{"id":190,"date":"2019-06-29T14:59:23","date_gmt":"2019-06-29T12:59:23","guid":{"rendered":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/?page_id=190"},"modified":"2019-08-20T11:20:53","modified_gmt":"2019-08-20T09:20:53","slug":"geschichte-wirkt-gott","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/gott\/geschichte-wirkt-gott\/","title":{"rendered":"Geschichte: Wirkt Gott ?"},"content":{"rendered":"\n<p style=\"text-align:center\" class=\"has-medium-font-size\">WIRKT GOTT IN DER GESCHICHTE DER MENSCHEN?<\/p>\n\n\n\n<p style=\"color:#24ac12;text-align:center\" class=\"has-text-color\"><strong>1. Einleitung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das grundlegende christliche Glaubens<strong>bekenntnis<\/strong> lautet, dass <em>Gott der Sch\u00f6pfer der Welt ist, dass er der Erhalter der Welt ist, dass er der Vollender der Welt sein wird<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit diesem Bekenntnis ist verbunden, dass Gott in der Geschichte der Menschen wirkt.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf den ersten Blick ist Menschengeschichte etwas, das Menschen wirken. Sie denken alles denkbar M\u00f6gliche, sie schmieden Pl\u00e4ne, sie setzen sich gegeneinander und miteinander auseinander, sie f\u00fchren Kriege und versuchen sich im Frieden. Sie versuchen mit Hilfe unterschiedlichster Gesellschaftssysteme das Leben miteinander zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n\n\n\n<p>Und so finden wir in unseren Geschichtsb\u00fcchern ber\u00fchmte Gestalten wieder, vielfach Herrscher und ihre Vasallen, ihre Gegner und deren Vasallen. Dass aber nicht allein Herrscher die Geschichte bestimmen, Kriege und Niederlagen, das hat man erkannt und so werden inzwischen auch Philosophiegeschichte, Technikgeschichte, Literatur-\/Kunstgeschichten usw. geschrieben. Zu dem Thema Geschichte und Gott s. auch:\u00a0<a href=\"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/mensch\/geschichtshandeln\/\">https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/mensch\/geschichtshandeln\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<p style=\"color:#24ac12;text-align:center\" class=\"has-text-color\"><strong>2. Das Alte Testament: Gott geht seine Geschichte mit Menschen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Aber Gott? <em>Die Bibel ist eine Geschichtsschreibung, die Gottes Handeln mit dem Menschen wiedergibt. <\/em>Die gesamte Menschheitsgeschichte ist ein Tun des Willens Gottes bzw. ein Ank\u00e4mpfen gegen den Willen Gottes. Es werden Herrscher beschrieben, die Gottes Willen tun und Herrscher, die sich dagegen auflehnen. Entsprechend werden sie gewertet. Die Geschichte der Menschen begann im Grunde mit der <strong>Freiheit<\/strong>, die Gott dem Menschen gegeben hatte. <strong>Der Mensch missbrauchte seine Freiheit<\/strong> und wird unmenschlich, antig\u00f6ttlich. Und Gott selbst versucht immer wieder einzugreifen, indem er den Menschen zu sich zur\u00fcckruft, zur Besinnung kommen l\u00e4sst und auch eingreift, damit Menschen einander nicht mehr Leid zuf\u00fcgen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein wesentlicher Teil der <strong>Geschichte Israels<\/strong> begann damit, dass Gott mit einem Mann, namens Abraham sprach. Gott forderte ihn auf, den Weg zu gehen, den Gott mit ihm vorgesehen hat. Und der Mensch Abraham ging diesen Weg \u2013 und Gott verhie\u00df ihm und seinen Nachkommen eine gro\u00dfe Geschichte. Und diese gab es dann auch. Immer wieder kamen Gott und Menschen zusammen. Die Nachkommen Abrahams wurden versklavt \u2013 und Gott sandte nach langer Zeit einen, der sie befreite: Er berief den Mann Moses, dessen Lebensgeschichte schon entsprechend vorbereitet worden war, dieser Aufgabe gewachsen zu sein (hebr\u00e4ische Eltern, aufgewachsen am Hof des Pharaos). Gott stellte sich dem Moses auch mit einem Namen vor, der auf sein Handeln in der Geschichte weist: <em>Ich werde sein, als der ich mich erweisen werde<\/em>. Gott hat das Volk befreit und gab dem Volk gleichzeitig dreierlei mit auf dem Weg: Gebote und die Erinnerung an das Geschichtshandeln Gottes \u2013 und Zukunft. Wenn in der weiteren Zukunft das Volk sich an Gott gehalten hat und menschlich war, hat Gott es bewahrt. Wenn das Volk jedoch unmenschlich wurde und Gott verlassen hat, dann hat er gro\u00dfe menschliche Herrschaften herbeigepfiffen, damit sie sein Volk zur Raison bringen. Gott ist also auch derjenige, der Menschen bewegen kann, seinen Willen zu tun, die von ihm nichts wissen oder von ihm nichts halten. Hier haben wir die <strong>Schule der Deuteronomisten<\/strong> im Blick, die die Grundlage f\u00fcr diese Geschichtssicht gelegt haben. Gott wird gem\u00e4\u00df dieser Tradition auch massiv kriegerisch dargestellt:\u00a0<a href=\"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/mensch\/frieden-krieg-1\/\">https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/mensch\/frieden-krieg-1\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Auch wenn die Forschung die Entstehung anders sieht, so, dass verschiedene St\u00e4mme ihre Gotteserfahrungen zusammengef\u00fchrt haben (Gott = El: Abrahams, El: Isaaks, El: Jakobs usw.), haben sie ihn dann zurzeit des Mose als Jahwe verstehen k\u00f6nnen. Der El der V\u00e4ter offenbart sich als Jahwe (Exodus 3). Dieser Jahwe war kein Kultgott \u2013 er war der Gott, der sein Volk durch die Geschichte f\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Das bedeutet: Gott ist der Handelnde. Sein Handeln wird bekannt (von bekennen) und nicht sein Sein wird reflektiert.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"color:#24ac12;text-align:center\" class=\"has-text-color\"><strong>3. Jesus Christus, das Zentrum der Geschichte<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Dann wurde Gott selbst in Jesus Christus Mensch. Das Matth\u00e4usevangelium wie das Lukasevangelium bekennen, dass von Anfang an die menschlichen Herrscher involviert waren. Herodes f\u00fchlte sich von Gott herausgefordert und lie\u00df Kinder ermorden, so Matth\u00e4us. Im Lukasevangelium ist der Caesar Augustus derjenige, der in Gottes Diensten steht, indem er eine Bev\u00f6lkerungsz\u00e4hlung verordnet. Und so wird dann Gott in Jesus Christus Mensch an dem Ort, an dem Gott Mensch werden wollte, an dem Ort, den er durch die Propheten vorhersagen lie\u00df. Lukas spricht von der Mitte der Zeit, das Zentrum der Menschengeschichte, das mit Jesus Christus angebrochen ist. Und die Herrscher f\u00fchlten sich wieder von Gott herausgefordert \u2013 die religi\u00f6sen Herrscher und auch die politischen Herrscher, sodass sie ihn kreuzigen lie\u00dfen. Doch das Ende der Geschichte ist damit nicht gekommen, sondern, so das Bekenntnis der Christen: <em>Durch die vielen Christen, die von Gottes Geist ergriffen wurden, geht die Geschichte Gottes in der Menschheitsgeschichte nun weltweit weiter. <\/em>Jeder Christ, jede Christin hat nun einen Platz in der Menschheitsgeschichte, um Gottes Auftrag zu erf\u00fcllen. Und das gilt bis in die jeweilige Gegenwart hinein. Manche Menschen bereitet Gott schon lange f\u00fcr den Dienst vor, so zum Beispiel den Apostel Paulus. Oder auch bei anderen gro\u00dfen Philosophen und Herrschern der christlichen Geschichte, bis sie erkannten: Gott stellt mich in seinen Dienst. Und jeder Mensch, der im Auftrag Gottes sein Leben lebt, ist f\u00fcr die anderen Menschen eine Herausforderung. Sie m\u00fcssen sich entscheiden: F\u00fcr oder gegen Gott. Somit greift Gott ein \u2013 es ist eine <strong>Herausforderungsgeschichte<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eGott ist Liebe\u201c \u2013 so hei\u00dft es im 1. Johannesbrief 4,16. Hier wird das sein Gottes zum Ausdruck gebracht. Aber dieses Sein Gottes wird aus seinem Handeln in Jesus Christus erschlossen. Die Liebe Gottes ist in Jesus Christus handelnd erschienen, darin wird seine Liebe deutlich. Auch das Neue Testament betont Gottes Handeln, nicht Gottes Sein. Dieses wurde dann im \u00dcbergang zum griechisch-philosophischen Denken immer wichtiger:\u00a0<a href=\"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/gott\/trinitaet-dreieinigkeit\/\">https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/gott\/trinitaet-dreieinigkeit\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<p style=\"color:#24ac12;text-align:center\" class=\"has-text-color\"><strong>4. Gott handelt bis in die Gegenwart durch Menschen, die ihm folgen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Gott greift bis in die Gegenwart da in die Geschichte ein, wo Menschen seinen Willen tun, bewusst oder unbewusst: Liebe \u00fcben, Gerechtigkeit durchsetzen, Gemeinschaft f\u00f6rdern, Frieden, Freiheit, Wahrheit zur Grundlage ihrer Worte und Taten machen.<\/em> Sie bek\u00e4mpfen Leiden in Krankenh\u00e4usern, in Organisationen weltweit. \u00dcberall sind sie am Werk. Von den Geschichtsb\u00fcchern werden sie \u00fcbersehen, die vielen Menschen, die in Gottes Diensten stehen.<strong> <\/strong>Aber sie sind es, die Jesus Christus Salz der Erde und Licht der Welt nannte, diejenigen, die sie erhalten und erleuchten. Hier und da werden auch manchmal manche ber\u00fchmter, wie P\u00e4pste, Mutter Theresa, Albert Schweitzer, aber auch Asia Bibi, die lange im Gef\u00e4ngnis von Pakistan ihr Leben fristen musste, oder sie werden bekannt, obwohl sie ermordet wurden, wie Martin Luther King, Dietrich Bonhoeffer. Die vielen Menschen im Dienst Gottes, die um ihres Glaubens Willen leiden m\u00fcssen, machen eben auch dadurch Geschichte, dass die Gewaltt\u00e4ter nichts Besseres zu tun wissen, als sich wehrlose Menschen als Ziel ihrer Wut auszusuchen und zu ermorden. Aber dieses Tun kann das Wirken Gottes nicht zerst\u00f6ren. Wie der Kommunismus es nicht schaffte, trotz massenhafter Ermordung von Christen in der Sowjetunion und in China den Glauben zu zerst\u00f6ren, so zerst\u00f6ren ihn auch die Kirchen selbst nicht, die sich den Herrschern anpassen, wie in der Zeit des Nationalsozialismus. <strong>Gott hat immer Menschen, die ihm dienen und die damit auch die Geschichte in Gottes Richtung ver\u00e4ndern.<\/strong> Und Erziehungslager der jeweiligen Ideologien schaffen es auch nicht.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"color:#24ac12;text-align:center\" class=\"has-text-color\"><strong>5. Gott handelt auch durch Nichtglaubende<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nicht nur Christen sind in der Hand Gottes, sondern \u2013 ohne dass sie es wissen \u2013 auch Nichtchristen. Diese Geschichte Gottes mit dem Menschen ist verborgener. Wie wir aus dem Alten Testament und dem Neuen Testament jedoch lernen k\u00f6nnen, ist sie vorhanden. Gott zerst\u00f6rt immer wieder den Hochmut von Menschen, Gruppen, Herrschern. Es dauert, weil Gott wohl m\u00f6chte, dass die Menschen selbst die Lage unter Kontrolle bekommen. Aber wenn alles aus dem Ruder zu laufen droht, dann greift Gott ein. Aus unserer menschlichen Perspektive dauert es manchmal aber zu lange. Zu viele Opfer sind zu beklagen und zu betrauern. Die Freiheit des Menschen, die Gott uns l\u00e4sst, ist unser Gl\u00fcck &#8211; aber auch unser Problem.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"color:#24ac12;text-align:center\" class=\"has-text-color\"><strong>6. Eine Miteinander-Geschichte<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Besonders spannend ist die Frage nach dem Handeln Gottes in der Geschichte mit Blick auf die Person des Judas, der Jesus verraten hatte. Und so fragen dann auch 9xKluge: Wenn Judas Jesus nicht verraten h\u00e4tte, w\u00e4re Gottes ganzer Plan durcheinander geraten, Jesus w\u00e4re nicht gekreuzigt worden, w\u00e4re somit nicht f\u00fcr die S\u00fcnden der Menschen gestorben und eben auch nicht auferstanden, h\u00e4tte den Tod nicht besiegen k\u00f6nnen. Und damit dieser Plan Gottes nicht durcheinander ger\u00e4t, musste Gott den Judas so hinbiegen, dass er das getan hat, was Gott wollte. Mehr oder weniger freiwillig. Also ist Gott f\u00fcr den Tod Jesu verantwortlich, weil er ihn ja wollte. Die Frage \u201eWas w\u00e4re wenn\u201c ist in der Geschichtsschreibung verp\u00f6nt. Auch in der christlichen. Was wir freilich sehen k\u00f6nnen, durch das gesamte Alte Testament und Neue Testament hindurch: Gottes Geschichte mit Menschen ist eine <strong>Miteinander-Geschichte. <\/strong>Gott reagiert in seiner Freiheit auf das Handeln des Menschen, der Mensch reagiert in seiner Freiheit positiv oder negativ auf das Handeln Gottes. Von daher sind Menschen immer f\u00fcr ihre Taten verantwortlich. Und Gott geht seinen Weg, den er gehen wollte \u2013 und wenn der Mensch in seiner Freiheit einen anderen Weg gehen will als Gott, dann geht Gott ihn mit und akzeptiert ihn. Wenn also Gott den Weg der Befreiung des Menschen gehen will und der Mensch in seinem Kampf gegen Gott Jesus Christus hinrichtet, dann akzeptiert Gott diesen Weg. Und Gott greift dann dieses Geschehen auf und so dient die Hinrichtung Jesu Christi der Befreiung des Menschen. Allerdings ist die Hinrichtung Jesu auch kein \u00fcberraschender Akt. Gott kennt uns Menschen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die gesamte Geschichte zeigt im Grunde einen <strong>Prozess<\/strong>: Gott setzt sich in der Geschichte immer st\u00e4rker durch \u2013 sein Geist wirkt. Gott handelt in der Geschichte. Immer mehr Menschen h\u00f6ren sein Wort, weltweit, immer mehr Menschen setzen sich bewusst f\u00fcr Menschlichkeit und Frieden ein. Aber: Es gibt auch immer massivere R\u00fcckf\u00e4lle, man denke dabei nur an die Gewalt im Nationalsozialismus\/Faschismus und Kommunismus, an den Kampf mancher religi\u00f6ser Extremisten in der islamischen und asiatischen (Hinduismus [Indien] , Buddhismus [z.B. Sri Lanka]) Welt gegen Christen \u2013 man denke aber auch:\u00a0<a href=\"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/mensch\/frieden-krieg-2\/\">https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/mensch\/frieden-krieg-2\/<\/a>\u00a0Und:\u00a0<a href=\"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/mensch\/sklaverei\/\">https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/mensch\/sklaverei\/<\/a> \u00a0Und: <a href=\"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/mensch\/menschenrechte\/\">https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/mensch\/menschenrechte\/<\/a> Dass Christen ebenso gegen Gott angehen k\u00f6nnen, zeigt sich ebenfalls weltweit.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"color:#24ac12;text-align:center\" class=\"has-text-color\"><strong>7. Auch Gottes Handeln in der Geschichte ist kein Gottesbeweis<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Menschen haben sich nicht auf einen Schlag ge\u00e4ndert. Die <strong>Geschichte verl\u00e4uft eben so, dass sie nicht als Gottesbeweis dienen kann<\/strong>. Gottes Spuren in der Geschichte sind nicht von allen gleicherma\u00dfen zu sehen und als solche zu interpretieren. Denn es gilt hier auch das, was zu den anderen \u201eGottesbeweisen\u201c zu sagen ist: W\u00e4re Gott beweisbar, dann h\u00e4tte der Mensch keine Freiheit mehr. Er w\u00e4re gezwungen, sich Gott auszuliefern. Gott m\u00f6chte aber Menschen, die frei sind und sich in Freiheit f\u00fcr oder gegen ihn entscheiden. (Man k\u00f6nnte sich auch dann von Gott abwenden \u2013 aber was w\u00fcrde man heute zu einem Menschen sagen, der behauptet: Es gibt keine Sonne?) Und so sind letztendlich die einzigen, die auf Gott hinweisen, diejenigen, die ihn bekennen, mit Wort und Handeln \u2013 oder eben auch durch die Bibel selbst wirkt Gott immer wieder in die Menschheitsgeschichte hinein.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch <strong>wir Menschen sind allgemein nicht in der Lage, in der jeweiligen Gegenwart Gott selbst handeln zu sehen<\/strong>. Dadurch sind wir zu sehr involviert. Und erst im Nachhinein zeigt es sich, wer Gottes Handeln in der Geschichte richtig interpretiert hat. Diese Auseinandersetzung finden wir schon im Buch des Propheten Jeremia: Die einen sagen, Gott handelt in dem aktuellen Ereignis auf diese Weise, andere sagen: Nein, er handelt auf andere Weise. W\u00e4hrend des Nationalsozialismus haben manche in Hitler Gott wirken sehen, manche haben in ihm schon vor 1933 den gesehen, der Gott bek\u00e4mpft. Entsprechendes galt im Blick auf den Kommunismus. F\u00fcr Menschen, die involviert sind, ist die richtige Antwort nur sehr schwer zu geben und verlangt ein \u00e4u\u00dferst intensives H\u00f6ren auf das, was Gott zu sagen hat. Das ist manchen nicht gegeben und sie laufen furchtbar in die Irre. Sie meinten Gott da zu sehen und zu h\u00f6ren \u2013 wo nur \u2013 in traditioneller Sprache gesprochen, der Teufel spricht.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"text-align:center\">***<\/p>\n\n\n\n<p style=\"color:#a30003\" class=\"has-text-color\"><strong>Aufgabe<\/strong>: Eine Anmerkung zum Nachdenken:<\/p>\n\n\n\n<p>Wir haben h\u00e4ufig Berichte von Menschen, die etwas planen, doch dann kommt eine Kleinigkeit, die ihren Plan durcheinanderbringt. Zum Beispiel planen wir an einen bestimmten Ort zu fahren \u2013 doch kurz vor unserer Nase geht die U-Bahn-T\u00fcr zu. Und die U-Bahn muss keinen Unfall haben \u2013 aber unsere Geschichte kann damit vollkommen anders verlaufen, als sie verlaufen w\u00e4re, wenn wir die U-Bahn noch erreicht h\u00e4tten. Und diese Momente, in denen etwas anders l\u00e4uft als wir es denken (stehen im Stau, ein Hilfsbed\u00fcrftiger h\u00e4lt uns auf, wir f\u00fchlen uns unwohl \u2013 oder im Gegenteil: die Fahrt geht wider Erwarten schnell vonstatten, ein Mensch hilft uns uneigenn\u00fctzig weiter, wir f\u00fchlen uns vor Kraft strotzend\u2026) \u2013 auch diese Momente k\u00f6nnen durch Glaubende als die Momente angesehen werden, in denen Gott individual- und weltgeschichtlich seine Hand im Spiel hat.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>WIRKT GOTT IN DER GESCHICHTE DER MENSCHEN? 1. Einleitung Das grundlegende christliche Glaubensbekenntnis lautet, dass Gott der Sch\u00f6pfer der Welt ist, dass er der Erhalter der Welt ist, dass er der Vollender der Welt sein wird. Mit diesem Bekenntnis ist verbunden, dass Gott in der Geschichte der Menschen wirkt. 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