{"id":1943,"date":"2019-10-19T09:17:32","date_gmt":"2019-10-19T07:17:32","guid":{"rendered":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/?page_id=1943"},"modified":"2019-10-19T09:17:32","modified_gmt":"2019-10-19T07:17:32","slug":"gott-in-gedichten-3a","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/gott-in-gedichten\/gott-in-gedichten-3a\/","title":{"rendered":"Gott in Gedichten (3a)"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-color has-accent-color\"><strong>Paulus Diakonus \/ Paul Warnefried<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>lebte im 8. Jahrhundert. Er ist ein Beispiel daf\u00fcr, dass weiterhin in Latein gedichtet wurde \u2013 und auch ein Beispiel daf\u00fcr, dass er griechische Mythologie aufgegriffen hat. So schreibt er in seinem Gedicht \u00fcber Johannes dem T\u00e4ufer, dass der Engel Gabriel zu Zach\u00e4us gesandt wurde \u2013 vom Olymp \u2013 um die Geburt von Johannes anzuk\u00fcndigen, was allerdings in der \u00dcbersetzung nicht mehr deutlich wird:&nbsp;<a href=\"http:\/\/hymnarium.de\/hymni-ex-thesauro\/hymnen\/122-ut-queant-laxis\">http:\/\/hymnarium.de\/hymni-ex-thesauro\/hymnen\/122-ut-queant-laxis<\/a>&nbsp;Dieses Lied sei besonders erw\u00e4hnt, weil an ihm das (do) ut \u2013 re \u2013 mi \u2013 fa \u2013 so \u2013 la -si formuliert wurde \u201e<em>Auf dass die Sch\u00fcler mit lockeren Stimmb\u00e4ndern m\u00f6gen zum Klingen bringen k\u00f6nnen die Wunder deiner Taten, l\u00f6se die Schuld der befleckten Lippe, heiliger Johannes<\/em>\u201e:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ut<\/strong>&nbsp;queant laxis&nbsp;<strong>re<\/strong>sonare fibris<br><strong>Mi<\/strong>ra gestorum&nbsp;<strong>fa<\/strong>muli tuorum,<br><strong>So<\/strong>lve polluti<strong>&nbsp;la<\/strong>bii reatum,<br><strong>S<\/strong>ancte&nbsp;<strong>I<\/strong>ohannes.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"color:#a3000a\" class=\"has-text-color\"><strong>Hrabanus Maurus<\/strong>&nbsp;(780-856)<\/p>\n\n\n\n<p>war Sch\u00fcler von Alkuin, war ebenso gelehrt und vielf\u00e4ltig schriftstellerisch und wissenschaftlich t\u00e4tig und hatte den Titel \u201eLehrer Germaniens\u201c: 22 Werke \u00fcber die unterschiedlichsten Themen der Natur erschienen, eine Enzyklop\u00e4die damaligen Weltwissens, neben zahlreichen Kommentaren, Stellungnahmen zu unterschiedlichen Themen. Sein ber\u00fchmtes Figurengedicht&nbsp;<em>De Laudibus sanctae crucis<\/em>&nbsp;wurde auch mit Zahlenmystik verbunden. Die vielen Ebenen dieses Gedichts k\u00f6nnen an dieser Stelle nicht dargestellt werden. Dazu siehe:&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/De_laudibus_sanctae_crucis\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/De_laudibus_sanctae_crucis<\/a><\/p>\n\n\n\n<p style=\"color:#a30036\" class=\"has-text-color\">Das Kreuz ist Christussymbol. Aber nicht nur. Es ist die Grundlage des gesamten Kosmos. Von daher sind Kreuz \u2013 Christus \u2013 Sch\u00f6pfung sehr stark miteinander verbunden.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu dem Werk siehe auch viele Abbildungen:&nbsp;<a href=\"https:\/\/publicdomainreview.org\/collections\/medieval-pattern-poems-of-rabanus-maurus-9th-century\/\">https:\/\/publicdomainreview.org\/collections\/medieval-pattern-poems-of-rabanus-maurus-9th-century\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Das Pfingstlied von Hrabanus Maurus&nbsp;<em>Veni creator spiritus<\/em>&nbsp;ist m\u00f6glicherweise nicht einfach nur ein Lied, das zu Pfingsten gedichtet wurde. Es ist im Umfeld der Auseinandersetzung entstanden: Geht der Geist Gottes vom Vater aus? Vom Sohn? Von beiden? Zudem wurde dieses Lied zu vielen Anl\u00e4ssen gesungen: zu Zusammenk\u00fcnften und Ordinationen.&nbsp;<a href=\"https:\/\/cms.vivat.de\/themenwelten\/jahreskreis\/osterfestkreis\/veni-creator-spiritus.html\">https:\/\/cms.vivat.de\/themenwelten\/jahreskreis\/osterfestkreis\/veni-creator-spiritus.html<\/a>&nbsp;Weitere Hinweise:&nbsp;<a href=\"https:\/\/deacademic.com\/dic.nsf\/dewiki\/1101238\">https:\/\/deacademic.com\/dic.nsf\/dewiki\/1101238<\/a>&nbsp;Warum?<\/p>\n\n\n\n<p style=\"color:#a3000f\" class=\"has-text-color\">Der Geist Gottes, der vom Vater und Sohn ausgeht, ist Tr\u00f6ster, l\u00e4sst gottgem\u00e4\u00df reden \u2013 es wird gebeten, dass er die Liebe ins Herz gie\u00dfe, den K\u00f6rper st\u00e4rke, den Feind vertreibe, moralisch hebe \u2013 und: Gott erkennen lasse.<\/p>\n\n\n\n<p>Man sch\u00f6pfte aus dem Wissen, machte das, was man machen wollte \u2013 man legte sich keine wissenschaftlichen Grenzen auf.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"color:#56a300\" class=\"has-text-color\"><strong>Gottschalk von Orbais<\/strong>&nbsp;(803-869)<\/p>\n\n\n\n<p>So klug Hrabanus Maurus auch war, aus der Sicht der Nachgeborenen und vieler Zeitgenossen hat er sich an Gottschalk schuldig gemacht. Gottschalk hatte eine Sicht vertreten, laut der Augustinus eine doppelte Pr\u00e4destination vertreten haben soll, das hei\u00dft: Gott hat vorherbestimmt, wer erl\u00f6st und wer verdammt werden wird. Unmenschlichen Strafen wurde Gottschalk unterzogen.&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gottschalk_von_Orbais\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gottschalk_von_Orbais<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>In seinem spannenden Gedicht \u201eZum Lobe der heiligen Dreifaltigkeit\u201c spielt er mit dem Thema: Bestimmung \u2013 freier Wille. Er fragt, warum er denn singen solle. Er habe allen Grund dazu, zu klagen. Aber weil Gott es so beschlossen hat, singt er jetzt \u2013 aber das aus freiem Willen. Er schlie\u00dft:<\/p>\n\n\n\n<p style=\"color:#56a300\" class=\"has-text-color\">Und als sang aus freier Gabe \/ singt inzwischen holder knabe, \/ Psalm die seele, psalm die lippe, \/ Psalm am tage, psalm in n\u00e4chten, s\u00fcsse lieder \/ Sing ich dir, du milder k\u00f6nig.\u201c (&nbsp;<a href=\"http:\/\/hymnarium.de\/hymni-ex-thesauro\/hymnen\/167-ut-quid-iubes\">http:\/\/hymnarium.de\/hymni-ex-thesauro\/hymnen\/167-ut-quid-iubes<\/a>&nbsp;)<\/p>\n\n\n\n<p style=\"color:#a36200\" class=\"has-text-color\"><strong>Walahfried Strabo<\/strong>&nbsp;(807-849)<\/p>\n\n\n\n<p>er war ein sehr produktiver Mensch. Er hat weltliche und geistliche Gedichte geschrieben. Von den zuletzt Genannten sind viele nicht mehr vorhanden. Zudem schrieb er neben vielen anderen Werken das ber\u00fchmte Hortulus \u2013 das Thema ist: der Garten \u2013 in Form eines Lehrgedichts, das Wissenschaft mit Praxis und Poesie verbindet. Ein dichterisches Werk in der Tradition von Vergils Georgica. Er schrieb die Visionen eines seiner Lehrers auf (<em>Visio Wettini<\/em>) \u2013 auch in Form eines Gedichts. In diesem geht es um die Visionen, was nach dem Tod sein wird. In seinem Hymnus&nbsp;<em>Omnipotentem semper adorent<\/em>&nbsp;z\u00e4hlt er alle auf \u2013 im Grunde alles und alle \u2013 die Gott verehren.&nbsp;<a href=\"http:\/\/hymnarium.de\/hymni-ex-thesauro\/hymnen\/187-omnipotentem-semper-adorent\">http:\/\/hymnarium.de\/hymni-ex-thesauro\/hymnen\/187-omnipotentem-semper-adorent<\/a><\/p>\n\n\n\n<p style=\"color:#a36c00\" class=\"has-text-color\">Sein Lied&nbsp;<em>Lumen inclitum refulget<\/em>&nbsp;endet mit der Bitte an Maria, Eltern und Kindern gn\u00e4dig zu sein, im Zentrum steht jedoch die Geburt Jesu, das Staunen dar\u00fcber, dass der Unbegreifliche ein kleiner Mensch wurde. \u201eDessen Hand umspannt des Himmels \/ Weiten und den Erdenball, \/ Arm in Windeln liegt er weinend \/ Als ein Kindlein hier im Stall. \/\/ Der erhabne Mund des Sch\u00f6pfers, \/ Der die Zeiten z\u00e4hlt und wiegt, \/ Liegt, die irdische Nahrung saugend, \/ An die Mutterbrust geschmiegt.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"color:#7900a3\" class=\"has-text-color\"><strong>Otfried von Wei\u00dfenburg<\/strong>&nbsp;(790-875)<\/p>\n\n\n\n<p>der Vater der deutschen Literatur schrieb ein umfangreiches Werk, in dem er Evangelientexte ins Deutsch \u00fcbertrug und kommentierte. Und das in Reimen \u2013 nicht im Stabreim. Wegen der gro\u00dfen Bedeutung Otfrieds mache ich hier eine Ausnahme und stelle einen kurzen Abschnitt aus seinem \u201e<em>Evangeliengedicht<\/em>\u201c vor (In principio erat Verbum 11f.: nach Friedhelm Kemp: Deutsche geistliche Dichtung):<\/p>\n\n\n\n<p>Bevor irgendetwas war, war schon das Wort Gottes. \u201eVor allem Anfang der Welt war es schon mit Lust in der Brust des Herrn (&gt;so wes iz mit gilusti \u2013 in theru druhtines brusti&lt;)\u2026 Es war dem Herrn zugleich\u2026 und ist auch Herr \u00fcber alles, da er es aus seinem Herzen gebar\u2026 Es war in ihm seit je lebendig und freudig regsam, wann und was er es den Menschen erschauen lassen wollte.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Sch\u00f6n begr\u00fcndet er, warum er den Text \u00fcbersetzt: Alle haben die Bibel in ihrer Sprache: \u201eWarum sollten die Franken das als einzige unterlassen und nicht in fr\u00e4nkischer Sprache zum Lob Gottes singen?\u201c Im weiteren Verlauf reflektiert er die Arbeit mit und am Fr\u00e4nkischen: \u201eWillst du sorgf\u00e4ltig danach trachten, auf die Metrik achtzugeben, \/ und durch deine Zunge eine Ruhmestat vollbringen und sch\u00f6ne Verse machen, \/ dann bem\u00fche dich nur, Gottes Willen zu allen Zeiten zu erf\u00fcllen: \/ Dann schreiben die Diener Gottes in einem regelm\u00e4\u00dfigen Fr\u00e4nkisch.\u201c\u2026 \u201eNun freuen sich alle, wer immer guten Willens ist, \/ und wer auch immer dem fr\u00e4nkischen Volk wohlwollend ist, \/ dass wir Christus besingen in unserer Sprache (Thaz uuir Kr\u00edste sungun in \u00f9nsera zungun) \u2026\u201c (Stephan M\u00fcller: Althochdeutsche Literatur \u2013 sch\u00f6ner ist es, den Text in der dort gebotenen fr\u00e4nkischen Version zu lesen: 108).<\/p>\n\n\n\n<p>Auch der&nbsp;<strong>althochdeutsche Isidor<\/strong>&nbsp;(8. Jh) geh\u00f6rt zu den \u00e4ltesten umfangreichen deutschen Texten \u2013 Fragmente des Matth\u00e4usevangeliums liegen vor. Das zeigt, dass mit Hilfe der Bibel (aber auch anderer christlicher Texte) die deutsche Sprache als Schriftsprache erst entwickelt wurde. Das bezeugt auch der&nbsp;<strong>Althochdeutsche Tatian<\/strong>&nbsp;(9. Jh) wie der&nbsp;<strong>Heliand<\/strong>&nbsp;(9.Jh). Dazu geh\u00f6ren auch zahlreiche Vaterunser und Psalmen\u00fcbersetzungen sowie Glossen und Kommentare. Und das ging bis ins 12. Jahrhundert weiter:&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wien-M%C3%BCnchener_Evangelienfragmente\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wien-M%C3%BCnchener_Evangelienfragmente<\/a>&nbsp;;&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Williram_von_Ebersberg\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Williram_von_Ebersberg<\/a>&nbsp;Dazu kommen zahlreiche aufgeschriebene Predigten und Ermahnungen. In der&nbsp;<strong>Stra\u00dfburger Pilatushandschrift<\/strong>, vermutlich aus dem 12. Jahrhundert wird noch geklagt, dass die deutsche Sprache spr\u00f6de ist: Man m\u00fcsse sie wie Stahl mit dem Hammer schlagen, damit sie biegbar wird. Aber das h\u00e4ngt auch mit dem zusammen, der besungen wird: Gott. Er bittet Gott, zu helfen, die Sprache angemessen zu gestalten (Kemp: Deutsche Geistliche Dichtung).<\/p>\n\n\n\n<p style=\"color:#a571bd\" class=\"has-text-color\"><strong>Hartmannus (+ 925)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In diesem Hymnus des Abtes geht es um die Belehrung, mit welcher Gesinnung die Bibel richtig zu lesen ist \u2013 in Aunahme des Gleichnisses Jesu vom Vierfachen Acker&nbsp;<a href=\"http:\/\/hymnarium.de\/hymni-ex-thesauro\/hymnen\/201-sacrata-libri-dogmata\">http:\/\/hymnarium.de\/hymni-ex-thesauro\/hymnen\/201-sacrata-libri-dogmata<\/a>&nbsp;:<\/p>\n\n\n\n<p style=\"color:#a571bd\" class=\"has-text-color\">Doch nicht gen\u00fcgt es, wenn dem Klang \/ Das Ohr zu treffen nur gelang, \/ Hat nicht das Herz des Wortes acht, \/ Wird nicht im Wort das Wort vollbracht.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"color:#03a300\" class=\"has-text-color\"><strong>Notker I.&nbsp;<\/strong>(Balbulus\/der Stammler) (um 840-912)<\/p>\n\n\n\n<p>Im Kloster Sankt Gallen erhielt er klassische Bildung. Er war der gr\u00f6\u00dfte Dichter seiner Zeit und hat zu Texten auch melodien komponiert . Das Pfingstlied soll von einem knarrenden M\u00fchlrad inspiriert worden sein. Wie das Beispiel zeigt: Er hat volkst\u00fcmlich und bilderreich gedichtet, hat sich damit auch von der antiken Tradition gel\u00f6st. Ein bekanntes Lied, wird ihm zugeschrieben: \u201eMedia vita in morte sumus\u201c, das ihm laut Legende eingefallen sein soll, als er im Gebirge M\u00e4nner beim Br\u00fccken bauen beobachtete. Dieser zuletzt genannte Text ist allerdings Latein und vielleicht schon im 8. Jahrhundert in Frankreich entstanden:&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Media_vita_in_morte_sumus\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Media_vita_in_morte_sumus<\/a>&nbsp;Er sei aber dennoch hier zitiert, weil er zu einem sehr ber\u00fchmten St\u00fcck unserer christlichen Tradition geh\u00f6rt. \u00dcbersetzung aus dem genannten Wikipedia-Artikel:<\/p>\n\n\n\n<p style=\"color:#1ca300\" class=\"has-text-color\">Mitten im Leben<br>sind wir im Tod.<br>Welchen Helfer suchen wir<br>als dich, Herr,<br>der du wegen unserer S\u00fcnden<br>mit Recht z\u00fcrnst.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"color:#00a307\" class=\"has-text-color\">Heiliger Gott,<br>heiliger starker,<br>heiliger und barmherziger Erl\u00f6ser:<br>\u00fcberlass uns nicht dem bitteren Tod.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"color:#17a300\" class=\"has-text-color\">Nun aber zu dem eingangs erw\u00e4hnten Pfingstlied. In diesem wird der Heilige Geist als der gro\u00dfe Menschenver\u00e4nderer besungen. Er bittet darum, den Menschen zu reinigen, \u201edass zu schauen \/ Des sch\u00f6pfers herrlichkeit \/ Einst wir w\u00fcrdig sind, \/ Den zu schauen \/ Der reinen herzen augen nur \/ Einzig w\u00fcrdig sind.\u201c Gott wahrnehmen kann also nur der, der zuvor vom Geist ein reines herz empfangen hat, gereinigt wurde von aller Amoral. Ohne den Geist Gottes sind Gebete wertlos. (\u00dcbersetzung: Friedrich Wolters: Lobges\u00e4nge und Psalmen). In seinem Lied zur Geburt Jesu wird besungen, dass an diesem Jubeltag der Tod sich zugrunde st\u00fcrzt, das Verlorene gefunden wird, und in die ewige Heimat gef\u00fchrt wird. In dem Lied \u201eLob dir, Herr Jesu\u201c wird an die Kinder von Bethlehem gedacht, die ihr Leben als erste M\u00e4rtyrer lassen mussten und nun als Heilige im Himmel sind.&nbsp;<a href=\"http:\/\/hymnarium.de\/hymni-ex-thesauro\/sequenzen\/111-laus-tibi-christe\">http:\/\/hymnarium.de\/hymni-ex-thesauro\/sequenzen\/111-laus-tibi-christe<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Grenzen werden ge\u00f6ffnet: der Tod ist keine endg\u00fcltige Grenze mehr, keine Grenze ist die Grausamkeit der Herrscher \u2013 Gott erweist sich als Leben-Geber st\u00e4rker -, der Geist Gottes f\u00fchrt den Menschen \u00fcber sich selbst hinaus und macht ihn f\u00fcr Gott bereit. Gott erweist sich als st\u00e4rker als Trauer, Gefangenschaft, Tod.<\/p>\n\n\n\n<p>Der \u00e4lteste deutsche Stabreimtext, das \u00e4lteste christliche Gedicht in deutscher Sprache, aus dem&nbsp;<strong>Wessobrunner Gebet<\/strong>&nbsp;(8. Jh) behandelt das Thema Gott als Sch\u00f6pfer. Im Anschluss an die Stabreimzeilen wird ein Gebet formuliert&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wessobrunner_Gebet\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wessobrunner_Gebet<\/a>&nbsp;:<\/p>\n\n\n\n<p style=\"color:#a30a00\" class=\"has-text-color\">Gott, Allm\u00e4chtiger, der Du Himmel und Erde erschaffen hast und den Menschen so viele gute Gaben gegeben hast, gib mir in Deiner Gnade rechten Glauben und guten Willen, Weisheit und Klugheit und Kraft, dem Teufel zu widerstehen, und das B\u00f6se zu meiden und Deinen Willen zu verwirklichen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Der \u00e4lteste deutschsprachige Hymnus ist das&nbsp;<strong>Petruslied<\/strong>&nbsp;(9. Jh) \u2013 ein Prozessionslied:<\/p>\n\n\n\n<p>Petrus hat Macht, Menschen in den Himmel zu lassen \u2013 Christus und Petrus m\u00f6gen sich erbarmen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Muspili<\/strong>, ein Text aus dem 9. Jh beschreibt die Situation nach dem Sterben: Wie ein Mensch lebte \u2013 und vor den g\u00f6ttlichen Richter kommt und Leben bekommt oder eben H\u00f6lle.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Murbacher Hymnen<\/strong>, \u00dcbersetzung lateinischer Hymnen, in der ersten werden das Jungfrauengleichnis aus dem Matth\u00e4usevangelium und andere neutestamenbtliche Texte angesprochen und endet: \u201eUns ist diese Welt ein Kerker. Dich loben wir, Christus, Gott, \/ \u2026 \/ W\u00fcrdig mache uns, heiliger K\u00f6nig, des kommenden Reiches der Herrlichkeit, \/ dass wir auf ewig verdienen, dir zum Lob gemeinsam zu singen. (\u00dcbersetzung: Stephan M\u00fcller: Althochdeutsche Literatur. Eine kommentierte Anthologie, Stuttgart 2007)<\/p>\n\n\n\n<p>Nennen m\u00f6chte ich&nbsp;<strong>Hucbald von Saint-Amand (840-930).<\/strong>&nbsp;Es liegt von ihm kaum mehr etwas vor, aber er hat einiges zur Weiterentwicklung der Musik und der Musikschulen beigetragen.&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hucbald\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hucbald<\/a>&nbsp;In dem Band von Friedrich Wolters Hymnen und Lieder der christlichen Zeit) finden wir einen Marienhymnus (75f.)<\/p>\n\n\n\n<p>Ansprechen m\u00f6chte ich auch das&nbsp;<strong>Ludwigslied<\/strong>&nbsp;(9. Jh.), das \u00e4lteste politische Lied in deutscher Sprache, das das politische Handeln von Ludwig III., der die Normannen besiegte hatte, mit dem Handeln Gottes verband.&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ludwigslied\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ludwigslied<\/a>&nbsp;Mit Blick auf unser Thema: W\u00e4hrend des Kampfes sang laut Ludwigslied der K\u00f6nig auf dem Pferd ein heiliges Lied und alle sangen: Kyrieeleison. (\u201eTher kuning reit kuono Sang lioth frano \/ Ioh alle saman sungun `Kyrrieleison\u00b4\u201c(Stephan M\u00fcller: Althochdeutsche Literatur)<\/p>\n\n\n<p><!--EndFragment--><br \/><br \/><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Paulus Diakonus \/ Paul Warnefried lebte im 8. Jahrhundert. Er ist ein Beispiel daf\u00fcr, dass weiterhin in Latein gedichtet wurde \u2013 und auch ein Beispiel daf\u00fcr, dass er griechische Mythologie aufgegriffen hat. 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