Namen des Tieres oder die Zahl seines Namens. 18 Hier ist Weisheit! Wer Verstand hat, der \u00fcberlege die Zahl des Tieres; denn es ist die Zahl eines Menschen, und seine Zahl ist sechshundertsechsundsechzig.\u201c<\/em>&nbsp;(Apk 13)<\/p>\n\n\n\n<p>Das hei\u00dft aus moderner Perspektive gesagt: Menschen machen sich ein Zeichen \u2013 das hei\u00dft eine Art Barcode bzw. RFID, vgl. Gesichtserkennung: China (mit Bonuspunkten \/ Scoring-System \/ Social-Credit-Programme:&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/netzwelt\/netzpolitik\/china-social-credit-system-ein-punktekonto-sie-alle-zu-kontrollieren-a-1185313.html\">https:\/\/www.spiegel.de\/netzwelt\/netzpolitik\/china-social-credit-system-ein-punktekonto-sie-alle-zu-kontrollieren-a-1185313.html<\/a>) \u2013 freiwillig, weil sie dann alles billiger bekommen. Menschen werden kontrollierbar, sie werden disziplinierbar. Die Freiheit wird angetastet.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Mensch als Ebenbild Gottes darf sich nicht von seinen eigenen Gesch\u00f6pfen (Robotern\u2026) beherrschen lassen, er darf auch nicht zulassen, dass Tests Menschenleben kosten k\u00f6nnten.<\/p>\n\n\n\n<p>Arbeitgeber achten die W\u00fcrde des Menschen, wenn sie den Mitarbeitern Zeit (Fortbildungen) und Raum geben, sich in die neue Materie einzuarbeiten, damit keine Versagens\u00e4ngste entstehen \u2013 damit eben grundlegende \u00c4ngste, den Job zu verlieren, wenn ich die Neuerungen nicht verstehe. Zudem m\u00fcssen sie gen\u00fcgend Experten einstellen, die helfen, die Digitalisierung in den Griff zu bekommen. Das Zerschlagen von Arbeitsgruppen ist zu vermeiden. Bekanntlich erh\u00f6ht eine solche Gruppenzerschlagung nicht unbedingt die Produktivit\u00e4t, wie man inzwischen wei\u00df. Freilich besteht auch die Angst der Arbeitgeber im \u201eDisruptiven Wandel\u201c \u2013 das hei\u00dft: Von Jetzt auf Gleich muss alles umgestellt werden, wenn wir nicht vom Markt verdr\u00e4ngt werden wollen (Uber: Taxi; Amazon: Buchhandlungen; Airbnb: Hotels\/Pensionen). Gleichzeitig muss der Arbeitgeber Verantwortung abgeben k\u00f6nnen, da er selbst nicht alles \u00fcberblicken kann. Christlicher Tradition entspricht es, Verantwortung zu tragen, die Arbeit wert zu sch\u00e4tzen, sich f\u00fcr andere einzusetzen. Gott durch sein Tun zu ehren (1Thess 4). Aber gleichzeitig m\u00fcssen gerade Christen aufpassen, dass sie sich selbst auch achten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-accent-color\"><strong>e) Individualismus\/Utilitarismus<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Unsere Gesellschaft ist immer st\u00e4rker utilitaristisch ausgerichtet: Das Individuum nutzt nur dann, wenn es der Allgemeinheit Nutzen bringt. Das bedeutet dann auch \u2013 wenn sie nicht aus der Perspektive der Menschlichkeit organisiert wird \u2013 neue Formen der Ausbeutung: Homeoffice und anderes: Man muss st\u00e4ndig bereit sein, um der Belegschaft, der Firma, dem B\u00fcro\u2026 zu nutzen. Gegen den puren Utilitarismus setzt die christliche Ethik die Bedeutung des Individuums. Alle totalit\u00e4ren Systeme der Neuzeit (Nationalsozialismus, Kommunismus, Scientology) versuchen, den Menschen in den Griff zu bekommen, ihn der Allgemeinheit zu unterwerfen. Christen m\u00fcssen an dieser Stelle besonders hellh\u00f6rig sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-accent-color\"><strong>f) Sich nicht kaufen lassen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Digitalisierung hat nicht eine solche Gewalt, weil sie einfach da ist. Sie hat eine solche Macht, weil ich mich kaufen lasse: Es kostet nichts \u2013 also mach ich mit. Was im Hintergrund abl\u00e4uft, das interessiert mich nicht. Und dieses: Ich profitiere \u2013 alles andere ist mir egal \u2013 , wird freilich auch von Firmen ausgenutzt, durch psychologisch ausgekl\u00fcgelte Anreize \u2013 bis hin (so in China, in dem Frauenmangel herrscht): Ich verhalte mich staatskonform, damit ich eine h\u00f6here Punktzahl f\u00fcr das Wohlverhalten bekomme, um damit eine Frau zu bekommen. Ich lasse mir einen NFC-Chip implantieren, um ein paar finanzielle Vorteile zu haben. Wie oben im Text der Apokalyptik: Ich selbst bin f\u00fcr das verantwortlich, was ich mache bzw. mit mir machen lasse. Als Ebenbild Gottes, das den Geist Gottes hat, muss man sich immer wieder fragen: Werde ich meiner Verantwortung mir und der Gesellschaft gegen\u00fcber gerecht?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-accent-color\"><strong>g) Alles pr\u00fcfen \u2013 Reich Gottes \u2013 alles hat seine Zeit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Christen sollen sich von nichts vereinnahmen lassen, alles \u00fcberpr\u00fcfen \u2013 und das Gute behalten. Das lehrt Paulus. Das bedeutet: Man muss sachlich bleiben, darf sich nicht durch Hypes emotionalisieren lassen, muss Gefahren absch\u00e4tzen k\u00f6nnen. Als Ma\u00dfstab steht die Jesus-Vision des Reiches Gottes vor Augen: Was tut dem Menschen gut (Goldene Regel) \u2013 das muss man so gut es geht umsetzen (aber dem\u00fctig bleiben: Der Mensch kann nicht das Reich Gottes auf Erden durchsetzen \u2013 auch nicht durch Digitalisierung). Christen haben mit dem Neuen Testament gelernt, allen gegen\u00fcber skeptisch zu sein, die die heile Welt versprechen. Man ist sich bewusst, dass alles seine Zeit hat \u2013 auch die gegenw\u00e4rtig dominanten Sichtweisen \u2013 und die dominanten Firmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus der Lehre Jesu \u2013 und den 10 Geboten \u2013 lernen wir: ehrlich zu sein, Wort zu halten, nicht \u00fcber andere verbal herfallen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zudem gibt es Bereiche im menschlichen Zusammenleben, die mindestens genau so wichtig genommen werden m\u00fcssen, wie die Digitalisierung: Diakonie \/ Caritas zum Beispiel.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Christen ist es wichtig: Selbstreflexion (wer bin ich vor Gott, wie verhalte ich mich richtig\u2026) \u2013 das gilt auch mit Blick auf die Digitalisierung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-accent-color\"><strong>h) K\u00f6rper, Geist und Gemeinschaft<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Zur Ethik geh\u00f6rt auch der K\u00f6rper: Achte ich ihn &#8211; oder missachte ich ihn, indem ich ihn dazu zwinge, die meiste Zeit vor dem Bildschirm am Tisch zu sitzen, zusammengekauert mit dem Smartphone vor Augen, auf der Couch zum Fernseher starrend, gleichzeitig wartend, dass WhatsApp sich meldet&#8230; Zudem ist der Mensch ein Gemeinschaftswesen, dem anderen sein Gesicht zeigen, die Stimme unverfremdet durch technische Ger\u00e4te g\u00f6nnen, gemeinsam etwas erleben, miteinander lachen, weinen, Probleme w\u00e4lzen. Der Mensch als k\u00f6rperliches Wesen, das zum Wohlbefinden Gemeinschaft ben\u00f6tigt &#8211; dazu wurde er erschaffen. Das gilt es Wert zu sch\u00e4tzen, zu achten, zu ber\u00fccksichtigen. Selbst denken &#8211; das Denken nicht in Smartphone usw. outsourcen -, Leben gestalten, im Angesicht Gottes soziale Wege zu suchen&#8230; &#8211; ein gro\u00dfes Ziel.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir Menschen sind begrenzt geschaffen: Haben zwei Arme und nicht zehn, zwei Augen, die nach vorne schauen und nicht \u00fcberall, einen Mund (darum stopfen manche Menschen Nahrung mit einer Geschwindigkeit in sich rein, die negativ ph\u00e4nomenal ist -), nur die Ohren k\u00f6nnen \u00fcberall sein&#8230; Wir k\u00f6nnen sehr viel gleichzeitig tun &#8211; das ist auch gut so. Wir m\u00fcssen allerdings aufpassen, dass wir uns auch mit digitalem Multitasking nicht \u00fcberfordern &#8211; und irgendwann vollkommen schlapp machen, weil sich K\u00f6rper und Geist einfach abschalten, wegen \u00dcberf\u00fcllung schlie\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir Menschen haben von Gott eine begrenzte Lebenszeit geschenkt bekommen &#8211; die zu f\u00fcllen wir verantwortlich sind. Wenn wir am Ende eines Tages \/ einer Woche \u00fcberlegen: Was habe ich eigentlich heute gemacht? Was blieb an Sinnvollem und Nachhaltigem in unserer Erinnerung haften? Wie viel davon ist digitalem Ursprungs, wie viel von pers\u00f6nlichen Kontakten gepr\u00e4gt?<\/p>\n\n\n\n<p>Immer wieder sollte man auch regelm\u00e4\u00dfig \u00fcberpr\u00fcfen: Bin ich digital-s\u00fcchtig geworden? (Eine Woche mindestens: Abstinenz &#8211; nicht eine Stunde!)<\/p>\n\n\n\n<p>Zum anderen geht es auch darum, sich und andere vor Gefahren zu sch\u00fctzen &#8211; ohne Angst zu haben. Das hei\u00dft: Man muss die Gefahren gut kennen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-accent-color\"><strong>i) Digitalisierung als neuer Gott<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Woran du dein Herz h\u00e4ngst, ist Gott \u2013 und: Der Mensch m\u00f6chte seit alters so sein wie Gott (Genesis 3,5). Der Turmbau zu Babel gibt das Motto vor: Gott aus dem Himmel holen, damit wir uns selbst an dessen Stelle setzen k\u00f6nnen (Genesis 11) &#8211; Folge: Massiv gest\u00f6rte Kommunikation..<\/p>\n\n\n\n<p>Digitalisierung ist nicht zu vermeiden, weil sie Ausdruck dessen ist, was der Mensch m\u00f6chte: Vereinfachung des Lebens, es geht alles schneller, preiswerter\u2026 Sie muss jedoch immer geerdet bleiben. Sonst heben wir ab und st\u00fcrzen tief.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Zitat: <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/netzwelt\/netzpolitik\/china-social-credit-system-ein-punktekonto-sie-alle-zu-kontrollieren-a-1185313.html\">https:\/\/www.spiegel.de\/netzwelt\/netzpolitik\/china-social-credit-system-ein-punktekonto-sie-alle-zu-kontrollieren-a-1185313.html<\/a>\n:<\/p>\n\n\n\n<p>K\u00fchnreich:&nbsp;Wenn das funktionieren w\u00fcrde, h\u00e4tten die letzten 30 Jahre den Weltfrieden bringen m\u00fcssen. Technologie misst man heute nahezu g\u00f6ttliche Z\u00fcge bei. Der Glaube, eine Macht k\u00f6nne die Menschheit von ihren Leiden erl\u00f6sen, ist wohl eine zutiefst menschliche Hoffnung. Aber sie ist leider verfehlt. Technologie allein wird niemals soziale Probleme l\u00f6sen.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"color:#a30005\" class=\"has-text-color\"><strong>Aufgabe: Das Vorrangige Ziel der Digitalisierung besteht darin, das Leben zu erleichtern.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Wo wird es heute erleichtert?<\/li><li>Wo wird es erschwert?<\/li><li>Wie alles: Es erleichtert und erschwert gleichzeitig, wenn sie nicht richtig angewendet wird?<\/li><li>Wie gehe ich pers\u00f6nlich damit um, wenn mich die Digitalisierung (psychisch\/k\u00f6rperlich\/sozial) beschwert?<\/li><li>Muss man sich in jedem Fall anpassen? Wann sollte man sich anpassen? Wann darf man sich nicht anpassen?<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p style=\"color:#00a310\" class=\"has-text-color has-text-align-center\"><strong>Weiterf\u00fchrende Literatur<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Reinhard Haupt und Stephan Schmitz (Hgs.): Digitalisierung: Datenhype mit Werteverlust?. Ethische Perspektiven f\u00fcr eine Schl\u00fcsseltechnologie, SCM H\u00e4nssler Holzgerlingen 2019<\/p>\n\n\n\n<p>Armin Nassehi: Muster. Theorie der digitalen Gesellschaft, C.H.Beck, M\u00fcnchen 2019<\/p>\n\n\n\n<p>Philipp Otto und Eike Gr\u00e4f (Hgs): 3TH1CS. Die Ethik der digitalen Zeit, bpb Bonn 2018<\/p>\n\n\n\n<p>Sarah Spiekermann: Digitale Ethik. Ein Wertesystem f\u00fcr das 21. Jahrhundert, Droemer Verlag M\u00fcnchen 2019<\/p>\n\n\n\n<p>Manfred Spitzer: Cyberkrank! Wie das digitalisierte Leben unsere Gesundheit ruiniert, Droemer Knaur, M\u00fcnchen 2015 (Tb 2017)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>3. Zwischen\u00fcberlegung 1. Digitalisierung positiv Digitalisierung der Welt ist grunds\u00e4tzlich positiv \u2013 sie wird entsprechend (wenn es keine Katastrophen gibt) auch nicht mehr aufzuhalten sein. Allein auch schon aus wirtschaftlichen Gr\u00fcnden. 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