{"id":1463,"date":"2019-08-07T09:21:18","date_gmt":"2019-08-07T07:21:18","guid":{"rendered":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/?page_id=1463"},"modified":"2026-09-09T13:00:58","modified_gmt":"2026-09-09T11:00:58","slug":"medien-kommunikation","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/film-musik\/medien-kommunikation\/","title":{"rendered":"Medien \/ Kommunikation"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-center has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Medien \/ Kommunikation<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Aus diesem Beitrag von Udo G. Schmoll: Medienethik in theologischer Perspektive, in: Unterrichts-Konzepte Religion, Oberstufe aus dem Stark-Verlag wurden im folgenden Abschnitt Anregungen verarbeitet.<\/strong> Weitere s. u. 9.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-text-align-center has-black-color has-white-background-color has-text-color has-background\"><strong>1. Kommunikation und Kommunikationsmodelle<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\">Eingangsgedanken<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Mensch w\u00e4chst in einem kommunikativen Umfeld auf. Er nimmt Welt nicht wahr, wie sie ist, sondern aufgrund der Deutung, die sein kulturelles Umfeld ihm durch Sprache, Bilder usw. mitgibt. Die Welt wird auf dem Weg ins Bewusstsein durch das kommunikative Umfeld hineingef\u00fchrt. Und so beeinflusst das kommunikative Umfeld das Selbstverst\u00e4ndnis des Menschen. Diese Erkenntnis, dass wir keinen unmittelbaren Zugang zur Wirklichkeit haben, ist nicht neu. Schon die Philosophen Platon oder in der Neuzeit der Philosoph Kant haben erkannt, dass wir nichts \u00fcber die Dinge an sich wissen, sondern nur unsere eigenen bzw. durch die Kultur \/ Sprache vermittelten Vorstellungen von ihnen haben. Das f\u00fcr den Menschen Unbefriedigende ist, dass er nicht hinter diese seine konstruierte Welt kommen kann. Er kann sie zwar durch andere Kulturen hinterfragen, kann sie immer weiter philosophisch, dichtend ausdehnen, aber er bleibt in dem ihm gesetzten Rahmen gefangen. Gleichzeitig und paradox: Die Gefangenschaft durch Sprache erm\u00f6glicht dem Menschen ungeahnte M\u00f6glichkeiten der Freiheit. Ohne die Kommunikation, in die er hineinw\u00e4chst, w\u00e4re seine Vorstellung von Welt und Leben \u00e4u\u00dferst begrenzt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading has-text-align-center has-black-color has-white-background-color has-text-color has-background\"><strong> Was ist Kommunikation?<\/strong> <\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In den folgenden Modellen geht es im Wesentlichen um verbale Kommunikation: reden, lesen, h\u00f6ren. Aber Kommunikation ist vielf\u00e4ltiger: z.B. <strong>visuelle Kommunikation<\/strong>: Bilder [Gem\u00e4lde, Fotos, Emojis], Architektur, Fernsehen, Film, Gestik, Mimik. Ebenso ist von der <strong>haptischen (f\u00fchlenden) Kommunikation<\/strong> zu reden, die in der Produktion mancher Gegenst\u00e4nde eine Relevanz hat: Wie liegt es in der Hand\u2026 \u2013 zudem ist diese Kommunikation zwischen Menschen eher distanzlos (Hand geben\u2026). Die <strong>olfaktorische Kommunikation<\/strong>: das Riechen. Die w\u00fcrde bei Tieren eine gr\u00f6\u00dfere Rolle spielen als beim Menschen \u2013 wird allerdings eingesetzt in Form von Parf\u00fcm, das anderen etwas signalisieren soll (bzw. Versuche im Handel, die durch Einsatz von Duftstoffen zum Kauf motivieren sollen). Auch Schmecken kann eine Form der Kommunikation sein &#8211; die <strong>gustatorische Kommunikation<\/strong>: Liebe geht durch den Magen\u2026 <\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Kommunikation dient den Menschen in erster Linie zur Verst\u00e4ndigung. Individuum A verst\u00e4ndigt sich mit Individuum B.<\/li>\n\n\n\n<li>Mittel der Kommunikation: Worte \u2013 Schrift \u2013 Bild \u2013 Taten \u2013 Gesten \u2013 Mimik \u2013 in den Modellen geht es jedoch um die kommunikative Funktion von Texten \/ W\u00f6rtern.<\/li>\n\n\n\n<li>Kommunikation zwischen Individuen hat Auswirkungen auf die Gesellschaft.<\/li>\n\n\n\n<li>Die Kommunikation der Gesellschaft hat Auswirkungen auf die Individuen.<\/li>\n\n\n\n<li>Kommunikation kann Individuen und Gesellschaft sch\u00e4digende Auswirkungen haben oder aber Individuen und Gesellschaft aufbauende Auswirkungen.<\/li>\n\n\n\n<li>Aufgabe: An welchen Auswirkungen ist dem Individuum und der Gesellschaft gelegen? (Vorsicht!: Die Antwort ist nicht so einfach, wie sie auf den ersten Blick scheint!)<\/li>\n\n\n\n<li>Im Folgenden werden ein paar grundlegende Modelle genannt, die in vielen Variationen und mit unterschiedlichen Schwerpunkten vertieft werden k\u00f6nnen. In diesem Rahmen werden nur ein paar Aspekte angesprochen.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading has-text-align-center has-black-color has-white-background-color has-text-color has-background\"><strong>Wie geschieht Kommunikation<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Schannon+Weaver: Ein Sender kodiert ein Signal, sendet es (Kanal), es wird dekodiert und vom Adressaten empfangen. Freilich kann das Signal auch gest\u00f6rt werden. Das wurde sp\u00e4ter weiter gef\u00fchrt (z.B. durch Watzlawick): Gewicht liegt darauf, dass der Empf\u00e4nger die Information nicht 1:1 \u00fcbernimmt, sondern sie auf seine ihm eigene Weise dekodiert. Er ist bei der Dekodierung eigenst\u00e4ndig. Der Sender kann zwar nachjustieren, aber dennoch bleibt der Empfang immer unscharf.<\/li>\n\n\n\n<li>B\u00fchler: (a) Ausdrucksfunktion (der Sender vermittelt etwas von sich und verwandelt einen Teil davon in Sprache \u2013 ein anderer Teil bleibt unbewusst); (b) Appellfunktion (der Sender vermittelt ein Zeichen an den Empf\u00e4nger, das diesen zu etwas auffordern will); (c) Darstellungsfunktion (der Sender \u00fcbermittelt Informationen).<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading has-text-align-center has-black-color has-white-background-color has-text-color has-background\"><strong>Adressatenorientierung der Kommunikation<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Schulz von Thun: Der Sender sendet dem Empf\u00e4nger eine Nachricht. Freilich ist die Kommunikation abh\u00e4ngig von: (a) Wor\u00fcber will der Sender informieren, (b) in welchem Verh\u00e4ltnis steht er zum Adressaten, (c) was zeigt er von sich selbst, d) Apell.<\/li>\n\n\n\n<li>Grice betont (a) Quantit\u00e4t (nur das N\u00f6tigste sagen \u2013 aber nicht zu knapp); (b) Qualit\u00e4t (Wahres mitteilen); (c) Relevanz (nur Themenrelevantes sagen); (d) Klarheit (nicht verwirrend sprechen)<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading has-text-align-center has-black-color has-white-background-color has-text-color has-background\"><strong>Kommunikation und Meinungsbildung in der Gesellschaft<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Levin + weitergef\u00fchrt von White: (a) Meinungsf\u00fchrer und Institutionen geben Informationen an Medien weiter, (b) Medien w\u00e4hlen aus und ver\u00f6ffentlichen sie Auswahl, (c) dadurch \u201emachen sie Meinung\u201c.<\/li>\n\n\n\n<li>McCombs + Shaw: (a) Die Meinungsmache der Medien hat (b) Auswirkungen auf die Meinungsf\u00fchrer und Institutionen.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading has-text-align-center has-black-color has-white-background-color has-text-color has-background\"><strong>Kommunikation mit Blick auf den Leser und die Leserin<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Klapper: Aber nur das wird von den Rezipienten wahrgenommen, was in deren Weltbild passt.<\/li>\n\n\n\n<li>Noelle-Neumann: Die eigene Meinung wird unterdr\u00fcckt, weil man sich nicht gegen die mediale Mehrheit stellen m\u00f6chte.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color wp-block-paragraph\" style=\"color:#a30003\"><strong>Aufgabe:<\/strong> Wo setzt nun die Medienethik der Kirchen an? Wo sollte sie ansetzen?<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-text-align-center has-black-color has-white-background-color has-text-color has-background\"><strong>2. Pressekodex <\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Den Pressekodex s.: <a href=\"https:\/\/www.presserat.de\/pressekodex.html\">https:\/\/www.presserat.de\/pressekodex.html<\/a> (Link \u00fcberpr\u00fcft September 2026)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ziffer 1: Die Achtung vor der Wahrheit, die Wahrung der Menschenw\u00fcrde und die wahrhaftige Unterrichtung der \u00d6ffentlichkeit sind oberste Gebote der Presse.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jede in der Presse t\u00e4tige Person wahrt auf dieser Grundlage das Ansehen und die Glaubw\u00fcrdigkeit der Medien.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das wird in Ziffern 2-16 entfaltet (unter anderem: 2. Sorgfalt; 8. Schutz der Pers\u00f6nlichkeit; 9. Schutz der Ehre; 10. Religion, Weltanschauung, Sitte; 12. Diskriminierungen; 13. Unschuldsvermutung)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color wp-block-paragraph\" style=\"color:#a30003\"><strong>Aufgaben: Lies den Pressekodex <\/strong><\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li class=\"has-text-color has-link-color wp-elements-1\" style=\"color:#a30003\">Wo liegen die St\u00e4rken und die Schwachstellen des Pressekodex? <\/li>\n\n\n\n<li class=\"has-text-color has-link-color wp-elements-2\" style=\"color:#a30003\">Werden Begriffe (zum Beispiel: Freiheit, W\u00fcrde, Ansehen der Medien) definiert?<\/li>\n\n\n\n<li class=\"has-text-color has-link-color wp-elements-3\" style=\"color:#a30003\">Wie s\u00e4he ein Medienkodex aus christlicher Perspektive aus?<\/li>\n\n\n\n<li class=\"has-text-color has-link-color wp-elements-4\" style=\"color:#a30003\">Welche Ma\u00dfst\u00e4be liegen diesem zugrunde?<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-text-align-center has-black-color has-white-background-color has-text-color has-background\"><strong>3. Medien<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sender \u2013 Empf\u00e4nger:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Der Sender sieht ein Objekt (z.B. eine Kapelle in den Bergen) \u2013<\/li>\n\n\n\n<li>er malt \/ fotografiert sie oder beschreibt sie mit einem Text <strong>(*)<\/strong>, stellt also eine \u00c4hnlichkeit her (Ikon) \u2013<\/li>\n\n\n\n<li>das Bild \/ der Text sind Repr\u00e4sentanten (sie repr\u00e4sentieren das Objekt, pr\u00e4sentieren es nicht, das hei\u00dft: sie sind nicht die abgebildete \/ textlich dargebotene Kapelle in den Bergen) \u2013<\/li>\n\n\n\n<li>als Repr\u00e4sentanten haben sie eine Wirkung (Interpretant) <strong>(**)<\/strong><\/li>\n\n\n\n<li>auf den Empf\u00e4nger, der sie wiederum individuell interpretiert.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>(*)<\/strong> Allerdings hat selbstverst\u00e4ndlich ein Text als Text keine \u00c4hnlichkeit mit dem Objekt (ein Text, der eine Kapelle in den Bergen beschreibt, sieht nicht aus wie eine Kapelle in den Bergen) \u2013 aber er vermittelt mit Hilfe von W\u00f6rtern \/ Zeichen, die die Kultur zur Verf\u00fcgung stellt, einen Eindruck von der Kapelle in den Bergen. Es kann aufgrund des Textes ein &#8222;Bild&#8220; im Kopf entstehen. Aber eben aufgrund der Deutung dessen, der den Text schreibt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>(**)<\/strong> Diese Wirkung, die den Empf\u00e4nger beeinflussen soll, wird mit Hilfe der Perspektive, der Farbgebung usw. bzw. beim Text mit Hilfe der Rhetorik, der Verwendung bestimmter W\u00f6rter, erreicht. Sachtexte versuchen allerdings eine Vorstellung im Empf\u00e4nger zu erzeugen, ohne rhetorische Kniffe bzw. Sachbilder ohne Fotoshop &#8211; wobei die Bilder freilich auch nur bestimmte Perspektiven benutzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color wp-block-paragraph\" style=\"color:#a30003\"><strong>Aufgabe:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color wp-block-paragraph\" style=\"color:#a30003\">Dabei stellen sich jedoch zwei Fragen: <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color wp-block-paragraph\" style=\"color:#a30003\">a) Ist eine Kapelle in den Bergen im Morgendunst, angesichts der untergehenden Sonne oder im Mittagsleuchten realer oder unter Regenschwaden realer? <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color wp-block-paragraph\" style=\"color:#a30003\">b) Kann eine emotionale Darstellung angemessener den Sachverhalt wiedergeben als eine m\u00f6glichst sachliche Abbildung?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das alles ist bekannt und notwendig zu wissen, um nicht Manipulationen ausgeliefert zu sein. Es gilt, Medien kritisch wahrzunehmen, sie zu reflektieren, sich sensibilisieren lassen f\u00fcr die M\u00f6glichkeiten, die Menschen medial einsetzen \u2013 damit man sie letztlich wirklich ungef\u00e4hrdet genie\u00dfen kann. Zudem hat man nicht nur Teil an der medialen Welt durch Konsum, sondern auch durch Gestaltung (vielleicht beruflich, aber auch durch Benutzung sozialer Medien f\u00fcr Weitergabe von Informationen, Selbstdarstellungen\u2026).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gibt eine F\u00fclle an Medien, die die christliche Religion verwendet: Texte, Bilder \u2013 aber auch Rituale, Symbole, Architektur, Musik, Filme \u2013 und Personen (s. <a href=\"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/filme-2\/\">https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/filme-2\/<\/a>). <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als Medium Gottes dient zum Beispiel in erster Linie Jesus Christus. Allerdings ist er, anders als Christen, nicht nur Medium, sondern Gott selbst handelt in ihm &#8211; wie auch durch den Heiligen Geist.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-text-align-center has-black-color has-white-background-color has-text-color has-background\"><strong>4. Theologische Grundlagen christlicher Medienethik<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Weil Medien manipulativ sein k\u00f6nnen, muss eine Medienethik entwickelt werden. Aus (meiner) christlichen Perspektive sind f\u00fcr eine solche folgende Aspekte zu ber\u00fccksichtigen:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color wp-block-paragraph\"><strong>Grundlage: <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Anthropologie \u2013 Humanvertr\u00e4glichkeit \u2013 W\u00fcrde des Menschen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1. Genesis 1:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Der Mensch ist frei \u2013 er handelt in Freiheit. In Freiheit Handeln bedeutet auch: Verantwortung \u00fcbernehmen.<\/li>\n\n\n\n<li>Der Mensch ist Ebenbild Gottes \u2013 das hei\u00dft nicht, dass der Mensch in seiner Allmacht anma\u00dfend alles tun und lassen kann, was er will \u2013 sondern er tr\u00e4gt Verantwortung<\/li>\n\n\n\n<li>Das Individuum \u2013 die Person hat W\u00fcrde \u2013 und es ist Teil der Gemeinschaft. Es gilt, das Individuum dazu zu verhelfen als Teil der Gemeinschaft zu leben.<\/li>\n\n\n\n<li>Alle Menschen sind Ebenbild Gottes \u2013 von daher haben auch alle ein Recht auf mediale Wahrnehmung (nicht nur der reiche Norden) (Internationale Vertr\u00e4glichkeit).<\/li>\n\n\n\n<li>In diesem Zusammenhang ist auch zu erw\u00e4hnen, dass Medienethik Umwelt und Tiere ber\u00fccksichtigen muss.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2. Trinit\u00e4t<\/strong>: Kommunikation ist nicht nur Informations\u00fcbermittlung, sondern f\u00f6rdert Gemeinschaft \u2013 ist Teil \/ Vollzug der Gemeinschaft. Wie der dreieinige Gott in sich Gemeinschaft ist, strahlt diese Gemeinschaft durch den Heiligen geist auf die Menschen aus.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3. Reich Gottes<\/strong>&nbsp;\u2013 Die Botschaft von der Gottesherrschaft beinhaltet: Was erwarte ich in der Zukunft an Positivem und das gilt es jetzt schon durchzusetzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>4. Geist Gottes:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Der Geist Gottes ist die Kraft, die Gottes Willen durchsetzt. Gott erh\u00e4lt den Menschen: Gebote, Gesetze, Normen, Werte \u2013 in allen V\u00f6lkern. Der Geist hat das Gesetz in die Herzen geschrieben. Kirchen weisen auf das hin, was Gott in den Menschen angelegt hat = salopp gesagt: Alle Menschen guten Willens haben im Grunde eine Meinung.<\/li>\n\n\n\n<li>Der Geist Gottes erm\u00f6glicht Erfahrungen, erweitert das Wissen bis hin ins Transzendente.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>5. <\/strong>Das Leben ist Ausdruck der <strong>Gottesbeziehung<\/strong>. Kommunikation hat darauf hin zu arbeiten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>6. Kirche<\/strong>&nbsp;sieht sich in der Nachfolge Jesu Christi \u2013 das hei\u00dft auch als Sprachrohr Gottes. Ihr Selbstverst\u00e4ndnis hat darum mehr Gewicht: Wer euch h\u00f6rt, der h\u00f6rt mich, wer mich h\u00f6rt, h\u00f6rt den, der mich gesandt hat\u2026 &#8211; aber Kirche ist nicht Jesus Christus. Sie hat den Auftrag mit dem, was sie glaubt, zu dienen. Das hei\u00dft aber auch: Sich nicht zu verstecken, nicht zu verstummen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>7. Missionarisch<\/strong> geht es der Kirche um Verst\u00e4ndigung. Durch Aufbauen einer Gegnerschaft kann keine Verk\u00fcndigung erfolgen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>8. Das achte Gebot<\/strong> (Exodus 20,16; Dtn 5,20): Du sollst nicht falsch Zeugnis reden gegen deinen N\u00e4chsten. Luther schreibt: &#8222;Wir sollen Gott f\u00fcrchten und lieben, dass wir unsern N\u00e4chsten nicht aus Falschheit bel\u00fcgen, verraten, verleumden oder hinter seinem R\u00fccken reden, sondern sollen ihn entschuldigen, Gutes von ihm reden und alles zum Besten kehren.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>9. Das Bilderverbot&nbsp;<\/strong>(Exodus 20,4f.; Dtn 5,8f.): Medium (Bild) und Wirklichkeit sind nicht identisch. Einordnung der Medien mit Blick auf Gott \u2013 gilt jedoch im genannten Sinn auch dar\u00fcber hinaus.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>10. Gott liebt<\/strong> den Menschen:&nbsp;Jeder Mensch, der sich medial zur Verf\u00fcgung stellt, darf wissen, dass Gott ihn liebt. Wieweit l\u00e4sst dieses Wissen zu, an Veranstaltungen teilzunehmen, die Menschen erniedrigen, der L\u00e4cherlich preisgeben. Viele Menschen, die medial aktiv sind, werden massiv angegriffen. Auch sie d\u00fcrfen wissen, dass nicht Social Media bestimmt, welchen Wert ich habe, sondern eben Gottes Liebe. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-text-align-center has-black-color has-white-background-color has-text-color has-background\"><strong>5. Ethische Grundlagen:<\/strong><em><strong>&nbsp;<\/strong><\/em><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dazu siehe: <a href=\"https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/verhalten-ethik\/christliche-ethik\/\">https:\/\/evangelische-religion.de\/ReligionNeu\/verhalten-ethik\/christliche-ethik\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-text-align-center has-black-color has-white-background-color has-text-color has-background\"><strong>6. Ein m\u00f6glicher Medienkodex aus christlicher Perspektive<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">(Zusammenstellung unter anderem mit Hilfe von \u201eChancen und Risiken der Mediengesellschaft\u201c \u2013 s. unten 7.)<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\">1. Theologische Grundlagen<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese theologischen Grundlagen sind auch Ma\u00dfstab f\u00fcr Kritik der Kirche an den Medien bzw. f\u00fcr ihre eigene Verwendung von Medien. Sie sollten es sein.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading has-text-align-center has-black-color has-text-color\"><strong>Sozialvertr\u00e4glichkeit der Medien:<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Kirchen sind f\u00fcr Kommunikation &#8211; freie Kommunikation.<\/li>\n\n\n\n<li>Kirchen sind gegen: Fremdbestimmung, Betonung von Einzelinteressen, Entw\u00fcrdigungen des Menschen, Profitorientierung.<\/li>\n\n\n\n<li>Kirchen nehmen die weltweit kommunizierenden Menschen im Blick, nicht allein die Kommunikation reicher L\u00e4nder auf der Nordhalbkugel.<\/li>\n\n\n\n<li>Kirchen sind f\u00fcr: Selbst\u00e4ndigkeit, Verst\u00e4ndigung, Freiheit, Beachten der psychischen Auswirkungen, Anreiz zur Eigenverantwortung. (Freilich darf sich aus meiner Sicht die Freiheit der Medien nicht durch \u00c4ngste, man k\u00f6nne irgendjemanden verletzen, eingeschr\u00e4nkt werden. Es ist auf einen gewissen Grundkonsens zur\u00fcckzugreifen. Denn wenn diese Sicht zu eng gef\u00fchrt wird, kann es sogar sein, dass sich Menschen durch kirchliche Themen \/ Glaubensthemen \u00fcberhaupt psychisch getriggert f\u00fchlen.)<\/li>\n\n\n\n<li>Kirchen sind Sprachrohr f\u00fcr Sprachlose.<\/li>\n\n\n\n<li>Kirchen dr\u00e4ngen darauf, Menschen medial nicht auszugrenzen, sondern verantwortlich einer Vielfalt tolerant Raum zu geben.<\/li>\n\n\n\n<li>Kirchen m\u00fcssen Probleme einer Gesellschaft aufzeigen &#8211; und so es in ihren M\u00f6glichkeiten liegt, auch an Probleml\u00f6sungen sachlich mitarbeiten.<\/li>\n\n\n\n<li>Kirchen k\u00f6nnen in einer pluralistischen Gesellschaft nicht mehr bestimmen \u2013 aber sie diskutieren, wenn n\u00f6tig, mutig, Verantwortung tragend und wirklichkeitsnah mit.<\/li>\n\n\n\n<li>Kirchen m\u00fcssen die Verantwortung des Rezipienten (Fernsehzuschauer, Zeitungsleser\u2026) einfordern. Auch der Mediennutzer tr\u00e4gt Verantwortung \u2013 nicht zuletzt als Christ, der in Verantwortung vor Gott lebt. Der Mediennutzer ist ein Handelnder (Einschaltquoten) bzw. Kritiklosigkeit f\u00fchrt dazu, dass andere die Mehrheit bilden.<\/li>\n\n\n\n<li>Medienkompetenz ist eng mit der Medienethik verbunden. <\/li>\n\n\n\n<li>Durch Algorithmen \/ Echokammern wird eine Vereinseitigung des Medienkonsums gef\u00f6rdert. Diese verhindert, wenn es um gesellschaftspolitische, wissenschaftliche, religi\u00f6se Themen geht, zu einer Spaltung der Gesellschaft. Die Medienkompetenz der Mediennutzer besteht darin, dass sie selbst darauf achten, unterschiedliche Angebote wahrzunehmen. <\/li>\n\n\n\n<li>Vor Fake News ist niemand gesch\u00fctzt. Vor allem weil Fake News nicht nur gezielt weiter gegeben werden, um Menschen zu beeinflussen, sondern einfach auch aus Gutgl\u00e4ubigkeit. An dieser Stelle m\u00fcssen Mediennutzer auch sehr wachsam sein und unterschiedliche Informationsquellen wahrnehmen.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading has-text-align-center has-black-color has-text-color\">&nbsp;<strong>2. Kirche ist auch Thema in den Medien \u2013 werden ethische Grundlagen beachtet?<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Wie wird Kirche wahrgenommen?<\/li>\n\n\n\n<li>Welche kirchliche Themen beherrschen das mediale Interesse?<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading has-text-align-center has-black-color has-text-color\"><strong>&nbsp;3. Glaube wird in den Medien unabh\u00e4ngig von Kirche als Institution thematisiert \u2013 werden die theologischen Grundlagen beachtet?<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Wie wird christlicher Glaube wahrgenommen?<\/li>\n\n\n\n<li>Wer formuliert Glaubensfragen \u2013 und warum?<\/li>\n\n\n\n<li>Wie werden christliche Themen unabh\u00e4ngig von den Kirchen ausgesprochen?<\/li>\n\n\n\n<li>Werden christlicher Glaube mit religi\u00f6sen und politischen Themen vermischt\u2026?<\/li>\n\n\n\n<li>Wie werden Glaubensaspekte anderer Religionen wahrgenommen?<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-text-align-center has-black-color has-white-background-color has-text-color has-background\"><strong>7. Kirchliche Dokumente zu den Medien<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eChancen und Risiken der Mediengesellschaft\u201c die gemeinsame Erkl\u00e4rung wurde 1997 vom Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Deutschen Bischofskonferenz ver\u00f6ffentlicht. Der Text:\u00a0<a href=\"http:\/\/www.dbk.de\/fileadmin\/redaktion\/veroeffentlichungen\/gem-texte\/GT_10.pdf\">http:\/\/www.dbk.de\/fileadmin\/redaktion\/veroeffentlichungen\/gem-texte\/GT_10.pdf<\/a> und: <a href=\"https:\/\/www.ekd.de\/mediendenkschrift_1997_medien5.html\">https:\/\/www.ekd.de\/mediendenkschrift_1997_medien5.html<\/a><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-text-align-center has-black-color has-white-background-color has-text-color has-background\"><strong>8. Medienpr\u00e4senz der Kirchen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Kirche und Film: <a href=\"https:\/\/www.evangelisches-gemeindeblatt.de\/aktuelles\/warum-kirche-filmkritik-betreibt-die-bedeutung-von-kino-fuer-welt-und-menschenbilder\">https:\/\/www.evangelisches-gemeindeblatt.de\/aktuelles\/warum-kirche-filmkritik-betreibt-die-bedeutung-von-kino-fuer-welt-und-menschenbilder<\/a><\/li>\n\n\n\n<li>Rundfunk:&nbsp;<a href=\"http:\/\/rundfunk.evangelisch.de\/\">http:\/\/rundfunk.evangelisch.de\/<\/a><\/li>\n\n\n\n<li>Kirche und Medien:\u00a0<a href=\"http:\/\/www.katholisch.de\/de\/katholisch\/kirche\/medien\/00_verteilerseite_kirche___medien.php\">http:\/\/www.katholisch.de\/de\/katholisch\/kirche\/medien\/00_verteilerseite_kirche___medien.php<\/a>\u00a0 (dort eine ganze Menge zum Thema Medien und Katholische Kirche) (Links \u00fcberpr\u00fcft September 2026)<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-text-align-center has-black-color has-white-background-color has-text-color has-background\"><strong>9. Sehr gute Literatur:<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Udo G. Schmoll: Medienethik in theologischer Perspektive, in: Unterrichts-Konzepte Religion, Oberstufe aus dem Stark-Verlag <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Christian Schicha (Hg.): Medienethik, VS Verlag f\u00fcr Sozialwissenschaften 2010<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Gesellschaft f\u00fcr Medienp\u00e4dagogik und Kommunikationskultur schreibt regelm\u00e4\u00dfig Preise aus.<\/p>\n\n\n<p><!--EndFragment--><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Medien \/ Kommunikation Aus diesem Beitrag von Udo G. Schmoll: Medienethik in theologischer Perspektive, in: Unterrichts-Konzepte Religion, Oberstufe aus dem Stark-Verlag wurden im folgenden Abschnitt Anregungen verarbeitet. Weitere s. u. 9. 1. Kommunikation und Kommunikationsmodelle Eingangsgedanken Der Mensch w\u00e4chst in einem kommunikativen Umfeld auf. 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