{"id":1531,"date":"2019-08-07T15:53:49","date_gmt":"2019-08-07T13:53:49","guid":{"rendered":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/?page_id=1531"},"modified":"2019-08-07T16:00:47","modified_gmt":"2019-08-07T14:00:47","slug":"atheismus-zusammenfassung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/gott\/atheismus-zusammenfassung\/","title":{"rendered":"Atheismus-Zusammenfassung"},"content":{"rendered":"\n<p style=\"text-align:center\" class=\"has-medium-font-size\">Atheismus:\nIch glaube nicht an Gott <\/p>\n\n\n\n<p>So\nmancher sagt: \u201eIch glaube nicht an Gott!\u201c Damit befindet er sich in einer\nvielf\u00e4ltigen Gesellschaft. Zwischen aggressiven Anti-Theisten und den Frommen\nAtheisten gibt es viele, die sich irgendwo zwischen diesen Extremen einordnen. Man\nmuss aber wissen: Nicht alle Atheisten erkennen andere Atheisten als Atheisten\nan. Dagegen k\u00f6nnen manche Atheisten sogar alle, die aus der Kirche ausgetreten\nsind, als Atheisten ansehen. Das weisen Konfessionslose freilich von sich:\n\u201eWenn ich nicht in der Kirche bin, hei\u00dft das noch lange nicht, dass ich nicht\nan Gott glaube!\u201c <\/p>\n\n\n\n<p>Hier folgt ein kleiner (unvollst\u00e4ndiger) \u00dcberblick \u00fcber M\u00f6glichkeiten, sich a-religi\u00f6s zuzuordnen: <\/p>\n\n\n\n<p>Alltagsatheisten sind diejenigen, die ihren Alltag leben, als ob es keinen Gott g\u00e4be. Manche machen sich hin und wieder Gedanken \u00fcber Gott, so an Weihnachten oder wenn es ihnen schlecht geht. Manche rutschen aus Versehen in ein Leben ohne Gott hinein. Manche suchen im verwestlichten Buddhismus ihre Antworten. Manche nennen sich hingegen bewusst Humanisten, um sich von Religion abzugrenzen. Es gibt verschiedene Spielarten von atheistischen \u201eHumanisten\u201c, so die besonders regen \u201eevolution\u00e4ren Humanisten\u201c. Manche nennen sich Brights, die <em>Hellen, <\/em>in Abgrenzung zu den finsteren Christen. Die Letztgenannten meiden also das Wort \u201eA-Theist\u201c. Das Wort bedeutet: \u201eOhne Gott\u201c. Sie wollen sich nicht nach einem benennen lassen, den es aus ihrer Perspektive nicht gibt? Dabei gibt es sie als Gruppen freilich nur, weil sie sich gegen Gott wenden, wie auch immer sie sich nennen. Nicht zu verwechseln mit Atheisten sind Religionskritiker. Religionskritiker k\u00f6nnen Atheisten sein, m\u00fcssen es aber nicht, denn es gibt Christen, die ihre Religion oder Kirche kritisieren. Nicht zu verwechseln mit Atheisten sind auch Agnostiker. Diese sagen: \u201eIch wei\u00df nicht, ob es einen Gott gibt oder nicht.\u201c Zudem: Es gibt s\u00e4kulare Menschen, denen in bestimmten Lebensphasen alles Religi\u00f6se aber auch Anti-Religi\u00f6se egal ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Atheismus\nist im Wesentlichen im Christentum begr\u00fcndet. Wie das? Zwei Aspekte seien genannt:\nIm christlichen Glauben spielt, wie zum Beispiel Jesus zeigt, der einzelne\nMensch eine gro\u00dfe Rolle. Diese Erkenntnis ist von alten Kulturen Europas\nversch\u00fcttet worden, wurde jedoch durch christliche Humanisten, so von Erasmus\nvon Rotterdam, wieder entdeckt. Die Aufkl\u00e4rung hat das aufgegriffen. Einer der\nersten gro\u00dfen Atheisten, Ludwig Feuerbach, formulierte \u00fcberspitzt: Nicht Gott\nhat den Menschen erschaffen, der Mensch hat Gott erschaffen; und: Der Mensch\nist gut. Dieser Ansatz wird von Atheisten aller Couleur \u00fcbernommen. Der andere\nAspekt ist die Theodizee-Frage: Kann es einen liebenden, gerechten Gott geben,\nwenn er Leiden zul\u00e4sst? B\u00fcchner formulierte den ber\u00fchmten Satz: Leiden ist der\nFels des Atheismus. Christen erkennen, dass Leiden nicht dem Glauben\nwiderspricht, sondern dass der Glaube wunderbare Hilfestellung im Leiden\nschenkt. Atheisten schlie\u00dfen jedoch daraus, dass es keinen Gott gibt. Ihr\nProblem stellt sich in der Anthropodizee-Frage: Wenn der Mensch gut ist, wie\nkann er dann B\u00f6ses tun? Als Folge gibt es Nihilisten, die weder an Gott, noch\nan den Menschen glauben. Aggressivere Anti-Theisten beantworten diese Frage so:\nDer Mensch ist gut, Religionen machen ihn schlecht; darum: Alles Religi\u00f6se muss\nbek\u00e4mpft werden. Diese folgen dem zweiten gro\u00dfen Atheisten, Karl Marx. Wenn\nChristen auf Unmenschlichkeiten des Kommunismus hinweisen, k\u00f6nnen sie h\u00f6ren: \u201eJa,\naber Lenin und Stalin sind christlich erzogen worden!\u201c Selbstkritik, die\nChristen lernen mussten, ist bei einigen Atheisten nicht angekommen. Da aber\nMarx und Jesus manches gemeinsam hatten und Sozialisten Jesus bewundern konnten,\npropagieren andere Atheisten: \u201eJesus war auch \u00fcbel!\u201c und \u201cvon Jesus wei\u00df man\nnichts!\u201c Nat\u00fcrlich wei\u00df man viel \u00fcber Jesus. Aber weil man, so die atheistische\nVorgabe, nichts von Jesus wissen darf, will man auch nicht viel \u00fcber ihn wissen.\n<\/p>\n\n\n\n<p>Auf\nder anderen Seite gibt es die Frommen Atheisten. Diese erkennen, dass die\nchristliche Religion Gutes gebracht hat (Gemeinschaft, soziale T\u00e4tigkeit, Trost,\nHilfe im Gebet). Da aber der Mensch Gott erschaffen hat, wie Feuerbach\nbehauptete, kopiert man die positiven Seiten des Christentums \u2013 aber streicht Gott.\nChristen sagen dagegen: \u201eKommt zum Original!\u201c&nbsp;\n<\/p>\n\n\n\n<p>Wirkungsvoll\nwaren moderne Atheisten in der Behauptung, dass Glaube und Wissenschaft\neinander widersprechen. Diese Sicht hat sich verbreitet. Wer widerspricht dem?\nFlei\u00dfige und innovative christliche Wissenschaftler. <\/p>\n\n\n\n<p>Zuletzt\nseien die Atheisten erw\u00e4hnt, die traurig dar\u00fcber sind, dass sie nicht glauben\nk\u00f6nnen. Sie lassen erkennen, dass Glaube auch f\u00fcr Christen ein Geheimnis ist,\ndass er nicht erzwungen werden kann \u2013 und: Man muss sich als neugieriger Mensch\nGott gegen\u00fcber so gut man kann, offen halten.<\/p>\n\n\n\n<p>Atheisten\nsind f\u00fcr das Christentum wichtig. Aufgrund der atheistischen Vorw\u00fcrfe wurde so\nmanches korrigiert. Das haben einige Atheisten nicht bemerkt, weil sie im 19.\nJahrhundert stecken geblieben sind. Angesichts der vielf\u00e4ltigen Stimmen im\nAtheismus tun Christen gut daran, berechtigte Kritik aufzunehmen, aber ihre\nF\u00e4hnchen nicht nach dem jeweiligen atheistischen Wind zu h\u00e4ngen. Und: Wenn Atheisten\nwollen, mit ihnen zusammenzuarbeiten, wenn auch sie zum Wohl der Menschen\nwirken.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Atheismus: Ich glaube nicht an Gott So mancher sagt: \u201eIch glaube nicht an Gott!\u201c Damit befindet er sich in einer vielf\u00e4ltigen Gesellschaft. 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